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ein spontaner, ein lackierter, ein doppelter und doch ein armer Edelmann

Sonntag, 6. Oktober 2013

Zwei Ideen, zwei herrliche Ideen habe ich für euch, wenn ihr von den letzten, süßen Zwetschgen profitieren wollt. Zwei Mal unkompliziert, zwei Mal so gut, dass es nun jede Zwetschgenzeit wiederholt wird,  wiederholt werden muß. Hach, was liebe ich diese schlichten, einfachen Rezepte, die das Leben versüßen! Gartenküche at its best!

Für das erste halbe Kilo Zwetschgen hat uns spontaner und sonniger Besuch geholfen und ich zwinkere verschwörerisch Richtung Wiesbaden - und gleichzeitig schicke ich ein Coucou zur ida-umsonnten Susanne, dank der ich genau wußte, was zu tun ist. Ein Griff in die Tiefkühltruhe zu meinem Blätterteig (einer Edition mit Einkorn anstelle von Dinkel) und einer *lackierten* tarte aux quetsches war der Weg geebnet. Ihr ahnt es: MIT etwas geschlagener Sahne.

Ein weiteres halbes Kilo mußte gestern vom Markt mit, nachdem mich Petra mit ihrer Schwärmerei ganz hippelig machte. Und klar, schließe ich mich ganz und gar an: der karamellisierte Zwetschgenröster der Mme Ziii ist ein Gedicht. Flux kredenzt und ebenso schnell ist damit ein Dessert gezaubert. Ich habe völlig unaufwendig eine Brioche aus meiner Lieblingsbäckerei mitgenommen und daraus wurde anstelle des armen Ritters ein echter Edelmann. Das funktioniert ebenso gut mit selbstgemachtem Brioche, diesem Buttertoast oder Paules geliebtem Schuedi. Oder ihr kombiniert den Edelmann zu anderer Frucht - aber ums Eck denken könnt ihr ohne mich, n'est-ce pas?

Wobei der feine Zwetschgenröster schon für sich alleine der pure Genuß ist. Ich glaube, sollte ich morgen nochmals an Zwetschgen vorbei kommen, dann wird direkt die zweite Edition nachproduziert.
Zutaten:

für die lackierte Tarte 4P:

1 Portion Blätterteig (m: 400g mit Einkorn)
400 g Zwetschgen
2 EL Vollrohrzucker
2 TL frich geriebener Zimt

100g Zwetschgen
40g Zucker

für den armen Edelmann 2P:

1 Brioche
1 Ei
30ml Milch
1 Pr Salz
1 EL braune Butter
etwas Puderzucker

500g Zwetschgen
70g Zucker
1/2 Zimtstange (m: eine meiner abgeriebenen)
einen Schuß Cognac
Zubereitung:

Tarte: Den Ofen auf 180° (Umluft) vorheizen.

Für die Tarte den Blätterteig ebenso auftauen lassen, dass er sich gut auswellen läßt. Rechteckig ausrollen, ringsherum einen Rand von 1cm abschneiden, die Ränder mit einem Pinsel anfeuchten und die 1cm breiten Ränder aufkleben. Anschließend mit etwas Sahne bepinseln.

Den Zimt auf der Raffel reiben und mit dem Vollrohrzucker vermischen. Die 400g Zwetschgen halbieren, entsteinen und in feine Scheiben schneiden. Die Hälfte des Zimt-Zuckers auf dem Tarteboden streuen. Die Zwetschgen dicht an dicht dachziegelartig darauf verteilen. Den restlichen Zimt-Zucker darüber geben und die Tarte etwa 30 min bis sie schon goldbraun ist backen

Währenddessen die 100g restlichen Zwetschgen entsteinen und klein schneiden und zusammen mit dem Zucker solange köcheln lassen, bis die Zwetschgen gut Saft abgegeben haben. Die Glasur durch ein feines Sieb geben und in ein kleines Marmeladenglas bereit stellen.

Die fertig gebackene, warme Tarte mit der leicht erwärmten Glasur lackieren und warm zusammen mit etwas geschlagener Sahne servieren.

Für den armen Edelmann

Zuerst den Zwetschgenröster herstellen. Dafür die Zwetschgen halbieren und vierteln. Den Zucker in einem Topf karamellisieren lassen, dann die Zwetschgen und die Zimtstange zufügen. Nicht davon irritieren lassen, dass der karamellisierte Zucker davon wieder fest wird, sondern warten bis die Zwetschgen zu saften beginnen und achten, dass diese nicht anhängen. Etwa 5min köcheln lassen, dann den Cognac dazufügen, unterrühren und etwas abkühlen lassen.

Das Ei mit der Milch und der Prise Salz gut verrühren. Den Brioche in Scheiben schneiden (dabei gilt: je frischer der Brioche umso dicker die Scheibe - sonst droht Bruchgefahr). In einer Pfanne die braune Butter erhitzen, den Brioche in die Eiermilch tauchen und zwar so, dass er sich vollsaugt, dabei aber nicht auseinander fällt.

Die Brioche-Scheiben von beiden Seiten goldbraun braten. Mit Puderzucker bestäuben und zusammen mit dem Zwetschgenröster servieren.

Brioche à Tête

Sonntag, 18. September 2011

oder Brioche mit pâte fermentée oder Brioche au beurre oder Brioche mit altem Teig oder Festtagsbrioche. Als mir das Rezept zum ersten Mal begegnete, hat mich nicht nur gleich die Präsentation angelacht, sondern vorallem die Verwendung von brauner Butter hat mich nicht lange zögern lassen. Die mußte ich einfach nachbacken. Wie gut, dass auf Intuition Verlass ist. 

Herausgekommen sind ganz herrliche, buttrige, vanillige Brioche, die sogar - eine weitere Besonderheit - am nächsten Tag noch nach dem Aufbacken toll sind! Das sind wahre Brioches fürs Sonntagsfrühstück  - oder wie gamacht für meinen 101 Post.

Den möchte ich auch als Anlaß nehmen, mich bei all denen zu bedanken, die mich hier regelmäßig und unregelmäßig besucht haben und auch bei jenen, die mal einen Kommentar hinterlassen haben (immer besonders schön, so ein direktes Feedback). Und herzlichen Dank zudem an die alten Blogger-Hasen, die mich so freundlich in ihrer Mitte aufgenommen haben. 

So, zurück in die Küche ;-)! Wer bei den Brioches gleich zaudern will wegen der Formerei: halb so wild. Hier gut zu sehen, wie ein Brioche zu formen ist oder aber von mir aus hier (leider nicht auf französisch sondern auf englisch auf youtube). Danke Michael für das schöne Rezept.
Zutaten:

Pâte fermentée ( alter Teig):

65 g Weizenmehl 550er (m: T65)
35 g Wasser
0,6 g Hefe
1,2 g Salz

Hauptteig:

100 g Pâte fermentée von oben
435 g Weizenmehl 550er 

(davon etwa die Hälfte mediterran/ m: T65)
4 große Eier (260 g)
200 g Sauerrahmbutter
80 g Zucker
8 g Salz
15 g Hefe in ein wenig Wasser aufgelöst
das Mark einer Vanilleschote


Zubereitung:

1 -2 Tage vor dem Backtag

die Pâte fermentée ansetzen mit den o.g. Zutaten, 2 Stunden bei Zimmertemperatur anspringen lassen und dann in den Kühlschrank

Am Vorabend des Backtages

50 g Butter schmelzen, das Mark der Vanilleschote untermischen und so lange erhitzen, bis die Butter braun zu werden beginnt. Dann in den Kühlschrank damit.
435 g WM in eine Schüssel geben, eine Mulde machen und die Hefe mit ein wenig warmem Wasser und einem Tick Zucker dort 15 Minuten gehen lassen. Die 4 Eiere verquirlen und ein wenig zurückbehalten für das spätere Abstreichen. (Zugedeckt hält es sich im Kühlschrank bis zum nächsten Tag).

Dann die 80 g Zucker, das Salz, und die 4 Eier und die Pâte fermentée in der Schüssel vermischen. Alles mit kalten Händen und auf einer kalten Platte zum Kneten auskippen und schlagen (kneten). Nicht weniger als 7-10 Minuten. Wenn alles schön homogen ist, die kalte Butter flockenweise dazugeben und weiter unterkneten, auch die geschmolzene Butter, die jetzt etwas kälter geworden ist, dazugeben. Mindestens 7-10 Minuten schlagen.

Man hat den Eindruck, das das nicht möglich sei, es geht aber, der Teig wird ganz weich und zart. Er bleibt aber auch etwas klebrig.

Dann Teigruhe 1-3 Stunden, je nach Temperatur - der Teig sollte sich verdoppeln. Dazwischen immer mal wieder falten. Schließlich über Nacht zugedeckt in den Kühlschrank damit.

Am nächsten Morgen

Teig 1 Stunde akklimatisieren lassen (er bleibt ziemlich kalt und fest), dann je nach Briocheförmchengröße Teile davon abstechen und rundwirken. 5 Minuten ruhen lassen.
Dann die Brioches formen (s. oben) - ca. 100/ 110g in kleine 4cm hohe Briocheformen.
In die gebutterten Förmchen geben und wieder warten, bis sich der Teig verdoppelt hat. Das kann 2 oder mehr Stunden dauern.

Dann mit dem gequirltem Ei bestreichen und bei 190°C ca. 30-40 Minuten backen - je nach gewünschtem Bräunungsgrad.

Und wie schon üblich backe ich mit in der IS - heute gesammelt von Julie von mat&mi und gestapelt hier zu sehen: