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festliche Yuzu Heidesand Plätzchen

Sonntag, 22. Dezember 2024



Wer auf der Zielgeraden gen Weihnachtsfeierlichkeiten auf den letzten Drücker quasi noch ein paar Plätzchen selbst backen möchte, für all die komme ich am 4. Advent mit dieser Idee um die Ecke.

Ich mache es mir mit Süßbäckerei ja gerne einfach. Für die Heidesand-Kekse muß man lediglich den Teig vermengen, zu Rollen formen und davon dann die einzelnen Plätzchen abschneiden. Wirklich sehr schön unkompliziert.

Der Clou darf aber nicht fehlen - schließlich ist nur ein Mal im Jahr Weihnachten. Hier greife ich auf den altbewährten Trick zurück, die Butter zu bräunen und sie zuvor zur Nussbutter zu machen. Das schmeckt gleich viel besser (Geschwister im Blog-Universum etwa diese Chai-Cookies). Den ungewöhnlichen Dreh gibt der Abrieb der Yuzu-Zitrone, die Bertrand von unserer Lebensgemeinschaft aus dem Dorf überraschend an seinem Marktstand im Angebot hatte. Das Aroma der Yuzu-Zitrone kann ich nur mit exotisch beschreiben - halt ein wenig anders wie Zitrone... Richtig unwiderstehlich werden die Plätzchen durch ein Drehen in einem Gemisch aus kandiertem Ingwer und Pistazie. Hoffentlich machen euch die Plätzchen so viel Freude wie mir!




Ich wünsche Euch allen ein schönes, besinnliches, harmonisches Weihnachtsfest!


Zutaten - ca. 60 Stück:2

250g Butter
220g Rohrzucker (zu Staubzucker gemahlen)
1 Vanilleschote
1 Yuzu-Zitrone (Abrieb davon)
1 Pr Salz
370g Zucker (m: 170g Einkorn-VK/ 200g Dinkel 200)
...
70g kandierter Ingwer, feinst gewürfelt
70g salzige Pistazien, fein gehackt
1 Eiweiß
je Pr Salz und Zucker


Zubereitung:

Die Butter in einen kleinen Topf geben und schmelzen. Bei mittlerer Temperatur unter Beobachtung so lange köcheln lassen, bis das enthaltene Wasser verkocht ist. Dann zeigen sich unten im Topf kleine braune Punkte - das ist die sog. braune Butter. In dem Moment die Butter sofort in eine Schüssel geben und über Nacht darin erkalten lassen.

Am nächsten Tag die Butter schaumig rühren. Das ausgekratzte Mark der Vanilleschote, das Salz, den Abrieb der Yuzu-Zitrone und den Zucker dazugeben und weiter rühren, bis die Masse hell und luftig wird. Dann das Mehl hinzugeben und zügig einarbeiten. Den Teig zu Rollen mit 3cm Ø formen und diese in Backpapier oder Frischhaltefolie einwickeln. Über mehrere Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Für die Variante mit dem Extra-Knusper-Glitzer-Rand den fein gehackten kandierten Ingwer mit der Pistazie vermengen und auf einer Arbeitsfläche verteilen (in etwa von Länge und Breite der Rollen). Ein Eiweiß mit je einer Prise Zucker und Salz steif schlagen. Die Rollen (m: 2 von 3) damit einpinseln und in dem Ingwer-Pistazien-Gemisch mit etwas Druck wälzen. Auf jeden Fall die Rollen eine halbe Stunde bis Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen – so lassen sie sich später besser schneiden.

Den Backofen auf 
200°C (O/U-Hitze) vorheizen.

Die Teigrollen in ca. 1cm dicke Stücke schneiden und mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen. Im vorgeheizten Backofen 10-12 Minuten backen und auf dem Blech vollständig auskühlen lassen. In Blechdosen an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahren.
Inspiration: Lacrema pâtisserie

Vermählung: Früchte-Nussknacker

Samstag, 23. Dezember 2023

 

Rückblickend schüttle ich über mich selbst den Kopf! Selbst als #Team Romantik der ersten Stunde (jaja, auch hier) war es doch sehr kindlich naiv, davon auszugehen dass alle Paare den gleichen Werdegang durchlaufen, ähnlich diesen Hüpfkästchen aus Straßenkreide, indem der Parcours klar vorgegeben ist: verliebt-verlobt-verheiratet. Heute fallen mir nicht mal eine handvoll Paare ein, die ich anschmachte ob des liebenswürdigen Umgangs miteinander. Eher im Gegenteil: in unseren Breitengraden scheint das mit der Paarbeziehung kaum einer hinzukriegen. Warum verlieren wir so schnell das Interesse aneinander, reden nicht mehr, suchen keinen Austausch?

Dabei wird derart Hosiana auf die freie Wahl der Liebe gesungen. Und? Im Ergebnis scheint das Modell wenig erfolgverprechend und eher ernüchternd. Zumal: so lange gibt es das freie Aufspielen in der Liebe noch nicht.

Schaue ich mir meine Familiengeschichte an, so paarte sich die Generation meiner Großeltern während dem Krieg. Ich kenne nur die weibliche Sicht, die Großväter lernte ich nie kennen. Die eine Oma schrieb mit zwei Soldaten, beide fielen. Später heiratete sie dann einen deutlich älteren Mann, an den sie nie ihr Herz verlor. Die andere Oma lernte ihren künftigen Mann ebenfalls als Soldaten kennen, schnelle Heirat, keine großen Gefühle ihrerseits, zudem ständig getrennt, in den kurzen Fronturlauben dann die schnelle Zeugung von Kindern und irgendwann, Jahre später, kehrte er zurück aus der Gefangenschaft, verdreckt, verlaust, verwanzt und traumatisiert. Romantik geht definitiv anders.

Die Elterngeneration, die mussten noch heiraten, um überhaupt das Elternhaus verlassen zu können. So wollte es die Zucht und Ordnung. Und ich hätte für mich die Hand nicht ins Feuer legen wollen, ob ich nicht genauso die erstbeste Möglichkeit ergriffen hätte, um dem Elend zu entkommen. In der Not frißt der Teufel Fliegen. Nur, das könnt ihr einer Fachkraft glauben: Liebesgeschichten beginnen anders.

Dann kam die Pille, die Wohngemeinschaften und nun ging der wilde Reigen erst richtig los. Mit der einhergehenden Ernüchterung in Folge der meine Generation recht bald feststellen mußte, dass Sex noch keine Liebe und dass der Glimmstängel der Leidenschaft schnell runtergeraucht ist.

Obwohl die Beziehungen nicht länger halten als früher, wird immer noch kräftig geheiratet - möglicherweise der Kinder wegen. Also Hochzeit ist überhaupt nicht meine Veranstaltung. Alleine diese unmöglichen Brautkleider-Sendungen, in denen die Mädels vor dem Spiegel stets totally ergriffen von sich selbst sind, wenn sie *ihr* Kleid gefunden haben, maximal egozentrisch, völlig selbstverliebt, ganz so als wollten sie sich selbst heiraten. Schlimm! (Wobei es diesen Firlefanz mit Selbst-Heirat ja sogar gibt - was soll man über die Verwirrtheit der Menschen noch sagen?). Für ein Kleid für einen einzigen Tag, für ein einziges Fest so viel Geld auf den Tisch zu legen - nee, sorry, verstehe ich nicht, das leuchtet mir nicht ein. Sowieso mal wieder ganz mit Goethe: *Man feiere nur, was glücklich vollendet ist; alle Zeremonien zum Anfang erschöpfen Lust und Kräfte, die das Streben hervor bringen und uns bei einer fortgesetzten Mühe beistehen sollen. Unter allen Festen ist das Hochzeitsfest das unschicklichste; keines sollte mehr in Stille, Demut und Hoffnung begangen werden als dieses.*

Ob die von Eltern eingefädelten Ehen zwingend schlechter sein müssen als die der freien Wahl? Diese Doku schaute ich mir an, in der u.a. eine arrangierte Hochzeit im Himalaya verfolgt wird: Becoming women in Zanskar (ca. min 40).  Die Eltern der Braut wählen für ihre Tochter einen Bräutigam, ganz so, wie es die Tradition will, ganz so wie sie verbunden wurden. Sie erzählen, die Zuneigung füreinander würde mit der Zeit schon wachsen, wenn man sieht mit wieviel Arbeit, Einsatz und Fleiß sich für die Familie engagiert wird - notwendigerweise in dieser rauhen Gegend, man braucht sich und ist aufeinander angewiesen. Aber was fließen bei allen die Tränen während der Vorbereitung auf die Brautentführung: ihr kleines Mädchen würde das Haus für immer verlassen. Da schniefe ich synchron mit - angefasst und ein wenig neidisch - weil diese offensichtliche Verbundenheit so rührt, weil die Familienbande derart außergewöhnlich innig sind. 

Da frage ich mich dann schon: wie beziehungsfähig sind wir eigentlich, wie liebesfähig - gerade wenn man den Vergleich so vor Augen gestellt bekommt. Tja, und bei der freien Partnerwahl kann man von Eigenverantwortung nicht frei gesprochen werden, schon Richtung: dir geschieht nach deinem Glauben. Wovon hast du denn geträumt? Wonach hast du denn gesucht? Denn mir fällt wenig ein, dass ähnlich entscheidend für die Vita ist, mit WEM man gemeinsam durchs Leben geht. Werte brauchen ein entsprechendes Gebenüber. 

Gute Gelegenheit mal wieder auf James French zu verweisen, der auf so phantastische Weise demonstriert, dass erst auf der Basis von Frieden, Vertrauen und Freiheit der Weg zueinander geöffnet ist. Und dass wir uns über das Gefühl verbinden und nicht über den Verstand, Intellekt, Worte oder andere Konstrukte. Dann, ja dann ist Beziehung der Paradeort, die beste aller Möglichkeiten um Werte erfahren, leben und üben zu können - in Ernsthaftigkeit, in Wahrhaftigkeit. Das Üben von Miteinander statt Gegeneinander, freiwillige Kooperation, fruchtbarer Austausch, gemeinsames Wachsen. Was wäre wünschenswerter für diesen Planeten und seine Lebewesen als das?!



Eine ganz klassische, kulinarische Vermählung zu Weihnachten sind Dörrfrüchte mit Nüssen. Diese Früchte-Nussknacker sind eine super Sache für alle Kurzentschlossenen noch auf den letzten Metern vor Weihnachten schnell  den Plätzchenteller mit Selbstgemachten zu füllen. Sie halten sich im Froster locker 3 Monate und im Kühlschrank mehrere Tage. Ich habe die Rollen einfach in der Tiefkühle gelassen und je nach Bedarf für uns Scheibchen abgeschnitten - selbst dann lassen sie sich direkt essen.


Zutaten - 2 Rollen/ca. 50 Stück:

100g Datteln
70g Dörr-Pflaumen
80g Dörr-Aprikosen
50g Rosinen
50g Dörr-Preiselbeeren
50g Kürbiskerne
75g Walnüsse, gehackt
75g ganze Mandeln, geröstet
40g Sesam (Teil davon für Deko)
20g Pinienkerne (m: Pistazien)

Zubereitung:

Datteln, Pflaumen, Rosinen, Aprikosen und Cranberries getrennt voneinander mit kaltem Wasser übergießen und etwa 15min ziehen lassen.

Walnüsse fein hacken. Ganze Mandeln in einer Pfanne ohne Fett rösten.

In einer Schüssel Walnüsse, Mandeln, Kürbiskerne, Sesam und Pinienkerne zusammenschütten. 

Auf einem Brett 2 Bahnen Klarsichtfolien vorbereiten.

Dörr-Früchte abgießen. Rosinen und Cranberries zu den Nüssen geben. Aprikosen klein schneiden. Datteln und Dörrpflaumen entkernen und in einem Mixer zu Mus pürieren. Nun alle Zutaten mit behandschuhten Hände gut vermengen.

Die Hälfte der Masse auf eine der Folien setzen, erst mit den Händen etwas länglich formen dann in der Folie rollen. Wenn die Rolle schön und fest geformt ist, wieder etwas aufwickeln und den Sesam vor und hinter die Rolle streuen und erneut rollen - auf diese Weise die Rolle im Sesam wälzen. Mit der 2. Hälfte genauso verfahren. Enden gut verknoten und Rollen für 2 Stunden in den Froster legen.

Dann mit einem scharfen Messer in gewünschte Stücke (m: ca. 1cm Breite) abschneiden.

Quelle: YT - fantastische Rezepte

 



  Ein harmonisches und friedliches Weihnachten euch!

*

    **** wieder mit Verweis auf die Weihnachtsbotschaft meines Habibs ****

 *

 

Phantásien, ein Herz für Lebkuchen und Blob-Buster Alpenbrot

Donnerstag, 30. November 2023


Von Otfried Preußler war es nur ein federleichter Katzensprung rüber zu Michael Ende. Und vielleicht muss ich in meiner künftigen Bücher-Edition doch *Krabat* gegen *Die unendliche Geschichte* austauschen. Bereits optisch verströmte das Buch für mich als Kind mit seinem roten und grünen Schriftbild und den verschlungenen Anfangsbuchstaben eines jeden Kapitels die ganze Magie, die später dann die Buchstaben entfalteten. Und natürlich ist diese Geschichte DER Inbegriff einer anderen herausragenden Eigenschaften von Büchern: sie verhelfen zur Flucht aus einer Welt, die einen nicht freundlich behandelt - DER Grund, warum ich ein Lesekind geworden bin.

Es hat mir Freude gemacht, mich die letzte Zeit ein wenig mit Michael Ende auseinander zu setzen (das Interview mit Fuchsberger). Wie viel Paralellen sich zwischen Preußler und Ende finden. Und wie fasziniert mich, dass Kinder so oft die Biographie ihrer Eltern fortsetzen. Mein Habib ist ganz folgerichtig der Sohn seines Vaters Emil, der Doktor der Chemie und Philosophie war.

Und während man Preußlers Geschichten anmerkt, dass ihm sein Vater viel von seiner Passion als böhmischer Heimatkundler weitergab, so ist Michael Ende spürbar der Sohn eines Malers, Edgar Ende, mit seinem bilderreichen Schreibstil. Außerdem ist Ende - wie wir alle - geprägt von seiner Jugend. Mit 14, berichtet er in einem Radio-Interview, als er sich gerade begonnen habe, dem Außen zu öffnen, brannte die Welt und alles lag in Schutt und Asche. Und früh war klar, dass er auf der Straße, wenn er mit anderen spielte, nicht erzählen durfte, was zuhause passierte oder gesprochen wurde. Sein Vater war zu den entarteten Künstlern gezählt worden und durfte keinerlei Malereibedarf erwerben - das mussten stets Freunde für ihn tun; Malen durfte nur heimlich geschehen...

Ich glaube schon, dass der Hintergrund, vor dem schöpferisches Schaffen stattfindet, sehr entscheidend ist. Er liegt wie eine Blaupause unter allem. Und so eint etwa Krabat und die unendliche Geschichte, dass die Bedrohung ein wesentlicher Baustein der Erzählung ausmacht. Braucht es eine Bedrohung, um zu erkennen, was schützenswert und kostbar ist, habe ich mich gefragt? Wie bei den *landscape of fear* etwa?

Literatur und Lügen sind aus der gleichen Substanz. Fiktion. Diese Substanz kann Medizin oder Gift sein, das hängt von den Händen ab, die sie verwendet. [...] Wenn es darum geht, Menschen zu kontrollieren, gibt es kein besseres Instrument als Lügen. Denn du siehst, Menschen leben nach Überzeugungen. Aber Überzeugungen kann man manipulieren. Daher ist die Macht, Überzeugungen zu manipulieren, das Einzige, was zählt. (Ende)

Ähnlich, weniger politisch, formuliert es Preußler: *Ich glaube an die Kraft der Phantasie. Und ich glaube an die seelischen Kräfte, die sich in magische Wirkung umsetzen können, sei's zum Bösen oder sei's zum Guten.*

Wir reden über die Kraft der Gedanken. Und viel, viel zu selten, machen wir uns über diese größte Fähigkeiten, die wir als Geistwesen besitzen, Gedanken und setzen uns damit auseinander, was das in aller Konsequenz bedeutet.

*Du meinst, dass Phantasie nicht wirklich sei? Aus ihr allein erwachsen künftige Welten: In dem, was wir [durch unsere Gedanken] erschaffen, sind wir frei* bekräftigt Ende seine Überzeugung. 

Man kann ja noch nicht einmal behaupten, dass wir tölpelhaft mit unserer schöpferischen Kraft umgehen. Wie im Nebel sind uns unsere Gedanken in keinster Weise bewußt, wir ahnen kaum, worin wir gedanklich fischen. Wir hören uns selbst beim Reden nicht zu, und merken nicht, worin wir uns mehr und mehr verstricken. Kann Mensch weiter entfernt davon sein, selbstbestimmt und selbstverantwortlich zu werden, wenn er selbst keinen Zugang zu seinen Gedanken hat?

Dabei taucht man als Kind tief ein, in die unendlichen Weiten des eigenen, inneren Erlebens, in der die Kraft der Imagination den Realismus der Form ganz leicht sprengt.

Preußler formuliert das schön: *Die Kinder der Welt durchlaufen auf einer bestimmten Entwicklungsstufe alle diese magische Phase, in der man mit Steinen reden kann, in der man aus Tannenzapfen Kühe und Schweinerl macht. Da sind die Kinder der Welt eine internationale Nation. * 

Ob Kinder heute überhaupt noch derlei Erlebnisse haben in ihrem Spiel? Die Risiken für die Nutzung digitaler Medien im Kindesalter sind immer besser belegt. Schweden streicht aufgrund von neuesten Erkenntnissen den Bildschirmzwang für Kleinkinder. (via infosperber). Über 40 Forscher rund um die Gesellschaft für Bildung & Wissen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland fordern ein Moratorium der Digitalisierung an Schulen und Kitas. KI dürfe Lehrer nicht ersetzen (via Heise online). Bei aller kritischen Beobachtung, stehen die Zeichen doch allerortens so, dass der Mensch sich abwendet von seinem Ursprung hin zu einem seelenlosen, geistlosen Apparat.

 


Eine Aussage von Ende gefiel mir ebenfalls sehr, weil ich mich darin so wiedergefunden habe. Das Gespräch mit seiner Frau Ingeborg war für ihn nicht nur Inspiration und Anregung, sondern eigentlicher Schreibanlaß - das gilt sosehr auch für mich und meine Gespräche mit dem Habib. Ihr erinnert euch an Kleist *Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden*, genau so: das Gegenüber hilft entscheidend beim Formulieren. Und für mich ist das hellste Licht, auf das ich schauen kann, mein Habib.

Jede Adventszeit hadere ich ein wenig mit meinem Los als Foodblogger, denn über die Jahre habe ich SO viele Lieblingsplätzen angesammelt - im Badischen nennt man sie ja Brödle - , dass ich eigentlich ungern Neues ausprobiere.

Prompt lehrt mich das Alpenbrot eines besseren! WIE konnte ich nur diesen Blog-Buster seither übersehen. Petra hat ihn bereits von einem anderen Blog und von ihr aus zog er seine Erfolgskreise von Blog zu Blog. Allesamt begeistert. Und ich kann nur ins gleiche Horn blasen: ein Spitzen-Rezept um in die Weihnachtsbäckerei einzusteigen, schnell zusammengefummelt und schmeckt super. Wobei ich eigentlich alle Lebkuchen-Rezepte, die ich seither ausprobiert habe, liebe - deshalb für euch heute hier gebündelt! Kann ich mich unter den letzten Rezepten kaum entscheiden, so belegen aber die untersten zwei hier auch in meinem Ranking die letzten Plätze.


 Zutaten:

500g Mehl (m: halb Einkorn-Vollkorn, halb D630)
250g Butter
250g Muscovado-Zucker (m: 200g)
2 Eier
30g Kakao
1/2 EL Zimt
2 gemahlene Nelken (od. 1/4 TL Nelkenpulver)
2 Kapseln grüner Kardamom (od. 1/4 TL Kardamom-Pulver)
1/4 TL Muskatnuss-Abrieb
1/2 TL Salz
...
40g Rohrzucker (zu Staubzucker gemahlen)
 
2-3 EL Zitronensaft

Den Backofen auf 180°C (O/U-Hitze) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Die Butter in der Küchenmaschine cremig rühren. Den Zucker zugeben und alles so lange rühren, bis die Masse hellschaumig ist, das dauert eine Weile.

Währenddessen Mehl, Kakao, Zimt, gemahlene Nelken,, Kardamom, Muskat und Salz verrühren.

Die Eier einzeln unter die Schaummasse rühren, bei jeder Zugabe 1-2 Minuten rühren. Nun die Mehlmischung zugeben und nur kurz unterrühren. Den Teig auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche geben, nochmal ganz kurz durchkneten. Die Masse in 6 Teile a etwa 180 g teilen, diese zu Rollen formen und auf das Backblech legen (m: Rollen geformt von etwa 32cm).

Das Blech für 15-20 Minuten (m: 17min) in den Backofen schieben, die gebackenen Laibchen sollen sich noch etwas weich anfühlen.

Während der Backzeit den gesiebten Puderzucker und Zitronensaft zu einem dünnflüssigen Guss verrühren.

Das Blech aus dem Ofen holen, die heißen Laibchen sofort mit dem Guss bestreichen. Kurz abkühlen lassen, dann die Laibchen schräg in Scheiben schneiden, komplett auskühlen lassen.

Das Alpenbrot in gut schließenden Blechdosen aufbewahren.

Anmerkung m: idiotensicher, schnell, köstlich - und Vollkornmehl-Skeptiker dürfen hier ihre Abneigung ablegen: der Einkorn gibt einen zusätzlich schönen, leicht nussigen Geschmack

Quelle: Petra aka Chili und Ciabatta

 

    

      

      

 

„Ich habe mich ein Leben lang dagegen gewehrt, das zu werden, was man heutzutage einen richtigen Erwachsenen nennt, nämlich jenes entzauberte, banale, aufgeklärte Krüppelwesen, das in einer entzauberten, banalen, aufgeklärten Welt sogenannter Tatsachen existiert.“ (Michael Ende)


Killing you softly: Schoko-Cookies der besonderen Art

Sonntag, 15. Januar 2023


Viele in unserem Dorf haben Probleme mit ihrem unmittelbaren Nachbarn. Das brachte mich zu der Theorie, dass für Beziehungen der richtige Abstand entscheidend ist. Kaum ist zumindest ein Haus dazwischen, steht es oft schon wieder deutlich besser um die gegenseitige Sympathie.

Irgendwie ähnlich wie mit Atomkraft - hat keiner wat dagegen, solange er nicht direkt neben dem Pfeiler leben muss. Ja, überzeichnet, ist klar, aber damit ihr die Richtung kriegt.

Oder anderes Beispiel. Gehen wir ins Tierreich. Nehmen wir das Nilpferd: planschender, dauerbadender Vollblutvegetarier. Der Habib, der alte Abenteurer und Weltenbummler, kann aus seinem Repertoire der schönen und ungewöhnlichen Tiergeschichten auch ein Erlebnis mit Nilpferden beisteuern. Und zwar campierte der Habib in Afrika am Flußufer des Nigers. Mitten in der Nacht wachte er oben in dem Dachzelt seines Jeep's auf, aufgeweckt von seltsamen Geräuschen. Er steckte den Kopf aus dem Zelt und sah eine Herde Nilpferde ums Auto grasen - die mit Inbrunst furzten und rülpsten. Kinder lieben diese Stelle der Geschichte sehr. Doch wehe, wehe man kommt dem bulligen Nilpferd zu nahe. Dann stellt sich umgehend raus, dass ein Nilpferd erstaunlich schnell rennen kann und über eine immense Beißkraft verfügt. Mehr als hundert Menschen sterben aufgrund von Nilpferd-Attacken jährlich, weil sie den (zugegen großzügig) benötigten Rhinozerus-Radius von hundert Metern unterschreiten - was das Nilpferd damit gefährlicher macht als einen Löwen. Heißt: Koloß Hippo ist nur so lange friedlich, bis man ihm nicht in der Aura steht.

Ich finde, jedes Miteinander (und zwar egal welcher Art) lebt davon, einen gewissen Zirkel nicht zu unterschreiten. So kompliziert ist es dann auch nicht: jeder hat seine Grenzen, und die gilt es zu respektieren. Tja, und dann sind wir halt wieder bei Themen wie Einfühlungsvermögen, Sensibliltät, Empathie, Respekt, Akzeptanz usw. Keiner kann leiden, wenn er übergangen wird. Keiner freut sich, wenn rote Linien überschritten werden, wenn man ihm auf den Zehen rumtanzt.

Nicht sehr förderlich für die nachbarschaftlich guten Kontakte ist in Frankreich der Tatbestand, dass die Dokumente des Katasteramts nicht juristisch bindend sind. Wobei es die Behörde hier eh noch nicht allzu lange gibt und manche Daten durch GPS neuerdings wieder korrigiert werden müssen. Davor einigten sich die Bauern untereinander (oder eben nicht) und es ging ähnlich zu, wie es Goethe in einem der beiden Wilhem Meisters beschreibt: zu Grenzsteinsetzungen wurden ein paar Buben der umgebenden Gemeinden dazugezogen und die bekamen bei der Gelegenheit eine ordentliche Backpfeife verpaßt, damit sie sich auch noch in ein paar Jahren gut erinnern konnten, wo genau der Grenzstein palziert wurde.

Als Deutscher kann man sich ein derart laxes Regelement schwer vorstellen. Leicht auszumalen allerdings läßt sich, mit wieviel Scharmützel das einhergeht. Tsss, Insidergeschichten von ehemaligen Bürgermeistern (nicht allein aus unserem Dorf) könnte ich wiedergeben, wie sich Nachbarn über Jahre bis aufs Messer stritten wegen  Wegerechten, versetzen Grenzsteinen, falsch plazierten Hecken... und der französische Gerichtsapparat zeigt sich in diesen Fragen zäh, langwierig, verschachtelt und kompliziert.

Naja, wie sagt Schiller: *Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt* Oder noch besser bringt es für mich Wilhelm Busch auf den Punkt:

Wer anderen gar zu wenig traut, hat Angst an allen Ecken;
wer gar zu viel auf andre baut, erwacht mit Schrecken.

Es trennt sie nur ein leichter Zaun, die beiden Sorgengründer:
Zuwenig und zuviel Vertraun sind Nachbarskinder

Wohl dem, der weiß, wem er die Tür einladend öffnen kann und wen er besser mit der Bohnenstange auf Abstand hält. Das gilt für Nachbars wie für alle anderen Menschengeschöpfe, das gilt auf dem Dorf wie in der Stadt. Der Unterschied auf dem Dorf ist: man kennt seine Pappenheimer.

 

      


Schwierig zu sagen, auf welcher Seite des Zauns ich stehen will, wenn es um die verschiedenen Texturen von Keksen geht. Ich mag sie genau so gerne crunchy wie chewy. Diese Cookies fesselten meine Aufmersamkeit direkt, weil sie mit ungewöhnlichen Zutaten aufwarten wie Miso, Apfelmus und Kokosmilch. Ein solches Rezept musste auf jeden Fall einem Selbstversuch unterzogen werden.

Fazit: diese Cookies werden alle lieben, die sich angezogen fühlen von dem Kontrast süß-salzig, die gerne Schneebesen und Teigschüssel abschlecken und die bei Schokolade prinzipiell schwer *Nein* sagen können. Oder die wie ich halt doch eine Schlagseite haben zu all den Kuchen im *Brownie-Style*.

 

Zutaten Schoko-Cookies mit Miso, Apfelmus und Kokosmilch - 19 Stück:

110g Butter, weich
220g Rohrzucker (m: Muscovado)
60g Apfelmus (m: Ofen-Apfelmus mit Muskatblüte)
60g Kokosmilch
1 EL helles Miso (m: 1 TL dunkles Miso)
310g Mehl (m: T65)
5g Natron
200g dunkle Schokolade (m: 70% Schoko)

 


 

Zubereitung:

Die weiche Butter mit dem Zucker mit Geduld schaumig aufschlagen. Apfelmus, Kokos­milch und Miso-Paste dazugeben und weiter ­aufschlagen, bis eine homogene Masse entstanden ist. Mehl und Natron hinzufügen und alles zügig zu einem glatten Teig verarbeiten. Die Schokolade klein hacken und die Schokoladenwürfel unterrühren. Den Teig zugedeckt für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen (m: über Nacht). 

Den Backofen auf 180 Grad (O/U-Hitze vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Die Teig portioniern à ca. 50g und rund rollen. Dann die Kekse mit Abstand auf das Backapier setzen und etwas platt drücken (1 Blech mit 12 Keksen, das zweite mit 7 Keksen).

Die Bleche (m: nacheinander) für ca. 12-14min backen. Die Kekse sollten breiter gelaufen sein, die Oberfläche mit leichten Rissen und beim Anfassen bereits fest. Auf dem Backpapier auskühlen lassen. Wenn man die Kekse aus dem Ofen holt, scheinen sie innen und auf der Unterseite noch zu weich sein. Sind sie aber vollständig ausgekühlt, dann sind sie perfekt soft.

*Anmerkung m: gekühlt schmecken mir die Kekse am besten!

Inspiration: SZ 

 

die Worte des Propheten mit der Botschaft der Liebe heute auf unserem *Insta*

Dienen: Knusperhäuschen-Honig-Plätzchen oder schlichte Lebkuchen

Sonntag, 11. Dezember 2022


Mein Großvater verstarb früh an den Folgen seiner Kriegsgefangenschaft. Er hinterließ meiner Großmutter vier Töchter. Neben dem Existenzkampf als Alleinerziehende pflegte sie gleichzeitig mehrere Jahre ihren bettlägrigen Vater. Oft sollte die Großmutter später zu mir rückblickend sagen: *Ich weiß nicht, was ich ohne Schwester Misaela gemacht hätte.* Nicht alleine der tatkräftige Beistand sondern ebenso die moralische Unterstützung halfen ihr sehr durch diese harte Zeit.

In meinem Heimatdorf habe ich als Kind noch die letzte Generation Ordensschwestern miterlebt. Beide standen damals schon kurz vor der Rente. Die eine sprang als Krankenschwestern überall dort ein, wo Menschen ähnliche Hilfe wie meine Großmutter bedurften, die andere leitete den hiesigen Kindergarten. Das Grippelspiel zu Weihnachten in unserer Kirche war legendär. Für die Ausstattung konnte Schwester Luzia auf viele kleine, helfende Hände zurückgreifen und aus der gleichen Riege wurde eine ganze Heerschar  pausbäckiger Engel gebildet, die das Jesuskind samt Maria und Josef umringten. Obendrein gab Schwester Luzia den Dorfkindern Blockflöten-Unterricht. Dabei ging sie nicht eben zimperlich zur Sache. Wenn nicht alle leise genug waren, konnte einem schon mal der Kasten der Flöte ans Hirn fliegen.

Heute gibt es in Deutschland nur noch einen Bruchteil der Nonnen von damals. Und deren unentgeldliche, unbürokratische Hilfe von einst, ist nicht einfach ersetzbar durch Pflegedienste. Warum fehlt den Ordensschwestern der Nachwuchs?

Vielleicht weil meine Generation bereits unter neuer Prämisse ins Leben gestartet ist: *Verwirkliche dich selbst!* - ich hatte es davon. Die verstorbene Frau meines Habibs hingegen arbeitete als Krankenschwester. *Ich will etwas für die Menschen tun* - dieses innere Bedürfnis trieb sie an, ihren Beruf dieser Aufgabe zu widmen. Ganz nach dem altbekannten Goethe-Zitat aus seinem Gedicht *Das Göttliche*: Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Doch dienen denn solche Gedanken heute überhaupt noch als Maßstab?

Sich in den Dienst von etwas zu stellen, ist doch eigentlich totally out, oder? Ich habe kein Beispiel aus dem Freundeskreis parat, das in seiner beruflichen Tätigkeit rein von moralischen Motiven angestoßen wäre. Wenngleich ich das weit verbreitete Ehrenamt (Tafeln usw.) nicht schmälern will. Bestimmt nicht. Mutter Theresa soll gesagt haben: *Die Frucht der Liebe ist Hoffnung. Die Frucht der Hoffnung ist Dienen. Und die Frucht des Dienens ist Liebe.* Es ist ein Kreislauf - das eine führt zum anderen. (Ein Zitat, das ich übrigens aus einem weiteren, kurzen Film von Green Renaissance entliehen habe). Alles hängt miteinander zusammen. Man kann das eine nicht ohne das andere haben. Eine alte Erkenntnis - ich komme wieder und wieder (...) darauf zurück, denn davon bin ich tief überzeugt. Doch wo nur sind unsere Ideale, wo die leuchtenden Vorbilder?

*Man erziehe Knaben zu Dienern und Mädchen zu Müttern, so wird es überall wohl stehen* (Goethe). Klingt doch nun völlig aus der Zeit gefallen, oder? Was aber ist die Alternative? Bleibt ja dann nur das Pendant dazu, nämlich dass stattdessen alle herrschen wollen über andere. Wo das hinführt, wenn sich der Mensch *die Erde Untertan macht*, bekommen wir ja vorgeführt.

In einem der letzten Vorträge, die ich mir mit dem Dalai Lama ansah, träumt er davon, noch zu Lebzeiten anzuregen zu können, dass *Mitgefühl* als Schulfach gelehrt wird. Die Herzensbildung als schulischer Kanon, Empathie als Pädagogik, Unterricht in Menschlichkeit. Ja, was glaubt ihr, ist denn das überhaupt möglich, zum Guten zu erziehen? Oder ist das nicht vielleicht doch Charaktersache? Gäbe es überhaupt ein Interesse daran? Bedarf es eines solchen Unterrichts? Was meint ihr? 

 


Von meinem heute zum 3. Advent vorgestellten Rezept war ich mit dem ersten Bissen überzeugt! Ganz schlichte Lebkuchen, an denen man sich gar nicht überessen kann, weil sie so pur gehalten sind und von angenehm dezenter Süße. Dazu lassen sie sich noch lange aufbewahren, so dass es keinen Grund gibt, nicht wirklich eine großzügige Ladung davon auf einen Schlag zu backen.

Tatsächlich sind die Lebkuchen in ihrer Grundidee für ein Lebkuchen-Haus gedacht. Aber warum sollte man sich verkünsteln, wenn man viel einfacher davon kommt... ihr kennt mich. Das Rezept stammt von einer Freundin, die es wiederum aus einem alten Weihnachtsbackbuch hat. 

 

Geschwister im Blog-Universum, die offen legen, wie gerne ich Lebkuchen esse:

 **** der Klassiker und DUBB gekennzeichnete Lebkuchen

 **** ein neuer Stern und gleich hoch eingestiegen: die vegangen Lebkuchen-Gutzli

 **** Lebkuchen-Herzen - fand ich auch absolut spitze. 



Zutaten - ca. 40 Stück:

250g Honig
200g brauner Zucker (evt. weniger)
150g Butter, weich
400-450g Mehl 
(optional: 100g davon ersetzen durch gemahlene Mandeln)
1 TL Zimt
2 TL Lebkuchengewürz 
(oder je eine gute Prise Kardamom, Nelke, Piment, Muskatblüte)
1/2 Zitrone, Schale davon
1 EL Kakao
1 Eier
1 TL Pottasche
2 EL Rum (oder Wasser)

Zubereitung:

Die Butter, den Honig und den Zucker in einen Topf geben und unter Rühren so lange erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Etwas abkühlen lassen und in eine Rührschüssel umfüllen. Die restlichen Zutaten mit dem Knethaken gründlich untermengen. Die Pottasche mit Rum oder Wasser in einer Tasse verrühren, bis sie sich aufgelöst hat. Diese dann ebenfalls zum Teig dazugeben und so lange auf höchster Stufe weiterkneten, bis der Teig glänzt und nicht mehr klebt (ansonsten noch etwas Mehl zufügen). Der Teig sollte fest und formbar sein. Den Teig im Kühlschrank für mehrere Stunden ruhen lassen - am besten über Nacht.

Backofen auf  180°C (O/U-Hitze) vorheizen. Backbleche mit Backpapier auslegen.

Dann den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 6 mm dick auswellen. Motive nach Wahl ausstechen - ich finde, zu dem Geschmack passen nicht zu kleine Formen, also eher größere. Was wiederum der Schnelligkeit der Herstellung entgegenkommt!

Die Sterne (Kreise, Herzen, Bäume...) mit etwas Abstand auf das Backblech setzen. Blech in die Mitte des Backofen einschieben und etwa 18 min backen. Vorsichtig vom Blech lösen, denn die Sterne sind noch sehr weich. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Dann in einer Keksdose aufbewahren - halten sich prima.

Anmerkung m: die Hälfte des Rezeptes haben bei mir 38 Lebkuchen à  5,5cm Durchmesser ergeben/ ein 1/5 des Honigs habe ich ersetzt durch Rübensirup/ den Rohrzucker kann man womöglich gut weiter auf 150g reduzieren beim ganzen Rezept

Quelle: Katja/ GU - Backen für Weihnachten

 

Vermittler: Lebkuchen-Gutzli, vegan

Sonntag, 27. November 2022


Wenn wir unterwegs auf den Flughäfen dieser Welt gelandet sind, dann rußte dem Habib bereits am Gepäckband das Aufeinandertreffen mit einer seiner liebsten Berufsgruppe: den Taxivermittlern. *Ich bin doch nicht zu doof, mir selbst ein Taxi klar zu machen, als dass ich auf diese Mtherfcker angewiesen wäre!*  - deren Angebot selbstredend stets ein Vielfachen über dem üblichen Preises liegt (eh klar, die wollen schließlich mitverdienen). Gleiches gilt für die Märkte und Souks. Nicht jener, der mit Fleiß und im Schweiße seines Angesichts etwas herstellt, macht das eigentliche Buisness, sondern der Zwischenhändler, der lässig im Laden rumhängt und verkauft.

Die Plattform-Ökonomie wird zum Sargnargel des Mittelstandes, lautet eine Theorie (für tiefer Interssierte: s. Ernst Wolff). Tatsächlich kann man sich doch kaum noch eine Pizza bestellen, ohne dabei an Lieferando vorbeizukommen. Das kann man locker ausdehnen auf das Rufen eines Taxi, das Buchen eines Fluges, Hotels, den Kauf eines Pullovers, das Suchen eines Handwerkers.... just name ist... Jeder shoppt doch mittlerweile bei Amazon. Spätestens seit der Pandemie. Die einschlägigen Unternehmen à la airbnb, booking.com, Uber, Trivago... brauche ich gar nicht listen, um plastisch zu machen, wovon ich rede. Kennen wir alle.

Ginge das nicht genauso auch im viel Kleineren? In meiner Jugend hatte die Mitfahrzentrale noch ein Büro. Niedlich, oder? Und für was braucht es eigentlich eine europaweite Plattform für Second-Hand-Klamotte (Vinted). Der deutsche Kleiderkreisel war doch bereits sehr groß. Wen interssiert, wo ich in Berlin Pizza ordern kann, wenn ich mich in München aufhalte?

Tech-Giganten nutzen ihr Monopol. Und Monopol-Bildung ist der freien Marktwirtschaft zuliebe verboten. Zumindest wurde mir das so noch während meiner Schulzeit beigebracht. Das scheint überholt. Das Geschäftsprinzip der Plattformökonomie ist simpel: Ein Plattform-Unternehmen managt kein Produkt und keine Dienstleistung, sondern lebt davon, dass es Marktakteure miteinander verknüpft. Plattformen stehen also zwischen dem Produzenten einer Ware auf der einen Seite und dem Konsumenten dieser Ware auf der anderen Seite. Für was braucht man diese Raubritter also, die von allen nur Wegzoll kassieren? Nur damit etwas WWW vergleichbar wird?  Würde das nicht jeder Wald und Wiesen- Programmierer auch für einen Bezirk, eine Gemeinde, eine Stadt hinbekommen, eine solche Homepage zu entwerfen? Wollen wir nicht alle lieber *libre et indepandant* leben als angewiesen zu sein auf irgendwelche dubiosen *Dealer*? Dann lieber Einzelkämpfer und vernetzt im echten Leben! Und überhaupt: WIE sehr ich diese ewige, vorgegebene Bewerterei verabscheue! Ehrlich, was soll das?

 


Nun, über dieses Thema bin ich gestolpert, weil dank einer der vielen Plattformen, die ich selbst nicht nutze (Pinterest), gelangt gerade eines meiner Rezepte zu dem Fame, den es grundsätzlich verdient: meine Linzer. Die Aufrufzahlen steigen und steigen. Keine Ahnung, ob geholfen hat, dass ich wiederholt und wiederholt mit Tolltolltoll (DUBB) darauf zurückverwiesen habe. 

In der letzten Zeit habe ich selbst ebenfalls wirklich viel aus meinem Fundus gebacken. Logo, die Linzer gerade wieder. Aber auch die Nuss-Tarte mit Tonka (und etwas Lavendel - war super), den Marmor-Kuchen, den Butter-Sand-Kuchen sowie außdem den Kaffeekuchen. Wäre ich auf Insta, dann.... aber lassen wir das.

Im Advent gehts wie gewohnt ans Plätzchen backen. Meine acht Lieblings-Plätzchen habe ich euch letztes Jahr verraten. Die werden sich stabil im Olymp halten. Für Schoko-Maniacs verlinke ich euch noch die DUBB Schoko-Sablés mit fleur de sel sowie die neu entdeckten Super-Schoko-Busserl.

Zum ersten Advent stelle ich euch heute vegane Lebkuchen vor, die uns sehr gut gefallen. Professionell würden sie schmecken, urteilt der Habib. Und schnell gebastelt sind sie ebenfalls, was meiner Art der  Zuckerbäckerei sehr entgegen kommt. Da reißt mir nämlich schnell der Geduldsfaden. Sogar energiesparend sind sie, da man sie nicht backen muss (das neueste aller Güte-Siegel). Sehr fein - mache ich bestimmt wieder! Jetzt stecke ich beim Frühstück die erste Kerze am Adventskranz an (selbstgedrehte Mischung aus Blautanne und Zeder), gen abend, wenn der Ofen brennt, raucht sicherlich auch ein Räucherstäbchen, dazu wird das erste Plätzchen in den Mund geschoben - Adventgemütlichkeit ist echt nicht schwer!


Zutaten 15 Stück:

150g Nüsse, geröstet, gemahlen (m: 100g Mandeln/ 50g Haselnüsse)
50g Nüsse, geröstet, gehackt (m: Walnüsse)
35g Datteln
20g Aprikosen, getrocknet
50ml kochendes Wasser
50g Nussmuss (m: Mandeln)
25g Ingwer, kandiert (oder Cranberries/ kandierte Orangenschale)
25g Marzipan
1 TL Zimt
1/4 TL Nelke, gemahlen
1/4 TL Kardamom, gemahlen
Pr Piment
Pr Ingwer, gemahlen
100g Schokolade (m: 70% Kuvertüre + etwas Kardamom)

 

Zubereitung:

Datteln und Aprikosen klein schneiden, mit kochendem Wasser übergießen, abdecken und ca. 10min ziehen lassen - dann pürieren. Alle Zutaten - außer der Schokolade) zu einem homogenen, leicht klebrigen Teig vermengen (m: per Hand).

Kugeln von etwa 25g formen, diese flacher drücken und auf eine Platte (oder Kuchenform) mit Backpapier ausgelegt setzen. Für etwa 1/2 Stunde (oder auch Stunde) ins Tiefkühlfach stellen - dadurch werden sie griffiger (also leichter zu händeln, da nicht mehr klebrig).  

Die Schokolade überm Wasserbad schmelzen (m: noch einen Stich Kokosfett zugefügt außerdem Kardamom) und die dickeren Plätzchen (flachgedrückten Kugeln) in die Kuvertüre tunken. Für das letzte Drittel habe ich noch etwas Kokosraspeln untergemischt (ebenso gut ein wenig gehackte Nuss) und die Plätzchen eher mit der restlichen Kuvertüre bestrichen (mit Hilfe eines Teelöffels). Wieder aufs Backpapier setzen und trocknen lassen. 

Dann in einer Plätzchendose aufbewahren.

 

Reminder: süß-salzige Walnusskekse mit Olivenöl

Freitag, 7. Oktober 2022

 

Die Hirsche röhren durch das Tal: dunkle, tiefe, langgezogene Laute. Die Hirsche sind nicht in Not, sie sind in der Brunst. Und anhand dieser urigen Geräusche stellt sich die Frage, ob das nicht das Gleiche ist. Bald liegt diese Plage - nach der es sich anhört - wieder hinter ihnen.

Die Natur lebt nach der Dauerhitze des Sommers auf, wenngleich es immer noch zu trocken, wenngleich noch alles von der Dürre gezeichnet ist. Der Garten sieht wieder mehr nach Garten aus, es blühen Cosmeen, Dahlien, Astern, Zinien, Herbstzeitlose und die Belles de Jour. Die Rosen blühen überhaupt das erste Mal. Parallel beginnen sich die ersten Blätter zu färben. Im Porridge treffen für eine kurze Zeit die letzten Mara des Bois mit den ersten Granatäpfeln zusammen. Im Gartenteich, der lange nicht einmal zur Hälfte gefüllt war, hat sich eine Frosch-Kommune eingefunden: drei Frösche wie vom Himmel gefallen, die dem lieben Frieden willen hoffentlich in einer offenen Beziehung leben.

Die Zucchini recken sich dem Ende entgegen, während die Kürbisse nochmals an Gewicht zulegen. Die Luft ist frisch und klar. Die Temperatur springt, mal sind ein paar Tage kälter als gewöhnlich dann wärmer als üblich. Die Gadarobe auf der Straße spiegelt das wieder: von kurzen Hosen und Sandalen bis zu Mütze und Schal ist alles vertreten. Die einen habens noch warm, die anderen schon kalt.

Und Vögel, die im Sommer wie untertauchen, werden wieder sichtbar: die Mönchsgrasmücken zwischen den roten Beeren des Weißdorns, der Baumläufer an der Kiefer, das Rotkehlchen auf dem Gartenzaun... Wenige Schmetterlinge kreuzen viele Gottesanbeterinnen und ich ruiniere mir wie immer mit Beginn des Herbstes meine Nägel, weil ich wie ein Junkie die Haut von den frischen Nüssen ziehe und nicht aufhören kann. Fast knacke ich die 2kg-Marke.

Endlich kann ich wieder Kräuter sammeln gehen - die Natur zeigt sich endlich gebend: Odermennig, Eisenkraut, Hagebutten, Thymian. Besonders genossen habe ich den Moment auf der Terrasse, als ich von einer Wolke Schwalben umkreist wurde. Als wollten sich die fröhlichen Dauerzwitscherer verabschieden vor ihrer Reise in den Süden. Altweibersommer. Wie schön zu sehen, dass bis zum letzten Moment Fülle möglich ist. Und weil in dieser Fülle bereits das Fragile, Endliche enthalten ist, beeindruckt sie besonders tief.


Ihr habt diese Walnusskekse aus meinen frühen Bloggerjahren noch nie gebacken?  Blöder Fehler, Leute, wirklich ganz blöder Fehler. Herrliche, köstliche, schnell zusammengebastelte Kekse! Definitiv ein DUBB! Wer eine Aversion gegen Walnüsse hat (gibts das?), der darf alternativ auf die Nüsse seiner Wahl umswitchen.









DUBB: Maries *gâteau de pauvre*

Sonntag, 21. August 2022


Marie hört man auf dem Markt schon von Weitem lachen. Sie lacht viel und oft, ist eigentlich immer fröhlich und heiter. Und das, obwohl sie viel arbeitet und sehr fleißig sein muss. Manchmal sieht man ihr an, dass sie müde ist. Viele bleiben an ihrem Markttisch stehen, auch ohne etwas zu kaufen. Man will nur ein paar Worte mit ihr wechseln und dabei - ganz unbewußt - ein wenig die Seele an ihr wärmen wie klamm gewordene Finger an einem Holzofen. Bei Marie kann man *good energy to go* mitnehmen: ein gemeinsames Lachen ist immer drin.

Wenn man wie Marie auf Madagaskar geboren ist, dann haben fast alle den gleichen Traum: man will eine Existenz, ein Auskommen. Denn damit erst gelangt man zu Freiheit und Wahl. Armut nimmt die Würde. Und Marie hat ihre Chance ergriffen, als sich ein Franzose in sie verliebte und sie mitnahm auf seinen Bauernhof in die weitentfernte Drôme. Der Anfang war nicht leicht und wenig romantisch. Ganz wie ihre Kindheit - nur auf andere Art und Weise: das Getuschel hinter ihrem Rücken, sie hörte es wohl, die Blicke, die Ausgrenzungen, Herabsetzungen - die Bösartigkeit der anderen verletzte sie tief. Ihre Schwiegermutter aber hielt zu ihnen und stüzte ihren Sohn: *Lass sie reden! Was zählt ist, dass ihr beide euch versteht.* Und das taten sie, treu einander verbunden, durch die Widrigkeiten im Außen umso mehr. Ihre zwei Buben - gerade im besten Frischlingsalter - legen bestes Zeugnis ab, beide absolut wohl geraten. Was rührte mich die kleine Anekdote über ihren Schwiegervater, der sich viele Jahre später an Marie wenden sollte: *Marie*, meinte er, *ich muss mich bei dir entschuldigen. Ich hatte zu Beginn Vorurteile und weiß jetzt, ich habe dir Unrecht getan. Du hast ein gutes Herz.* Mir trieb diese Geschichte Tränen der Rührung in die Augen. Selten, oder, dass Menschen Fehler einsehen, diese bekennen und um Vergebung bitten. Marie war nicht nachtragend ihm gegenüber. Aber über den Charakter mancher Menschen läßt sie sich trotzdem nicht mehr blenden - dafür hat sie zuviel erlebt.

Nein, Marie hat zwar wie als Gabe ein ungewöhnlich sonniges Gemüt. Aber sie ist nicht eine Frohnatur, weil alles easy bei ihr läuft, sondern weil sie das Gegenteil nur zu gut kennt. Ich finde sie wunderhübsch!

Gute Gelegenheit auf den Blogartikel zu *Fremdelei* zurückzuverlinken!

 


 

Dieses Rezept stammt also aus Madagaskar *le gâteau de pauvre* (der Kuchen der Armen) und wurde mir von Marie weitergeben. Alles fing damit an, dass sie uns diese Kekse zum ersten Mal schenkte und der Habib ganz verrückt danach war. Es ist ihre Schlichtheit, die sie so gefällig machen. Man kann sich an ihnen einfach nicht satt essen. Zudem sind sie nicht zu süß, angenehm mürb und werden mit der Zeit nur besser. Sie sind einfach die perfekte Alltagsbegleitung zu Kaffee oder Tee.

Insgesamt 5 Mal habe ich sie schon zubereitet. Das Formen hat mir Probleme bereitet, weil ich zu kompiziert dachte. Weniger ist mehr, dann klappts auch mit den madegassischen Keksen.

Marie meinte, man könne das Rezept leicht variieren: einen Teil des Mehls mit Kokosflocken ersetzen, ebenso spielen mit dem Verhältnis von Orangensaft und Kokosfett, Orangenschalen-Abrieb untermischen... Mein Habib aber findet, man solle an perfekten Keksen nicht rumdoktern. Und so verschwinden die *Kekse der Armen* immer nach dem gleichen Rezept aus der Keksdose wie von alleine. Ein DUBB-Rezept also.

Ich bekam die Zutaten von Marie als Tassen-Rezept, für euch (und für mich) habe ich sie in Zahlen übersetzt.

 

Zutaten - ein Blech/ ca. 30 Stück:

150ml Orangensaft (frisch gepresst)
150ml Kokosfett, flüssig
75g Rohrzucker
300g Mehl (m: T65/ D630)
1TL Backpulver
 

Zubereitung:

Orangensaft und Kokosfett in eine große Schüssel geben. Ebenso den Zucker. Mehl mit Backpulver mischen und mit einem Holzlöffel so lange vermengen, bis der Teig homogen wird (dauert nicht lange).

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Herd auf 180° (Umluft) vorheizen.

Dann mit einem Eßlöffel je eine Portion abnehmen und zwischen den Händen länglich rollen (eher von einer Hand in die andere - das bekommt ihr schon raus), bis die Oberfläche dadurch glatter wird und dann die Kekse mit ein wenig Abstand auf das Backblech setzen.

Im heißen Ofen ca. 25-30min goldbraun backen. Auskühlen lassen, danach in einer Keksdose aufbewahren.


derart geflochtene Schachteln ist Kunsthandwerk aus Madagaskar

Weitblick - petits biscuits à la menthe/ melisse/ verveine fraîche très moelleux

Samstag, 23. April 2022


Eines meiner wiederkehrenden Themen ist die Ahnungslosigkeit des Menschen. Wie pflegte eine bekannte Lehrerin des Habib zu sagen: *Du hast von nix ne Ahnung, aber davon reichlich!

Alles hängt mit allem zusammen - soweit so bekannt. Doch was das in Bezug auf nahezu alle Themen bedeutet, davon hat der Mensch kaum einen Schimmer. Ja, da ist er mit geradezu beeindruckender Ahnungslosigkeit gestraft. Oder gesegnet. Je nachdem wie mans sieht. Wären alle Konsequenzen direkt jedem bewußt bei allem Denken, Handeln und Gebaren, dann, ja dann wäre die Welt eine andere. Was by the way exakt meine Definition von Intelligenz ausmacht: die Dinge vom Ende her zu denken auf der Wesensebene, um auf diese Weise so weit die Vorstellung reicht, Auswirkungen zu berücksichtigen. Stattdessen aber boomt das Angebot der Betäubungsmittel vornweg Alkohol, denn besser ists, man weiß nicht alles ganz genau. Es genügt eigentlich, wenn mit ein paar Zahlen jongliert wird, was zumindest die Illusion befriedigt, dass man GANZ dicht dran ist am Kern eines Problems (messen, messen messen...). Das reicht völlig aus - zumindest um den Pontius zu miemen.

Neueste Studien zeigen, *dass im Schnitt pro Kopf und Woche fünf Gramm Plastik im menschlichen Magen-Darmtrakt landen - in etwa das Gewicht einer Kreditkarte*. Oder die Menge eines Teelöffels. Das kann nicht erstaunen: wir können nicht unsere Umgebung zumüllen ohne uns mitzuzumüllen. Wir Menschen können zwangsläufig nicht in einem besseren Zustand sein, als das Biotop in dem wir leben. Logische Konsequenz. Welche Immunreaktionen das Mikroplastik im Magen-Darmtrakt auslöst, ist noch völlig unklar. Ebenso die Verbindung zu Krebserkrankungen, die daraus möglicherweise resultieren.

Jeder hat bestimmt schon mal ein Bild von den riesigen Plastikteppichen gesehen, die in den Weltmeeren treiben. Oder wer sich länger Zeit an der Küste aufhält, kann die Berge von Plastik bewundern, die mit der Flut täglich angeschwemmt werden. Über *die Zustände* unseres Planeten hatte ich es 2018 bereits - und es sieht *geht so* aus. Wissen wir Bescheid - nix Neues.

Gerade im Bezug aus Plastik frage ich mich, warum dafür nicht von Anfang an ganz entschieden politische Weichen gestellt wurden. Dafür ist der Umgang mit Plastik doch ein hervorragendes, sinnbildliches Beispiel! Gute politische Arbeit stelle ich mir nämlich genau so vor: dass mit großem Weitblick die Folgen von Handeln überdacht und überwacht werden - vorneweg in Bezug auf Industrie und Massenproduktion - , damit Leo Enderle und Max Mustermann in Ruhe vor sich hinexisitieren können. Warum wurden nicht - was weiß denn ich - 4 verschiedene, wiederverwertbare Plastikstoffe in der industriellen Herstellung erlaubt. Auf diese Weise wäre die Produktion von Plastik samt deren Recyle-System in engen Kreisen einfach zu regulieren gewesen. Schlicht, weil sämtliche Auswirkungen auf unseren Lebensraum von Experten-Kremien weit im vorraus durchdacht worden waren - samt den Überlegungen, wie man schlimme Nebeneffekte vermeiden kann (ohne hinterher beamtisch kalauern zu müssen:* Ja, das würden wir h-e-u-t-e so auch nicht mehr machen!*). Das sollte dem Sinn und Zweck politischen Handels schließlich definitiv überstehen: das Vermeiden der Zerstörung der eigenen Lebensgrundlage, des eigenen Planeten, des eigenen Körpers. Ich meine ja nur. Just saying.

Ich finde, diese Form des Weiblicks darf man von Politikern erwarten. Das ist doch das Minnimum, was die Höhe von Diäten für das Tragen eben dieser Verantwortung rechtfertigt. Eben auch zum Beispiel im Verhindern eines Krieges oder gar eines atomaren Krieges. Das kann doch kein Mensch wollen! (großes Ausrufezeichen!) 

Außer, vielleicht - soweit muss man ja mittlerweile Mutwill  unterstellen - außer vielleicht man ist Politiker.

So ähnlich sehen es wohl junge Studenten in Frankreich auch, die drei Tage lang die Pariser Sorbonne besetzten, weil sie Misstände anbrangern wollen, weil sie sich von der Politik übergangen fühlen, weil sie sich gerne *für* und nicht *gegen* etwas entscheiden würden anstelle nun erneut zwischen rechts-extrem und rechts-konservativ: *Macron und Le Pen vertreten uns beide nicht, einer ist schlimmer als der andere, und wir sind es leid, zwischen Pest und Cholera zu wählen*. Mein Verständnis haben sie.

 


Es grünt so grün im Frühling. Der perfekte Moment um grüne Kekse zu backen. Wer sich ríchtig Frosch-grün haben will, der sollte grüne Lebensmittelfarbe zu Hilfe nehmen. Mir sind meine Kekse auch so grün genug. Allerdings sind meine Kekse auch eine Mischung aus Minze, Melisse und Verveine. Gerne darf man aber ebenso gut nur eines dieser Aromapflanzen in den Mittelpunkt stellen.

Die Kekse sind sehr aromatisch und wirklich schön feucht. Daher halten sie sich aber auch nicht wie klassische Kekse länger in der Dose, sondern verhalten sich eher wie kleine Rührkuchen. Wobei es eh nicht von Nöten ist, sie länger aufzubewahren - mit einem Haps sind sie fast genau so schnell weggeknuspert wie gebacken.


Zutaten - ein Blech:

180g Mehl (m: D 630)
1/2 TL Backpulver
30g Minze (Melisse/ Verveine), frisch
80g Rohrzucker
1 Ei
80g Butter, weich
1 Pr Salz

 

Zubereitung:

Mehl mit Backpulver und der Prise Salz mischen.

Die frischen Kräuter waschen und gut trocknen (m: da aus dem eigenen Garten reicht es mir die Kräuter sauber zu verlesen). Blätter von den Stängeln befreien.

Die Blätter zusammen mit dem Zucker fein pürieren. Dann das Ei zufügen und nochmals gut pürieren. Anschließend die weiche Butter ebenfalls mit Hilfe des Zauberstabs untermixen. Zuletzt die Mehl-Mischung mit einer Gabel untermischen bis ein homogener Teig entstanden ist.

Den Ofen auf 180° vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit einem Löffel etwa eine Wallnuss-Große-Menge Teig abnehmen und mit feuchten Händen rund formen. Mit etwas Abstand auf das Backblech setzen und mit einer feuchten Gabel ein Muster in die Oberfläche streichen. 

Für ca. 10-12 min im heißen Ofen backen.

Inspiration: une recette chaque jour (YT)

 


Rückkehr der Erntehelfer - unsere Wildbienen ziehen wieder in ihre Sommerresidenz

universell: Schoko-Busserl oder Schoko-Hussarenkrapfen mit Espresso-Ganache

Sonntag, 5. Dezember 2021

 

Für alle, die es nicht wußten: wir leben in der Milchstrasse. Also planetarisch gesehen. Unsere Heimatgalaxie ist die Milchstrasse, der nicht nur die Sonne samt Erde angehört, sondern Tausenden von Millionen oder sogar Millionen von Millionen Sternen, die alle durch Schwerkraft aneinander gebunden sind. Zusammengehalten durch Anziehung (und Abstoßung) und damit in den Weiten des Weltraums an einen bestimmten Platz fixiert - Worte, die auf der Zunge schmelzen wie diese Husarenkrapfen und über die man Nächte lang philosophieren könnte...

Gewiß ist, dass es außer der Milchstrasse noch andere Galaxien gibt. Die ungeklärte Frage ist wieviele. Das lässt sich nicht so leicht errechnen. Auch nicht für die Experts, die Astronomen. Ganz standesgemäß (oder berufsgemäß) ist die angenommene Anzahl anderer Galaxien astronomisch: geschätzte 100 Milliarden Galaxien. Das ist schon Mega-Giga, so dass ein paar aneinandergereihte Fußballfelder im Kopf nicht ausreichen, um sich vorstellungsmäßig ranzutasten. 

Eigentlich bleibt nur Staunen. Wie gegenüber allem, was zu groß ist für unsere menschliches Erbsen-Fassungsvermögen. Und Demut. Und Faszination. Angesichts des Sternenhimmels: was bleibt dem Winzling Mensch (sehr schön dazu mal wieder Arte *Eine überschätzte Spezies*) anderes, als sich kindlich und spielerisch in Bezug zu setzen, nämlich einfach grenzenlos draufloszudenken: Was wäre, wenn...

Was wäre, wenn die Erde nicht der einzige Planet wäre, auf dem Leben möglich ist. Bien sûr bin ich nicht in der Lage das zu beantworten. Aber Kinners, alleine anhand der vermuteten Anzahl von Galaxien (s.o.) von welcher Wahrscheinlichkeit reden wir denn dann? Und bereits die Möglichkeit, dass es so sein könnte, muss einen wenigstens mal in die Richtung denken lassen. Und wenn schon nicht aus Faszination heraus dann zumindest aufgrund der Tatsache, dass man andere Existenzen im Weltraum nicht völlig ausschließen kann.

Womit wir bei UFOs rausgekommen wären. Der Autor Ross Coulthart folgt in seinem neu erschienenen Buch *In Plain Sight*  weltweiten Hinweisen zu UFO-Sichtungen und macht nebenher die Entdeckung, dass von offizieller Seite die Bemühungen groß sind, diese zu vertuschen - trotz des Berichts des Pentagon, in dem zugegeben wurde, dass es Vorfälle mit *nicht identifizierten Luftphänomenen* gab, die nicht erklärt werden konnten. Dazu passt hervorragend dieser Stolperstein aus dem Netz: Ufo-Sichtung in London. Also bitte jetzt, das ist doch faszinierend, oder nicht?!


Wobei - ganz ehrlich - ich finde den Umgang der Menschheit mit möglichem außerirdischem Leben symbolisch. Nimm dieses Detail und daraus leitet sich alles Weitere ab...

Was fällt der Politik zuerst ein? Verteidigung. Das Pentagon hat ganz frisch eine UFO-Arbeitsgruppe gegründet, die Taskforce 'Airborne Object Identification and Management Synchronization Group' (AOIMSG). Sie soll die Bemühungen der US-Regierung koordinieren, *Objekte von Interesse im Special Use Airspace (SUA) aufzuspüren, zu identifizieren und zuzuordnen sowie damit verbundene Gefahren für die Flugsicherheit und die nationale Sicherheit zu bewerten und zu entschärfen*. Na, zeigen da nicht neun Finger auf die eigenen (amerikanischen) kriegerischen Absichten zurück?!

Was ist der Menschheit noch eingefallen? Den Weltraum mit diffusen Radiostrahlen beschallen etwa. Oder irgendwelche Weltraumkapseln gefüllt mit Tinnef in die Umlaufbahnen feuern. Hmmmm...  Oder wie fasst Einstein zusammen: «Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.»

Aber umgekehrt sich überlegt, wie könnte die Kontaktaufnahme von ausserirdischer Intelligenz aussehen? Was bietet sich mehr an als der Weg über Symbole, schlichte Zeichen, in denen Form und Inhalt eine Einheit bilden? Wie Kornkreisfelder: unübersehbare, perfekte Mandalas. Derlei  Erscheinungen gab es ja bereits viele auf der Erde. Ziehe ich als Beispiel diesen Kornkreis am Ammersee von letztem Jahr heran. Oder ein wenig früher dieser Kornkreis im Landkreis Schongau.

Erklärungen, dass solche Muster in dieser Größe, in dieser Exaktheit, ohne Getrampel drumherum von Menschenhand gemacht wurden, konnten mir seither nicht überzeugen. Und das Ganze dann noch in einer Nacht und unbemerkt und heimlich... Das müßte schon mit Zauberei von statten gehen... Schließt man das aber aus, dann bleibt nur eine Schlußfolgerung, nämlich dass diese Zeichen der Versuch einer Kontaktaufnahme sind.

So, und - jetzt rein spielerisch, rein theoretisch - nur gemäß der Möglichkeit, es WÄRE so, was machen wir Menschen damit?

Wieder symbolischerweise haben wir Menschen den Zugang zur Symbolsprache verloren. Wir sehen nichts als die Form. Für Symbole benötigt man einen Schlüssel und dieser Schlüssel ist ein tieferes Verständnis von Geist. Zuerst müßten wir "Geist" begreifen, die verschiedenen Formen des Geistes studieren, eine Vorstellung davon haben, wie das Universum *geistig* entstand (s. Genesis). Der Geist haucht aller Form Leben ein. Weshalb man auch sagen könnte, dass die Symbolsprache eine Art universelle Sprache ist. Aber wer kann schon universell denken? Oder mit Oscar Wilde: *Die Trennung von Geist und Materie ist ein Geheimnis und die Einheit von Geist und Materie ist ebenfalls ein Geheimnis.*
 
 

 
Eine Antwort habe ich erhalten auf ein noch fehlendes Puzzle-Stück auf dem Plätzchenteller. Ein schokoladiges Plätzchen vermisste ich noch. Und es sollte kein Schoko-Cookie oder ein anderer Keks sein, den man auch das ganze Jahr über backen kann. Fündig wurde ich mit diesem Blog-Buster-Rezept, das seinen Feldzug schon lange durch die Blogs machte - ausgehend von der vermissten Mme Hedonisten aka *Low-Budget-Cooking*, ein Blog, das leider schon lange nicht mehr gefüllt wird. Aber Petra hat glücklicherweise rechtzeitig nachgezogen und mit Favoriten das Rezept entsprechend gekennzeichnet. Bei ihr sieht man prima, wie die Kekse ordentlich geformt aussehen sollen.

Denn mir ist das Formen nicht ganz geglückt - ich kann gar nicht erklären warum. Ich machte daraus eine Tugend und gab meinen Plätzchen einfach den Zweitnamen *Schoko-Busserl*. So oder so: die Schoko-Husarenkrapfen mit Espresso-Ganache sind herrlich schmelzig-schokoladig-mürb und finden direkt ebenso bei mir ihren Einzug in die Hall of Fame der Lieblingsplätzchen!
 
 
 
Zutaten - 45 Stück:

115g Butter
115g Zucker
1 Eigelb
1 EL Sahne
120g Mehl
60g Kakao
1/2 TL Fleur de Sel
 
Für die Espressoganache:
60g Sahne
80g Schokolade (75% Kakao)
1 gehäufter TL lösliches Espressopulver
 
Zubereitung:
 
Butter klein schneiden, mit Zucker in eine Schüssel geben und mit den Quirlen des Handrührgeräts cremig rühren. Eigelb ebenfalls unterrühren. Dann die Sahne zugeben. 
 
Mehl, Salz und Kakao in einer zweiten Schüssel miteinander vermengen, dann zur Butter-Zucker-Mischung geben und kurz mit den Quirlen des Handrührgeräts verrühren. Dann mit den Händen zügig zu einem glatten Teig kneten. Aus dem (recht klebrigen) Teig zwei nicht zu dicke Rollen formen, in Frischhaltefolie wickeln. Teig mindestens 2 Stunden, gerne auch über Nacht im Kühlschrank kaltstellen.
 
Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Von den Teigrollen 10g-Portionen abschneiden. Zu Kugeln rollen, auf das Backblech setzen und mit einem Kochlöffelstiel Vertiefungen in die Mitte eindrücken. Die Vertiefungen müssen recht tief und breit sein, damit man die ganze Füllung unterbringt!
 
Schoko-Husarenkrapfen im heißen Backofen auf der 2. Schiene von unten ca. 8-10 Minuten backen, bis sie gerade so durchgebacken sind. Herausnehmen, abkühlen lassen.
 
Für die Espressoganache die Schokolade fein hacken und in eine hitzebeständige Schüssel geben. Sahne und Espressopulver in einen kleinen Topf geben, aufkochen lassen. Dann sofort über die gehackte Schokolade gießen. Ca. 3 Minuten warten, dann die geschmolzene Schokolade glatt rühren.
Die Espressoganache in einen Spritzbeutel (oder einen kleinen Tiefkühlbeutel) füllen und in die Vertiefungen der Krapfen füllen.
 
Schoko-Husarenkrapfen vollständig trocknen lassen, dann in mit Backpapier ausgelegten Blechdosen aufbewahren.
 
Quelle: Mme Hedonistin aka Petra von Chili und Ciabatta