Freitag, 15. Juli 2016

Aufheiterung: Erbsenravioli mit Zitronen-Kapernsauce

Jeder hat seine eigenen Mittel, um sich seine Welt aufzuheitern, wenn Wolken eintrüben.

Stimmungskanone Nummero 1 ist für mich die Natur: sich in eine Wiese setzen, Weite um sich, Marienkäfer zugucken, den Geruch von Heu in der Nase, frische Luft zum Schnaufen - das hilft immer.

Im Winter in der Stadt habe ich mir früher oft meine beste Freundin geschnappt, bin mit ihr zum Frauenbadetag in die Sauna und wir haben auf Harem gemacht. Was wurde da immer geschnattert - der Herr Bademeister hatte keine Chance, Ruhe in die Aufgüße zu bekommen. Sehr entspannend das Ganze.

Oder der Garten. Die Zen-Station überhaupt. Eine Weile mit den Händen im Dreck wühlen und schon sind alle Sorgen dieser Welt auch nur Teil des Unkrauts.

Mit dem Habib über die Tiefen des Menschseins nachzudenken, über Abgründe, Krankheit, Werte, über das was gesund und heilig ist - ohja, das relativiert mir vieles.... auf wohltuende Art.

Manchmal betreibe ich gepflegten Eskapismus. Und niemand könnte mir dabei schneller weiterhelfen als Guido Maria Kretschmer und eine Runde Shopping Queen. Bagatelle vermengt mit Heiterkeit. Und Guido bringt mich immer zum Lachen! Mit dieser aktuellen Woche bin ich eh' überzeugt, dass Rostock zu den guten Städten zählt.

Die Musik lautstellen und eine Runde im Wohnzimmer um sich selbst drehen... 

Könnte ich mit dem Finger schnippen, dann würde ich mir einfach so eine Sommerwoche mit Alba wünschen (ein Link, der über Slomo zu mir gefunden hat). Was ein Sonnenschein! Wenn eine Tochter, dann eine wie Alba! Und mit der fröhlichen, dreijährigen Alba hier in den Flüssen planschen - herje, das wäre ein Spaß! Ach, alleine das Filmchen macht wunderbare Alba-Stimmung!

Kulinarisch gibts in puncto Erheiterungen Möglichkeiten wie Sand am Meer. Etwas Süßes macht keine Situation der Welt schlechter. Etwas mit Schokolade etwa. Oder mein Winterseelenschmeichler ein Grießbrei. Oder eine Suppe. Oder - absolute Allzweckwaffe - frische Pasta, bzw. die Steigerung davon *gefüllte, frische Pasta*. Da geht die Sonne auf am Eßtisch - wie auch nicht?
Zutaten 2P:

Nudelteig:
90g Mehl
70g Hartweizenmehl
1 Ei
2 Eigelb
1 El Öl
Salz

Erbsenfüllung:
120g Erbsen, tiefgefroren
2 Schalotten
30g Butter
Salz, Muskatnuss
Zucker

Sauce:
1 Schalotte
50ml Weißwein
50m Gemüsebrühe
100ml Sahne
100g Zuckerschoten
1/2 Zitrone, Abrieb davon*
1 EL Zitronensaft
1 EL Kapern
1 EL Petersilie, gehakt
1 EL Crème fraîche

Zubereitung:  

Mehl, Hartweizenmehl, Ei und Eigelb, Olivenöl und Salz zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und ca. 1 Stunde kühl stellen.

In der Zwischenzeit die Erbsen in kochendem Wasser ca. 2 Minuten blanchieren, abgießen und abschrecken. Die Erbsen in einem Küchentuch gut auspressen, damit die Füllung nicht zu feucht wird.

Die Schalotten schälen, in feine Würfel schneiden und in der Butter so lange braten, bis die Butter eine nussbraune Farbe hat. Die Erbsen mit den Schalotten und der Butter im Mixer pürieren, mit Salz, Muskat und Zucker abschmecken. Das Erbsenpüree durch ein feines Sieb streichen und kühl stellen. (m: nicht durch ein Sieb gestrichen).

Schalotte schälen, in feine Würfel schneiden und in der Butter glasig dünsten. Mit Weißwein und Gemüsebrühe ablöschen. Die Sahne zugeben und die Sauce auf die Hälfte einkochen lassen.

Die Kapern, die Petersilie, den Zitronenabrieb und die Crème fraîche in die Sauce geben und diese zugedeckt warm halten.

Nacheinander den Nudelteig zu einer dünnen Teigplatte ausrollen. Das Erbsenpüree mit einem Teelöffel in kleinen Portionen im Abstand von ca. 5 cm auf die Teigplatte setzen. Das Ei verquirlen und den Teig zwischen den Häufchen damit bestreichen (m: restliches Eiweiß verwendet). Die zweite Hälfte des Nudelteigs ebenfalls dünn ausrollen, auf die vorbereitete Teigplatte legen und leicht andrücken. Mit einem Messer oder einem Teigrad Ravioli (mit 5 cm Kantenlänge) ausschneiden und die Ränder gut festdrücken. (m: vorneweg den Pastateig in Quadrate geschnitten und dann zu Ravioli verarbeitet). Die Ravioli in reichlich kochendes Salzwasser geben, die Hitze reduzieren und die Nudeln im leicht siedenden Wasser offen ca. 4 Minuten garen.

Zeitgleich die geputzten und je nach Größe halbierten oder gedrittelten Zuckerschoten in Salzwasser ca 3min garen und in kaltem Wasser abschrecken. Zur Sauce geben und erwärmen.

Die Ravioli herausnehmen, gut abtropfen lassen und mit den Zuckerschoten und der Zitronen-Kapern-Sauce servieren.

*Anmerkung m: Original gibt Lafer die filetierten Zitronenfilets einer Zitrone mit in die Sauce. Ich dachte, es würde uns zu sauer, aber im Nachhinein beurteilt paßt das bestimmt gut.
Quelle: Johann Lafer

Kommentare:

  1. Mhhh das sieht super lecker aus.. Erbsenfüllung muss ich auch einmal probieren..
    Liebe Grüsse Ilona

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  2. Danke für die leckeren und wunderschönen Aufheiterungen!
    die Farben auf dem Teller sind eine Augenweide!
    Hab ein schönes Wochenende.
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  3. Aufheiterung kann man in der heutigen Welt immer wieder mal aus verschiedensten Gründen brauchen. Und bei Dir wird man immer wieder fündig. Ein schönes Rezept und ein tolles letztes Bild - hach kann die Welt schön sein ...
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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  4. Liebe Micha, Du sprichst mir so aus der Seele! Und das Rezept tönt toll, ich habe es mir gleich vorgemerkt! Liebe Grüsse, Miuh

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  5. Wie recht du hast. In stürmischen Zeiten wie diesen braucht man seine kleinen Fluchtpunkte und -möglichkeiten mehr denn je. Sehr schön geschrieben. Und dann nich diese Hammer-Raviol …

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  6. Die Ravioli wurden heute direkt nachgekocht und wir waren begeistert - vielen Dank für das Rezept! Sowas von lecker! Nur die im letzten Absatz angesprochenenen Zuckerschoten waren nicht dabei, denn die fehlen irgendwie in der Zutatenliste und (wie der Zitronenabrieb) auch bei der Zubereitung. ;-)

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  7. Wenn das so schmeckt wie es schön ist...
    Liebe südwestdeutsche Grüße.

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  8. mein stimmungsaufheller ist immer eine wanderung im harz, eine radtour an der elbe oder ein gartenzaun mit unendlich verschiedenfarbigen stockrosen. deine ravioli wären es bestimmt auch!
    die sonne scheint!!!








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  9. @Ilona: Ja, das ist wirklich eine schöne Kombi!

    @Claudia: Immer wieder gerne. Freut mich, wenn es dich ein wenig erfreuen konnte!

    @Andy: Man darf gerade nicht zu sehr nach rechts und links in der Welt schauen, dann gehts... Aber vielleicht wars auch schon immer so, dass man sich auf die kleinen Momente im jetzt und hier konzentrieren sollte für das Schöne. Beim Essen auf jeden Fall :)

    @Angelika: Ja, selbst Musik machen - ein toller Aufheller! Zu schade, dass ich kein Instrument kann!

    @Miuh: Ohne Selbstaufheiterung würde dem Leben deutlich was fehlen, oder ;)

    @Multikulinaria: Es hilft ja alles nix - das Leben drückt immer mal wieder. Und wenn man dann zurückzwicken kann, in die richtige Richtung... eigentlich toll, oder?

    @Feines Mädchen: Vielen Dank für deine liebe Rückmeldung! Und so schnell nachgezogen - das ist ja für mich Foodblogging at its best ;). Merci auch für deine Hinweise. Ich werde direkt edieren.

    @Svea: Das ist aber nicht abgesprochen, dass wir nicht zeitgleich im SW sind!

    @Mano: Ja,die Stockrosen sind dieses Jahr fast schon gewaltig. Durch das ungewöhnliche Wetter sind viele weit über 2m hoch!

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  10. Oh das hört sich wunderbar an. Und wenn es die Seele aufheitert, dann käme es mir grade sehr Recht. Womöglich sind die Italiener auch deshalb so ein unbeschwertes Völkchen, also wegen der Pasta. Pasta macht glücklich, Wein auch und das ist leider so und die vielen Versuche lasten auf meinen Hüften.
    Das Merguez-Erbsen-Risotto ist übrigens formidabel, ich musste das gleich ausprobieren.
    Herzlich, Katja

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  11. Danke für das schöne Rezept. Super und liebevoll aufbereitet. Ich freue mich schon aufs Nachkochen. Lg

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