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Dienstag, 3. Februar 2015

Ausprobiert: Indonesisches Tempeh mit Gemüse

Für das Buch *Vegan Love Story* habe ich mich weit über meine bisherigen Sojagrenzen hinaus gewagt - ihr werdet es noch sehen. Lange assoziierte ich in erster Linie eines mit Soja: eine der allerersten Pflanzen, an denen genmanipulativ rumgedoktert wurde/ wird. Aber mit den neueren Entwicklungen seitens der Ernährungsindustrie beschleicht mit mehr und mehr das Gefühl, zunehmend die Wahl zwischen Pest und Cholera zu haben - unter strengen Gesichtspunkten. Nur anständig, natürlich und mit Respekt vor dem Leben sich zu ernähren wird ein Drahtseilakt. 

Selbst wenn man es zur Wissenschaft erhebt. Wer außer den Eingeweihten kann das Kleingedruckte schon deuten. Und warum muß ich mich schlau machen, dass beispielsweise Carrageen zu den Inhaltsstoffen zählen, die zwar einige Milchprodukte wie Sahne länger haltbar machen, aber der Stoffwechsel des Körpers damit nichts anzufangen weiß. Was das auf lange Sicht für Auswirkungen hat, ist nicht erforschtWie man auch versucht, den *Pfützen* der Ernährungsindustrie auszuweichen, so kommt man dabei trotzdem irgendwie vom Regen in die Traufe. Will heißen: hey, warum die Bastionen gegen Soja nicht fallen lassen… Noch sind ja nicht ALLE Sojapflanzen verändert. 

Beim Durchblättern von *Vegan Love Story* bin ich an diesem indonesischen Gericht direkt hängen geblieben, weil der Habib mit gleicher Inbrunst für die indonesische Küche schwärmt wie ich für die thailändische. Außerdem wird der Sauce Erdnussbutter zugefügt – das sollte also schmecken.

Neben dem Tempeh, fermentierten Sojabohnen, stellte die Teriyaki-Sauce eine neue Begegnung für mich dar. Problemlos konnte ich diese im hiesigen Bioladen auftreiben. Man könnte ja schnippisch von einem weiteren asiatischen Maggi reden, faktisch handelt es sich um eine japanische Sauce aus Soja, Sake und Zucker. Wir haben das Mittagessen gerne verspeißt, wenn wir es aber nie wieder vorgesetzt bekämen, würden wir nicht in tiefe Tristesse verfallen.

Zutaten 4P:

300g Tempeh 
1 Stängel Zitronengras
30g frischer Ingwer
3 EL Teriyaki-Sauce 
1 mittelgroßer Brokkoli
Salz
2 Frühlingszwiebeln (m: weggelassen)
1 rote Paprika
(m: 2 Karotten)
2 Pak Choi (m: Mangold)
200g Sojasprossen (m: weggelassen)
80ml Pflanzenöl (m: weniger)

Für die Sauce
3 EL Teriyaki-Sauce
3 EL Sojasauce
100g Erdnussbutter
1-2 EL Sambal Oelek (m: Harissa)

Zubereitung:

Den Tempeh am Vortag marinieren. Dafür den Tempeh in 3-5mm dicke Scheiben schneiden und in eine flache Schale legen. Für die Marinade das untere Ende des Zitronengrases platt klopfen und in feine Scheiben schneiden. Den Ingwer schälen und ebenfalls in dünne Scheiben schneiden – beides über den Tempeh streuen. Die Teriyaki-Sauce darüber gießen, die Schale abdecken und über Nacht im Kühlschrank marinieren lassen. 

Den Brokkoli in kleine Röschen teilen, die Möhren schälen und in dünne Scheiben schneiden. Zuerst den Brokkoli in kochendem Salzwasser 3-5min blanchieren, dann herausheben und zur Seite stellen. Im gleichen Wasser die Karotten 3-5min vorgaren und anschließend zum Brokkoli geben. Den Paprika mit dem Sparschäler schälen und in Streifen schneiden. Den Mangold (Original Pak Choi) waschen und in 3cm große Stücke schneiden. 

Nun zuerst den Tempeh samt Ingwer und Zitronengras in 2 EL Öl bei guter Hitze knusprig braten und warm stellen. Das restliche Öl in die gleiche Pfanne geben und sämtliches Gemüse darin braten – es darf dabei ruhig noch etwas Biss behalten. Alle Zutaten für die Sauce mit 100ml Wasser in die Gemüsepfanne geben und weitere 2-3min garen. Das Gemüse zusammen mit dem Tempeh servieren. Bei uns gabs Reis dazu, 
 Quelle: Vegan Love Story

Kommentare :

  1. Hey, Tempeh hat auf jeden Fall Potential wie wir finden. Haben auch schon viel damit rum experimentiert. Zum Soja wenn man Sojaprodukte im Biohandel kauft sollten Sie hoffentlich genfrei und auch biologisch angebaut sein. So gibt es ja auch die Möglichkeit regionalen Soja aus Süddeutschland zu kaufen :) Es ist halt eine sehr eiweißreiche Pflanze, die jedoch auch wie die meisten Leguminosenarten antinutritive Inhaltsstoffe enthält. Daher die vielen Versuche züchterisch diese Pflanze und ihre wertvollen Samen für den Menschen und das Tier besser verträglich zu gestalten. Konvetinell ist es wie du sagst genetisch verändert gegen zB Schädlinge... Das ist leider Gang und Gebe... somit wieder ein Argument mehr, biologische Produkte zu kaufen :) Finde es super das du alles ausprobierst :) Ganz liebe Grüße

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  2. Wenn man auf alle Warnungen zu Lebensmittelinhaltsstoffen hört, dann möchte man ab liebsten komplett aufhören zu essen. Was bleibt ist, möglichst nur unverarbeitet Lebensmittel bio zu kaufen, sie selbst zuzubereiten und ansonsten darauf zu hören, womit der Körper was anfangen kann und auch darauf, was er nicht haben will. Mein Körper wehrt sich gegen Soja, Weichweizen, Süßstoffe und Glutamat - auch wenn noch tausend Studien finanziert werden, die komplette Unbedenklichkeit bescheinigen - und schleust sie im Hauruck-Verfahren wieder raus. Also lieber nein danke.
    Dafür habe ich heute endlich Saubohnen ergattert - zwar nicht regional sondern aus der Türkei, aber ich freu mich trotzdem, sogar auf das Pulen. :-)

    Herzlich, Katja

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  3. Übrigens: ich liebe Teriyakisauce! Bei dem Rezept, das ich nutze, könnte ich aber quasi fragen: Torte oder Sauce? Denn da kommen für zwei Personen auf ein paar wenige Esslöffel Sojasauce und Mirin satte 100 g Zucker. Ich kaufe sie also durchaus öfter fertig, da ist die Zuckermenge so schön getarnt. ;-)

    Tempeh hab ich noch nie gegessen und meine Tofu"versuche" sind bisher kläglich gescheitert, hat alles nicht so gut geschmeckt aber vielleicht fehlt mir einfach nur noch das richtige Rezept. Kamau oben hat´s schon angesprochen, um ein kleines schönes südbadisches Städtchen herum gibt´s ein ganzes Soja-Anbaugebiet, und dieses Städtchen heißt ... naaaa? ;-) Wenn, dann gibt´s bei mir also Heimat-Soja. :-)

    Ja, man weiß sonst wirklich so langsam nicht mehr, was man noch 100% mit gutem Gewissen kaufen kann.

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  4. Oh, das sieht toll aus! Würde mich sehr interessieren, wie das schmeckt!
    LG
    Ela

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  5. Was genau hat dir denn am Tempeh nicht geschmeckt?
    Und Teriyakisauce mache ich lieber selber, da ich dann die Zuckermenge selbst bestimmen kann. ;-)

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  6. @Juli: Bises für deine volle Ladung kluges Wissen - SO gerne mehr davon! Und ja, wenn dann nur Bio, wobei die nicht unbedingt mein blindes Verstrauen besitzen... Und bei dem nächsten Aufenthalt in Süd-D wird nach Produkten dieser Art Ausschau gehalten. Und an dich gedacht ;)

    @Katja: Das ist definitiv das A und O: gucken und darauf hören, was der Körper dazu meint. Ich gehöre ja zu den *Radikalen* die ihre eigenen Erfahrungen über *Studien* stellen. Es wäre doch schlimm, wenn ich meiner eigenen Wahrnehmung nicht trauen könnte, oder? Nun, und zu guter Letzt läufts halt doch mit Brecht: *Erst kommt das Fressen, dann die Moral.* Mit vollem Bauch philosophiert es sich leicht darüber...

    @Christina: Heimat-Tofu :) - ob wir uns damit mal zusammen tun? Kochtechnisch, virtuell, als Tofu-Rezept-Test-Team? Jeder zwei Versuche... so mal Konzept gesprochen... Spätestens beim nächsten Latte (ich hoffe immernoch ;), wird das thematisiert!!! liebe Grüße

    @Ela: Dann gibts nur eines: ran an den Herd! :)

    @Eva: Wir haben dem Tempeh gerne gegessen, dabei aber keine Gefühle der kribbelnden Sorte gehabt...

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  7. hm, meine sojaassoziationen sind die gleichen. bio aus dem ebenso benamsten laden gibt es die bohne in der ein oder anderen form aber immer wieder bei uns. mit tempeh habe ich noch keine erfahrung – höchste änderungszeit.

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