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Same Same: vegane Grünkern-Bulette

Freitag, 25. Oktober 2024


Die vegetarische God-Mother der vegetarischen Bratlinge ist und bleibt wohl tradidionell die Grünkern-Bulette. Mit ihr begann in meinem Gedächtnis der fleischlose Ersatz zum Hack. Mein Rezept kennt ihr - es bleibt sich seit vielen Jahren gleich. Nun wollte ich eine vegane Variante dazu ausprobieren und habe als Eiersatz Leinsaaten verwendet.

Die Buletten halten auch auf diese Weise gut zusammen und lassen sich gut formen. Der Geschmack ist sehr ähnlich wie bei meinen Klassikern - sind ja die gleichen Gewürze. Nur: die Konsistenz ist weniger fest. Damit lebt man als Veganer vermutlich einfach. Aber ich habe nichts gegen Eier, ich erhalte hier auf dem Land Eier von glücklichen Hühnern und daher hat für mich die alte Variante die Nase vorn. Einfach wegen dem Mundgefühl: die Bulettchen mit Eier haben schlicht mehr Biss. Und so geht es mir fast mit allen veganen Pufferchen. Sie sind mir meist irgendwie ein bißchen zu krümelig.

Nichts desto trotz bleibt die vegane Küche faszinierend für mich und ich werde weiterhin mit solchen Rezepten spielen. Vielleicht stört euch die etwas lockere Konsistenz nicht und es ist eine persönliche Präferenz von mir. Genau dafür probiert man ja immer wieder neue Rezepte und neue Wege aus - um Unterschiede festzustellen und eigene Vorlieben. Und ist ja nicht so, dass man die veganen Grünkern-Puffer nicht mal auf den Tisch bringen kann. Sehen doch gut aus, oder?!

Ansonsten kann ich noch wärmstens meinen völlig falschen Hasen empfehlen - der wird beim Backen in der Pfanne besonders knusprig!

 


Zutaten - 8 Stück/ 2P:

80g Grünkern
1 kleine Karotte
1 kleiner Lauch
2 Knoblauchzehen
250-280ml Gemüsebrühe
Paprika
Pimenton de la vera
Harissa
1 TL Senf
Salz, Pfeffer
3 Zweige Basilikum
1 EL Leinsaat
2 EL Haferflocken
2 EL Semmelbrösel
20g Karoffel-Stärke
1 EL Mandelmus
1 EL Tamari
2 EL Kürbiskerne


Zubereitung:

Karotte und Lauch jeweils in sehr kleine Würfel schneiden (nicht größer als 1/2cm). Die Würfel in etwas Sonnenblumenöl anrösten, am Ende Paprika-Pulver und Pimenton zufügen, außerdem den Knoblauch. Mit etwa 250 ml kochender Gemüsebrühe aufgießen. Dann direkt 80g Grünkernschrot hineingeben, kurz aufkochen lassen und im offenen Topf bei geringster Hitze ca.20- 30 Min. garziehen lassen, (gegebenenfalls noch ein wenig Brühe nachgeben. Dabei immer wieder umrühren, so lange bis das ganze Wasser aufgesogen ist - dann fängt der Grünkern an am Bodentopf hängenzubleiben. Anschliessend in eine Schüssel füllen.

Ein EL Leinsamen zusammen mit 2 EL Haferflocken in dem Standmixer fein mahlen; anschliessend zum Grünkern in die Schüssel geben. Abschmecken mit Tamari, Senf, 1 TL Paprikapulver, Harissa - außerdem untermischen die Semmelbrösel, die Kartoffelstärke und das Mandelmus wie auch die gehackten Kübiskerne und den fein gehackten Basilikum. Salzen und pfeffern. Alles gut vermengen. Dann mit feuchten Händen 8 gleich grosse Bratlinge formen.

In Öl von beiden Seiten goldbraun backen.

 

unbekümmert: Lauch-Maccheroni-Gratin mit Veggie-Bolo

Montag, 30. Oktober 2023

 

Unbekümmert - das schöne Wort und einer der schönsten Zustände überhaupt! Unbekümmertheit scheint in immer weitere Fernen zu rücken in Zeiten, in denen menschliche Grausamkeit den Mediennalltag bestimmen. Wie soll man heute unbekümmert sein können, habe ich mich gefragt? Denn öfters schon zitiert diesen Goethe (aus diesem tollen Artikel vom DLF):

Dein Los ist gefallen verfolge die Weise,
Der Weg ist begonnen, vollende die Reise,
Denn Sorgen und Kummer verändern es nicht,
Sie schleudern dich ewig aus gleichem Gewicht.

Manchmal fühlt man sich wie Christopherus, das Leid der ganzen Welt auf den Schultern. Wie soll man rund laufen, wenn schwere Gedanken bedrücken? Sie werfen einen wirklich aus innerem Gleichgewicht. Manchmal reicht es aus im Außen zu sehen, was Menschen anderen antun können. Ein Mal Nachrichten gucken - *bums*, schon vorbei mit der Leichtigkeit. Mir gruselt.

Kindliche Sorglosigkeit und Bewußtheit treten scheinbar wie ein Gegensatzpaar auf. Du kannst entweder das eine oder das andere haben. Sobald die Bewußtheit dazu kommt, kommen auch die Sorgen dazu. Zwar ist es unmöglich etwas Zukünftiges komplett durchzudenken, aber alleine sich die Möglichkeit vieler Konsequenzen bewußt zu machen, reicht aus um Ängst zu schüren. Angst ist prinzipiell kein guter Ratgeber. Angst lähmt. Schlimmer noch: wer in seine Ängste rutscht, der wird darin auch untergehen. Der läßt von einem Unterfangen, das ihn ängstigt, besser die Finger.

Ein Beispiel: mit schlotternenen Knien vor Angst darf man kein Segelboot besteigen. Aber ohne ungeheueren Respekt vor den Naturgewalten ebenfalls nicht. Respekt ist das große Schlüsselwort, das Wissen, dass es Kräfte gibt, die vielviel größer sind als ich und die außerhalb meiner Kontrolle liegen. Sich diesen Kräften auszuliefern, hinzugeben und anzuvertrauen - und zwar in Bewußtheit, das ist für mich Spiritualität im Allgemeinen.

Ohne Naturbezug wird es schwierig. Überhaupt ist es eine entscheidende Frage, zu was sich der einzelne in Bezug setzt. Verblendete Wichte, die sich für die Krone der Schöpfung halten, beurteilen das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand - wie ein Frosch, der im Brunnen lebt. Je größer aber die Kraft als Gegenüber in der Vorstellung ist, je tiefer man diese Kraft fühlt, zu der man einen Bezug sucht, umso einfacher fällt Demut.

Wie Leichtsinn, darüber hatte ich es schon, ein Geschwister von Unbekümmertheit, erblühen die beide nur in Respekt und Demut. In leidvollen Lebenssituationen wird Demut ganz besonders zur Herausforderung. Daher greifen viele auf Rauschmitteln zurück, um sich der Situation nicht stellen zu müssen und ziehen die Illusion der Realität vor. Das kann ich sogar nachvollziehen, aber ich habe verinnerlicht, dass Flucht nur in die Irre führt. Und wie das so ist mit der Bewußtheit (eine phänomenale Eigenheit dieses mächtigen, geistigen Instruments): Bewußtheit läßt sich nicht rückgängig machen weil im Gemüt verwurzelt. Was ein Mal bewußt geworden ist, läßt sich nicht mehr umkehren. Was den Weg ins Bewußtheit gefunden hat, das bleibt (die Herdplatte ist heiß). Und was by the way der große Unterscheid zu *lernen* ist, mit dem Bewußtheit so gerne in einen Topf geworfen wird. Erlerntes kann wieder verlernt werden.

Um in Bewußtheit eine innere Sorglosigkeit herzustellen, gibt es in meiner Vorstellung nur eine Möglichkeit: sich ganz einer klügeren, weisen, geistigen Macht hinzugeben und anzuvertrauen, mit der man ständigen Umgang pflegt. Wo sollte man in der Not sonst Zuflucht suchen und wo Trost finden? Diese Herzensverbindung herzustellen, durch das tägliche innere Gespräch mit diesen unsichtbaren Mächten, ist der eigentliche, spirituellen Weges - unabhängig welchen Namen man Gott gibt. Und wer eine Hilfestellung benötigt, was eine individuelle Spiritualität unabhängig aller Religiösität bedeuten könnte, dem empfehle ich Goethes Glaubensbekenntnis: * Bekenntnis einer schönen Seele*. Es hilft auch zu unterscheiden, wer lediglich fromm daherschwätzt und wer weiß, was selig ist, weil bereits innig verbunden mit diesen Mächten - ein solcher diskutiert nicht mehr. Wie geht Glaube, fragt sich Goethe:

Ja, wer nur schildern könnte, was ich [im Gebet] fühlte. Ein Zug brachte meine Seele nach dem Kreuze hin, an dem Jesus einst erblaßte, ein Zug war es, ich kann es nicht anders nennen, demjenigen völlig gleich, wodurch unsere Seele zu einem abwesenden Geliebten geführt wird, ein Zunahmen, das vermutlich viel wesentlicher und wahrhafter ist, als wir vermuten. So nahte meine Seele dem Menschgewordenen und am Kreuz Gestorbenen, und in dem Augenblick wußte ich, was Glauben ist.

 


Alles, das im Ofen mit Käse überbacken wird, nennt sich hier automatisch Soulfood. Dieses Nudel-Gratin wartet mit zwei Schichten cremiger Lauch durchkreuzt von zwei Schichten Veggie-Bolo auf - das kann gar nicht anders, das muss schmecken.

 

Zutaten 1P /Gratinform für ca. 1,5l:

300g Lauch
30g Butter
15g Mehl
225g Milch
Salz, Pfeffer
Muskatnuss-Abrieb
....
160g Maccheroni
....
40g Grünkern
25g Soja-Geschnetzeltes
20g Sonnenblumenkerne
1 rote Zwiebel
1 Karotte
1 Stück Stangensellerie
3 Knoblauchzehen
150ml Gemüsebrühe
350g Ofentomaten
ein guter Schuß Rotwein 
1 EL Rosmarin, fein gehackt
1 TL Thymian, getrocknet
1 EL Tomatenmark
Rohrzucker
1 EL Soja-Sauce
2 EL Balsamico-Reduktion
Harissa
Salz, Pfeffer
1 Mozarella
Olivenöl

 

Zubereitung:

Zuerst die Bollo herstellen: Grünkern grob schroten und zusammen mit dem Soja-Geschnetzelten mit kochender Gemüsebrühe etwa eine halbe Stunde quellen lassen. Zwiebel und Knofi würfeln, Karotte und Sellerie in Brunoise schneiden. Zwiebeln in Olivenöl glasig dünsten. Gemüse kurz sowie Tomatenmark kurz mit braten, dann Rotwein anschütten und komplett einreduzieren lassen, nun Grünkern und Sonnenblumenkerne, Gewürze und Ofentomaten zufügen. Salzen, pfeffern, mit Zucker und Harissa würzen. Bei geschlossenem Deckel etwa 20 min köcheln lassen - zuletzt mit ofenem Deckel, bis die Bolo schön schmusig ist. Abschmecken mit Soja-Sauce und Balsamico-Reduktion.

Parallel die Lauch-Béchamel zubereiten. dafür den Lauch in feine Ringe schneiden (je nach größe vorher der Länge nach halbieren). In der Butter bei sanfter Hitze nahezu weich garen ohne Farbe annehmen zu lassen. Mehl einrühren, dann die Milch und immer gut mit einem Schneebesen glatt rühren. Salzen, pfeffern und mit Muskatnuss würzen.

Nudeln in reichlich Salzwasser al dente kochen. Dann unter die Lauch-Béchamel mischen.

Gratinform buttern.

Ofen auf 200°C vorheizen.

Zuerst die Hälfte der Lauch-Nudeln auf den Boden der Gratinform verteilen. Darüber die Hälfte der Bollo, dann wieder die Lauch-Nudeln - zuletzt mit Bollo abschließen. Den Mozzarella in Scheiben darauf verteilen, mit etwas Thymian bestreuen und im Ofen in etwa 30 min knusprig backen.

 

völlig falscher Hase 2.0 - Grünkernbraten

Sonntag, 16. April 2023


Zurück zum Kerngeschäft eines Foodblogs: Essen.

Gerade ist ja Saure-Gurken-Zeit: die Kartoffeln treiben, die Karotten werden holzig, der Lauch ist kurz davor zu schießen und die Kohl-Vorräte gehen zu Neige. Zwischen Baum und Borke, alter und neuer Ernte. Schon klar, warum die Fastenzeit so plaziert war. Und warum man früher Tiere brauchte, um durchs Jahr zu kommen.

Ich finde, gerade ist die Zeit der Hülsenfrüchte. Und des (Pseudo)Getreides. Dazu mehr in einem nächsten Post. Heute stelle ich euch meine Version vom Veggie-Hackbraten 2.0 vor. Daran habe ich ziemlich getüftelt. Der Geschmack soll stimmen, aber auch die Konsistenz. Gerade letztere wolle anfangs nicht so, wie ich es will. Zu dem groben Getreide noch gehackte Nuss - das macht das Ganze schnell krümelig.

Ein Trick ist, die Grünkernmasse auf zwei kleine Kastenformen zu verteilen - das ergibt nachher für die Pfanne eine angenehme Größe zum Wenden. Trick 2 ist, den Grünkernbraten einen Tag zuvor zuzubereiten und dann am nächsten Tag erst in Scheiben schneiden. Da die Menge für uns zu zweit etwa auf 3 Mal reicht, friere ich eh einen Großteil ein - so dass ich persönlich mit dem Vorlauf gut zurecht komme. Griffbereite Grünkern-Buletten im Froster zu haben, ist sowieso wie auf Würstchen zurückgreifen zu können - dazu ist immer schnell gekocht. Trick 3 ist das Kartoffelmehl (aka Speisestärke), die zusammen mit den Eiern (und hier auch dem Käse) zusätzlichen Halt verspricht.

Bei einem Grünkernbraten verfolge ich das Konzept: viel hilft viel. Dieser Kamerad schlägt entschieden seinen Vorgänger. Der Rezeptetitel bleibt allerdings: ich liebe den Begriff *völlig falscher Hase* für einen Grünkernbraten. Oder Nussbraten. Oder Veggie-Hackbraten. Obendrein werden die Grünkernbraten-Scheiben super knusprig - und alleine das ist ein Hit an dieser Edition 2.0!

 


Zutaten 4-6P:

125g Grünkern, grob geschrotet
2 EL Butter
1 Zwiebel
1 Karotte
1 Lauch
2 EL Tamari
2 EL Petersilie, fein gehackt
350ml Gemüsebrühe
50g Mandeln, gemahlen
40g Kürbiskerne, grob gehackt
70g Käse, geraspelt (m: Comté)
1 TL Salz
70g Haferflocken
30g Speisestärke (m: Kartoffel)
2 Eier, Gr. L (m: 3 kleine Eier)
2 TL Thymian
2 EL Rosmarin
2 TL Senf (Dijon)
Harissa

 

Zubereitung

Den Grünkern mittelfeinbis groß schroten und in der Butter anrösten. Zwiebeln, Möhre und Porree fein würfeln und dazugeben. Außerdem Thymian und Rosmarin Anschließend mit 350ml Gemüsebrühe ablöschen und 20 Min. zugedeckt - ohne Hitzezufuhr - ausquellen lassen. Dann Petersilie untermischen, Tamari, Harissa und Senf. Gut würzig abschmecken.

Die Mandeln mahlen und den Bergkäse reiben. Beides, sowie die Eier, Meersalz, Thymian, Muskatnuss, die Haferflocken und frisch gemahlenen Pfeffer unter die Grünkernmasse rühren. 15 Min. ruhen lassen.

Den Boden der Kastenformen mit Backpapier auskleiden. Nun die Masse auf zwei gefettete, kleine Kastenformen verteilen und ca. 40min bei 175°C backen.

Vor dem Anschneiden am besten über Nacht ruhen lassen. Die Scheiben von beiden Seiten in Öl knusprig braten.

Inspiration: Schrot und Korn 

Anmerkung m: ich friere den restlichen Braten am Stück (oder halbiert) ein/ dazu passt natürlich Gemüse aller Art. Ich mag besonders gerne den rustikalen Weißkohl, der in Scheiben gebraten wird und schnell geht, dazu (inzwischen mache ich eine dunkle Sauce dazu etwas anders - irgendwann wirds vorgestellt ;). Aber auch Rosenkohl, Karotten-Pü...

 


2. Advent: gefüllte Karotten-Kartoffel-Knödel

Sonntag, 4. Dezember 2022


Als Teenie schlackerte mir manchmal die Mimik wie bei einem Baby-Elefanten der Rüssel. Ich konnte gar nicht kontrollieren, dass man mir oft eins zu eins am Gesicht ablesen konnte, was ich denke. Nicht zwingend vorteilhaft. Sehr oft war ich nämlich genervt. Zumal man im frisch geschlüpften Körper dünnhäutiger reagiert, feiner, extremer.

Daher kann ich verstehen, dass sich gerade junge Menschen angezogen fühlen von der Bewegung *Die letzte Generation*. Selbst wenn ich ganz bei Steffi und Thorsten bin: was intressiert es die indischen und chinesischen Bestrebungen samt den dazugehörigen CO2-Emissionen, wenn sich in Gelsenkirchen jemand auf der Straße festgeklebt (wobei die Geschichte mit den CO2-Emissonen... siehe Marijn Poels... aber lassen wir das). 

Dabei ist die Veränderung des Klimas nur eines von zahlreichen Problemen. Wer noch einen Funken lebendige Faser an seinem Kadaver spazieren trägt, muss den Zustand unseres Planeten beunruhigen. Es ist offensichtlich, dass wir nicht Lucky Luke-mäßig einem rosigen Sonnenaufgang entgegenreiten. Der Welt gehts nicht gut. Die Erde ist in einem schlechten Zustand.

Wie außen so innen. Alles zeigt sich symbolisch. Doch wir bekommen nur noch schwer die Entsprechungen zusammen. *Alles hat eine doppelte Bedeutung. Der Grad der Verschmutzung unserer Erde, spiegelt den verdreckten Zustand unserer Seelen wider*, sagt der Habib. Wo - nennt mir einen Bereich - , richtet sich die Menschheit nach Werten, unterstellt sich diesen und handelt nach diesen Maximen. So, wie wir mit dem Biotop, in dem wir leben, umgehen, gehen wir mit uns selbst um. Das hat Rückkopplungen ebenso auf unser soziales Leben, unsere Beziehungen, unsere Zufriedenheit. Lügen, Verdrehungen, Hysterie, Hass... das stapelt sich als Mülldeponie im Geist.

In der rauschenden Außenwelt sorgt man sich um Kriegsmüdigkeit, beschwört Waffenbrüderschaft, erklärt ganze Bevölkerungsgruppen zu Feinden. Keine Ahnung, wer das mitträgt und gut heißt. Ich nicht. Wie vieles andere ebenfalls nicht. Von diesem Außen kann ich mich nur angewidert abwenden. Stattdessen suche ich nach Licht. Es ist Advent. Ist das nicht die Zeit im Jahr, die besonders danach ruft? Ähnlich wie es Kleist formuliert in seinem Text *Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden*, wenn er verwickelt vesteckt in seinen Überlegungen: *Ich pflege dann gewöhnlich ins Licht zu sehen, als in den hellsten Punkt, bei dem Bestreben, in welchem mein innerstes Wesen begriffen ist, sich aufzuklären.

Deshalb erhält meine ungeteilte Aufmerksamkeit nicht jeder, der glaubt, etwas zu sagen zu haben. Sollen sie hetzen. Ich höre ihnen nicht zu. Sollen sie wüten, aber ich spiele nicht mit. Eine schöne Perle habe ich euch stattdessen für den 2. Advent herausgesucht.

Müßte ich einen freundlichen Waldelferich in einem Kinofilm besetzen... ich hätte ihn gefunden: Egbert van Bart (s.u.). Als wäre er dem zauberhaften Buch *Von Elfen, Gobblins und Spuckgestalten* entsprungen. Ihm leihe ich gerne mein Gehör: Gib dich bedinungslos dem Wunder und Geheimnis der Schöpfung hin. Du bist ein Teil davon. Es sind unsere Gedanken, durch die wir uns von der Einheit entfremden. Das, was dir widerfährt im Leben, hat mir dir zu tun und ist nur für dich bestimmt. Du hast damit umzugehen. Wenn du Selbstverantwortung für deine Reise übernimmst, dann erst kannst du dein eigenes Wesens entdecken - gespiegelt von der Welt.

10 Minuten Mensch, die mir Freude machen ... 

 


Freude machen mir auch diese Knödel. Für mich eines der besten Knödel-Rezepte überhaupt. Die Konistenz ist einfach genau richtig: nicht zu fest, nicht zu weich - mit Biss aber soft. Außerdem behalten sie gut die Form

Zwei verschiedene Füllungen stelle ich euch vor - up to you. Dann wartet ein Sonntagsessen!


Geschwister im Blog-Universum: 

**** diese Kartoffel-Gnocchi - siehe hier oder auch hier

**** diese gefüllten Kartoffel-Knödel


Zutaten - 8 Stück:

450g Kartoffeln
100g Karotte, fein gerieben
100g Hartweizengrieß, fein
100g Mehl (m: D1050)
1 EL Kartoffelstärke
50g geriebener Parmesan (optional)
1 Eigelb
Salz
...
Füllung I:
100g geräucherter Tofu
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
1 EL Tamari
1 EL Petersilie, fein gehackt
Pilz-Pulver
Harissa 
...
Füllung 2:
30g Grünkern, grob geschrotet
1 TL Gemüsebrühe-Pulve
1 EL Tamari
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 Champignons
Paprika-Pulver
Pimenton de la vera
1 EL Petersilie, fein gehackt
...
3 Stangen Lauch
1 EL Meerrettich-Crème
1 EL Crème fraîche
etwas Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
etwas Zitronensaft
1 EL Butter

 

Zubereitung:

Kartoffeln als Pellkartoffeln aufsetzen und kochen.

Währenddessen die Füllung zubereiten. Für Füllung II Grünkern mit 50ml übergießen und gut 15min quellen lassen. Ansonsten sehr ähnliche Vorgehensweise. Tofu in kleine Würfel schneiden/ Pilze in kleine Stücke schneiden. Schalotte und Knoblauch fein hacken. In etwas Olivenöl anschwitzen, dann restliche Zutaten zugeben und ebenfalls mitbraten, bis alles gar ist. WICHTIG: bei allen Füllungen gilt diese etwas zu überwürzen, damit nachher der Effekt stimmt! Füllung etwas abkühlen lassen.

Für das begleitende Gemüse den Lauch rüsten, dann in feine Ringe schneiden. In etwas Butter in einer tiefen Pfanne anbraten, dann Brühe und Crème zufügen und bei geschlossenem Deckel weich garen. Zuletzt mit Meerrettich und Zitronensaft abschmecken. Warm stellen.

Die gegarten Kartoffen, abschütten, schälen und noch warm durch die Presse drücken. Zuerst mit dem Mehl und Hartweizengrieß mischen, dann mit restlichen Zutaten. Den Teig nur so lange kneten, bis er homogen und nicht mehr klebend ist. 

WICHTIG: nicht überkneten, sonst wird der Teig speckig!

Die Masse zu 8 gleichgroßen Kugeln formen. Jeweils eine Kugel auf der linken Handfläche schon platt drücken. Dann mit einem Teelöffel die Füllung in die Mitte plazieren und den Kartoffelteig drumherum verschließen. So verfahren bis alle Knödel gefüllt sind.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Knödel in das siedende Wasser gleiten lassen und so lange garen, bis sie an die Wasseroberfläche steigen. Herausnehmen, abtropfen lassen und zusammen mit dem Lauch servieren.



Goodie: von außen betrachtet - Blick auf Mond und Erde von der Orion-Kapsel der Nasa aus, die fast 500 Tausend Kilometer entfernt von der Erde unterwegs ist. THINK BIG! Schönen 2. Advent euch allen!

Feeder: Spitzkohl-Wickel mit Polenta

Freitag, 11. November 2022

 

Die Tage habe ich mich mit einem Jüngling unterhalten. Sehr gut sogar, nämlich offen, zugewandt und gegenseitig interessiert. 20 Lenze ist er frisch und bereits ein wenig schwunglos, was den Elan für die Zukunft angeht. Wirtschaftsingeneurswesen studiert er im dritten Semester ohne Visionen, was er dann beruflich mal damit anstellen will. Geld verdienen halt.

*Hmm*, meinte ich, *wird ja irgendwie auch immer schwieriger, noch einen dieser guten Berufe ausfindig zu machen, die überhaupt eine Existenz ermöglichen.* Entweder man fristet sein Dasein in einem dieser Bullshit-Jobs. Oder aber man wird regelrecht gefressen von seiner Erwerbstätigkeit und das Leben besteht nur noch aus Arbeiten. 

*Jetzt mal rein von der Beschäftigung, wenn es nur darum ginge, mit was du dich besonders gerne auseinandersetzt - ohne jeden finanziellen Hintergedanken - was würdeste denn dann machen*, fragte ich ihn. Er schaute mich verwirrt an. Ganz so, als hätte er sich dem Thema von dieser Seite noch nie genähert. Sehr lange brauchte er nicht zu überlegen: *Feeder*, sagte er. Ich so: *Hä??? Kannst du mir das wiederholen?* *Feeder.* *Was soll das sein?* Professioneller Gamer bezeichnet man so, werde ich aufgeklärt. Noch nie gehört. Tsss, da sieht man mal: ich lebe hinter den sieben Bergen. *Ich bin in Bezug auf Videospielen nahezu jungfräulich*, bekenne ich. Keinerlei Playstation-Erfahrung vorzuweisen. Ein bißchen Gameboy (Tetris/ Super-Mario) und *Breakout* (das Nostalgie-PC-Spiel beschreibe ich umständlich, weil ich natürlich den Name nicht kenne). Ich muss also nachhaken.

*Ja, und was spielst du dann so? Ballerspiele?* *Auch*. *Und alleine oder verbindest du dich im Netz mit anderen?* *Mal so, mal so* *Und mit deiner Freundin, mit der spielst du ebenfalls?* Ja, zuletzt ein Fantasy-Spiel, das hätte ihnen gut gefallen. *Ich spiele einfach gerne, zum Beispiel nach der Uni ein Stündchen, das entspannt mich, das bringt mich runter* erklärt er sich, *nur um damit Geld zu verdienen, dafür bin ich zu schlecht. Das gilt gleichfalls fürs Programmieren*.

Ich erzähle ihm von einer Arte-Doku, die der Habib und ich kürzlich gesehen haben: *Das Geheimnis der Hieroglyphen*. Wir waren beide total fasziniert mit welcher Obsession dieser junge Franzose sich im 19. Jhdt hinter dieses Rätsel geklemmt hatte, getrieben von Neugier, angefeuert von eigener Motivation. *Tja*, seufzte mein Frischling, *soetwas muß man halt erst einmal finden, etwas für das man brennt.*

Das berührt mich, wie er das sagt. Hat unsere heutige Gesellschaft samt technischen Errungenschaften der Jugend womöglich die Phantasie genommen, frage ich mich. Wo sind die Träume, die Sehnsüchte, die Spielplätze um sich ausprobieren zu dürfen. Wo sind die Möglichkeiten geblieben?

Und eine weitere kleine Anekdote kommt mir in den Sinn und zwar von einem Mathelehrer in der Grundschule. Er beginne seine Stunde oft mit einer Knobelaufgabe, damit hätte er die Rasselbande meistens eingefangen und schnell begeistert. Intrinsische Motivation nennt das die Pädagogik. Ist doch interessant, dass Jungmenschen sich besonders gerne selbst ausprobieren wollen, oder? 

Wird ja im Alter nicht anders: lieber selbst entdecken als irgendetwas nachlabern oder bloß hinterhertigern auf ausgetrampelten Pfaden. Ach, seufze auch ich jetzt innerlich, dass Freiheit sowie innerer Antrieb SOOO entscheidend sind, denn erst dank selbstgemachter Erfahrungen entwickle ich meine Fähigkeiten weiter - sowohl im Materiellen wie im Geistigen. Erst müssen Sinne und Wahrnehmungen verfeinert werden und reifen dank vielfältiger Erlebnisse, dann wächst die Neugier und Faszination an der Welt fast von alleine mit. Und auf diese Weise bildet sich dann Humus, auf dem sich Geist weiterentwickeln kann, nämlich zu einem Wesen, das sich selbst zu bestärken weiß und sich selbst immer besser kennenlernt - das Gegenteil von dem im Außen gefütterten Egoismus und Narzissmus. Versteht ihr den Unterschied? Versteht ihr, was ich meine?



Der Herbst bleibt warm. Keinerlei vorwinterlichen Momente zu verzeichnen. An einem Tag, an dem der Himmel ausnahmsweise mal nicht aufreißen wollte, gabs dann trotzdem einfach so ein Vorgefühl auf die kalte Jahreszeit auf dem Tisch. Krautwickel. Weil Bertrand von der Lebensgemeinschaft unseres Dorfes auf dem Markt so hübschen wie steltenen Spitzkohl verkauft hat - an dem konnte ich nicht vobeilaufen. Gute, alte Hausmannskost, wie ich sie uns immer wieder gerne auf den Teller bringe und direkt erneut mit einem Schwung Grünkern... wenn ich schon dabei bin. Ich glaube, dann mache ich daraus einen Triple und präsentiere mit der nächsten Rezepte-Idee wieder etwas mit Grünkern!

 

Zutaten 2P - 6 Wickel:

1 mittlerer Spitzkohl
Füllung:
75g Grünkern
Oregano
150g Pilze
1 Schalotte
2 Knofi
2 EL Peterslie, fein gehackt
Thymian
geriebener Käse (m: Comté)*
Olivenöl
1 EL Tamari
Harissa
Salz, Pfeffer

Sauce - Wickel:
150ml Brühe
2 EL Tamari
1 TL Rübensirup
2 Lorbeerblätter

120g Polenta 
Gemüsebrühe (m: hälftig mit Mandelmilch)
1 EL Mandelmuß 

Zubereitung:

Grünkern grob schroten.  Mit 150ml kochender Gemüsebrühe übergießen und 1/2 Stunde - 1 Stunde ziehen lassen.

Für die Füllung die Schalotte, den Knofi und die Pilze fein hacken. Zusammen in etwas Olivenöl anbraten. Dann restlichen Zutaten für die Füllung zugeben - außer Käse und Petersilie. Noch etwas Brühe angießen und bei zugedecktem Deckel und leichter Hitze weitergaren lassen - ca. 10-15 min. Dabei immer wieder umrühren und aufpassen, dass die Masse nicht anhängt. Gegebenenfalls noch etwas Brühe zufügen.( Füllung soll aber nicht zu feucht werden).. Zuletzt Petersilie und Käse untermischen und nochmals würzig abschmecken.

6 Blätter vorsichtig von dem Spitzkohl lösen, die mittlere Rippe flacher schneiden und in ausreichendem Salzwasser einige Minuten garen, abschütten (Sud auffangen) und abtropfen lassen. 

Die Füllung auf die 6 Kohlblätter verteilen und in die Kohlblätter einschlagen. Wer mag, wickelt noch Küchengarn herum, dann kann man gut die Kohlwickel auch von beiden Seiten anbraten (m: nicht gemacht).

Sonnenblumenöl in einer Pfanne erhitzen und bei starker Hitze die Wickel auf ihrer Bodenseite (also da, wo der Wickel offen ist) anbraten, bis sie unten mindestens eine schön gold-braune Farbe angenommen haben. Dann Hitze auf kleine Flamme reduzieren, Brühe, Tamari, Rübensirup und Lorbeerblätter zufugen, Deckel auflegen und ca. 10-15min köcheln lassen.

Parallel die Polenta nach Packungsanweisung zubereiten. Zusammen mit den Wickeln und der einreduzierten Sauce servieren.

*Anmerung m: den restlichen Spitzkohl habe ich in einer Pfanne scharf angebraten mit Thymian und Kräutersalz - und dazu serviert/ Käse kann man rauskürzen, hilft aber, die Füllung etwas zusammenzuhalten/ Veganer ersetzen den Käse durch eine vegane Variante


Polsprung - Spaghetti Bolognese Veggie-Masterclass

Sonntag, 30. Oktober 2022

 

 

* Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand* (mongolisches Sprichwort).

Heute will ich mich mit einem Thema beschäftigen, von dem ich null Ahnung  habe: dem Polsprung. Was ist das? Bei einem Polsprung (auch der sog. Polumkehr) kehrt sich das Magnetfeld, das die Erde umgibt, um 180 Grad – der Nordpol wird zum Südpol, die Kompassnadeln würden dann nach Süden zeigen und der Strahlenschutz der Erde wäre in dieser Zeit außer Kraft gesetzt.

Ich habe versucht, darüber einer Diskussion zu folgen zwischen einem Geo-Physiker und einem Astro-Physiker - strich aber bald die Segel. Das scheint mir erstmal völlig undurchdringlich. Gewundert habe ich mich aber anschließend nicht, dass sich wieder einmal die Esoterik dieses Thema bemächtigt - das ist doch genau der Stoff aus der sie ihr halbseidenes Seemannsgarn aus Halbwissen und Halbwahrheiten spinnt.

Die treue Leserschaft weiß: mit der Esoterik stehe ich auf Kriegsfuß. Daher erstmal die Abgrenzung. Mein Anliegen ist, zum einen zu verdeutlichen wie mickrig und bescheiden es doch nachwievor um den menschlichen Wissenstand bestellt ist. Etwa mit Blick in die Sterne (#Frosch). Zum anderen will ich euch ein glitzerndes, faszinierendes Phänomen vorstellen: krass, Polumsprung, so etwas gibt es? Spannend!!! Sehr leider wird die Öffentlichkeit kaum an aktuellen Erkenntnissen das Erdmagnetfeld betreffend teilhaben gelassen - ähnlich wie beim Thema außerirdisches Leben.

Mir fällt dazu direkt die kleine Szene aus Calvin und Hobbes ein, in der der kleine Calvin seinen Tiger Hobbes auffordert, sich etwas zu wünschen: Think BIG! - aber Hobbes liegt lieber schnurrend im grünen Gras. Genau wie ein Großteil der Menschheit, der es sich behaglich im Kleinen eingerichtet hat. Würden sie versuchen, sich mit dem Größten in Beziehung zu setzen, dann wären sie zwangsläufig gottesfürchtig. Meine These.

Anyway. Stand der Forschung ist, dass die magnetischen Pole in der arktischen und antarktischen Region wandern - dazu gibt es Karten (s. etwa hier). Unter Wissenschaftlern nicht mehr weiters erstaunlich - im Gegensatz zu der messbaren, deutlichen Verringerung des Erdmagnetfeldes und die deutlich zunehmende Geschwindigkeit der Polwanderungen innerhalb der letzten 20 Jahre.

Genau dieser Tatbestand gibt Anlaß zur Spekulation (s. etwa diese 3Sat-Doku). Steht in Bälde wieder ein Polsprung an? Geowissenschaftler haben herausgefunden, dass sich ein erdmagnetischer Polsprung etwa alle 200.000 bis 300.000 Jahre ereignet. Es wäre erdgeschlichtlich ein *normaler* Vorgang. Aber was passiert genau dabei? Wie geht er vonstatten? Was bedeutet das für Sonnenwind-Teilchen und Höhenstrahlung, die sonst von dem Magnetfeld der Erde gefiltert werden? Wie wirkt sich das auf das Klima aus? Und auf die Erdbevölkerung? Wann genau könnte ein Polsprung wieder einsetzen? Fragen über Fragen. Dabei völlige Uneinigkeit seitens der Wissenschaft

Nun, ich bin Kosmopolit, im engsten Sinne: ich glaube, dass der Mensch sich auf diese Weise nur auf diesem Planeten Erde entwickeln kann und die Erde wiederum auf ihre Art nur innerhalb einer bestimmten Sternenkonstellation. Mensch-Erde-Kosmos. Alles hängt mit allem zusammen. 

In der Anamnese ist es so, dass die Patienten oftmals ihre Diagnose selbst formulieren - wenn man genau hinhört. Und wenn ich mich in der letzten Zeit mit Gleichgesinnten unterhalten habe, dann machte deren Bauchgefühl Sätze kund wie *Alles kommt mir irgendwie verdreht vor; das ist doch nicht mehr normal; die stellen doch gerade alles auf den Kopf...* Und dabei ging es dann eigentlich um Politik/ Gesellschaft (Kriegshetze nach zwei Weltkriegen, Sommer im Spätherbst, Diesel teurer als Super, episches Artensterben, Großeltern, die vor ihren Enkeln geschützt werden; hochentwickelte Industrieländer ohne Energie; Trans ist das neue Normal...). Schon ein bißchen wie in der Bibel: *Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!* (Jesaja)

Wer weiß, vielleicht kann man diese definitiv komische Stimmung ja noch in vielVIEL größere Zusammenhänge einordnen. Die Gesellschaft teilt sich doch ebenfalls mehr und mehr und es tun sich dabei zwei Pole auf. Was bitte ist ein Great Reset von selbstgekrönten Superhirnen und Kampfmaterialisten mit Marschrichtung gen Transhumanismus im Vergleich zu einem Polsprung!? (#Allahu akbar, #manche werden Geist nie verstehen, weil man sich *Geist* nicht über den Verstand nähern kann, #Transformation, #Erleuchtung). Kinners, keine Ahnung, aber ich sag mal so: einen Polsprung mitzuerleben, echt jetzt, dann hätte ich endlich mal wieder das Gefühl zur richtigen Zeit geboren worden zu sein - mittendrin in einer fundamentalen Zeitenwende... 

 

 

Die Rezepte-Überschrift ist bien sûr völliger Nepper-Schlepper - ganz in schönster Jamie Oliver- Best-Ever-Tradition. Aber (Rechtfertigung) ich wollte euch für meine heutigen Gedanken ködern, da das kommende Allerheiligen eine gute Gelegenheit ist um über Geist und Ungeist nachzudenken, n'est-ce pas?

Außerdem sind diese Spaghetti wirklich spitze geworden. Ich hatte mich regelrecht überfressen. Das Bäuchlein spannte anschließend rund nach vorne. Aber wir konnten beide nicht aufhören, bis alles ratzeputz aufgegessen war. Vielleicht lags auch mit daran, dass wir im T-Shirt im Garten gegessen haben. Draußen schmeckt alles nochmals besser.


Geschwister im Bloguniversum (gibts einige, weil wer liebt Spaghetti nicht - also eine Auswahl):

    **** Spaghetti à la Sophie Loren

    **** Freudenmächen-Pasta - Pasta Puttanesca

    **** Spaghetti di Chili sin Carne 

    **** Spaghetti mit Orangen-Vanillen-Tomtensauce 

    **** Spaghettini mit Auberginen-Konfetti 

    **** Elines Pasta mit Zitronenlinsen

 

Zutaten 2P:

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1/2 Stangensellerie
1 mittlere Karotte
2-3 Champignons
40g Grünkern, grob geschrotet
20g Soja-Geschnetzeltes
2 Zweige Rosmarin
Thymian
Oregano
2 Lorbeerblätter
gut 600g stückige Tomaten
2 EL Tomtenmark
Harissa
1 großzügiger Schluck Rotwein
1 Schluck Balsamico
1 EL Tamari
Salz, Pfeffer
Rohrzucker
Olivenöl
ca. 200g Spaghetti (vielleicht auch 250 ;)

 

Zubereitung:

Grünkern grob schroten und mit ca. 50ml kochendem Wasser übergießen, Soja-Geschnetzeltes ebenfalls mit ca. 30ml kochendem Wasser - beides zur Seite stellen und quellen lassen.

Zwiebel und Knofi fein hacken. Ebenso Sellerie, Karotte und Pilze. Zueletzt den Rosmarin.

In einer tiefen Pfanne Olivenöl erhitzen, zuerst die Zwiebel glasig dünsten, dann Knofi, Karotten, Sellerie und Pilze zufügen und weitere 5min braten. Tomatenmark und Harissa kurz mitrösten. Nun Grünkern sowie Soja-Geschnetzeltes unterrühren, Tomaten anschütten zusammen mit dem Rotwein . Sämtliche Kräuter zufügen. Nun die Sauce ca. eine halbe Stunde ohne Deckel leicht simmern lassen, bis sie schlonzig (dank Grünkern) eingekocht ist.

Zuletzt nochmals mit Tamari und Balsamico abschmecken und falls nötig salzen und pfeffern. Lorbeerblätter rausfischeln.

Parallel die Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen, abschütten, gut abtropfen lassen, zu der Sauce geben und beim Untermischen kurz mitköcheln lassen.

Wer mag serviert die Bolo mit geriebenem Parmesan.


kleine, wilde Horde - Rote Bete Kugeln mit Grünkern und Salzzitrone

Donnerstag, 11. August 2022

 

Wenn die Stadtmaus im Sommer für eine Landpartie aufbricht und ihre gewohnte Umgebung verläßt, dann tut sie das mit vielen romantischen Vorstellungen im Gepäck: sie träumt vom Barfußlaufen, davon, auf der Terrasse zu frühstücken oder mit offenem Fenstern zu schlafen, von frischer Luft und Stille, Grillengezirpe und Sternschnuppen.

Ja, nickt, die Landmaus, alles richtig, genau so isses, richtig ausgemalt - es wurde lediglich das Prinzip des Ausgleichs vergessen. Denn diesem Planet liegt das Schöpfungsmodell der Polarität zugrunde. Harmonie und Idylle offenbaren sich nur punktuell. Damit einem bei den warmen Temperaturen nicht zu wohlig wird, schwärmt eine Heerschar von kleinen bis winzigen Wilden aus, die alle schwererziehbar sind: Fliegen, die mit bewundernswerter Präzision und gleicher Beharrlichkeit, sich wieder und wieder auf ein und die selbe Stelle setzen können (beim Kochen in der Küche gerne irgendwo an der Wade), Ameisen, die ihre Kolonien in Strassen durch die Wohnung schicken, der Sierenenton von Stechmücken, der direkt auf die Großhirnrinde zielt, Kellerspinnen, die in Waschbecken stranden, Wespen, die Angriffe fliegen, sobald das erste Marmeladenbrot gestrichen ist, im Dachgebälk ein nacht- und hyperaktiver, polternder Siebenschläfer, Teddybär-äugig, der auf Großwild macht, Hornissen, Spinnenläufer, Schlangen uswusf...

Davon wird die Stadtmaus überrascht und fühlt sich schnell sehr gestört. Das kennt sie so nicht mehr, darauf war sie nicht vorbereitet, das hatte sie sich anders vorgestellt. Hmm, nickt wiederum die Landmaus, die das Szenario samt Unbehagen bereits kennt, ja, wie darin eingeschlossen - bien sûr - die ganze einschlägige Kleinplage, aber so geht nun mal Sommer: die Natur lebt. Es bleibt nur, sich damit zu arrangieren. Die Alternative wäre, mit der Chemiekeule zurückzuschlagen. Oder mit dem ein oder anderen Life-Hack, der mal besser, mal schlechter funktioniert. Backpulver gegen Ameisen einzusetzen etwa - klappt bei mir nicht. Eine saubere Küche ist noch immer der beste Schutz vor ihren Autobahnen. Oder Moskitonetze: sie halten effektiv die Blutsauger ab - und gleichzeitig jeden frischen Windhauch. Sehr erheiterte uns mal das entdeckte KO-Spray gegen Schlangen, das in einer Apotheke verkauft wurde. Schlangen sieht man wirklich äußerst selten und wenn, dann sind sie schneller weg, als man gucken kann. Aber Angst ist halt ein gutes Geschäftsmodell, das wurde uns unlängst ja in aller Deutlichkeit vorgeführt... Wovor man sich zu schützen versucht, in dem man sich nachts von innen hier en pleine campagne einschließt, das habe ich allerdings noch nicht herausgefunden.

Ein Life-Hack wußte mir dieses Jahr zu imponieren. Er wurde uns in einem kleinen Resto demonstriert. Und zwar gibt man drei bis vier Löffel Kaffeepulver in ein feuerfestes Behältnis (z.B. Aschenbecher), zündet ein Streichholz an und legt es zu dem Pulver. Der Kaffee fängt nicht an zu brennen, er glimmt lediglich vor sich hin. Der entstehende Rauch mit seinem intensiven Geruch hält die Wespen fern. Funktioniert!

Wir benötigen einen solchen Kniff nicht, denn wir haben direkt neben unserem Terrassentisch ein Hornissennest. Bester Wespenausbremser überhaupt. Leider aber schlemmen die sonst so friedlichen Hornissenkameraden, mit denen ich regelmäßig zusammenstoße, weil wir ja um in den Garten und wieder zurückzugehen  den gleichen Weg benutzen, das reife Obst unserer Obstbäume und fressen viele Früchte an bis auf. Ohne je gestochen worden zu sein, damit alle Mutmaßungen ausgeräumt wären, das muss ich bestimmt dazu erwähnen. Bref,  ich sags ja: es hat alles eine Kehrseite. Oder um wieder auf den Sommmer zurückzukehren: irgendetwas kitzelt, kribbelt, krabbelt und schwirrt immer.

 

 

Das heutige Gericht passt zu den heißen Temperaturen. Aber Vorsicht: schmeckt gesund! Also das kann man schon mal machen, Bälle zu formen anstelle daraus Bratlinge zu basteln, aber ich sags lieber gleich dazu. Wir sind doch Gemüse-Frikadellen deutlich mehr gewohnt (ein Ei darunter gezogen, Patties geformt und dann ab in die Pfanne zum Anbraten) - ich vermute daher, dass uns die gewohnte Version besser gefallen hätte.

So aber war es tatsächlich ein leichter, frischer Sommerteller mit buntem Salat - in der Art der Raffaello-Werbung, ihr wißt schon, alles ganz luftig und unbeschwert. 


Zutaten - ca. 10 Kugeln*:

eine rote Bete (m: mittlere Größe aber mit Grün)
1 Karotte
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1/2 Salzzitrone, die Schale davon
2 Zweige Rosmarin
1 TL Kreuzkümmel
100g Grünkern-Schrot
1 EL geschroteter Leinsamen
1/4 TL Pimenton de la verra
Kräutersalz
Pfeffer
Piment d'Espelette
Olivenöl 
150ml Gemüsebrühe

Sauce:
300g Zucchini (m: hellgrün-schalig)
wenig Gemüsebrühe
50ml Kokos-Crème (nicht -milch)
Kokosfett
Raz-el-Hanout
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Zwiebel und Knofi fein würfeln. Rote Bete schälen, Stiele und Grün waschen und trocken schleudern, die Karotte bürsten, die Rosmarinnadeln von den Stielen entfernen und fein wiegen. Rote Bete sowie die Karotte in einen Hexler geben. Das Fett in einem Topf erhitzen und die Zwiebel mit dem Knofi darin glasig braten. Das Gemüse zufügen und kurz mitrösten.

Dann den Grünkernschrot und außerdem die Gewürze und den Leinsaat (außer der Salzzitrone) zufügen, die Gemüsebrühe anschütten und alles bei aufgelegtem Deckel ca. 15min sanft köcheln lassen. Dabei immer wieder umrühren. Gegen Ende aufpassen, dass die Masse nicht anbrennt (gegebenenfalls noch etwas Flüssigkeit zufügen). Die richtige Konsistenz ist erreicht, wenn alles beginnt anzuhängen - dann noch ein bißchen weiter kochen lassen.

In eine Schüssel umfüllen und etwas auskühlen lassen, kleingeschnittene Salzzitrone untermischen. Nochmals würzig abschmecken. Dann etwa 10 Kugeln daraus formen und wer mag wälzt sie noch in einer Saaten-Nuss-Mischung (brauchts aber nicht wirklich).

Nebenher die Zucchini-Sauce zubereiten. Dafür das Kerngehäuse der Zucchini entfernen, das Zucchinifleich kleiner schneiden und im Kokosfett zusammen mit dem Raz-El-Hanout anbraten. Dann Brühe samt Kokoscreme angießen und bei kleiner Hitze und geschlossenem Deckel gar kochen. Pürieren und abschmecken

Anmerkung m: 3 Kugeln pro Personen reichen, um sich satt zu fühlen.

Inspiration: Syl  Gervais - Blog

 

vom anderen Trupp: der Hummelschwärmer, der Bruder vom Taubenschwänzchen

Kapital 2 - Szegediner Grünkern-Gulasch

Montag, 15. März 2021

 

Ein Ami steht hin und erklärt ohne mit der Wimper zu zucken: *Ich bin Kapitalist! That's the american dream!* Jedem mit einem Restfunken Anständigkeit rieselt dabei ein leichtes Unbehagen den Nacken hinunter. Arm will in Amerika keiner sein müssen - doch das ist die überwältigende Mehrheit.

Viel abstoßender finde ich ja, wie hierzulande mit Kapitalismus umgegangen wird. Versteckt, kaschiert, heimlich. Wir geben vor, noch andere Werte hochzuhalten, stattdessen beten wir genauso den Gott des Mammon an wie die Amis. Und sind - ob der Verlogenheit - gar noch schlimmer. Exakt das kennzeichnet übrigens die Mitte des Mainstreams und unsere größte Volkspartei: man dient dem Kapitalismus! Und wie wäre es anders möglich, so erziehen wir dementsprechend auch unsere Kinder. Wir merken schon gar nicht mehr, wie sehr der Kapitalismus unsere Gesellschaft durchdringt: wie das Fett das Fleisch durchzieht (danke, Habib, für dieses unübertreffliche Bild) - bis tief in unsere Paarbeziehungen.

In meinem Elternhaus wurde jede kleine Geste *honoriert*. Es gab für jede Gefälligkeit, die wir einander erwiesen, einen Gegenwert in Zahlen: wenn ein Kind das Auto putzte, die Mama der Geld-Oma die Lockenwickler ins Haar drehte, eine gute Schulnote oder auch als die Geld-Oma klapprig wurde, dann nahm die Mama dafür Geld, um ihr was vom Mittagsessen abzugeben. Es ist nur folgerichtig - aus der Sicht meines Vaters - mein Erbe der Geld-Oma an sich weiterzuleiten... wenn ich diese Verhältnisse nicht weiter mittrage.

*Du meine Güte, wie furchtbar*, mag jetzt der ein oder andere denken, *wie gings denn in der Familie zu*. Völlig richtig, Kann ich nix dagegen halten. Außer vielleicht, dass es in vielen anderen Familien nicht viel besser zugeht. Das weiß ich deshalb, weil ich nun bei diesem Thema sensibilisiert bin und genauer hinsehe.

Tatsächlich ist es oft einfach für mich zu erkennen, wer in einer Familie/ Beziehung die Geldhoheit innehat. Denn das System *Kapitalismus* funktioniert denkbar einfach: wer die meiste Kohle hat, hat die meiste Macht und bestimmt, wo es lang geht. Basic Sado-Maso at its best.

Und es herrschen eben nicht nur in meiner Familie - als Einzelfall - derlei Verhältnisse, dass lediglich einer wirklich weiß, wie es um das Familienvermögen bestellt ist. Das muss heute nicht zwangsläufig der Mann sein - dabei gehts nicht um Gender, dabei gehts um Charakter. Ich habe jede Menge Beispiele auch aus meinem Bekanntenkreis. An dieser Stelle wird das Zweigespann Kapitalismus und Macht häufig um einen dritten im Bunde, Alkohol, bereichert. Denn Heimlichkeit verstärkt die Macht und Alkohol hilft sowohl bei der Verschleierung wie beim Erdulden, weil in einem Machtverhätnis immer einer erniedrigt wird. Ich glaube kaum, dass (überzeugter) Kapitalismus ohne Alkohol so funktionieren würde.

Geld sei das letzte Tabu, sagt Paarpsychologe Michael Mary: *Über Sex können Paare reden, über Geld nicht.* Oder aber man dreht den Gedanken um: *Wer die Wahrheit über seine Beziehung wissen will, sollte über Geld reden*. Die Antwort, warum gerade das Finanzielle bei Paaren eine solche Sprengkraft besitzt, ist ebenfalls schnell beantwortet: weil die Offenheit fehlt. Da fällt mir direkt Martinas Beziehungstipp ein: *Eine Beziehung in der man hundert prozentig vertraut, hält viel länger als eine, in der man hundert prozentig ehrlich ist*! (strange genug, dass ich grüble, ob es notwenig ist, Martinas Witz zu erklären, nämlich dass Ehrlichkeit und Vertrauen ein und dasselbe sind...)

Finanzielle Unabhängigkeit bringe ich weder mit Emazipation noch mit Selbstbewußtsein zusammen. Ich hatte es davon, dass bei dieser Verknüpfung der Denkfehler im (kapitalistischen) Maß-und-Zahl-Prinzip liegt - was über Qualitäten nie etwas aussagen kann. Außerdem sollte das jeweilige Gehalt in einer Paarbeziehung/ der einzelnen Mitglieder einer Lebenensgemeinschaft keine Rolle spielen. Team oder kein Team, gilt es oder gilt es nicht - richtig zusammen oder nur light?

Aber machen wir uns nix vor. Ohne Moos nichts los. Ohne Geldbeutel im Hosensack, ohne den geladenen Revolver des Kapitalismus, braucht man gar nicht vor die Haustür. Wer mitspielen will im Kapitalismus braucht cash!

Interssant in diesem Zusammenhang finde ich, dass lediglich bis zu einer gewissen Gehaltsgrenze Geld glücklicher (sorgloser) macht! Weil viele Menschen glauben ja, sie wären glücklicher, wenn sie reich wären. Forscher wollen herausgefunden haben, dass eine nichtlineare Beziehung besteht zwischen Glück und Einkommen. Wer seine Monatsbezüge von 1200 Euro verdoppelt auf 2500 Euro, der erlebt einen starken Glückszuwachs. Und wer es schafft das nochmals zu steigern auf 5000, hebt wohl weiterhin seine Glücksgefühle - aber schon nicht mehr im gleichen Maß wie beim ersten Sprung. Kurzum: Studienergebnisse beziffern das jährliche Bruttogehalt auf 80 000 Euro um glücklicher zu sein - danach hat das Plus an Gehalt nicht mehr den Einfluss auf unser Gemüt.

Anyway. Wir werdens nicht ändern. Eher fließt das Wasser den Fluss hoch, als dass der Kapitalismus abgeschafft wird. Die große Frage ist: wie umgehen mit Geld? Im Kapitalismus entkommt man den Machenschaften ums Geld schließlich nicht. Und ja, es mag trivial und undifferenziert klingen, aber letztlich kann man es drehen und wenden, wie man will, man endet doch stets bei dieser Schlussfolgerung: Wenn die Welt vom Geld regiert wird und unter seinem Regiment in einen solchen Zustand geraten ist, dann ist dem Regiment des Gelds eben dieser Zustand auch anzulasten. Dann geht dieser Zustand alles in allem auf das Geld zurück!
 
Bleibt wieder mal nur die eigene innere Haltung und sich bewußt zu machen, wofür Geld eigentlich dienen sollte: dem Existeniellen und der damit einhergehenden Freiheit. Das ist doch das Wesentliche, oder?

*In der heutigen materialistischen Welt, besteht die Gefahr, dass Menschen zu Sklaven des Geldes werden, als seien sie einfache Rädchen in einer riesigen Gelddruckmaschine. Dies hat nichts mit Menschenwürde, Freiheit und echtem Wohlempfinden gemein. Der Besitz sollte der Menschheit dienen nicht umgekehrt.* (Dalai Lama)

 

    ----    dieser Post versteht sich als Fortsetzung von *Geld 1*    ----


 


Grünkern assoziiere ich mit einem der ersten aller Produkte, mit denen die Öko-Bewegung begonnen hatte. Und zwar kaufte man Grünkern noch nicht in Bio-Läden - die gabs nämlich noch gar nicht - sondern im Reformhaus. 

Diesen Winter entdeckte ich Grünkern wieder für mich neu, denn er ist der beste Ersatz, wenn man Hack-Rezepte vegetarisieren will. Linsen und geschreddeter Ofen-Blumenkohl sind auch nicht schlecht. Aber Grünkern toppt. Es toppt auch das Soja-Granulat, auf das ich in der letzten Zeit dann meist zurückgegriffen habe. Für dieses Gericht habe ich beides kombiniert, denn mein Bio-Dealer bietet neuerdings Soja-Geschnetzeltes in größeren Stücken kann - und die eignen sich pima für diesen Gulasch!

Ich bin mit diesem Teller voll auf meine Kosten gekommen, denn solch deftige Teller passen ausgezeichnet, wenn es draußen kühl, windig und ungemütlich ist - was uns für kommende Woche in Südfrankreich vorausgesagt wurde! Zu dem Szegedinger Grünkern-Gulasch hätten Pellkartoffeln ebenfalls gut geschmeckt, aber ich hatte uns schon derart lange keine frische Pasta mehr zubereitet - das waren einfach unhaltbare Zustände!

Geschwister im Blog-Universum: Szegediner Gulasch-Lasagne


Zutaten 2-3P

300g Sauerkraut, gekocht (m: nach diesem veganisierten Rezept)
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
60g großes Soja-Geschnetzelte
80g Grünkern, grob geschrotet
200g Ofentomaten*
ca, 150ml Gemüsebrühe (evt. plus)
1/2 TL Paprika-Pulver
1/4 TL Pimenton dela verra
1/2 TL Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer
2 EL Tamari
1 EL Balamsico-Reduktion
Olivenöl
Deko: Petersilie (m: Grün von jungem Knofi)
(optional: etwas Creme fraîche oder Schmand) 
 

Zubereitung:

Das Soja-Geschnetzelte mit der gleichen Menge kochendes Wasser übergießen, umrühren und einige Minuten quellen lassen. Zwiebel und Knofi fein würfeln und in Olivenöl glasig dünsten. 

Paprika-Pulver, Pimenton und Kreuzkümmel kurz mitrösen, dann Gemüsebühe, Ofentomaten und Grünkern zufügen. Bei sanfter Hitze und geschlossenem Deckel etwa 5min köcheln lassen. Dann Sauerkraut zufügen und weitere 15 min köcheln lassen - je nach dem, wenn der Grünkern mehr Feuchtigkeit benötigt, etwas zusätzliche Gemüsebrühe zufügen.

Salzen und pfeffern und mit Tamari und Balsamico-Reduktion abschmecken. Mit etwas Grün (Petersilie/ Schnittlauch/ m: Grün von jungen Knoblauchstangen) dekorieren. Wer mag, serviert mit etwas zusätzlicher Crème. 

Dazu passen Pellkartoffeln wie Nudeln.

Anmerkung m: mangels Ofentomaten können diese ersetzt werden durch Dosentomaten und 1 EL Tomatenmark (dann aber weniger Brühe verwenden)

 

Dann eine echte Entdeckung: mit Pomplamoose werde ich diesen Sommer bei offenen Scheiben durch die Landschaft cruisen! Ich liebe (gute) Cover-Versionen sowieso und diese verleihen *Feel-Good-Vibrations* total - ich empfehle in der großen Auswahl schon mal:  Jamiroquai , George BrassensDaft Punk undund...