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Zu Tisch mit #5... MB - Bohnensalat mit Knoblauch-Mayonnaise

Sonntag, 7. August 2016

Im Gegensatz zu der Meinung vieler glaube ich an die Freundschaft zwischen Mann und Frau. Das hat bei mir seit der Pupertät funktioniert. Wie gemacht für einen eben solchen finde ich meine heutige *zu Tisch mit*- Wahl, welchen in meiner Generation vermutlich alle kennen dürften: Moritz Bleibtreu. Den Moritz kann man sowas von multifunktional einsetzen - wie eine gute Freundin eben - so dass ich mir gar nicht sicher bin, ob ich lieber mit ihm tanzen gehen (hey, deutscher Break Dance-Meister '84), zusammen kochen oder bummeln wollte. Auf jeden Fall hole ich ihn mir heute mit Freude an meinen Tisch, mit dem Gefühl, einen alten Freund virtuell zu bekochen

Moritz ist übrigens ebenfalls begeisterter Hobbykoch. Wäre das mit der Schauspielerei nix geworden - für ihn eine echte Berufung, denn als Kind war ihm bereits klar, dass ein Schauspieler in ihm steckt  (um eine solche frühe Gewissheit beneide ich ja alle) - dann könnte er sich ebenso gut vorstellen, als Koch zu arbeiten. Das finde ich ja das anziehendste an Moritz, die Zufriedenheit, die er ausstrahlt, diese Einigkeit mit seinem Leben. Klar, habe ich viele Filme mit Moritz gesehen, *Lola rennt*, *Knockin' on Heaven's Door*,*Solino*, *Im Juli*,  *Soulkitchen* undundund... überhaupt die *Fatih Akin-Clique* - das sind doch alles gute Jungs (genauer zu seiner Karriere: hier entlang)!
Seit meiner Zeit am Theater beäuge ich Schauspieler eigentlich skeptisch. Da hats schon haufenweise Spinner drunter mit Profilneurose und Treibsand unter den Füßen - vielleicht eine Berufskrankeit, wenn man mehr in unterschiedlichen Rollen lebt als in sich selbst. Moritz hingegen wirkt in sich ruhend. Weswegen ich ihm sogar lieber als Moritz Bleibtreu zuhöre, als ihm bei seiner Berufsausübung zuzusehen. Wie habe ich gerade unter der Sommereiche bei Gerhard Hauptmann gelesen, der in *Das Abenteuer meiner Jugend* wiederum Martin Luther zitiert: *Man muß dem gemeinen Mann aufs Maul schauen, wenn man wissen will, was Sprache ist.

Genau das mag ich besonders an ihm: sein natürlicher, ungekünstelter Umgang mit Sprache. Echt halt. Ohne Fassade. Mit Offenheit zur eigenen Haltung und Meinung (s. hier - da zucke ich selbst die Achseln zu seiner McDoof-Werbung). Und je älter er wird und seit er Vater ist, umso mehr gewinnt er an Charisma. Ich mag, dass er Weltenbürger ist (er spricht fließend italienisch, englisch und französisch), dass er vor allem anderen an das Individuum glaubt, und dass er andere gerne zum Lachen bringt. Mich auch. Beste Voraussetzungen für einen schönen Abend an einem Tisch. Und Bomben-Gelegenheit, um ein echtes Wunschkochbuch anzustoßen, nämlich Moritz in Zusammenarbeit mit Stevan.

Rausgesucht habe ich mir dazu einen Bohnensalat mit Senfdressing nach Gordon Ramsay - einen Koch, auf den der Moritz abfährt und auf den ich überhaupt erst über Moritz gestoßen bin. Würde ich Moritz tatsächlich bekochen, dann würde ich mir natürlich mehr was zum Angeben raussuchen (schließlich teilen wir eine Passion). Was genau, das zeige ich euch dann die Tage... Zurück zum Salat sei noch angemerkt: den ofengegarten Knoblauch, bzw. das Dressing darf man sich für weitere Gelegenheiten im Hinterkopf bewahren: tolles Aroma und super cremige Konsistenz, eine Art Knoblauch-Majonnaise - so wird das was mit dem Bohnensalat!
Zutaten:

1kg dünne, grüne Bohnen
200g Mandelblättchen
Salz, Pfeffer

2 Knoblauch-Knollen
2-3 TL Weißweinessig
2 TL Dijon-Senf
2 TL flüssiger Honig
150ml Olivenöl

Zubereitung:

Den Ofen auf 180° vorheizen. Den Knoblauch jeweils in Backpapier stecken und gut mit Küchengarn verschließen. Für 20-25min im Ofen garen und abkühlen lassen.

Währenddessen die geputzten und gegipfelten Böhnen in reichlich Salzwasser für 1 1/2min kochen, bis sie sich ihr roher Zustand in knackig gewandelt hat (m: deutlich länger gekocht: bis gar UND mit Biss). Abschütten, mit kaltem Wasser abschrecken, gut abtropfen lassen und zur Seite stellen.

Die Mandelblättchen in einer beschichteten Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Abkühlen lassen und zur Seite stellen. Mit den Bohnen mischen und etwas salzen und pfeffern.

Die Knoblauchzehen aus der Schale lösen und mit einer Gabel zusammen mit dem Weißweinessig zu einer homogenen Paste zerdrücken. Honig und Senf zufügen und gut verrühren. Das Öl wie beim Mayonnaise machen in dünnem Strahl langsam unter konstantem Rühren anschütten bis das Dressing andickt. Abschmecken und eventuell noch etwas Essig zugeben. 

Dressing und Bohnen-Mandel-Mischung am besten von Hand schön miteinander vermischen.

Zu Tisch mit #2 .... RW

Freitag, 18. September 2015


Laß' ich es unverschnörkelt raus, wie es ist: der Roger Willemsen ist kein Mann, um den man sich auf dem Land reißen würde. Ich bezweifle doch stark, dass man den Roger auch nur hinstellen kann, um ein Ikea-Regal aufzubauen. Zwei linke Hände bringen dich hier leicht auf die Reservebank. Aber läuft es nicht generell derart, dass eine meisterliche Könnerschaft mit einem daraus resultierenden Defizit einher geht. Plattestes Beispiel: zu viele Kopfbälle steigern nicht die Rhetorik. Letzters wiederum darf man mit Fug und Recht genau Roger Willemsens Element bezeichnen.

Und zwar auffallend: kein normaler Mensch redet auf der Straße so. So hochgestochen, überkandidelt, mit einer solchen Fremdwörterdichte und derart verschachtelten Sätzen. Das geht schon Richtung intellektuell verschroben.  Fast meint man, einen Dünkel (*Bildungsschicht*) raushören zu können - was bestimmt auf den ein oder anderen abschreckend wirken mag. Doch eben diese überstrukturierte Sprache, dieser überborstende Wortfundus macht es für mich spannend, zu sehen ob ich ihm folgen kann. Ihm, den anerkannten Schnelldenker und Schnellredner, der das Reisen liebt und versucht, als Freigeist zu leben. Roger Willemsen - der mentale Expander für zuhause.

Sein letztes Buch *Das hohe Haus* fasziniert mich - die Idee, das Parlament unter die Beobachtung eines mündigen Bürgers zu stellen, hat was.  Hier wird Roger sehr unterhaltend dazu befragt. Jedes Land bräuchte jedes Jahr einen derartigen Den-Volksvertretern-auf-die-Finger-Gucker!

Roger Willemsen  gebraucht seine Wortgewalt, um sich laut und stark zu machen für Positionen, die mir sehr gut gefallen. Beispiele. Auf schlichte Fragen wie: *Sind Sie Parzifist?* antwortet Roger Willemsen mit einem ebenso schlichten *Ja*. Mit einfachem Punkt dahinter. Die Vorraussetzung für Mut ist, sich notfalls auch selbst zu schaden. Das braucht es wohl, wenn man für eine Sache einstehen, Haltungen annehmen will, dann, wenn es richtig ungemütlich wird. *Sätze, für die man durchs Feuer geht*, weil man meint, was man sagt.  Und überhaupt kann Lau-Sein keine Lösung sein..

 *Wir haben eine weitgehend scheiß-liberale Beurteilung dessen, was ein Standpunkt ist. Wir haben eine Meinungsfreiheit, die meistens für die Dinge in Anspruch genommen wird, für die man keine Meinungsfreiheit braucht, sondern ein starkes Drängen in die Konsensmitte.* (hier entnommen)

Sehrsehr empfehlenswert für alle, die auf irgendeine Art öffentlich schreiben oder denken: Roger zur Kunst des Streitens in der Mediengesellschaft. Oder um sich einfach überhaupt zum Mitdenken inspirieren zu lassen - Roger zeigt sich hier als flammender Redner (die Sprachbilder! *Lauge der Belanglosigkeit*). Was wohl sonst rauft eine Demokratie, die viele unterschiedliche Interressen vereinen soll, zusammen, wenn nicht die Fähigkeit zur ernsthaften Auseinandersetzung!

Kurioserweise scheint es mir manchmal, als nutze Roger seine Sprache in gleichem Maß, um die Menschen von sich fern zu halten wie um Brücken zu ihnen zu schlagen.

Nun ist Roger an Krebs erkrankt. Mit einem gemeinsamen Essen würde ich ihn gerne ablenken wollen. Weshalb er heute als zweiter Gast in meiner neuen Ruprik *Zu Tisch mit... * eingeladen ist. Herzlich. Zu diesem Zweck bekommt er von mir gewöhnliche Hausmannskost serviert. Herr Willemsen kann - wie auch mit zwei linken Händen - überhaupt nicht kochen. Und in die gehobenere Gastronomie wird er sich schon ohne mich aussführen - da habe ich keine Sorge. Gute Besserung, lieber Roger Willemsen! 

Was ich ihm denn auf den Tisch stellen würde - hypothetisch - dazu dann morgen...

*Anmerkung m: Bei meinen Roger-Links handelt es sich um ausgewählte Filme. Immer gut, wenn man sich ein bewegtes Bild machen kann.

Zu Tisch mit #8... FC

Donnerstag, 7. September 2017


Als einsames, unglückliches Kind habe ich früh meinen Schuttle aus dem Jetzt und Hier entdeckt: das Lesen. Meiner Meinung nach ist nicht die Suche nach Bildung der Hauptbeweggrund um zu einem Buch zu greifen, sondern vielmer ist es der Wunsch der Umgebung, der Realität, dem Alltag zu entfliehen. Tja, und es funktioniert

*Man kann nicht alle Länder bereisen, man kann nicht alle Menschen kennen, wir plagen uns mit dem Altwerden, mit dem Kranksein, mit der Liebe, kein Buch auf der Welt kann das heilen, kann trösten, aber es kann drei Stunden ablenken. * sagt Elke Heidenreich, ebenfalls ein lesendes Kind -  und wir könnten uns nicht einiger sein

Mein Leseausweiß für die Bibliothek in der nächsten Kleinstadt war mein Sesam-öffne-dich ins Exil. Die Bibliothek war erst im Aufbau, sogar anfangs noch mittels Karteikarten sortiert und die Regale für Kinder überschaubar bestückt. Ich las wahllos alles, was man mir anbot - zwangsläufig kiloweise Enid Blyton.

Das erste Buch allerdings, das bei mir Epoche machte, glich einer Offenbarung. Und wurde zum gehüteten Schatz - ich besitze es bis heute. Als jungfräuliches Mädchen schuf mir Federica de Cesco - meinem heutigen *Zu Tisch mit-Gast* - genau zur richtigen Zeit eine Identifikationsfigur. Wie Toyo aus *Das Sternenschwert* wollte ich sein: mutig, unerschrocken, frei, geführt und verbunden mit Drüben, an die große Liebe glaubend und nach ihr suchend. *Seid stark, verdammt nochmal. Lebt eure eigene Freiheit ... * das ist die grundlegende Botschaft vieler ihrer Bücher (von denen ich allerdings nur einen kleinen Bruchteil gelesen habe s.o.). Zuletzt *Die Tibeterin* - ihr erinnert euch vielleicht. Und wer frei und selbstbestimmt sein will, muß Nein sagen können - meine Rede. «Es sollte eine tägliche kleine Gymnastikübung sein, den Kopf zu schütteln. Wer sich immer anpasst, von dem wird das mit der Zeit erwartet.» Man, ja heute speziell Frau, kann nicht oft genug die Kraft üben, Haltung zu zeigen der eigenen Selbstverantwortlichkeit zuliebe!

Die Schweizer Schriftstellerin Federica de Cesco ist mittlerweile 79 Jahre alt und hat unfassliche 85 Bücher geschrieben. Beeindruckend finde ich ihre Disziplin: bis heute schreibt sie täglich 3-4 Stunden. (by the way: ich bin eh davon überzeugt, dass Kreativität ohne Disziplin es zu nichts bringt). Vieles über das sie schreibt, lebte sie auch: sie schaute sich als Weltenbummlerin viele fremde Kulturen an (besonders die indigenen Völker) und ist seit nun 46 Jahren mit ihrem japanischen Mann Kazu verheiratet, mit dem sie nach eigener Aussage unzertrennlich Tag und Nacht verbringt. Das Geheimnis ihrer glücklichen Ehe: *Ich kanns nicht sagen. Fügung. Glück. Wir reden andauernd miteinander.* Ihr Mann macht ihr ein zauberhaftes Kompliment: *Sie ist wie eine Oper*. Ach, ich mag treue Paare, die im Gespräch miteinander sind und neugierig auf die Welt! Und Federica de Cesco ist einer der Gründe, warum das so ist.

Riesig gefreut habe ich mich, als ich entdeckte, dass eine Dokumentation über sie gedreht wurde (einsehbar gestückelt hier bei Youtube). Leider konnte dieser Film so gar nicht meine Erwartungen erfüllen. Überraschend hingegen für mich, wie vielen jungen Mädchen es ganz ähnlich erging wie mir: in Federicas Büchern fanden sie Vorbilder - Frauenfiguren, die ihnen wie Wegweiser dienten, wenn es in dem eigenen Umfeld daran mangelte. Alle eint, dass sie sich dank Federica bestärkt fühlten, auf ihre innere Stimme zu hören. Zu schade finde ich, dass ihr dieser Film so gar nicht nahe kommt. 

Völlig andere Antworten hätten mich interessiert. Die Gelegenheit, bei einem gemeinsamem Essen nachzufragen - hach, es wäre ein absolutes Traumtreffen. So wüßte ich gerne, wer oder was sie spirituell anleitete? Woher stammt die Affinität zum Schamanismus? Die tiefen Bindungen zu einem Pferd, die in ihren Büchern immer wieder auftauchen, sind sie rein ihrer Phantasie entsprungen oder besaß sie je ein Pferd? Welche ihrer Reise ging besonders tief und veränderte sie? Wie war die Zeit bei den Tuareg? Welche Eigenschaft schätzt sie besonders an ihrem Mann? Gibt es ein Buch das sie nun - rückblickend aus dem Alter - anders schreiben würde? Hat sie selbst ein Lieblingsbuch? Auch unter ihren eigenen? Wer inspirierte sie in der suchenden Zeit der Pupertät? Ach, da fiele mir einiges ein, nachzuhaken!

Als begleitendes Essen suchte ich ein Gericht heraus, das der Garten und die Saison anbietet und ich mit viel Genuß sehr ähnlich gerade erst erneut wieder zubereitete: die Polenta aus frischem Mais (hier plus Erbsen) mit Tomaten-Auberginen-Sauce


zu Tisch mit #13... : JF

Mittwoch, 17. August 2022


 

Von all meinen Menschen, die ich innerhalb der Serie *zu Tisch mit #... * hier seither vorgestellt habe, halte ich euch heute mit Abstand meinen absoluten Liebling hoch: James French! Was ein Mensch! Was glitzernde Augen! Welch Innerlichkeit!

James French nennt seinen Beruf (besser Berufung) *Tierkommunikator*. Aber eigentlich ist er viel, viel mehr als das! Er offenbart in großer Einfachheit tiefe Wahrheit: nichts ist so existentiell wie unsere eigene Empfindung, unser Fühlen - wie oft hatte ich es zu diesem Thema bereits hier auf dem Blog. Sehr gerne ziehe ich die poetische Aussage meines Habib wieder dazu: *Der Kopf kennt nur die Emotionen, den Schaum auf den Wellen, das Gefühl aber ist die Tiefe des Ozeans.*

Seit über 20 Jahren arbeitet James nun mit Tieren. Alles begann in seiner Kindheit, als ein brutaler Stiefvater in sein Leben trat und er Zuflucht suchte bei den vielen, ihn umgebenden Tieren, den Hunden, Pferden, Schafen. *Der tragische Anfang meines Lebens war ein Glück, weil ich so meine Erkenntnisse über die Beziehungen zu Tieren gewann*, stellt er rückblickend fest, *die Tiere kümmerten sich immer um mich*. Und jetzt kümmert sich James um die Tiere.

Ausgangspunkt seiner Arbeit ist die Erkenntnis, dass Tiere wie Menschen fühlende und denkende Wesen sind. *Zwei friedliche Geister können einander zuhören und es fällt beiden leicht, die Gefühle des anderen intuitiv wahrzunehmen - ein ruhiger Geist erfaßt Gefühle jenseits der Worte*.

Auf seiner Homepage formuliert James seine Arbeitsmethode so: *Die Trust Technique vermittelt ein friedliches Gefühl der Veränderung. Es ist eine Methode, die durch minimierte Denkaktivität eine vertrauensvolle Beziehung schafft, die beim Überwinden von Verhaltensproblemen hilft und den Kooperationsgeist lehrt.*  Aber mehr als alle Theorie hilft die direkte Anschauung. So wie James sagt: *Wir Menschen müssen manchmal etwas sehen, um es zu fühlen*. Oder um es zu glauben. Daher kann ich nur mehr als empfehlen, sich selbst einen eigenen Eindruck zu machen, und sich die viertel Stunde für das erste Video zum Anschauen zu nehmen. Um dann die läppischen 7 Euro zu investieren, damit man sich in den fortführenden Videos (auch mit deutschem Untertitel verfügbar) tiefer einführen lassen kann.

Allein daran trennt sich übrigens schnell Spreu von Weizen: wer Größerem, Wahrhaftigem und der Wahrheit dient, wird daraus nie Profit schlagen. Die Einnahmen kommen wiederum der Arbeit mit Tieren auf Gnadenhöfen und Tierheimen zugute.

*In Wahrheit ist Vertrauen alles* sagt James. Wiederholt den Satz mehrfach. In Wahrheit ist Vertrauen alles. Versteht ihr, was er damit meint? Wirklich meint? Das ist seine Basis!

James wird demonstrieren können, wie man Vertrauen herstellt. Es ist phänomenal ihm zuzusehen, wie er mit Tieren meditiert, wie die Tiere darauf reagieren und wie groß die Bereitschaft zur Kooperation ist, wenn das Wesentliche stimmt. Guckt es euch an! Dabei zeigt sich, dass alles miteinander verwoben ist: Friede, Stille, Mitgefühl, Klarheit, Achtsamkeit, Geduld, Ehrlichkeit, Freiheit, Vertrauen, Respekt, Güte, Aufmerksamkeit, Präsenz, Selbstachtung, Heilung... - man kann das eine nicht ohne das andere haben. 

Ruhe ist das Jetzt.

Geduld ist das Vermögen, ein Wesen sich selbst sein zu lassen.

Ein Mensch, der bewußt nichts denkt - das ist pures Sein.

Jedes fühlende Wesen sehnt sich nach Verbindung  (James French).

In unserer Gesellschaft ist die Angst-Motivation derart verwurzelt, dass wir fast alle überzeugt sind, dass einer nun mal der Boss sein muss, beobachtet James. Das bedeutet, einer zwingt den anderen und übt so lange Druck auf ihn aus, bis jener nachgibt - dann erst wird der Druck weggenommen. In Frieden braucht es niemanden, der bestimmt und anführt, sondern man vertraut sich einander freiwillig an: feeling peacefull/ having peace of mind is the closest thing to unconditional love, that you can have

Das Problem sind nicht verhaltensauffällige Tiere, das Problem sind die Menschen. Daher zielt James Arbeit darauf, Menschen Anleitungen zu geben, wie man mindfullness (das schönere, englische Wort) herstellen kann - der Beginn um beziehungsfähig zu werden. James French: *Unsere Wahrnehmung hängt davon ab, wie wir uns fühlen. Ändern wir das Gefühl, dann ändern wir auch die Wahrnehmung. Erst wenn der Mensch in sich ruht, kann er agieren - statt reagieren. Erst wenn der Mensch im Frieden verankert ist, kann er schöpferisch werden.

*Je mehr man sich mit ruhigem Geist und der Arbeit mit Tieren auseinandersetzt, desto mehr realisiert man, wie weit weg der Mensch von sich selbst ist und wie wenig er zuzuhören vermag. Wir haben uns von der Tierwelt abgetrennt, weil wir die Fähigkeit zu fühlen verloren und angefangen haben, alles zu intellektualisieren. Wir gingen vom Herz in den Kopf (James zeigte dabei mit den Fingern auf beides), es ist nicht weit, aber die Reise zurück ist lange.*

Für manche aber ist diese Reise ein way of no return. Das ist meine Meinung. Ganz so wie es abgebildet ist auf dem Prophecy Mountain der Hopi-Indianer. Manche Menschen haben sich von der Natur, ihren Empfindungen und den anderen Geschöpfen bereits so weit entfernt, dass sie einen Weg eingeschlagen haben, der nicht mehr umkehrbar ist, sie wegführt von der Einheit und damit die Entscheidung endgültig gefallen ist. Wieder und wieder gilt: Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdets nicht erjagen!!!




Trust Technique - Homepage von James French und seiner Partnerin Shelley Slingo

Mit Tieren sprechen - SWISS TV - über diese Sendung habe ich James entdeckt

Blindes Verstehen - Homepage von Erdmuthe Podloch und ihre blinde Stute Samara, die nach der Trust Technique arbeitet

Cavallo - Pferde-Zeitschrift über die Trust Technique

Zu Tisch mit #1 ...GMK - Möhren-Kartoffel-Curry

Montag, 11. Mai 2015


Klar, sagen wir wies ist. Die Sendung *Shopping Queen* richtet sich vorallem an Städter-Mädels, deren liebstes Hobby *Klamotte-Einkaufen* ist. Aber welche Frau hat keine Freude an Mode? Garten und Laufsteg-Ambitionen greifen nicht wirklich ineinander, aber selbst als Landmädchen blühe ich auf, wenn ich mich besonders hübsch gekleidet fühle. Wobei ich an *Shopping-Queen* zusätzlich spannend finde, dass das *größere Kleid*, die nächst größere Hülle, ebenfalls gezeigt wird: nämlich wie die Teilnehmerinnen wohnen. Was sind die Menschen vielfältig! Ganz klar bleibt aber alles zusammenhaltender Schlußstein: Guido Maria Kretschmer! Allein wegen ihm kann man sich das wöchentlich ansehen. Modefimmel unabhängig (Beweis: bitte hier entlang)

Ach, denke ich mir öfters: SO geht man also ins Leben, wenn man sich geliebt, geborgen und unterstützt fühlte... von Kindheit an. Es bräuchte mehr solcher Elternhäuser.  Schon als Kind saß er an der Nähmaschine oder in Kaufhäusern und beobachtete welchen Frauen welche Schnitte stehen und wie sie sich gegenseitig beraten. Sonntags aber ließ er sich von seinen Eltern ins Krankenhaus fahren, um dort ehrenamtlich zu arbeiten. Ein Menschenfreund eben.

Ich mag seine wache Beobachtungsgabe, seinen Witz (es gibt eindeutig zu wenig Menschen, die gutartige Fröhlichkeit verbreiten, VIEL zu wenig), seine Leidenschaft für seine Tätigkeit, seine Kreativität gepart mit Bodenständigkeit, seinen verschmitzten Lausbubencharme, ja seine Sprüche, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen und dennoch zeitlos sind, seine Ehrlichkeit, die den Boden der Anständigkeit nicht verlassen und sein Iiiihhh-Kichern, wenn ihm etwas überhaupt nicht gefällt. Ich mag treue Menschen, sehr (30 Jahre verbinden ihn und seinen Mann - ach, und die Kennnenlern-Geschichte dazu!!), dass er meine geschätzte *Selbstgenügsamkeit* ausstrahlt und einen Faible für schöne Gärten hat. Obendrein hat er als Kosmopolit, als jemand der im Ausland lebte und als sehr fleißiger Arbeitsmensch sehr viel zu erzählen - was er gerne tut. Kurz: der IDEALE Gast also!

Womit ich eine weitere neue Rubrik auf meinem Blog einführe: zu Tisch mit.... (neben meinem DUBB). Dafür werde ich mir immer wieder eine bekannte und von mir geschätzte Person aussuchen, die ich virtuell bekoche. Heute lade ich also - zur Premiere dieser Rubrik - den Guido Maria zu uns ein, passend zu seinem heutigen 50 Geburtstag (... ich mausere mich wohl zu einem ernst zunehmenden Groupie  ;): Bonne Anniversaire, lieber Guido Maria!

Natürlich las ich auch schon das ein oder andere Interviews mit ihm. Er ist Vegetarier (wie angenehm), er trinkt keinen Alkohol (wat herrlich, endlich mal ohne die leidige Einstandsdebatte *Nee, noch nicht mal wenigstens manchmal ein Gläschen Wein*), findet Lakritze doof (eben) und schätzt Hausmannkost (Herzlich Willkommen). Nun kommt überhaupt die Krönung: vorzugsweise schätzt er Kartoffeln und Karotten. Also wenn der Guido Maria damit nicht in das kulinarische Gräbelchen zwischen den Habib und mir paßt, dann weiß ich auch nicht. Auf Grund dieses Interviews entschied ich mich zu dem heutigen Gericht für Guidos hypothetischen Geburtstagsbesuchs. Die Rosinen wären ein gastliches Entgegenkommen...
 
EDIT 2020: leiderleider große ENTZAUBERUNG - Esprit, Witz und Ausstrahlung hat GMK mittlerweile verkauft
 
Zutaten: 4P:

1 kleiner Blumenkohl
250 g Möhren
400 g Kartoffeln
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer 
4 EL Öl
2 EL Tomatenmark
je 2 TL Kurkuma- und Currypulver
je 1 TL Koriander- und Chilipulver
2 Dosen Kokosmilch (á 400 g) 
(m: zur Hälfte mit Gemüsebrühe ersetzt)
ca. 1 TL Salz
30 g Rosinen
1-2 EL Mandelstifte (geröstet)

Zubereitung:

Gemüse und Kartoffeln putzen und waschen. Möhren in Scheiben schneiden, Blumenkohl in Röschen teilen, Kartoffeln in Stücke schneiden.

Zwiebeln und Knoblauch abziehen. Ingwer schälen. Alles würfeln und im heißen Öl in einem Topf unter Rühren andünsten. Tomatenmark und Gewürze zufügen, kurz mit anbraten. Kokosmilch (und Gemüsebrühe) und Salz zugeben, aufkochen lassen.

Gemüse und Kartoffeln zugeben. Bei schwacher Hitze ca. 10 Minuten köcheln lassen. Rosinen zugeben und ca. 5 Minuten mitgaren. Kräftig abschmecken. Mit Mandelstiften bestreuen. Dazu: Basmatireis.
Inspiration: Küchengötter

Kaleidoskop: Jahresrückblick 2016

Freitag, 30. Dezember 2016


° bewußtseinserweiternd
Drogen oder überteuerte Eso-Seminare versprechen genau das, was mir die Reise nach Madagaskar gab - unterwegs ohne Guide, Gruppe und Alkohol versteht sich (s. hier, hier oder hier). Bestes Indiz für die Erhellung: die gewonnene Erkenntnis schmeckt bitter und die Füße stehen anschließend fester auf dem Boden der Realität. Und die Tiefe der Eindrücke ist nicht vermittelbar...
... mein Januar und Februar 2016

° ortsgebunden:
Nachhausekommen war mir ein Fest: die Stille, die Ruhe, die Fülle der Natur - an keinem Ort der Welt hätte ich Frühling und Sommer lieber verbringen wollen als in unserem Garten in der Drôme.


° taktisch:
Same procedure as every year: viel Lustwandel auf den Märkten - viel Gartenarbeit - viele Begegnungen mit Feriengästen... unser ländlicher Rhythmus mit den Jahreszeiten...

° verlassen:
mein kleines Blogevent *Zu Tisch mit...* hat seinen ersten Gast verloren: Roger Willemsen verstarb zu früh an schneller Krankheit im Februar

° sehenswert:
ein neuer Film aus der Reihe *Der Tatortreiniger* - Bjarne zählte ja ebenfalls zu meinen Gästen unter den *Zu Tisch mit...*-Geladenen : Özgür - so klug wie witzig

° 12 von 12:
9 mal verpaßt 2016 - nur 3x dran gedacht: im Februar, im März und im Juni

° glücksbergend:
meine Beziehung, die mir zeigt, dass Nähe und Freiheit nicht im Widerspruch stehen - dank Ehrlichkeit und Vertrauen. Und dank der guten Mischung aus ritualisiertem Alltag, WG-Athmo mit Feriengästen und den gemeinsamen Abenteuer-Phasen... und beziehungsphänomenologisch: ein Kind von 12 Jahren ist nicht mehr das Gleiche wie mit 4 Jahren - dabei prägt der Charakter mehr wie das Alter...

° innovativ:
die zweite, bunte Lichterkette auf unserer Terrasse: unter funkelnden Sternen und bunten Glühbirnen - eine GUTE Investition und für mich weltschönste Grundausstattung für Sommernächte



° überdurchschnittlich:
viel getanzt 2016 - in bester Erinnerung: dieser Abend (selbst *Frigo* war suppi - trotz Clown-Sperre). Und dieses Jahr sogar öfters mit einer wilden Gruppe durch eine Yurte gehupst - Hauptsache tanzen.... 

° ungewöhnlich:
ein sehr trockenes Jahr, wenn Regen dann sturzflutartig, Temperatursprünge im Frühling, trotz eines heißen Sommers blieben die üblichen, tropischen Nächte aus

° hittig:
die Ernte der zweijährigen  Paprikapflanzen, die im Treibhaus erfolgreich überwinterten - erfolgreichste Paprikaernte ever  <> im Gegensatz zur Apfelernte aufgrund des Winterintermezzos zur Blütezeit. Ach, und das Jahr der Brombeere und der prächtigen Kohlköpfe

° gruselig:
das Schneegestöber der Buchsbaumzünsler - in der Drôme wachsen wilde, uralte Buchsbäume, die nun nach der Plage stellenweise als Gerippe Schatten werfen

° ausgedünnt:
der Flugverkehr im allgemeinen: deutlich weniger Schmetterlinge und Vögel erfreuten sich in unserem Garten...



° außerirdisch: 
manche Themen bleiben für uns im französischen Outback völlig medial - uns begegnete hier nicht ein einziger Flüchtling (lediglich in vielen Gesprächen mit Feriengästen, die in der Flüchtlingshilfe tätig sind). Und nicht eine Beobachtung im Echtleben wie ein menschlicher Pokémonjäger aussieht...

° hängengeblieben:
auf meiner liebsten Online-Yogastunde - immer und immer wieder gerne...

° flüchtig:
eine Begegnung im Flix-Bus mit einer Landschaftsgärtnerin von KA nach FR, die Eindruck bei mir hinterließ - dabei tauschten wir (leider) noch nicht einmal die Namen aus nach unserem vertrauten Gespräch

° gelauscht:
dem Red Hot Chilli Peppers Song *Dark Necessities* von ihrem neuen Album - groovt nach wie vor, nur war ich gespannt, ob der Anthony beim ausnüchternden Hangloose auf dem Surfbrett der dunklen Seite der Macht abschwört - aber nein, weiterhin Teenie-Themen... bon, wer sich auch mit Mitte fuffzig seinen Schnauzer färbt...

° erheitert:
während die Weltpolitik nur Krieg im Sinn hat und diesen Planeten mehr und mehr in Unruhe stürzt, bin ich froh um alles, was mich zu erheitern vermag. Wie dieser Film: *Mein Sohn, der Klugscheißer* - einen Extrastern vergebe ich der Kategorie Kostümbild


° gelesen:
ein unvollständiger Streifzug durch 2016 - begonnen mit 5 meiner Reise-Tauschbüchern:

- 2 schillernde Buch-Juwelen: *Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins* und *Das Bildnis des Dorian Gray* - beide 2x hintereinander gelesen, beide ein Pool voller Zitate, beide nun Lebensbegleiter!

- unverständlich hingegen: *der blaue Faden* und *Butcher's Crossing* - beide spielen in Amerika, beide scheuen in  Wasserläufer-Erzählweise jedes tiefere, emotionale Einlassen auf die Geschehnisse - eigentlich gute Beispiele für die vielzitierte, amerikanische Oberflächlichkeit - für mich äußerst befremdlich // *die Hure*  - schlimm, wenn Verachtung tiggert... 

-  zeitgewandert: mittels zweier Bücher durch das Deutschland um 1880 und 1930 mit *Das Abenteuer meiner Jugend/ Buch der Leidenschaft* und *Die Feuerzangenbowle* - faszinierend wie der Zeitgeist die Gesellschaft beeinflußt

- abgebrochen: *Bonjour Tristesse* - die Intrigen einer Rotzgöre interessieren mich nicht - und *Die Aufzeichnungen des Laure Malte Brigge* - Sorry, Rainer, ich liebe deine Gedichte, aber in deinen Roman habe ich auch dieses Mal wieder nicht reingefunden

° geärgert:
über die von Blogspot gelöschten Foto-Boards mit verlinkten Rezepte - notlösend hier *gerettet*, allerdings in dieser Form nicht überarbeitbar für mich... vielleicht muß ich mir 2017 technische Verstärkung suchen...

° aufgeschoben:
ist nicht aufgehoben - mein Post zum Thema Alk, diese beiden bedenkend...

° vorgenommen:
Lieblingsposts von Lieblingskollegen zu sammeln - für einen eben solchen Jahresrückblick 2017... 

° Endlosgrübelei:
soll ich doch Mitspielen bei Facebook oder Instagram 2017?  


° angeklickst:
eure 6 liebsten aufgerufenen Rezepte ausschließlich aus 2016:
(übrigens, aus der Reihe - also ohne Rezept - und nach Klickzahl Platz 4: dieser Beitrag) 

° meine 6 favorisierten:
also so ungefähr, daher auch ohne Rang, und fast willkürlich (ich liebe alle meine Brote, selbstgemachte Pasta oder Gnocchi sowieso, Suppen aller Art...) ihr wißt ja, kulinarisch bin ich leidenschaftlich polygamdie Raubtier-Granola, die Kürbisgnocchi von Robert (bestätigt 2016), die Lavendel-Sablés, das Einkornbrot, die Spinat-Picci, der Kartoffel-Eintopf 

° öffentlichkeitsscheu:
und dann diese vielen Momente, die nur mir gehören - der Diskretion wegen und ihr erinnert euch: weil ich intimitätskleinlich bin...


Und was seht ihr in eurem Jahreszeiten-Kaleidoskop von 2016?


Ich danke euch fürs Begleiten durch das nun fünfte Blogjahr - eurer Feedback, eure Kommentare und Mails, bereichern mein Blogleben sehr (SEHR!)... 
Merci euch allen und Bonne Année!!


Wenn mir die gute Fee (die mit den drei Wünschen frei aufs Weltall) mal begegnen sollte, dann bin ich vorbereitet. Denn schon IMMER habe ich kein Hehl drauß gemacht, dass wenn das erstmal mit dem Weltfrieden abgehakt ist, ich mir die schöne Zierze-Gesangsstimme wünschen würde. Musik und gerade die Gesangsstimme ist für mich die unmittelbarste Kunst, mit der man andere Menschen berühren kann, ohne sie anzufassen. Ja, da verliebt man sich in etwas, was minimal Materiell ist. Vielleicht in den Punkt, in dem sich Geist und Materie gerade noch so berühren...

Wäre mir also das Talent zum Singen mitgegeben worden, dann wollte ich mich gerne mit der Ziehharmonika begleiten. Das würde mir sehr gefallen. Eigentlich sehr ähnlich wie meine heutige Wahl für meine *Zu Tisch*- Reihe, die Maike Rosa Vogel: eine Frau, eine Gitarre, eine Mundharmonika. Ganz pur. Und mehr noch als ihre Stimme gefallen mir ihre Texte. Vorneweg der ihres *Hippie-Liedes* (ANHÖREN!!!). Das Lied ist für mich geschrieben, da bin ich GANZ sicher. Ich habe es hier schon wiederholt angeschwärmt. Und ich weiß gar nicht, WIE oft ich im Gespräch die Zeile aus eben diesem Lied zitiert habe *ich hab' mein Leben, meine Liebe und sonst nix zu verlieren, wie könnte irgend jemand damit konkurriern*. Kann man schlichter die Sinnlosigkeit von Neid und Mißgunst erklären?

Zuerst dachte ich ja *Maike Rosa Vogel* sei ein Künstlername, aber nein, den haben sich ihre Eltern ausgesucht (so Eltern hätte ich auch mal haben wollen). Rennt sie bereits mit diesem Namen offene Türen ein, dann ists zudem ihr Äußeres: offensichtlicher Freigeist, die Maike kann für sich stehen. Und hört man ihr zu, dann stellt man fest, dass sie danach sucht, was echt ist und deswegen währt. Und sie erklärt, dass nur das Echte wirklich Brücken bauen kann von Herz zu Herz. Und man hört, wie sie in sich selbst hinein lauscht. Und sich dabei nicht nur um sich dreht, sondern ein politischer Mensch, ein Weltenbürger ist. Es gefällt mir, dass sie sich auch mit dem auseinandersetzt, was schwer wiegt auf der Erde, aber ihr Gesicht dabei immer der Sonne zu wendet. *Die Welt ist schrecklich und wunderbar zugleich*. Ja, das finde ich auch - wieso Maike ihr neuestes Album *Trotzdem gut* genannt hat. Was soll ich sagen: der gucke ich genauso gerne zu wie ich ihr zuhöre. Es würde sehr kurzweilig, ein Essen mit ihr an meinem Tisch, gewiß!

Und was wäre ich gut vorbereitet, denn die Roulade ist ein 1A-Gästeessen, bei dem man nachher Nullkommanull vom Zubereiten abgelenkt ist und sich 1000% auf seinen Gast konzentrieren kann!
Zutaten 2-3P:

500g mehlig kochende Kartoffeln
50g Mehl
25g Weizengrieß
10g Speisestärke
1 Eigelb
Salz

Füllung
3 Zwiebeln*
2 Knoblauchzehe
2 EL Sonnenblumenöl
1/2 Bund Rucola*
1/2 Bund Thymian
einige Zweige Petersilie*
Salz
weißer Pfeffer aus der Mühle
1 TL brauner Zucker (m: Vanillezucker)
2 EL Balsamico

Butterschmalz

2 EL Mandelblättchen
300g grüner Spargel
Saft einer 1/2 Orange
etwas Öl
Salz, Pfeffer
Zubereitung:

Zunächst die Kartoffeln in Salzwasser weich kochen (35-45 Min.).

Währenddessen die Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden In dem Öl mit Geduld goldbraun braten Während dem Rühren mit Zucker überstreuen und karamellisieren lassen. Kurz vor Ende die Kräuter und den Knoblauch zugeben und weitere 5min braten. Salzen, pfeffern. Abkühlen lassen.

Die fertig gekochten Kartoffeln abgießen, etwas ausdämpfen lassen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Komplett auskühlen lassen. Mehl, Grieß und Speisestärke miteinander vermengen und zusammen mit dem Eigelb und Salz zu der Kartoffelmasse geben. Zügig zu einem glatten Teig verarbeiten und diesen auf bemehlter oder mit Grieß ausgestreuter Arbeitsfläche zu einem Rechteck  ausrollen von (ca 24cm x 16cm - Dicke von knappem Zentimeter).

Ein großes Stück Alufolie ausbreiten. Darauf ein ebenso großes Stück Frischhaltefolie legen und dieses mit Grieß bestreuen. Den Teig darauf legen und mit der Zwiebelmasse bestreichen. Dabei rundherum einen Rand lassen. Vorsichtig von der Längsseite her aufrollen. Zuerst in die Frischhaltefolie, dann in die Alufolie wickeln. Wie ein Bonbon verschließen.

Einen Bräter mit Salzwasser aufsetzen, zum Kochen bringen. Die Kartoffelrolle einlegen und darin zugedeckt ca. 25 Min. garen lassen. Vorsichtig herausnehmen und abkühlen lassen.

Parallel die Mandelblättchen ohne Fett in einer Pfanne rösten.

Den grünen Spargel wie hier beschrieben im Ofen garen - allerdings habe ich ihn dieses Mal in mundgerechte Stücke geschnitten.

Zuletzt noch die Roulade auspacken und in 3-4 cm dicke Scheiben schneiden. Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen. Die Scheiben darin 3-4 Min. von jeder Seite braten, bis sie schön goldbraun sind. Zusammen mit dem Spargel und den Mandelblättchen servieren.

*Anmerkung m: Man kann die Roulade ebenfalls mit Spinat füllen - wie hier bei Kochkrimis, von dem Rezept ich mich inspirieren ließ. OBACHT: bei diesem Rezept stets nur die Hälfte zu einer Roulade rollen wollen. Wer sich streng an dieses Rezept für 4 Personen hält, und nur eine Rolle aus den Zutaten machen will, wird auf die Nase fallen.

zu Tisch mit #12 ... MP

Sonntag, 31. Januar 2021


 

Als ich auf Marijn Poels aufmerksam wurde, war mein erster Gedanke: was ein gutes Gesicht, das ist echt eine gute Type. Klarer Fall, den Marijn hätte ich zu gerne mal zu Gast bei mir! Bref: ein idealer Kandidat für mein hauseigenes Event *zu Tisch mit... . Und was soll ich sagen - ich freue mich riesig, dass Marijn sich die Zeit nahm um mir einen Fragebogen auszufüllen. Und damit vorneweg etwas meiner eigener Neugier an seiner Person stillt - diesen stelle ich euch bien sûr unten ein und teile redlich. Aber zuerst will ich Marijn etwas vorstellen und einleiten, was mich so für ihn einnimmt:

 



*Man kann einen Vorsatz nicht sicherer abstumpfen, als wenn man ihn öfters durchspricht*, sagt Goethe. Und das funktioniert mindestens ebensogut, indem man manche Themen regelrecht tot redet. So gehts mir mit dem C-Wort (ich kanns nicht mehr hören). Oder auch alles im Bezug aufs Klima.

Dass Wort Klimawandel fällt gefühlt mehrfach am Tag in allen Medien und es hat ja nun der Dümmste mitbekommen, dass mit dem Klima irgendetwas nicht stimmt. Dass mich dieses Thema wieder richtig fesseln konnte, ist allein der Ausstrahlung von Marijn zu verdanken. Seine Ernsthaftigkeit, mit der er sich auf die Suche nach Antworten macht, fesselt mich. Und ich hätte nicht für möglich gehalten, dass meine Haltung zur Klimadebatte derart auf den Kopf zu stellen ist - nur aufgrund eines Dokumentarfilms. 

Bis dahin dachte ich, dass wir uns über die Ursachen des Klimawandels alle einig seien (außer möglicherweise irgendwelchen Wasserköppen), doch indem mich Marijn mit auf seine Forschungsreise nimmt, wird das Thema wieder richtig vielschichtig. Und voller Fragen. Und die Gewissheit gewinnt Oberhand, dass das eigentliche Problem nicht ein bestimmter Rohstoff oder eine chemische Kohlenstoffverbindung sein kann, sondern Misswirtschaft, Monokulturen und Ausbeutung (s. das Zitat von Gus Speth) oder gar Ursachen, die wir in ihrer Komplexität noch gar nicht einsehen können...

Ich hatte euch ja angekündigt, dass ich euch Gelegenheit bieten würde, an euch selbst zu überprüfen, wie wendig ihr geistig seid im Hinblick auf Themen, für die ein gängiger Allgemein-Konsens herrscht - et voilà, voilà: der starte mit Marijns erstem, eigenem und selbstfinanziertem Dokumentarfilm: *The uncertainty has settled*!

Damit ist Marijn ein Film gelungen, der der grünen Politik und dem sogenannten Energiewandel die Maske herunterreißt. Es hat mich zutiefst erstaunt, wie sehr Marijn mit seinen kritischen Fragen in eine Schlangengrube geriet. Tatsächlich entpuppt sich die Debatte ums Klima als Paradebeispiel wie ein Dogma, wie eine fixe Weltanschauung entwickelt wird und zwar durch die unselige Verquickung von Wissenschaft, Geld, Wirtschaft, Politik und Medien. Mit der Folge, dass durch die ideologische Überlagerung eine offene Herangehensweise an das omnipräsente Thema Klimaschutz verhindert wird, wir unsachlich, lernunfähig und denkfaul werden.

Und mit der Folge, dass Marijn für seinen ersten Dokumentarfilm Anfeindungen und Gewaltandrohungen ausgetzt war. Es brachte ihn ins Straucheln, er zog sich für einige Zeit in Klausur zurück, stellte sich der eigenen Gewissensprüfung - um festzustellen, dass er sich nichts vorzuwerfen hat:

*Ich wäre vor mir selbst davon gelaufen, vor meinem natürlichen Drang, kritisch zu sein und verstehen zu wollen. Ich mache meine Filme für diejenigen, die aufwachen wollen. Die anderen können wütend bleiben. Du machst keinen Hund aus einem Schaf*, sagt Marijn. Und so blieb er sich treu und entwickelte eine Triologie:

 

In *Paradogma* - seinem 2. Film - knüpft Marijn an seine Erfahrungen in Zusammenhang mit seinem ersten Film an und nimmt die Rolle der Medien, ihrer Aufgabe als vierte Gewalt, als Wahrer der Meinungsfreiheit und ihre Verpflichtung der Wahrheit gegenüber genauer unters Licht. Viel scheint sich seit Goethe nicht geändert zu haben:* In Zeitungen und Encyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.*

In *Return to Eden* - seinem 3. Film - stellt Marijn einen ganzen Katalog an faszinierenden, weltweiten, kleineren und größeren Projekten vor, in denen Menschen zeigen, was möglich ist, um die Erde ein Stückchen besser zu machen. Und der jungen, energiegeladenen Fridays-for-Future-Generation werden jede Menge Ideen geboten, wo und wie man seinen theoretischen Idealen den Beweis von Taten folgen lassen kann.

 

Ich finde alle drei Filme bereichernd, anregend und aus diesen Gründen stelle ich sie euch hier vor - reichlich Zeit zum Filme gucken haben wir ja gerade:

 


 


 


 

Ich hoffe inständig, dass euch - gerade in Zeiten wie diesen - bewußt wird, wie wichtig und wertvoll unabhänige Wissenschaftler, Journalisten und Künstler sind. Ich hoffe inständig, dass *wir* uns darin gegenseitig fördern und unterstützen. Marijn Poels Arbeit kann man hier supporten!


Und zum Abschluß Marijns Anworten auf meine Fragen:



Frage1: Du hast ein sehr ungewöhnliches Büro und zwar ein wunderschönes Baumhaus. Verrate mir doch bitte, was das für ein Baum ist, in den das Haus gebaut wurde.

---- Das Baumhaus wurde von meinem Schwager vor 15 Jahren in eine Eiche (über 100 Jahre alt) eingebaut. Er baut Holzhäuser und sah dies als eine schöne Übung. Als wir von Berlin mit der Familie auf den Hof der Schwiegermutter zogen (um sie zu pflegen), sah ich dort sofort ein tolles Schreib- und Denk-Büro. Ich habe ein zweites Büro/ Studio, in dem ich auch gerne arbeite, aber im Baumhaus schreibe, denke und schneide ich gerne größere Filme. Die Ruhe, die ich dort habe, ist atemberaubend. Niemand bringt mich auf eine Idee, ich muss sie mir selbst ausdenken. Es ist ein Ort in der Welt, der komplett von der großen Welt da draußen abgeschottet ist. Das fasziniert mich.

 

Frage 2: Dokumentarfilmer ist kein Lehrberuf - wie bist du dazu gekommen, Dokumentarfilme zu drehen?

---- Vor 15 Jahren habe ich in einem forensischen Gefängnis als kreativer Betreuer gearbeitet. Gute Bezahlung und Zukunftsperspektiven. Aber in dem Top-Down-Denken sah ich das große Problem. Die Rechenschaftspflicht auf dem Papier wurde wichtiger als das eigentliche Ziel.  Das konnte ich nicht mitmachen und habe gekündigt.

Zu dieser Zeit bin ich viel gereist und die Geschichten in den Ländern der Dritten Welt haben mich berührt. Die Ungerechtigkeit, das Paradoxon. Ich wollte diese Geschichten zu den Menschen im Westen bringen. Ich habe meine Reisen immer mit einer kleinen Kamera gefilmt. Als Amateur. Um meinen Freunden und meiner Familie zu zeigen, dass unsere Konsumsucht gerade in diesen Ländern so viel zerstört. An dem Tag, an dem ich meinen Job kündigte, ging ich zu meinem Vater und sagte: "Papa, ich hab meinen Job gekündigt und will Filmemacher werden“. Er war schockiert. „Aber Du hast noch keine Aufträge?“ sagte mein Vater. „Das stimmt. Aber das ist ein guter Grund, alles zu tun, um sie zu bekommen" sagte ich. Ich habe Formate für TV und Kino geschrieben und ehrlich gesagt: das lief sehr gut. Ich habe etwa 12 Filme/Reportagen pro Jahr in Ländern der Dritten Welt gemacht - 10 Jahren lang. 

  

Frage 3: Du bist ein erfolgsverwöhnter, weitgereister Dokumentarfilmer, der rund um die Welt über viele Jahre auch Preis gekrönte Filme (vor allem in sog. Entwicklungsländern) gedreht hat. Ausgerechnet dein erster eigener Dokumentarfilm wird extrem kontrovers diskutiert. Hattest Du im Vorfeld mit solch heftigen Reaktionen gerechnet?

---- Darauf war ich irgendwie vorbereitet. Jeder Film, den ich mache, muss auch Kontroversen haben, zum Nachdenken anregen und andere Perspektiven bieten. Aber ich habe nicht erwartet, dass es so aggressiv sein würde. Abgesehen davon, dass der Film sehr viel Aufmerksamkeit erhielt, war es für mich persönlich eine sehr schwierige Zeit. Man nannte mich einen Klimaleugner, extrem rechts und die Medien taten alles, um meinen Namen zu verunglimpfen. Der Trick ist, unter diesen Umständen sich selbst zu bleiben und sich nicht von dem Hass, der auf einen zukommt, mitreißen zu lassen. Als Dokumentarfilmer bin ich neutral und möchte nur die Fragen stellen, die viele Menschen in sich tragen, aber nicht stellen - aufgrund von sozialem Druck oder der politischen Farbe. Menschen sind in Schubladen gefangen, die sie sich selbst zugewiesen haben. Ich versuche, den Weg zu ebnen und die Boxen zu öffnen. Das macht mich automatisch zur Zielscheibe für viele. 

 


 

Frage 4: In Reinhard Meys Lied *Sei wachsam* fällt u.a. auch das alte deutsche Sprichtwort: *Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd*. Du hast mit deinem ersten Film viele Berufskontakte und sogar Freunde verloren. Ein hoher Preis. War es das wert? Man sagt ja, jeder Künstler macht seine Kunst in allererster Linie für sich selbst. Was ist der größte Mehrwert für dich persönlich, nachdem Du nun diese Triologie abgedreht hast?

---- Das ist schon ein Vorteil. Der größte Vorteil ist, dass ich die Weltpolitik und wie die Massen darauf reagieren, sehr gut verstehe. Ich verstehe die Konstrukte und die Emotionen, die gerade im Spiel sind. Und das ist auch gut! Denn nur dann kann ich die Folgefrage stellen. Ich weiß, was das Problem ist und wie ich damit umgehe und wo meine persönlichen Lösungen liegen.

 

Frage 5: In einem Interview habe ich gelesen, dass Du Interview-Material dann nicht verwendest, wenn du den Eindruck hast, der Mensch, den Du interviewst gibt nicht seine eigene Meinung wieder, sondern wiederholt nur Vorgegebenes. Gibt es weitere Herangehensweisen, die typisch sind für deine Art Dokus zu drehen?

---- Gute Frage. Ich vergleiche meinen Stil eigentlich nie mit anderen. Ich glaube, mein Stil hat noch nicht einmal einen Namen. Ich mache es so, wie ich denke, dass es funktioniert und dass es zu mir passt. Ich stelle fest, dass viele Menschen damit Schwierigkeiten haben, weil sie es vorziehen, eine verpackte Wahrheit präsentiert zu bekommen. Die gebe ich nicht. Ich lasse die Leute ihre eigenen Schlüsse ziehen.

 

Frage 6: Du hast sehr viel von der Welt gesehen. Inwiefern hat Dich das Reisen verändert?

---- Ich war schon in über 70 Ländern und das Reisen liegt mir im Blut. Aber je mehr ich gereist bin, desto mehr entdeckte ich, was Heimat bedeutet. Ich habe vor allem die Bedeutung des ganzheitlichen Denkens erkannt. Dass die Welt und ihre Menschen miteinander verschmolzen sind, aber jeder seine eigene Kultur, Werte und Ethik hat. Dass, wenn irgendwo auf der Welt etwas hinzugefügt wird, irgendwo anders etwas abgezogen wird. Das ist der Punkt, an dem es oft schief geht. Irgendwann lernt man auf Reisen auch, dass der wichtigste Ort auf der Welt das eigene Zuhause ist. Deine eigene Familie. Das ist die Basis!

 

Frage 7: Im Zuge deiner Triologie bist du sehr vielen Menschen  begegnet und bist mit vielen im Gespräch gewesen. Hat eine Begegnung bei Dir besonderen Eindruck hinterlassen?

---- Freeman Dyson war für mich ein Kuriosum. Ich habe diesen Mann in New York an seiner Universität besucht. Es war ein dreistündiges Gespräch und trotz seines Alters (93) war jeder Satz, den er sagte, eine Offenbarung. Es war fast wie eine Hypnose, in der ich mich befand.

Aber auch Allan Savory hat einen großen Eindruck hinterlassen. Ein Mann, der die Komplexität in das einfache menschliche Denken zurückbringen kann. Menschen, die den Dunst und die Verwirrung unserer Zeit durchschauen und den Mut haben, ihren eigenen Weg zu gehen. Und ich bin der Meinung dass die Welt voll ist von solch inspirierenden Menschen.

 

Frage 8: Du lebst mit Frau und Sohn im Norden Deutschlands in der Altmark. Du sagst *Das ist Dein Garten Eden.* Verfolgen Du und Deine Familie mit dem Bauernhof eine bestimmte Vision?

---- Unsere Vision zu Hause ist, dass wir versuchen, so weit wie möglich autark zu sein. Wir bauen unser eigenes Obst und Gemüse auf organische Weise an. Zu wissen, dass alles in unserem Garten seine eigene Funktion hat und dennoch zum großen Ganzen beiträgt. Die Komplexität der Welt findet sich auch im eigenen Garten wieder. Diese Balance zu finden, ist die Herausforderung. Arbeite mit der Vielfalt und du verstehest jede Kultur, die in Deinem Garten wächst. Erst dann wächst die Bewunderung und Faszination für gesundes Essen. Gesunde Lebensmittel erzeugen gesunde Menschen, eine gesunde Natur und letztlich eine gesunde Gesellschaft.

 


Frage 9: Du glaubst an das Schneeballsystem im Guten oder auch an das Prinzip *Being a funghi of the forest* - welche Hoffnung verknüpfst Du damit?

---- Ich glaube an das "Funghi-Prinzip". Der Wald ist die ultimative Metapher für ein ausgewogenes politisches System, das wir anstreben sollten. Echte Demokratie ist dort zu finden! Das Pilzsystem arbeitet über ein kilometerlanges Netzwerk zusammen. Es kommuniziert, tauscht Nährstoffe miteinander aus und gibt sie an die Bäume ab. Dieses Zusammenspiel sorgt für das Wachstum des Waldes. Jeder einzelne Pilz leistet seine eigenen Beitrag, ohne seine eigene Kultur aufzugeben. Der große Nachteil des Menschen ist, dass wir Beine haben und vor Problemen weglaufen können. Das machen wir immer noch viel zu oft ;-)

 

Frage 10: Ich habe gelesen, dass Du Dir wünscht, dass sich die Menschen durch Deine Filme wieder mehr Fragen stellen. Welche Fragen brennen Dir noch in der Brust? Oder anders gefragt: Du sehst vor einem allwissenden Orakel - welche Frage stellst Du?

---- Wie kann es sein, dass die Menschheit immer wieder die gleichen Fehler macht.