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Barbie: Käsekuchen-Muffins mit Streusel

Montag, 5. Juli 2021


Wie bestimmt viele Mädchen meiner Altersklasse habe ich ausgiebig mit Barbie gespielt. Richtig lange. Wenn ich mich umschaue, wann die Pupertät heute einsetzt, hatte ich - körperlich und spielerisch - eine sehr ausgedehnte Kindheit.

Es war eine echte Barbie. Die von Mattel, die in pinkenem Karton mit Sichtfenster verkauft wurde und kein billiges Plagiat. Ein teures Kinderspielzeug. Ich hatte daher eine einzige Barbie. Und ich kann sogar noch sagen welche: die Langhaar-Barbie, der die Haare bis in die Kniekehlen fielen. Dieser habe ich ihre Endlos-Haare mit so viel Hingabe gebürstet, dass die vorderen Haarpartien zum Ende ihrer Laufbahn sehr ausgedünnt waren. Ich habe meine Barbie geliebt. Sie besaß auch nur ein einziges Kleid, die waren damals ebenfalls unverhältnismäßig teuer. In einem Anfall ihrer schwer zu zügelnden Gehässigkeit hatte meine zweieige Zwillingsschwester das Kleid mit dem Locher (um Papier zu lochen für den Akten-Ordner) malträtiert. Die Geld-Oma, edle Spenderin der Barbie, hat angesichts meiner Verzweiflung das Kleid mühselig wieder geflickt, aber von außen betrachtet sah Barbie nun immer aus wie Aschenputtel - trotz Atombusen und Permanent-Make-up. Ungeachtet dessen war sie für mich stets die Heldin meiner ersponnenen Träume.

Ich kann gar nicht mehr sagen, was ich meine Barbie habe erleben lassen. Vieles in meiner Kindheit ist von einem trüben Schleier überzogen und ich kann mich kaum erinnern. Aber ich weiß noch, dass die Geschichten in dem enthobenen Reich der Phantasie stattfand: mein Kuschelhase musste beispielsweise als Pferd erhalten, was keinen Augenblick den Ereignisfluss störte.

Meine jüngere Schwester hatte dann die komplette Barbie-Plastik-Traumwelt: ein Haus, ein Capriolet, zwei Kens, ein Pferd... Aber ob sich damit dann schöner spielen ließ? Grinsend fällt mir ein, dass es Ken - von meiner jüngeren Schwester Detlef getauft - seiner Barbie selten recht machen konnte. Wenn sie ihren Detlef anherrschte, dröhnte es durch ihre Zimmertür.

Keine Ahnung, warum mir Barbie heute wieder in den Sinn kommt. So sweet wie Süßigkeiten... je ne sais pas! Auf jeden Fall halte ich dagegen, dass das Schönheitsideal von Kindern durch das Spielen mit Barbie - und ihren sehr seltsamen körperlichen Proportionen - gestört werden könnte. Ich sehe heute ja auch nicht aus wie Daniela Katzenberger oder eine der Kardashians. Meine Barbie war deshalb wunderschön, weil ich sie wunderschön fand (meine Barbie) und nicht weil jemand mir erklärte, dass GENAU SO schön geht. So wie eben alles erst den Wert erhält, den man ihm - höchstpersönlich - verleiht. Aber das verstehen nur die, die nicht von Graf Zahl gefressen wurden.

 


Variable Muffins schlage ich euch heute vor. Ich habe sie zubereitet während der Holunderblüte - und daher entsprechend parfümiert. Aber setzt euren Vorlieben keine Grenzen. Die Streusel kann man auch prima mit Tonka-Bohne würzen. Oder Kardamom. Ich habe halt mal wieder auf mein Sugar-Spice zurückgegriffen. Und den Quark wiederum könnte man mit Orangenschalen oder Zitronensaft mischen - wirklich wie ihr wollt. Das hier ist lediglich ein Vorschlag für das Grundgerüst von saftigen, knusprigen Muffins.

 

Zutaten 12 Muffins/ ein Muffinblech:

Boden und die Streusel:
125 g Butter weich
75 g Rohrzucker
1 Eier
250 g Mehl
1 TL Backpulver gestrichen
1 Pr Salz
1 1/2 TL Sugar Spice (optional oder anders Parfum) 

Füllung:
500 g Quark (original mageren, m: normalen)
100 g Rohrzucker
125 g Butter geschmolzen
25ml Holunderblüten-Sirup 
1-2 EL Orangenblüten-Wasser
2 Eier
1 Packung Vanillepudding-Pulver
 
Zubereitung:
 
Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein 12er Muffinblech mit großen Papierförmchen (nicht mit den billig-kleinen! Hier benötigt ihr große/ richtige Förmchen) auslegen.
 
Die Butter und den Zucker zusammen mit dem Gewürz für den Teig etwa 1 Minute lang zusammen hell aufschlagen. Das Ei gut einrühren und zuletzt Mehl und Backpulver dazugeben. Alles kurz zu einem groben Krümelteig vermixen.
 
Etwa 20 g vom Teig abnehmen und zu einer Kugel rollen. In eines der Papierförmchen legen und mit den Fingern flach als Boden andrücken. Mit den anderen Förmchen genauso verfahren.
 
Für die Füllung den Magerquark mit dem Zucker zusammen glattrühren. Die geschmolzene Butter unter Rühren einfließen lassen und wieder alles glattrühren, außerdem Holunderblüten-Sirup wie Orangenblüten-Wasser. Einzeln die Eier hinzufügen und unterrühren. Zuletzt das Vanille-Puddingpulver dazugeben und alles zu einer glatten Masse verrühren.
 
Die Füllung gleichmäßig auf die Papierförmchen aufteilen und dann den Rest des Mürbeteiges als Streusel daraufbröseln.
 
Die Muffins im vorgeheizten Ofen etwa 25-30 Minuten lang auf mittlerer Schiene backen. Herausnehmen und einige Minuten in der Backform ruhen lassen. Dann die Muffins aus der Form entfernen und zum Auskühlen auf einen Rost stellen. Bei Raumtemperatur etwa 1 Stunde abkühlen lassen.

Inspiration: KaffeeundCupcakes 

 

Überdosis: Rhabarber-Tarte mit Holunderblütensirup und Joghurtcrème

Sonntag, 16. Mai 2021


Man hat ja von einigem genug gerade. Da bin ich nicht allein, ich weiß... Auf die lange Liste all der Dinge, derer ich gerade mehr als überdrüssig bin - kurz mit *Überdosis* übertitelt - zählt zweifellos der Gebrauch des Konjunktivs II (würde, hätte, könnte...)! Informationsfluss ohne gedachte, angenommene, mögliche, realistische oder unrealistische Sachverhalte ist seit Monaten völlig undenkbar! Denn mehr denn je ist jederzeit ALLES denkbar - besonders im Hinblick auf Leben und Tod.

Hantieren Künstler im Gespräch mit dem Konjunktiv II (gerne, wenn es um geplante, zukünftige Projekte geht) weiß man, dass diese Luftschlösser von diesem Phantasten NIE in die Realität umgesetzt werden. Aber schön, dass man mal darüber gesprochen hat. Hingegen für Politiker ist Konjunktiv II die normale Amtssprache. Da ist man als Zuhörer daran gewohnt, dass sprachlich alles an seidenen Fäden in der Luft baumelt, dass man keinen von ihnen beim Wort nehmen darf - schon gar nicht auf Langstrecke.

Momentan landet jedes Gespräch zwangsläufig eher früher als später bei dem allesbeherrschenden C-Wort und direkt im Anschluß bei Politik im allgemeinen und besonderen. Ebenfalls etwas, auf das ich gut und gerne verzichten könnte. Nicht von ungefähr zählt zum französischen Benimm, politische Themen zu Tisch zu meiden. Hier scheint man noch zu wissen, was mit der wertenden Aussage über einen Menschen *der macht doch Politik* gemeint ist. Denn wie gebärdet sich denn eine solche Person? Wahrheitsgemäß? Aufrichtig? Anständig? Welche Stimmung wird dabei verbreitet? Und wozu? Na? Mal drüber nachgedacht?

Vermutlich erhielt Politik zuletzt um den 2. Weltkrieg oder kurz um den 9/11 so viel Aufmerksamkeit. Jedes Katzenvideo hatte mehr Klicks bei Youtube als die Neujahresansprache der Kanzlerin, spöttelte einst Roger Willemensen über das Interesse an politischen Verlautbarungen. Eine kürzliche Umfrage des Allensbach Instituts wollte wissen *Wie sehr vertrauen Sie eigentlich noch den agierenden Parteien?* Das bedenkliche Ergebnis: über 80 Prozent der deutschen Bevölkerung gab an, den Politikern nur noch wenig bis gar nicht mehr zu vertrauen (via Sahra Wagenknecht - empfehlenswerter Link zu dieser Ausgabe ihrer Wochenschau). Nich soooo super für eine Demokratie. Wie wählen, wenn man jenen misstraut, denen man seine Stimme übergeben soll?

Ach, mir wäre wohler, wenn ich in Zeiten wie diesen einen Beobachter wie den Roger in den Besuchertribünen der Parlamente dieser Welt sitzen wüßte! Sehr leider Konditional II! Sehr leider ist Roger Willemsen 2016 gestorben. Ein ganzes Jahr, von Januar bis Dezember 2013, nahm Roger Willemsen an den Debatten im Deutschen Bundestag teil, passiv als leidenschaftlicher Zeitgenosse und »mündiger Bürger« mit offenem Blick . So entstand sein Buch *Das Hohe Haus*. Man könne, begründete Roger seine Arbeit, einen so wichtigen Ort wie das Parlament - das dafür da ist, um die Regierung zu regulieren - nicht alleine den Journalisten überlassen, die ebenso wie die Politiker ganz mit dem tagesaktuellen Geschäften beschäftigt seien.

Ich habe Roger Willemsen immer besonders gerne zugehört (lieber als gelesen) - etwa wie hier in diesem Interview *Lesenswert* zu seinem Buch *Das Hohe Haus* oder in den Sternstunden des SZ, in denen er die Neugier als Leitmotiv seines Lebens hochhält. Oder hier im SWRUniTalk.... Ich höre ihm immer noch gerne zu (im Gespräch mit Karl Lagerfeld oderoder).

Ich mag seine verschwurbelten Sätze, die von seinem galoppierenden Intellekt geprägt sind, seine Schnelldenkerei mit riesigem, abrufbaren Fundus an Sach- und Lachbeispielen, wenn er Solidarität den Schwächeren gegenüber zeigte, ein Halbstarker (wie er sich gerne selbst nannte), in allem Hochtrabenden ebenso zuhause wie im Trash. Roger wollte Menschen sehen, die wie er für etwas einstehen, brennen, durchs Feuer gehen! Mich hat das sehr für ihn eingenommen.

So ist nicht verwunderlich, dass eine seiner größten Kritiken nach einem Jahr Hospitanz im Plenum dem mehr und mehr verpflichtenden Fraktionszwang galt: *wenig Überzeugungstäter sondern zunehmend Yuppies, die das Vermissen lassen, was man am ehesten unterstellen würde für eine parlamentarische Karriere: Haltung! Dem eigenen Gewissen verpflichtet sein.* Nachschwätzer, Wendehälse und Fähnchen im Wind, die nur die Lieder derer pfeifen, die ihnen die Karriereleiter halten, waren ihm ein Greuel!

Und - als Brückenschlag zu heute - beklagte Roger bereits 2013, dass seinen Beobachtungen nach das Interesse an echten Auseinandersetzungen verloren gegangen sei: drinnen im Reichstag wie draußen auf der Strasse. Man habe, meinte Roger, im Parlament dauernd das Gefühl, alles steht bereits fest, die Reden sind geschrieben, niemand läßt sich noch bewegen. Diskussionen mit dem Ergebnis *Sie haben mich überzeugt, ich muss meine Meinung überdenken, das Argument war gut, ich sollte meinen Standpunkt ändern*, Momente wie diese fanden nie statt. Man stelle sich seinem Gegenüber (anderen Parteien) nicht, zeige nicht nur maximales Desinteresse sondern ließe es im Umgang an grundsätzlichen Höflichkeiten fehlen.

Für alle, die Roger ebenfalls missen, denen empfehle ich außerdem das Feature zu Roger Willemsen im Deutschlandfunk (coucou Katharina). Einer meiner Lieblingssätze über ihn: Er war kein Urlauber, er war ein Reisender!

 


 

Es wird Zeit, dass wir uns wieder lebendig fühlen: Reisen und Erlebnisse, das hilft, sich nicht mit grauer Theorie rumzuärgern, sondern sich auf das eigene Leben zu besinnen! Mit den angekommenen Feriengästen (Wiedersehen macht Freude!) blüht die Hoffnung auf, dass wir alle wieder ein wenig mehr zu Atem kommen und dass das Leben wieder mehr aus süßen, lebenswerten Momenten besteht! In wenigen Tagen (Mittwoch!!) eröffnen die Restos und Cafés in Frankreich ihre Terrassen! YEAH! Mal wieder einen richtigen Café in einem richtigen Café - so gehen heute echte Events!

Nach gutem deutschen Kuchen buk ich mit der anderen Hälfte des Rhabarbers eine gute, französische Tarte - Expat-Dasein verpflichtet ;-)!

 

Zutaten - längliche Tarteform:

Tarteboden:
100g Mehl
50g gemahlene, geschälte Mandeln
40g Rohrzucker (m: zu Puderzucker gemahlen)
1 Pr Salz
70g Butter, nicht zu kalt
1 Eigelb
1 TL Crème fraîche
1/2 Tonkabohne, Abrieb davon

Hülsenfrüchte zum Blindbacken

350g Rharbarber
50g Himbeeren*
50g Rohrzucker
60g Holumderblütensirup (alternativ Saft einer Orange)
1 TL Orangenblutenwasser
4 TLSpeisestärke

300g griech. Joghurt
100g Mascarpone
2 Blatt Gelatine
30g Zucker 
2 TL Verveine-Blätter, feinst gehackt

Deko: gehackte Pistazien

Zubereitung:

Für den Boden alle Zutaten mit Hilfe einer Küchenmaschine zu einem geschmeidigen Teig verkneten, in Folie wickeln und 30min kalt stellen.

Inzwischen Rhabarber schälen und in 2 cm kleine Stücke schneiden. Zucker in einem Topf hellbraun karamellisieren. Mit Holunderblütensirup ablöschen, Rhabarber zugeben und 5 Minuten kochen lassen, bis der Rhabarber weich ist und der Zucker sich gelöst hat. Kompott mit der in Orangenblütenwasser (oder ein wenig kaltem Wasser) gelösten Stärke stark binden und abkühlen lassen.

Den Tarteteig passend zur länglichen Form so auswellen, dass man sie mit einem Rand auskleiden kann und für 30 min in den Froster stellen..

Den Boden erst mit Backpapier, dann mit Hülsenfrüchten belegen. Im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad (Umluft 180°C) auf der 2. Schiene von unten 25 Minuten backen, nach 15 Minuten Hülsenfrüchte und Papier entfernen. Form aus dem Ofen nehmen und den Teig darin vollständig abkühlen lassen. 
 
Nun den Rhabarber auf den Boden glatt streichen und gegebenenfalls nochmals kalt stellen für 15-30min.
 
Währendessen die Crème zubereiten. Dafür die Gelatine in Wasser einweichen und etwas vorquellen lassen. Dann ausdrücken und in wenig Holunderblütensirup bei kleiner Hitze und ständigem Rühren lösen. Zuerst mit 2 EL Joghurt verrühren, dann mit den restlichen Zutaten sorgfältig mischen (m: Handrührer) und etwa 15min im Kühlschrank anziehen lassen. Wenn die Masse zu gelieren beginnt, diese auf dem Rhabarber verteilen und gut und gerne 5 Stunden kalt stellen.

Zum Servieren mit gehackten Pistazienkernen bestreuen. 

Anmerkung m: funktioniert natürlich auch nur mit Rhabarber/ Tipp: für eine Tarte-Form mit 26cm Ø den Tarteteig mit 160g Mehl und 80g Mandeln zubereiten, außerdem 100g Butter, 70g Zucker verwenden - Rhabarber und Crème kann man gleich belassen.

 

Apfelbäume sind wie die Quitten - Deko der Tarte - schon längst verblüht

Locus amoenus - Blitz-Erdbeereistörtchen

Donnerstag, 4. Juli 2019


Ich bin umgetopft und ausgewildert, sage ich über mich selbst gerne. Und das ist nicht mehr rückgängig zu machen. Ohne Natur um mich kann ich nicht atmen. Zumal ich das Glück habe, an einem Kraftort zu leben, einem locus amoneus quasi, einem Ort voller guter, klarer Energie. Im Sommer gibt es obendrein noch locus amoneus II (ich berichtete... mehrfach und wiederholt) wo ich immer wieder hautnah erlebe, wieviel Kraft in purer Natur steckt und wie alleine das Verweilen an solchen Orten wie eine kleine Therapie wirken kann. Man kann das Einfühlen und damit Erkennen solcher Orte üben. Der Habib und ich machen uns einen Spaß daraus, uns gegenseitig auf solche Orte hinzuweisen. Umgekehrt - mit viel bad energy - die gibt es ebenfalls massig. So arbeitet man sich von großen Unterschieden zu immer feineren Nuancen vor.

Bei Menschen bin ich mittlerweile auch gut darin zu erkennen, wer welche Ausdünstung um sich verteilt, wie sie wirken, aufspielen, blenden, antäuschen (Mimikry halt). Die Mechanismen gleichen sich verblüffend. Da verdanke ich der Homöopathie viel, beziehungsweise dem tiefen Verständis meines Habibs davon.

Was kann man sich nicht alles draufschaffen - so lange es keine Gabe ist! Gut, was die Sinneswahrnehmung angeht scheidet der Mensch im Vergleich mit Tieren äußerst bescheiden ab. Jede Fledermaus orieniert sich besser, jeder Hund riecht mehr, jeder Elefant hat ein besseres Gedächtnis uswusf. Nur mit Maß und Zahl können Tiere nichts anfangen. Immerhin lassen sich die Sinne bei manchen Menschen zumindest schärfen - bei stumpfen Rettichen ist wohl nichts mehr zu machen (*Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen*). Aber nehmen wir etwa Musiker: die besitzen oft ein deutlich besseres Gehör als andere. Oder ein ganz banales Beispiel: als ich aufs Land zurückgezogen bin, musste ich das Riechen erst wieder üben. In der Stadt hatte ich es mir nahezu abgewöhnt, weil der Gestank einfach überwog.

Oder eine Geschichte, die mich sehr faszinierte, erzählte uns unserer Osteopath. Ein guter. Sein Können machte eine Operation - die mehrere Ärzte angeraten hatten - unnötig. Während seiner Ausbildung lernte er mit seiner Hand Blockaden aufzuspüren. Er trainierte diese Fähigkeit, in dem er unter ein Blatt Papier ein Haar legte und die Lage nur mit der Hand, die er darüber gleiten ließ, aufspürte. Als er das konnte, wurde von seiner Lehrerin ein zweites Blatt Papier darübergelegt und das Üben ging weiter. Ist das toll?! Was alles erlernbar ist - wenn man es will, wenn man sich übt, wenn man dranbleibt. Schon echt toll, was Mensch alles an Können entwickeln kann!


Mit dieser kleinen Süßspeise habe ich es mir einfach gemacht - einfach, weil die Mara du bois, die Königin unter den Erdbeeren, keinen großen Hofstaat braucht. Hier gilt es lediglich den richtigen Moment abwarten, den das Törtchen zum Antauen braucht (bei uns in der Wärme etwa 5min - dann geht ein Messer ganz leicht durch). Etwas Schlagsahne dazu.... njami!

Natürlich könntet ihr das Törtchen auch leicht (im Sinne von vorhandenen Rezepten - jedoch nicht was den Zeitaufwand angeht) raffinierter machen: ihr füllt das ultimative Erdbeer-Eis in die Förmchen oder sucht euch etwas aus dem reichhaltigen Erdbeer-Fundus zu den Beeren aus ...


Zutaten - 4 Förmchen à 125ml Füllmenge:

250g Erdbeeren
125g Sahne
150g Quark (m: Faiselle) 
50ml Holunderblüten-Sirup
10g Vanillezucker (m: eigener)

150g Sahne

Zubereitung:

125g der Erdbeeren fein pürieren, mit Quark, Zucker und Sirup mischen. 125g Sahne schlagen und untermischen. Die Masse auf die vier Förmchen verteilen und kalt stellen - am besten über Nacht.

Zum Servieren weitere 150g Sahne schlagen, die restlichen 125g Erdbeeren klein schneiden, ebenfalls mit Holunderblüten-Sirup marinieren. Zusammen auf einem Teller anrichten. Die Törchten vor dem Servieren unbedingt (!) etwas antauen lassen (sonst sind sie nämlich durch die Eiskristalle zu fest gefroren zum Verzehr).



Inspiration³ : Tarte mit Johannisbeeren, Holunderblüten-Sirup und Verveine

Sonntag, 9. Juni 2019


Der Holunder blüht verschwenderisch und duftet dabei derart betörend und berauschend, dass auf dem Land an ihm gerade kein Weg vorbeiführt. Gleichzeitg verfärben sich an den Sträuchern die ersten Johannisbeeren rot und erinnern mich daran, dass noch welche von letztem Jahr tiefgekühlt auf Verwertung warten. 

Eine weitere Weisung in Richtung dieser Tarte waren freundliche Feriengäste aus der Schweiz, die auf der Suche nach einem Tarte-Rezept erst über das Blog gestolpert waren, um schließlich als Urlauber bei uns zu landen. Ich wußte die Zeichen wohl zu lesen und trollte mich brav gen Küche, um allen gesehenen, gerochenen und erzählten Boten der Zeit gerecht zu werden. So einfach kann Kochen oder Backen sein, wenn die Musen flüstern...

Zutaten:

240g Mehl
130g Butter
Salz
60g Zucker
1 TL Crème fraîche
(oder 1 Ei)
etwas kaltes Wasser
Abrieb einer 1/2 Tonka-Bohne

450g Johannisbeeren
250g Mascarpone
1 Ei
6 EL Holunderblütensirup
40g Zucker*
12 Blätter Verveine 


Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Tarteboden einen homogenen Teig kneten und mindestens eine halbe Stunde kalt stellen. Eine Tarteform buttern, den Teig auswellen und die Form damit samt Rand auskleiden. Den Boden mit der Gabel mehrfach einstechen und ca. eine halbe Stunde in die Tiefkühle stellen.

Den Ofen auf 200° Umluft vorheizen. Die Tarte mit Backpapier auslegen, mit Hülsenfrüchte belegen und 10min backen - Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen und weitere 10min backen.
Währenddessen von den Verveine-Blättern die Mittelrippe herausschneiden und fein hacken. Mascarpone, Ei, Holunderblütensirup, Zucker und Verveine mit einem Handrührgerät glatt rühren. Die Johannisbeeren untermischen.
Den Backofen von Umluft auf Ober-/Unterhitze umstellen. Den Belag auf den vorgebackenen Boden verstreichen und die Tarte weitere 20min bei 190° und 15min bei 180° backen. Auskühlen lassen - ich finde, etwas gekühlt schmeckt die Tarte besonders erfrischend.

*Anmerkung m: Die Johannisbeeren lassen sich auch prima durch Brombeeren, Himbeeren oder Blaubeeren ersetzen. Möglicherweise würde ich den Zucker dann etwas reduzieren, weil man weniger Säure als bei den Johannisbeeren ausbalancieren muss.


Realitätsabgleich: Kürbis-Pü mit Holunder-Birnen-Rotkraut und karamellisierte Kastanien

Donnerstag, 29. November 2018


*Woauh! Eure Aussicht ist ja in echt noch schöner wie auf den Fotos. Sonst ist es ja allermeistens gerade andersrum.* Einen Satz, den wir so oder so ähnlich immer wieder von unseren Feriengästen hören. Und ja, selbst die Einheimischen anerkennen *la belle vue* und sagen: *Gigors hat den schönsten Blick der Region!*

In all den Jahren, in denen ich jetzt hier lebe, hat mich kein Motiv öfter nach dem Foto greifen lassen wie eben dieser malerischen Panoramablick (sämtliche Leserschaft sollte wissen, wovon ich schreibe). Und ich bekomme (wenn überhaupt) nur ein Zipfelchen eingefangen. In einem breiten, ausgedehnten Tal schwingen sich in unterschiedlichen Tiefen kleine Gebirgs-und Hügelketten, durch die verborgen sich die Drôme schlängelt. Rechts und links wirkt die Landschaft wie eingerahmt: im Osten von dem schroff aufsteigenden Hochvercors, das je nach Sonnenuntergang zum Alpenglühen gebracht wird, im Westen vom kleinen Saint Pancras (der Heilige Pankratius), zu dessen Fuße die romanische Kirche steht und an dem vorbei gelinst man bis rüber in die Ardèche sehen kann. Zentral im Süden liegt alle Blicke auf sich ziehend der markante *Les trois Becs*, auf denen eine der schönsten Wanderungen der Gegend führt (gefühlt ein Achttausender mit Sicht an klaren Tagen bis zum Mount Blanc). 

Dabei schauen wir in nahezu unbebaute Natur, nachts kann man die erleuchteten Punkte an einer Hand zählen, ganz im Gegensatz zu den schier unendlichen Sternen am Firmament. Oft stehen auf den Wiesen um das Haus Schafherden (sie gehören der reichsten Bauernfamilie), ansonsten finden sich kleinteilige Felder, die verschieden bestellt sind, neben großen Waldflächen mit altem Baumbestand.

Hinzu kommt, dass die Aussicht mit den Jahreszeiten und den Uhrzeiten jedes Mal wechselt und sich in immer wieder neuen, anderen, so nie gesehenen Stimmungen zeigt. Es ist nicht zu fotographieren, nicht zu malen, nicht zu beschreiben. Kennt ihr die Nietzsche-Aussage aus *Also sprach Zarathustra*: *Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, dann blickt der Abgrund auch in dich hinein.* Gleiches gilt für diese Weite. Eigentlich kann man eine Woche lang nichts anders machen wie nur ins Tal starren. Was gerade diejenigen am allerwenigsten schaffen, die nur für eine Woche zu uns nach Südfrankreich runtergefahren sind - die schießen besonders leidenschaftlich wie eine Flipperkugel umher, um so viel wie möglich abzuhaken...
 
Es dämmert einem, dass die Kulisse ein und dieselbe bleibt, während eine Generation von Mensch nach der anderen hier durchzieht - immer ein anderes Schauspiel aufführend... Der Habib hat auf unserer Homepage dazu schön geschrieben!

Nun, lange Rede, kurzer Sinn: bei dem heutigen Food-Bild handelt es sich um gegenteiligen Fall: es schmeckt um Welten besser als es aussieht. Soll heißen: ich bin mit dem Foto nicht wirklich zufrieden, gerade weil es echtes Komfort-Essen ist: das cremige Pü, das geschmorte Blaukraut mit der köstlich-tiefsinnigen Holundernote und die karamellisierten Kastanien.... hmmmm.... ihr hättet es riechen müssen. Für zierliches Anrichten fürs schnelle Shooting fehlte einfach die Disziplin. Wie die Kirsche auf der Sahnehaube im Süßen, so macht im salzigen Pendant zwei-drei Löffel Unami-Gemüse-Jus (der wird euch im Winter bei mir noch öfters begegnen) genau dieses i-Tüpfelchen. Fazit: zum Reinsetzen!


Zutaten 2P*:

Rotkohl:
800g geputzter, entstrunkter Rotkohl
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1 TL Vanille-Zucker (m: selbst angesetzt)
200ml Rotwein
100ml Portwein
125ml Gemüsebrühe
1 Lorbeerblatt
5 Pimentkörner
1 Nelke
1/2 TL schwarzer Pfeffer
1 Splitter Zimtrinde
1 Birne
50ml Holundersaft (m: eigener)
1 Streifen unbehandelte Orangenschale
1 Scheibe Ingwer
Salz, Pfeffer
Öl

Pü:
150g Kartoffeln
350g Kürbis (Butternut)
50g Sellerie
50g Sahne
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
etwas Sahne
1 Stich Butter

karamellisierte Kastanien s. hier

Gemüse-Jus s. hier

Zubereitung: 

Den Kohlkopf in feine Streifen hobeln. In einem Topf die fein gewürfelte Schalotte zusammen mit dem klein gewürfelten Knoblauch glasig dünsten, dann den Vanillezucker kurz mitrösten und karamellisieren lassen. Rotwein und Portwein angießen und auf ein Drittel reduzieren lassen. Brühe und Kraut hinzufügen, etwa 1 ½ Stunden bei milder Hitze zugedeckt mehr ziehen als köcheln lassen.

Nach einer Stunde das Lorbeerblatt einlegen. Den Piment, , die Nelke, den Pfeffer und den Zimt in ein Gewürzsäckchen (oder Teebeutel) füllen, verschließen und zu dem Blaukraut geben.

Die Birne schälen und vierteln, das Kerngehäuse entfernen und  in schmale Spalten schneiden. Die Birnenspalten etwa 10 Minuten vor Ende der Garzeit mit 50 ml Holundersaft in das Blaukraut geben.

Ebenso Orangenschale und Ingwer einlegen, einige Minuten ziehen lassen und wieder entfernen. Das Lorbeerblatt und das Gewürzsäckchen ebenfalls entfernen. Abschmecken mit Salz und Pfeffer.

Für das Pü Kartoffeln, Kürbis und Sellerie schälen und würfeln. In Salzwasser aufsetzen und so lange kochen, bis das Gemüse gar ist. Abschütten und gut ausdämpfen lassen. Butter und Sahne (wer mag ersetzt etwas der Sahne durch Milch) nach und nach angießen, pürieren und je nach gewünscher Konsistenz noch etwas Sahne zufügen. Salzen, pfeffern, und mit frisch geriebener Muskatnuss würzen.

Alles hübsch anrichten (also quasi etwas anders wie ich) und mit dem Jus beträufeln.

*Anmerkung m: der Rotkohl wird für 4 Personen reichen - demnächst zeige ich euch, was ich mit den Resten für uns zubereitet habe...

Inspiration Blaukraut: Variante von Schuhbeck


Wahrnehmbar: Erdbeer-Holunderblüten-Pudding-Tartelettes

Samstag, 11. Juni 2016

Die meisten von uns gehen davon aus, dass wir im kausalen Denken ganz gut sind. Das üben wir in den staatlichen Schule schließlich hauptsächlich: *Wenn ..., dann ...*. Als Kind habe ich auf dem Heimweg gerne damit gespielt. *Wenn bei den gezählten Zaunpfählen eine ungerade Zahl rauskommt, dann bekomme ich was Süßes* (naja, reden wir nicht über Wahrscheinlichkeit). Beschäftigt man sich allerdings tiefer mit der Kausalität, muß man feststellen, dass das eine ganz schön komplexe Angelegenheit ist.

Mir dünkt manchmal, als würden wir nur SEHR wenig Möglichkeiten ausschöpfen, die uns geistig zur Verfügung stehen. Ich finde es immer wieder spannend, sich darüber nicht nur Gedanken zu machen, WAS man denkt, sondern auch WIE. So sagt mein Goethe: *Beachte das Was, mehr beachte das Wie*! Eben. 

Das ist einer der Gründe, wieso der Buddhismus so skeptisch ist, was die Wahrnehmung angeht. Im chinesischen bedeutet der obere Teil des Schriftzeichens für Wahrnehmung *Merkmal*, *(Kenn)zeichen* oder *Erscheinung* und der untere *Geist*. Das Problem: die Hülle kann trügerisch sein. Ein buddhistischer Rat lautet daher, sich von seinen Wahrnehmungen nicht täuschen zu lassen. Mehrfach lehrt Buddha, dass die meisten unserer Wahrnehmungen auf einem Irrtum beruhen. Der edle achtfache Weg beginnt deshalb mit *der rechte Anschauung*, *dem rechten Denken* und *der rechten Achtsamkeit*.

In der Homöopathie übt man sich, in Prozessen zu denken, bzw. in Feldern. So zeigen die Erfahrungen bei Arzneimittelprüfungen, dass manche Prozesse sich bereits zeigen, schon bevor die Verreibung begonnen hat. Gerade auch allen Anfängen wird eine besondere Bedeutung zuteil, denn in ihnen liegt bereits eine komplette Entwicklung verborgen. Dazu sagt ebenfalls mal wieder mein Goethe: *Und was die Mitte bringt ist offenbar: das was zu Ende bleibt und anfangs war.*

Ein weiteres Puzzelteil kann ab und an die Snychronizität liefern: Ereignisse, die zeitgleich zur Erscheinung kommen, ohne dass sie direkt in einem Zusammenhang stehen. 

Bei uns blüht gerade atemberaubend lieblich der Hollunder. Und dicht daneben steht unser Erdbeerfeld mit roten, verlockenden Früchten. Schön blöd, wem dieser (synchrone) Hinweis nicht ausreicht, um diese Zwei miteinander zu verbinden. Übrigens nicht meine erste Zusammenführung von Erdbeeren und Holunderblüten-Sirup, sondern bereits die zweite gelungene! Ganz und gar *assoziativ-kreatives Denken*, das man (überprüfend) schmecken kann. Und wie man Holunderblüten-Sirup zubereitet, dazu braucht ihr mich bestimmt nicht mehr...
Zutaten 12 Stück/ 1 Muffinsblech:

Teig:
160g Mehl
40g geschälte, gemahlene Mandeln
40g Puderzucker
2 EL Quark
100g Butter, kalt, in Flöckchen
1 Pr Salz

1/2 Zitrone, Abrieb davon
etwas kaltes Wasser

Füllung
300g Erdbeeren
100ml Milch
100ml Sahne
30g Speisestärke
60ml Holunderblütensirup
10g Vanillezucker
2 Eier

12 Erdbeeren zum Dekorieren
Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Boden einen homogenen Teig kneten und eingewickelt etwa 1 Stunde kalt stellen. Die Muffinsform buttern. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen, 12 Kreise ausstechen und die Mulden damit derart auskleiden, dass man einen hohen Rand (etwas über die Form) damit bildet. Ca. 20min in die Tiefkühltruhe stellen.

Die Erdbeeren waschen, vom Grün befreien und klein schneiden. Holunderblütensirup, Zucker und Eier zufügen und mit dem Zauberstab verquirlen. Die Späsestärke mit Milch und Sahne glatt rühren und unter die Erdbeermischung rühren. Die Füllung auf die 12 Böden verteilen.

Im vorgeheizten Backofen bei 180° - ca. 30min backen. 10min in der Form auskühlen lassen, dann vorsichtig mit Hilfe einer Gabel (oder Messer) aus den Förmchen lüpfen und auf einem Kuchengitter restlos auskühlen lassen.

Die einzelnen Tartelettes mit aufgeschnittenen Erdbeeren verzieren.

*Anmerkung m: Wer die Tartelettes als Dessert servieren möchte, dem empfehle ich begleitend Stefanies Ofen-Rhabarber - das Beste, das man aus/mit/von Rhabarber machen kann!

Mal unaufwendig: Erdbeer-Törtchen mit Brandteig

Donnerstag, 21. Mai 2015

Jedes Mal, aber wirklich noch jedes Mal wundere ich mich kringelig, wieso die Statistik besagt, dass ihr bei mir besonders auf den Süßkram abfährt. "Ähhhh" hats bei mir dann immer gemacht: "WIESO??? Wieso guckt ihr dafür ausgerechnet bei mir??"  Das allermeiste ist doch das volle James Bond Getränk - fix gerührt und nix geschüttelt. Also mit Sicherheit keine Kernkompetenz von mir.

Aber jetzt hab' ich es kapiert: ihr seid genau die gleichen faulen Socken wie ich, die schnell im Handumdrehen was Süßes auf dem Tisch stehen haben wollen. Tja, hätte ich auch direkt drauf kommen können  ;)!

Nun, dann habe ich jetzt mal wieder etwas richtig unaufwendiges: eine leichte Erdbeer-Joghurt-Mousse mit Erdbeer-Ragout, das in Holunderblüten-Sirup mariniert ist, zusammengehalten von einem Brandteig. Mein erster Brandteig überhaupt. Denn prinzipiell stehe ich jetzt nicht so auf Éclairs, Profiterole, Windbeutel und Konsorten. Wenn ich für Süßbäckerei so Dinge wie Spritzbeutel benötige, dann bin ich sowieso schon raus. 

Aber hierfür macht man sich das Leben deutlich einfacher (der Brandteig wird lediglich auf das Backblech gestrichen), daher ließ ich mich überreden. Der weltgrößte Brandteig-Fan werde ich in dem Leben vermutlich nicht, aber die frühlingshafte Leichtigkeit wußte dennoch zu überzeugen. Die aufgeknusperten Reste aus der Tiefkühltruhe fand ich sogar fast noch besser, weil der Brandteig - wenn er eine Weile steht - schnell etwas lätschiges bekommt.

Ein Rezept zum Holunderblüten-Sirup schenke ich mir - das stelle ich wie alle anderen her. Und das ist dann stets soviel, dass es für zwei, drei Jahr ausreicht...
Zutaten -  6 Törtchen:

Brandteig:
45 g Butter, in Stücke
Salz 
1 Tl Zucker 
120 g Mehl 
120ml Wasser
3 Bio-Eier (Kl. M)  

Creme:
4 Blätter weiße Gelatine
250 g Erdbeeren
150 g Sahnejoghurt  (m: normaler, abgetropft)
70 g Puderzucker (m: 90g Erdbeer-Marmelade)
1 Tl fein abgeriebene Bio-Limettenschale
2 El Limettensaft 
250 ml Schlagsahne (m: 220ml)

Marinierte Erdbeeren: 
400 g Erdbeeren
3 EL Holunderblütensirup

Außerdem Fett und Mehl für das Blech 
runder Ausstecher, (9 cm Ø)

Zubereitung:

Ein Backblech fetten und mehlen. Backofen auf 220° (O/U-Hitze) vorheizen.

Für den Brandteig Wasser mit Butter samt Prise Salz zum Kochen bringen. Wenn das Wasser kocht, das gesamte Mehl auf einmal zugeben und gleichmäßig so lange kräftig rühren, bis der Brandteig am Topfboden einen Film hinterlässt ("abbrennen").

Brandteig in eine Schüssel geben. Nach und nach ein Ei nach dem anderen zugeben (Jedes Ei muss vollständig untergeknetet sein vor der nächsten Zugabe) und rühren, bis der Teig eine zähe Konsistenz hat und sich "mit dem Löffel langziehen lässt".


Mit Hilfe einer Teigkarte, die man immer wieder befeuchtet, den Teig dünn auf das Backblech streichen (Teig füllt dabei das Blech nicht komplett aus - Ränder ringsherum lassen). Auf der mittleren Schiene 15–17 Minuten backen - der Teig dehnt sich dabei blechausfüllend aus und verwirft sich kraterartig. Auf dem Blech auf einem Gitter abkühlen lassen.

Für die Creme die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Erdbeeren waschen, vom Grün befreien und pürieren. Erdbeeren mit Joghurt, Erdbeermarmelade und Zesten vermengen. Den Limettensaft erwärmen, darin die Gelatine lösen. 2 EL vom Joghurt zur Gelatine geben, dann alles miteinander vermengen. Die Creme 45min anziehen lassen. Die Sahne schlagen und unterheben. Alles 1 1/2 Stunden kalt stellen. Die Erdbeeren in Scheiben schneiden und vorsichtig mit dem Holundblütensirup vermengen - marinieren lassen für ca. 10min.

Mit dem Ausstecher dicht an dicht Kreise ausstechen - die Reste grob zerrupfen. Auf 6 Kreise jeweils die Hälfte der Crème verteilen (kann man mit dem Spritzbeutel machen/ m: mit dem Eßlöffel), ebenso die Hälfte der Erdbeerscheiben. Die restlichen Teigkreise daraufschichten, restliche Crème und Erdbeeren genauso. Mit den Teig-Flocken toppen und mit ordentlich Puderzucker bestäuben.

kuscheln mit Mme Lotte: Seeteufel mit Pürre aus Saubohne und Erbse

Dienstag, 11. Juni 2013

Der ein oder andere weiß vielleicht noch, dass zwischen mir und der Saubohne eine ganz besondere karmische Verbindung besteht. Gut möglich, dass es deshalb recht einfach für mich ist, eine Beziehung zu ihr herzustellen.

Beim Putzen verbringt man ja so seine Zeit miteinander - kommt sich auf kuscheligem Terrain näher und näher... na, ihr wißt, wie das so läuft. Jedenfalls hat sie mir, Mme Fêve, beim Pulen den ein oder anderen Einblick gegeben in den großen Zyklus aller Lebewesen dieser Erde, den auch sie gedenkt zu durchlaufen. Verläßt sie die Flora, dann wird sie wohl berufen sein, - ist nun auch nicht weiters schwierig, diesen Bogen zu spannen - ihr Gemüsedaunen verlassen, um übergehend in das Reich der Fauna in ähnliche Verhältnisse geboren zu werden. So fiel die einstimmige Wahl derer, die das sagen haben unter Beibehaltung gleicher Prioritäten (gut gebetteter Start) auf ein hüpfendes Tier: das Känguruh. Eigentlich logisch, das alles, oder?

Findet sie gar den Sprung zu einer menschlichen Inkarnation, hat sie mir anvertraut, dann... Aber das quetscht ihr besser selbst aus ihr heraus, wenn ihr sie aus ihrer Hülle drückt... So plaudert es vor sich hin, wenn man einen Haufen Saubohnen zu putzen hat.

Dieses Essen ist herrlich leicht und bringt endlich mal wieder meine große, kulinarische Liebe (Obst zu Herzhaftem) auf den Teller. Auch als Vorspeise kann ich mir dieses Gericht ganz wunderbar vorstellen.

Ach, und glaubt jemandem, der *Saubohne* heißt, nicht alles...
Zutaten:

2 filet de lotte (Seeteufel)
etwas Noilly Prat
etwas Geflügelfond
Abrieb einer 1/2 Zitrone
einige Minzblätte, fein geschnitten
Salz, Pfeffer
700g fêves (Saubohnen)
300g junge Erbsen (m: tiefgefroren)
1 EL Nussbutter
1 handvoll Zuckerschoten
einige Erdbeeren
Holunderblütensirup (m: selbstgemacht)
weißer Pfeffer
Zubereitung:

Zuerst das Gemüse vorbereiten. Die Saubohnen aus der Schale schälen. Die Bohnen kurz in kochendes Wasser geben, abschrecken und die Saubohnen aus ihrer Hülle befreien.

Die Zuckererbsen gipfeln und wenn nötig die an den Seiten der Schoten entlang wachsenden Fäden entfernen. Kurz blanchieren und ebenfalls abschrecken.

1 EL braune Butter erhitzen und die Saubohnen und die Erbsen zusammen kurz darin wenden, etwas Wasser zugeben und bei geschlossenem Topf weich dünsten. Mit dem Zauberstab grob pürieren. Zur gewünschten Konsistenz noch etwas Wasser zufügen. Salzen und pfeffern.

Die Erdbeeren waschen, von ihrem Strunk entfernen und halbieren. Mit etwas Holunderblütensirup und frisch gemahlenem weißen Pfeffer marinieren.

Die Filets nach Gräten durchgehen und gegebenenfalls entfernen. Die Filets kurz in Olivenöl anbraten mit einem Schuß Noilly und etwas Geflügelfond ablöschen und die Zitronenzesten darüber streuen. Anschließend im Ofen bei 70° - 10 Minuten ziehen lassen. Beim Anrichten mit den Minzblättern bestreuen.

Die Zuckererbsen vor dem Servieren kurz in etwas Butter schwenken.

Zuerst das Pü auf dem Teller anrichten, die Zuckerschoten und die Erdbeeren darum verteilen und das Filet auf das Pü setzen. Voilà.
Quelle und Hilfe für die Lotte: Astrid - Arthurs Tochter

HOLLER-hi HOLLER-ho - Holunderblütentarte mit Erdbeeren

Sonntag, 27. Mai 2012

*...wird wohl mein fein's Liebchen sein, Hollahi jaho*. Meiner heutigen Interpretation nach geht dieses Volkslied eindeutig auf den Holler zurück - sieht man von dem Schreibfehler mal ab. Ist doch ein Liebchen - findet Eline auch. Der ich mich ganz und gar anschließe: den Hollunder , den mögen wir!

Entweder ihr setzt für diese Tarte frischen Sirup aus den Holunderblüten an, dann habt ihr das schönste Aroma der Blüten eingefangen, wie ihr bei Gisa nachlesen könnt. Ein Kaltauszug ist ebenso möglich wie die Vermischung mit Melisse. Oder ihr machts wie ich und verbraucht zuerst euren Vorrat von letztem Jahr, dann ist diese Tarte wirklich schnell zubereitet.

Wunderbarerweise sind nun endlich und zeitgleich mit der Blüte des Holunders unsere eigenen Erdbeeren reif. Die ersten haben wir mit der zweiten Auflage des Crème-Fraîche-Eis gegessen - pur! Nun werden es von Tag zu Tag mehr. Da dürfen die fotogenen Auchliebchen Erdbeeren auf einer Tarte zur Zierde dienen.

Die Tarte-Idee stammt von Annik Wecker, genau, der Frau von dem Konstantin, und ist im Gegensatz zu den sonst meist sehr gewichtigen Kuchen von Annik eine sehr leichte Tarte. Für uns habe ich sie in meiner 23er Tartefom gebacken mit der Hälfte der Füllung. 

Ach, die Feinliebchen, machen sie das Leben nicht einfach schöner?!
Zutaten:

Mandelmürbteig Tarteform oder 28 cm :
200g Mehl
30g Mandeln, gemahlen (3 EL)
100g kalte Butter, in Stückchen
70g Zucker (Puderzucker
m: normaler)
1 Ei, Größe S*
1 Pr Salz

Füllung:
250ml Holunderblütensirup
4 Blatt Gelatine
Saft 1 Zitrone (3oml)
60g Sauerrahm 
(m:crème fraîche)
2 Eiweiß
1Pr Salz
30g Zucker**
225g Sahne

Erdbeeren zum Verzieren
Zubereitung:

Die Zutaten für den Mürbteig zügig zu einem homogenen Teig verarbeiten, in eine Frischhaltefolie packen und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank kalt stellen. Eine gebutterte und mehlbestäubte Form damit auslegen, mit einer Gabel mehrfach einstechen und 30 Minuten in die Tiefkühltruhe stellen. 

Den Ofen auf 200° vorheizen. Die Tarte 18 Minuten blindbacken (m: weitere 10 Minuten ohne Hülsenfrüchte).

Für die Füllung Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Holunderblütensirup mit Zitronensaft und Sauerrahm vermischen. Einen Teil davon mit der ausgedrückten Gelatine erwärmen und diese auflösen. Gelatinemischung und Holundermischung in einer Schüssel vermengen. Im Kühlschrank etwas abkühlen lassen.

Das Eiweiß mit dem Salz aufschlagen, den Zucker einrieseln lassen und weiterschlagen, bis er sich aufgelöst hat. Die Sahne ebenfalls steif schlagen. Beides nacheinander unter doe Holundercrème heben. Die Creme auf den Tarteboden geben, glatt streichen und die Tarte im Kühlschrank etwa 2 Stunden fest werden lassen. Nach Belieben mit Erdbeeren oder kandierten Rosenblätter verzieren.

Alternativen zum Holunderblütensirup: Rosensirup, Himbeer-Rhabarbersirup, Veilchensirup oder Zitronenverveine-Sirup (kommt noch) oderoder...

Ebenfalls eine schöne Idee: anstelle der Tarte ein Schichtdessert mit Früchten machen, dafür für diese Füllung 1 Blatt weniger an Gelatine verwenden.

*m: Eigelb +etwas Wasser/ **m: 1 TL
Quelle: Raffinierte Tartes - Annik Wecker, Alfons Schuhbeck