Donnerstag, 8. Dezember 2011

ein neuer Planet im Gewürzuniversum - Combava

Als wir zum ersten Mal bei französischen Freunden, die ihr halbes Leben auf la Réunion verbracht haben, zum Essen eingeladen waren, wurde uns ein typisches Recette de la cuisine créole serviert: cari de crevettes. Mir bescherte dieser Umstand ein neues Geschmackserlebnis: Combava. Ihr wißt, la Réunion, die französische Insel-Kolonie im Indischen Ozean gelegen und damit Teil der (noch) bestehenden Europäischen Union. Selbst als ich die Früchte gezeigt bekommen hatte, konnte ich keinerlei Tipp abgeben. Etwas Ähnlichkeit hat sie wohl mit grüner Zitrone ist aber westenlich kleiner, etwas größer als walnussgroß.

Ich war hin und weg, lecker! Für einen Moment fühlte ich mich zurückversetzt in die Zeit, als exotischen Gewürze als begehrte Luxusware gehandelt wurde. Jemand, der wie ich viel Sinnesfreude am Geschmack verspürt, war es ein aufregendes Erlebnis, ein neues Gewürz zu entdecken. Und ich bin gespannt, was den Cracks der Bloggerszene so zu Combava einfällt. Zu bekommen wahrscheinlich meist im Asia-Handel. Ich fand welche in den stets gut ausgestatteten au petit primeur Läden - eine kleine Gemüseladenkette unserer Gegend.

Ein sehr schlichtes Essen, ideal um die üppigen Gerichte der Weihnachtsezeit auszugleichen, ein Essen, das en principe mit 2 Gewürzen auskommt: Ingwer und Combava. Durch die Meeressalzigkeit der Crevettes wird original noch nicht einmal gesalzen.
Zutaten 2 P

500g Crevettes
2 große Schalotten
1 walnussgroßes Stück Ingwer
Abrieb einer 1/2 Combava
2 Tomaten, gehäutet, etwas eingekocht
(m: 2 EL Tomatenmark, selbst eingemacht+etwas Wasser)

Zubereitung:

Die Crevettes von ihrer Schale befreien und den Darm entfernen. Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Streifen schneiden. Den Ingwer schälen, die Schale der Combava zur Hälfe fein reiben.

In etwa Olivenöl die Schalotten anschwitzen und glasig dünsten. Tomate und Gewürze dazugeben, den Ingwer dazu durch die Knoblauchpresse drücken, Deckel auflegen und die Zwiebel gut weich köcheln lassen. Am Schluß die Crevettes dazugeben und gerade eben heiß werden lassen, sodass sie nicht trocken werden.

Mit Reis servieren.

Kommentare:

  1. Von dieser Pflanze kenne ich nur die Blätter, die Kaffirlimettenblätter.

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  2. Ich habe bislang auch nur die Blätter verwendet, wusste aber, dass man die Frucht auch nutzen kann. Leider habe ich die noch nie in die Finger bekommen, schade...

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  3. Ahhh, jetzt beim Lesen der Kommentare ist der Groschen gefallen, die Blätter kenne ich nämlich auch, Combava hingegen noch nie gehört. Ich finde es immer total faszinierend, wenn man sich überlegt wie wahnsinnig viele Gewürze und auch Früchte und Gemüsesorten es auf dieser Welt gibt, die man noch nie zu Gesicht bekommen hat.

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  4. Ich muss gestehen ich habe zuvor noch nie was von Combava gehört. Wieder was gelernt, wobei ich wohl so ein Ding hier nie in die Finger kriegen werde... ;-)

    Heute ist doch...,oder? Happy....liebe Micha!

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  5. ich musste auch erst mal googlen, die kommentare von robert und uwe habe ich erst jetzt gelesen.
    ich habe das glück, die kafirlimette in meinem wintergarten zu ziehen, die früchte brauchen allerdings noch einige zeit. dann werde ich das rezept ausprobieren.

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  6. Mhm, lecker Kaffirlimette.. Erst letztens ein Curry und eine Paste mit dem Abrieb hergestellt..

    Und ich liebe den Duft der Blätter..

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  7. Ich habe das Früchtchen bis jetzt auch noch nicht kennengelernt und wusste auch nicht, dass es zu den Kaffirlimettenblättern gehört, die verwende ich öfters mal.

    Hier am Bahnhof in Mannheim gibt es einen Riesen-Asialaden, vielleicht hab ich da Glück, das würd ich sehr gerne probieren :-)

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  8. @Robert: Siehste, und ich lerne durch dich wieder die Kaffirlimettenblätter kennen, mit denen nun ich wiederum noch nichts zu tun hatte.

    @Uwe: Und ich bin nun auf die Blätter gespannt. Mal guggeln, was die Herrn und Frau Bloggerkollegen so damit angestellt haben.

    @Christina: Die Vielfalt auf der Erde - nicht nur im Bezug auf Gewürze - ist total faszinierend!

    @Zorra: Hat Spananien nicht auch noch ne Kolonie irgendwo? Und, merci, Küßchen, liebe Zorra!

    @cafetin: Au, das ist ne prima Idee für unser Gewächshaus. Zwar schon ziemlich voll, aber mal Schauen, ob wir für Combavas nicht noch ein Plätzchen finden.

    @Tina: Da gehe ich gleich mal bei dir nach dem Curry gucken!

    @Britta: Und ihr macht mich nun alle fuchsig auf die Blätter - wenn der Schalenabrieb schon so derart erfrischend anders ist!

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  9. das sind kaffir limes (kaffir-limetten bzw. botanisch citrus hystrix), deren schale in südostasien eine wichtig zutat für currypasten ist und deren blätter (wie schon mehrfach genannt) für curries und salate (dann so fein wie nur irgendwie möglich geschnitten) dieser küchen verwendet wird. gibt's beides (die limes und die blätter) in asialäden in der gemüsekühlung. die bezeichnung "combava" habe ich allerdings auch noch nie gehört - wieder was gelernt.

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  10. @Katha: Vielen Dank für die ausführliche Erklärung! Das Dazulernen ist ganz auf meiner Seite!

    @Sybille-Anna: Tja, Cellulite gibt einfach mehr Struktur :)

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  11. Von Kolonien weiss ich nichts, aber die zwei Exklaven Ceuta und Melilla. Aber da wachsen wohl diese Früchte nicht. ;-)

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  12. Ist ja interessant.
    Für alle, die französisch nicht ganz soooo flüssig drauf haben:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kaffernlimette
    http://www.uni-graz.at/~katzer/germ/Citr_hys.html

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  13. @Zorra: Naja, das war jetzt ein bißchen geographisch gedümpelt mit den spanischen Kolonien ;O)

    @anonym: Mensch, das wird hier mit den Kommentaren ein richtig kleiner Combava/ Kaffirlimette/ Kaffir limes/Kaffernlimette-Exkurs!

    Vielen Dank für eure Mithilfe!

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  14. Ha! Gefunden! Ich bekam nämlich einen Tipp, dass bei dir Kaffirlimetten zu finden sind.

    Ich hatte das Glück, auch ein paar zu ergattern. Heute mache ich mich noch einmal auf und schaue, ob noch ein paar zu haben sind, dann koche ich deine Garnelen nach.

    Die Dinger machen süchtig!

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    1. Ich habs schon gesehen bei dir, Susi - deine Idee damit finde ich auch sehr spannend und kommt natürlich auf die Liste. Denn ich komme zwar an Combavas gut ran, muß mich aber noch mehr nach Rezepten damit umsehen!

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    2. Nachgekocht! Und für sehr gut befunden.
      Ganz schnell fertig und so fein!

      Danke für das Rezept.

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