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Franco-allemand: Tarte alsacienne de choucroute et Munster

Mittwoch, 16. Februar 2022


Nicht nur mein Hang zu kernigen Vollkornbroten verrät meine deutschen, kulinarischen Wurzeln, ebenso meine Liebe zu Sauerkraut - womit ich gleichzeitig ein französisches Vorurteil bediene, nämlich dass ALLE Deutsche gerne Sauerkraut essen.

Im Verkauf aber stammt das Sauerkraut dann wieder aus dem Elsaß. Das französische Selbstverständnis ist verblendet egozentrisch. Da wird sich gerne gebärdet wie ein kleines Mädchen, das sein glitzerndes Prinzessinnenkleid angezogen hat, das fasziniert an sich herabblickt, das sich dabei um sich selbst dreht und strahlend in die Welt schaut: da kann nur Applaus kommen! 

Was? Wie? Andere Mütter sollen auch schöne Töchter haben? Aber doch nicht außerhalb Frankreichs! Man ist sich einfach sicher, dass Frankreich die hübschesten Mädchen, den besten Wein, die verwegensten Liebhaber, die eleganteste Mode, das leckerste Essen, die klingendste Sprache, die größte Käsevielfalt, die stimmungsvollste Musik, den perlendsten Champagner, die herrlichsten Landschaften undundund... hat. Der stolze Franzose - schamloses Leitkultur-Lebensgefühl: die Nase wird mit zusätzlich zurückgelegtem Nacken nach oben getragen. Oder eben: *Was man liebt, das weiß man auch zu loben!*

Und irgendwie haben die Fränzis es geschafft, das französische Selbstbewußtsein zum Exportschlager zu machen. *Leben wie Gott in Frankreich* sagen wir Deutsche und bestaunen das französische Savoir-Vivre. Wer nach Frankreich kommt, freut sich auf all die Köstlichkeiten, mit denen er selbst den Kofferraum ausstopfen will. Die Selbstverliebtheit der Franzosen ist irgendwie ansteckend.

Nun, ich liebe die französischen Produkte zum Kochen auch - von mir kann man keinen Widerspruch erwarten. Selbst wenn ich dabei mindestens so verankert bleibe in der deutschen Küche oder meiner Leidenschaft zur frischen italienischen Pasta. Kulinarisch bin ich überzeugt polyamor. Oder panamor - nennt es, wie ihr wollt. Da bleibe ich mir treu.

Fakt ist: das ist die beste Sauerkraut-Tarte, die ich je gemacht habe. Daran wird nicht weiter rumgetüftelt: das gibt meine Standart-Sauerkraut-Tarte. Der schmelzende, charakterstarke Münster in der Mitte ist die Krönung! Für Sauerkraut-Fans und Käsefreunde ist diese Tarte ein großes Fingerschlecken! Und für mich eine amour fou - franco-allemand!

 


Zutaten 2P/Tarteform ⌀22cm:

Tarteboden:
50g Einkorn-VK
50g Roggen-VK
40g Dinkel 1050
2 TL Thymian
Salz, Pfeffer
70g Butter
2 TL Crème fraîche
etwas kaltes Wasser

400g Sauerkraut (roh)*
1 Zwiebel
2 Knofi
1 kleiner Apfel
1 TL brauner Zucker
2 TL Thymian
3 Wacholderbeeren
2 Lorbeerblätter
70g Crème fraîche
1 Ei
Salz, Pfeffer
etwas Gemüsebrühe
Olivenöl 
100g Münster

Zubereitung:

Zuerst das Sauerkraut vorbereiten - idealerweise ist es (wie bei mir) der Rest vom Vortag. Zwiebel und Knofi frein würfeln. In Olivenöl anschwitzen und den fein gestifteten Apfel (m: mit Schale) mitschwitzen, sobald die Zwiebel glasig ist. Den Zucker darüber karamellisieren lassen. Sauerkraut, Gewürze und etwas Brühe anschütten. Bei kleiner Hitze und geschlossenem Deckel etwa 40min weich garen. Die Brühe sollte nahezu verkocht sein. Etwas abkühlen lassen, dann die Lorbeerblätter entfernen (wen es stört: ebenfalls die Wacholderbeeren).

Parallel den Tarteteig zubereiten: dafür die Butter in kleinen Flöckchen unter das Mehl (dem die Gewürze zugefügt wurden) untermischen. Dann so viel kaltes Wasser wie nötig untermischen und zügig zu einem homogenen Teig verkneten. In Folie wickeln und mindestens eine halbe Stunde kalt stellen.

Ofen auf 200°C (m: Intensiv-Backen) vorheizen.

Eine Tarteform (⌀22cm) buttern. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche auswellen und die Form samt Rand damit bekleiden. 

Die Crème mit dem Ei vermengen, anschließend das Sauerkraut unterziehen. Die Hälfte der Masse auf den Tarteboden verteilen. Den in Scheiben geschnittenen Münster darauf setzen, dann abdecken mit der zweiten Hälfte des Sauerkrauts.

In den heißen Ofen schieben. Für 20min backen, dann auf 180° runterschalten und weitere 20min backen.

Anmerkung m: mein Sauerkraut habe ich selbst fermentiert/ schneller und praktischer ist, wenn man auf bereits gekochtes Sauerkraut zurückgreifen kann - weshalb ich immer die doppelte Menge Sauerkraut zubereite / mit 500g Sauerkraut habe ich die gleiche Tarte auch schon gebacken...

 

Tarte flambée - Flammkuchen mit Münster

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Wenns in der Küche schnell gehen soll, ist Flammkuchen eine super Sache. Das Wetter ist traumhaft und damit perfekt für Gartenarbeit. Dieses Mal habe ich den Teig bereits zwei Tage vorher zubereitet und dann im Kühlschrank gelagert.

Den gilts dann nur rauzuholen und zu belegen. Zusammen mit mit einem Salat ist das ein flinkes und knuspriges Mittagessen. Bei diesem Flammkuchen muß ich zwei Mal auf Sabine verweisen: ein Mal wegen ihrer Ode auf Marlas Pizzateig (1/4 davon ergibt anstelle einer Pizza einen Flammkuchen, meinen *ultimativen* Pizzateig kennt ihr ja) und zum zweiten weil auch sie den guten Münsterkäse vor nicht allzu langer Zeit verwendet hat. 

Ein junger Münsterkäse ist ein feinwürziger Käse, der sich auf einem Flammkuchen herrlich macht. Sämtliche Vorurteile hat er nicht verdient, auch wenn er deutlich seinen eigenen Charakter hat - vielleicht schätze ich ihn deshalb besonders. Jeder von uns hat seinen Flammkuchen lässig geschafft!

Und vor zwei Tagen habe ich bei Kathi eine schöne Flammkuchen-Variante gesehen.
Zutaten für 2 Falmmkuchen:

(m: das ganze gemacht und Rest für die nächste im Kühlschrank gelagert)
1 Münster
1 Rote Zwiebel
3-4 EL crème fraîche
Thymian
Salz, Pfeffer
etwas zerstoßener Kümmel
geräucherter Speck, in feinen Streifen geschnitten*

Zubereitung:

Pizzateig zubereiten (am besten 1 bis 2 Tage vorher zubereiten, für Flammkuchen mit ein wenig mehr Wasser). 

Ofen mit Pizzatstein gut vorheizen (m: 240°)

Die Thymianblättchen von den Zweigen streifen, mit der créme vermengen, salzen und pfeffern. Auf einer bemehlten Fläche ausrollen (m: wie Strudelteig über den Handrücken gezogen) und auf ein Backpapier legen. 

Die Crème dünn darauf verstreichen, den in Scheiben geschnittenen Münster darauf verteilen, ebenso den Speck und die in dünne Scheiben geschnittene Zwiebel. Mit etwas zerstoßenem Kümmel pudern und in den heißen Ofen geben bis die Ränder schön knusprig sind.

Veggie-Variante: anstelle des Specks - Birne = SUPER!
Pizzateig nach Marlene auch für diese Pizza mit Frühlingszwiebeln, Karoffeln und Ziegenkäse verwendet