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Sonntag, 15. Juni 2014

Otto wer? - Tarte mit karamellisiertem Knoblauch

Der Knoblauch wächst und wächst. Um meine letzte Tarte mit  zartjungem Stangenknoblauch zu verbloggen ist mir die Zeit davon gelaufen (jaja, so geht das mit dem saisonalen Bloggen). Nun wird diese Tarte mit den jungen Knoblauchzehen direkt (nach dem Salat dazu) gezeigt.

Mme Ulma brachte mich wieder auf ihn, M. Ottolenghi, der letztes Jahr noch so en vogue war, und den man dieses Jahr auffallend weniger auf den deutschsprachigen Blogs findet. Also habe ich mal wieder *Genussvoll vegetarisch* zur Hand genommen und mich für eine Tarte entschieden, die ihre Bloggerrunde allerdings bereits hinter sich hat.

Die Idee mit dem Balsamico-karamellisierten Knoblauch samt Ziegenkäse in einer Tarte gefällt mir - logo, paßt beides hervorragend in die Drôme. Aber es war - nicht zum ersten Mal - nicht blind Verlaß auf den Yotam. Was ich im Nachhinein auf jeden Fall anders machen würde, wäre den Blätterteig nicht vorzubacken. Das habe ich noch nie getan, daher gab ich dieser Umsetzung eine Chance. Aber das ist blöder, unnötiger Quatsch. Meine verwendeten Kichererbsen zum Blindbacken zerdrückten die Fluffigkeit des Blätterteigs.

Auch die Mengenangabe zum Balsamico stimmt nicht - die ist entschieden zu wenig. Das habe ich in meiner Zutatenliste verändert, dann wird das was mit dieser Tarte.

Und um mal Bio-Produkt-Gläubigen zu zeigen, wie wirkliche Bio-Eier aussehen, also so, wie ich mir Bio vorstelle, halte ich euch heute einen Eierkarton von unserem Bauern vor, wie wir unsere Eier wöchentlich erhalten: von der Größe unterschiedlich wie Orgelpfeifen und auch die Schale variiert. Von beiden kann man Rückschlüsse aufs Alter der Hennen schließen: junges Huhn legt kleines Ei, altes Huhn macht Dellen in die Schale. Warum leben eigentlich die Hühner von sogenannten Bio-Legebetrieben nicht in Mehrgenerationen-Wohngemeinschaften zusammen? Dafür gibts bestimmt hervorragende betriebswirtschaftliche Gründe...
Zutaten (m: die Hälfte verwendet):

180g Blätterteig (m: eigener)
2 ganze Knoblauchköpfe 
1 EL Olivenöl
2 EL Balsamico-Essig (m: Balsamico-Reduktion)
100ml Wasser
1-2 TL Zucker
1 TL gehackter Rosmarin
1 TL gehackter Thymian, plus ein paar ganze Zweige für die Deko
Salz und schwarzer Pfeffer
70g weicher, cremiger Ziegenkäse
60g harter, reifer Ziegenkäse
2 kleine Eier 
40ml Sahne
50ml Crème fraîche
Zubereitung:

Den Teig zu einem Kreis ausrollen, dass der Boden und die Seiten einer 20cm Backform mit herausnehmbarem Boden bedeckt sind.

Den Teig darin auslegen, mit Backpapier bedecken und mit Bohnen füllen. Für 20 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Den Backofen auf 180° vorheizen und den Boden für 20 Minuten blindbacken. Die Bohnen und das Papier entfernen und für weitere fünf bis zehn Minuten backen bis der Teig goldbraun ist. (m: Blätterteig ebenso zum Ausrollen aufgetaut, daher nicht kühl gestellt - nächstes Mal besser Tarte nicht blindbacken, dann entfaltet sich der Blätterteig schöner und wird auch so goldbraun)

Beiseite stellen. Unterdessen wird der karamellisierte Knoblauch gemacht. Die  Knoblauchzehen schälen, in eine kleine Pfanne geben und mit Wasser bedecken. Zum köcheln bringen, für drei Minuten leicht kochen und anschließend auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Den Knoblauch zusammen mit dem Öl in einer trockenen Pfanne für zwei Minuten auf hoher Temperatur anbraten. Essig und Wasser hinzufügen und zum Kochen bringen, dann für 10 Minuten sanft köcheln lassen. Den Zucker, die gehackten Kräutern und eine gute Prise Salz hinzugeben und 10 Minuten köcheln lassen,  bis die meiste Flüssigkeit verdampft ist und die Knoblauchzehen mit in einem dunklen Sirup bedeckt sind.

Den Ziegenkäse in kleine Stücke brechen und auf dem vorgebackenen Teig verteilen. Knoblauchzehen und Sirup gleichmäßig über dem Käse verteilen.

Die Eier unter die Sahne und die Crème fraîche schlagen. Salz und etwas Pfeffer hinzugeben und dann über dem Knoblauch-Mix gießen, die Lücken füllen. Dabei darauf achten, dass der Knoblauch und der Käse oben herausschauen. Mit etwas Thymian bestreuen.

Den Backofen auf 160° vorheizen und den Kuchen für 35-45 min backen, bis die Füllung fest geworden ist und er oben goldbraun ist (besser Tarte direkt bei 190° ca 35min backen).
Quelle: Ottolenghi - Genussvoll vegetarisch

Mittwoch, 9. Oktober 2013

kinotaugliches Ris-Otto

Vielen Dank für all die anregenden Ideen, die mich nach meinem Aufruf erreicht haben. Da können nun viele Auberginen in Zukunft wachsen. Für heute durfte Otto nochmal ran.

Zu diesem Risotto mit Zitrone und Aubergine lieferte Yotam - allerdings unfreiwillig - eine wirklich feurige Story. In warmen Ländern wird witterungsbedingt oft draußen gekocht, bzw. gegrillt und daher wird dann auch einfach über offener Flamme die Aubergine geröstet. So weit, so idylisch. Es soll nun aber Lesern beim Rösten über der hauseigenen Herd-Gasflamme geschehen sein, dass sich die gute Aubergine mit einem gewaltigen Krawumm explosionsartig *unschön nach allen Seiten* verspritzte. Eine solche Küche will ich mir nicht vorstellen. Wichtig also: Die Aubergine vor dem Rösten unbedingt runderherum anpieksen.

Vom Kopfkino springe ich heute weiter zur stets inspirierenden Mme Kaltmamsell und dem von ihr angestoßenen Thema: prima verfilmte Bücher. Nach einiger Grübelei kann ich tatsächlich mit 3 Beispielen aufwarten. Mein liebstes: Winnetou - und zwar alle Filme. Denn bei sämtlichen Versuchen Karl Mays Erzählungen in Buchform zu folgen bin ich IMMER in irgendeinem Strauch hängengeblieben. VIEL zu viele Landschaftsbeschreibungen. Auf Platz 2 setzte ich *Zwei Nüsse für Aschenbrödel* - eine traumhafte Märchen-Verfilmung, die mich auch mit 30plusplus stets aufs Neue erfreut. Bei Platz 3 bin ich wieder ganz bei Inès: *Die Wand*. Martina Gedeck schafft es tatsächlich fast allein durch ihre Person, eine ähnliche Beklemmtheit, wie die, die mich beim Lesen des Buches befiel, zu transportieren.

Nicht umhin komme ich nun genauso meine Top-Flops zu benennen. Ganz neu auf der Liste: *Schiffbruch mit Tiger* - ging als Film sowas von gar nicht. *Krabat* fand ich verfilmt so grauenhaft, dass ich allen Ernstes überlegt hatte, Ottfried Preußler (da lebte er noch) einen entrüsteten Beschwerdebrief zu schreiben. Und klar, *Zusammen ist man weniger allein* kann als Film vor mir nicht bestehen. Nicht, dass ich Audrey Tautou nicht süß und weiblich finde. Aber sie ist Galaxien davon entfernt eine goldige Körbchengröße 75A-Camille zu sein. Nein, keiner der Schauspieler wollte mir passen. Und ergriffen war ich keine einzige Sekunde. Nicht eine.
Zutaten:

2 mittelgroße Auberginen
130ml Olivenöl (m: weniger, viel weniger)
grobes Meersalz
1 mittelgroße Zwiebel, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
200g Risottoreis (m: die Hälfte schwarzer Camarque-Reis)
120ml Weißwein
750ml Gemüsebrühe (m: Paste)
(m: Zitronenthymian, 7 Zweige)
1 Zitrone, abgeriebene Schale davon
2 EL Zitronensaft
20g Butter
50g Parmesan
Pfeffer
10 Basilikumblätter, streifig geschnitten (m: mehr)

Zubereitung:

Eine der beiden Auberginen rösten, dafür die Aubergine mit einer Gabel oder einem Messer ringsherum einstechen, dann entweder etwa 15min über der offenen Gasflamme rösten oder etwa 1 Stunde unter dem heißen Backofengrill (dafür auf ein mit Alu abgedecktes Blech legen). Sobald die Aubergine gar ist, diese halbieren, das weiche Fruchtfleisch herausschaben, ohne die Haut abzulösen. Die Haut wegwerfen, dias Fruchtfleisch grob hacken und beiseitestellen.

Die zweite Aubergine in 1,5cm große Würfel schneiden. 80ml Olivenöl in einer Bratpfanne erhitzen, dann die Auberginenwürfel darin portionsweise goldgelb und knusprig braten. In ein Sieb füllen und, mit Salz bestreuen und abkühlen lassen.

Für den Risotto die Zwiebel und das restliche Öl in einen Topf mit schweren Boden geben und langsam anbraten, bis die Zwiebel weich und glasig ist. Den Knoblauch zugeben und weitere 3min braten. Den Reis zufügen, ebenfalls für 2-3min anrösten, den Thymian dazu geben und mit Wein ablöschen. Den Wein nahezu verdampfen lassen, dann den heißen Gemüsefond schöpfkellenweise zugeben bis das Risotto gar und schlotzig ist.

Die Hälfte des Parmesans, die Butter, die Zitronenschale und das geröstete Auberginenfleisch unterheben. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken

Mit den Auberginenwürfel, den Parmesan, dem Basilikum und etwas Zitronenschale servieren.
Quelle: Yotam Ottolenghi - Genußvoll vegetarisch

Freitag, 6. September 2013

Viel zu viel Oberschiene

Wir haben viel zu viel Oberschiene. Wäre der süße Einkaufszettel meistbietend unter Foodbloggern versteigert worden, Christina wäre NIE nur mit einem Duplo davongekommen. Aber beim Zubereiten von Auberginen denke ich immer wieder gerne an diesen Post (wobei ich gerade feststelle, dass mir dabei ihr veröffentlichtes Rezept hinten unter gerutscht ist. Mit Essig? Vorgemerkt). 

Denn Auberginen wuchs in keinem der Gärten, die mich in meiner Kindheit umgeben haben. So schaute ich mich erst hier in Frankreich nach Ideen für Auberginen um. Bon, wobei die Rezepte-Sucherei en général erst hier begann...

So oder so - zu Auberginen fällt mir nicht gerade viel Neues ein. Ein schwieriges Gemüse. Wenn ich also Lieblingsrezepte für mich habt. Bitte gerne her damit - ich freue mich über eure Anregungen.

Mit dieser Vorspeise von Ottolenghi zeige ich euch heute definitiv keine Weltpremiere. Längst hat dieses Gericht seine Kreise durch die Foodblogs gezogen. Ich habe es lediglich schwer einfranzösischt. Und es hat tatsächlich wieder einmal gut geschmeckt - selbst ohne Za'atar und Granatapfel!
Zutaten für 2 Personen (Vorspeise):

2 kleine Auberginen
40 ml Olivenöl
1 1/2 TL Zitronenthymian, gehackt
Salz, Pfeffer
1 roter Pfirsich
1 TL Thymian/ fleur de sel/ Sesam
(original:  Za'atar)

Sauce:
200g Ziegenfrischkäse im Faisselle
1 1/2 TL Olivenöl + mehr zum Beträufeln
1 kleine Knoblauchzehe, gehackt
einige Pfefferminzblätter, frisch gehackt
1 Prise Salz

Zubereitung:

Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Die Auberginen werden halbiert und in Rauten eingeritzt, die Schale soll dabei intakt bleiben. Die Melanzani immer wieder mit dem Öl bepinseln, bis das Fruchtfleich das Öl vollständig aufgesaugt hat. 

Die Auberginen mit der Schnittfläche nach oben auf ein mit Papier ausgelegtes Backblech oder eine andere passende Form legen und mit einigen Thymianblättchen, Salz und Pfeffer bestreuen. Etwa 30-40min backen, bis die sie gar sind.

Das Faisselle mit den übrigen Zutaten gut vermengen und kalt stellen. Den Pfirsich in kleine Würfel schneiden.

Zum Servieren die Aufberginenhälften auf einen Teller setzen, das Faisselle darübergeben, mit gutem gutem Olivenöl beträufeln, etwas von dem Za'atar (oder meiner gemörserten Alternative) darüber streuen und den Pfirsich am Schluß verteilen. Wir haben es lauwarm gegessen.
Quelle: Yotam Ottolenghi

Mittwoch, 28. August 2013

Aus Ottos Poesiealbum - bunte Gemüsepaella

Nur noch lächelnd kann ich danach greifen, nach dem Buch, das ich seither *Ottos Poesiealbum* nenne. Für mich bleibt Roberts Außen-Rezension absoluter Kult in der deutschsprachigen Foodblog-Szene. Ein Evergreen und ein wunderhübsches Beispiel für Roberts Wortwitz und herzenserheiternden Humor. Es ist ja ein offenes Geheimnis, wie sehr ich ihn, sein Blog und seine Rezepte schätze.

Und entgegen allen Widerstandes: *Genussvoll Vegetarisch* von Yotam Ottolenghi würde ich mir jederzeit wieder kaufen. Es gibt immer noch einige Rezepte, die vorgemerkt sind. Mit dem zweiten, das bei uns Einzug fand, *Jerusalem*, habe ich eher Anlaufschwierigkeiten.

Die Paella hat uns prima geschmeckt. Der Habib merkte beim Essen an, dass je mehr man umsteigt auf viel Gemüse, umso weniger vermißt man mit der Zeit Fleisch. Man ist irgendwann *umkonditioniert*. Der *Fleischklops*  Philippinen diente uns Anfang des Jahres als perfekte Rutsche in diese Richtung.

Und das Safran, das ist sogar von der Reise, die uns von allen Reisen am tiefsten unter die Haut ging: aus Tibet. Noch immer wirkt der tiefe Eindruck in uns nach und das Staunen darüber, wie Menschen eine derartige Innerlichkeit ausstrahlen können. Ich habe dort die schönsten Menschen meines Lebens und vielleicht der ganzen Erde gesehen.

Achja, und bei diesem Gericht geht gerne unter: die Paella ist vegan. Auf diese Quote achte ich dieses Jahr nämlich immer häufiger.
Zutaten 2-3P:

3 EL Olivenöl
1 Zwiebel, fein gehackt
1/2 rote Paprika
1/2 gelbe Paprika
1/2 kleine Fenchelknolle
2 Knoblauchzehen
2 Lorbeerblätter
2Pr Pimentón de La Vera
1/2 TL Kurkuma
Harissa
150g Rundkornreis
100ml Sherry (m: Port, weißer)
1 TL Safranfäden
450ml Gemüsebrühe (m: Paste)
Salz
100g Erbsen (Otto: 200g dicke Bohnen)
1 handvoll Cocktailtomaten
2 Artischocken (Otto: 5 kleine, gerillte, in Öl eingelegte)
15 Olvien
2 EL Petersilie, grob gehackt
4 Zitronenspalten (m: weggelassen)
Zubereitung:

Die Paprika von Stielansatz, Samen und Scheidewänden befreien und in Streifen schneiden. Zwiebel und Knoblauchzehen fein würfeln. Die Artischocken putzen und in Zitronenwasser zwischenlagern.

Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel darin 5min sanft anfbraten. Die Paprika und die Fenchel hinzufügen und etwa 6min bei mittlerer Temperatur garen, bis beides weich und goldbraun ist. Den Knoblauch zugeben und 1 min weiter anbraten.

Die Lorbeerblätter, das Paprikapulver, die Kurkuma und das Harissa zum Gemüse geben und gut unterrühren. Den Reis hinzufügen und 2 min weiterrühren, danach den Sherry sowie das Safran zugeben. 1 min  aufkochen lassen, dann den Fond und etwas Salz zugeben. Auf möglichst niedrige Temperatur schalten und etwa 20 min sehr sanft garen, bis der Reis die Flüssigkeit fast vollständig aufgenommen hat. Während des Garens keinen Deckel auflegen und den Reis nicht umrühren (m: weniger Fond verwendet und Deckel aufgelegt.

In der Zwischenzeit (die dicken Bohnen vorbereiten - m: ersetzt durch Erbsen)  die Artischocken in Scheiben schneiden und in etwas Olivenöl mit Thymian anbraten. Salzen und pfeffern. Ein Schluck Wasser anschütten, Deckel auflegen und bißfest garen.

Am Ende der Garzeit die halbierten Tomaten, die Artischocken und die Erbsen unterrühren. 2 min weiter köcheln lassen, dann den Deckel auflegen und 5-10min ruhen lassen (Otto verschließt dafür den Topf mit Alu dicht - m: nicht gemacht). Vor dem Servieren die Petersilie und die Oliven darüber streuen.
Quelle: Yotam Ottolenghi - Genussvoll vegetarisch

Montag, 15. April 2013

Ran an den Lauchbär: Bulgurpilaw mit Bärlauch-Kräuterbutter auf Dorade sebaste

Die Saison des Bärlauchs ist eröffnet. In Südfrankreich habe ich ihn noch nie auf den Markttischen gesehen. Lange habe ich behauptet, es gäbe überhaupt keinen Bärlauch (der übrigends auch auf französisch wortgleich übersetzt l'ail de l'urce heißt) in der Drôme.

Was hatte ich zu dieser Zeit im Frühjahr oft Gelüste danach. In Karlsruhe steht der ganze Bildhauergarten der Akademie voller Bärlauch und damals mußte ich nur vor die Ateliertür und direkt daran schloß sich eine echte Dürre-Periode in Frankreich an.

Nun sind die Jagdgründe auch hier erschlossen - es gibt in der landschaftlich abwechslungsreichen Drôme einfach nahezu alles. Und wie es so ist, nun wo ich mich wieder nur bücken muß für eine Ladung Bärlauch, ist es mit der Lust danach um einiges mäßiger (Menschen, tsss...).

Aber ein, zwei, drei Gerichte mit Bärlauch müssen sein. La saison oblige. Zumal wir stets die einzigen sind, die entlang dem verzauberten Flußtal Bärlauch ernten. Dorthin muß ich euch unbedingt mal mit dem Foto mitnehmen - dort tanzen Elfen. Ungelogen!
Zutaten*:

2 EL Olivenöl
2 rote Zwiebeln, in Ringe geschnitten
1 Knoblauchzehe
1 kleinere rote Paprikas
1 kleinere gelbe Paprika, in Streifen geschnitten
3 TL Tomatenmark
1 TL brauner Zucker
1 TL rosa Pfefferbeeren
1 EL Koriandersamen, frisch gemörsert
5 Datteln, klein geschnitten
1 Msp Kreuzkümmel
1 Msp Zimt
200 Gramm mittelgrober Bulgur
200ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
1 kleine Hand voll Schnittlauchröllchen

2 filets Dorades sebastes

Kräuterbutter

50g Butter, weich
2 EL Bärlauchblätter, fein geschnitten
2 EL glatte Petersilie, fein geschnitten
1 TL Zitronenthymian, fein geschnitten
1 TL Zitronenzesten
fleur de sel
Pepe Nero (ersatzweise gröber geschroteter Pfeffer)
Zubereitung:

Am Vortag die Kräuterbutter zubereiten. Dafür die Kräuter waschen, trocken schütteln und sehr fein schneiden. Mit der Butter und den restlichen Gewürzen mit Hilfe eines Handrührers gut vermengen. Die Masse auf ein Stück Frischhaltefolie geben und wie ein Bonbon zu einer Rolle drehen. In den Kühlschrank legen.

Olivenöl in einem Topf erhitzen,  Zwiebelringe und  Paprikastreifen 12-15 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten, bis sie weich sind. Tomatenmark, Zucker, Gewürze und Datteln dazugeben und 2 Minuten mitbraten. Bulgur, 200 ml Gemüsebrühe, Salz und Pfeffer zugeben, untermischen und aufkochen. Vom Herd nehmen, Deckel auflegen und 20 Minuten ausquellen lassen. Zwischendurch mit einer Gabel auflockern. Gegebenenfalls nachsalzen. Mit dem Grün von Frühlingszwiebeln garnieren und servieren.

Die Doradenfilets leicht salzen und pfeffern und ebenfalls leicht mehlieren. In einer Pfanne bei mittlerer Hitze ein nußgroßes Stück Butter und etwas Olivenöl erhitzen. Die Filets von beiden Seiten etwa 3-4 Minuten braten, bis sie gar und noch leicht glasig sind. Mit einigen dünn geschnittenen Scheiben der Bärlauch-Kräuterbutter belegen und mit dem Bulgurpilaw servieren.

*Anmerkung zu den Mengen: der Pilaw reicht etwa für 3 Personen, die Kräuterbutter sogar für 5 - oder ein weiteres Gericht
Inspiration Bulgurpilaw: Turbohausfrau - bzw. Ottolenghi

Mittwoch, 13. März 2013

Umgefallen: Blumenkohlsalat mit Granatapfelkernen nach Y.O.

Was wären wir Menschen, wenn wir konsequent wären. Die deutsche Bundesrepublik hätte keine Bundeswehr, sämtliche unglückliche Raucher würden nur eine einzige allerallerletzte Zigarette rauchen und ich würde nicht direkt ein Ottolenghi-Rezept veröffentlichen nach, na rühre ich nicht weiter daran...

Gut, aber es war ja nun sowas von völlig klar, dass der Yotam den Ball bei mir wie eine Granate versenken muß mit geröstetem Blumenkohl. Bereits seit Roberts Blumenkohl-Lasagne oder Mels pfannengerösteter Variante (denke auch daran) kommt ich bei dem derart zubereiteten Gemüse in kulinarische Ekstase. Unumwunden muß ich zugeben, dass ich den Salat allerköstlichst fand.

Damit wäre ich also überredet, dass *Jerusalem* nun doch her muß. Nach diesem Einstieg bin ich schlicht umgefallen. Oder wie Britta meinte: verfallen... ein weiterer Dominostein in dieser Kette...
Zutaten:

1 Blumenkohl, in Röschen zerteilt (etwa 700g)
(m: Menge verringert sich nach Rösten bedeutend)
5 EL Olivenöl
1 großer Stangensellerie, in 0,5cm breite Stücke geschnitten
30g Haselnüsse
glatte Petersilie (m: plus etwas Grün einer Frühlingszwiebel)
50g Granatapfelkerne
1/3 TL Zimt
1/3 TL Piment
1 EL Sherry-Essig
1 1/2 TL Ahornsirup (m: durch Honig ersetzt)
(m: 1 EL Zitronensaft)
Salz
schwarzer Pfeffer

Zubereitung:
Den Ofen auf 220°C vorheizen.

3 EL Olivenöl mit 1/2 TL Salz und etwas Pfeffer vermischen und die Blumenkohlröschen damit kurz marinieren. In eine ofenfeste Form geben und im Backofen ca. 35 Minuten lang rösten. Dabei mehrfach wenden.

Währenddessen die Granatapfelkerne auslösen (15 Minuten sollten ausreichen…) und den Sellerie schneiden und die Petersilie hacken.

Die Ofentemperatur auf 170°C absenken und die Haselnüsse in einer ofenfesten Form 17 Minuten rösten, abkühlen lassen und grob hacken.

Sobald der Blumenkohl nur noch warm ist, alles zusammen in eine Schüssel geben, das Dressing aus dem Rest Olivenöl, Essig, Ahornsirup, Zimt und Piment anrühren und alles gut vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
 Quelle: Yotam Ottolenghi - Jerusalem

Dienstag, 12. Februar 2013

Überdosis Yotam (?): Kichererbsen mit Spinat und Honig-Süßkartoffeln

Wenn es von rechts und links heisst: Musst du gesehen haben! Solltest du kennen! Haste nicht gehört! dann stellt sich bei mir gerne eine innere Lahmheit ein und der Schutz-Rollo geht runter. Da kann Shades of Grey noch so oft in den Guesthäusern oder Bookshops stehen, das kommt mir nicht vor die Augen. Lieber gegen den Strom schwimmen.

Meinte mal eine Bekannte zu mir: Das kann dir doch nicht reichen, Hausfrau im Nirgendwo, dir fehlt bestimmt was. Begriffsstutzig habe ich einen Moment gebraucht, um zu verstehen, was sie meint, und musste dann lachen. Selbstbestimmt leben in einer Oase der Natur, die mein Nirgendwo ist und inmitten ein Habib... was könnte mir an Zufriedenheit abgehen? Aber für *Frauen auf der Welle der Zeit* scheint dieser Lebensentwurf völlig out zu sein.

Also genau mein Ding. Bereits an der Akademie habe ich, belächelt von den Original-Genies für meinen Hang zum Kunsthandwerk, stets den Satz postuliert: Wer modern sein will, muss schon wieder auf dem Weg sein, unmodern zu sein.

Apropos Mode: wie kommt es, dass alle Backpacker-Mädels diese gleiche Haardutt-Frisur über dem Hirn haben gepaart zur Jeansshort (Po und Schenkel unabhängig - Freizügigkeit geht vor)? Spricht man das über Facebook ab, oder wer gibt das vor?

Bereit seit geraumer Zeit führt - kulinarisch gesehen zum Stichwort en vogue - kein Weg an Yotam Ottolenghi vorbei. Es war mir klar, dass diesem überfliegenden Heissluftballon Yotam auch mal die Luft ausgehen muss. Dieser Eintopf, den ich bei Valentina mitgenommen habe, war schlicht fad und langweilig, den gibts nie wieder. Also überlege ich mir, ob 2013 ein weiteres Yotam Buch hier Einzug erhält. Vergessen habe ich aber nicht, wie allerorts von seiner letzten Erscheinung Jerusalem geschwärmt wurde. Ich schwanke. Es waren ja auch bereits viele Volltreffer unter seinen Rezepten...
Zutaten:

200 g getrocknete Kichererbsen
1 TL Natron
2 EL Olivenöl
1 Zwiebel, fein gehackt
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL Koriandersamen
1 EL Tomatenmark
400 g geschälte Tomaten, aus der Dose, gehackt
(m: Ofentomaten aus dem Glas)
1 TL Zucker
1 ½ TL gemahlener Kreuzkümmel
100 g Babyspinat
10 g Korianderblätter zum Garnieren
Salz und schwarzer Pfeffer
Zutaten für die Honig-Süsskartoffeln:
500 g Süsskartoffeln, geschält und in
2,5 cm dicke Scheiben geschnitten
50 g Butter
4 EL Honig
½ TL Salz
Zutaten für die Joghurtsauce:
100 g griechischer Sahnejoghurt
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
Abgeriebene Schale und Saft von 1 Bio-Zitrone
3 EL Olivenöl
1 TL getrocknete Minze

Zubereitung:

Am Vorabend die Kichererbsen mit dem Natron in eine große Schüssel füllen und mit dem doppelten Volumen kalten Wassers bedecken. über Nacht bei Raumtemperatur quellen lassen.

Am nächsten Tag die Kichererbsen abgießen, abspülen, in einen großen Topf füllen und mit reichlich frischem Wasser bedecken. Zum Kochen bringen, dann bei milder Hitze 1–11/2 Stunden (gegebenenfalls auch deutlich länger) köcheln lassen. Sie sollten weich sein, aber noch nicht zerfallen. Gelegentlich den an die Oberfläche steigenden Schaum abschöpfen. Bei Bedarf kochendes Wasser nachfüllen, damit die Kichererbsen immer mit Wasser bedeckt bleiben. Wenn sie fertig gegart sind, in ein Sieb abgießen und beiseitestellen.

Die Süsskartoffeln mit 700 ml Wasser, der Butter, dem Honig und dem Salz in einen flachen, breiten Topf geben. Zum Kochen bringen, dann bei reduzierter Temperatur 35–40 Minuten köcheln lassen, bis die Süsskartoffeln gar sind und der Großteil der Flüssigkeit verdampft ist. Nach der Hälfte der Garzeit wenden, damit sie gleichmäßig bräunen. Vom Herd nehmen und warm halten.

Während die Süsskartoffeln garen, die Sauce für die Kichererbsen zubereiten. Dazu das Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen, dann die Zwiebel, die Kreuzkümmelsamen und die Koriandersamen hinzufügen. 8 Minuten unter Rühren goldbraun anbraten. Das Tomatenmark 1 Minute lang unterrühren, dann die Tomaten, den Zucker und den gemahlenen Kreuzkümmel hinzufügen. Nochmals etwa 5 Minuten bei mittlerer Temperatur erhitzen. Probieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Spinat unter die Tomatensauce rühren, dann die gekochten Kichererbsen zugeben. Vermischen und weitere 5 Minuten erhitzen. Nochmals probieren und bei Bedarf nachwürzen.

Nun die Joghurtsauce herstellen. Dafür alle Zutaten miteinander verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren die Kichererbsen in eine Schüssel füllen, die Süsskartoffelscheiben darauf anrichten und mit Koriander bestreuen. Mit der Joghurtsauce beträufeln oder diese separat reichen.
Quelle: Valentinas Kochbuch

Freitag, 16. November 2012

La jolie grenade: Fenchel-Quinoa-Salat mit Granatapfelkernen

Der schönste und größte Granatapfelbaum der Umgebung steht im Nachbarort Cobonne. Da muß sich unser Zwerg noch ganz schön strecken, bis er diese luftige Höhen erreicht. Oder wie Karl May vielleicht in Indianersprache gesagt hätte: *er muß noch viele Monde sehen* (Wenn ich das richtig assoziiere, dann habe ich das aber aus einem der Filme - bei sämtlichen Versuchen Karl May zu lesen, bin ich immer an einer der unzähligen Hecken gestrauchelt...)

Unglaublich sinnlich hängen die aufgesprungenen Früchte am Baum und lassen ihre zuckrig-wässrigen Kerne blitzen. Eine italiensiche alte Volkssage erzählt wie der Granatapfel von Melancholie heilt und ein armenisches Märchen belohnt mit kostbaren Granatäpfeln einen Korbflechter für die erlösende Antwort „Die Schönste ist immer die, welche wir lieben!“. Auch Oskar Wilde hat eine Sammlung von Kunstmärchen unter dem Namen A House of Pomegranates herausgebracht.
Nun, auch wenn die Granatäpfel gerade reif sind, der meine, den ich auf dem Markt gekauft habe, ist noch etwas blass um die Nase (was man ihnen von außen ja leider nie anzusehen vermag). Die Farben haben daher die Borretschblüten und die Chili übernommen. 

Wieder einmal ist dieses Gericht von Ottolenghi, dem Mann, dem die Foodblogger-Mädels zu Füßen liegen - niemand wird in der letzten Zeit öfters nachgekocht: Ottolenghi ist so en vogue, dass ich aufpassen muß, dass er mich genau deshalb nicht zu langweilen beginnt. Aber: es hat wieder einmal gut geschmeckt - vielleicht auch mit deshalb weil mich eine meiner verläßlichsten Musen dazu inspiriert hat: Petra von Chili und Ciabatta.
Zutaten*:

2 mittlere Fenchelknollen
(je nach Länge in 6 Scheiben geschnitten)
4 EL Olivenöl
2 EK Zitronensaft
1 1/2 TL Kreuzkümmel
1 TL Zucker

100g Quinoa
375ml Wasser
1/2 Zitrone, Filet gehackt, mit Saft
1 EL Öl
1 Chilischote
2 EL Koriandergrün
(m: ersetzt durch 1 TL frisch gemörserten Koriander
2 EL Petersilie)
4 EL frische Minze
1 EL Fenchelgrün
2 EL Granatapfelkerne

Zubereitung:

Das Öl in einer sehr großen Pfanne erhitzen und die Fenchelscheiben hineinlegen. Etwa 10-12 Minuten von beiden Seiten braten, bis sie gerade eben weich und goldbraun sind, dabei salzen und pfeffern. Kreuzkümmel, Zucker und Zitronensaft zugeben, eine weitere Minute braten, dabei noch einmal wenden, Pfanne beiseite stellen.

Währenddessen Quinoa mit dem Wasser zum Kochen bringen, zudecken und bei milder Hitze 10 Minuten köcheln lassen. Den Topfinhalt in ein Sieb gießen, Quinoa wieder in den Topf geben, salzen und zugedeckt 15 Minuten ruhen lassen.

Gehackte Zitronenfilets mit Saft, Öl, die Hälfte der Chilis und 2/3 der Kräuter zur Quinoa geben, mischen. Quinoa zu den Fenchelscheiben geben, alles vorsichtig mischen. Den Salat auf einer großen Platte anrichten, mit den restlichen Chilis, Kräutern und den Granatapfelkernen bestreuen.

*Anmerkung m: Mengenverhältnis mit mehr Fenchel von Petra übernommen - gut so!

Montag, 29. Oktober 2012

Bleib' noch Herbst: Salat mit Süßkartoffeln, Feigen und Ziegenkäse

Ja, ich gebe es zu: man kann mich anstecken. Wenn Anstifter wie Okka und Heike so schwärmen, dann ziehe ich nach, triebgesteuert. Und gestern reihte sich Juliane ins Lobpreißen ein. Praktischerweise hingen die letzten Feigen vor dem Kälte-Einbruch wartend auf mich an Nachbars Feigenbaum. Das war vor dem Schnee! Was ein Wetter-Umsturz!

Lange ist es nicht her, daß ich aus Ottolenghis Plenty, bzw. Genußvoll Vegetarisch diesen Salates mit Feige und Ziegenkäse zubereitet habe. Nun also aus seinem neuen Buch Jerusalem diese Version. Mit der Kombi Feigen und Ziegenkäse kann man nichts falsch machen - ist hier in meiner Gartenküche oft genug zu finden. Auffällig fand ich die Balsamico-Reduktion - die darf man sich auch in anderem Zusammenhang merken.

Allerdings muß ich zugeben, dass mich dieser Salat nicht so wild gemacht hat wie Okka, dass ich ihn nun mehrfach hintereinander essen müßte. Da bringt mich diese rosa Pasta mit Feigen definitiv mehr in Wallung. Mais, wie immer gilt: chacun son gôut... Ein hübscher Kerle ist er allemal, der Salat mit den stets fotogenen Feigen.
Zutaten (für vier Personen):

4 kleine Süßkartoffeln
6-7 EL Olivenöl
40ml Balsamico
20g Zucker
1 Bund Frühlingszwiebeln (der Länge nach halbiert und in 4cm große Stücke geschnitten/m: junger Lauch)
1 rote Chili (wer mag)
6 frische Feigen, geviertelt
150g Ziegenfrischkäse (m: Ziegen-Faiselle)
Salz und Pfeffer
Zubereitung:

Den Ofen auf 240°C vorheizen. Die Süßkartoffeln schälen, der Länge nach halbieren und jede Hälfte in 3-4 Spalten schneiden. Mit 3 EL Olivenöl vermischen, salzen und pfeffern und auf ein mit Backpapier belegtes Blech verteilen. Für etwa 25 Minuten backen, bis sie weich sind. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Für die Balsamico-Reduktion den Balsamico-Essig und den Zucker in einen kleinen Topf geben. Zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren und für 2-4 Minuten köcheln lassen. Den Essig von der Flamme nehmen, wenn er noch etwas flüssiger als Honig ist - er dickt während des Abkühlens noch weiter ein.

Die Süßkartoffel auf den Tellern verteilen. 3-4 EL Olivenöl in einem kleinen Topf erhitzen und die Chili und Frühlingszwiebeln dazu geben. Auf mittlerer Hitze für 4-5 Minuten anbraten, dabei oft umrühren (Lauch etwas länger dünsten). Alles über die Süßkartoffeln geben. Die Feigen verteilen, den Ziegenkäse darüber krümeln und zum Abschluss ein paar Spritzer der Reduktion über alles geben.
Quelle: Ottolenghi/ Okka von Slomo

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Polenta aus frischem Mais nach Ottolenghi

Binnen kürzester Zeit gab es diese Polenta hintereinander weg. Köstlich! Sie wird sofort ins Dauer-Klassiker-Répertoire aufgenommen. Die breiige Konsistenz ist für mich bereits Soul-Food vom Feinsten. Dann dieser süßliche Geschmack des Maises - das ist wirklich ein Gedicht.

Für mich ist die Mais-Polenta eine ideale Begleitung zu etwas herberem Gemüse (Aubergine, Mangold, Spinat...), das ein Gegengewicht zur Lieblichkeit bietet. Feta habe ich selbstredend gegen Ziegenfrischkäse ausgetauscht. 

Beim ersten Mal ist mir die Polenta etwas zu dünn geraten. Diese Erfahrung konnte ich beim zweiten Mal einfließen lassen und nun auch hier im Rezept-Aufschrieb.  Die Auberginen-Sauce dazu habe ich abgewandelt nach unserem Geschmack, daher gibt es hier nur meine Version, das Original könnt ihr bei Mestolo nachlesen. Dort wird übrigens ebenfalls in den höchsten Tönen vom Geschmack frischer Polenta geschwärmt. Und auch Anne von Küchenklassikern hebt sie in ihrem Menu besonders hervor. Braucht ihr noch mehr Für-Sprecher?

Also: Ihr seht frischen Mais, dann dieses Mal nicht an gekochten Mais mit Kräuterbutter denken (da bleibt eh die Hälfte zwischen den Zähnen hängen), sondern an diese Polenta. Ihr werdets mir danken!

Einziger Wehrmutstropfen: für einen sorgenfreien Genuß mußte ich der Verpackung glauben: Sans O.G.M. - nicht genmanipuliert. Da bin ich bei Mais wie bei Soja tiefenskeptisch...  
Zutaten 2 Personen:
2 Maiskolben (m: etw 400g)
1 nussgroßes Stück Butter
100g Ziegenfrischkäse
Salz, Pfeffer

Auberginensauce:
etwas Öl
1 mittelgroße Aubergine, ca. 1,5cm Würfel
1 Zwiebel
1 Knoblauch
1/2 Glas Rotwein
Salz, Zucker
1 EL gehackter Oregano
1 TL gehackter Rosmarin
1 TL Thymian
1 TL Harissa

Spinatsauce:
1 rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
600g frischer Spinat
einige Stiele roter Mangold
Salz, Pfeffer
Harissa
3 EL Olivenöl
Zubereitung:

Für die Auberginensauce, die Aubergine würfeln. Portionsweise in einer heißen Pfanne mit wenig Öl goldbraun rösten. Eventuell dabei ein wenig Öl zugeben. In eine Schüssel geben.

Die Zwiebel und die Knoblauchzehe würfeln. In einem Eßlöffel Olivenöl diese glasig rösten. Die gehackten Kräuter dazugeben, ebenso die Auberginenwürfel wieder zurück in die Pfanne geben, mit Rotwein ablöschen, einköcheln lassen. Dann die ofengerösteten Tomaten zufügen. Einige Minuten bei geschloßenem Deckel köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Harissa abschmecken.

Für die Polenta die Maiskörner von den Kolben schneiden. Die Maiskörner (m: 400g) in einem Topf mit 250ml Wasser bedecken und aufkochen, dann ca. 12 min köcheln lassen. Abgießen, aber das Kochwasser aufbewahren.

Die Maiskörner im Blender einige Minuten pürieren, um die feste Haut der Körner möglichst fein zu zerkleinern, ggf. etwas Kochwasser hinzufügen. Die Maispaste in den Topf geben und 10 – 15 min unter Rühren bei niedriger Temperatur garen, eventuell noch etwas Kochwasser hinzufügen, bis sie auf die Konsistenz von Kartoffelpüree eindickt.

Die Butter, den Feta, Salz sowie etwas Pfeffer unterziehen und nochmals 2 min erhitzen.
Die Polenta gleichmäßig auf flache Schalen verteilen und in die Mitte warme Auberginensauce geben.

Variante 2 mit Spinatsauce:
Zwiebeln und Knofi fein würfeln. Spinat waschen und von den Stengeln befreien. Wasser zum Kochen bringen, etwas Natron dazu geben und den Salat darin blanchieren. Mit kaltem Wasser abschrecken und gut ausdrücken. Fein hacken. Die Mangold-Stiele ebenfalls würfeln. Zwiebel und Knoblauch in 1 Eßlöffel Öl glasig dünsten. Dann die Mangold-Würfel dazu geben. 3 Minuten weiter dünsten. Dann den Spinat zufügen. Mit Salz, Pfeffer und Harissa abschmecken. Außerdem 2 weitere Eßlöffel Olivenöl untermischen.
Quelle: Yotam Ottolenghi - Genußvoll vegetarisch

Montag, 1. Oktober 2012

Feigensalat mit Basilikum, Ziegenquark und Granatapfel-Vinaigrette nach Ottolenghi

Rezepte, die Ziegenkäse mit Feigen vermählen, gibt es wie Sand am Meer. Zu Recht, sie sind in jedweder Umgebung ein harmonisches Paar - was nicht jede Paarung von sich behaupten kann.

Mit dem Granatapfelsirup im Dressing, eine Idee von Ottolenghi, ist der Salat mal eine kleine Abwechslung, die gerne angenommen wird und gut geschmeckt hat.

Anstelle des lila Basilikums bin ich durch den Garten gestreunert und habe mich an den jungen Blättern der Rote Bete und des Mangolds bedient - damit war die Opfik dem Original wieder sehr ähnlich.
Zutaten 4P:

1 Schalotte
1/2 TL Dijon-Senf
2 TL Granatapfelsirup
Salz, Pfeffer
3 EL Olivenöl, plus zum Beträufeln
40g Rucola
20g gemischte purpurfarbene und grüne Basilikumblätter
(m: Zitronenbasilikum, Basilikum und junge Blätter von Mangold und Rote Bete)
8 reife Feigen
70g Ziegenquark oder ein junger, cremiger Ziegenkäse
(m: Faiselle)

Zubereitung:

Die Schalotte, den Senf und den Granatapfelsirup in eine mittelgroße Schüssel geben. Mit etwas Salz und Pfeffer würzen und unter kräftigem Schlagen langsam das Olivenöl zugießen, sodass sich die Zutaten zu einem homogenen Dressing verbinden.

Einen Großteil der Rucola- und Basilikumblätter zum Dressing geben, den Rest zum Fertigstellen des Salats beiseite legen, und behutsam vermischen. Die mit Dressing überzogenen Blätter auf einer großen Servierplatte ausbreiten.

Die Feigen der Länge nach in Viertel schneiden und dekorativ auf dem Salat anrichten. als Nächstes den Ziegenquark löffelweise auf den Feigen und Blättern verteilen. Mit en aufbewahrten Rucola- und Basilikumblättern garnieren, mit Olivenöl beträufeln und mit etwas Salz und Pfeffer sürzen
Quelle: Yotam Ottolenghi - Genußvoll vegetarisch

Montag, 23. April 2012

Wiederbelebung: Rote Bete Salat mit Orange und schwarzen Oliven

Habt ihr den Yotam schon vergessen? Der ist kein Eintagsfliegerich! Sein Buch würde ich mir sofort wieder kaufen. Und wir haben noch lange nicht alles verbloggt aus seinem Kochbuch - nich, für alle, die das Buch wegen dem Einband nicht anfassen können, den Allergikern und so ;O)!

Rote Bete und Frucht paßt, das weiß ich. Daher harmonieren auch hier die Zutaten. Ich schließe mich Yotam Ottolenghi an, wenn er zu diesem Salat kommentiert, dass er ohne die Oliven bestimmt milder und frischer ist. Die geschacksintensiven und etwas salzigen Schrumpeloliven setzten zur Süße der roten Bete und der Orangen allerdings einen interessanten Gegenpunkt.

Einige kleine Veränderungen - je nach dem, was Haus und Garten geboten hat - habe ich vorgenommen, aber auch vermerkt. Roten Chicorée habe ich noch nie hier auf den Märkten gesehen, der wurde also ersetzt und nach meinem Geschmack hätten es im Verhältnis zur roten Bete mehr Orangen sein dürfen. Allerdings waren meine Blutorangen sehr kleine Kameraden.

Zutaten:

400g Rote Bete
2 Orangen
(m: 2 Blutorangen)
1 roter Chicorée
(m: Blattsalat)
1/2 kleine, rote Zwiebel, in dünne Scheiben geschnitten
3 EL gehackte Petersilie
(m: Pimpinelle)
40g schrumpelige, schwarze Oliven, entsteint
3 EL Rapsöl
(m: 1 EL davon Haselnussöl)
1 TL Orangenblütenwasser
1 1/2 EL Rotweinessig
Salz, schwarzer Pfeffer
Zubereitung:

Rote Bete-Knollen in einen Topf legen, mit kaltem Wasser bedecken und zum Kochen bringen. 1-2 Stunden kochen, bis sie gar sind. Im Kochwasser abkühlen lassen (m: abgeschreckt und geschält), dann schälen und halbieren. Die Hälften in Spalten schneiden; sie sollten an der breitesten Stelle 1cm dick sein. Die Spalten in eine Schüssel legen.

Von den Orangen mit einem scharfen Messer das obere und untere Ende abschneiden, dann der Rundung folgend die restliche Schale so abschneiden, dass auch die weiße Innenhaut entfernd wird. Nun die Orangenfilets zwischen den Trennwenden herausschneiden, den Saft auffangen, Orangenfilets und Saft zu den Rote-Bete-Spalten geben, die Trennhäute wegwerfen.

Den Chicorée quer in 2 cm dicke Scheiben schneiden, die Blätter voneinander trennen und ebenfalls zum Salat geben.

Zum Schluß die restlichen Zutaten hinzufügen und behutsam mischen. Abschmecken, bei Bedarf nachwürzen und servieren
Quelle: Yotam Ottolenghi- Genussvoll vegetarisch

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Puy-Linsen mit Tomaten und Gorgonzola auf Dinkel-Mangold-Pfannkuchen

Nicht, dass ihr denkt, der YummyYummyOtam ist eine Eintagsfliege. Vegetarische Kochbücher, gute, vegetarische Kochbücher kaufe ich gerne und sofort! Für Empfehlungen bin ich allseits offen!! Nur her damit - schließlich bin ich soetwas wie ein Möchtegern-Vegetarierer. Das beste Fleisch ist immer noch das, welches ich gar nicht esse.
Eben Möchtegern ;)!

Aber tatsächlich ernähren wir uns absolut hauptsächlich vegetarisch. Und ich finde immer noch, dass der Ottolenghi sein Geld wert ist. Es finden sich bei ihm viele Gerichte, die nicht völlig neu, aber dennoch mit Pfiff sind. Einfach, lecker, ein wenig anders und dabei auf dem Boden geblieben. Für meinen Geschmack darfs gerne noch mehr vegetarische Kochbücher geben, die so gut bei mir ankommen. Schließlich habe ich das ein oder andere daraus bereits begeistert nachgekocht.

Zu den Linsen gabs bei uns Pfannkuchen aus Dinkelmehl und blanchiertem Mangold. Hat prima gepaßt! Und bitte nicht zögern bei der vegetarischen Kochbuchempfehlung! Ach, und Mestolo, die sich als Echt-Vegetarier ebenfalls sehr begeistert zeigte zu Yotam, hat den Salat ebenfalls schon präsentiert.

Zubereitung:

1 kleine rote Zwiebel
(in sehr dünne Scheiben geschnitten)
1 El Rotweinessig von guter Qualität
1 TL Fleur de Sel
3 EL Castelluccio-Linsen (m: Puy Linsen)
3 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe
Pfeffer
3 EL gehackte Kerbel (oder Petersilie)
3 EL gehackter Schnittlauch
4 EL gehackter Dill
(m: frischen Kräuter halb Kerbel/ Petersilie)
80g milder Gorgonzola
in unregelmäßige Stücke geschnitten

ofengetrocknete Tomaten
400g Flaschentomaten (etwa 5 Stück)
8 Zweige Thymian
1 EL Olivenöl
2 EL Balsamico-Essig
Salz

Pfannkuchenteig aus hellem Dinkelmehl (D630) mit blanchiertem Mangold
Zubereitung:

Zuerst die ofengetrockneten Tomaten zubereiten. Dazu den Backofen auf 140°C vorheizen. Die Tomaten der Länge nach vierteln und mit der Hautseite nach unten auf ein Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Die Thymianzweige darauf verteilen. Mit dem Olivenöl und dem Balsamico beträufeln und mit etwas Salz bestreuen. Für 1 1/2 Stunden in den Backofen stellen, bis die Tomaten halb getrocknet sind. Den Thymian entfernen und die Tomaten auf dem Blech kurz abkühlen lassen.

Inzwischen die roten Zwiebelscheiben in eine mittelgroße Schüssel geben und mit dem Rotweinessig übergießen und mit dem Salz bestreuen. Umrühren und einige Minuten marinieren, damit die Zwiebel etwas weicher wird.

Die Linsen in einen Topf mit kochendem Wasser geben (das Wasser sollte etwa 3 cm über den Linsen stehen) und 20-30 Minuten köcheln lassen, bis sie gar sind. In ein Sieb gießen, gut abtropfen lassen und noch warm zu den Zwiebelringen geben. Das Olivenöl, den Knoblauch und etwas schwarzen Pfeffer hinzufügen, alles vermischen und abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen behutsam die Kräuter unterheben, probieren und bei Bedarf nachwürzen.

Zum Servieren die Linsen hügelförmig auf einem großen Teller anrichten, dabei die Gorgonzolastückchen und die ofengetrockneten Tomaten nach und nach mit einbauen.

Samstag, 8. Oktober 2011

Yummy-Yummy-Yotam: geröstete Aubergine mit Tahini

Yummy-Yummy-Yotam fand ich ne schöne Alliteration - ihr wißt schon *kennt keine K(G)nade*, der Yotam ;O). Wobei diese Auberginencrème für diejenigen, die die syrische Auberginencrème kennen, nicht ein phänomenal-neues Geschmackserlebnis ist, aber durchaus eine schöne Abwechslung dazu - wie Baba Ghanoush mit doppeltem Boden. Den erzeugt der Granatapfelsirup, den man nicht rausschmeckt, aber eben diese unbekannte Tiefe gibt. 

Uns hat sie gut gefallen, die Crème, die ich, um dem Granatapfel mehr Wirkung zu geben, ohne Gurke und Tomate zubereitet habe. Beim nächsten Mal wird aber auch das versucht. Prima, die kommt ins Repertoire. Für mich bleibt das Kochbuch eine Empfehlung. Wir haben dazu Navet-Butterrübchen-Puffer und einen grünen Salat mit Tomate gegessen.

Zutaten:

1 große Aubergine
70g Tahini (Sesampaste)
2 TL Granatapfelsirup
1 EL Zitronensaft
1 Knoblauchzehe, gepresst
3 EL gehackte Petersilie
Salz/ Pfeffer
3 Mini-Salatgurken
(insgesamt 180g, optional m: weggelassen)
90g Kirschtomaten (optional/ m: weggelassen)
Kerne von einem 1/2 großen Granatapfel (90g)
etwas Olivenöl zum Beträufeln (m: vergessen)
Zubereitung:

Zuerst die Aubergine rösten. Yotam macht das entweder direkt über der Gasflamme (ca. 15min) oder unter dem Backofengrill. Ich machte es wie für die syrische Auberginencrème (Baba Ghanoush), dass ich die Aubergine mit einer Fleischgabel ringsum einsteche, in eine feuerfeste Form lege und ca. 45 brate im 240°C heißen Ofen. Sobald die Aubergine soweit abgekühlt ist, mit einem Löffel das Fruchtfleisch herausschaben und in ein Sieb geben und mindestens 30 Minuten abtropfen lassen (m: Sieb übersprungen, da unnötig).

Das Fruchtfleich grob hacken (m: püriert) und in eine Schüssel geben. Die Sesampaste, 60ml Wasser (m: nicht dazugeschüttet), den Granatapfelsirup, den Knoblauch, die Petersilie, etwas Salz und Pfeffer hinzugefügen und mit einem Schneebesen (m: Zauberstab) gut verrühren. Probieren und je nach Bedarf mit mehr Knoblauch, Zitronensaft oder Granatapfelsirup nachwürzen. Der Salat sollte ein krätig säuerliches und leicht süßes Aroma erhalten.

Falls Salatgurke und Tomaten verwendet werden sollten, die Salatgurke der Länge nach halbieren, dann die Hälfte nochmals halbieren. Die entstandenen Gurkenviertel in 1 cm lange Stücke schneiden. Die Kirschtomaten halbieren, zusammen mit den Gurkenstücken zur Auberginenmischung geben und verrühren.

Zum Servieren auf einer flachen Platte verteilen, mit den Granatapfelkernen bestreuen und mit Olivenöl beträufeln.

Quelle: Yotam Ottelenghi - Genußvoll vegetarisch
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