SOCIAL MEDIA

Mittwoch, 20. November 2013

Hippie meets Nordisch by Nature

Mal ehrlich. Ich bin nicht gemacht, um im Taucheranzug oder im Ein-Frau-Zelt spazieren zu gehen. Die leichten, luftigen Kleidchen, der Wind auf der Haut, die Sonne im Haar DAS liegt mir. Außerdem kommt man sich als Brillenträger bei Regen RICHTIG sehbehindert und sehr bemitleidenswert vor. Und dann sofort diese kalten Fingerspitzen wenn man etwas vor der Tür anfaßt. Nee, das mag das Hippie-Mädchen in mir alles ganz und gar nicht.

Passend zum trübseligsten Wetter, dem ich seit langem ausgesetzt bin, habe ich ein Kartoffelgratin aufgetan, das hübscher *Nordisch by Nature* nicht sein könnte. Es ist ein Rezept von Sebastian Dickhaut, der mir schon mehrfach im Netz allerfreundlichst aufgefallen ist (wo genau soll mein Geheimnis bleiben. Soviel sei verraten, es hat etwas mit Freundschaft und nichts mit mir zu tun). 

Matjes zählt zu den Dingen, die ich immer gierig mit aus Deutschland nach Frankreich nehme. Heringsalat - super! Und in diesem Gratin - ebenfalls super! So richtig schön rustikal. Dazu ein knackiger Blattsalat (vielleicht mit Karotte, ihr wißt ja...) und das Wetter entlockt euch nur ein schnippisches *Pfff*. Auch die Ideen bei Valentina, von wo ich das Rezept mitgenommen habe, wie etwas Senf oder Petersilie unter das Gratin gemischt, kann ich mir sehr gut vorstellen.

Als musikalische gute Laune Untermalung gibts heute meine Entdeckung der Woche, die ich Melanie zu verdanken habe. Ich bin mir ja sowas von sicher, dass Maike Rosa Vogel dieses Lied nur für mich oder wegen mir oder über mich geschrieben hat. Je l'adore!
Zutaten:

2 Zwiebeln
4 EL Butter
800 g festkochende Kartoffeln
Salz
250 g Matjes- oder Bismarckheringe
250 g Sahne (m: 180ml Sahne, 70ml Milch)
Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
2 EL Semmelbrösel


Zubereitung:

Den Ofen auf 220 Grad Celsius vorheizen. Die Zwiebeln schälen, halbieren und längs in Streifen schneiden. Zwiebelstreifen in 2 EL Butter bei kleiner Hitze in 5 Min. glasig dünsten und abkühlen lassen.

Die Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden, mit 1/4 TL Salz mischen und beiseitestellen. Die Heringe abtropfen lassen und in 2 cm dicke Streifen schneiden.

Eine Auflaufform mit 1 EL Butter fetten. Zuerst eine Lage Kartoffeln in die Form schichten, darauf je eine Lage Zwiebeln und Heringe geben und mit Kartoffeln abdecken. Dies so lange wiederholen, bis alle Zutaten aufgebraucht sind, dabei mit Kartoffeln abschliessen.

Die Sahne mit Pfeffer und Muskat erhitzen, aber nicht kochen, und über die Heringskartoffeln giessen. Brösel und 1 EL Butter in Flöckchen auf dem Auflauf verteilen und ca. 45 Min. (lieber 5-10min länger) im heissen Ofen (Mitte, Umluft 200 Grad Celsius) garen, bis die Oberfläche leicht gebräunt ist und die Kartoffeln gar sind. Dazu passt Bier und grüner Blattsalat.


Quelle: Sebastian Dickhaut bei Valentinas Kochbuch

Kommentare :

  1. Ach, mir liegt der Hebst. Schmorgerichte, Stiefel, Rollkragen, da fühlt man sich doch allerorts wie in Watte gepackt. Nur das alte Rein Raus Spiel ist als Brillenträger wirklich lästig, wenn man die erste Zeit wie im Nebel verbringen muss, weil die Gläser beschlagen. So ein Heringsgratin ist allerdings auch mir als Nordlicht völlig neu.

    AntwortenLöschen
  2. Das klingt ganz entfernt wie Jansons Frestelse, ein schwedischer Auflauf aus Kartoffelstiften, Zwiebeln und Anchovis. Sehr lecker... Aber die Variante mit Matjes werde ich auch mal probieren.

    AntwortenLöschen
  3. Ich war und bin zwar wohl das Gegenteil eines Hippie-Mädchens, aber ansonsten teile ich deinen heutigen ersten Absatz 1:1 (wobei ich noch gar nicht wusste, dass du auch Brillenträgerin bist) - meine Jahreszeit ist auch eine andere!!
    Dein Soulfood hilft sicherlich gegen Novemberblues, aber dein wunderschönes Blätterfoto auch!


    (Ich hoffe, dass du meine neue Blogadresse bemerkt hast, denn ich möchte dich ungern als Leserin verlieren ;-) )

    AntwortenLöschen
  4. Ach, Sonne auf der Haut, Wind im Haar. Bei uns bricht gerade ein Novembermorgen der allerfeinsten Art an. Grau, kalt, nass. Ich plantsche dann mal zur Arbeit und schicke liebe Grüße ans Hippiemädchen in Dir!

    Mond

    AntwortenLöschen
  5. Janssons Frestelse!!! Mums!!!
    Köstlich, einer meiner absoluten Leibgerichte, ein wahrer Seelentröster der ganzen Familie! Bei uns kommt, je nach dem was vorrätig ist, Kronsild oder Appetitsild hinein.
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Micha, das klingt ganz hervorragend und ganz nach unserem Geschmack. Das schmuddelwetter hält an, wird also sicher nachgekocht!

    AntwortenLöschen
  7. matjes habe ich hier in deutschlnad lieben gelernt.
    danke für das leckere rezept!
    wunderschöne seelenwärmende fotos für feuchte-kalte novembertage! lg, éva

    AntwortenLöschen
  8. Ah....Jansons Versuchung mit Matjes.....ich muss auch mal wieder....

    AntwortenLöschen
  9. wie schön, die Regentropfenkette!
    liebe Grüsse und sogar ein paar Pariser Sonnenstrahlen sende ich Dir!

    AntwortenLöschen
  10. Gibt es eigentlich irgendeinen Bewohner der Nordhalbkugel, der den November liebt? ;-)
    Ich hab's auch nicht so mit dem Angeplünne...
    Und das Gratin ist gekauft. :-)

    AntwortenLöschen
  11. Ich freue mich, über das Hippiemädchen! Ach, scööön, oder?
    Ich gehe jetzt trotzdem in den Regen....nach ner Weile merkt man ihn nicht mehr....
    Hering....ach Fisch überhaupt, kann mich selten locken, mir zu nass...
    Liebste Grüsse!

    AntwortenLöschen
  12. ich liebe ja kartoffelgratin. muss also unbedingt wieder einmal gemacht werden. und für maike rosa vogel bin ich melanie auch so dankbar. perfekt.

    AntwortenLöschen
  13. Ich weiß genau wovon Du sprichst, diese ständig von Regentropfen dreckige Brille ist echt ätzend! Trotzdem gefällt mir der Herbst an schönen Tagen sehr, nicht so schön finde ich ihn, wenn er so ist wie heute: nass, kalt, bäh. Da passt Dein Auflauf bestimmt wunderbar, endlich jemand, der den Bismarckhering schätzt!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Matjes sind nicht so ganz mein Fall, aber es gibt doch "Jansons Versuch", und das wird, soweit ich weiss, mit Anchovis gemacht. Das wollte ich schon immer mal probieren.
      Ansonsten gibt es dieses Wetter nicht nur bei Dir, sondern auch im Elsass und seit heute auch hier im Tessin (aber irgendwie sieht es hier sogar bei Schmuddelwetter wunderschön aus)

      Löschen
  14. @SchnickSchnackSchnuck: Oh, das nehme ich mit in die kalte Jahreszeit *wie in Watte gepackt*. Das gefällt mir. Ein gutes Gefühl - besser als meine Assoziationen :)

    @Anonym: Das klingt tatsächlich sehr ähnlich.. also auch lecker!

    @Eva: Adresse geändert - sehr hübsch geworden!

    @Mond: Es hält an, das Tief. Ich überlege, mir einen gelben Regenschirm zuzulgen :)

    @Andrea: Ist das nicht prima, dass Essen soetwas wie Seelentrösten kann? Aber ich sehe schon, ich muß mich auf Rezeptsuche zu *Janssons Frestelse* machen!

    @Kathi: Du sagst es: das Schmuddelwetter hält an. Auch Matjes-Fan ;)?

    @Éva: Für mich sind *Matjes* ganzganz nordisch. Für Fränzis glaube ich nicht vorzustellen. Aber zu grautrüben Tagen besonders kompatibel.

    @Susanne: Ich bin überrascht, dass es so viele Matjes-Liebhaber gibt. Ich dachte, ich wäre die einzig Perverse :)

    @Svea: Oh, Paris in der Sonne - das muß an dir liegen!

    @Eva: Nun, vermutlich sind manche wetterfester als ich - das hoffe ich zumindest. Oder es muß doch an meiner Kleidung liegen :)

    @Melanie: Eine wunderbare Entdeckung, Melanie! Merci! Die Maike Rosa Vogel würde ich zu gerne mal live sehen. Das kommt einfach mal auf meinen Wunschzettel unerledigter Dinge.

    @Mme Ulma: Paßt nicht wirklich zusammen Matjes und Maike - und irgendwie doch...

    @Julia: Bie uns ist der Herbst gerade aus heiterem Himmel in Winter umgeschlagen. BEVOR ich die Kürbisse ernten konnte. Das verzeihe ich dem Mistkerl nie!

    @Sabine: Jetzt komm, das Tessin kann sich doch gebaren wie es will: du wirst es dennoch lieben :)

    AntwortenLöschen
  15. hmmh ja nordisch hab ichs auch gern;) kartoffelgratin mit matjes, das kannte ich allerdings noch nicht! und ich ... ich mag (in maßen) den regen und das kuschelige herbstwetter so gern;)trotzdem, ich wünsch dir ein paar ordentlich sonnenstrahlen!
    sarah
    ps: dein bauernbrot sieht so gut aus!

    AntwortenLöschen