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Dienstag, 12. Juli 2016

Paradiesisch: Brotweckerl

*Der Wille ist des Menschen Himmelreich* heißt es. Das Problem dabei ist lediglich: Man muß wissen, welches Königreich man regieren möchte. Also am allergeschicktesten wäre es, wenn man eine Antwort auf die Frage parat hätte, wie man es denn gerne hätte, sein Leben. Wenn schon Freiheit, dann reden wir hierbei sogar um die Fragen aller Gretchenfragen. Stell dir vor, du hast die Freiheit der Wahl und was machst du nun damit... dank deines Willens.

Und seit Madagaskar lachen der Habib und ich uns bei diesem Thema an, denn zeitgleich entfaltet sich ein und dasselbe Bild vor dem inneren Auge:  Rentner-Fränzis, die nach Madagaskar ausgewandert sind, mit einer bescheidenen Rente in der Tasche, die sie dort in die Riege der Wohlhabenden katapultiert, umringt von einer tropischen Palmenkulisse mit azurfarbenen Meeresbuchten in leichter Bekleidung. Voilà! Und nun: mach' was drauß, die Welt steht dir offen. 

Und was haben sie wohl gemacht, diese Aussteiger, in diesem Paradies? Könnt ihr es euch vorstellen? (Achtung: Ernüchterungsgefahr - weiterlesen auf eigene Verantwortung). Den Kaffee nach dem Aufstehen überspringend haben sie gesoffen wie die Haubitzen und sich mit einer blutjungen Nana ausstaffiert. That's paradise! Oder?

So bizarre ist das echte  Leben - man könnte es nicht erfinden. Da wird der Mensch in das gestellt, was andere anschmachtend als Fototapete an der Wohnzimmerwand kleben haben - und das soll das Ergebnis sein? Es drängt sich daher leicht der Gedanke auf: Wovon träumen Menschen eigentlich, wenn sie von *dem Paradies* reden? Und was wollen sie dort???

Ganz irdisch backe ich hingegen heute kleine Brötchen - ausgehend von Popperbrot, das ich sehr mag. Aber ob unserer geänderten Frühstücksgewohnheiten passen Brötchen oft besser. So vollkornig und dann frisch mit einem Stück Butter - man könnte durchaus von paradiesisch reden  ;)
Zutaten 9 Stück*:

Sauerteig ca. 16 Stunden bei 24°:
160g Dinkel 1050
190g Wasser
12g Weizen-ASG

Brühstück:
60g Roggen-Vollkorn
70g Emmer-Vollkorn
260g Wasser

Hauptteig:
Sauerteig
Brühstück
210g Emmer-Vollkorn
100g Dinkel 1050
220g Dinkel 630
230ml Wasser
5g Hefe
40g Leinsaat (m: Goldleinsaat)

14g Salz
45g Quinoa-Pops

Zubereitung:

Sauerteig auffrischen (m: mittags, s.o.), Sauerteig ansetzen (m: abends).

Hauptteig kurz miteinander vermengen (ohne Salz und Quinoa-Pops) und ca. 30 Minuten zur Autolyse stellen - dabei abdecken.

Salz beifügen und 5 Minuten kneten. 15min Pause. Weitere 5min kneten. In der letzten Minute die Quinoapops unterkneten. Dann Teigruhe von 1,5 Stunden (je nach Temperatur). Direkt 1 x Falten nach Umfüllen in geölte Schüssel. Dann weitere 2 Mal nach je 40 Minuten - der Teig sollte sichtbar angesprungen sein.

Den Teig zu 9 gleichgroßen Brötchen (à ca. 180g) schleifen (wers kleiner mag: 12 Stück) und mit dem Schluß nach unten in ein bemehltes Leintuch verfrachten (teils die Oberfläche angefeutet und in einer Mischung aus Quinoa-Pops und Leinsaat gewälzt).

Mein Zeitplan: tags zuvor morgens Sauerteig auffrischen (s. Hefeführung), dann den Sauerteig um 16Uhr anstellen. Erstes Teigmischen beginne ich morgens um 8Uhr. Um etwa 10.30 sind die Brötchen abgedeckt im Kühlschrank. Backen abends um 7 Uhr (kürzerer Aufenthalt im Kühlschrank ist ebenfalls möglich.

*Anmerkung m: wer kleinere Brötchen bevorzugt, der teile den Teig in 12 - es spricht natürlich nix dagegen, gleichfalls ein einziges Brot daraus zu backen...

Kommentare :

  1. Hmmm, ein absolut leckeres Brötchenrezept! Danke dafür und danke für das wunderbare Blütenbild!
    Ich wünsche Dir einen schönen und fröhlichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  2. Oh so leckere Brötchen kämen mir jetzt gerade Recht. Bitte fertig und gebuttert auf meinem Teller. :-)

    Das Paradies... doch, davon hab ich schon ziemlich genaue Vorstellungen. Glucksende Bergbäche kommen darin vor, Wasser überhaupt, üppige Wälder und Berge im Hintergrund. Und vor allem eines, das völlig unverortet ist: Langeweile. Das Paradies ist, den Zustand zu erreichen, in dem ich nichts mehr muss, sondern alles darf, in dem alle To Do-Listen erledigt sind und ich beginne, mich zu langweilen, weil mir absolut nichts mehr einfällt, was erledigt werden müsste. Nie erlebt.
    Herzlich, Katja

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    1. Liebe Katja, Freiheit wäre auch mein großes Stichwort: nix müssen, aber dürfen wie ich will. Und Friede und Harmonie wären ein zweites Stichwort. Das könnten andere wohl durchaus als langweilig bezeichnen. Aber geht nicht auch die Nirvana-Vorstellung in diese Richtung?

      Danke fürs Mitgedanken machen :)

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