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Sonntag, 20. Januar 2013

Kaffeekuchen oder Kaffee und Kuchen oder Kaffee im Kuchen

Letztes Jahr bei den Exiltibetern in Indien gabs herrlich selbstgebackenen Kuchen in den schlecht beheizten Restos dort. Ein solcher Genuss blieb uns auf unserer Reise bisher verwehrt - ausser vielleicht einem ganz passablen Kokoskuchen. Daher treibt mir allein der Anblick und die Erinnerung an diesen Kuchen die Spucke in den Mund!

So grundeigentlich dünken mir Rührkuchen ein wenig simpel-dümmlich. Was sicher und nur mit diesen französischen Hochglanz-Pâtisserie-Stücken zusammenhängt, die mich ueblicherweise umgeben und an Filigranität normalement nicht zu überbieten sind. Daneben wirkt ein Rührkuchen eben nach MuppetSmörrebröd-Backerei.

Aber hey, mein Lieblingskuchen in Kindheitstagen war ein Rührkuchen und zwar der sogenannte *Kaffeekuchen*. Er wurde sogar so sehr geschätzt, dass ich ihn mir im regelmäsigen Abstand eines Jahres zum Geburtstag gewünscht habe. Unverantwortlich, dass ich diesen Evergreen unter meinen Rührkuchen nicht bereits vorgestellt habe. Und aus Selbsttest-Erfahrung kann ich alle Eltern an dieser Stelle beruhigen: diese Menge an Coffein hat null ADHS-Wirkung auf Kinder.

Einladungen zum Kaffee und einem Stück Kuchen kennen die Fränzis nicht - ist schließlich ein anderer Kulturkreis. Wir geben gerne ein Stück Kuchen deutsches Ambiente in unser Umfeld ab und laden zu einem solch exotisch anmutenden Event à la gâteau et café ein - so plauderts sichs nämlich auch mal unkompliziert nachmittags und ohne Alkohol.

Ein guter Rührkuchen ist das Gegenteil vom Wüste im Mund, ist saftig und hat für mich einen dicken Speckrand, was bedeutet, dass er ist ein wenig zu kurz gebacken wurde. Ein Kuchen à point ist somit einer, der mir einen Takken zu lange im Ofen war. Ich bevorzuge ihn aber wie gerade erklärt weniger kurz in der Pfanne, saignant, blutig, unten glitschig.

Euch deutschsprachigen muß ich eigentlich nicht weiters erklären, dass ein Rührkuchen am zweiten Tag noch besser schmeckt. Und ist ja wohl selbsterklärend, dass die Abstände, in denen es den Kuchen nun gibt, mit eigener Küche bedeutend abgekürzt wurden. Ihr werdet rausfinden, warum, auch ohne Valrhona!

Zutaten:

300g Mehl
150g gemahlene Haselnüsse
250g Butter, weich
5 Eigelb
5 Eiweiß
1 Pr Salz
250g Zucker (m: Rohrzucker, feiner gemahlen)*
3 EL Kakao
1 TL Backpu
1 Päckchen Vanille-Zucker
1 Tasse starker Kaffee (ca. 140ml/ m: doppelte Portion Nesscafé)


Zubereitung:

Die Butter mit dem Zucker und dem Vanillezucker rühren, bis die Masse aufhellt. Ein Eigelb nach dem anderen schaumig schlagen. Mehl, Haselnüsse, Kakao und Backpu zusammen in eine Schüssel geben.

Den Schüsselinhalt nach und nach abwechselnd mit dem Kaffee unterrühren. Die Eiweiße mit einer Prise Salz steifn schlagen und mit dem Schneebesen unter den Kuchenteig heben.

Den Backofen auf 170° vorheizen (m: Umluft)

Eine Gugelhupfform sorgfältig buttern und mit Mehl bestäuben. Den Kuchenteig in der Form verteilen

Auf der zweiten Schiene von unten zwischen 45 - 50min backen (m: bei etwa 47min rausgeholt - mit Speckrand/ bei 50min ist der Kuchen à point durchgebacken). Etwa 40min in der Form abkühlen lassen, dann stürzen.

Nach Wunsch mit Puderzucker oder Couverture behandeln...

*Edit '14 - Anmerkung m: Zuckermenge von 300g auf 250g reduziert und mit Rohrzucker gebacken, den ich davor im Blender etwas feiner gemahlen habe - besser so - s. auch hier
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