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Maktub - käsige Kürbis-Plätzchen

Sonntag, 16. November 2025


Maktub (مكتوب) kommt aus dem Arabischen und bedeutet wörtlich übersetzt 'es steht geschrieben'. Maktub wird in ähnlichem Sinne verwendet wie Schicksal. Wie Kismet. Für all jene, die an Schicksal glauben, gibt es so etwas wie eine Bestimmung für jeden einzelnen Menschen. 'Matub' bedeutet, dass die wesentlichen Eckpfeiler des Lebens bereits mit der Geburt feststehen. Man könnte von einem Lebensplan reden. Das heißt konsequenterweise, dass manche Ereignisse unausweichlich sind, unabänderbar: die Stunde des Todes, ein Unfall, eine Begegnung, die Anzahl der Kinder...

Mir ist diese Vorstellung von Schicksal zum ersten Mal in Paulo Coehlos Buch *Der Alchimist* begegnet. Zu jedem Anfang gehört ein entsprechendes Ende sowie eine Entwicklung, die die beiden miteinander verbindet. Nichts anderes versucht die Numerologie zu vermitteln: mit der 1 - dem Beginn - ist schon alles da. Der Rest wickelt sich lediglich aus. Dem Samen liegt die komplette Entwicklung bereits inne. Eigentlich logisch, oder?! Das kann man durchaus als kosmisches Gesetz nehmen und zwar für alle Anfänge: so wie etwas beginnt, wird es auch weitergehen.

Mich fasziniert diese Vorstellung von einer höheren Ordnung, einem tieferen Sinn in allem. Und ich bin damit fein, dass sich diese Idee in einer Größenordnung abspielt, die das menschliche Fassungsvermögen übersteigt. Vermutlich braucht es höchstpersönliche Erlebnisse, die eine Ahnung davon vermitteln. Wenn man jemanden trifft etwa, mit dem man direkt vertraut ist.

Für mich gibt es keine Zufälle - es ist maktub. Alles ist vorgezeichnet. Besonders begeistert mich dabei gerade mein Habib, der als hervorragendes Testimonial dient. Nun, da er Kraft seines Alters (man könnte sagen) das Hochplateau seines Lebens erreicht hat, ist es ihm möglich, weit ins Tal seiner Biographie zu schauen. Und die Geschehnisse verknüpfen sich rückblickend auf erstaunlichste Art und Weise, ja, als ob sich Perlen auf einer Schnur auffädeln.

*Wir hören von einer besonderen Einrichtung bei der englischen Marine. Sämtliche Tauwerke der königlichen Flotte, vom stärksten bis zum schwächsten, sind dergestalt gesponnen, dass ein roter Faden durch das Ganze durchgeht, den man nicht herauswinden kann, ohne alles aufzulösen, und woran auch die kleinsten Stücke erkenntlich sind, dass sie der Krone gehören. *(Goehte)

Ein offensichtlich roter Faden zieht sich durch das Leben des Habib und ich bin SEHR gespannt, ob ich diesen bei mir wohl irgendwann genau so deutlich erkennen darf. Bestimmt braucht es dafür ein gewisses Alter, noch bestimmter braucht es dafür Bewußtsein und Forscherdrang, was einen eigentlich selbst im Inneren zusammenhält. Beide haben wir keine Zweifel, dass wir geführt werden. Wer das verinnerlicht hat, bekommt die Möglichkeit Zuschauer seines eigenen Lebens zu werden, etwas mehr Abstand zu sich zu gewinnen. Einhergehend mit mehr Klarheit.

Ich erinnere mich, wie wir in meiner Kindheit einen Ausflug in den Stadtpark unternommen haben. Dort gab es eine kleine Anlage, in der Kinder in bunten Metallautos ihre Runden ziehen durften. Ich war vielleicht im Kindergartenalter. Und ich weiß noch haargenau, wie ich mir am Lenkrad hochkonzentriert einen abgekurbelt habe: bloß nicht aus der Kurve fallen. Wie hätte ich verstehen sollen, dass die Autos auf Schienen liefen und mein Einsatz völlig umsonst ist?

So in etwa stelle ich mir *maktub* vor. Manches läuft wie auf Schienen. Bien sûr nicht starr. Das Leben wäre nicht das Leben, wenn es nicht Bewegung in alles bringen würde. Und der Menscht hat - im Gegensatz zum Tier - durch die Superkraft der Überwindung, die Möglichkeit sich selbst zu ändern. Aber manche Ereignisse laufen ab, wie sie ablaufen sollen. Zwangsläufig. Egal ob ich kaspere oder nicht. Angenommen, dem ist so, dann hilft das doch enorm zu mehr Gelassenheit und Akzeptanz. Gleichzeitig bekommt mein Kanarienvogel Ego in seiner Verblendung als großer Maker ordentlich eins auf den Schnabel, während dem Menschlein nur bleibt, demütig die Augen gen Sternengewölbe zu heben. Ich finde, das nimmt viel Druck raus.

Manches ist, wie es ist. Es läßt sich nicht ändern. Aber auf diese Weise verschiebt sich die Wahrnehmung. Möglicherweise auch die Bewertung dessen, was mir passiert. Oder was ich selbst treibe. Denn für alle, die von Vorherbestimmung ausgehen, liegt die eigentliche Freiheit weniger im Reagieren als viel feinstofflicher in der Empfindung: *Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus* (Marie von Ebner-Eschenbach).  



November. Zeit für das erste Kürbisrezept! Mein liebster Kürbis ist und bleibt seit langem der Butternut. Den muss man zwar im Gegensatz zum Hokkaido schälen, aber ich finde der Butternut schmeckt einfach um Welten besser. 

Diese Rezept-Idee hat mir so gut gefallen, dass ich sie schon mehrfach ausprobiert habe. Dabei habe ich die Plätzchen dann auch mit unterschiedlichem Käse gefüllt, nur mit viel Salbei serviert, als Salat Plus-Essen, mit Mangold oder mit Kale-Wirsing. Immer prima. 


Zutaten 8 Stück:

350g Kürbismus (m: Butternut)*
100g Hartweizengrieß*
80g Vollkornmehl (m: Einkorn)
1 Ei
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
Piment d'Espelette
ca. 100g Gauda (m: Comté)*
Salbei
Butter/ Olivenöl




Zubereitung:

Für das Kürbismus den Kürbis am besten im Ofen garen  - dafür in dünne Spalten schneiden (oder gewürfelt im Topf mit sehr wenig Wasser). Je 'trockener* das Kürbismus umso weniger klebt der Teig später.

Nun alle Teigzutaten mischen. In etwa 8 gleichgroße Teigkugeln teilen. Die Kugeln auf der flachen Hand platt drücken. Mit geölten Hände geht es leichter, sollte der Teig noch kleben. Man kann auch noch etwas mehr Mehl zufügen, aber dann werden die Pätzchen in der Konsistenz auch fester. Nun ein Quader-förmiges Stück Käse (nicht zu knausrig von der Größe) in die Mitte setzen und mit Teig umschließen. Dabei auch in Plätzchenoptik formen.

Einige Salbeiblätter in etwas Öl kross frittieren.

In einer großen Pfanne ein Gemisch aus Butter und Öl erhitzen und die 8 Kürbis-Plätzchen mit weiterem Salbei von beiden Seiten goldbraun braten.

Wer mag toppt zum Servieren mit gerösteten Kürbiskernen und Parmesan - zusätzlich zum frittierten Salbei.

Anmerkung m: je mehr Mehl/ Grieß verwendet wird, umso fester werden die Plätzchen. Selbst wenn der Teig noch kleben sollte, mit öligen Händen läßt er sich gut verarbeiten und in der Pfanne halten sie prima zusammen/ auch schon mit Saint Nectaire-Käse oder Tomme gefüllt - Comté, Gauda und Tomme haben die Nase vorn. Alternativ zum Hartweizengrieß kann man auch gut 180g (oder auch glatt 200g) Weizengrieß verwenden.


Kürbis-Kartoffelkugeln aus dem Ofen

Samstag, 19. April 2025

 

Heute wird nicht darüber sinniert, ob ein Nutella-Brot auch Butter braucht - zu Ostern ist deep talk dran. Tsss, deep-talk, wie albern kann ein Wort sein, oder? Ich hätte gerne, dass ihr ein Gedankenspiel mitmacht. Schön unverkrampft. Ganz so wie es Dostojewski in *Die Brüder Karamasow* handhabt, bzw. die kleine, darin enthaltene Parabel: *Der Großinquisitor*.  Nämlich einfach mal als einerlei angenommen, ob es Gott wirklich gibt oder ob er lediglich eine Erfindung des Menschen ist. Erstmal egal ob uferlose Phantasie oder beweisbarer Realismus. Um sich mit dieser großartigsten aller Ideen auseinander zu setzen, spielt das im Wesentlichen keine Rolle. Denke dir ein Wesen so groß, so weise, so schöpfend, so kreativ, so liebend, so lichtvoll, so mächtig, so allumfassend und alldurchdringend wie du in der Lage bist – und nenne es Gott, Allah, Manitu oder Shiva…. und stelle dich in Beziehung dazu. Spiritualität für Einsteiger.

Wobei sich Dostojewski klar festlegt: Ein Wunder ist es, dass ein solcher Gedanke – der Gedanke der Notwendigkeit eines Gottes – einem so wilden und bösen Tier wie der Mensch in den Kopf kommen konnte: So heilig, so rührend, so weise und so ehrenvoll für den Menschen ist dieser Gedanke.

Allein der Gedanke! Allein die Vorstellung! Allein die Möglichkeit!

Denn allein der Versuch, sich zu einem solchen Wesen in Relation zu setzen, gibt einen ganz anderen Maßstab. Wenn nicht der Mensch sich selbst als Maß aller Dinge nimmt, sondern er über sich freiwillig eine Macht installiert, ändert das in der Bewertung einfach alles: nach innen wie nach außen.

Bei manchen provoziert die Vorstellung einer solchen Existenz Ängste. Nichts anderes was die Geschichte von Frank Schätzing in *Der Schwarm* erzählt. Ich blieb in der ersten Folge der Serien-Verfilmung hängen (das Buch kenne ich nicht), weil mich die Parallele faszinierte zu den Orcas, die in der Straße von Gibraltar immer wieder Segelboote angreifen. Was als Wissenschaftskrimi beginnt, geht in eine Phantasy-Story über. Grundidee ist, dass die Natur zurückschlägt und als (Achtung Spoiler) ungreifbare Intelligenz, die alle Meereswesen durchströmt, sich gegen die Menschheit stellt. 

Das Mindset ähnelt Goethes Beobachtung (Wilhelm Meisters Wanderschaften): *Man fürchtet ein bekanntes oder unbekanntes mächtiges Wesen, der Starke versucht es zu bekämpfen, der Schwache zu vermeiden, beide wünschen es loszuwerden und fühlen sich glücklich, wenn sie es auf kurze Zeit beseitigt haben.*  

Für Goethe ist die einzige Antwort gegenüber einer höheren Macht das Gefühl der Ehrfurcht.- als Grundgefühl aller Spiritualität. Kann man denn Ehrfurcht vor einer Maschine empfinden, die Daten auswertet und sich eigenständig weiterprogrammiert? Selbst bei unterschiedlichem Maßstab (s.o.) wohl eher nicht. Ehrfurcht ist ein Gefühl, das mehr benötigt als die Anerkennung einer Überlegenheit. Und: letzteres ist reine Kopfsache. Wer sich abgenabelt hat von der Vorstellung einer Schöpfung, also wenn der Bezugspunkt nicht hin zu etwas Höherem leitet, der nimmt sich als Mensch zwangsläufig selbst als Mittelpunkt.

Nirgendwo kommt das deutlicher zu Tage als in den Social Media. Mehr kann Mensch nicht um sich kreisen, der Tanz um sich selbst, der Kult um die eigene Person,. Da hat die Götterdämmerung längst eingesetzt. Da sitzt man höchstpersönlich im Thron und zeigt für niemanden so viel Interesse wie für sich selbst. Wen soll man da noch anbeten - außer vielleicht andere Nixi-Superstars. Und gut, ja, für jene ist vielleicht die KI der Weisheit letzter Schluss. 

Was wäre das eine traurige Geschichte. All die Jahrtausende dauernde Entwicklung dieses Planeten von Dinosaurier über Ötzi mündet darin, dass der Mensch sich einer Maschine unterstellt. Nun, das hier ist ein großer Spielplatz, jeder sucht andere Erfahrungen. Aber große Entscheidungen stehen an: Geist oder künstliche Welt. Für jene, die nach geistiger Entwicklung streben, gilt es sich mit Fragen auseinanderzusetzen wie: wozu und an was sich orientieren? Was unterscheidet die Menschen wesentlich? Überlegungen, die bereits Mozart umtrieb (s. die Zauberflöte). Was trennt niedere Liebe von höherer Liebe? Wer gleicht mehr einem triebhaften Tier? Oder anders gedreht: wie kann Mensch das Tier in sich überwinden? Wie kann Mensch sich veredeln? 




Wieviel Prozent der Christen wissen überhaupt noch, was an Ostern gefeiert wird. Was meint ihr? In Frankreich sind es sicher weniger als 50 Prozent. 

Ich habe ein Salat Plus-Essen für Euch. Die Knödel garen im Ofen und werden so am Boden schön knusprig, innen sind sie flaumig. Dazu kann man jeden Salat machen, auf den man Lust hat. Ein unkompliziertes Essen, das gemeinsame Schnittmenge hat mit einem meiner Lieblingsthemen: den Puffern.


Zutaten - 6 Stück/ 3P:

400g Kartoffeln (m: Mona Lisa)
350g Kürbis (m: Butternut)
1 Zwiebel
3 EL frische Kräuter (m: Petersilie, Bärlauch, Knoblauch)
1 Ei
150g Frischkäse
60g Semmelbrösel
60g Hartweizengrieß, fein
1 TL Kümmel, gemahlen
Piment d'Espelette
Butter
Olivenöl
Tomme de Brebis


Zubereitung:

Kartoffeln als Pellkartoffeln aufsetzen und weich garen.

In der Zwischenzeit die Zwiebel fein würfeln. Den Kürbis schälen und ebenfalls in kleine Stücke schneiden - je kleiner, umso schneller ist der Kürbis nachher gar. Die Zwiebeln in Olivenöl glasig braten, dann den Kürbis zufügen und ebenfalls mitbraten . Sehr wenig Wasser zufügen, Deckel auflegen und weich dünsten - das Wasser sollte vollständig verdunsten sein. Etwas abkühlen lassen

Kartoffeln schälen und in eine Schüssel geben, etwas ausdampfen lassen. Kürbis-Zwiebeln dazugeben und mit dem Kartoffelstampfer fein stampfen (darf noch kleine Stückchen haben). Ei, Frischkäse und Gewürze untermischen, würzen mit Salz, Pfeffer, Kümmel und Piment.

Ofen auf 200°C (OU-Hitze) vorheizen

Eine Gratinform ölen. Aus dem Teig mit nassen Händen 6 Kugeln formen - sollte der Teig noch zu weich sein, zusätzliche Semmelbrösel verwenden. Die Kugeln in die Gratinform setzen und mit Butterflöckchen toppen.

In den heißen Ofen schieben und 30 min garen lassen. Dann den geraspelten Käse über die Kugeln verteilen und weitere 15min backen.


Fundstücke: vegane Kartoffel-Mais-Chowder

Dienstag, 15. Oktober 2024

 

Wer bei uns urlaubt, den verweise ich immer auf die Wochenmärkte hier. Und wenn man nur eine Woche hat: zumindest einer der Märkte ist Pflicht. Hier findet für mich das konzentrierte, französische Landleben statt, das ganze Savoir-Vivre an einem Ort. Wie an den Marktständen die Bauern mit ihren Kunden plaudern, wie die Marktbesucher mit Genuss Obst und Gemüse wählen und erlesen, die Cafés drumherum, von denen das ganze Geschehen beobachtet werden kann, während man entspannt an einem Croissant knabbert... das alles ist für mich durch und durch Südfrankreich.

Hinzu kommt die Fruchtbarkeit der Drôme, die sie ihrem mediterranen und alpinen Mischklima verdankt - was mit einer Fülle und Vielfalt an unterschiedlichen Produkten einher geht, für die die Drôme Anbaugebiet ist. Viel Obst und Gemüse ist daher nicht nur sonnengeküßt, sondern hat auch nie eine Kühlkette gesehen: und das schmeckt man.

Der dritte Faktor, der einen Marktbesuch unumgänglich macht, sind die Kleinerzeuger hier. Einzelkämpfer, manchmal als Team zu zweit, manchmal auch als Lebensgemeinschaft bieten an ihren Tischen das an, was sie kultivieren - das ist übersichtlich, das ist Bio, von bester Qualität und an Frische nicht zu toppen. Unnötig zu erwähnen, dass ich immer bei den gleichen einkaufe...

Regelmäßig wie ein Uhrwerk besuchen der Habib und ich mindestens 2 Märkte pro Woche. Ich liebe die Marktbesuche. Ich liebe es, mit diesen hochwertigen Lebensmitteln zu kochen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht allen ganz genauso geht...



Was nur noch selten zu finden ist bei diesen Ständen ist Mais. Bei unserem Erdbeer-Dealer - der mit den Mara de Bois - habe ich Glück. Die ersten bereite ich ganz schlicht zu: kochen und dann knabbern mit etwas Butter und Salz.

Spätestens mit der Ottolenghi Polenta aus frischem Mais sollte man den Riesen-Unterschied entdeckt haben zu frischem Mais und Dosenmais. Und gleiches gilt auch für diese Chowder. Man sollte zwingend frischen Mais dafür verwenden - das macht diesen Eintopf um ein Vielfaches besser.

Cremig wird er zum einen durch die eingeweichten und pürrierten Cashews,zum anderen weil ein Drittel des gegarten Gemüses ebenfalls püriert wird. Das mag ich, weil man beides zugleich hat: was zum Beißen und trotzdem Suppen-Feeling. Dazu gab es einen Brotkeeper: Marlas Herbstlaib

Ein dickes Merci geht raus an Sabine für die Inspiration - das war nun eines der ersten Rezepte, die ich auf ihre Empfehlung nachkochte... weitere folgen. Es zeigt sich immer wieder, dass wem es an meinem virtuellen Tisch schmeckt, bei dem schmeckt es mir umgekehrt auch :)


Zutaten 2P:

2 frische Maiskolben
2 Karotten (m: teils Kürbis-Rest)
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
3 Kartoffeln (m: Mona Lisa)
1 Stück Sellerie
Gemüsebrühe
50g Cashews (über Nacht eingeweicht)
2 Lorbeer-Blätter
Salz, Pfeffer
Pimenton de la vera
Apfel-Esssig
Tamari Soja-Sauce
Sonnenblumen-Öl
Petersilie

 

Zubereitung:

Mit einem großen, scharfen Messer die Maiskörner vom Kolben runterschneiden. Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden. Ebenso die Karotten und die Sellerie. Petersilie von den Stielen befreien und die Blätter fein wiegen, die Stiele zur Seite legen.

Die eingeweichten Cashews abtropfen lassen und in der Küchenmaschine dann zu feinem Mus pürieren.

Die Zwiebel fein würfeln und den Knofi fein hacken. In Sonnenblumenöl zuerst die Zwiebel glasig dünsten, dann den Knofi zufügen. Nun das restliche Gemüse zufügen, Lorbeer-Blätter untermischen und mit Gemüsebrühe knapp bedecken. An den Rand (fürs spätere leichtere Entfernen) die Petersilien-Stängel auflegen. Etwa 15 - 20 min köcheln lassen..

Lorbeer-Blätter entfernen, ebenso die Petersilien-Stängel. Etwa einen Drittel des Eintopfs in den Blender geben und pürieren.

Jetzt alles vermengen: Cashew-Mus, pürierte Suppe zum Eintopf geben. Salzen, pfeffern, abschmecken mit Tamari und Apfelessig.

Zum Servieren mit Petersilie und Pimenton de la vera bestreuen.

 

Inspiration: Sarahs vegan Kitchen

 

Herzgeräusche: One-Pot-Pasta mit Kürbis, Feta und Spinat

Montag, 7. Oktober 2024


Ende der Brunft der Hirsche. Fast einen Monat röhrten sie sich Nacht für Nacht die Seele aus dem Leib. Feriengäste tippten auf Esel. Ja, auch viel Elend im Rufen aber mit mehr Verzweiflung bei den Eseln. Hirsche klingen eher als würde Pu, der Bär, traurige, lang gezogene Krokodilstränen vergießen und um Trost bitten.

Für uns gehören die Hirsche zum Herbst dazu, so wie das Gezirpe der Grillen zum Sommer oder das Zwitschern der Vögel zum Frühling. Unvorstellbar, wenn diese Geräuschkulisse fehlen würde. Sie ist ein Teil des Rhythmus der wiederkehrenden Gezeiten. Taktmeister Natur nannte es Dörte Hansen in *Altes Land*.

Oft aber spitzt man die Ohren und lauscht einfach in die Stille. So ruhig, dass Feriengäste uns immer wieder darauf ansprechen. So still - das kennt man gar nicht mehr. Das macht den Ort hier zusätzlich zu seiner Weite sehr pur. Es ist, als könnte man den inneren Radio-Funk auf viel mehr Sender einstellen; als könnte man hier viel mehr Wellen empfangen: als bestände die Möglichkeit, einen viel unmittelbareren Verbindung zu den eigenen Gefühlen zu bekommen. In einem solchen Umfeld ist es entschieden leichter, sich hier selbst beim Denken zuzuhören: was geht mir durch den Kopf, was bewegt mich, was beschäftigt mich - fast automatisch führt man Selbstgespräche.

Viel schwerer aber ist der Zugang zum Herzen. Und Kopf und Herz ist zweierlei. Das gilt es sich zuerst bewußt zu machen. Der zweite Schritt ist die Erkenntnis, dass Gefühle entgegen der gängigen Vorurteile etwas Eindeutiges sind. Selbst wenn Gefühle manchmal verworren erscheinen, ähnlich verhuddelt wie ein Knäuel Wolle, das erst wieder ordentlich aufgewickelt werden will. Dann liegt das aber nicht an den Gefühlen, sondern dann liegt das an unserem Umgang damit. Weil wir als Kopffüßler den Draht zu unserem Herzen verloren haben, weil unser Kopf mit manipulierenden Gedanken permanent dazwischen funkt, stehen wir unseren eigenen Gefühlen gegenüber wie einer Spinx.

Dabei sind Gefühle das genaue Gegenteil von Tohuwabohu, Gefühlsdusselei oder Kindeleien. In der Homöopathie, dem Gedankenuniversum, das Welt versucht vom Geist her zu begreifen, repräsentiert der Bergkristall, Silicea, das Gefühl. Klar, eindeutig, streng, durchscheinend, lichtdurchlassend, mit scharfen, glatten Kanten. Für andere Personen oft schwierig zu verstehen. Aber faszinierend, oder? Und irgendwie auch rätselhaft... Zumal echtes Gefühl zu oft mit verdrehtem, unechtem Gefühl verwechselt wird - mit Überschwänglichkeit oder Verniedlichungen wie ständiges Anhängen eines "i"s etwa Rucki-zucki  (statt Rucksack), an dem z.B. ein Bärli oder dergleichen baumelt.

Zurückkehrend zu dem Radiobild anfangs (der Mensch, der in die Stille lauscht) kann man hier wunderbar Parallelen spinnen. Der Habib hat in seiner Jugend nämlich Röhrenempfänger gebaut mit Detektor-Empfang. Ein Kristall dient hierfür als Sendersucher und mit ruhiger Hand tastet man mittels einem spitzen Metalldraht den Kristall ab nach Funk-Frequenzen. Vergleichbar kann man sein Herz abhören. 

Wie in einen Kristall werden unterschiedliche Impulse im Herzen aufgenommen und je nach dem, wo ich mein Stethoskop anlege, empfange ich Impulse, die ich persönlich gerade brauche. Das bedeutet, dass nicht nur das Herz als Empfänger eine große Rolle spielt, sondern gleichfalls meine Umgang damit. Das Herz sagt dir doch bereits alles, was zu tun ist - es ist der Kopf, der dich versucht, dabei zu stören. Und es braucht Strenge und Ernst, Herzensentscheidungen zu treffen.



Eintöpfe sind immer heimelige, unkomplizierte und schlonzige Herbstgerichte. Die Kombi von Kürbis und Mangold (oder Spinat) zählt ja wie Karotte und Erbsen zu einer meiner liebsten Gemüse-Verbindungen. Kann man nie was falsch mit machen. Hier sorgt die Kokosmilch dafür, dass es schön cremig wird und die Gewürze geben einen schönen Dreh - bref: sehr zu empfehlen! Das kocht sich auch gut bei nicht so viel Zeit in der Küche und schmecken tuts obendrein. Diese Pasta kommt wieder auf den Tisch!


Zutaten 2P:


1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
300g Kürbis (m: Butternut)
200g Babyspinat (oder junger Mangold)
100g Feta
Rapsöl zum braten
200g Spaghetti
500ml Gemüsebrühe (evt. etwas mehr)
200ml Kokosmilch  (Alternativ: Sahne) 
1/2 TL Ceylon-Zimt
1 TL Paprikapulver
1/2 TL Pimenton de la vera
1 TL Currypulver
Salz, Pfeffer
30g gehackte Walnüsse


Zubereitung:


Die Zwiebel würfeln und den Knoblauch fein hacken Je nach Sorte den Kürbis schälen (notwenig bei Butternut), Kerne entfernen und in etwa 2cm große Stücke schneiden. Walnüsse rösten.

Babyspinat waschen und trocken schütteln. Feta abtropfen lassen und in Stücke schneiden. Reichlich Rapsöl in einem hohen Topf heiß werden lassen. Die Zwiebeln hinzugeben und glasig braten. Den Knoblauch hinzugeben und mitbraten. Den Kürbis hinzugeben und zwei bis drei Minuten mitbraten. Ebenso die Gewüze bis sie duften. Gemüsebrühe sowie Kokosmilch anschütten. Salzen und Pfeffern. Nun die Pasta hinzugeben. Gut umrühren und schauen, dass sich die Pasta - langsam biegsam - komplett unter die Brühe rühren läßt. 

Alles aufkochen lassen. Dann ohne Deckel für auf geringer Hitze für 15 Minuten köcheln lassen. Regelmäßig umrühren. gegebenenfalls noch etwas Brühe zufügen. Nach etwa 12 Minuten den Feta unterheben.Topf vom Herd nehmen. Den Babyspinat unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auf Tellern anrichten, mit den gehackten Walnüssen bestreuen und heiß servieren.

Anmerkung m: Veganer lassen einfach den Feta weg...

Quelle: Stern


Reden: Ofen-Süßkartoffeln mit Jerk-Sauce

Sonntag, 31. März 2024


Zu einem der Prüfungsthemen meines Germanistik-Studiums zählte der primäre Spracherwerb von Kindern. Das wird von Studierenden gerne gewählt, weil die dafür anzueignende Literatur sehr überschaubar ist. Es gibt lediglich ein paar Theorien zu diesem Thema, aber wirklich erklären kann die Wissenschaft das Erlernen von Muttersprache bis heute nicht. So weit so klar ist der Ablauf, wie Kinder irgendwann anfangen zu sprechen - à la wie macht der Hund, wie macht die Katze, die Lokomotive... Aber wie genau von statten geht, dass Kinder irgendwann fähig sind, sich ihrer Muttersprache komplett zu bemächtigen, ohne dass zuvor jemand etwas über Satzbau, Deklination von Verben, Steigerung von Adjektiven ectpp erklärt hätte, bleibt ein Rätsel. Warum wird Sprache irgendwann in ihrer Gesamtheit erfasst, als wäre man in den Topf geworfen und untergetaucht worden? Und warum ist eine Fremdsprache später so mühselig zu erlernen?

Recht einig ist sich die Forschung, dass für den primären Spracherwerb die Aufforderung zum Reden durch ein Gegenüber notwendig ist. Nicht, kennt man möglicherweise, diese Grusel-Experimente am Lebenden, oder auch Kasper-Hauser-Versuche genannt, für die Kinder isoliert versorgt wurden - bei Entzug jeder emotionalen und sprachlichen Zuwendung. Herausfinden wollte man, ob Kinder überhaupt sprechen lernen, wenn ihnen niemand etwas vorspricht, von dem sie lernen könnten. Welch große Schäden Kinder erleiden, die ohne menschlichen sozialen Kontakte aufwachsen, zeigt gleichfalls das Phänomen Wolfskinder.

Das schicke ich voraus, weil ich über folgendes Höchsterstaundliches gestolpert bin: Die Anzahl der Kinder und Jugendliche, die aufgrund von Sprachentwicklungsstörungen in logopädischer Therapie sind, wächst besorgniserregend. *Laut einer aktuellen Datenauswertung der KKH Kaufmännische Krankenkasse stieg die Zahl Betroffener zwischen 6 und 18 Jahren von 2012 auf 2022 um rund 59 Prozent. Bundesweit sind fast neun Prozent der 6- bis 18-Jährigen betroffen – fast jeder zehnte Junge und rund jedes 15. Mädchen. Am höchsten ist die Steigerungsrate im Zehn-Jahres-Vergleich bei den 15- bis 18-Jährigen mit fast 144 Prozent (Mädchen plus 160 Prozent, Jungen plus 135 Prozent) *Sag doch mal, das sind doch krasse Zahlen, oder?!!

Unsere Gesellschaft verliert Sprache. Der direkte Austausch verringert sich. Einer der Erklärungen für diese Entwicklung ist, dass zunehmend der Sprachanreiz fehlt, der eine gesunde Sprachentwicklung fördert: *Vielfach geht das auf das Konto intensiver Nutzung von Smartphone, PC und anderen digitalen Medien, die an die Stelle direkter Kommunikation tritt*. Heißt nochmals anders formuliert: chatten und liken ersetzt eben nicht das Gespräch mit einem unmittelbaren Gegenüber. Man redet immer weniger miteinander - innerhalb der Familien wie unter Freunden, weil man am Handy klebt.

Worte bilden sich im Gespräch - eigentlich ganz banal und dennoch mit viel Konsequenzen behaftet. Mehr als Lesen übt direktes Reden miteinander den Wortschatz. *Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt* sagte Wittgenstein. Warum ist Sprache so bedeutend? Wir teilen uns über Sprache mit, wir verbinden uns mit anderen. Mehr noch, wir machen uns Dinge und Geschehnisse über Sprache überhaupt erst bewußt. Wie will ich begreifen, was mir widerfährt, was ich erlebe, was mich bewegt, wenn ich es nicht benennen kann? Das fängt mit unseren Gedanken an. Im Denken versuchen wir Welt zu erfassen, im Denken üben wir bereits Formulieren.

Aus Gedanken werden Worte und aus Worte Taten. GEDANKEN - WORTE - WERKE, so verknüpfte der Habib in seinen Seminaren klar und unmissverständlich die Zusammenhänge. Wir gestalten über Worte uns selbst, wir kreeiren unser Leben, wir schöpfen unsere Zukunft. Welche Inhalte, welche Werte und damit welche Geschichten möchtest du in dir lebendig werden lassen - Kraft deiner Denkfabrik? Wem es die Sprache verschlägt, der erstarrt in einen ohnmachtsähnlichen Zustand. Sprache als Ausdrucksmöglichkeit zu verlieren, geht einher mit dem Verlust, sein Leben bewußt und selbstbestimmt zu lenken - in der Welt der Freigeister der Verlust eines der elementarsten Werkzeuge.

 


Es ist Ostersonntag heute. Das Fest des Lichts. Wer hier schon länger mitliest, kennt dieses Goethe-Zitat von mir schon: *Was ist erquickender als das Licht? Das Gespräch.* Braucht es wirklich eine Aufforderung, sich gegenseitig etwas aus dem Leben zu erzählen? 

Frohe Ostern euch!

 

Nachgekocht habe ich mal wieder ein Gericht, für das Petra von Chili und Ciabatta die Inspiration rausgeschickt hat. Ich habe minimal verändert, in dem ich etwa statt Butternut Ofen-Süßkartoffeln verwendet habe, denn dabei entsteht herrliche, karamellig-gebräunte, leicht knusprige Unterseite. Wir fanden es sehr lecker, gerade auch in Kombi mit den Rice & Peas! Gibt es wieder!


Zutaten 2P:

2 mittelgroße/ große Süßkartoffeln
2 1/2cm Ingwer, grob gehackt
1 kleine, rote Zwiebel, grob gehackt
1 TL Pimentkörner
je 1/4 TL Zimptpuler und Muskatnuss
Salz und Pfeffer
1 TL Zucker
2 Knoblauchzehen
1 TL Thyymian
1 EL Apfelssig
Öl zum Bepinseln
...
Jerk-Sauce:
1/2 rote Zwiebel, grob gehackt
5cm Ingwer, grob gehackt
2 Knoblauchzehen
je ein TL Piment, Pfeffer, brauner Zucker
Thymian
Chili (m: Harissa*)
2 EL Öl
500ml Gemüsebrühe
2 EL Tomatenmark
4-6 EL Ketchup
1 TL Soja-Sauce
1 TL Speisestärke

Zubereitung:

 

Die Süßkartoffel der Länge nach halbieren und im Abstand von 2,5 cm tief einschneiden, aber nicht durchschneiden. Die restlichen Zutaten mit dem Pürierstab zu einer Paste verarbeiten und über die Süßkartoffel geben. Die Süßkartoffeln mit der Schnittfläche nach unten nebeneinander auf ein Blech legen.

Den Backofen auf 180°C vorheizen und die Süßkartoffel etwa 30 min backen, bis sie weich sind (überprüfen mit einem spitzen Messer prüfen).

In der Zwischenzeit die vegane Jerksauce kochen: Zwiebel, Frühlingszwiebeln, Ingwer, Knoblauchzehen, Piment, Pfeffer, braunen Zucker, Thymian und Harissa in einem Mixer zu einer Paste verarbeiten.

Das Öl in einem Topf erhitzen und die Paste darin etwa 4 Minuten unter Rühren anbraten. Gemüsebrühe, Ketchup, Tomatenmark und Sojasauce zugeben und alles 15 Minuten köcheln, dabei immer wieder umrühren, damit nichts am Boden ansetzt. Nochmal durchpürieren* und abschmecken.

Die Speisestärke mit etwas kaltem Wasser anrühren und die Sauce damit bis zur gewünschten Konsistenz binden.

     Dazu gabs wie bei Petra Rice & Peas -  ein wenig verändert: mehr Bohnen und Kokosmilch

Zutaten:

180g Kidney-Bohnen (m: aus Dose)
50ml von Bohnen-Flüssigkeit
2 Frühlingszwiebeln, gehackt
2 Knoblauchzehen
2 Thymianzweige
Öl
130g Reis
150ml Kokosmilch
etwas Wasser
Harissa
Salz

Zubereitung:

Das Öl in einem kleinen Topf erhitzen. Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Thymianzweige darin etwa 5 Minuten anschwitzen. Die abgegossenen Bohnen sowie den Reis zugeben und alles umrühren. Die Scotch Bonnet sowie die Kokosmilch zugeben. Nun die Bohnenflüssigkeit und das Wasser zugeben und salzen.

Alles zum Kochen bringen, den Deckel auflegen und die Temperatur auf ein Minimum reduzieren. 15 Minuten garen - gegebenenfalls noch etwas Flüssigkeit zufügen., dann etwa 10 min ruhen und nachgaren lassen.

*Anmerkung m: ich würze gerne mit Harissa, weil ich mit dieser Chili-Paste die Schärfe gut dosieren kann.

Quelle: Petra von Chili und Chiabatta

 

Topf und Deckel: Nudelschnecken-Gratin mit Mangold

Dienstag, 12. Dezember 2023


Ich liebe Kennenlern-Geschichten. Ich sammle Kennenlern-Geschichten. Ihr wißt Bescheid. Nun, es ist, wie es ist: jedem sein Fachgebiet. Wer mir unter die Finger kommt, wird einschlägig befragt. Und ich kann in Kennenlern-Geschichten lesen wie andere im Kaffee-Satz. Oder so. Erzähle mir den Anfang und ich destilliere dir daraus die komplette Geschichte. Gut, nichts einfacher: dafür muss man lediglich das kosmische Gesetz begriffen haben, dass sich mit jedem Beginn die weiteren Geschehnisse daraus nur noch auswickeln. Dann kann jeder leicht erkennen, dass im Anfang bereits das Ende verwoben ist... und der Rest ergibt halt das Dazwischen.

Die Kennenlerngeschichte von Michael Ende und seiner Frau Ingeborg wurde direkt unter meinen Lieblingen archiviert: Auf einer Silvesterparty von Freunden begegneten sie sich zum ersten Mal. *Die damals bekannte Vollblutschauspielerin, "rothaarig, feurig und schick", wie Michael Ende erzählte [und 8 Jahre älter als er selbst], steuert direkt auf ihn zu, während er hinter einer von Plastik-Efeu überwucherten Theke den Barkeeper mimt, und sagt: "Angelehnt an die Efeuwand dieser alten Terrasse..."  Michael Ende erwidert prompt "Mörike" - tja, und nicht nur das Zitat ist erkannt, das geheime Loswort ist gefallen: Team Kunst und Literatur. Schön, oder? Bis zu ihrem Tod blieben sie ein Paar.

Folgerichtig liebe ich alle Kuppelshows, die der Markt zu bieten hat. Gibt es was Schöneres, als anderen beim Verlieben zuzusehen. Wer verliebt ist, platzt über sich hinaus. Der sieht nicht nur im Objekt seiner Begierde vor allem die Vorzüge, die ganze Welt erscheint im liebenswerter. Es ist die wundersam schillernd Phase, in der jeder über sich hinausgehoben wird, da strahlt selbst das kümmerlichste Exemplar Mensch weit über seine Möglichkeiten. Das mag anfangs alles etwas unbeholfen, täppisch und ungeschickt vonstatten gehen - so oft verliebt man sich ja nicht - meine großzügige Gewogenheit tut das keinen Abruch, mir wird in keinster Weise langeweilig beim Beobachten.

Das für mich Erstaunlichste ist, dass diese mediale, öffentliche, professionelle Kuppelei sogar gar nicht mal selten aufgeht. Ob bei *Bauer sucht Frau* oder *Hochzeit auf den ersten Blick* - es gibt zahlreiche, erfolgreiche Kuppel-Beispiele vorzuweisen. Ich verlinke jetzt nicht, vermutlich könnt ihr mir auch ohne exemplarische (Film)Referenzen folgen. Tsss, dass das so funktioniert, verrückt, oder!? Gut, der Bauer wirft noch Haus, Hof und eine Existenz mit in die Wagschale. Das zieht wohl zusätzlich. Und bei der anderen Kuppelsendung mit der direkten Hochzeit, brüstet man sich ja, dass *aus Wissenschaft Liebe wird*. Das *Matching-Team* um drei *Matching-Experten* (seufz, was eine Berufsbezeichnung, h-e-r-r-l-i-c-h, nur zu studieren in Castrop-Rauxel) wertet jede Menge Daten aus, um schließlich zwei zu kombinieren. Eine der *Expertinnen* meinte, ihre Bewerber würden jedes Jahr zahlreicher und sie würden immer häufiger hören, dass auf diese Weise der potentielle Partner ja auf Herz und Nieren geprüft worden wäre - sinngemäß: heute wisse man ja nicht mehr, was so alles frei rumläuft... Naja, beim letzten deutschen Stadtbesuch waren die Litfaß-Säulen mit *Dein Schritt juckt mich auch* plakatiert... Man ahnt, was sie damit sagen will und dass ein bißchen Jucken im Zweifelsfall das kleinste Problem ist...

Eigentlich schon ein waschechtes Wunder, wenn sich zwei Menschen finden und ineinander verlieben, findet ihr nicht? Großes Mysterium! Für die, die an die große Liebe glauben, stellt sich die Geduld als die härteste Probe heraus. Die anderen finden schneller was zum Hacken. Und heute gibts jede Menge digitale Unterstützung bei der Suche nach dem einen oder anderen. Je nachdem halt.

Dieser Artikel (via Geo) thematisiert nachvollziehbar, dass Dating-Apps zwar das Kennenlernen erleichtern, die Suche nach einem echten Partner aber eher erschweren. Leute, ich schreibe bei völliger Ahnungslosigkeit, Dating-Apps sind komplett unbespieltes Gebiet - und ich bin nicht traurig darüber. Mit Sicherheit kann ich aber sagen, dass der Habib und ich auf dem Weg nie zusammengefunden hätten.. ich erzähle ja bereits ein bißchen.... 

Herausgegriffen aus dem Artikel weil gefällig habe ich mir den Vergleich, den Psychologen erstellten, die zum Thema menschliche Entscheidungsprozesse forschen: und zwar dass bei Dating-Apps Menschen beurteilt werden wie ein Fertiggericht nach Zutatenliste und Kalorienangaben - doch wie das Gericht schmeckt, weiß man deshalb noch lange nicht.

 

 

Ein Bild, mit dem ich als Foodie arbeiten kann. Das Auge allein verführt, die Beschreibung gibt eine Vermutung, aber letztlich hilft beim Essen eben wie im echten Leben nur der Selbstversuch, wenn mans wirklich wissen will: nachkochen und mit allen Sinnen ein eigenes Urteil fällen.

Wenn es sehr üsselig draußen ist - so richtig grau, dunkel, regenschwanger, feuchtkalt - dann kann mich das oft dazu animieren, uns eine handgemachte Pasta auf den Tisch zu bringen. Pasta-Schnecken habe ich uns schon lange nicht mehr zubereitet, dabei sind sie eine ungemein bequeme Art, gefüllte Nudeln zu basteln. Godfather aller Pasta-Schnecken bleiben die Krautkrapfen. Diese heutige Zutaten-Kombi ist altbewährt und in meinem Geschmacksuniversum sehr beliebt: Kürbis - Mangold - Ziegenkäse... kann nix mit falsch laufen. Außer, dass ich mich bei solchen Gerichten tendenziös überfresse.


Zutaten 2-3P:

Pastateig:
200g D1050
2 Eier
1 EL Olivenöl
...
350g Mangold
1 kleine Zwiebel
3 Knoblauchzehen
etwas Gemüsebrühe
2 TL Thymian
100g Ziegenkäse, cremeux*
1 EL crème fraîche
Salz, Pfeffer
Olivenöl
....
250g Ofentomaten
250g Kürbis (m: Butternut)*
etwas Gemüsebrühe
Harissa
2 Lorbeer-Blätter
1/2 TL Ras el Hanout
Salz, Pfeffer
eine Prise Rohrzucker
ein Schlückchen Rotwein
...
etwas geriebener Käse zum Bestreuen (m: Tomme de brebis)


Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Pastateig einen homogenen Teig kneten, in Folie packen und für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
 
Die Pasta-Sauce zuerst zubereiten. Dafür den Kürbis schälen und würfeln. In etwas Kokosöl kurz anrösten, dazu auch das Ras-el-Hanout mitrösten, bis es zu duften anfängt. Nun Ofentomaten, Brühe und Rotwein anschütten, Lorbeerblätter dazugeben und bei geschlossenem Deckel weich garen. Salzen, pfeffern, würzen mit Harissa und etwas Zucker. Fein pürieren. Die Sauce sollte cremig sein aber nicht flüssig.

Für die Füllung Mangold waschen, Stiele vom Grün entfernen und getrennt voneinander klein schneiden. Zwiebel fein hacken, ebenso die Knoblauchzehen. Zwiebel in heißem Olivenöl glasig braten, kurz vor Ende den Knoblauch zufügen, dann die Mangoldstiele mit dem Thymian. Ein wenig Gemüsebrühe anschütten, Deckel auflegen und etwa 5min garen. Dann das Mangoldgrün untermischen und weitere 5 min garen Salzen, pfeffern und gewürfelten Käse und Crème zum Mangold schmelzen lassen. Die Flüssigkeit sollte nahezu verkocht sein. Etwas abkühlen lassen.

Ofen auf 190°C (OU-Hitze) vorheizen.
 
Den Pastateig dünn rechteckig auswellen (etwas dünner als für Krautkrapfen) - etwa auf 55cm x 35cm. Die Füllung dünn auf dem Pastateig verteilen. Von der langen Seite aufrollen und in 8 gleichgroße Stücke schneiden

Ca. 2⁄3 Tomatensoße in eine ofenfeste Form geben. Die Nudelrollen hochkant nebeneinander hineinsetzen. Restliche Sauce darübergeben, nun den geriebenen Käse darauf verteilen und mit Olivenöl etwas beträufeln. Im heißen Ofen ca. 20 Minuten backen

 

Anmerkung m: Lieblingskürbis bleibt bei mir der Butternut/ Saint félicien ist eine Käse-Alternative oder eben ein anderer cremiger Charakterkäse/ ich hatte zuletzt noch ein paar tiefgefrorene confierte Kirschtomaten in die Sauce gemischt

 



.Geschwister im Blog-Universum:

 

    ****    mit Käse überbackene Nudelschnecken

  ****    Rotolo ripieno

  ****    Nudelrollen mit Kürbis und Linsen

   ****    Krautkrapfen 

   ****    Zucchini-Krapfen mit confierten Kirschtomaten
 

 

Outsider: indischer Gemüsereis mit Röstzwiebeln und süß-saurem Kürbis

Donnerstag, 23. Februar 2023


Machen wir uns nix vor: ein paar wenig hunderttausend Unterschriften für ein Friedensmanifest sind lächerlich. Läppisch. In Anbetracht von nahezu 82 Millionen Deutschen. Dieses Ergebnis gibt mir viel zu denken. Ganz ehrlich: wie die zwei Initiatorinnen ging ich davon aus, dass sich gewiß eine Mehrheit findet, die sich klar zum Frieden bekennt. Wir haben schließlich zwei Weltkriege hinter uns. Aber nun unterhalte ich mich mit Bekannten und auch dort zeichnet sich das gleiche Stimmungsbild ab: die meisten befürworten den Krieg. Da mag meine kleine, rebellische Drôme außen vorstehen.

Eine gewisse Kriegsbegeisterung - wie sie zu allen Kriegszeiten erkennbar war - muss wohl das Resultat von Propaganda und/oder Massenhysterie sein. So zumindest lernte ich es im Geschichtsunterricht. Und nun frage ich mich, ob das heute viel anders ist. Gleiches gilt für die mir beschriebene Nazi-Mitläuferschaft. Ich hatte es für unmöglich gehalten, dass sich ein solches Verhalten wiederholen könnte. Das Wesentliche, die absolut übergeordnete Ebene heißt: Krieg oder Frieden. Und mit der Entscheidung für das eine oder andere Lager ist alles besprochen. Irgendwelche Kopf-Konstrukte zur Rechtfertigung gehören nicht in die wesentliche Ebene.  

Du sollst nicht töten* ist das erste Gebot der 10 Gebote - ansonsten beginnt der Fluch der bösen Tat. Nimm' alte Geschichtsbücher: die geographischen Karten sind überholt, haben sich mit den vielen Kriegen die Staatsgrenzen immer wieder verschoben (Elsaß/ Lothringen... um nur in der nächsten kleinen Welt/ Vergangenheit zu bleiben). Ich lebe egal mit welcher Nationalität - Hauptsache in keinem Kriegsgebiet!!! Wer Remarque gelesen hat, lernt leicht: im Krieg gibt es nur Verlierer - durch die Traumata auf Generationen. Da spielt es schnell keine Rolle mehr, wer die Scheiße angefangen hat...

Möglicherweise spielen Ängst mit hinein: die Angst, mit seiner Meinung alleine zu stehen, die Angst ungeschützt einem Aggressor ausgesetzt zu sein, die Angst Hab und Gut zu verlieren. So möchte ich mir erklären, dass Werte, die für friedliches Miteinander stehen, einer Hau-Drauf-Mentalität gewichen sind. Obgleich es mir eigentlich unerklärlich bleibt, denn in meiner Auffassung hatte sich die Friedensbewegung in den letzten Jahrzehnten in der Breite der Gesellschaft etabliert und verfestigt. Aber nein, selbst Bekannte, die noch mit viel Aufwand den Kriegsdienst verweigert und dafür 18 Monate Zivildienst geleistet haben, finden ein klipp und klares pazifistisches Statement gerade *schwierig*. Ich staune und staune. Und wache auf dabei.

Es bleibt nur, die rosarote Brille abzunehmen und zu versuchen, mich der /dieser Realität zu stellen: ich habe mich damit zu arrangieren, einer absoluten Minderheit anzugehören. Aber was bedeutet das in aller Konsequenz für den Alltag?

Im Gespräch mit dem Habib kam dabei eine Familiengeschichte hoch. Die Großeltern seiner verstorbenen Frau haben im 3. Reich jüdischen Familien zur Flucht in die Schweiz verholfen - und nie darüber ein Wort verloren. Selbst innerhalb der eigenen Familie nicht. Wie es der Zufall vieleviele Jahre später so wollte, landeten der Habib und seine Frau bei dem Einzug in die erste, gemeinsame Wohnung im gleichen Haus wie Nachkommen einer eben jener jüdischen Familien. Diese stellten ob des ungewöhnlichen Nachnamens den Zusammenhang her und berichteten dann, wie sehr sie den Großeltern zu Dank verpflichtet seien - auf diese Weise kamen die Geschehnisse überhaupt ans Licht. Und meine Wertung dazu: ich finde diesen Mut großartig obwohl ich die heutige israelische Politik nur unterirdisch bezeichnen kann - aber ich vermag eben Menschen und Politik auseinanderzuhalten.

Tue Gutes und rede nicht darüber. Habe Werte und lebe diese, aber gehe damit nicht hausieren. So in etwa lauten meine Rückschlüsse. Vielleicht ist es für das Gute das angeratene Beste, sich in Krisenzeiten klein, leise, still und unauffällig zu machen - so bleibt die meiste Freiheit in Denken und Handeln gegeben, so schützt man sich als Minderheit und andere Minderheiten am ehesten.



Man kann sich nie einsamer fühlen als in Menschenmassen - da stimme ich dem vorgestellten Künstler unten in seinen Einsichten bei. Aber Einsiedelei ist halt ebenfalls keine Lösung: *Du kannst nicht als Insel leben. Du brauchst deine Mitmenschen. Du siehst dich selbst als ein Spiegel in ihnen. Und du lernst von deinen Mitmenschen... Gutes und Schlechtes. Vorausgesetzt natürlich, du kommst mit den richtigen Leuten zusammen.* Mir tut es gut, Gleichgesinnten zuzuhören, die Herz über Kopf stellen, Geist über Materie und Demut vor der Schöpfung zeigen.

Ich lege direkt ein weiteres Rezept mit Blumenkohl nach - dieses Mal mit Kollege Romanesco. Wieder ein blumig-buntes Gewürzspiel, das auf diese Weise jedes Februar-Grau zu vertreiben weiß. Schön auch, der eingelegte Kürbis dazu. Wir haben ja noch derart viel eigenen Kürbis, der immer dringender verarbeitet werden sollte. Und der süß-saure Kontrast passt wunderbar zu dem Curry.


Zutaten 2P:

110g Reis
350g Blumenkohl (m: Romanesco)
120g Kartoffeln (ca. 2 kleinere)
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 1/2 TL Garam Masala
2 Kardamom
1 Stück Zimt
1 Stück Ingwer (ca. 2cm)
1/2 TL Curcuma
50g getrocknete Aprikosen 
Kokosfett

100g griech. Joghurt 


Zuereitung:

Reis mit kaltem Wasser abspülen. Mit 300 ml Wasser bedecken und ca. 20 Minuten einweichen. Blumenkohl putzen, waschen und in Röschen teilen. Zwiebeln und Ingwer schälen und fein würfeln. Kartoffeln schälen, waschen und in ca. 2 cm große Würfel schneiden.

2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen. Ingwer und Knofi darin andünsten. Kartoffeln und Blumenkohl zufügen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Reis samt Einweichwasser, Curcuma, Masala, Kardamom, klein geschnittene Aprikose und 1 Stück Zimtstange zugeben. Weiteres Wasser angießen, dass das Curry knapp bedeckt ist und alles ca. 10 Minuten zugedeckt köcheln (falls noch etwas Flüssigkeit fehlt, diese zufügen und aufpassen, dass der Reis nicht anhängt).

Für die Röstzwiebeln Kokosfett in einer Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln darin kräftig anbraten. Zucker ­darüberstreuen und karamellisieren lassen. Leicht salzen und pfeffern. Zwiebeln über den Reis geben. Joghurt dazu reichen.

Inspiration: lecker 

 

Süß-Sauer eingelegter Kürbis - ca. 3 Gläser:

500g Kürbis, in Stücke von ca 2cm
1 kleine rote Zwiebel
1 Knofi
2 Kardamom-Kapseln
1 Stück Ingwer, ca. 1,5cm lang
1 Nelke
2 Lobeer-Blätter
1/4 TL Salz
4 Piment-Körner
120ml Apfel-Essig
70g Zucker
ca. 150ml Wasser

 

Zubereitung:

Den Kürbis würfeln oder in Scheiben schneiden, die Knoblauchzehen und den Ingwer schälen und beides in feine Scheiben schneiden.

Den Essig mit Wasser und Zucker aufkochen. Wenn sich der Zucker gelöst hat, Knoblauch, Ingwer und die Gewürze dazugeben.

Nun die Kürbiswürfel in den Topf geben und solange auf mittlerer Stufe köcheln lassen, bis sie knapp noch bissfest sind.

Derweil die Gläser sterilisieren - dafür mit kochendem Wasser ausspülen.

Die Kürbiswürfel nun möglichst dicht in die ausgekochten Gläser schichten - zum Rand noch ein wenig Platz lassen. Den köchelnden Sud darauf in die Gläser giessen und diese sofort verschliessen. (Für längere Haltbarkeit die Gläser einwecken).


Zeitenwende: Kürbis-Maultaschen mit Kürbis-Essenz

Donnerstag, 26. Januar 2023

 

Wo ich hinhöre, fällt der Begriff *Zeitenwende*. Von Umbruch ist die Rede und von einer herausfordernden Phase für den Einzelnen. Seltene Einigkeit - spartenübergreifend. Wobei dann wieder jeder *Zeitenwende*ganz anders auslegt. Ein polyvalenter Ausdruck also - passt gerade irgendwie immer. Egal mit welchem Bezug. Liegen tatsächlich umwälzende Veränderungen in der Luft? Welchen Eindruck habt ihr?

Unlängst wieß ich euch auf das Phänomen *Polsprung* hin - superspannend, alleine die Möglichkeit!!! (mindestens vier Ausrufezeichen)  Nun erhält diese Mutmaßung weitere Unterstützung von chinesischen Geo-Wissenschaftlern, von zwei Seismologen der Universität Peking: Hat der innere Erdkern seine Rotation verlangsamt?  Die Forschung bezüglich des Erdkerns ist mit mindestens ähnlich vielen Fragezeichen belegt wie genaueren Überlegungen bezüglich der Fortbewegungen des Planeten Erde im Weltraum.

Also die Ausgangsthese ist, dass selbst der innerste Erdkern (bestehend aus Eisen und Nickel) um die Erdachse rotiert. Die beiden Wissenschaftler wollen nun herausgefunden haben, dass sich die Bewegung des inneren Kerns relativ zur äußeren Hülle kürzlich verlangsamt hat, bzw. nahezu *pausiert* - was darauf hindeuten könnte, dass der Erdkern möglicherweise eine Wende seiner Drehrichtung erfährt. Oder anders gesagt: dass das Verlangsamen des inneren Kerns bis zu einer Rotationsumkehr führen könnte

Desweiteren gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Erdkern einige grundlegenden Eigenschaften unseres Planeten beeinflußt und mit anderen periodischen Veränderungen auf der Erde zusammenfällt, etwa auch mit nachweisbaren Klimaschwankungen. Aber wie die Veränderungen der globalen Durchschnittstemperatur und der Anstieg des Meeresspiegels zusammenhängt mit den Prozessen tief im Innern der Erde, zählt zu den vielen anderen nicht vollends geklärten Fragen unseres aktuellen Wissenstandes. Alles ist im Wandel... paßt als Aussage auch immer.

Tja, kann keiner behaupten, wir leben nicht in spannenden Zeiten. Zumindest für mich wäre es die erste Zeitenwende, an der ich teilnehme... 

 


Das Wetter läd ein, es sich drinnen heimelig zu machen. Lege ich doch direkt das nächste Pasta-Rezept nach. Vielleicht höhlt steter Tropfen den Stein und ich bekomme euch animiert zur Kochbastelei. Das Gericht scheint - anhand der Zutatenliste - sehr ambitioniert zu sein, aber gerade eine Bouillon kocht sich eigentlich nebenher. Und die Maultaschen schmecken selbstredend auch ohne eigens gekochte Brühe angebraten zusammen mit Salat etwa. Aber bei uns ist Suppenwetter, so dass ich mich für dieses Mal für den Klassiker entschied: Maultaschen als Suppeneinlage. Oder ebent etwas veredelt: Kürbis-Maultaschen in Kürbis-Essenz. Ein Gericht, das nicht nur graue Januartage aufhellt!

 

Zutaten 2P:

Maultaschen - 12 Stück:
Pastateig:
100g Mehl (m: 50g D1050/30g Hartweizengrieß/ 20g D660)
1 Ei
1 EL Öl

Füllung:
300g Kürbis (m: Butternut)
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
25g getrocknete Tomaten
2 EL Petersilie, fein gehackt
50g Saint Félicien
1/2 Brötchen vom Vor(vor)tag (ca. 30g)
1/2 Ei
ca. 25g Semmelbrösel
Salz, Pfeffer
Harissa

1/2 Ei zum Verschließen

Zubereitung:

Zutaten für den Pastateig zu einem homogenen, nicht klebenden Teig verkneten, in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde kühl stellen.

Brötchen grob würfeln, mit heißem Wasser übergießen, ca 5-10 min quellen lassen, dann gut ausdrücken. Getrocknete Tomaten ebenfalls mit heißem Wasser übergießen und quellen lassen, klein würfeln. Zwiebel und Knofi fein würfeln, den Kübis in etwa 1cm Stücke schneiden. Zuerst Zwiebel mit dem Knofi in etwas Butter anbraten, dann Kürbis zufügen ebenso die Tomaten und etwa 3-4 EL Gemüsebrühe. Deckel auflegen und bei kleiner Hitze weich garen - darauf achten, dass der Kürbis nicht anhängt... gegebenenfalls noch ein wenig Brühe zufügen. Kurz vor Garende die Petersilie untermischen. Etwas auskühlen lassen, dann vermengen mit Käse, halbem Ei, dem eingeweichten Brötchen und den Semmelbröseln. Salzen, pfeffern und mit Harissa würzen.  Nudelteig halbieren und mit Marcato auf Stufe 6 auswellen (dabei immer mit Hartweizenmehl arbeiten) - weiter von Hand rollen, so dass 2 Bahnen  à 45cm x 15cm entstehen. Füllung mit Hilfe eines kleinen Löffels mit je etwas Abstand dazwischen entlang der langen Seite des Teiges aufsetzen. Restliche Nudelteigbahn samt Zwischenabstände mit halbem Ei bepinseln. Nun von der langen Seite her - wo die Füllung sitzt - den Teig eng aufrollen. Von der Mitte her die Zwischenränder gut andrücken (von der Mitte her deshalb, damit die Luft entweichen kann). Die Maultaschen auseinanderschneiden und auf ein sauberes Küchentuch legen. Ergibt je 6 Stück  (also insgesamt 12 Stück) - ca. 10 min in der siedendenen Brühe (oder gesalzenem Wasser) ziehen lassen. Die Maultaschen halten dabei gut zusammen und trüben die Brühe kaum ein.

Anmerkung m:  Maultaschen passen auch gut zu Salat - wer mag, brät sie dazu in Butter an


Zutaten Kürbis-Bouillon/ Kürbis-Essenz:

Kürbis-Bouillon:
500g Kürbis
1 Zwiebel
1 Karotte
3 Knoblauchzehen
1 Stück Fenchel
1 Stück Sellerie
1 Stück Navet
1 Stück Lauch
1/2 TL Curry-Pulver
2 TL Koriander
1 TL Kreuzkümmel
6 Pfefferkörner
2 Lorbeer-Blätter
1 Zweig Rosmarin
1 TL Salz
Olivenöl
1l Wasser
100ml Weißwein 

Zubereitung:

Kürbis in 1 cm große Würfel schneiden. Zwiebeln und Möhren schälen. Zwiebeln und Möhren in 1 cm würfeln. Restliches Gemüse ebenfalls so vorbereiten. Zwiebeln kurz in heißem Öl anrösten, dann Koriander und Curry mitrösten, schließlich Gemüse dazugeben und ebenfalls kurz anbraten. Mit Wasser auffüllen, Wein anschütten, einmal aufkochen lassen. Restliche Gewürze sowie Salz (m: Bärlauchsalz) dazugeben und bei geringer Hitze ca. 1 Stunde ziehen lassen. Anschließend alles durch ein feines Sieb abgießen, abschmecken und nach Wunsch nachwürzen - etwa mit etwas hellem Balsamico, Tamari und Ahornsirup

Anmerkung m:  In eine Bouillon kann man wunderbar Gemüsereste verwerten/ zu zweit haben wir nur die Hälfte der Bouillon gebraucht, die andere Hälfte habe ich für diese chinesische Eier-Suppe mit schwarzen Bohnen verwendet/ prima machen sich auch noch ein paar extra gegarte Kürbiswürfelchen in der Suppe als zusätzliche Einlage

Topping:

3 EL Kürbiskerne
10 Blätter Salbei
2 EL Olivenöl
1 Pr Zucker
1 Pr Salz
Kürbiskern-Öl

Das Topping zubereiten: Kürbiskerne in Öl zusammen mit dem Salbei (von Mittelachse befreit und in Streifen geschnitten) knusprig braten, dabei würzen mit Salz und Pfeffer. Zum Servieren Brühe in 2 Teller geben, Maultaschen dazu und mit dem Topping und etwas Kürbiskernöl beträufeln.

Inspiration: Chefsculinar

 

Das neueste anders: Kürbis-Polenta nach Ottolenghi

Samstag, 7. Januar 2023


Habt ihrs mitbekommen? Hier war ein Weilchen Baustelle. Späßken. Kann mir keiner vorwerfen, dass das nicht sehr transparent von statten ging. Ben, ich hatte das Bedürfnis nach Möbelrücken. Einiges rief nach Veränderung. Wobei ich mich nach meiner Typveränderung dank Christina (2017) - und nach der von Maret (2013) - wieder lange zufrieden zurücklehnen konnte. Vor allem ging es mir jetzt darum, alte Inhalte besser präsentieren und nach vorne holen zu können. Schließlich blogge ich seit über 11 Jahren. Richtig Langstrecke. Richtig am Ball geblieben. Richtig stetig. Round about 1500 Rezepte tummeln sich auf diese Weise hier - plus die *aus der Reihe*- Geschichten. Genau genommen ist das heute exakt der 1811 Post. 

Natürlich habe ich das nicht alleine für mich gemacht, sondern ebenso für euch. Ist ja nicht nur mein privates Kochbuch. Und? Wie gefällt es euch? In der Kommentarfunktion könnt ihr euch wieder laut machen - doch schöner mit etwas Austausch (#es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist). Noch ist nicht alles ganz so wie es sein soll. Ganz oben in der Galerie mit den vier Bildern gibt es nun zwei neue Kategorien *Frühling & Sommer* und *Herbst & Winter*. Leider bedeutet das für mich, dass ich 1810 Posts durchgehen und neu labeln muss. Eine echte Strafarbeit. Nach jedem Edieren eines einzelnen Posts werde ich wieder ganz an den Anfang zum aktuellen Post geworfen und muss wieder erneut runterscrollen. Heißt: je weiter zurück ich in die Vergangenheit scrolle, um so länger und länger dauert das Laden der Posts. Es könnte einen zum Rettenraucher machen, ehrlich! Momentan bin ich beim Edieren bei Mitte 2018 angelangt. Ein paar Jahre habe ich also noch vor mir - ich bitte um etwas Geduld (hoffend, dass mir die meine dabei nicht verloren geht).

Aber E-Mail-Abo geht wieder (wurde ich per Mail öfters angeschrieben deshalb). Rezepte kann man notfalls ausdrucken - nicht ganz so schick wie bei manch anderen Blogs speziell das Rezept, aber hey: immerhin. Und wenn ihr die Labels unter einem Post anklickt, dann werden alle Rezepte zu dem jeweiligen Label mit einem Bild angezeigt. Das kann sich doch nun wirklich sehen lassen, oder? Ebenfalls brand new: ich probiere mich auf Insta aus (#jetzt singt sie auch noch) - mal sehen wohin die Reise führt...

Mein Dank gilt Tina aka Freiflieger-Design - Büro für Kommunikationsdesign, die mir das frisch bezogene Blogbett gerichtet hat und uns vor 2 Jahren bereits unsere Homepage *Sonne und Lavendel* neu gestaltete. Also wer ähnlicher Technik-Vollhonk ist wie ich, dem kann ich Tina allerwärmstens empfehlen!

 


Auch meine Blog-Liste muss ich wieder neu erstellen (saublöderweise nicht vorher gespeichert!) - aber auf die will ich ja selbst nicht verzichten. Das ist mir meine liebste Inpsirationsquelle. Wie fürs heutige Essen. Ein mal mehr hat mir Team Kaltmamsell auf gläsernen Tellern den Mund wässrig gemacht. So sehr, dass ich umgehend nachgezogen habe. Deren Empfehlung plus Urheber Ottolenghi sowie meinem Lieblingskürbis Butternut kann in Zusammenspiel nur zu einem *vrai régal* (wie der Fränzi sagt), einem echten Gaumenschmauss werden. Merci gen München! Es hat uns ausgezeichnet geschmeckt.

Mit den Mengenangaben bin ich nicht ganz zurecht gekommen - nicht das erste Mal bei Otto. Ich passe das in meinem Rezept an; ihr könnt es mit dem Original abgleichen. Kürbiskerne hatte ich noch als Extra geröstet fürs Topping, dann aber vergessen. Darauf war auch gut zu verzichten, denn das eigentliche i-Tüpfelchen sind die frittierten Kräuter - genau, wovon Gartenküche lebt: frische Kräuter. In meinem Geschmacksuniversum verbessern sie beinahe alle Gerichte!

Bei uns gabs den Salat mit Chicoree, Avocado und Orangen, den ich euch bereits als DUBB erneut unter die Nase schob. Passte super dazu! 


Zutaten 2 P:

300g Butternut
1 EL Olivenöl
3 Knoblauchzehen
140g Polenta (m: Instant)
ca. 300ml Gemüsebrühe*
Salz, Pfeffer
60g Ziegenfrischkäse (oder anderer Frischkäse)
20g Parmesan
1 Stich Butter

150g Butternut
1 EL Olivenöl
1/2 EL Ahorn-Sirup
1/2 EL Limenen-Saft (oder Zitrone)
Salz, Pfeffer

1 EL Olivenöl
30g Butter*
1 TL fein gehackter Rosmarin
7 Blätter Salbei
1/2 TL Chili-Flocken
etwas Piment d'Espelette

zum Garnieren:
gehackte Petersilie (m: plus 3 Blätter Salbei und einige, kleine Blätter Rauke)
frisch geriebener Parmesan

 

Zubereitung:

Zuerst das Kürbis-Pü für die Polenta zubereiten. Dafür den gerüsteten Kürbis in etwa 3cm große Stücke würfeln. In einem Topf die Kürbiswürfel zusammen mit dem fein gehackten Knofi in dem Olivenöl für einige Minuten anrösten, bis der Kürbis beginnt, weich zu werden. Gemüsebrühe anschütten, salzen, pfeffern und zugedeckt ganz weich köcheln lassen. Ziegenkäse, Parmesan und Butter zufügen - alles mit dem Stabmixer pürieren. Erneut zum Köcheln bringen, Polenta unter stetigem Rühren einrieseln lassen - so lange, bis die Polenta eindickt. Gegebenenfalls noch etwas Brühe anschütten, sollte die Polenta zu dick sein. Ein ausreichend großes Stück Backpapier auf den Topf legen, dann den Deckel, damit der Topf gut verschlossen ist, die Polenta warm bleibt ohne dass sich eine Haut bildet.

Nun die 150g Kürbis in 1/2cm große Würfel schneiden. In einem Topf bei mittlerer Hitze in Olivenöl für einige Minuten anrösten, bis der Kürbis leicht Farbe annimmt und weich wird. Salzen und pfeffern. Mit Ahorn-Sirup und Limettensaft würzen. Deckel auflegen und warm stellen.

Für das Chili-Öl das Öl und die Butter in einer kleinen Pfanne erhitzen. Rosmarin darin für etwa 30 Sekunden frittieren, dann Chili und eine Prise Salz zufügen und zur Seite stellen.

Zum Anrichten die Polenta in den Topf geben, Kürbis-Würfel darüber, mit Chili-Öl sowie den gehackten, frischen Kräutern und Parmesan toppen.

 

*Anmerkung m: durchaus was für Gäste, ich fand die Portion recht schmal bemessen - habe sie für uns vergrößert. Die Angabe der Gemüsebrühe reichte bei mir hinten und vorne nicht... entscheidend ist bei einer Polenta (genau wie bei Grießbrei) die richtige Konsistenz - da solltet ihr in der Zielgeraden selbstständig mitsteuern. Die frittierten Kräuter sind einfach super als Topping - bref: das Chili-Öl kann man mengenmäßig durchaus noch mehr hochsetzen!

Inspiration: Ottolenghi bzw. Inés aka Kaltmamsell

 

Schnipp-Schnapp: Risotto mit Möhren, Radicchio und Maronen

Freitag, 11. Februar 2022

 

Yoga lehrt, dass zwar alle Menschen Bauch-Beine-Po uswusf. haben - aber eben sehr unterschiedliche. Eine meiner Yogalehrerinnen weißt gerne darauf hin, dass sie mit T-Rex-Armen ausgestattet ist - weshalb ihr manche Assanas leichter und andere schwerer fallen. Ich bin das gegenteilige Team, ich bin #Team Orang-Utan-Arme. Jetzt habe ich auch lange Beine, so dass ich meine Arme nicht hinter mir herschleifen muss (keine Sorge, ich komme damit zurecht). Doch manchmal würde ich schon gerne die Ärmel einer Jacke oder eines Pullis zurückkrempeln müssen - sieht doch gleich viel lässiger aus - eine Situation, in die ich nicht komme. Beispielsweise.

Und gerade beim Bäume-Schneiden bei sonnigen Vorfrühlingstemperaturen reichen mir meine langen Arme auch zum Vorteil. Gemeinsam mit einer Teleskop-Astschere - also einer Schere, die man stufenweise ausziehen und verlängern kann - ist meine Reichweite gar nicht schlecht. Schon kommt das *Aber*: wären da die Hebelkräfte nicht. Jetzt schreibe ich mich vermutlich schnell um Kopf und Kragen. Mein Physiklehrer, dessen letzte Klasse wir vor seiner Pensionierung waren, fand nach den vielen Jahren seines Unterrichtes zu dem Schluß, dass Mädchen Physik nicht verstehen. Sehr leider wurde mir die Glorie nicht zuteil, ihm vom Gegenteil überzeugen zu können. Ehrlich gesagt: mir kommt es vor, als hätte ich nie Physik gehabt.

Zum Thema Hebelkräfte dämmert mir etwas. Und die dürften nicht nur auf die *Spitze* meiner Astschere wirken, genauso ebenfalls auf die Breite meiner Arme, mit denen ich die Astschere schließe - sowohl in Bezug auf Hände wie auf Schultern, oder? (wer sich berufen fühlt zur Erhellung: salzkorn@email.de - ich lese mit Neugier!). Ein Eindruck, der sich direkt verstärkt, wenn ich die Astschere austausche durch die kleine Teleskop-Motorsäge (= schwerer). Bref: abends ziehen Bleigewichte an meinen Armen und sie schleifen doch am Boden. Definitiv kein Bedarf mehr an Chaturangas...

Und um noch kurz das Thema Baum-Schneiden zu streifen. Auch da gibt es zwei Lager. Das eine besagt, man müsse nach einem Rückschnitt einen Hut durch die Baumkrone werfen können (coucou Christiane). Das andere Lager - vertreten etwa durch Agrar-Rebell Sepp Holzer - postuliert die Meinung, so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen. Ich neige ja langsam, dem Sepp Recht zu geben. Gerade nachdem ich nun vor unseren geschnittenem Bäumen stehe und die mir demonstrieren, dass ich keinerlei Ahnung habe. So ein Ast eskaliert an der Schnittstelle völlig und unzählige Ästchen schießen in alle Himmelsrichtungen. Das Wort *Wildwuchs* erhält eine völlig neue Bedeutung, wenn man vor so einem Strubbelpeter-Baum steht. Und ich könnte aus dem (jetzt definitiv notwendigem) Schnitt dann schier eine Doktor-Arbeit machen. Eine Wissenschaft für sich. Sollte ein erfahrener Gärtnermeister im Baumrückschnitt in Südfrankreich mal Urlaub machen wollen... er wird erwartet!



 

Die Eingebung für dieses Risotto, das kurz davor ist ein Eintopf sein zu sollen, flog mir hingegen einfach zu - und von dort quasi in den Mund. Ausschlaggebend war der Radicchio im Garten, der sich eifrig anbietet. Es geht doch nichts über guten Samen (coucou Maria): diese robuste, italienische Sorte verbreitete sich selbstständig und eigensinnig - selbst an völlig anspruchslosen Standorten.

Das Bittere des Radicchio wird sehr schön von Karotten und Maronen ausgeglichen. Letztere Kombi findet sich übrigens im Bloguniversum auch in dieser Quiche wieder.


Zutaten 2P:

150g Risotto-Reis (m: Halb-VK)
1 rote Zwiebel
2 Karotten (ca. 200g), in 1/2cm Würfel geschnitten*
1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt
1 TL Kreuzkümmel
1 Zweig Rosmarin, fein gehackt
100g Kastanien (m: eigene oder gekocht, vakuumiert)
1 TL Mandelmus
75g Radicchio, in feine Streifen geschnitten
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1 Mandarine, Saft davon
2 TL Granatapfelsirup
Gemüsebrühe
Granatapfel-Kerne zur Deko
Olivenöl

 Zubereitung:

Die forte Zwiebel und den Knofi fein würfeln. Die Möhren schrubben und in kleine Würfel von ca 1/2cm schneiden.

Das Olivenöl in einem Topf erhitzen, die Zwiebel glasig dünsten. Dann Knofi und Kreuzkümmel sowie den Risotto-Reis kurz mitrösten. Rosmarin zufügen und Brühe anschütten, so dass der Reis gut 2cm damit bedeckt ist und bei schwacher Hitze und geschlossenem Deckel vor sich hinsimmern lassen - dabei  immer wieder umrühren, damit nichts anhängen kann. 

In d Mitte der Garzeit die gekochten Maronen unterziehen. Kurz vor Ende der Garzeit den in Streifen geschnittenen Raddicchio untermischen. Würzen mit Piment und dem Saft einer Mandarine. Salzen und peffern und mit dem Mandelmus cremig rühren (gegebenenfalls noch etwas Gemüsebrühe nachschütten).

Zum Anrichten auf dem Teller mit Granatapfelsirup beträufeln und mit Granatapfelkernen dekorieren.

Anmerkung m: die Karotten lassen sich prima auch durch Kürbis ersetzen - mein bevorzugter wäre wie eigentlich immer der Butternut/ Ich verwende Risotto-Reis demi-complet, der in der Garzeit etwas länger benötigt, aber auch keine ganze Stunde wie Vollkorn-Reis