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Dienstag, 26. August 2014

Tomatentarte 2'14: Tarte renversée

Was bietet sich beim Zusammensitzen mit unseren Feriengästen meist besser an, als eine Tarte zu zubereiten. Nun wo sie einige Tage in Frankreich verbringen, wollen sie keine Pizza essen, sondern Frankreich auch auf den Lippen spüren. Und ein Stück Tarte bedeutet gleichzeitig ein Stück Frankreich. Das ist der Grund, wieso sich in meiner Warteliste nun die Tartes nur so stapeln (hiermit seid ihr auf Zukünftiges vorbereitet...).

Heutige Tarte: eine Tarte Tatin oder eine Tarte renversée. Das Ferrari-Prinzip bleibt sich gleich, es wird lediglich auf den Kopf gedreht. Was zur Folge hat, dass der Tarteboden - wie bei allen Artverwandten - auf diese Weise besonders knusprig gerät. Ebenso wie bei Schwester Apfel gilt es darauf zu achten, dass das Ganze nicht zu flüssig gerät und später beim Stürzen davon schwimmt. Genau daher werden die Tomaten vorher confiert - was auch dem Geschmack zuträglich ist.

Thymianhonig zählt neben Lavendelhonig zu den typischen Produkten der Drôme und die formuieren für mich zusammen mit Tannenhonig die köstlichsten ihrer Art. Will heißen: der Thymianhonig kann diese Tarte nur noch besser machen.

Ich habe zum Confieren mein Dörrgerät verwendet, praktischerweise, ohne könnt ihr die Tomaten ebenso im Ofen bei 120° für 2 Stunden *antrocknen*.
Zutaten:

Tarteteig:
200g Mehl
120g Demi-Sel-Butter
50g Ziegenfrischkäse
30g Parmesan
Salz, Pfeffer
etwas kaltes Wasser

750g Romatomaten (Eiertomaten)
2 EL Thymianhonig
1 EL Butter
1/2 Bund Thymian
Salz, Pfeffer

(50g Chantal)*
Zubereitung:

Die Zutaten für den Tarteteig zu einem homogenen verkneten, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Die Tomaten halbieren, entkernen und im Dörrautomat bei 70° 2 1/2 Stunden trocknen lassen - oder bei 110° im Backofen bei leicht geöffneter Tür für 2 Stunden.

Eine Moule à manque buttern und mit der Hälfte des Thymian bestreuen.

Das Ofengitter auf der zweiten Schien von oben einschieben und den Ofen auf 190° vorheizen.

In einer Pfanne die Butter zusammen mit dem Thymian schmelzen lassen, die andere Hälfte der Thymianblättchen einstreuen und die Tomaten mit der Schnittfläche nach unten darin 2-3min dünsten. Dann wenden, von der Flamme ziehen, salzen und pfeffern und abkühlen lassen.

Die Tomaten mit der Schnittfläche nach unten dicht an dicht auf den Boden der Moule à manque-Form setzen, dabei ringsherum einen Rand von 1-2cm lassen. Mit dem geriebenen Käse bestreuen (optional)

Den Tarteteig ausrollen und zwar ingesamt 2cm breiter als der Tarteformdurchmesser. Den Teig auf die Tomaten legen, dabei den Rand nach unten krempeln und die Teighaube mehrfach mit der Gabel einstechen.

Für etwa 30min im Ofen backen, bis die Tarte eine goldene Farbe angenommen hat. Aus dem Ofen holen, stürzen und die Tomaten, die am Boden haften geblieben sein sollten, zurück an ihren Platz setzen.

*Anmerkung m: läßt man den Chantal (geriebenen Käse) weg, dann läuft man weniger Gefahr, dass einzelne Tomaten beim Stürzen in der Form hängenbleiben werden.

Kommentare :

  1. einfach nur köstlich. es duftet bis hierher!

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  2. Ferien bei Euch sollte man in Vollpension buchen können.

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  3. man sollte UNBEDINGT Ferien bei euch buchen (und Robert sieht es genau richtig: in Vollpension!)

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  4. Habt ihr eine Wohnung für acht Personen? ;) Uns würde auch Halbpension reichen... :D

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  5. Herrlich; ich kann es bis hierher riechen. Bessere "Werbung" kannst Du gar nicht machen; ich fange mal mit der Ferienplanung für nächstes Jahr an :-)

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  6. Wow, einfach nur oberlecker sieht das aus!
    Alles Liebe,
    Corinne

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  7. Ich habe Tomaten einmal im Dörrgerät getrocknet und so 1,5 Kilo feinste Tomaten auf 55 Gramm reduziert... um es positiv zu sagen: Ich hatte so wohl die Seele der Tomate freigelegt ;) Antrocknen gefällt mir da doch gleich viel besser, vermutlich könnte man sie so auch in Öl konservieren, nein? Egal wie: Diese Tarte sieht köstlichst aus!

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  8. Einfach wunderbar!
    Aber was bitte ist Demi-Butter?

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  9. Wird nachgemacht, wie auch die geschmurgelten Pouletschenkel, weiss auch schon für wen, letztere, die Tarte für uns allein.
    Gruss, Houdini

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  10. Tomaten trocknen ist im Büdchen schon fast Pflichtprogramm, antrocknen und dann in Kräuteröl legen, dann habe ich im tiefsten Winter noch etwas vom Sommer, die könnte ich doch dann auch sicher für Deine köstliche Tarte verwenden?!
    LG
    Klärchen

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  11. Genau dieses Blätterteigknuspern ist es, was ich an der Tarte Tatin so liebe. Erst neulich haben wir eine Zucchini Tarte Tatin gemacht (Sylvias Rezept von Rock the kitchen) und mir schwirren jetzt schon ein paar Kürbisversion im Kopf herum, mal sehen, was das demnächst noch wird... Tomaten ist auf alle Fälle auch ganz oben auf der Liste, vielleicht schaff ich es vor dem Kürbis ja noch!

    Liebe Grüße,
    Dani

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  12. Bei mir trocknen gerade Paradeiser vor sich hin. Gerade rechtzeitig sehe ich dein Rezept! Also wird ein Teil jetzt sofort aus dem Dörrgerät genommen und morgen gibt es deine Tarte damit.

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  13. @Mano: Stimmt... einfach und köstlich :)

    @Robert: Oh nein, ich geniese den Luxus für zwei zu kochen - und nur manchmal für einen ganzen Tisch!

    @Eva: So nette Gäste wie dich und Robert kann man sich auch nur wünschen!

    @Bengelchen: *Riesen Stück draufsetze* :)

    @Yuska: Vor deinem Elan kann ich in jeder Hinsicht nur den Hut ziehen - ich bin bereits ausgelastet, wenn ich ein Viertel der Menge koche wie du!

    @Susanne: Tja, irgendwie passt die Tarte auch zu unseren Ferienwohungen (und damit zu unseren Gästen) - eben rustikal romantisch ;)

    @Corinne: Wer ländliche Küche mag, der mag wohl auch fast immer gerne Tartes... Und Tomate MUSS man ja lieben, oder ;)

    @Julia: In Öl eingelegt kommt in ein paar Tagen. Ohne Tomaten leben ist schlicht unvorstellbar - und wir kaufen ja lediglich einen Teil unserer Tomatenpflanzen. Und dann geht damit die Jahresversorung los...

    @Eva: Das wüßte ich auch gerne ;) - ich ediere dann mal in Demi-Sel-Butter...

    @Houdini: Du kannst die Tomaten vermutlich sogar einfach in die Sonne legen. Zumindest eine schöne Vorstellung :)

    @Klärchen: Auf meine in Öl eingelegten Tomaten komme ich diese Woche noch. Nun, diese hier sind lediglich *angetrocknet*. Dieses Jahr habe ich mich auch an einer Aprikosen-Tarte-Tatin versucht und dafür waren die Aprikosen zu senig saftig und das Caramel wurde zu zäh (also wahrlich kein Erfolg).

    Und meinen in Öl eingelegten Tomaten wären für dieses Modell von Tarte zu trocken. Aber vielleicht wenn man mit einem anderen Ergebnis ebenfalls zufrieden wäre.... hmmm, aber ich glaube, so halb-confiert gefällt mir die Tarte Tatin besser...

    @Dani: Bei Tarte Tatin klingeln bei mir auch alle sensorisch-kulinarischen Stichwörter-Glocken. Mit Zucchini.... klingt super! Mit Kürbis... mindestens genauso. Damit hast du mir eindeutig Flausen in den Kopf gesetzt ! Schön! Merci :)

    @Susi: Bei mir die ganzen letzten Tage auch. Und ich bin mir gewiß, du wirst deine Handlung nicht bereuen. Mit halb-getrockneten Tomaten gelingt die Tarte ganz wunderbar!

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  14. Hab eben mal versuchsweise 500 g anconfierte Tomatenfilets (aus 2.5 kg Tomaten) schichtweise zwischen Papier tiefgefroren. Falls das klappen sollte, brauch ich sie nur noch antauen und hoffe damit, im tiefen Winter Tomatentartes belegen zu können.

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    1. Wir haben demnächst alle einen langen tomatenlosen Winter zu überbrücken - in meinen Ohren hört sich das so gut wie vernünftig an!

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  15. Ich dachte an Halbfett-Butter, aber irgendwie wollte das so gar nicht zu dir passen. ;-)

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    1. Uahrg, Halbfettbutter. Wie gruselig. Halbfetter Rahm - warum nicht. Aber Butter verwässert dabei auf schauderliche Art...

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  16. Deine Tarte sieht köstlich aus, ich liebe Tomaten. Es ist fast so wie bei einem Raucher der keine Zigaretten mehr hat, wenn ich nur noch 1 Tomate habe werde ich echt unruhig. Im Moment kann ich ja schnell auf die Terrasse...einfach wunderbar.
    Dein Rezept werde ich auf jeden Fall ausprobieren.
    Lg
    Dagmar

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