Donnerstag, 30. Juni 2011

Rote Bete-Melonen-Carpaccio

Das knallt, oder? Mit Garten dekoriert sich alles leicht. Vorallem deshalb lasse ich den Boretsch relativ viel Raum im Garten. Er ist einer der ersten, die blühen und einer der letzten, die verblühen. Dafür ist er aber ein fieser Sich-im-Garten-Ausbreiter. Öfter, als ich mich an den Blättern des Boretsch bediene, rupfe ich ihn wild aufgegangenen irgendwo raus. Geschmacklich fallen die Blüten nicht sosehr auf, sie sind fürs Auge - im Gegensatz zu den Anisblüten, die ihre Herkunft eindeutig verraten.

Soviel zur Deko. Der Salat ist ein wunderbarer Sommersalat. Läßt man die Roten Beten über Nacht im Kühlschrank marinieren und hat auch die Melone im Kalten gelagert hat, ist der Salat noch frischer. Und selbst mit weniger Deko, kurz vor dem Servieren in einer Schüssel vermischt, schmeckt der Salat super.

Zutaten:

2 kleine rote Beten
1/4 weiße Honigmelone
10 Blätter Minze
1/4 rote Zwiebel, fein gewürfelt

Dressing:

3EL Olivenöl
1EL Weißweinessig
1EL Zitronensaft
1TL Senf (Dijon)
1TL Marmelade (m:Aprikose)
Salz/ Pfeffer

Deko:
Boretschblüten, Anisblüten, Kapuzinerkresse, Ringelblumeblüten, Minzblätter
Zubereitung:

Sie rote Beeten waschen und die Blätter vorsichtig abschneiden, ohne die Knollen dabei zu verletzen. Die Rote Beeten in kochendem Salzwasser mit 1/2 TL Kümmel etwa 1 Stunde garen. In ein Sieb abgießen, kalt abschrecken und schälen. Die Knollen halbieren und in ca. 3mm dünne Scheiben schneiden oder hobeln (m: gehobelt).

Für die Marinade die Minzblätter klein schneiden, die anderen Zutaten vermischen, alles verquirrlen und über die Rote Beeten-Scheiben geben - mindestens 30min ziehen lassen (auch gut über Nacht).

Melone halbieren, vierteln und die Kerne entfernen. In ebenfalls 3mm dünne Scheiben schneiden. Die Zwiebel fein würfeln.
Auf einem Teller die Roten Beten- und die Melonenschieben gefällig anordnen (dafür kann man Einweghandschuhe anziehen - muß man aber nicht). Die Zwiebelwürfelchen und die Blüten darüberstreuen. Sofort servieren und am ersten Blogevent ausgerichtet von Sylvia teilnehmen:
Blog-Event LXIX - Farbenfrohe Gerichte (Einsendeschluss 15. Juli 2011)
Zum Thema *inflationärer Umgang mit dem Wort Carpaccio* kann man über für und wider bei Sophie von Cucina Piccina weitergrübeln.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Lavendelblüte im Juni

Saint Jean ist gefeiert, letztes Wochenende wurden die Schafe auf die Hochwiesen getrieben und der Lavendel steht in vollster Blüte: der Hochsommer ist da. Wie schön läßt es sich neben dem Lavendel sitzen. Es duftet, es summt und schwirrt vor Bienen, Hummeln, Schmetterlingen, Käfern...

Dienstag, 28. Juni 2011

Clafoutis x 8 - der weltschnellste Kuchen

Und noch ein Kirschkuchen. Wobei, Clafoutis ist kein wirklicher Kuchen, eher so eine Art Schummelkuchen, im Prinzip ein dicker Pfannkuchen, oder mit etwas mehr Schick: eine Art Flan. Er ist der Franzosen liebster Kirschkuchen, an ihm führt kein Weg vorbei. Für den Clafoutis gibt es soviel Rezepte wie Tarteformen (oder Ramequins) - und jeder denkt natürlich, das beste zu besitzen -  da bin ich nicht besser als andere ;)! So oder so aber ist er mit Sicherheit der weltschnellste Kuchen: eine Schüssel, ein Schneebesen, eine handvoll Zutaten - fertig!
Das Wort *weltschnellst* war es, der einige in den Backforen ohne langes Zögern zum Nachbacken gebracht hat. Mit gröööößtem Erstaunen mußte ich lesen, dass der Clafoutis von Lea Linster viiiiel besser wäre als meiner. Pah, welche Lea Linster! Also habe ich auch einen nach Frau Linster gebacken, denn Frau Linster steht bekanntlich für Qualität. Damit die Qual der Wahl für euch noch größer wird: nun auch hier noch 2 weitere Rezepte für den Clafoutis
Clafoutis nach Lea Linster

Zutaten:

6 Eier
50g Zucker
300ml Milch
180g Sahne
1EL Mehl (gehäuft)
35g gemahlene Mandeln
600g Kirschen 
1 EL Kirsch
(Linster: 300g Mango und 300g Apfel - gewürfelt)

Zubereitung:

Für den Teig alle Zutaten außer dem Obst vermengen. Damit sich alles gut verbindet, ziehe ich zum Schluss den Pürierstab mehrmals durch den Teig.
Zum Backen fette ich eine Pie-Form sehr gut mit Butter ein. Mein Tipp: Eine 26er-Form wird ganz hoch voll, wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt lieber eine 28er-Größe. Ich heize den Backofen auf 180 Grad vor (es geht auch schön mit Umluft, dann bei 160 Grad). Der Unterschied wird aber deutlich: Mit Umluft geht der Clafoutis luftiger auf, mit der normalen Ober- und Unterhitze bekommt der Clafoutis eine Konsistenz ähnlich wie bei einer Crème brûlée - was auch ein schöner Effekt ist. 

In die gebutterte Form gebe ich die Mango- und Apfelwürfel, gut gemischt. Ich gieße den Teig darüber und stelle die Pie-Form so in den Backofen. Der Clafoutis ist nach etwa einer Stunde fertig und absolut köstlich. Ich stäube noch etwas Puderzucker darüber (mit dem Haarsieb, damit er fein rieselt). Man muss sich auch überhaupt keine Gedanken machen, ob die Clafoutis-Stücke heil aus der Form kommen: Wie in Frankreich holt sich jeder einfach mit dem Löffel seine Portion heraus (damit meint Frau Linster vermutlich wohl beim Picknicken - denn in Stücke schneiden läßt sich der Kuchen nicht)
Clafoutis à la maison

Zutaten:
650g Kirschen
45g Butter – geschmolzen+etwas abgekühlt
125g Mehl
4 Eier
1 Prise Kardamom
1 Prise Zimt
90g Zucker
250ml Milch

Zubereitung:

Alles gründlich verrühren, in gefettete und bemehlte Tarteform, Kirschen obendrauf und auf der zweiten Schiene von unten in den Ofen einschieben. Bei 190° - 45min backen. Zum Servieren mit Puderzucker bestäuben.
Mein Fazit: ich finde mein Rezept einfach leckerer. Vielleicht hätte ich für Frau Linsters Rezept die Kirschen ebenso wie bei meinem nicht entsteinen sollen. Aber mit entsteinten Kirschen war der Teig grisselig, fettig und eierig (dabei klang *Crème brûlée-Effekt* so gut) - einfach nicht mein Geschmack. Vielleicht sollte ich das Linster Rezept mal mit Mango und Äpfel probieren, wie im Orginal... Oder ich versuche noch dieses Variante, die ich bei foolforfood entdeckt habe. Am Schluß bleibe ich wahrscheinlich doch bei meiner alteingesessenen Variation.

Noch ein Anhang: Clafoutis gibts auch salzig: siehe hier bei Robert von lamiacucina.

Montag, 27. Juni 2011

Tortellini mit Zucchinisauce

Diese Tortellini gab es bei uns schon öfter - ein echter Keeper. Allerdings immer in Form von Ravioli, was mit meinem Raviolibrett eine schnell zu fertigende Angelegenheit ist. Und für alle, bei denen die Zucchini-Schwemme begonnen hat: Zuchini bekommt man da nebenbei ebenfalls wunderbar verarbeitet.
So, hab ich mir überlegt, jetzt, wo ich das Essen doch als fotografiere, könnte ich die mal orginal formen. Kein Hexenwerk! In der Tat, kompliziert sind Tortellini nicht herzustellen. ABER zeitintensiv, wenn man nicht mit einer italienischen Nonna (etwa dieser hier ;) und dem Tortellinibasteln großgeworden ist. So zeitintensiv, dass mir der Hunger zwischenkam und ich nach der Hälfte, ich gebs zu, auf Ravioli umgeschwenkt bin. Was mit darin liegt, dass ich, wie ihr mittlerweile wißt, rustikal-romantisch veranlagt bin und es mit dem Zisselieren und der Geduldsarbeit im allgeimen nicht so habe.
Die Fülle schmeckt ob des weniger benötigten Pastateiges in den Tortellini um einiges kräftiger als in den Ravioli, sodass ich sie für die Tortellini nicht zusätzlich würzen würde, sondern nur dann, wenn man sie als Ravioli formt. Die zarte und cremige Zucchinisauce ist für mich der perfekte Begleiter dazu.

Zutaten:

Pastateig:
200g Mehl
2Eier
1 Prise Salz
1 EL Olivenöl

Füllung:
70g geräucherten Speck
90g gekochter Schinken
50g Parmesankäse
1 Ei
1 kleiner Bund Petersilie

Zucchini-Sauce:
1 EL Olivenöl
3 kleine Zucchini
2 Knoblauchzehen
1 Lorbeerblatt
Abrieb einer halben Zitrone
200ml Sahne (m:15%)
Zubereitung:

wie gewohnt einen Pastateig herstellen und kühl stellen.

Die Zutaten der Füllung in einem Hexler kleinpürieren. Am Schluß das Ei zufügen, damit eine homogene Masse entsteht. Nun den Nudelteig zu Bahnen ausrollen - ich habe dafür meine kleine Handkurbel-Pastamaschine.

In Vierecke mit einer Kantenlänge von ca. 5 cm schneiden. Einen kleinen Löffel an Fülle auf die Vierecke setzen, die Ränder mit Wasser befeuchten und zu einem Dreieck falten. Nun den Daumen gegen den Bauch, die gefaltete Diagonale drücken, die Spitze des Dreicks klappt so nach oben, die beiden Enden dabei um den Daumen wickeln und fest miteinander verschließen. Solange wiederholen bis Teig und Fülle verbraucht sind.

Für die Soße die Zucchini mit einem Gurkenhobel in feine Scheiben hobeln. Den Knoblauch fein würfeln und zusammen mit den Zucchinischeiben in dem Olivenöl anbraten. Bevor die Zucchini Farbe annimmt, das Lorbeerblatt hinzufügen, ebenso die Sahne, salzen und peffern und einige Minuten köcheln lassen - nicht zu lange, die Zucchinis sollten noch Biß haben. Kurz vor Ende den Zitronenabrieb unterrühren.

Reichlich Wasser zum Kochen bringen und die Tortellini ins Wasser geben. Sobald sie an die Oberfläche kommen mit einer Schöpfkelle abseien, auf einen Teller geben. Mit etwas Zucchinisauce bedecken, geriebenen Parmesan darüber streuen und sofort servieren.

Sonntag, 26. Juni 2011

Kirschenplotzer oder doch Kirschenplatscher

Wie man zu der hochpoetischen Namensgebung dieses Kuchens gekommen ist, ist mir wirklich ein Rätsel (übrigens genauso, wie ich das blogtechnisch einrichten muß, damit ich an der Initiative *Sonntagssüß* mitmachen kann??). Plotzer , so wie ich das aus dem Süddeutschen kenne, ist so was ähnliches wie Platscher, Bauchplatscher zum Beispiel, also quasi ein ungeschickter Fall auf dem Trockenen, im Gegensatz zu dem Platscher im Wasser. Nee, wie das im Zusammenhang mit diesem Kuchen stehen soll, ist mir schleierhaft?!

Meine Oma hatte mehrere Kirschenbäume. So gab es diesen Kuchen jedes Jahr zur Kirschenzeit. Er war schon immer einer meiner Lieblingskuchen und die Kürze der Saison - gerade bei schwarzen Herzkirschen - machte ihn um so besonderer. 

Dieser Kuchen ist herrlich feucht (also wenn schon eher ein Kirschenplatscher ;)und schmeckt auch am zweiten und dritten Tag noch toll. Gut gekühlt ein Kindererinnerungs-Gedicht!

Zutaten:

110g Zwieback (ca. 12 Stück)
125g gemahlene Mandeln
125g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
140g Butter (weich)
4 Eier
1 TL Zimt
1 Prise Muskat
1Msp Nelke
300ml Milch
1 EL Kirsch
50g Schoko-Raspeln

ca. 700g Kirschen (oder auch 800g)
Zubereitung:

Den Zwieback in einen Gefierbeutel geben und mit dem Nudelholz zerstoßen - er darf teilweise auch etwas gröber sein,  nicht nur fein wie Mehl. Mit der Milch und dem Kirsch übergießen und 30 min ziehen lassen.

Ofen auf 175° vorheizen.

Eier trennen und Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Eigelb mit dem Zucker und dem Vanillezucker weiß schagen. Butter dazu geben und schön cremig weiter  aufschlagen. Nun Haselnüsse, Zwiebackmischung und Gewürze dazu geben. Den Eischnee vorsichtig unterheben.

Eine Springform (26 cm) buttern und mit Semmelbrösel bestäuben. Den Teig einfüllen und die unentsteinten Kirschen darüber geben. Teigoberfläche glatt streichen und für 50-60 min im Ofen backen.
Fränzis brauchen keinen Fasching - sie machen das ganze Jahr über gerne Klamauk
Und das muß ich noch anhängen: bei Katha von esskultur kann man sehen, was ein Pariser (Einwohner :) für 1kg schöne Burlat-Kirschen zahlen muß - 6 Euro! Hammerhart! 12 Mark - das ist nobel oder quasi Städter-Klamauk!

Samstag, 25. Juni 2011

Entenbrust mit Himbeeren

Die Erdbeeren haben mich dieses Jahr schlecht behandelt! Nachdem ich gefühlt 374mal Unkraut gerupft habe, was ist der Dank? 15 Erdbeeren auf einem Feld von ca. 30 Quadratmeter. Ganz miese Bären, ich sags euch!

Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir den kompletten Acker letzten Herbst mit neuen Pflanzen bestückt haben und jetzt sind sie noch in der Pupertät. Das heißt für mich, dass ich nun bis zum Ende des Jahres das Unkraut unter Verweigeren entferne.
Was für Prachtskerle hingegen sind da unsere Himbeeren. Alle zwei Tage pflücke ich uns 1 1/2 Kilo. Da lasse ich mir gerne die Arme verkratzen. Ja, verkratzen, das vergißt man immer bei Himbeeren, ich auch. Aber wenn man so mitten in der Fülle am Sammeln ist, kommt man ins Schwelgen und Träumen. Und ihr wißt doch, in den Märchen, da müssen die Prinzessen für die Prinzessin immer Proben bestehen. Tja, und jetzt habe ich ihn den ultimative Test für alle die noch auf der Suche sind (ich ja nich mehr). Also Mädels, ihr sucht einen der Feingefühl in den Fingerspitzen hat? Na, dann schaut ihm zu beim Himbeer-Pflücken ;)!

Für alle, die keine Tests mehr brauchen, sondern den Tisch voll genug sitzen haben, was Leckeres zum Wochenende. :

Zutaten 3 Personen

2 Entenbrüste
2EL Entenschmalz (vom Anbraten)
150g Himbeeren
1 Knoblauchzehe
1 TL Tomatenmark
2 EL Rotwein
1 EL Himbeeressig (m: selbstangesetzt)
2 EL Balsamico
Salz, Pfeffer
1 TL Zucker (m: brauner Vanillezucker - selbstangesetzt)
200ml Gefügelfond
Zubereitung:

Entenbrust nach Schuhbeck:

Backofen auf 100 Grad vorheizen, ein Ofengitter auf die mittlere Schiene und darunter ein Abtropfblech schieben. Die Haut der Entenbrust rautenförmig einritzen. In einer Pfanne mit der Hautseite nach unten bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten braten, kurz wenden und auf dem Gitter im Ofen mit der Haut nach oben etwa 50 Minuten garen, salzen und pfeffern.

In einer Pfanne den kleingewürfelten Knoblauch in dem Entenfett kurz anbraten, das Tomatenmark einrühren und mit Rotwein, Himbeeressig und Balsamico ablöschen. Etwas einköcheln lassen, dann den Fond angießen, würzen, wieder etwas einköcheln lassen, die Himbeeren dazu geben, mit Mondamin die Sauce binden und nochmals abschmecken.
dazu Salbei-Thymian-Spätzle:
250g Mehl
3 Eier
1/2 TL Salz
170ml Wasser (je nach Größe der Eier)
1 TL kleingeschnittener Salbei
1/2 TL Thymian

Zubereitung:
Mehl in eine stabile Schüssel abwiegen, die Eier dazu schlagen, Salz, Kräuter und Wasser dazugeben. Mit einem Holzlöffel den Teig solange schlagen, bis der Teig Blasen wirft. Dann 10min ruhen lassen. In einem großen Topf ausreichend Wasser zum Kochen bringen, das Spätzlebrett in das Wasser tauchen, einen Eßlöffel Teig auf das Spätzlebrett geben und mit einem Messer dünne Spätzle ins kochende Wasser schaben. Wenn die Spätzle an die Wasseroberfläche steigen, abschöfen und warmstellen bis aller Teig verarbeitet ist.

Die fertigen Spätzle in 2 EL brauner Butter  und mit in Streifen geschnittenen Salbeiblätter schwenken.
Quelle: Rezept Schuhbeck Entenbrust und Inspriation mit Himbeeren
Und nee, ich verkaufe weder Himbeeren noch Hunde... 

Freitag, 24. Juni 2011

Dorade mit Oliven-Mandel-Couscous und Gurken-Joghurt

Nie werde ich vergessen, wie die Fähre in Marokko anlegte und wir in Tanger an Land gingen. Einmal übers Mittelmeer und in einer anderen Welt. Mein Mann amüsierte sich köstlich über mein beeindrucktes Staunen. Er hat mehrere Jahre in arabischen Ländern gearbeitet und dort gelebt - auch Tanger kennt er gut. So machte er sich einen Spaß daraus, mich dort direkt ins Leben zu werfen. Gleich am ersten Abend aßen wir Bessara, und das war mir derart fremd, dass ich nicht sagen konnte, ob es mir nun schmeckt oder nicht. In den folgenden Wochen habe ich die Suppe noch sehr oft gegessen und auch das Fremdeln sein lassen ;)!
Und dann hüpfe ich in Gedanken weiter nach Ägypten, wo wir mit dem Rucksack unterwegs waren. Wenn ich da von diesem kleinen Gartenrestaurant erzähle, in dem wir uns fast schon verschwenderisch die komplette Vorspeisen-Auswahl bestellt haben, die Mezze, dann werde ich mit dem Schwärmen nicht mehr fertig. Was sind die Araber groß in Sinnesfreude! Meine ersten Berührungen mit der arabischen Welt, mein erstes arabisches Essen hier.

Das wunderschöne Buch *Mezze - ein Genuss* habe ich Miriam zu verdanken. Sie hat es mir nicht nur empfohlen, sie hat es mir auch besorgt, obwohl es zur Zeit leider vergriffen ist. Ich bin mir sicher, dass ich daraus noch einiges kochen werde. Abgesehen davon, dass der Einfluß der arabische Küche aus Südfrankreich nicht wegzudenken ist, paßt sie wunderbar zu den heißen Sommertagen.
Zu dem Fisch und dem Couscous habe ich einen Salat aus gleichem Buch gemacht. So sind wir zu zweit von dieser Mezze satt geworden. Einzig die Marinade für den Fisch würde ich beim nächsten Mal leicht verändern. Vielleicht noch ein bißchen Petersilie?! Ich freue mich schon auf weitere Kochversuche aus diesem Buch.

Zutaten für den Fisch:

4 Rotbarben (à 60-70g, küchenfertig vorbereitet/ m: 2 Doraden)
Salz
1 unbehandelte Zitrone
1 große Tomate
1 Knoblauchzehe
1/2 TL Harissa
1/2 TL gemahlener Cumin
2 EL Mehl

für den Couscous:

50g Mandelstifte
50g grüne Oliven ohne Stein
1 Bund Koriandergrün
170ml Gemüsebrühe
100g mittelfeiner Couscous (Instant)
1/4 TL Kurkuma
2 EL ÖL
Zubereitung:

Rotbarben kalt abspülen, abtupfen und innen salzen. Die Zitrone in Schieben schneiden, manche davon halbieren, die Tomate ebenfalls nach Entfernen des Stielansatzes in Scheiben schneiden.

Für die Fischmarinade den Knoblauch schälen und mit 1/2 TL Salz zerdrücken. Mit Harissa und Cumin zu einer Paste vermischen - diese in die Bauchhöhle des Fisches streichen, zudem jeweils eine Schiebe Zitrone.

Mandelstifte in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Die Hälfte der Oliven hacken, den Rest ganz lassen oder halbieren. Koriander waschen, trockenschütteln, einige Blätter für die Dekoration zur Seite legen, den Rest hacken.

Die Brühe erhitzen. Couscous mit Kurkuma und etwas Salz mischen. 1 EL Olivenöl zugeben, mit heißer Brühe aufgießen. Abgedeckt 5-6 min quellen lassen. Mit zwei Gabeln auflockern. Gehackte Oliven, Mandelstifte und gehackten Koriander untermischen.

Fisch von außen salzen. im Mehl wenden. Grill (m: Pfanne) mit 1 EL Öl einstreichen, Rotbarben von jeder Seite 4 min grillen. Zum Schluß die Tomatenscheiben von jeder Seite mitgrillen.

Rotbarben mit Couscous und Tomaten anrichten. Mit Koriandersängeln, halben Zitronenscheiben und restlichen Oliven dekorieren.
Gurken-Joghurt

1 große Salatgurke
4-5 Stängel Minze
500g griechischer Joghurt (10%)
Salz
1 EL Zitronensaft
1/2 TL gemahlener Cumin
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl

Gurken schälen und die Kerne mit einem Teelöffel entfernen. Das Fruchtfleisch fein würfeln, in einem Sieb abtropfen lassen. Minze waschen, trockenschütteln und die Blättchen abzupfen. Einige Blättchen beiseite legen, den Rest fein hacken.

Joghurt mit Salz, Zitronensaft und Cumin verrühren. Knolbauch schälen, dazupressen und untermischen. Gurkenwürfel unterheben und 1 Std. kalt stellen. Vor dem Servieren mit Öl beträufeln und mit Minzeblättchen garnieren.
Quelle: Mezze - ein Genuss (für den Genuss) von Bettina Mattaei und Mohamad Salameh, GU

Alex, von fotoefornelli teilt meine Begeisterung. Sie hat daraus bereits die Würzmöhren, zwei Rezepte mit Zucchini und die appetitlichen Möhrenkroketten mit Aprikosen gemacht.

Und als hätte ich es nicht gewußt, wird man wie immer auch bei Petra fündig und zwar mit dicker Auswahl von schon ausprobierter Mezze. Bei Petra schmeckts mir einfach ;)! 

Donnerstag, 23. Juni 2011

Fenchel-Tomaten-Gemüse mit Ziegenkäse

Es soll ja Menschen geben, die mögen keinen Fenchel? Tsssss?! Ich habe ebenfalls lange zu dieser Fraktion gehört. Mittlerweile weiß ich gar nicht mehr warum. Hey, Fenchel iss lecker! Sollte an eurem Tisch ein Fenchel-Verweigerer sitzen, dann ist dieses Rezept DAS Einsteigeressen: es schmeckt fast gar nicht nach Fenchel ;). Für mich zählt es zu den besten Zubereitungsarten von Fenchel, die ich bisher gegessen habe. 
Den Käse habe ich gegen einen milden Ziegenkäse,den Anjou, ausgetauscht. Wobei ich finde, dass dieses Gemüse den Käse nicht zwingend braucht. Das ist auch so prima! Und da ich immerimmer eingelegte Tomaten vom Vorjahr übrig habe, ist das ein weiteres Gericht, in denen sie sehr gut aufgehoben sind.

Zuta­ten für 2 Personen 

30 g getrock­nete Toma­ten in Öl (m: selbsteingelegte)
3 mit­tel­große Fenchelknollen 
1 Knob­lauch­zehe (m: 2 Stück)
1 EL Butter 
3–4 Zweige Thymian 
Saft und etwas abge­rie­bene Schale einer unbe­han­del­ten Orange 
200 g Ziegenkäserolle (Anjou)
2 TL flüs­si­ger Honig 
(zum Bei­spiel Akazienhonig - m: Lavendelhonig) 
1 Prise geschro­te­ter Chili
Salz, Pef­fer
Zube­rei­tung 

Toma­ten abtrop­fen las­sen, Öl auf­fan­gen. Toma­ten in feine Strei­fen schnei­den. Fen­chel put­zen und in sehr feine Strei­fen schnei­den oder hobeln. Knob­lauch schä­len und fein hacken. Thy­mi­an­blätt­chen abzupfen.

But­ter und 2 Ess­löf­fel Öl von den Toma­ten in einer Pfanne erhit­zen, Knob­lauch und Hälfte des Thy­mi­ans darin andüns­ten. Fen­chel zuge­ben und kräf­tig anbra­ten, mit Salz und Pfef­fer wür­zen. Oran­gen­saft und 5 Ess­löf­fel Was­ser angie­ßen, Fen­chel zuge­deckt etwa 8 Minu­ten schmoren. 

Dann die Toma­ten zuge­ben und noch etwa 2 Minu­ten wei­ter­ga­ren lassen. 

Back­ofen auf 200 Grad (Umluft 180 Grad) vor­hei­zen. Käse in Schei­ben schnei­den. Das Gemüse in eine Auf­lauf­form geben, Käse und rest­li­chen Thy­mian dar­auf ver­tei­len. Honig, Oran­gen­schale und Chili mischen, dar­über träu­feln. Im hei­ßen Ofen 8 bis 10 Minu­ten gra­ti­nie­ren. Zusam­men mit Baguette servieren.
Tipp: als Beilage Baguette
m: Reis und Chipolata
Quelle:http://www.effilee.de/rezept/schneller-teller/fenchel-tomaten-gemuse-mit-ziegenkase-2818

Mittwoch, 22. Juni 2011

Töpfermarkt in Dieulefit

Wie versprochen sollt ihr auch was von der schönen Gegend und dem Leben hier mitbekommen. Wäre ich nicht die Tage, als wir zum Grillen eingelagen waren, ganz fürchterlich im Mistral gesessen - und der Mistral zieht dir die Hosen aus - und hätte ich mir nicht davon eine Schniefnase zugezogen, ja dann hätte ich euch ein paar Bilder gesammelt von der Fête de la musique gestern, die in ganz Frankreich ja allerorten stattfindet. Da mir aber mehr nach Taschentuch als nach Feiern war, bekommt ihr einen Blick auf den ersten Markt.  
Alle zwei Jahr ist zu Pfingsten ein Töpfermarkt in dem Dorf mit dem schönen Namen Gott hats gemacht, Dieulefit. Allein die Strecke von uns dorthin gehört zu meinen Lieblings-Ausflugsfahrten. Violà:
Einige Bilder sind bereits von vor 2 Jahren - immer einen Besuch wert ;) ! 

Dienstag, 21. Juni 2011

Spaghetti mit Knoblauch-Sablei-Sauce

Nicht viel Zeit zum Kochen unter der Woche, dann hätte ich da was für euch. Also Spaghettis gehen bei mir immer. Meinem Habib machen sie nicht so leicht schwache Knie. Aber mit diesem Rezept wollte auch er Nachschub! Lecker! Für mich sogar Knaller - Top 5 im Olymp der Spaghettigerichte! Hauptrolle sollte der zarte, allererste, junge Knoblauch spielen und die hat er hier auch bekommen. Begleitet von den ersten Kirschtomaten aus dem Teibhaus. Das Ganze umschmeichelt von dieser samtigen Soße - seufzz! Das nächste Mal koche ich mehr Spaghetti ab.

Zutaten - 2 Personen:

300g Spaghetti
4 Frühlingszwiebeln, nur das weiße (oder 2 Zwiebeln)
15 Blätter Salbei
6 Knoblauchzehen
4 EL Olivenöl
100ml Weißwein
250g Kirschtomaten
50ml Nudelwasser (evt+)
4 EL Sahne
30g Butter
Salz
Pfeffer
Zucker

50g Parmesan
Zubereitung:

Zwiebeln schälen, vierteln und in feine Scheiben schneiden. Mit 2 EL Öl bei milder Hitze langsam hell anbräunen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker kräftig würzen. Den Wein anschütten und auf die Hälfte einreduzieren lassen. Die Koktailtomaten halbieren und kurz bevor die Nudeln fertig sind mit in die Pfanne geben.

Salbei in grobe Streifen, Knoblauch in feine Blättchen schneiden und in einer Pfanne im restlichen Öl knusprig braten.

Spaghetti in reichlich kochendem Salzwasser nach Packungsanweisung bissfest garen, in einem Sieb abtropfen lassen und dabei ca. 50 ml Nudelwasser (eventuell mehr) auffangen. Nudelwasser zur Zwiebelmischung geben und einmal aufkochen. Butter reinschmelzen lassen, Sahne dazugeben und  nochmals abschmecken.

Spaghetti unter die Zwiebel-Tomaten-Mischung geben und gut vermengen. Den frittierten Knolblauch und den Salbei kurz vor dem Servieren darüberstreuen. Geriebenen Parmesan dazu reichen.

Und wem es an Ideen mangelt, für was dem Salbei im Garten zu Laibe zu rücken, der kann hier bei Robert vorbeischauen - danach sollte vom Salbei nicht mehr so viel übrig sein.

Montag, 20. Juni 2011

Tarte-crumble aux cerises et aux pistaches - Kirschtarte mit Pisatzienstreusel

Diese Tarte bildet nun bei uns den Abschluß der Kirschenzeit - es werden für euch aber noch weitere folgen. Sie ist etwas aufweniger, da die Kirschen entsteint werden müssen und die Pisatzien aus ihrer Schale befreit, aber der Aufwand lohnt sich. Meine Testesser waren begeistert. Überraschend finde ich, dass die Pistazien ob ihrer Menge nicht herausgeschmeckt werden oder die Tarte zusehr salzig wird. Ebenfalls erstaunlich fand ich, dass der Trick, die Kirschen etwas auszudrücken, tatsächlich verhindert, dass der Boden durchweicht oder Saft über den Tarte-Rand aufsteigt. Es ist eine gelungene und ungewöhnliche Kombi! Allez-y!
Zutaten Tarteboden:

220g Mehl
120g Butter (weich)
60g Zucker
1 Prise Salz
1EL klates Wasser

Belag:

1 Eiweiß
50g Pistazien (grob gehackt)
40g Zucker (m: 40g Rohrzucker)
900g Kirschen - entkernt: 600g (m: 1100g Kirschen)

Pistazienstreusel:

130g Mehl
110g Rohrzucker
100g Butter
50g Pisatzien feiner zerkleinert
Zubereitung:

Die Zutaten für den Boden zu einem homogenen Teig verkneten, zu einer Kugel formen und in eine Folie gewickelt für ca. 30 min in den Kühlschrank geben. (original empfiehlt: zwischen 2Backpapieren bereits ausrollen und in den Kühlschrank)

Während der Teig im Kühlschrank ruht, die Kirschen waschen, entsteinen und in einem Salatseier ausdrücken, um sie etwas zu entsaften. Bei mir ergab das eine halbe Tasse Kirschsaft.

Den Boden (endgültig nach original) ausrollen und eine gebutterte Tarteform damit auslegen. Ich hatte eine Moule à manque benutzt, weil ich noch etwas skeptisch war. Aber die Erfahrung hat gezeigt, eine Tarteform mit herausnehmbaren Boden eignet sich ebenfalls. Den Boden nun mit Hilfe eines Pinsels mit Eiweiß bestreichen und für 1 Stunde in den Kühlschrank oder 20 min in die Tiefkühltruhe.
Während der Ofen auf 200° hochheizt, die Pistazienstreusel vorbereiten. Dafür 100g Pistazienfein hexeln und in zwei Hälften à 50g teilen (ich hatte 50g feiner für die Streusel und 50g für die Kirschen gröber gemahlen). Die Pistazien mit Mehl, Zucker und butter zu Streusel verarbeiten und in den Kühlschrank stellen.

Nun die Tarteform aus der Kühlung holen, den Boden mit den Pistazien und dem Rohrzucker bestreuen, darauf die Kirschen verteilen und für 30 Minuten auf der 2. Schiene von unten im Ofen backen.

Die Tarte aus dem Ofen holen, die Streusel darübergeben und für weitere 15 Minuten knusprig backen. (ich hatte meinen Ofen auf 190° runtergedreht)

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