Wahrheit oder Lüge: Graupenrisotto mit Paprika
Mittwoch, 4. Oktober 2017
Das größte Geschenk in meinem Leben ist das erlebte, gelebte Vertrauen. Seit über 10 Jahren! Wie kostbar und exklusiv doch Vertrauen ist. Wie zerbrechlich es ist und wie vorsichtig muß man sein, wem man es schenkt. Aber eines weiß ich dank meiner Erfahrung nun mit absoluter Gewissheit: ohne Ehrlichkeit gibt es kein Vertrauen.
Und damit meine ich nicht, dass ich meinem vertrauten Habib permanent unbeschönigt und uncharmant jeden meiner Gedanken an den Kopf knalle. Das schließt sich sogar aus: denn mit dem Vertrauen wächst im gleichen Maße der Respekt. Und ebenso der Wunsch, sich gegenseitig so viel Freiraum wie nur möglich zu gewähren. Nur manchmal braucht es in bestimmten Situationen dringend Gewißheit, damit sich kein Zweifelsfunke einnisten kann wie ein nagender Borkenkäfer. Genau dafür haben wir das *Indianerehrenwort* institutionalisiert. Wenn die Bitte nach dieser Rückversicherung gezückt wird, dann ist Hosenrunterlassen angesagt. Gar nicht mal oft von Nöten, doch mit dem Effekt der unmittelbaren Erleichterung. Dicke Empfehlung für alle, die von einer innigen Beziehung träumen.
Lügen und Täuschen sind weitverbreitete Phänomene in der sozialen
Interaktion und Kommunikation - nahezu nicht wegzudenken. *Wer findig genug ist, eine Lüge glaubhaft darzustellen, mag lieber gleich die Wahrheit sagen* findet Oscar Wilde. Aber suchen wir überhaupt noch nach der Wahrheit? Faken ist das neue Schwarz. Passt immer. Geht immer. Jedenfalls im Internet. Echt?
Die Wissenschaft unterscheidet zwei Arten von Lügen: weiße Lügen von angeblich harmlosen oder höflichen Charakter (à la "Gut siehst du aus!"), gegenüber den schwarze
Lügen, die anderen schaden ("Ich war das nicht – sie war’s!"). So oder so gibt es eine ganze Batterie an guten Gründen, mit der wir sämtliche Lügen entschuldigen. Zwei Dinge jedoch scheinen nachweisbar: Das Gehirn gewöhnt sich an das Lügen, d.h. tüchtige Lügenbolde brauchen über *Wahrheitsalternativen* nicht lange nachzudenken. Zweitens lügt es sich als Psychopath leichter. Also Menschen, die es prinzipiell nicht so mit der Empathie und Emotionen im Allgemeinen haben, stolpern bedeutend weniger über eine moralische Hemmschwelle. Verwundert jetzt nicht. Eine Studie der Universität Notre Dame fand heraus, dass Lügen insofern der Gesundheit schadet, als dass bei der Wahrheit bleiben mit weniger Stress und Verspannung einher geht. Richtig gruselig wird es, wenn Menschen die Kunst des Täuschen auf künstliche Intelligenz übertragen wollen - gefördert aus militärischen Forschungstöpfen. Viel Spaß in der Zukunft!
Womit ich bei der schlichten Beobachtung lande: Krieg ist ohne Lüge nicht möglich. In der Wahrheit gibt es keine Täuschung.
Ganz und gar nicht vor klarer und nüchterner Betrachtung muß sich mein nun drittes Graupenrisotto verstecken. Dafür braucht es keinerlei Mogelei oder Schummelei. Nach den Graupen mit Tomaten und mit Zucchini und Saubohnen schließt sich nun eines mit Paprika an. So schlicht, einfach und ungekünstelt wie Gartenküche nur sein kann.
Ganz und gar nicht vor klarer und nüchterner Betrachtung muß sich mein nun drittes Graupenrisotto verstecken. Dafür braucht es keinerlei Mogelei oder Schummelei. Nach den Graupen mit Tomaten und mit Zucchini und Saubohnen schließt sich nun eines mit Paprika an. So schlicht, einfach und ungekünstelt wie Gartenküche nur sein kann.
Zutaten 2P:
100 g Perlgraupen
Rapsöl
1 kleine Navet/ oder Sellerie
1 kleine Karotte
1 Schalotten, gewürfelt
2 Paprika (unter dem Grill gehäutet)
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1/2 Bund Thymian, die Blättchen davon
1 TL Paprika-Pulver
1 TL Paprika-Pulver
1Msp Pimentón de la vera
1 EL Tomatenmark
1 Lorbeerblatt
1 Lorbeerblatt
ein Schuß Rotwein
350ml Gemüsebrühe
Piment d'Espelette
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer
Schnittlauch-Röllchen
2 Spiegeleier
Zubereitung:
Das Gemüse putzen und fein würfeln. Das Öl in einem Topf erhitzen, darin Schalotten, Navet/Sellerie, Karotte und Knoblauch anschwitzen.
Das Gemüse putzen und fein würfeln. Das Öl in einem Topf erhitzen, darin Schalotten, Navet/Sellerie, Karotte und Knoblauch anschwitzen.
Graupen, Thymian, Paprikapulver, Lorbeerblatt, Harissa, Tomatenmark und Pimenton kurz mitrösten. Die kleingeschnittene Paprika zufügen und unterrühren. Mit dem Schuß Rotwein ablöschen und einreduzieren lassen. Brühe und Lorbeerblatt zugeben, alles zum Kochen bringen und 45 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen, dabei ab und zu umrühren. Eventuell noch etwas Gemüsebrühe zugießen - die Flüssigkeit sollte zum Großteil aufgenommen sein, aber die Graupen dürfen noch etwas Biss haben.
Das fertige Risotto noch einmal abschmecken, salzen, pfeffern und mit Piment und Balsamiceo-Reduktion würzen. Das Lorbeerblatt entfernen. Das Risotto warm stellen - parallel dazu zwei Spiegeleier braten. Zusammen servieren und mit Schnittlauch bestreuen.








