Samstag, 24. Januar 2015

Dauerbruzzelei - Suppe aus gerösteten Karotten

Nur Sonnenschein und Hitze, also dauernd, am Stück, einzig und allein nur... Rolladen auf und blauer Himmel... das kann einem auf den Keks gehen, man mags nicht meinen. Ja, überbewertet. Völlig. Selbst nach einem Monat auf Sansibar hafteten die luftigen Blüschen am Körper wie an unsichtbarem doppelseitiges Klebeband mit einem Muster, das der Schweiß vorgibt. Keine Spur von Akklimatisierung. Nachts lagen wir manchmal innigst festgeklebt am Bettlaken, während wieder einmal dank Stromausfall der völlig unverzichtbare kleine Fan an den Fußspitzen still stand und sinnierten über weltkuscheligstes Wetter: wenn man die Daunendecke (in Komfortgröße versteht sich) bis unters Kinn zieht, diese zusätzlich rechts und links am Körper entlang unter sich klemmt, mit den Zehenspitzen die Außentemperatur kontrolliert und sofort zurück an die Wärmflasche zieht. DAS hat Lebensqualität. Vorallem beim Schlafen.

Vor Kurzem sahen wir eine Doku über ein Dorf in Hintertupfingen (ich habe den Namen vergessen), welches im Winter massig zahlungskräftige Touristen aus der Golfregion anzieht, die gewillt sind, 2 Wochen in Kälte, Regen oder Schnee(matsch) im Nirgendwo zu verbringen. Der klimatischen Abwechslung wegen. Und weil sich eine völlig neue Shoppingsparte eröffnet: die der Winterklamotte. Die können sie anschließend zwar wegwerfen, aber sicher ist, sie werden so richtig *erfrischt* nach Hause zurück kehren.

Und bestimmt lernen sie trotz Kürze der Zeit ein wohltuendes, warmes Süppchen zu schätzen. Eines wie dieses, das ich mir von Robert mitgenommen habe. Geröstete Karotten müssen ja was Feines sein. Robert verwendet ein ungewöhnliches, äthiopisches Gewürz - ich nahm die Abkürzung zu bereits bestehenden Mischungen meines Gewürzregals. Und ich schließe mich der allgemeinen Meinung an: sehr fein.

Gell, aber so ein bißchen schade ists doch, dass man sich den Sommer nicht portionsweise in kleine Tüten stopfen kann, um ihn an manchen Tagen im Winter wenigstens für eine 2 Stunden-Dosis auszuschütten...

Die Himmelsbilder gehen wie  samstags gerne zu Katja...
Zutaten 2-3 P:

500 g Karotten
2 Zwiebeln
1 Elf. Olivenöl
800 ml Gemüsebrühe
100 ml Sahne (m: 50ml Kokosmilch)
Salz, Pfeffer
Schnittlauch
1/4 TL Kreuzkümmel, gemahlen
1/4 TL Koriander, gemahlen
1 Msp Ras el Hanout

2 Scheiben Toastbrot (m: pain d'épice*)
Olivenöl/Butter
1 Msp. Zimtpulver (m: weggelassen)
der letzte Schliff:
2 EL Marsala
Zubereitung:

Karotten und Zwiebeln schälen, in grobe Stücke schneiden, mit dem Olivenöl von Hand mischen, dann auf einem mit Backpapier belegten Backblech verteilen.

Mit Salz, Pfeffer und den anderen Gewürzen bestreuen. Im vorgeheizten Backofen bei 180° ca. 30-35 Minuten backen, bis die Karotten weich sind.

Karotten und Zwiebeln in einen Standmixer füllen, mit Brühe aufgießen und pürieren - oder sehr fein mit dem Zauberstab (m).

In einen Topf umfüllen, Kokosmilch und restliche Brühe zugießen bis zur gewünschten Konsistenz.

Nochmals abschmecken, mit Marsala würzen und kurz aufkochen lassen.

Toastbrot in feine Würfel schneiden, wenig Olivenöl und Butter in einer unbeschichteten Pfanne erhitzen, Zimt zugeben, mischen, Toastbrotwürfel zugeben und langsam unter häufigem Wenden anbraten. Suppe mit Pimpinelle und Toastbrotwürfeln (m: pain d'épice) servieren. 

*Anmerkung m: Pain d'épice wird in F gerne als Suppeneinlage verwendet. Prinzipiell eine gute Idee (für Suppen wie diese etwa), zu dieser Karottensuppe paßten sie allerdings mäßig, da die Suppe bereits einen lieblichen Grundton hat.
 Quelle: Robert von Lamiacucina

Kommentare:

  1. tolle Fotos! Danke für den Beitrag mit dem Sauerteig. Ich war ganz mutig und habe gestern meinen ersten Sauerteig angefangen zu züchten.
    Liebe Grüße
    Patricia

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  2. Mir ist es imm Sommer immer zu warm und im Winter immer zu kalt. Die Idee mit den Säckchen finde ich gut. Und Karottensuppe geht immer:)

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  3. danke für das rezept!!! der teller ist schön!!! angie

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  4. Schnee ? richtiger Schnee ? schon so lange nicht mehr gesehen. Den schönsten Moment des Tages hast Du beschrieben: sich bei halboffenen Fenstern in die Daunen einmummeln und danach noch etwas lesen. Wir sind ja froh, dass die aktuellen Temperaturen heisse Suppen wieder zulassen. Aktuell ist es zwar Mehlsuppe (Einbrennsuppe). Liebe Grüsse.

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  5. So eine Suppe ist fein nach einem Winterspaziergang, passend zum Schnee, der im Laufe des Nachmittags bei uns abgeladen werden soll.
    Und deine Himmelsfotos sind einfach nur grandios!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  6. So schöne Bilder! Habt ihr Schnee gerade?
    Und die Suppe muss ich wohl auch testen, der Mann hier liebt Karottensuppe über alles und wir wissen ja, dass geröstet vieles unglaublich gut schmeckt :-)

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  7. @Patricia: DAS lese ich gerne. Ich wünsche dir, dass dir dein Zögling viel Freude bereitet ;)

    @Mihl: Wir sind rundherum einer Meinung. Wobei mir in Europa nicht oft ZU warm ist... ich bin nämlich mehr für die Wärme gemacht.

    @Angie: Flohmarkt machts möglich...

    @Robert: Das Weiß war nur von kurzem Zauber - nun hat der Matsch das Regiment übernommen. Das stört die Suppe am allerwenigsten. Merci, lieber Robert, für ein Mal mehr tolle Inspiration!

    @Andrea: Suppe, die Wärmflasche für das Bäuchlein. Wobei ich mittlerweile auch im Sommer gerne Suppe esse.

    @Britta: Wir hatten kurz Schnee. Selten genug. Aber umso moggeliger ists dann drinnen. Oder unter der Daunendecke. Naja, und welcher Hase kann Karotten schon widerstehen, gelle ;)

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  8. ein wunderschönes Foto und ein fantastisches Wolken-Himmelsbild
    LG SIglinde

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  9. Hmmm, klingt das köstlich. Karotten liebe ich ja sowieso und die Variante mit Kokosmilch hört sich sogar noch besser an als das Original. Das Rezept behalte ich auf jeden Fall im Hinterkopf.
    Ganz liebe Grüße
    Luisa

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  10. wunderbar sieht das aus, Teller- und Talblick!
    hier kein Flöckchen weit und breit…
    liebe Grüße!

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  11. gut, dafür eignen sich bestimmt auch die purple haze prima, die ich gestern auf dem markt erstanden habe.
    deine himmelsbilder sind fantastisch! wir haben auch grad mal ein bisschen schnee...
    liebe grüße!

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  12. Danke für die herrliche Suppe, sie hat uns gestern den Abend gerettet!
    Katharina

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  13. Was für eine traumhafte Himmelwinterlandschaft! Wie immer bin ich ganz neidig auf euren Fensterblick udn denke mir, dass man einfach glücklich sein MUSS, wenn man so einen Blick hat, bei dem einem das Herz aufgeht jeden Morgen.
    Der Magen öffnet sich bei mir dagegen gastfreundlich, wenn ich deine Suppe sehe, die mri gerade Recht kommt für meine überfälligen Karotten. Der Nachwuchs wird stöhnen dun ich mir die Haände reiben, wenn das Süppchen heute Abend auf dem Tisch steht... sicher auch unäthiopisch weil wegen ist nicht, dafür mit Ras el Hanout.

    Herzlich, Katja

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