Spiritualität vs. Esoterik: Hua Juan - gedämpfte Brötchen

Mittwoch, 21. Dezember 2022

 

Wenn es einen Gott gibt, dann schaut er sicher nicht wohlgefällig auf die weiße Menschenrasse. Bei diesem kleinen Gedankenspiel sind wir uns einig, oder? Hey, so viel realistische Selbsteinschätzung muss drin sein. Kolonialismus, zwei Weltkriege und ein dritter in Arbeit, die Ausbeutung der Erde, der Umgang mit Tieren... © by white race. Karma - die Konsequenz aller Taten - löst sich nicht einfach in Luft auf.

Man könnte meinen, jetzt zu Weihnachten ploppt hierzulande noch ein letzter Restbestand auf eines Bedürfnis, sich Göttlichem hinzuwenden. Aber nimmt man mein kleines Blog-Event vor Jahren mit der Frage *Was bedeutet für dich Weihnachten* repäsentativ, dann spielte für nicht eines meiner teilnehmenden Mädels mehr Spiritualität eine Rolle in der Auseinandersetzung mit Weihnachten. Kirche und Religiösität sind rum. Vorbei. Aber einen Ersatz haben wir ebenfalls nicht dafür. Wir haben uns von Gott abgewendet. Wir brauchen Gott nicht mehr.

Warum soll es Gott geben? Weshalb sollte ich mich der Dramatik des Lebens stellen? Wodurch Leben entsteht, kann ich doch mit Maß und Zahl analysieren. Wozu mich eingliedern, wo ich bereits über den Dingen stehe.

Gut veranschaulicht die Arte-Doku *Spiritualität 2.0 - der Traum vom optimierten Ich* was es bedeutet, keine Verbindung mehr zu haben zur universellen Einheit: angehimmelte Gurus puschen in bester Ami-Life-Coach-Leistungssport-Manier Menschen dazu mittels Autosuggestion ihr Ego zu boostern um im Außen besser anzukommen. Auf dem Weg zum Maximus. Das Große, das wir anbeten, sind wir selbst. Na denn man tau! 

Ja, die Beziehung zu Gott hat jeder selbst zu knüpfen. Höchst individuell. Keine Zwischeninstanz, keine Mittler von Nöten. Genau deswegen: Erstmal muss man Gott irgendwo finden (Rilke). Ganz wie meine Investigativ-Journalisten, denen ich die letzten Jahre verstärkt zuhöre, betonen: Information ist eine Holschuld und keine Bringschuld. Nur wer Fragen hat erhält Information. Gleiches gilt für die spirituelle Suche. Keiner kommt mit dem Silbertablett vorbei und reicht Antworten.

Allahu akbar heißt übersetzt eben nicht *Gott ist groß* sondern *Gott ist größer* - das macht einen gewaltigen Unterschied, für alljene, die darüber nachdenken. Ich will in der Lage sein, in allen Tempeln der Erde das jeweils Größte anzubeten, sagt Rilke sinngemäß. Denke so gross du nur kannst - Gott ist größer. Und dann sehne dich nach dieser Nähe.

Ein spiritueller Weg beginnt definitiv nicht esoterik-like mit einem Kindergeburtstag à la *Du bist ganz wundervoll, so wie du bist*, sondern, rollt sich eher umgekehrt auf. Ihr kennt bestimmt die Anekdote: Ein Lama wird gefragt: Wie erhalte ich Erleuchtung? Die Antwort lautet: Klo putzen, Klo putzen, Klo putzen. Ohne, dass man sich selbst nicht dem stellt, was im Inneren im Weg steht - Ängste und Hochmut - gibt es keine Weiterentwicklung. Nicht zu vergessen das Familienkarma (oder neudeutsch die transgenerationale Weitergabe von Traumata), das in Bann schlägt. Schlüssel zur Befreiung sind Erfahrungen, Erkenntnis und Selbstreflexion. Auf diese Weise knüpfe ich einen Draht zu meinen eigentlichen Beweggründen - meinem Wesen, das ganz unabhängig ist von Dingen wie Namen, Herkunft, Adresse, Alter, Beruf, Kreditkarte, Freunde, Beruf, Partner. Sonst nämlich wird es schwer bis unmöglich, anzunehmen was war, was aber jetzt nicht mehr zu ändern ist - sei es noch so ungeheuerlich. Daher gilt es, seinen Frieden mit der Vergangenheit zu schließen. Kein Neustart ist vorher denkbar, sondern nur neues Karma stapelt sich obendrauf.

Die Hoffnung aller Suchenden winkt in der Ferne: die Überwindung des Ego, der Mensch, der sich freiwillig Werten unterstellt, der in der Lage ist, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen, der das Mentale zum Schweigen bringt, der sich innerlich leer und zum Gefäß machen kann, und im stillen Bewußtsein Kontakt zu der Welt findet, die unsere eigentliche Heimat ist, der geistigen Welt. Doch dieser Gnadenakt ist nicht für alle bestimmt - ganz wie beim Lottospiel: alle können gewinnen, aber halt nicht jeder. Die Evolution ist verschwenderisch. Nicht jede Kaulquappe wird zum Frosch. 

Schon gar nicht die Kaulquappen, die nicht von ihrem Sockel runterzusteigen wollen und auf eigene Bedeutung pochen. Oder selbst keinen blassen Schimmer haben, was sie bewegt. Wieviel Mensch - im höchsten Sinn des Wortes - in einem steckt, beweist sich einzig im Praxistest, jenseits von aller Philosophie und allen Wortspielereien, für sich ganz allein: Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden. Es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.“ (Goethe)

 

 

Mitten während das Blog im anstrengenden Baustellenmodus hängt, schlage ich euch eine vegane Festtages-Inspiration vor. Die gedämpften Brötchen Hua Juan - wieder mal inspiriert von Susanne - sind schick und lecker und passen sowohl zu jedem Salat wie jedem Eintopf. Wir waren beide überzeugt. Eine schöne Abwechslung auf dem Eßtisch und das Zubereiten hat mir Spaß gemacht.

Fünf Versuche zum Formen hatte ich, was sich als weniger tricky herausstellte als angenommen. Trotzdem sehen sie entschieden nach *Prototyp* aus. Das geht noch deutlich hübscher. Mein Stolperstein war das Öl, mit dem ich zu großzügig war beim Anschwitzen der Frühlingszwiebeln umging, so dass mir die kleinen Origami-Brötchen fast aus den Fingern geflutscht sind, wenn ich sie beim Drehen halten wollte. Eigentlich sind diese Schönlinge echt gut machbar und kein Hexenwerk.

Die gibt es also 100 pro wieder und dann werde ich zu dem Rezept *Making of*-Fotos nachposten, bis dahin erklärt dieses kleine Youtube-Filmchen mehr als hundert Worte.


Zutaten 2P/ 5 Stück:

150g Mehl (30g Einkorn-VK/ 120g T65)
5g Hefe
1/2 TL Haushaltsnatron
1 EL Sonnenblumenöl
15g Rohrzucker
1/2 TL Salz
85g Wasser
2 kleine Frühlingszwiebeln
Chili-Flocken
2-3 EL Sonnenblumenöl
Salz, Pfeffer

 

Zubereitung:

Alle trockenen Zutaten in eine Teigschüssel geben und vermischen. Öl und Wasser zugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Bedeckt an einem warmen Ort zu doppelter Größe aufgehen lassen; das dauert ungefähr eine Stunde.

Inzwischen aus Backpapier 5 Quadrate mit ca. 7 cm Seitenlänge zuschneiden. Die Frühlingszwiebeln putzen und in feine Röllchen schneiden. In Olivenöl anschwitzen bis sie gerade beginnen leicht golden zu werden - salzen, pfeffern und mit Chili würzen.

Die Arbeitsfläche leicht mit Mehl bestäuben und den Teig zu einem Quadrat von 25 x 25 cm ausrollen. Die Oberfläche mit dem Öl bepinseln.

Nun das obere Drittel des Teiges über die Füllung klappen, dann das untere Drittel darüber schlagen. Das so entstandene Rechteck in 10 gleich breite Streifen schneiden. Zwei Teigstreifen übereinander legen. Mit einem Essstäbchen der Länge nach mittig den Teig nach unten drücken, bis er an den Seiten hochkommt. Teigstreifen umdrehen, die glatte Seite ist nun oben. Mit Gefühl in die Länge ziehen. Mit den Streifen eine Schlaufe formen - Teigenden werden in den Fingern zusammengehalten und in diese Schlaufe quer ein Essstäbchen quer einführen. Dieses 2 Mal um sich selbst drehen. Dann - die Teigenden mit einer Hand gen Boden drückend - das Eßstäbchen mit Druck nach unten rausziehen. Die Teigenden mit einer Hand weiter halten, mit der anderen Hand das Stäbchen nach unten drückend herausziehen. Das fertige Bao auf ein Stück Backpapier legen.

Die fertigen Baos mit einem Geschirrtuch bedeckt nochmals 40 min ruhen lassen.

Zum Garen Wasser in einem Dämpftopf erhitzen und die Bao 12 bis 15 min dämpfen.

Die Hua Juan schmecken frisch und noch warm am besten, man kann sie aber auch gut unter Dampf oder in der Mikrowelle regenerieren. 

Quelle: magentratzerl / Youtube - Anleitung

 


Joyeux Noël euch allen!

12 von 12 - Dezember 2022

Montag, 12. Dezember 2022










 

Der Montag fand statt zwischen zwei Terminen und zwei Städtchen nach eisiger Nacht. Die Außentemperaturen verlangen nach dicker Verpackung. Das allzeit geliebte Porridge findet nun wieder vor Sonnenaufgang statt. Deko-mäßig weihnachtet es allerortens sehr. Altbekanntes wie das dampfende Blumenkohl-Risotto oder der alte-neue Weihnachtsbaum samt frisch gebundener Couronnes kreuzen durch den Tag. Gelegenheit für ein café in Titofs neuem Wohnzimmer Tribouli bleibt auch - ich liebe die *Jagdtrophäen* aus Schwemmholz (Künstler wird nachgereicht). Und irgendwann findet sich auch noch ein Zeitfenster für Yoga samt einem Rate-die-Assana-Foto. Wo die Sonne nicht hinreichte, funkeln weiter Eiskristalle. Jetzt ist bereits länger schon dunkel. Viel passiert hier heute nicht mehr, der Ofen knistert, die Mandarine ist geschält...

und die anderen so... mal schauen bei Caro von Draußen nur Kännchen, die das 12er Event ausrichtet.

Dienen: Knusperhäuschen-Honig-Plätzchen oder schlichte Lebkuchen

Sonntag, 11. Dezember 2022


Mein Großvater verstarb früh an den Folgen seiner Kriegsgefangenschaft. Er hinterließ meiner Großmutter vier Töchter. Neben dem Existenzkampf als Alleinerziehende pflegte sie gleichzeitig mehrere Jahre ihren bettlägrigen Vater. Oft sollte die Großmutter später zu mir rückblickend sagen: *Ich weiß nicht, was ich ohne Schwester Misaela gemacht hätte.* Nicht alleine der tatkräftige Beistand sondern ebenso die moralische Unterstützung halfen ihr sehr durch diese harte Zeit.

In meinem Heimatdorf habe ich als Kind noch die letzte Generation Ordensschwestern miterlebt. Beide standen damals schon kurz vor der Rente. Die eine sprang als Krankenschwestern überall dort ein, wo Menschen ähnliche Hilfe wie meine Großmutter bedurften, die andere leitete den hiesigen Kindergarten. Das Grippelspiel zu Weihnachten in unserer Kirche war legendär. Für die Ausstattung konnte Schwester Luzia auf viele kleine, helfende Hände zurückgreifen und aus der gleichen Riege wurde eine ganze Heerschar  pausbäckiger Engel gebildet, die das Jesuskind samt Maria und Josef umringten. Obendrein gab Schwester Luzia den Dorfkindern Blockflöten-Unterricht. Dabei ging sie nicht eben zimperlich zur Sache. Wenn nicht alle leise genug waren, konnte einem schon mal der Kasten der Flöte ans Hirn fliegen.

Heute gibt es in Deutschland nur noch einen Bruchteil der Nonnen von damals. Und deren unentgeldliche, unbürokratische Hilfe von einst, ist nicht einfach ersetzbar durch Pflegedienste. Warum fehlt den Ordensschwestern der Nachwuchs?

Vielleicht weil meine Generation bereits unter neuer Prämisse ins Leben gestartet ist: *Verwirkliche dich selbst!* - ich hatte es davon. Die verstorbene Frau meines Habibs hingegen arbeitete als Krankenschwester. *Ich will etwas für die Menschen tun* - dieses innere Bedürfnis trieb sie an, ihren Beruf dieser Aufgabe zu widmen. Ganz nach dem altbekannten Goethe-Zitat aus seinem Gedicht *Das Göttliche*: Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Doch dienen denn solche Gedanken heute überhaupt noch als Maßstab?

Sich in den Dienst von etwas zu stellen, ist doch eigentlich totally out, oder? Ich habe kein Beispiel aus dem Freundeskreis parat, das in seiner beruflichen Tätigkeit rein von moralischen Motiven angestoßen wäre. Wenngleich ich das weit verbreitete Ehrenamt (Tafeln usw.) nicht schmälern will. Bestimmt nicht. Mutter Theresa soll gesagt haben: *Die Frucht der Liebe ist Hoffnung. Die Frucht der Hoffnung ist Dienen. Und die Frucht des Dienens ist Liebe.* Es ist ein Kreislauf - das eine führt zum anderen. (Ein Zitat, das ich übrigens aus einem weiteren, kurzen Film von Green Renaissance entliehen habe). Alles hängt miteinander zusammen. Man kann das eine nicht ohne das andere haben. Eine alte Erkenntnis - ich komme wieder und wieder (...) darauf zurück, denn davon bin ich tief überzeugt. Doch wo nur sind unsere Ideale, wo die leuchtenden Vorbilder?

*Man erziehe Knaben zu Dienern und Mädchen zu Müttern, so wird es überall wohl stehen* (Goethe). Klingt doch nun völlig aus der Zeit gefallen, oder? Was aber ist die Alternative? Bleibt ja dann nur das Pendant dazu, nämlich dass stattdessen alle herrschen wollen über andere. Wo das hinführt, wenn sich der Mensch *die Erde Untertan macht*, bekommen wir ja vorgeführt.

In einem der letzten Vorträge, die ich mir mit dem Dalai Lama ansah, träumt er davon, noch zu Lebzeiten anzuregen zu können, dass *Mitgefühl* als Schulfach gelehrt wird. Die Herzensbildung als schulischer Kanon, Empathie als Pädagogik, Unterricht in Menschlichkeit. Ja, was glaubt ihr, ist denn das überhaupt möglich, zum Guten zu erziehen? Oder ist das nicht vielleicht doch Charaktersache? Gäbe es überhaupt ein Interesse daran? Bedarf es eines solchen Unterrichts? Was meint ihr? 

 


Von meinem heute zum 3. Advent vorgestellten Rezept war ich mit dem ersten Bissen überzeugt! Ganz schlichte Lebkuchen, an denen man sich gar nicht überessen kann, weil sie so pur gehalten sind und von angenehm dezenter Süße. Dazu lassen sie sich noch lange aufbewahren, so dass es keinen Grund gibt, nicht wirklich eine großzügige Ladung davon auf einen Schlag zu backen.

Tatsächlich sind die Lebkuchen in ihrer Grundidee für ein Lebkuchen-Haus gedacht. Aber warum sollte man sich verkünsteln, wenn man viel einfacher davon kommt... ihr kennt mich. Das Rezept stammt von einer Freundin, die es wiederum aus einem alten Weihnachtsbackbuch hat. 

 

Geschwister im Blog-Universum, die offen legen, wie gerne ich Lebkuchen esse:

 **** der Klassiker und DUBB gekennzeichnete Lebkuchen

 **** ein neuer Stern und gleich hoch eingestiegen: die vegangen Lebkuchen-Gutzli

 **** Lebkuchen-Herzen - fand ich auch absolut spitze. 



Zutaten - ca. 40 Stück:

250g Honig
200g brauner Zucker (evt. weniger)
150g Butter, weich
400-450g Mehl 
100g gemahlene Mandeln ersetzen
1 TL Zimt
2 TL Lebkuchengewürz 
(oder je eine gute Prise Kardamom, Nelke, Piment, Muskatblüte)
1/2 Zitrone, Schale davon
1 EL Kakao
1 Eier
1 TL Pottasche
2 EL Rum (oder Wasser)

Zubereitung:

Die Butter, den Honig und den Zucker in einen Topf geben und unter Rühren so lange erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Etwas abkühlen lassen und in eine Rührschüssel umfüllen. Die restlichen Zutaten mit dem Knethaken gründlich untermengen. Die Pottasche mit Rum oder Wasser in einer Tasse verrühren, bis sie sich aufgelöst hat. Diese dann ebenfalls zum Teig dazugeben und so lange auf höchster Stufe weiterkneten, bis der Teig glänzt und nicht mehr klebt (ansonsten noch etwas Mehl zufügen). Der Teig sollte fest und formbar sein. Den Teig im Kühlschrank für mehrere Stunden ruhen lassen - am besten über Nacht.

Backofen auf  180°C (O/U-Hitze) vorheizen. Backbleche mit Backpapier auslegen.

Dann den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 6 mm dick auswellen. Motive nach Wahl ausstechen - ich finde, zu dem Geschmack passen nicht zu kleine Formen, also eher größere. Was wiederum der Schnelligkeit der Herstellung entgegenkommt!

Die Sterne (Kreise, Herzen, Bäume...) mit etwas Abstand auf das Backblech setzen. Blech in die Mitte des Backofen einschieben und etwa 18 min backen. Vorsichtig vom Blech lösen, denn die Sterne sind noch sehr weich. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Dann in einer Keksdose aufbewahren - halten sich prima.

Anmerkung m: die Hälfte des Rezeptes haben bei mir 38 Lebkuchen à  5,5cm Durchmesser ergeben/ ein 1/5 des Honigs habe ich ersetzt durch Rübensirup/ den Rohrzucker kann man womöglich gut weiter auf 150g reduzieren beim ganzen Rezept

Quelle: Katja/ GU - Backen für Weihnachten

 

2. Advent: gefüllte Karotten-Kartoffel-Knödel

Sonntag, 4. Dezember 2022


Als Teenie schlackerte mir manchmal die Mimik wie bei einem Baby-Elefanten der Rüssel. Ich konnte gar nicht kontrollieren, dass man mir oft eins zu eins am Gesicht ablesen konnte, was ich denke. Nicht zwingend vorteilhaft. Sehr oft war ich nämlich genervt. Zumal man im frisch geschlüpften Körper dünnhäutiger reagiert, feiner, extremer.

Daher kann ich verstehen, dass sich gerade junge Menschen angezogen fühlen von der Bewegung *Die letzte Generation*. Selbst wenn ich ganz bei Steffi und Thorsten bin: was intressiert es die indischen und chinesischen Bestrebungen samt den dazugehörigen CO2-Emissionen, wenn sich in Gelsenkirchen jemand auf der Straße festgeklebt (wobei die Geschichte mit den CO2-Emissonen... siehe Marijn Poels... aber lassen wir das). 

Dabei ist die Veränderung des Klimas nur eines von zahlreichen Problemen. Wer noch einen Funken lebendige Faser an seinem Kadaver spazieren trägt, muss den Zustand unseres Planeten beunruhigen. Es ist offensichtlich, dass wir nicht Lucky Luke-mäßig einem rosigen Sonnenaufgang entgegenreiten. Der Welt gehts nicht gut. Die Erde ist in einem schlechten Zustand.

Wie außen so innen. Alles zeigt sich symbolisch. Doch wir bekommen nur noch schwer die Entsprechungen zusammen. *Alles hat eine doppelte Bedeutung. Der Grad der Verschmutzung unserer Erde, spiegelt den verdreckten Zustand unserer Seelen wider*, sagt der Habib. Wo - nennt mir einen Bereich - , richtet sich die Menschheit nach Werten, unterstellt sich diesen und handelt nach diesen Maximen. So, wie wir mit dem Biotop, in dem wir leben, umgehen, gehen wir mit uns selbst um. Das hat Rückkopplungen ebenso auf unser soziales Leben, unsere Beziehungen, unsere Zufriedenheit. Lügen, Verdrehungen, Hysterie, Hass... das stapelt sich als Mülldeponie im Geist.

In der rauschenden Außenwelt sorgt man sich um Kriegsmüdigkeit, beschwört Waffenbrüderschaft, erklärt ganze Bevölkerungsgruppen zu Feinden. Keine Ahnung, wer das mitträgt und gut heißt. Ich nicht. Wie vieles andere ebenfalls nicht. Von diesem Außen kann ich mich nur angewidert abwenden. Stattdessen suche ich nach Licht. Es ist Advent. Ist das nicht die Zeit im Jahr, die besonders danach ruft? Ähnlich wie es Kleist formuliert in seinem Text *Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden*, wenn er verwickelt vesteckt in seinen Überlegungen: *Ich pflege dann gewöhnlich ins Licht zu sehen, als in den hellsten Punkt, bei dem Bestreben, in welchem mein innerstes Wesen begriffen ist, sich aufzuklären.

Deshalb erhält meine ungeteilte Aufmerksamkeit nicht jeder, der glaubt, etwas zu sagen zu haben. Sollen sie hetzen. Ich höre ihnen nicht zu. Sollen sie wüten, aber ich spiele nicht mit. Eine schöne Perle habe ich euch stattdessen für den 2. Advent herausgesucht.

Müßte ich einen freundlichen Waldelferich in einem Kinofilm besetzen... ich hätte ihn gefunden: Egbert van Bart (s.u.). Als wäre er dem zauberhaften Buch *Von Elfen, Gobblins und Spuckgestalten* entsprungen. Ihm leihe ich gerne mein Gehör: Gib dich bedinungslos dem Wunder und Geheimnis der Schöpfung hin. Du bist ein Teil davon. Es sind unsere Gedanken, durch die wir uns von der Einheit entfremden. Das, was dir widerfährt im Leben, hat mir dir zu tun und ist nur für dich bestimmt. Du hast damit umzugehen. Wenn du Selbstverantwortung für deine Reise übernimmst, dann erst kannst du dein eigenes Wesens entdecken - gespiegelt von der Welt.

10 Minuten Mensch, die mir Freude machen ... 

 


Freude machen mir auch diese Knödel. Für mich eines der besten Knödel-Rezepte überhaupt. Die Konistenz ist einfach genau richtig: nicht zu fest, nicht zu weich - mit Biss aber soft. Außerdem behalten sie gut die Form

Zwei verschiedene Füllungen stelle ich euch vor - up to you. Dann wartet ein Sonntagsessen!


Geschwister im Blog-Universum: 

**** diese Kartoffel-Gnocchi - siehe hier oder auch hier

**** diese gefüllten Kartoffel-Knödel


Zutaten - 8 Stück:

450g Kartoffeln
100g Karotte, fein gerieben
100g Hartweizengrieß, fein
100g Mehl (m: D1050)
1 EL Kartoffelstärke
50g geriebener Parmesan (optional)
1 Eigelb
Salz
...
Füllung I:
100g geräucherter Tofu
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
1 EL Tamari
1 EL Petersilie, fein gehackt
Pilz-Pulver
Harissa 
...
Füllung 2:
30g Grünkern, grob geschrotet
1 TL Gemüsebrühe-Pulve
1 EL Tamari
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 Champignons
Paprika-Pulver
Pimenton de la vera
1 EL Petersilie, fein gehackt
...
3 Stangen Lauch
1 EL Meerrettich-Crème
1 EL Crème fraîche
etwas Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
etwas Zitronensaft
1 EL Butter

 

Zubereitung:

Kartoffeln als Pellkartoffeln aufsetzen und kochen.

Währenddessen die Füllung zubereiten. Für Füllung II Grünkern mit 50ml übergießen und gut 15min quellen lassen. Ansonsten sehr ähnliche Vorgehensweise. Tofu in kleine Würfel schneiden/ Pilze in kleine Stücke schneiden. Schalotte und Knoblauch fein hacken. In etwas Olivenöl anschwitzen, dann restliche Zutaten zugeben und ebenfalls mitbraten, bis alles gar ist. WICHTIG: bei allen Füllungen gilt diese etwas zu überwürzen, damit nachher der Effekt stimmt! Füllung etwas abkühlen lassen.

Für das begleitende Gemüse den Lauch rüsten, dann in feine Ringe schneiden. In etwas Butter in einer tiefen Pfanne anbraten, dann Brühe und Crème zufügen und bei geschlossenem Deckel weich garen. Zuletzt mit Meerrettich und Zitronensaft abschmecken. Warm stellen.

Die gegarten Kartoffen, abschütten, schälen und noch warm durch die Presse drücken. Zuerst mit dem Mehl und Hartweizengrieß mischen, dann mit restlichen Zutaten. Den Teig nur so lange kneten, bis er homogen und nicht mehr klebend ist. 

WICHTIG: nicht überkneten, sonst wird der Teig speckig!

Die Masse zu 8 gleichgroßen Kugeln formen. Jeweils eine Kugel auf der linken Handfläche schon platt drücken. Dann mit einem Teelöffel die Füllung in die Mitte plazieren und den Kartoffelteig drumherum verschließen. So verfahren bis alle Knödel gefüllt sind.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Knödel in das siedende Wasser gleiten lassen und so lange garen, bis sie an die Wasseroberfläche steigen. Herausnehmen, abtropfen lassen und zusammen mit dem Lauch servieren.



Goodie: von außen betrachtet - Blick auf Mond und Erde von der Orion-Kapsel der Nasa aus, die fast 500 Tausend Kilometer entfernt von der Erde unterwegs ist. THINK BIG! Schönen 2. Advent euch allen!

Vermittler: Lebkuchen-Gutzli, vegan

Sonntag, 27. November 2022


Wenn wir unterwegs auf den Flughäfen dieser Welt gelandet sind, dann rußte dem Habib bereits am Gepäckband das Aufeinandertreffen mit einer seiner liebsten Berufsgruppe: den Taxivermittlern. *Ich bin doch nicht zu doof, mir selbst ein Taxi klar zu machen, als dass ich auf diese Mtherfcker angewiesen wäre!*  - deren Angebot selbstredend stets ein Vielfachen über dem üblichen Preises liegt (eh klar, die wollen schließlich mitverdienen). Gleiches gilt für die Märkte und Souks. Nicht jener, der mit Fleiß und im Schweiße seines Angesichts etwas herstellt, macht das eigentliche Buisness, sondern der Zwischenhändler, der lässig im Laden rumhängt und verkauft.

Die Plattform-Ökonomie wird zum Sargnargel des Mittelstandes, lautet eine Theorie (für tiefer Interssierte: s. Ernst Wolff). Tatsächlich kann man sich doch kaum noch eine Pizza bestellen, ohne dabei an Lieferando vorbeizukommen. Das kann man locker ausdehnen auf das Rufen eines Taxi, das Buchen eines Fluges, Hotels, den Kauf eines Pullovers, das Suchen eines Handwerkers.... just name ist... Jeder shoppt doch mittlerweile bei Amazon. Spätestens seit der Pandemie. Die einschlägigen Unternehmen à la airbnb, booking.com, Uber, Trivago... brauche ich gar nicht listen, um plastisch zu machen, wovon ich rede. Kennen wir alle.

Ginge das nicht genauso auch im viel Kleineren? In meiner Jugend hatte die Mitfahrzentrale noch ein Büro. Niedlich, oder? Und für was braucht es eigentlich eine europaweite Plattform für Second-Hand-Klamotte (Vinted). Der deutsche Kleiderkreisel war doch bereits sehr groß. Wen interssiert, wo ich in Berlin Pizza ordern kann, wenn ich mich in München aufhalte?

Tech-Giganten nutzen ihr Monopol. Und Monopol-Bildung ist der freien Marktwirtschaft zuliebe verboten. Zumindest wurde mir das so noch während meiner Schulzeit beigebracht. Das scheint überholt. Das Geschäftsprinzip der Plattformökonomie ist simpel: Ein Plattform-Unternehmen managt kein Produkt und keine Dienstleistung, sondern lebt davon, dass es Marktakteure miteinander verknüpft. Plattformen stehen also zwischen dem Produzenten einer Ware auf der einen Seite und dem Konsumenten dieser Ware auf der anderen Seite. Für was braucht man diese Raubritter also, die von allen nur Wegzoll kassieren? Nur damit etwas WWW vergleichbar wird?  Würde das nicht jeder Wald und Wiesen- Programmierer auch für einen Bezirk, eine Gemeinde, eine Stadt hinbekommen, eine solche Homepage zu entwerfen? Wollen wir nicht alle lieber *libre et indepandant* leben als angewiesen zu sein auf irgendwelche dubiosen *Dealer*? Dann lieber Einzelkämpfer und vernetzt im echten Leben! Und überhaupt: WIE sehr ich diese ewige, vorgegebene Bewerterei verabscheue! Ehrlich, was soll das?

 


Nun, über dieses Thema bin ich gestolpert, weil dank einer der vielen Plattformen, die ich selbst nicht nutze (Pinterest), gelangt gerade eines meiner Rezepte zu dem Fame, den es grundsätzlich verdient: meine Linzer. Die Aufrufzahlen steigen und steigen. Keine Ahnung, ob geholfen hat, dass ich wiederholt und wiederholt mit Tolltolltoll (DUBB) darauf zurückverwiesen habe. 

In der letzten Zeit habe ich selbst ebenfalls wirklich viel aus meinem Fundus gebacken. Logo, die Linzer gerade wieder. Aber auch die Nuss-Tarte mit Tonka (und etwas Lavendel - war super), den Marmor-Kuchen, den Butter-Sand-Kuchen sowie außdem den Kaffeekuchen. Wäre ich auf Insta, dann.... aber lassen wir das.

Im Advent gehts wie gewohnt ans Plätzchen backen. Meine acht Lieblings-Plätzchen habe ich euch letztes Jahr verraten. Die werden sich stabil im Olymp halten. Für Schoko-Maniacs verlinke ich euch noch die DUBB Schoko-Sablés mit fleur de sel sowie die neu entdeckten Super-Schoko-Busserl.

Zum ersten Advent stelle ich euch heute vegane Lebkuchen vor, die uns sehr gut gefallen. Professionell würden sie schmecken, urteilt der Habib. Und schnell gebastelt sind sie ebenfalls, was meiner Art der  Zuckerbäckerei sehr entgegen kommt. Da reißt mir nämlich schnell der Geduldsfaden. Sogar energiesparend sind sie, da man sie nicht backen muss (das neueste aller Güte-Siegel). Sehr fein - mache ich bestimmt wieder! Jetzt stecke ich beim Frühstück die erste Kerze am Adventskranz an (selbstgedrehte Mischung aus Blautanne und Zeder), gen abend, wenn der Ofen brennt, raucht sicherlich auch ein Räucherstäbchen, dazu wird das erste Plätzchen in den Mund geschoben - Adventgemütlichkeit ist echt nicht schwer!


Zutaten 15 Stück:

150g Nüsse, geröstet, gemahlen (m: 100g Mandeln/ 50g Haselnüsse)
50g Nüsse, geröstet, gehackt (m: Walnüsse)
35g Datteln
20g Aprikosen, getrocknet
50ml kochendes Wasser
50g Nussmuss (m: Mandeln)
25g Ingwer, kandiert (oder Cranberries/ kandierte Orangenschale)
25g Marzipan
1 TL Zimt
1/4 TL Nelke, gemahlen
1/4 TL Kardamom, gemahlen
Pr Piment
Pr Ingwer, gemahlen
100g Schokolade (m: 70% Kuvertüre + etwas Kardamom)

 

Zubereitung:

Datteln und Aprikosen klein schneiden, mit kochendem Wasser übergießen, abdecken und ca. 10min ziehen lassen - dann pürieren. Alle Zutaten - außer der Schokolade) zu einem homogenen, leicht klebrigen Teig vermengen (m: per Hand).

Kugeln von etwa 25g formen, diese flacher drücken und auf eine Platte (oder Kuchenform) mit Backpapier ausgelegt setzen. Für etwa 1/2 Stunde (oder auch Stunde) ins Tiefkühlfach stellen - dadurch werden sie griffiger (also leichter zu händeln, da nicht mehr klebrig).  

Die Schokolade überm Wasserbad schmelzen (m: noch einen Stich Kokosfett zugefügt außerdem Kardamom) und die dickeren Plätzchen (flachgedrückten Kugeln) in die Kuvertüre tunken. Für das letzte Drittel habe ich noch etwas Kokosraspeln untergemischt (ebenso gut ein wenig gehackte Nuss) und die Plätzchen eher mit der restlichen Kuvertüre bestrichen (mit Hilfe eines Teelöffels). Wieder aufs Backpapier setzen und trocknen lassen. 

Dann in einer Plätzchendose aufbewahren.

 

Akzeptanz: All-I-Need-Stew mit marinierter Aubergine

Sonntag, 20. November 2022


Ihre beiden Vorgänger habe ich mit Begeisterung gelesen, nun veröffentlichte Dörte Hansen  ihr drittes Buch *Zur See*. Im Zuge dessen schaute ich mir das Interview mit ihr darüber an auf der Frankfurter Buchmesse. Könnte ich mir eine Freundin backen, dann wäre sie wie Dörte. Ich mag ihr Gespür sehr für Brüche und Umbrüche, sowohl in der Gesellschaft, in Familien, im Individuellen, in geschichtlichen Abläufen. Mit viel Mitgefühl aber auch Humor legt sie den Finger ihrer Betrachtungen auf diese offenen Stellen.

Vielleicht sprechen mich ihre Beobachtungen deshalb so sehr an, weil sie eine Auseinandersetzung mit dem sind, was ich als Thema selbst in mir drehe und wende, seit mich letztes Jahr die Stromschnellen zerdellten. Meine Solbruchstellen kamen zum Vorschein und brachten mich und mein Selbstbild sehr ins Wanken. Ich dachte, ich würde stabiler stehen, schon mehr in mir ruhen, gefestiger sein. Dann kam der Sturm und ich zitterte in ihm wie Espenlaub.

*Die Wunde ist der Ort, an dem das Licht in dich eindringt* sagt Rumi. Ein Satz, der 2021 für mich Epoche machte. Und seither suche ich für mich nach einer tieferen Heilung. Neu im Notfallset sind für mich seither die Atemübungen des Dalai Lama. Die Atmung gilt in sämtlichen Meditationstechniken als zentrales Instrument, um in den Augenblick zu finden, um sich zu zentrieren, um zur inneren Ruhe einzukehren. Auch das übergeordnete Ziel von Yoga - für all jene, die es nicht zur reinen körperlichen Ertüchtigung praktizieren - versucht über bewußtes Ein-und Ausatmen, Achtsamkeit zu lehren.

Die letzten Jahre waren für viele von uns anstrengend. Das Außen tönte laut wie nie: ständig neue Katastrophen, Veränderungen, Bedrängungen, Anmaßungen, Unzumutbarkeiten. Manchmal kam ich mir vor wie in einer Gegenstromanlage. Nur irgendwie den Kopf hochhalten. Das benötigte bereits derart viel Kraft, dass wenig Energie für anderes übrig blieb. Sogar das Wichtigste von allem: sich um den Frieden in sich selbst zu kümmern, sich auf sich selbst zu besinnen - Selbstverantwortung.

Irgendwie war ich oft abgelenkt. Wohlwissend: die Wirklichkeit findet nur im Jetzt und Hier statt. Einzig und allein im Zusammentreffen von Zeit und Raum eröffnen sich Möglichkeiten. Wer zweifelt, darf James French demonstrieren lassen, wieviel Kraft steckt in a present mind and mindfullness. Leider, sehr leider stellt sich Aufmerksamkeit und Präsenz nicht automatisch ein. Automatisch degeneriert man - wie das Wort schon sagt - zum Automaten. Zum Zombie. 

In diesem Zusammenhang stieß ich auf Thich Nhat Hanh, den bekannten buddhistische Mönch aus Vietnam, der Anfang des Jahres gestorben ist. Ganz simpel erklärt er, dass wir zuallerst in uns selbst ankommen müssen, dass jeder einzelne eine Verbindung zu sich selbst herstellen muss. Es gibt kein anderes Zuhause als in uns selbst, in unserem Körper und Geist. Darin haben wir es uns einzurichten wie auf einer Insel. Ohne dass wir das nicht geschafft haben, brauchen wir uns überhaupt um gar nichts weiterzubemühen.

Und schon erreichen wir das große Wort *Akzeptanz*. Nur in Frieden und Ruhe kann ich mir Dinge, Geschehnisse, Erlebnisse, mich selbst anschauen. Wenn ich nicht in der Lage bin, alles so anzunehmen, wie es ist, dann verflüchtigen sich Frieden und Ruhe. Alles hängt zusammen.



Es bedarf bestimmt keiner tieferen Weisheit, um einzusehen, dass man den Lauf der Welt nicht ändern kann. Wirklich ändern kann ich nur mich selbst. Und vor sich selbst rennen wir am meisten weg. Wir kommen doch kaum mehr zum Nachdenken, wie soll man da noch Gelegenheit finden, sich selbst zu begegnen. Doch manchmal sind die Zusammenstöße mit sich selbst unausweichlich. Etwa, wenn man in Situationen gerät, in denen alles in einem *Nein* schreit. Weit, weit weg ist alle Akzeptanz, alle Einwillung, aller Friede.

Das sind die Momente, in denen wir eigene Solbruchstellen berühren. Was in mir will wahrgenommen und angenommen werden. Vor was in mir will ich denn eigentlich den Blick abwenden? Dunkelheit sei deine Kerze - halte die Kerze ins Dunkle, sagt Rumi. *Wie kann ich im gegenwärtigen Moment bleiben, wenn er sich unerträglich anfühlt?* - auf eben diese Frage antwortet Thich Nhat Hanh (unten für euch und mich zum Erhalt eingestellt).

Um den Kreis heute zu schließen, zu dem *All-You-Need-Stew*, das ich mit der Reihe zu *Das Böse* kombiniert habe, lenke ich mit dem *All-I-Need-Stew* den Blick auf *das Böse* in mir selbst: Hochmut und Angst und all dem Unglück oder gar Verdrehungen, das daraus resultiert als Konsequenz. Wie kann ich mich dem stellen? Und wie kann ich das Unannehmliche in mir transformieren und erlösen? Denn ganz mit der Bibel: Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? (Matthäus). Mag spirituelles Streben Privatvergnügen sein, so kenne ich doch keinen anderen Schlüssel (s. Schiller) zur Selbsterkenntnis, der gleichzeitig hilft, sich abzugrenzen vor der Verlogenheit anderer.

 

Das All-You-Need-Stew bereite ich nahezu wöchentlich zu - das ist ja so super abzuwandeln. Diese Lieblingsvariante kombiniert das nussige Quinoa mit diesem Karotten-Pü der Extraklasse, das nichts anderes ist als ein noch geheimgehaltenes DUBB. Damit ich euch aber auch noch zu etwas gänzlich Neuem inspirieren kann, zeige ich euch außerdem die marinierten Auberginen - eine Idee für die letzten ihrer Art für diese Saison.



Zutaten 2P:

Stew:
140g Quinoa*
Kokosfett
250g Gemüsebrühe
1 Lorbeerblatt
1 Zweig Thymian 
1 Knoblauchzehe, gequetscht

300g Karotten 
Kokosfett
Salz
Ahornsirup
1/2 TL Koriander, geschrotet
1/4 TL Zimt
1/4 TL Kreuzkümmel
Piment d'Espelette
1/2 Orange, Abrieb davon und Saft
Pfeffer
2 EL Kokoscrème (oder Mandelmus)
etwas Zitronensaft (oder weißer Balsamico)
Salz, Pfeffer 

3 kleine Auberginen
Olivenöl
fleur de sel
Pfeffer 
2 Knoblauchzehen
4 Zweige Minze
einige Stiele Petersilie
Piment d'Espelette
Rohrzucker
Zitronensaft 

 

Zubereitung:

Quinoa waschen, gut spülen, dann in Kokosfett kurz anrösten. Gemüsebrühe anschütten, Gewürze zufügen, Deckel auflegen und bei kleiner Hitze in ca. 20 min weich garen. Dann Lorbeerblatt, Thymianzweig und Knofi entfernen.

Für das Karottenpü die Karotten bürsten und in feine Scheiben schneiden. Mit Salz marinieren und stehen lassen, bis sie etwas Wasser gezogen haben. Die Gewürze in etwas Kokosfett rösten, Karotten zufügen und bei kleiner Hitze und geschlossenem Topfdeckel weich dünsten. Zuletzt abschmecken mit Orangenschale und -saft, Zitronensaft, Kokoscrème und Ahornsirup. Mit dem Zauberstab pürieren und das Quinoa unterziehen - nochmals abschmecken.

 
Auberginen der Länge nach halbieren und in Spalten von etwa 2cm schneiden.
Den Backofen auf 220° (Umluft 200°) vorheizen. Auberginenspalten in einer Schüssel in reichlich Öl wenden, mit Fleur de Sel und Pfeffer würzen. Dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und im Ofen (oben) in 15-20 Min. goldbraun und weich garen.
 
Währenddessen den Knoblauch fein würfeln, Kräuter ebenfalls fein hacken. Alles mit Zitronensaft, Fleur de Sel, Pfeffer, Zucker und Olivenöl mischen. Die Auberginen aus dem Ofen nehmen und gut mit der Marinade durchmischen - idealerweise 3 Stunden marinieren lassen.
 
*Anmerkung m: Man könnte die Karotten auch direkt in dem Quinoa garen, aber ich mag die pürierte (musige) Konsistenz lieber. Je nach Hunger und Beilagen kann man die Menge des Quinoa ruhig auf 180g erhöhen, die der Karotten auf 500g.
 
Daneben erkennt ihr Altbekanntes: der Super-Tofu oder die Zucchini-Bällchen
 
 

Feeder: Spitzkohl-Wickel mit Polenta

Freitag, 11. November 2022


Die Tage habe ich mich mit einem Jüngling unterhalten. Sehr gut sogar, nämlich offen, zugewandt und gegenseitig interessiert. 20 Lenze ist er frisch und bereits ein wenig schwunglos, was den Elan für die Zukunft angeht. Wirtschaftsingeneurswesen studiert er im dritten Semester ohne Visionen, was er dann beruflich mal damit anstellen will. Geld verdienen halt.

*Hmm*, meinte ich, *wird ja irgendwie auch immer schwieriger, noch einen dieser guten Berufe ausfindig zu machen, die überhaupt eine Existenz ermöglichen.* Entweder man fristet sein Dasein in einem dieser Bullshit-Jobs. Oder aber man wird regelrecht gefressen von seiner Erwerbstätigkeit und das Leben besteht nur noch aus Arbeiten. 

*Jetzt mal rein von der Beschäftigung, wenn es nur darum ginge, mit was du dich besonders gerne auseinandersetzt - ohne jeden finanziellen Hintergedanken - was würdeste denn dann machen*, fragte ich ihn. Er schaute mich verwirrt an. Ganz so, als hätte er sich dem Thema von dieser Seite noch nie genähert. Sehr lange brauchte er nicht zu überlegen: *Feeder*, sagte er. Ich so: *Hä??? Kannst du mir das wiederholen?* *Feeder.* *Was soll das sein?* Professioneller Gamer bezeichnet man so, werde ich aufgeklärt. Noch nie gehört. Tsss, da sieht man mal: ich lebe hinter den sieben Bergen. *Ich bin in Bezug auf Videospielen nahezu jungfräulich*, bekenne ich. Keinerlei Playstation-Erfahrung vorzuweisen. Ein bißchen Gameboy (Tetris/ Super-Mario) und *Breakout* (das Nostalgie-PC-Spiel beschreibe ich umständlich, weil ich natürlich den Name nicht kenne). Ich muss also nachhaken.

*Ja, und was spielst du dann so? Ballerspiele?* *Auch*. *Und alleine oder verbindest du dich im Netz mit anderen?* *Mal so, mal so* *Und mit deiner Freundin, mit der spielst du ebenfalls?* Ja, zuletzt ein Fantasy-Spiel, das hätte ihnen gut gefallen. *Ich spiele einfach gerne, zum Beispiel nach der Uni ein Stündchen, das entspannt mich, das bringt mich runter* erklärt er sich, *nur um damit Geld zu verdienen, dafür bin ich zu schlecht. Das gilt gleichfalls fürs Programmieren*.

Ich erzähle ihm von einer Arte-Doku, die der Habib und ich kürzlich gesehen haben: *Das Geheimnis der Hieroglyphen*. Wir waren beide total fasziniert mit welcher Obsession dieser junge Franzose sich im 19. Jhdt hinter dieses Rätsel geklemmt hatte, getrieben von Neugier, angefeuert von eigener Motivation. *Tja*, seufzte mein Frischling, *soetwas muß man halt erst einmal finden, etwas für das man brennt.*

Das berührt mich, wie er das sagt. Hat unsere heutige Gesellschaft samt technischen Errungenschaften der Jugend womöglich die Phantasie genommen, frage ich mich. Wo sind die Träume, die Sehnsüchte, die Spielplätze um sich ausprobieren zu dürfen. Wo sind die Möglichkeiten geblieben?

Und eine weitere kleine Anekdote kommt mir in den Sinn und zwar von einem Mathelehrer in der Grundschule. Er beginne seine Stunde oft mit einer Knobelaufgabe, damit hätte er die Rasselbande meistens eingefangen und schnell begeistert. Intrinsische Motivation nennt das die Pädagogik. Ist doch interessant, dass Jungmenschen sich besonders gerne selbst ausprobieren wollen, oder? 

Wird ja im Alter nicht anders: lieber selbst entdecken als irgendetwas nachlabern oder bloß hinterhertigern auf ausgetrampelten Pfaden. Ach, seufze auch ich jetzt innerlich, dass Freiheit sowie innerer Antrieb SOOO entscheidend sind, denn erst dank selbstgemachter Erfahrungen entwickle ich meine Fähigkeiten weiter - sowohl im Materiellen wie im Geistigen. Erst müssen Sinne und Wahrnehmungen verfeinert werden und reifen dank vielfältiger Erlebnisse, dann wächst die Neugier und Faszination an der Welt fast von alleine mit. Und auf diese Weise bildet sich dann Humus, auf dem sich Geist weiterentwickeln kann, nämlich zu einem Wesen, das sich selbst zu bestärken weiß und sich selbst immer besser kennenlernt - das Gegenteil von dem im Außen gefütterten Egoismus und Narzissmus. Versteht ihr den Unterschied? Versteht ihr, was ich meine?



Der Herbst bleibt warm. Keinerlei vorwinterlichen Momente zu verzeichnen. An einem Tag, an dem der Himmel ausnahmsweise mal nicht aufreißen wollte, gabs dann trotzdem einfach so ein Vorgefühl auf die kalte Jahreszeit auf dem Tisch. Krautwickel. Weil Bertrand von der Lebensgemeinschaft unseres Dorfes auf dem Markt so hübschen wie steltenen Spitzkohl verkauft hat - an dem konnte ich nicht vobeilaufen. Gute, alte Hausmannskost, wie ich sie uns immer wieder gerne auf den Teller bringe und direkt erneut mit einem Schwung Grünkern... wenn ich schon dabei bin. Ich glaube, dann mache ich daraus einen Triple und präsentiere mit der nächsten Rezepte-Idee wieder etwas mit Grünkern!

 

Zutaten 2P - 6 Wickel:

1 mittlerer Spitzkohl
Füllung:
75g Grünkern
Oregano
150g Pilze
1 Schalotte
2 Knofi
2 EL Peterslie, fein gehackt
Thymian
geriebener Käse (m: Comté)*
Olivenöl
1 EL Tamari
Harissa
Salz, Pfeffer

Sauce - Wickel:
150ml Brühe
2 EL Tamari
1 TL Rübensirup
2 Lorbeerblätter

120g Polenta 
Gemüsebrühe (m: hälftig mit Mandelmilch)
1 EL Mandelmuß 

Zubereitung:

Grünkern grob schroten.  Mit 150ml kochender Gemüsebrühe übergießen und 1/2 Stunde - 1 Stunde ziehen lassen.

Für die Füllung die Schalotte, den Knofi und die Pilze fein hacken. Zusammen in etwas Olivenöl anbraten. Dann restlichen Zutaten für die Füllung zugeben - außer Käse und Petersilie. Noch etwas Brühe angießen und bei zugedecktem Deckel und leichter Hitze weitergaren lassen - ca. 10-15 min. Dabei immer wieder umrühren und aufpassen, dass die Masse nicht anhängt. Gegebenenfalls noch etwas Brühe zufügen.( Füllung soll aber nicht zu feucht werden).. Zuletzt Petersilie und Käse untermischen und nochmals würzig abschmecken.

6 Blätter vorsichtig von dem Spitzkohl lösen, die mittlere Rippe flacher schneiden und in ausreichendem Salzwasser einige Minuten garen, abschütten (Sud auffangen) und abtropfen lassen. 

Die Füllung auf die 6 Kohlblätter verteilen und in die Kohlblätter einschlagen. Wer mag, wickelt noch Küchengarn herum, dann kann man gut die Kohlwickel auch von beiden Seiten anbraten (m: nicht gemacht).

Sonnenblumenöl in einer Pfanne erhitzen und bei starker Hitze die Wickel auf ihrer Bodenseite (also da, wo der Wickel offen ist) anbraten, bis sie unten mindestens eine schön gold-braune Farbe angenommen haben. Dann Hitze auf kleine Flamme reduzieren, Brühe, Tamari, Rübensirup und Lorbeerblätter zufugen, Deckel auflegen und ca. 10-15min köcheln lassen.

Parallel die Polenta nach Packungsanweisung zubereiten. Zusammen mit den Wickeln und der einreduzierten Sauce servieren.

*Anmerung m: den restlichen Spitzkohl habe ich in einer Pfanne scharf angebraten mit Thymian und Kräutersalz - und dazu serviert/ Käse kann man rauskürzen, hilft aber, die Füllung etwas zusammenzuhalten/ Veganer ersetzen den Käse durch eine vegane Variante


Polsprung - Spaghetti Bolognese Veggie-Masterclass

Sonntag, 30. Oktober 2022

 

 

* Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand* (mongolisches Sprichwort).

Heute will ich mich mit einem Thema beschäftigen, von dem ich null Ahnung  habe: dem Polsprung. Was ist das? Bei einem Polsprung (auch der sog. Polumkehr) kehrt sich das Magnetfeld, das die Erde umgibt, um 180 Grad – der Nordpol wird zum Südpol, die Kompassnadeln würden dann nach Süden zeigen und der Strahlenschutz der Erde wäre in dieser Zeit außer Kraft gesetzt.

Ich habe versucht, darüber einer Diskussion zu folgen zwischen einem Geo-Physiker und einem Astro-Physiker - strich aber bald die Segel. Das scheint mir erstmal völlig undurchdringlich. Gewundert habe ich mich aber anschließend nicht, dass sich wieder einmal die Esoterik dieses Thema bemächtigt - das ist doch genau der Stoff aus der sie ihr halbseidenes Seemannsgarn aus Halbwissen und Halbwahrheiten spinnt.

Die treue Leserschaft weiß: mit der Esoterik stehe ich auf Kriegsfuß. Daher erstmal die Abgrenzung. Mein Anliegen ist, zum einen zu verdeutlichen wie mickrig und bescheiden es doch nachwievor um den menschlichen Wissenstand bestellt ist. Etwa mit Blick in die Sterne (#Frosch). Zum anderen will ich euch ein glitzerndes, faszinierendes Phänomen vorstellen: krass, Polumsprung, so etwas gibt es? Spannend!!! Sehr leider wird die Öffentlichkeit kaum an aktuellen Erkenntnissen das Erdmagnetfeld betreffend teilhaben gelassen - ähnlich wie beim Thema außerirdisches Leben.

Mir fällt dazu direkt die kleine Szene aus Calvin und Hobbes ein, in der der kleine Calvin seinen Tiger Hobbes auffordert, sich etwas zu wünschen: Think BIG! - aber Hobbes liegt lieber schnurrend im grünen Gras. Genau wie ein Großteil der Menschheit, der es sich behaglich im Kleinen eingerichtet hat. Würden sie versuchen, sich mit dem Größten in Beziehung zu setzen, dann wären sie zwangsläufig gottesfürchtig. Meine These.

Anyway. Stand der Forschung ist, dass die magnetischen Pole in der arktischen und antarktischen Region wandern - dazu gibt es Karten (s. etwa hier). Unter Wissenschaftlern nicht mehr weiters erstaunlich - im Gegensatz zu der messbaren, deutlichen Verringerung des Erdmagnetfeldes und die deutlich zunehmende Geschwindigkeit der Polwanderungen innerhalb der letzten 20 Jahre.

Genau dieser Tatbestand gibt Anlaß zur Spekulation (s. etwa diese 3Sat-Doku). Steht in Bälde wieder ein Polsprung an? Geowissenschaftler haben herausgefunden, dass sich ein erdmagnetischer Polsprung etwa alle 200.000 bis 300.000 Jahre ereignet. Es wäre erdgeschlichtlich ein *normaler* Vorgang. Aber was passiert genau dabei? Wie geht er vonstatten? Was bedeutet das für Sonnenwind-Teilchen und Höhenstrahlung, die sonst von dem Magnetfeld der Erde gefiltert werden? Wie wirkt sich das auf das Klima aus? Und auf die Erdbevölkerung? Wann genau könnte ein Polsprung wieder einsetzen? Fragen über Fragen. Dabei völlige Uneinigkeit seitens der Wissenschaft

Nun, ich bin Kosmopolit, im engsten Sinne: ich glaube, dass der Mensch sich auf diese Weise nur auf diesem Planeten Erde entwickeln kann und die Erde wiederum auf ihre Art nur innerhalb einer bestimmten Sternenkonstellation. Mensch-Erde-Kosmos. Alles hängt mit allem zusammen. 

In der Anamnese ist es so, dass die Patienten oftmals ihre Diagnose selbst formulieren - wenn man genau hinhört. Und wenn ich mich in der letzten Zeit mit Gleichgesinnten unterhalten habe, dann machte deren Bauchgefühl Sätze kund wie *Alles kommt mir irgendwie verdreht vor; das ist doch nicht mehr normal; die stellen doch gerade alles auf den Kopf...* Und dabei ging es dann eigentlich um Politik/ Gesellschaft (Kriegshetze nach zwei Weltkriegen, Sommer im Spätherbst, Diesel teurer als Super, episches Artensterben, Großeltern, die vor ihren Enkeln geschützt werden; hochentwickelte Industrieländer ohne Energie; Trans ist das neue Normal...). Schon ein bißchen wie in der Bibel: *Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!* (Jesaja)

Wer weiß, vielleicht kann man diese definitiv komische Stimmung ja noch in vielVIEL größere Zusammenhänge einordnen. Die Gesellschaft teilt sich doch ebenfalls mehr und mehr und es tun sich dabei zwei Pole auf. Was bitte ist ein Great Reset von selbstgekrönten Superhirnen und Kampfmaterialisten mit Marschrichtung gen Transhumanismus im Vergleich zu einem Polsprung!? (#Allahu akbar, #manche werden Geist nie verstehen, weil man sich *Geist* nicht über den Verstand nähern kann, #Transformation, #Erleuchtung). Kinners, keine Ahnung, aber ich sag mal so: einen Polsprung mitzuerleben, echt jetzt, dann hätte ich endlich mal wieder das Gefühl zur richtigen Zeit geboren worden zu sein - mittendrin in einer fundamentalen Zeitenwende... 

 

 

Die Rezepte-Überschrift ist bien sûr völliger Nepper-Schlepper - ganz in schönster Jamie Oliver- Best-Ever-Tradition. Aber (Rechtfertigung) ich wollte euch für meine heutigen Gedanken ködern, da das kommende Allerheiligen eine gute Gelegenheit ist um über Geist und Ungeist nachzudenken, n'est-ce pas?

Außerdem sind diese Spaghetti wirklich spitze geworden. Ich hatte mich regelrecht überfressen. Das Bäuchlein spannte anschließend rund nach vorne. Aber wir konnten beide nicht aufhören, bis alles ratzeputz aufgegessen war. Vielleicht lags auch mit daran, dass wir im T-Shirt im Garten gegessen haben. Draußen schmeckt alles nochmals besser.


Geschwister im Bloguniversum (gibts einige, weil wer liebt Spaghetti nicht - also eine Auswahl):

    **** Spaghetti à la Sophie Loren

    **** Freudenmächen-Pasta - Pasta Puttanesca

    **** Spaghetti di Chili sin Carne 

    **** Spaghetti mit Orangen-Vanillen-Tomtensauce 

    **** Spaghettini mit Auberginen-Konfetti 

    **** Elines Pasta mit Zitronenlinsen

 

Zutaten 2P:

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1/2 Stangensellerie
1 mittlere Karotte
2-3 Champignons
40g Grünkern, grob geschrotet
20g Soja-Geschnetzeltes
2 Zweige Rosmarin
Thymian
Oregano
2 Lorbeerblätter
gut 600g stückige Tomaten
2 EL Tomtenmark
Harissa
1 großzügiger Schluck Rotwein
1 Schluck Balsamico
1 EL Tamari
Salz, Pfeffer
Rohrzucker
Olivenöl
ca. 200g Spaghetti (vielleicht auch 250 ;)

 

Zubereitung:

Grünkern grob schroten und mit ca. 50ml kochendem Wasser übergießen, Soja-Geschnetzeltes ebenfalls mit ca. 30ml kochendem Wasser - beides zur Seite stellen und quellen lassen.

Zwiebel und Knofi fein hacken. Ebenso Sellerie, Karotte und Pilze. Zueletzt den Rosmarin.

In einer tiefen Pfanne Olivenöl erhitzen, zuerst die Zwiebel glasig dünsten, dann Knofi, Karotten, Sellerie und Pilze zufügen und weitere 5min braten. Tomatenmark und Harissa kurz mitrösten. Nun Grünkern sowie Soja-Geschnetzeltes unterrühren, Tomaten anschütten zusammen mit dem Rotwein . Sämtliche Kräuter zufügen. Nun die Sauce ca. eine halbe Stunde ohne Deckel leicht simmern lassen, bis sie schlonzig (dank Grünkern) eingekocht ist.

Zuletzt nochmals mit Tamari und Balsamico abschmecken und falls nötig salzen und pfeffern. Lorbeerblätter rausfischeln.

Parallel die Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen, abschütten, gut abtropfen lassen, zu der Sauce geben und beim Untermischen kurz mitköcheln lassen.

Wer mag serviert die Bolo mit geriebenem Parmesan.