SOCIAL MEDIA

Donnerstag, 5. Juli 2012

Bessara - mein erstes Ma(h)l

Nata hat sich mit ihrem Event *Das erste M(a)hl* ein wunderschönes Thema ausgedacht, das nicht nur durch sein Wortspiel besticht, sondern ermuntert, eine Geschichte zu einem Rezept zu erzählen. Parallel und passend dazu hat Inés aka Frau Kaltmasell die Tage für sich festgestellt, wie für sie viele Gericht mit einer Person oder einem Ereignis verbunden sind. Das geht mir ähnlich.

Als kochaffiner Mensch lese ich vorallem bei Blogs gerne den persönlichen Bezug, den jemand zu einem bestimmten Rezept hat. Daher freue ich mich auf all die Geschichten, die mir mit Natas Aufforderung Preis gegeben werden.

Das erste Essen, das mir zu Natas Event-Idee eingefallen ist, war sofort *Bessara*. Die Geschichte dazu habe ich sogar schon sehr oft erzählt. Einfach weil sie sich in meine Erinnerung tief eingedrückt hat. Ihr bekommt die ausführliche Version:

Es war die erste Reise gemeinsam mit meinem Habib, der nicht nur ein vielgereister Habib, sondern zudem ein Abenteuer-Habib ist mit passendem Abenteuer-Auto, das von Sandblechen (für die Wüste) über Dachzelt alles hat, was Erlebnisse abseits der Routen und Pisten möglich macht. So ausgerüstet (für den Habib gings anschließend ohne mich weiter nach Schwarzafrika) sind wir mit der Fähre von Sète nach Tanger (eine Fahrt von 30 Stunden) übergesetzt. Geparkt im Hafen führte uns unser erste Weg in die Medina von Tanger. Für mich mein erster Besuch in arabischen Länder hätte der Eindruck nicht tiefer sein können. Ich klaue mir als Beschreibung den Satz einer Bekannten, der meine Empfindungen bei meinen ersten Schritten durch Nordafirka in einem Satz bündelt: *Ich fühlte mich wie mitten in einem Dokumentarfilm*.

Der Habib, der Marokko bereits oft durchquert hat auf dem Weg in die Wüste, lief wie ein Local voraus. In einem schlichten Resto in der Altstadt hob er die Deckel der Töpfe um zu sehen, was heute im Angebot ist. Und mein erstes Essen war dann eine Bessara. Überwältigt von der Fremde, war es mir bis zum letzten Löffel unmöglich zu sagen, ob mir diese Suppe nun schmeckt oder nicht.

Bessara haben wir während unserer Zeit in Marokko noch oft gegessen. Und nicht nur die Suppe habe ich am Ende der Reise geschätzt. Das ganze Land hat mich bis heute in einen tiefen Bann geschlagen. Heute für Nata , für euch und für uns die erste Bessara nach unsere Marokko-Reise, die schon viele Jahre zurück liegt.
Zutaten:

1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
300g Fêves, frisch, geschält
(oder 150g getrocknete dicke Bohnen, über nacht eingeweicht, abgetropft und abgespült)
150g Erbsen, frisch
300ml Gemüsebrühe
etwas frischer Koriander
etwas frische Petersilie
1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
1 TL Koriander, gemahlen
1 Spritzer Zitronensaft

gutes Olivenöl

Zubereitung:

Die Schalotte und den Knoblauch fein würfeln und in etwas Olivenöl anschwitzen. Die gemahlenen Kräuter kurz mitrösten, dann die Brühe angießen und das Gemüse beifügen. Etwa 35 Minuten kochen lassen (Bei getrockenten Bohnen die Garzeit verdreifachen). Dann pürieren. Eventuell mit etwas heißem Wasser zur gewünschen Konsistenz bringen.

Mit Olivenöl, einem Spritzer Zitronensaft und einer Prise Paprika servieren.
Blog-Event LXXIX - Das erste Ma(h)l (Einsendeschluss 15. Juli 2012)

Kommentare :

  1. Die Suppe wäre mir lieber als die Wüste. Weit und breit kein Leben (obwohl Grzymek anderes behauptet), keine Strassenschilder, kein Baum, keine Menschen.

    AntwortenLöschen
  2. Dieses Event wird uns sicher noch viele solcher Geschichten bescheren.
    Die Suppe durfte ich schon bei einer Freundin essen. Sie bringt von ihren Wüstentrips immer wunderbare neue Gerichte mit.

    AntwortenLöschen
  3. Ach, herrlich! Für solche Geschichten wurde dieses Event ins Leben gerufen. Ich wette, Du kannst dieses Gericht gar nicht essen ohne an das Erlebnis zu denken, das damit verbunden ist, oder? - Danke!

    AntwortenLöschen
  4. Ich freue mich sehr über natas Idee mit dem ersten Ma(h)l, vor allem, da wir dieser Idee solche wundervollen Geschichten wie diese verdanken. Wie Du weisst, teilen wir beide diese Liebe zu Nordafrika und ich lese daher Deine Geschichte gerührt und mit Sehnsucht und ein wenig Wehmut im Herzen. Und natürlich bewundere ich mal wieder das leuchtende Blau Deines Tellers.

    AntwortenLöschen
  5. Also mir würde die schmecken, das weiß ich.
    Schöne Geschichte, auf meiner to-do-in-diesem-Leben Liste steht ja auch noch eine Wüstentour auf Araberpferden... träum...

    AntwortenLöschen
  6. Essen ohne Geschichten wäre nur Nahrung. Leben ohne Geschichten wäre nur Existenz. Essen und Leben mit Geschichten ist doch dann Genuss, Farbe, Freude, oder? Wie auch immer, ich liebe die Geschichten des Lebens und des Essens. Deshalb bin ich bei Dir so gern zu Besuch :)

    AntwortenLöschen
  7. @Robert: Für die Wüste braucht es Vorsicht und Respekt, sonst endet dieser Ausflug tödlich.

    Und von Schwarzarfrika kommend ist der Eindruck für die Heimkehrer Richtung Europa als wäre man im arabischem Raum bereits zuhause.

    @Sybille: Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, beitet einem das auf Reise viel Freiheit, weil man jedwegen Trampelpfad verlassen kann und so kann es dann kommen, dass man Bessara unter Marokkaner ißt. Das gefällt uns.

    @Nata: Ich kann mich nur wiederholen: Du hast dir ein wirklich vielschichtiges Thema ausgedacht, das meinem Wunsch nach Geschichten rund ums Essen bestens nachkommt :)

    Und die Bessara wurde jetzt EXTRA für dein Event gekocht - zum ersten Mal nach dieser Reise.

    @Sabine: Bereits bei Zorra habe ich mal kommentiert, dass ich LÄSSIG einen Sattelschlepper mit Kunsthandwerk aus Marokko füllen könnte - lässig ;)

    @Britta: Sag bloß, du bist auch ein Pferdemädchen, Britta? Bei dem Traum kann ich leicht weiterspinnen... und dann schließen wir uns auf unseren Araber-Pferden einer Tuareg-Karavane an....

    @Miriam: Thanks for your friendly commentary.

    @Schokozwerg: Oh, schön gesagt - dem gibts nix mehr hinzuzufügen. Ich sitze vorm PC und nicke dir ganz und gar zustimmend zu :)

    AntwortenLöschen
  8. Das sieht absolut fantastisch aus. Ich will es. JETZT!

    AntwortenLöschen
  9. Da haben wir sie wieder, die Geschichten zum Rezept, gell. Ich glaub, deshalb sind wir Foodblogger - weil wir eben zu jedem Gericht noch eine passende Geschichte loswerden wollen ;-)

    Oder ist es umgekehrt?

    AntwortenLöschen
  10. Ich jetzt hier nochmal ;) Ja so ist es mit dem Zufriedenhinundher :) Sag mal sind das Saubohnen? Ich suche schon ewig nach einem leckerem Rezept ... Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mirijam: ja,dicke Bohnen, Saubohnen und fêves meinen alle das Gleiche - ich mag die auch besonders gerne. Unter fêves habe ich meine Rezepte damit gelistet : http://salzkorn.blogspot.fr/search/label/F%C3%AAves
      ... sonnige Grüße zurück

      Löschen