Dienstag, 14. Mai 2013

Für Frauen- und Männerhände: Kartoffelklößchen mit Kohlrabi in Orangen-Estragonsauce

Neben Pellkartoffeln sind dem Habib daraus das Liebste Kartoffelklöße. Die hat er sogar manchmal mitgeformt - damals, ganz am Anfang. Eigentlich ist er nämlich nicht durch Tätigkeiten in der Küche zu Entzückung und Entspannung zu bringen. Aber wenn es um ein Lieblingsgericht geht...

Mit seinen Händen wurden das meist Wurfgeschosse in Tennisballgröße, echte Männerklöße - nur weich und wollig blieben sie so auch. Ich mit meinen zarten Frauenhänden mache kleinere Kugeln daraus (by the way: Kennt ihr noch den oberdämlichen Witz mit *Warum haben Frauen kleinere Hände*, tssss... - wat witzig).

Im Prinzip ist der Teig nahezu identisch zu den Schupfnudeln (oder diesen)- nur die Form ist anders. Und so entsteht auf wundersame Weise ein dennoch anderer Geschmack. Ein Phänomen, das mich auch bei Pasta fasziniert. Kräuter und Zwiebeln könnte man rein theoretisch weglassen, allerdings nicht in der süddeutschen Version. Wie die Bällchen von Sabine müssen es Kartoffeln aus der alten Ernte sein. 

Und wie sich in dieser Kombi gezeigt hat, braucht es dazu nicht immer eine kräftige, dunkle Fleischsauce zum Auftunken, sondern mit diesem feinen Kohlrabi-Gemüse fehlt rein gar nichts. Klar, das Rezept dazu stammt ja auch von Petra, inspiriert von Herrn Laffi - für mich in der Erinnerung aufgefrischt von Uschi. Und den frischen Kräutern im Garten, heute dem Estragon, wurde so im selben Zuge gehuldigt...
Zutaten*:

600g Kartoffeln (alte Ernte, am Vortag gekocht)
150g Mehl
2 Eier
Salz, Pfeffer
frischer Muskatnuss-Abrieb
1 Zwiebel, fein gewürfelt
2 EL Petersilie, fein geschnitten
1 TL Majoran, getrocknet
etwas Butter (gerne Nussbutter)

2 Kohlrabi
20g Butter
2 Knoblauchzehen, fein gehackt, 
2 Schalotten, fein gewürfelt
150ml Orangensaft
150ml Geflügelfond
100ml Sahne (m: etwas weniger)
1 EL Estragon, gehackt
Salz, Pfeffer
1/2 Orange, Abrieb davon
1 Prise Piment d'Espelette
Zubereitung:

Für die Kartoffelklöße die Kartoffeln am Vortag in der Schale garen und ausdampfen lassen.

Am nächsten Tag und durch die Kartoffelpresse drücken. Zwiebeln und Kräuter fein schneiden und am besten in etwas Nussbutter anschwitzen. Diese dann mit dem Mehl und den Eiern zu den Kartoffeln geben. Kräftig salzen und und mit Muskat abschmecken und den Teig gut durchkneten. Sollte er zu klebrig sein, noch etwas Mehl zufügen.

Kohlrabi schälen (dabei einige junge Blättchen zur Seite legen) und in gleich große Spalten schneiden. Die Butter in einer großen flachen Pfanne aufschäumen lassen und die Kohlrabispalten darin kurz glasieren. Knoblauch und Schalotten zugeben und ebenfalls kurz glasieren. Orangensaft und Geflügelfond angießen und den Kohlrabi nun solange garen, bis die Flüssigkeit vollkommen eingekocht ist.

Mit der Sahne auffüllen, die in feine Streifen geschnittenen Kohlrabiblätter zugeben und alles einmal aufkochen lassen, gehackten Estragon zugeben und den Kohlrabi mit Salz, Pfeffer, Orangenschale und Chili abschmecken.

Reichlich Salzwasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Kleine Kugeln formen (Durchmesser etwa 5 cm)und diese in das Wasser gleiten lassen. Wenn sie an die Oberfläche kommen, sind sie gar (dauert um die 10 min)

Nach Belieben den Kohlrabi mit etwas geschlagener Sahne vollenden (Petra: weggelassen/ m: auch) und zusammen mit den Kartoffelklößchen servieren.

Anmerkung m*: Menge der Kartoffelklößchen reicht für 4-5 Personen, das Kohlrabi-Gemüse (je nach Größe der Kohlraben) für 2.
Quelle Kohlrabi-Gemüse: Petra von Chili und Ciabatta

Kommentare:

  1. GUTEN MORGEN;
    wenn man keine klöße dazu essen möchte, weil zu vel arbeit: was kann man soNSt dazu essen ausser reis?
    gekochte katoffeln geht gar nicht, so denke ich.
    aber couscous? polenta?
    gruß
    anonym

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    1. M./ Mme Anonym: Nach Belieben und Ausrichtung: Polenta - prima, grober Couscous - auch prima, Reis - warum nicht....

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  2. Mit Klößen kriegt man mich auch immer :-). Übrigens mache ich sie auch immer recht klein. Und so ein bißchen leidend bin ich dann, wenn es "nur" Frühkartoffeln gibt.
    Die Sauce dazu ist eine wunderbare Idee!

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  3. Ich bin auch ein großer Knödelfan, leider kann mein Franzose mit dieser Form leider gar nichts anfangen...deshalb gibt es dann doch immer nur Schupfnudeln oder Gnocchi...

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  4. Klöße habe ich noch nie gemacht *räusper*...die sehen sehr verlockend aus (obwohl von Lafer inspiriert ;-)).

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    1. Ich hab das jetzt so verstanden, dass der Kohlrabi vom Laffi ist, nicht die Klösse.

      Ich hätte jetzt auch gerne Klösschen, die Kräuter gefallen mir besonders gut darin.

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  5. @Susanne: Mir geht es gerade recht lange, bis der Garten endlich wieder rote Tomaten im Angebot hat... :)

    @Melanie: Für Fränzis ist das schon juste - für Süddeutsche aber obligatoire. Aber ich mag ja all die Teilchen, die in Wasser gegart sind: Gnocchis, Nocken, Schupfnudeln...

    @Eva: Sind ja nur anders geformte Gnocchis ;) - und da hat unser wildes Huhn recht, das Kohlrabi-Rezept ist vom Laffi, Knödel alte Überrlieferung...

    @Wilde Henne: Liebes Huhn, du hast alles ganz richtig aufgefaßt - und mit den Kräutern darf gespielt werden. Wenn man nicht geographisch auf rituelle festgelegt ist ;)

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  6. Als der Geschmack verteilt wurde, habe ich offenbar sehr oft sehr laut "Hier" gerufen. Eigentlich seltsam, wie unterschiedlich die Dinge sind, die mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Feldsalat und Mangold und geröstete Kerne. Koreanische Mandu in Hühnerbrühe oder scharfes Kim Chi. Schokoküsse. Rinderfilet. Und ja... solche Klöße...

    Lieben Gruß am Abend,
    Mond

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  7. Da habt Ihr ein wirklich feines Gericht wieder ausgegraben :-) Bei Uschi war's mit wegen Urlaub ganz entgangen..

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  8. wozu die Klösse ? mir würde der Kohlrabi (in dreifacher Menge) genügen. Aber bis der französische Estragon ein paar Blättchen mehr angesetzt hat, wird es noch Wochen dauern.

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  9. Liebes Salzkorn,
    was soll ich sagen? Wir mögen eigentlich weder Estragon noch Kohlrabi - und hier sitzen wir und denken verzückt an das soeben verspeiste Kohlrabi-Gemüse. Ein grandioses Rezept - so grandios wie Deine Website, die ich zu meiner großen Freude vor einigen Wochen entdeckte: Sablés! Grünkernbratlinge! Himbeertarte!
    Merci und Chapeau aus Schleswig-Holstein,
    Sandkorn.

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    1. Solches Feedback ist der Grund, weshalb ich blogge! Merci!
      Wobei ich das Kompliment wegen des hübschen Kohlrabis-Rezeptes an Petra weiterschieben muß...

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  10. Liebes Salzkorn,
    heute habe ich endlich Deine Kartoffelklößchen ausprobiert (Vorlaufzeit: 3 Jahre, hüstel...). Ein absoluter Genuss! Seidenweich und doch fest, perfekt für Zucchini-Champignon-Gemüse mit viiiiel Soße. Wir haben Dich hochleben lassen, vielleicht hast Du es gehört (wir haben Süd-Ost-Wind).
    Dank und liebe Grüße,
    Sandkorn

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