Kugelrund und gar nicht unprätentiös: gebackene Rotkrautknödel mit sahnigem Pilz-Geschnetzeltem
Freitag, 16. Dezember 2016
Immer mal wieder taucht in Zusammenhang mit meinem Foodblog das Adjektiv *unpräteniös* auf. Bon, als jemand, der nun wirklich nicht viel Lebenszeit im Badezimmer verbringt, kann ich mich mit der Beschreibung *uneitel* bishin zu *spartanisch* durchaus anfreunden.
Nicht, dass ihr mich falsch versteht. Ich bin gerne Mädchen. Was sollte ich gegen hübsche Verpackungen haben (solange ich sie nicht basteln muß). Ich hätte auch wirklich nix - bekennenderweise - gegen die Friese meines Lebens einzuwenden. Klar, als Landei bin ich Jeans-Mädchen. Doch die Fränzifrauen lieben einen weiblichen Look - so schlupfe ich hier neuerdings ebenfalls gerne in Röcke. Man könnte also durchaus von modischen Ambitionen reden. Gut, Schuhe mit hohen Hacken machen hier ebenso wenig Sinn wie gestylte Fingernägel. Aber gerade bei letzeren leide ich unter einer tiefgehenden, angeborenen Marotte: ich ertrage meine eigenen seit jeher nur kurz (Handwerkerin) und ich ertrage es noch viel weniger, anderen beim Nägelfeilen zuzusehen. Davon bekomme ich Magenkrämpfe, Schüttelfrost, Beklemmungen und Gruselattacken. Ein sinnliches Horror-Erlebnis! Unter vielen furchtbaren Berufen kann ich mit absoluter Sicherheit sagen, dass für mich alles rund um Pediküre oder Maniküre oberste Plätze belegt.
Aber ich verfranse mich. Denn wo ich eigentlich rauskommen will: selbstverständlich bin ich nicht frei von Gefälligkeiten. Natürlich will ich kein Waldschrat sein. Selbstredend wünsche ich mir, dass das, was ich koche, appetitlich anregt. Oder Fotos kulinarisch animieren. Schöne Teller - eben ohne Deko-Tüttelkram. Soviel Ehrgeiz muß sein (und dabei ziehe ich - wenn ich es nur könnte - eine meiner ungezupften Augenbrauen sophisticated nach oben).
Mit diesem Gericht bin ich sehr zufrieden. Wie hübsch, wie festlich läßt sich vegetarisch kochen. Hach, herrlich! Gemüse dankt es als fotogenes Model. Praktischerweise habt ihr für dieses köstliche Gericht von Monsieur Lafer wie ich eine kleine Fritöse. Bei mir ein schwer eingestaubtes Küchenutensiel, aber eigentlich völlig unkompliziert in der Handhabung. Und Gemüse in eine knusprige Knusperkugel zu verwandeln, kann ich nur schäniall finden! Dicke Empfehlung - mir hat dieses Essen schlicht Freude bereitet... geschmacklich wie optisch!
Zubereitung:
Rotkraut:*
500 g Rotkraut, ca. ½ Kopf
2-3 Nelken
2 Zimtstangen
4 Wacholderbeeren
2 Lorbeerblätter
1 EL Pfefferkörner, weiß, geschrotet
2-3 EL Rotweinessig
2 EL Orangen in Akazienhonig
200 ml Rotwein
Salz
2 rote Zwiebeln, in feinen Streifen
20 g Butterschmalz
2 EL Speisestärke
2 EL Speisestärke
500g Champignons, in Scheiben geschnitten
ein Schluck Portwein, weiß
2 Schalotten
150ml Gemüsebrühe
100ml Sahne, geschlagen
1 TL Pilzpulver
Salz, Pfeffer
1 EL Petersilie, fein geschnitten (m: vergessen)
Mehl zum Wenden
2 Eier, verquirlt
200 g Semmelbrösel
ca. 500 ml Pflanzenöl zum Frittieren
Salz, Pfeffer
1 EL Petersilie, fein geschnitten (m: vergessen)
Mehl zum Wenden
2 Eier, verquirlt
200 g Semmelbrösel
ca. 500 ml Pflanzenöl zum Frittieren
Zubereitung:
Für das Rotkraut die Gewürze in einen Teebeutel füllen und diesen verschließen. Rotkohl vom Strunk befreien und in feine Streifen schneiden. Gewürze und Rotkohl mit Essig, Honig und Rotwein sowie Salz marinieren - dafür krätig von Hand durchkneten. 3 Stunden ruhen lassen.
Die Zwiebeln in dem Butterschmalz glasig dünsten. Dann das marinierte Rotkraut samt Marinade und Gewürze zufügen, Deckel auflegen und bei kleiner Hitze ca. 40min schmoren lassen. Den Rotkohl komplett auskühlen lassen. Nun erst mit der Stärke mischen und mit Hilfe zweier Esslöffel (m: Hände) kleine Knödel formen (von etwa 5cm Durchmesser). Diese auf ein Tablett setzen und für etwa 1 Stunde ins Gefierfach setzen.
Die angefrorenen Rotkrautknödel zuerst in Mehl wenden, dann durch verquirltes Ei zeihen und schließlich in Semmelbrösel panieren. Panierte Knödel ein zweites Mal durch das Ei ziehen und nochmals in den Semmelbröseln panieren. Die Friteuse rechtzeitig auf 180° vorheizen. Die Knödel darin (m: jeweils 2) in heißem Öl goldbraun ausbacken, dann auf Küchenpapier abtropfen lassen und im 110 C° heißen Ofen warm halten (m: keine Sorge - funktioniert alles einwandfrei!)
Die Pilzscheiben in einer sehr heißen Pfanne ohne Fett anbraten. Zur Seite auf einen Teller geben und bei mittlerer Hitze das Butterschmalz darin erhitzen. Die gewürfelte Schalotten nun anschwitzen. Diese mit dem Portwein ablöschen und etwas einreduzieren lassen. Pilze und Pilzpulver zufügen sowie die Gemüsebrühe und nochmals 5-8min köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer abschmecken und mit Schlagsahne verfeinern. Gehackte Petersilie unter das Geschnetzelte heben und mit den gebackenen Knödeln servieren.
Die angefrorenen Rotkrautknödel zuerst in Mehl wenden, dann durch verquirltes Ei zeihen und schließlich in Semmelbrösel panieren. Panierte Knödel ein zweites Mal durch das Ei ziehen und nochmals in den Semmelbröseln panieren. Die Friteuse rechtzeitig auf 180° vorheizen. Die Knödel darin (m: jeweils 2) in heißem Öl goldbraun ausbacken, dann auf Küchenpapier abtropfen lassen und im 110 C° heißen Ofen warm halten (m: keine Sorge - funktioniert alles einwandfrei!)
Die Pilzscheiben in einer sehr heißen Pfanne ohne Fett anbraten. Zur Seite auf einen Teller geben und bei mittlerer Hitze das Butterschmalz darin erhitzen. Die gewürfelte Schalotten nun anschwitzen. Diese mit dem Portwein ablöschen und etwas einreduzieren lassen. Pilze und Pilzpulver zufügen sowie die Gemüsebrühe und nochmals 5-8min köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer abschmecken und mit Schlagsahne verfeinern. Gehackte Petersilie unter das Geschnetzelte heben und mit den gebackenen Knödeln servieren.
Quelle: Johann Lafer






