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Freidenker: Flognarde aux abricots et basilic

Montag, 28. Juli 2025

 

Was mich ebenfalls sehr an Cornelia Funke fasziniert hat (ich bin noch nicht durch), ist ihre Bereitwilligkeit ihr eigenes Denken grundsätzlich in Frage zu stellen. Dafür braucht es VIEL Selbstbewußtsein. Unser Denken ist unsere Existenz, die wir innerlich auf einen goldenen Sockel gestellt haben. Nichts, was sich einfach umwerfen lassen würde. Alles, was daran auch nur wackelt, bedroht diese Existenz. Also wird das tunlichst vermieden.

Nachdem ich nun 20 Jahre ausgewildert in Südfrankreich lebe, unzählige Stunden im Garten Unkraut rupfend, kann ich mir selbst ganz gut beim Denken zuhören. Keine Selbstverständlichkeit. Das ist wohl überhaupt der erste Schritt. Welche Gedanken gehen mir durch den Kopf, was beschäftigt mich, wessen Geistes Kind bin ich, was wiederholt sich... Anfangs mußte ich feststellen, dass ich oftmals gar keine Kontrolle über meine Gedanken hatte. Beispiel Ohrwurm. Da läuft in einem was auf Dauerschleife und man sagt sich genervt, ist gut jetzt. Um wenige Minuten später wieder den gleichen Gassenhauer innerlich zu summen...

Der nächste Schritt ist, in seinen Gedanken Auslese zu treffen wie beim Unkraut rupfen im Garten. Diesen Gedanken mag ich nicht. Der tut mir nicht gut, den will ich nicht. Ich hatte ja viel aufzuarbeiten, als ich hierher kam. Da war mir mein Habib, dieser Garten und dieser Ort mit seiner Weite und Ruhe Therapie. Jahrelang. Immernoch. Wunderbar geholfen hat mir beim *gelenkte Denken* (so nenne ich das einfach mal) gegen negative Gedanken ein Mantra zu setzen, ein kurzes Gebet. Beharrlichkeit wirkt Wunder. In allen Bereichen. Heute kann ich sogar zunehmend unterscheiden, ob ein Gedanke von mir kommt oder wie ein Geistesblitz in mich gelegt wurde - aber das hat gedauert...

Auch bin ich noch am Üben, wenn es darum geht, gedanklich bei einem Thema zu bleiben, ein Thema bis zum Ende durchzudenken, aus unterschiedlichen Richtungen anzusehen. Immer wieder hüpfen die Gedanke woanders hin (à la *Habe ich Butter schon auf die Einkaufsliste gesetzt) und wie oft muss ich - im besten Fall - eine Volte drehen, um wieder zurückzukehren und anzuknüpfen.

Mir ist sehr bewußt, wie wenig Menschen Raum und Zeit haben, so nach innen zu schauen und sich derart mit sich selbst zu beschäftigen können. Es ist ein Geschenk des Lebens, wenn das möglich ist. Gnade. Die meisten Menschen hetzen doch durch die Woche und Samstag und Sonntag versucht man Montag bis Freitag zu vergessen.

Der weit größere Schritt ist der, den Cornelia macht und sich kritisch überlegt, in welchen Mustern sie denkt. Das macht nur derjenige, der nach Freiheit strebt, echter innerlicher Freiheit. Cornelia überlegt, in wie weit ist mein Denken geprägt von meiner Erziehung, meiner Kultur, meinem Kontinent, meiner Zivilisation. Vielleicht unterliege ich mit meinem Denken immer noch dem Überlegenheitsgefühl der weißen Rasse, dem immateriellen Erbe des Kolonialismus. Als Anregung nimmt sie das Buch Sand-Talk von Tyson Yunkaporta, welches ihr sehr geholfen hat, die Perspektive zu wechseln. (ich freue mich auch schon auf das Lesen). Eurer Denken unterscheidet sich grundlegend von dem unseren, da euer Denken geprägt ist von zwei Illusionen, Geld und Zeit, zitiert Cornelia Yunkaporta aus diesem Buch.

Weil ja, streiche aus dem Denken der weißen Rasse Geld und Zeit samt der Leistungsidee, die daraus potenziert wurde. Was bleibt denn dann noch übrig? Kein Lebensbereich, der nicht davon touchiert würde, egal welcher Beruf, Profit, Marge, Versicherungswesen, Sport, Forschung....Wer kann sich überhaupt ein Denken vorstellen, aus dem diese zwei Komponenten - Zeit und Geld - herausgefiltert ist? Überall wirkt das verinnerlichtes Maß und Zahl-Prinzip. Wie Welt wahrnehmen und beurteilen ohne diese beiden Parameter? Es scheint nicht möglich für unsere Zivilisation. Man traut es sich in keinster Weise zu. Das ist doch riesig spannend, oder nicht?!



Naja, Flognarde klingt exotischer als es ist - im Prinzip reden wir eigentlich von einer Art Clafoutis. Nur wird klassischerweise der Clafoutis mit Kirschen zubereitet. Deshalb weicht man auf den Begriff Flognarde aus, den Fruchtauflauf. (Krass, findet ihr auch, WIE viel schicker sich alles immer auf französisch anhört!!). Und Clafoutis kennt meine Leserschaft: der unkomplizierte, französischen Pfannkuchen-Kuchen. Aber in einer sehr schönen Variante. Wieder etwas anders. Und wer Pfannkuchen liebt, wer Clafoutis liebt, und wer wie ich die Kombi aus Obst und Kräutern liebt, der wird auch diesem Flognarde verfallen...


Geschwister im Blog-Universum:


Zutaten - cm:

4 Eier
200ml Milch
150ml Sahne
80g Mehl (m: D630)
80g Rohrzucker
Vanillezucker
Butter
ca. 400g Aprikosen
Basilikum*


Zubereitung:

In einer Schüssel Mehl und Zucker vermischen. Die Eier zufügen, die Vanille (das Vanillemark) und mit einem Schneebesen gut vermengen

Nach und nach die Milch und die Sahne zufügen und klümpchenfrei unterrühren.

Die Aprikosen halbieren, entkernen und je nach Größe vierteln.

Die Kuchenform (m: moule à manque) buttern. Die Aprikosen in der Form verteilen und den fein geschnittenen Basilikum darüber streuen. Die Rührteigmischung vorsichtig einfüllen und die Form mindestens 20min im Kühlschrank ruhen lassen.

Bei 180° für ca. 35min im Ofen backen.

Schmeckt am besten gekühlt 

PS: Tolle Idee, Aprikose mit Basilikum zu kombinieren. Richtig toll etwa Zitronenbasilikum. Aber schmeckt ebenso mit Thymian oder Lavendel hervorragend!

Realtalk: Muffins mit Schoko, Nuss und Frucht

Sonntag, 1. September 2024

 

 

Mit Rauskommen der Serie habe ich auf dem Kanal von Dave bei Youtube *The Race* gebingt. Direkt mittendrin im Thema Jungendsprache, worauf ich hinaus will. Aber ich drehe vorher noch eine Volte.

Endlich kann man den Youngstern mit der Hilfe von *The Race* mal erklären, wie der Habib in seiner Jugend auf Weltentdeckung loszog. Nämlich genau so. Ohne Geld. Und ohne Handy. Tsss, heute völlig fancy und eine echte Challenge - und eben exakt die Grundidee von *The Race*. Naja, und Trampen war zu Habibi-Jugend-Zeiten erst im Begriff erfunden zu werden, Kartenmaterial von etwa besuchten afghanischen oder syrischen Dörfern nicht angedacht und Couch-Surfing, BlaBla-Car und Flixbus selbstredend noch lange nicht am Start. 

Wobei der Mut, mit dem sich der Habib ins Abenteuer stürzte, immer schon bestaunt wurde. Und ein bißchen vorgeführt fühlen sich heute wie damals viele, dass lediglich die Neugier auf fremde Länder, andere Kulturen und Begnungen mit anders denkenden Menschen ausreicht, um loszuziehen. Da macht es einer vor: Just do it! ist  möglich. Es gehört halt die Zauberkraft *Überwindung* dazu. Plus, nicht zu vergessen, ein Stückchen gnadenreiches Papier: ein  entsprechender Reisepass, der Grenzen öffnet. Was aber Generationen übergreifend eint - und *The Race* prima vor Augen führt -, ist die Erfahrung, dass Leben mit dem Faktor X, die Ungewissheit, was der heutige Tag bringt, alles um ein zigfaches spannender, intensiver, erlebnisreicher macht. Sowie der Erkenntnis, was für ein wundervoller Wert praktizierte Gastfreundschaft ist. Gilt doch die altbekannte Weisheit heute mehr denn je: Alle Menschen sind Ausländer - fast überall.

Ein neues Modewort der Jugend ließ mir allerdings jedes Mal beim Fallen einseitig die Augenbraue hochrutschen (innerlich - meine Gesichtsmuskeln lassen ein derartiges Mimenspiel nicht wirklich zu). Und zwar das Wort *Realtalk*. Das ist ja wohl die Jung-Alternative zu dem inflationären Lieblingswort vieler Deutscher *tatsächlich*. Einem Wort, bei dem meine Augenbrauen schon gar nicht mehr wissen, wo sie hinrutschen sollen, wenn jeder zweite Satz mit *tatsächlich* beginnt.  

Die Frage, die sich mir stellt, ist, wenn ich Worte wie *Realtalk* oder *tatsächlich* vorausschicken muss für eine Aussage, wie habe ich denn dann den kompletten Rest zu bewerten. Alles vorher ist nur Geföhne? Nur-so-dahin-geschwätzt? Selbstdarstellung? Pressemitteilung? Verkaufsgespräch? Werbeverantstaltung? Show-Buisness? Politik? Unterhaltungsindustrie? Versteht ihr, was ich meine? Ich kapiere nicht, wozu dieser Zusatz à la *jetzt mal ernsthaft* (jetzt schalte ich mal das Hirn an) gebraucht wird. Warum unterhalte ich mich denn mit jemanden? Doch genau weil ich eine ehrliche Meinung hören will. Es leuchtet mir überhaupt nicht ein, warum man einzelne Sätze mit einem *Achtung jetzt tatsächlich/ Realtalk* unterstreichen muss. Das Kurioseste dabei finde ich ja, dass die Gesellschaft Ehrlichkeit anscheinend gar nicht mehr erwartet!!

Als Vergleich, als kleines Spiegelbild ziehe ich eine Habib-Geschichte heran, wie Tuaregs sich in der Wüste begegnen. Da setzt man sich zusammen um ein winziges Feuer, das gerade ausreicht, um Tee zu machen, dabei tauscht man sich aus und unterhält sich. Jeder Satz mit Gehalt und keine Phrase dabei: Jeder Satz gesprochen mit der Hand auf dem Herz. Jetzt könnt ihr dagegen halten, Stadt-Kultur geht nun mal anders und wir sind auch nicht mehr auf Kamelen unterwegs. Aber bleibt die Qualität einer menschlicher Begegnung nicht stets die gleiche - unabhängig von Ort, Zeit und Kultur? Eben in dem man sich einander öffnet und sagt, was man denkt? Ohne Aufrichtigkeit keine Begegnung. Und ohne Ehrlichkeit in der Beziehung kein Glück und kein Vertrauen. Vielleicht kann man, vielleicht muss man Aufrichtigkeit üben. Beispielsweise in dem man einfach bei seiner Geschichte bleibt, immer ein und derselben Version der Geschichte und sie unabhängig vom Gegenüber immer gleich erzählt.

 


Füllhorn-Zeit. Da weiß man gar nicht, mit welchem Obst man etwas Süßes backen soll vor lauter Auswahl. Diese Muffins-Idee kann man wunderbar ebenso verwenden für Brombeeren. Thymian läßt sich gut austauschen mit Lavendel, Walnuss gegen Haselnuss oder Mandeln... Rauskommen werden saftige und trotzdem lockere, aromatische Muffins. Ich habe unsere kleinen, intensiven Feigen genommen, die kaum größer sind als ein Tischtennisball. Wie meist gesellte ich der Feige etwas Piment und Thymian zur Seite - zum Ausgleich ihrer Süße.

 

12 Muffins:

140g Butter, weich
125g brauner Zucker
1 Pr Salz
2 Eier
200g Mehl (m: D630)
2 TL Back-Pu
30g Nüsse, geröstet, gemahlen (m: Walnüsse)
50g Nüsse, geröstet, gehackt (m: Walnüsse)
2 EL Kakao (oder auch 2 EL mehr, wer mag)
50g Schoko-Drops
120ml Milch
40g Crème fraîche
2 Msp Piment
1/2 TL Kardamom
2 TL Thymian
200g Feigen (oder Brombeeren), klein geschnitten
 
Deko: jeweils ein paar gehackte Nüsse, Schoko-Drops, Feigen und Thymian

Zubereitung:

Ofen auf 175°C (O/U-Hitze) vorheizen.

Butter mit Salz und Zucker cremig aufschlagen. Gewürze zufügen. Mehl und Back-Pu mischen (wer mag: gesiebt). Eier nacheinander unter die Butter unterrühren. Dann abwechslend Mehl und Milch untermischen - dabei nur so viel rühren wie nötig.

Crème und Kakao, Drops und Nüsse dazu geben. Zuletzt die Früchte vorsichtig unterheben.

Muffinsform mit Förmchen rüsten.

Den Teig gleichmäßig auf die 12 Vertiefungen verteilen. Mit gehackten Nüssen, Frucht und Schoko-Drops sowie Thymian verzieren.

Für ca. 30 min im Ofen backen.

Anmerkung m: Die Muffins schmecken am nächsten Tag richtig durchgezogen noch besser.


Die Kommentarfunktion verweigert sich mir (Sch...gmpfhh....), aber dann halt so:

Was gebt ihr mir für ein warmes Gefühl, dass die Matrix eben doch kein luftleerer Raum ist, in dem man schneller vergessen wird, als man *Coucou* schreiben kann. Ich danke euch allen für die lieben Worte! Hoffentlich finde ich wieder etwas mehr Zeit für das Blog. Und wenn, dann liegt es mit an eurem Feedback. Am Schluß hat sich hier nach all den Jahren eine kleine eingeschworene Gruppe gebildet (eine zauberhafte Vorstellung für mich) - denn zusammen ist immer leichter als alleine: sogar vorm Computer :)

besternt - Lieblingstarte mit Walnuss und Zwetschgen

Sonntag, 1. Oktober 2023


Der Habib und ich unternahmen für kurze Zeit einen Rollenwechsel: nicht wir vermieten die Ferienwohnung sondern wir verkrümelten uns zwischendrin einfach selbst zum Urlauben. Ca changes les idées - das bringt auf andere Gedanken. Und tatsächlich brachte der Perspektivwechsel einiges an Bereicherung für mich. Abgesehen davon, dass wir ein übertrieben launig-klassisches Touri-Programm gefahren haben ob der Kürze der Zeit, fühlten wir uns in dem Appartement sehr wohl. 

Tatsächlich haben wir über die bloodyfcking Monopolistenplattform gebucht, die wir umgekehrt als Betreiber dissen. Christine, unsere sympathische Vermieterin, klagte mir schwer ihr Leid, dass die an der Decke klebende Anspruchshaltung der Gäste ihr zunehmend das Leben schwer macht... was sich ohne Umschweife in der Bewertung niederschlagen würde. Über das Bewertungssystem von dieser Plattform muss ich bestimmt nicht mehr viel schreiben - die meisten haben darüber mit Sicherheit schon Unterkünfte gebucht. Das wird man ja anschließend als Gast sehr kleinteilig befragt sowie animiert in unterschiedlichen Kategorien (Sauberkeit, Ausstattung, Lage, Einchecken usw...) Sterne zu vergeben. 

Und ehrlich, ich weiß nicht, was es da rumzudoktoren gibt: über Sämtliches kann man sich üblicherweise im Vorhinein informieren, das ist alles sehr gut beschrieben. Passt mir die Lage nicht, dann suche ich mir eine andere Unterkunft aus. Und ich wüßte nicht, was ein nagelneuer Teller oder ein unbenutzer Stuhl so anderes kann als ein gebrauchter, und ob man nicht auch zurechtkommt mit einem Flusen in einem Eck für die Dauer von wenigen Tagen. Zumal ein fabrikneu eingerichtetes Zimmer eh den Charme eines Möbelhauses verströmt, oder? Außerdem hat man ein Appartement gemietet und kein Appartementverleiher. Hey, man hat Urlaub, man will es sich schön machen, eine gute Zeit haben. Da achtet man (ich) doch automatisch auf die schönen Dinge und sucht nicht das Haar in der Suppe. Aber das Spiel kennt man ja. Man kennt es aus Familie und Beziehungen: wer kritisieren will, der findet was zum Hacken. Oder ebenfalls schönes Beispiel das perfekte Dinner. Leider nicht 100 prozentig perfekt, das hat man nun mal genau zu nehmen... wenn man schon mal gefragt wird... Und viele werden gerne gefragt, womöglich im verblendeten Glauben, damit anderen einen Dienst zu erweisen und Orentierungshilfe zu bieten, weil die ja alle zu bescheuert sind, sich selbst ein Urteil zu bilden.

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was ich beschißener finde: das Bewertungssystem oder wie die Menschen damit umgehen. Und mit meiner Kritik stehe ich nicht alleine da - es reicht ein wenig quer zu lesen, um einen sehr guten Eindruck von der Ungerechtigkeit zu erhalten, die daraus für die Gastgeber resultiert - ohne dagegen wirklich etwas tun zu können. Am Ende schaut nämlich alles nur nach einer beknackten Zahl, das reicht als Info, um die genau geht es schließlich.

Weil wo fließt eigentlich mit in die Bewertung, dass jede Unterkunft eine Geschichte hat, der *Hoster* dort vielleicht im Elternhaus aufgewachsen ist, oder das Haus renoviert oder wie mein Habib gar komplett neu erschaffen hat. Aber kann man den *Charakter* eines Ortes und seine Eigenheiten in Zahlen ausdrücken? Wie fängt man Ambiente und Atmosphäre ein? Schwupps, und da sind wir mal wieder bei einem Lieblingsthema von mir: dem Fühlen!

Es rührte mich sehr, dass Christine meinte, dass wir die ersten wären, die erkannt hätten, dass ihr Zuhause eine Seele habe - seit 2017... seit sie bei dieser Plattform ist. Das konnten wir gar nicht glauben. Was ist los mit der Welt?

Aber was will man erwarten von dem allgorithmischen System einer Plattform, die nur vermittelt aber nichts produziert und das Kritisieren nicht nur impliziert sondern provoziert. Maß und Zahl seziert und tötet dabei. Lebendig ist nie perfekt, bestimmt nicht steril und ein bunter Ort niemals ein *Superhost* . 




Sämtliche Sterne erhält seit jeher diese Tarte mit Mandeln, Himbeeren und Pinienkerne. Ein ähnlich freundliches Feedback habe ich die Tage in den Kommentaren erhalten für die Tarte mit Blaubeeren, Minze und Frischkäse. Tartes habe ich wirklich einige tolle Evergreens, die ich selbst ebenfalls seit vielen Jahren schätze. 

Meine Nusstarte ist ganz leicht zu verwandeln in eine wunderbare Spätsommer-Tarte, die die letzten Nüsse verbraucht, bevor die neuen fallen und der reichhaltigen Zwetschgen-Ernte versucht, gerecht zu werden. Durch die anhaltende Trockenheit sind die Zwetschgen recht fest und nicht sehr saftig. Ich konnte so locker 600g auf die Nussmasse setzen. Früchte mit viel Saft würde ich mengenmäßig etwas reduzieren. Ansonsten kam diese Tarte derart gut an, dass ich sie direkt 2 Mal hintereinand gebacken habe.

 

Zutaten:

Boden:
200g Mehl
110g Butter, kalt
60g Zucker
1 Prise Salz 
1 EL Crème fraîche
etwas kaltes Wasser


Guß:
50g geröstete, gehackte Walnüsse
100g geröstete, gemahlene Walnüsse
100g Butter
80g Rohrzucker
3 Eier
1-2 El brauner Rum
 je 1 EL Lavendel und Rosmarin, fein gehackt

ca. 600g Zwetschgen*


Zubereitung:

Die Butter in Flöckchen mit den restlichen Zutaten für den Tarteboden zügig zu einem homogenen Teig verarbeiten und zu einer Kugel formen, in Folie packen. Diesen für mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
 
Die Tarteform butten, den Teil ausrollen und die Form samt Rand damit auskleiden. Den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen und die Form (eingehüllt in eine Tüte) für etwa 15min in die Tiefkühltruhe stellen.

Den Backofen auf 200° vorheizen (Umluft)
 
Die Butter schmelzen. Zucker und gemahlenen Mandeln in eine Schüssel geben und die geschmolzene Butter unterrühren. Die Eier zugeben und kräftig schlagen, bis die Masse aufhellt. Zuletzt die gehackten Nüsse, Rum und Kräuter unermischen.
 
Die Mandelmasse glatt auf dem Tarteboden verstreichen. Dann die entkernten Zwetschgen darauf setzen und etwas in die Masse drücken. In den heißen Ofen schieben und ca. 45min fallend auf 180° backen.

Schmeckt am besten durchgezogen am nächsten Tag.



die wilde Zorra - Blog-Buster: Maras bester Zitronenkuchen

Sonntag, 17. September 2023


Aber sicher doch feiere ich Zorras 200stes Blogevent *Backen wie MYestro* zu ihrem gleichzeitigen 19. Blog-Geburtstag  (wenngleich auch außer Konkurrenz, denn Einsendeschluß war Freitag). Zorra ist für mich aus Blogistan gar nicht wegzudenken. 1x umrühren aka Kochtopf ist mein Fixstern am Foodblog-Himmel - DIE Orientierung schlechthin. Ja, grundeigentlich ist sie sogar - als Foodblog der ersten Stunde - soetwas wie die Hauptstadt aller Online-Foodies. 

Definitiv DER Treffpunkt. Selbst wenn die Blog-Events mittlerweile schon einen old-school-Anstrich haben, gibt ihnen genau das schon wieder die betonte Lässigkeit. Denn die Teilnehmer der Zorra-Events sind nicht mehr wie früher eine Art eingespielter Damen-Tennis-Verein mit einer handverlesenen Anzahl an Herren-Ausnahmen (erinnert mich schwer an die Geschlechter-Verhältnisse bei meinen Jungmädchen-Reitferien). Nein, heute hingegen ist das eine bunte Mischung aus *Pionieren* und Newbies*, über die ganz allein Zorra noch einen Überblick behält. Macht Zorra das nicht auch ein bißchen zu einer Art Klassensprecherin?

Zorras Beständigkeit ist wirklich bewundernswert. Ich möchte gar nicht wissen, wie viel Arbeit die Organisation dieser Events und die späteren Zusammenstellungen mit sich bringen. Was es heißt, (un)regelmäßig zu bloggen, das kann ich mir in etwa vorstellen...

Sehr gut erinnere ich mich daran, WIE sehr ich gespannt war, als nach Jahren der Bloggerei die alten Hasen aus ihrem Bau kamen und Gesicht zeigten. Thema Konterfei... die Älteren erinnern sich... Und Zorra sah ich sogar direkt in einem kleinen Filmchen. Bis dahin hatte ich mir *meine* Zorra mit wilden, braunen Locken vorgestellt, aber mit dem genau gleichen verschmitzten, scheuen Lächeln. Es fiel mir bei Zorra ganz einfach, mein Phantasiebild mit dem Foto der Realität übereinander zu schieben. Dann eben mit langen blonden Haaren! Ich mochte Zorras ungekünstelte, bodenständige Art auch von Anfang an. You get, what you see - das beste und einzig wahre Blogger-Motto! Und in dieser Hinsicht ist sich Zorra immer treu geblieben, da konnten die Trends kommen wie sie wollen - das beeindruckt doch eine wilde Zorra nicht. Ob uns eint, dass wir als Expats bloggen? Keine Ahnung. Ich würde mich freuen, dass eines Tages herauszufinden!

Übrigens habe ich nach all den Jahren mal geschaut, ob ich auf Zorras Blog herausfinde, wie denn ihr wirklicher Name lautet. Leider kein verräterisches Impressum gefunden. Hmmm, was würde ich tippen? Eigentlich passt Zorra doch ausgezeichnet!

Für mich ist Zorras Blog DIE Anlaufstelle für Eis - kein Blog hat eine größere Gelaterie wie Zorra - und für ihre Zitronen-Rezepte-Sammlung.

Das ist auch der Grund, weshalb ich mir für dieses Event diesen Zitronen-Rührkuchen herausgesucht habe - obwohl ich ihn schon vor einem Weilchen gebacken habe (während das echte Labkraut blüht - ich liebe diesen Geruch!). Wenn Zorra schreibt *schockverliebt*, dann fackle ich nicht lange, dann bin ich maximal neugierig gemacht. Die muss schließlich wissen, wie der beste Zitronenkuchen einzustufen ist. Und das sagt ja einiges, wenn Zorra den direkt zwei Mal backt. Nun, nach meinen Kriterien erhält er ohne weitere Umschweife direkt den Blog-Buster-Status! Die größte Überraschung war für mich, dass das geht: saftig und super-fluffig zugleich. Wenn ich genau überlege, dann ist das in meiner kulinarischen Kuchenerlebniswelt sogar seither einzigartig. Bref: sensationell! Tipps, Tricks und Kniffs samt Zorras Lemon Curd findet ihr bei Zorra. Ich habe intelligenterweise gleich zwei kleine Kuchen auf einen Schlag gegessen. (Verschreiberling) gebacken.

Alors: ein dreifaches HIPPHIPPHURRA auf Zorra und KONFETTI - schön, dass es dich gibt1

 


Zutaten für 2 kleine Backformen à     :

400g Mehl
10g Backpulver
270g Rohrzucker
1 Prise Salz
1/2 TL Vanille-Pulver
Zitronenabrieb von 2-3 Zitrone
100g Zitronensaft
60g Milch
60g Sonnenblumenöl
240g weiche Butter
4 Eier (L)
60 g Mineralwasser mit Kohlensäure
ca. 4 EL  weiche Butter (oder Zorras Lemon Curd)
 

Zubereitung:

Kastenform mit Backpapier auslegen und den Backofen auf 170°C Umluft vorheizen. 

Mehl und Backpulver in einer Schüssel vermischen. 

Restliche Teigzutaten ausser Mineralwasser und Lemon Curd in eine andere Schüssel geben. Mit dem Handrührgerät cremig rühren. 

Quirl vom Handrührgerät nehmen. Mehl-/Backpulvermischung dazu sieben und mit dem Quirl von Hand untermischen. Am Schluss Mineralwasser zum Teig geben und mit dem Quirl unterrühren.
Den Teig in die Kastenform geben und glattstreichen. Das weiche Butter mittig längs als ca. 1 cm breiter Streifen auf den Teig geben. Darauf achten, dass keine Butter an den Formenrand kommt. Da ca. 1cm frei lassen. Der Butter-Streifen sorgt dafür, dass der Kuchen beim Backen schön mittig aufbricht.

Kastenform in die untere Hälfte des Ofens geben und 1 Stunde backen. Stäbchentest machen, dabei nicht unbedingt in die Lemon Curd-Streifen stechen. Das ergibt ein falsches Resultat.

Kastenform aus dem Ofen nehmen. Den Kuchen ein paar Minuten in der Form belassen, dann aus der Form heben und auf einem Gitter etwas auskühlen lassen. 

Anmerkung m: mit Zorra teile ich die Spritzsack-Sperre - brauchts aber auch nicht/ einen Zitronen-Guss gabs bei mir nicht, weil ich feststellen mußte, dass ich keinen Puderzucker zuhause hatte - ich habe den Guß aber auch nicht vermisst, ich mags ja eh immer weniger süß und habe auch die Zuckermenge im Kuchenteig gekürzt.

Quelle: Zorra - und die wiederum war inspiriert von Mara

 

zwischendurch: süße Obst-Schnittchen

Donnerstag, 7. September 2023

 

Das Leben lenkt mich ab - zum Bloggen findet sich gerade einfach nicht so richtig das Zeitfenster. Hingegen gekocht, gebacken und gegessen wird weiterhin konstant. Ganz so eben wie der Körper es in seiner Stetigkeit verlangt. Und so stapeln sich die Rezepte, so dass ich heute schaue, dass ich eines wieder festhalte... für mich... für euch.

Noch nie habe ich so viele verschiedene Pflaumensorten gesehen und entdeckt wie dieses Jahr - in allen Farben von gelb, orange, lila, rosa, rot, blau und in allen Größen - von kugelrund bis oval. Und alle verschieden süß, manchmal mit mehr oder weniger Säure. Ich wußte gar nicht, dass es derart viele verschiedene Pflaumen gibt. Selbst die wilden Pflaumen tragen so sehr, dass sich die Zweige biegen.

Aber meine Schnittchen bieten Boden für vielerlei Obst: Himbeeren oder Pfirsiche, Zwetschgen, Brombeeren - ihr werdet meine vorgeschlagene Süßigkeit schon nach eurem Gusto und Angebot abgewandelt bekommen.

Ich habe unseren Kuchen *einfranzösischt* mit Ziegenfrischkäse, Verveine und diesen süßen, wilden Pflaumen in orange-rot

 


Zutaten: 

125g weiche Butter
50g Rohrzucker
1/2 TL Kardamom
1 Prise Salz
2 Eier (Gr. M)
200 g Weizenmehl (m: T65)*
1 TL Backpulver
120 g weiße Schokolade*
etwas Butter für die Form
 
Frischkäse-Swirl:
250g (Ziegen-)Frischkäse
50g Crème fraîche 
50 g Zucker
1 EL Verveine, fein gehackt 
1 Ei 
1 TL Stärke
400g Pflaumen
 
Zubereitung:
 
Backblech von ca. 28cm x 23cm (von der Größe cirka halbes Backblech).
 
Die weiche Butter mit den Zucker, Kardamom und Salz cremig aufschlagen. Nach und nach Eier unterrühren. Mehl mit dem Backpulver vermengen und unterrühren. Weiße Schokolade hacken und ebenfalls unter den Teig heben. Teig in die Form geben und glatt streichen.
 
In einer separaten Schüssel Frischkäse, Zucker, Ei und Stärke verquirlen. Den fein geschnittenen Verveine untermischen. Die Masse auf den Teig in die Backform geben und mit einer Gabel oder einem Messer marmorieren. 
 
Die Pflaumen halbieren, entsteinen und vierteln. Die Pflauemn-Schnitze auf den marmorierten Teig legen und leicht eindrücken. Blondies im vorgeheizten Backofen ca. 40 Minuten backen.  
 
Anmerkung m: die Schokoholics können die Schoko-Dosis auf 200g anheben/ anstelle von 250 Ziegenkäse und Crème könnt ihr auf Frischkäse ausweichen/ und das nächste Mal nehme ich die Hälfte Einkorn-Vollkorn - das passt hier gut. 
 


 

 

 

 

Alltagsfreuden: fruchtiger Lavendel-Sandkuchen

Donnerstag, 6. Juli 2023


Was habe ich mich über das Füllhorn an Kommentaren zu meinem 12. Blog-Geburtstag gefreut! Das kam so völlig unerwartet, denn eigentlich habe ich mich ja eingerichtet, dass ich in die uferlose Matrix ausatme... und kein Echo höre. Aber WIE viel schöner ist es, ein Feedback zu erhalten !!! Vielen Dank nochmals für die Blumen! Jetzt bin ich versaut, jetzt hätte ich das gerne öfters... ein kurzes Innehalten von euch, um mir zwei-drei Worte zu hinterlassen, ein Zurückwink-Zeichen, ein *ich-fühle, was-du-meinst*,  ein *Ich-hab-den-Ball-gefangen*, ein *Hier-bin-ich-wieder-und-lese-mit*, ein kleines *lecker*... es muß nicht viel sein, aber das hilft mir doch sehr, mich mit Lust an die Tastatur zu setzen!

*Alltagsfreuden* war ein Feedback, das ich herausgreife, weil es SO ein schönes Wort ist. Ich bin ja ein überzeugter Verfechter, sich das alltägliche Leben so bewußt schön zu gestalten, wie es nur geht - zwischen allen Pflichten und Zwängen.

Da habe ich es bestimmt mit meinem sehr freiheitlichen Leben etwas leichter, weil morgens hier nicht der Wecker klingelt. Und freiwillig vor 6 Uhr (im Sommer ;) aufzustehen, ist wieder eine ganz andere Kiste, als das zu müssen. Tatsächlich - unabhängig davon, dass ich bei den Foodblogs mitmischle - halte ich das Essen für eine ganz wichtige Alltagsfreude. Das erste, große Glas Quellwasser aus der Leitung trinke ich mit Genuß, ebenso wie unseren morgendlichen Tee aus gesammelten Kräutern, das herrliche Obst im Porridge... nun, ich muss nicht alles minutiös aufzählen... ihr wißt, was hier gegessen wird. Aber ja, genau deshalb koche und backe ich regelmäßig: weil es den Alltag entschieden verschönert.

Heutzutage halten sich ja viele an das Außergewöhnliche (eben fernab vom Alltäglichen), es muss *sensationell* sein, *legendär*, *noch-nie-dagewesen*, *galaktisch*, *spektakulär*... Das kann man als Überflieger ja alles mal machen - aber doch nicht ständig. Sonst droht nämlich die Gefahr, dass man abstumpft und taub wird für die kleinen Alltagsfreuden. Und dann haben wir den Salat - dann nimmt man sich *le top du top*: die Spitzen im Kleinen!

Ich habe in mir viel Bewahrendes, Erhaltendes, schätze eine gewisse Beständigkeit in den Unruhen des Lebens, die einen eh hin-und herschaukeln. Wenn ich etwas *gut* finde, dann bleibe ich dabei. Der Habib belächelt mich manchmal, wie beharrlich ich stets zu meinen gleichen Ständen auf dem Markt tigere. Aber wenn ich gut behandelt werde, die Ware gut ist... echt, warum sollte ich mich anderweitig umschauen? Nach *noch besser*? Gut reicht mir völlig, mit gut bin ich zufrieden.

 


Zu meinen Alltagsfreuden zählt als Landmädchen eindeutig auch das Draußensein in der Natur. Nachts mit offenem Fenster schlafen, morgens die Türen zum Garten weit aufmachen, barfuß laufen, die Wäsche in der Sonne trocknen, Wildkräuter suchen... Ich glaube, bei Insta ist das mein häufigster Hashtag #draußenistschöner. Das Sammeln der kleinen Walderdbeeren ist zwar ein Unterfangen, bei dem man artig gebückt am Waldboden kraucht - ich empfand es keine Sekunde als mühselig. Die Blätter rascheln, der Waldboden duftet... das Leben ist gut. Und Walderdbeeren sind köstlich.

Die Blondies von letztem Jahr zum 11. Bloggeburtstag habe ich direkt mit der ersten Beute nachgebacken. Mit einem Teil des nächsten Jagdgutes habe ich den bewährten und geschätzten  Apfel-Sandkuchen nach Lafer umgemodelt und als Basis verwendet. Wer keine Walderdbeeren hat, nimmt hierfür normale Erdbeeren. Oder Himbeeren. Oder Aprikosen. Oder Pfirsische. Oder Pflaumen... Ich finde, dass zu dem Sommerobst ganz wunderbar Kräuter wie Thymian, Lavendel oder Rosmarin passen. Das ist hier in Südfrankreich regelrecht eine Passion geworden, keine Gelegenheit zu verpassen, sie in süßem Gebäck zu verstecken! Und ausnahmslose alle - inklusive Skeptiker - mochten das Geschmackserlebnis gerne. Jawohl!

 

Zutaten - Springform Ø 20cm/ Brownieform 28x18cm:

Mürbeteig:
80g Butter, weich
30g Rohrzucker (zu Staubzucker gemahlen)
1 kleine Tonka-Bohne
150g Weizenmehl (m: 100g 630/ 50g Einkorn-VK)

Sandmasse:
2 Eier
Prise Salz
150g Butter, weich
120g Rohrzucker (m: mit Vanille)
 2 TL Thymian, getrocknet
2 EL Lavendelblätter
130g Weizenmehl (m: D630)
1 TL Backpulver (m: Weinstein)
50g Mandelblättchen, geröstet, gehackt

Belag:
200g Walderdbeeren
oder 250-300g Himbeeren

Zubereitung:


Den Backofen auf 180°C Ober-Unterhitze (160°C Umluft) vorheizen und eine Springform Ø 20cm oder eine Brownieform mit Backpapier auslegen.

Für den Mürbeteig Butter, Puderzucker, Gewürze und Mehl mit dem Knethaken oder per Hand zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig in die Form geben und mit einem Löffel oder der Hand gleichmässig verteilen und glatt streichen. Die Form in den Kühlschrank geben.

Nun die Äpfel schälen, viertel, das Kerngehäuse entfernen. Die Oberseite mehrmals mit einem Messer fein einschneiden.

Für den Sandkuchen die Eier trennen. Das Eiweiß mit einer Prise Salz aufschlagen, zur Seite stellen. Die Butter mit dem Zucker schaumig schlagen, dann die Eigelbe nacheinander unterrühren. Ebenso die feingehackten Kräuter. Mehl und Backpulver vermengen und auf die Masse sieben und zusammen mit den feingehackten Mandeln unterrühren. Nun ein Drittel des Eischnees per Hand unterrühren, den Rest vorsichtig unterheben. Die Form aus dem Kühlschrank holen und die Sandmasse auf dem Mürbeteigboden verteilen.

Die Früchte gleichmässig auf der Sandmasse verteilen und leicht andrücken. Wer größere Früchte nimmt wie Pfirsiche/ Aprikosen/ Plfuamen.. kann noch etwa 25g Butter für den Belag zerlassen und die halbierten Früchte damit bepinseln. Zucker über dem Kuchen verstreuen, optional auch ein paar Mandelblättchen.

Den Kuchen im Ofen für etwa 45 min. backen, bis er goldbraun ist, Stäbchenprobe machen. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und dann aus der Form holen. Auf einem Gitter komplett auskühlen lassen.

Anmerkung m: anstelle der Walderdbeeren kann man 4-5 Pfirsiche verwenden (die ich mit der Schale nach unten in die Sandmasse setzen würde), 5-6 Aprikosen, 250g Himbeeren, Pflaumen... wird alles gut schmecken!


Abk. : Kokoskuchen mit Rhabarber und Lavendel

Sonntag, 4. Juni 2023

 

Genau genommen handelt es sich um ein Kokosblechrührkuchen mit Rhabarber und Johannisbeeren, weißer Schokolade, Orange und Lavendel. Aber das ist wie im richtigen Leben: zu viel Details schrecken ab. Es reicht eine kleine Überschrift, eine Einordnung, eine kurze Zusammenfassung - damit ist man doch meist schon bedient. *Du musst das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest* (Rilke). Vielleicht macht man es sich manchmal zu kompliziert. Bestimmt, da bin ich mir sicher, sollte man jede Form von Grübeln unterlassen. Das tut nicht gut, das führt zu nichts außer Kopfzerbrechen. Was (mir) nicht immer einfach fällt. Sehr oft erhält man nämlich keine Antwort vom Leben auf drängende Fragen. An mir kann das schaben. Wieder fällt mir Rilke dazu sein..., der sagt, dann habe doch einfach die ungelöste Frage selbst lieb... ich hatte es davon. Wäre nur der harte Reifen mit der Geduld nicht. Gut, in einem Rezept kommt spätestens mit der Zutatenliste sowieso alle Infos, die man benötigt.

Die Johannisbeeren etwa könnt ihr gut rauskürzen, wenn ihr schönen Himbeer-Rhabarber bekommt. Die gebe ich oft der Farbe zuliebe hinzu. Oder aber ihr mengt noch ein paar Himbeeren unter - auch super. In Südfrankreich bin ich froh, wenn ich überhaupt Rhabarber auftue. Auf dem Markt seltenst. Und bei uns im Garten habe ich die Hoffnung gesteckt, nach mehreren Versuchen ihn bei uns anzubauen. Er will nicht.

Mach dich rar und du wirst zum Star, sagt man. Das trifft bei mir und meinem Verhältnis zu Rhabarber den Nagel auf den Kopf. Als er noch als Riesen-Trumm im elterlichen Garten wuchs, wollte ich von Rhabarber nix wissen. Aber gerade im Frühling gelüstert mich hier im Süden wenigstens ein Mal im Frühjahr nach einem Kuchen mit Rhabarber.

Um dem Kuchen einen regionalen Twist zu verleihen, habe ich mit Lavendel *parfümiert*. Und unsere Feriengäste haben bestätigt: das darf man ruhig machen, selbst wenn es ungewöhnlich klingt - es schmeckt! Auf Lavendel im Essen reagieren ja viele skeptisch. But I do my very best um gegen diese Vorurteile anzuarbeiten. Naja, hänge ich es etwas tiefer auf: anzukochen.

 


 Zutaten:

1 1/2 kg Rhabarber (m: 1 kg Rhabarber, 250g Johannisbeeren)
250g Butter, weich
160g Rohrzucker (plus etwas mehr)
4 Eier
1 Pr Salz
300g Mehl (m: D630)
3 TL Back-Pulver
100g geriebener Kokos (und etwas plus)
3 EL Lavendel, fein gehackt
180g weiße Kuvertüre
1 Orange, Schale und Saft

 

 Zubereitung:

Rhabarber putzen und in 2 cm breite Stücke schneiden. Von der Orange 2 Tl Schale fein abreiben. 100 ml Saft auspressen. Kuvertüre hacken.

Butter, Zucker, 1 Prise Salz und Orangenschale mit den Quirlen des Handrührers mind. 5 min. schaumig schlagen. Eier nacheinander jeweils 30 Sek. unterrühren. Dann Mehl und Backpulver sowie Kokos mischen und abwechselnd mit dem Orangensaft unterrühren. Die Hälfte der Kuvertüre, sowie die Hälfte des fein gehackten Lavendel unterheben.


Teig auf ein gefettetes Backblech (40 x 30 cm) streichen, mit zusätzlichen Kokosflochen bestreuen und den Rhabarber und die Johannisbeeren darüber verteilen, außerdem dem restlichen Lavendel darüber streuen sowie 2-3 EL Rohrzucker. Im heißen Ofen bei 190 Grad (Umluft 170 Grad) auf der mittleren Schiene 20 min. backen. Restliche Kuvertüre auf den Kuchen streuen und weitere 15 min. backen. Auf dem Blech abkühlen lassen und in Stücke schneiden. 

Anmerkung m: wer keinen Kokos mag, kürzt ihn raus und nimmt insgesamt 400g Mehl

 

geistlose KI - weißer Schoko-Beeren-Cake

Samstag, 1. April 2023


Diese Woche habe ich im Netz bei einem kleinen Bilderquiz teilgenommen, bei dem ich den Unterschied erkennen sollte zwischen Fotos, die von KI erstellt wurden oder von einem fotographierenden Menschen (s. Stern). Um es direkt aufzulösen: keine Chance. Same-same but different. Ich habs nicht geschafft.

Zu ähnlichem Ergebnis kam Inés (aka Kaltmamsell) bei der Anwedungen von Texterstellung der KI ChatGP:  Foodblogs müssen endlich die “endlosen Labertextfahnen vor den eigentlichen Rezepten” nicht mehr selbst erfinden: Foodblogging 2023 (Formschub). Das bekommt ein Algorhythmus gleich gut hin.

Und im Gespräch mit einer Freundin, deren Mann in *der Branche* arbeitet, erzählte diese mir, dass er gerade mit der KI-Entwicklung rund um die Imitation der menschlichen Stimme beschäftigt sei. Etwa Arztpraxen könnten dadurch entlastet werden, wenn die Telefonauskunft in Zukunft auf häufig gestellte Fragen (nich, ganz so, wie es die Google-Suchmaschine anbietet) durch KI-Sprecher übernommen wird. Die Stimmen wären täuschend ähnlich und die Antworten decken ja immerhin eine statistische Mehrheit ausgewertetermaßen ab.

Dem gegenüber steht das Individuum. Denn individuell geht ganz anders, da sind wir uns wohl einig. Was aber macht den Kontrahenten zur Industrie 4.0 - das Einzelwesen - so wertvoll? Oder genauer nachgehakt: was macht dich als Individuum höchstpersönlich aus? Ist dir das bewußt?

Stand der Dinge ist: ob 'real' oder 'imitiert', ob 'Wahrheit' oder 'Fake' läßt sich nicht mehr scheiden. Das Auge ist täuschbar, das Gehör ebenso, bref: die Sinne dienen nicht mehr als Instrument, Spreu von Weizen trennen zu können. Was will der Verstand auf der Basis von verwirrten Sinnen auswerten?

*Allen gehört, was du denkst, dein eigen ist nur, was du fühlst.* (Schiller)

Tsss, schütteln jetzt einige den Kopf, und weil irgendwer irgendetwas fühlt, sollen dann Entscheidungen getroffen werden ?! Hochgradig spinnert! Nein, falsch! ICH, ganz alleine, eigenverantwortlich, selbstbestimmt habe zu einem höchstpersönlichen Urteil für mich selbst zu finden - das erst ist der erwachsen gewordene Mensch, das ist der einsame Weg des Individuum. Aber wie klar bist du dir deiner eigenen Gefühle? Wie gut ist der Draht zu deinem Herz? Mit der Frage wende ich mich an eine kleine Minderheit, weil mir bewußt ist, dass eine Mehrheit bereits von der anderen Welt, in der Maß und Zahl die Hoheit hat, geschluckt wurde.

Eine kleine Beispielgeschichte. In Marokko luden wir eine Bekannte vom Team Graf Zahl zum Geburtstags-Essen ein. Wir hatten das kleine Lokal bereits einige Zeit zuvor entdeckt und waren völlig verzaubert. In einem verwunschenen Garten, umrundet von blühenden Bougainvillea, Granatäpfelbäumen und Jasmin-Sträuchern wurde uns eine üppige Vielfalt von köstlicher Mezze aufgetischt. Dorthin führten wir sie also aus. Anschließend, der Habib hatte bereits bezahlt, drehte unsere Bekannte beim Verlassen nochmals um mit der Begründung, sie müsse auf Toilette. Da ich aber meinen Pullover vergessen hatte, erwischte ich sie dabei, wie sie stattdessen am Tisch nach der Rechnung griff. Sie brauchte eine Zahl (den Preis), die ihr einen Maßstab bot, um den Wert dieser Einladung einordnen zu können.

Ohne Innerlichkeit, ohne Zugriff zur eigenen Gefühlswelt bleibt ein eigenes Urteil verwehrt. Wie wunderschön fasst Erich Fried in Lyrik, dass der Verstandesebene der Zugriff zum Gefühl nicht möglich ist: *Es ist, was es ist* und veranschaulicht dabei im gleichen Moment, dass einzig das Gefühl in seiner Tiefe Gewissheit findet - weil es die Tür zum Wesen der Dinge ist. Etwas, das man anderen nicht erklären kann. Und nicht muss. Fühlende Wesen verstehen sich untereinander ohne Worte - s. James French.

Oder mit der allbekannten Weisheit von Saint-Exupéry: *Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar. Man sieht nur mit dem Herzen gut.*

 


Wer meine Rührkuchen kennt und nachbäkt, der muß wie ich die Schlagseite zu den Brownie-Style-Kuchen haben: schön saftig, schön durchgezogen, schön lecker.


Zutaten - Kastenform 23cm:

170g Butter, weich
180g Zucker (m: Rohrzucker)
3 Eier
200ml Kefir
Schale einer Zitrone
300g Mehl (m: D630)
8g Weinstein-Backpulver
1/2 TL Salz
90g weiße Schoko, gehackt (oder Drops)
150g Beeren (m: gemischt)*

Zubereitung:

Backform mit Backpapier auskleiden.

Ofen auf 170°C (Umluft) vorheizen

Mehl zusammen mit dem Back-Pu sieben. 1 EL davon zur Seite nehmen und darin die Beeren marinieren.

Butter mit Zucker hell schaumig aufschlagen. Eier nacheinander unterrühren. Zitronenschale, Salz und Schoko zufügen. Dann abwechselnd Kefir und Mehl beischütten. Nicht zu lange rühren, nur so lange bis ein homogener Teig entstanden ist.

Die Hälfte des Teiges in die Kastenform füllen. Beeren darauf verteilen. Restlichen Teig darauf setzen und glatt streichen und auf der 2. Schiene von unten in den Ofen schieben.

Backzeit ca. 70-75 min - Stäbchenprobe.

Anmerkung m: man kann sich auch nur für Himbeeren entscheiden. Oder Blaubeeren. Oder Brombeeren. Und weniger Frucht (80-100g) funktioniert der Cake auch gut...

Inspiration: Margot (coucou Margot)

 


Und weil wir in die Karwoche übergehen, und weil ich mit stolz geschwellter Brust der Minderheit der Pazifisten angehöre, und weil vor mir schon ganz andere Geister dafür eingetreten sind:

 

Ich halte es lieber mit meinem Landsmann Jesus Christus. Leiden ist mir eben wirklich lieber als Gewalt üben - Albert Einstein

Clownerie: Mohnkuchen mit Kirschen

Donnerstag, 2. März 2023

 

Eines der großen Mysterien hier im französischen Outback bleibt die Faszination meiner Mitmenschen für Clownerie. Wenn ich eine rote Pappnase sehe, bin ich raus. Andere kommen dann erst so richtig in Stimmung. Meine Mutter erzählte gerne, wie sie mit meiner Schwester und mir im Zirkus war und bei der Clown-Nummer das Zelt mit ihren schreiend-heulenden Kindern verlassen musste. Zwei Clowns schlugen sich mit großen Schaumstoff-Hammer (oder Hämmer?) gegenseitig ungespitzt in den Boden. Und meine Reaktion war damals schon: nicht witzig!

Hier in der ländlichen Drôme findet IMMER irgendwo ein Clown-Seminar statt (s. Insta). Schon Seminar-Titel wie *Entdecke den Clown in dir* bringen meinen Kopf wie selbstständig zum Schütteln. Das ist entschieden nix für mich. Alleine bei der Vorstellung... nee, nich für Geld!

Vielleicht hängt das zusammen mit der französischen Lust willkürlich im Jahr *carnaval* zu feiern. Dabei hopst man ohne jeden kulturellen Hintergrund einfach verkleidet durchs Dorf und wirft Konfetti. Klar, die Kinder lieben das. Die Eltern aber auch. Und safe ist dann mindestens ein Clown zum Aufmischen drunter. Oder die Verwandtschaft: eine Gruppe, die mit Improvisationstheater berreichert. Da laufe ich große Bögen, in solches Fahrwasser will ich nicht hineingeraten. Meine Reaktion könnten Nachwehen meines Kunststudiums sein. Ich habe einfach schon genügend schlechte *performances* gesehen - das reicht für ein ganzes Leben. Und ich kann mich dabei schlimm fremdschämen. Kein Gefühl, dem ich hinterherjage.

Erschwerend kommt hinzu, dass Humor eine SEHR spezielle Angelegenheit ist. Gar nicht mal so oft teilt man den gleichen. Etwa all die alten Filme mit Louis de Funès: einem kleinen, unerträglich hysterischen Mann mit sich dauerüberschlagender Stimme am Rande des Nervenzusammenbruchs - wie überdreht kann man sein? Wobei es einige, französische Komödien gibt, die ich wiederum wirklich sehr lustig finde (Willkommen bei den Sch'tiis beispielsweise).

Was macht man nicht alles dem Eskapismus zuliebe. Jeder dritte Deutsche hat psychische Probleme lese ich. Bei einer kleinen Recherche zeigt sich relativierend: anscheinend ein stabiles Drittel, das hing bereits vor 10 Jahren in den Seilen. Und ein Drittel hat außerdem keinen Bock mehr auf seinen Job. Obs so eine Regel gibt, dass es für ein konstantes Drittel nicht läuft? Meinem Eindruck nach erhält das Drittel momentan Verstärkung: zumindest kenne ich gerade niemanden, der von sich behauptet, Rückenwind zu haben. Alle sind sie geplagt und belastet. Ist es nicht die Gesundheit, dann sind es Probleme mit dem Geld oder der Beziehung/ Familie/ Kollegen oder eine veritable Mischung. Als würde jeder eine ordentliche Schippe obendrauf erhalten - zu dem alltäglichen Wahn. 

Nun, da ist die Lust schon groß, zwischendrin auf den Pauseknopf zu drücken, oder. Nichts intensiviert das Leben mehr wie Nüchternheit. Aber wer erträg das am Stück? Und bevor jetzt zum Saufen auch noch alle mit dem Kiffen anfangen, dann ist die rote Pappnase am Schluß die bessere Alternative. Und wer weiß: vielleicht wirds irgendwann bitternötig, den *Clown* in sich zu entdecken?! Es könnte eine angemessene Antwort auf Irrsinn sein.

 

 

Mir gelüstete nach einem deutschen Kuchen. Mit Mohn - das findet sich schwerlich im Fränziland. Dieser Mohnkuchen mit Hefeboden erfüllte ganz meine Wünsche: zart und weich, schön saftig, am zweiten Tag durchgezogen mindestens noch genau so gut, nach Oma-Küche duftend. Ich habe dem ursprünglichen Rezept zudem ein paar entsteinte Kirschen aus dem Froster untergejubelt. 2022 war in der Drôme nicht nur ein Walnuss-Jahr, es war auch das Jahr der Kirschen - wir hatten mehr als reichlich!


Zutaten - 1/2 Blech (m: Form 20 x 30cm):

Hefeteig:
160g Mehl (m: D630)
50ml Milch
7g Hefe
40g Butter
20g Rohrzucker
1 Ei
1/4 TL Salz
...
Mohnfülle:
450ml Milch
90g Mohn, gemahlen
50g Butter
60g Rohrzucker
50g Hartweizengrieß
2 EL Rum
1/2 TL Kardamom, gemahlen
200g Kirschen (oder Schattenmorellen - optional)
...
Guss:
125ml Milch
1/4 Packung Vanille-Pudding-Pulver (= 8,5g)
30g Rohrzucker
1 Ei, getrennt
15g Speisestärke

Zubereiung:

Für den Hefeteig die Hefe in lauwarmer Milch auflösen, dann mit den restlichen Zutaten in einer Küchenmaschine mit Knethaken zu einem geschmeidigen Hefeteig verkneten. Teig abgedeckt an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen.

Für die Mohnmasse die Milch in einem Topf mit Mohn, Butter und Zucker langsam aufkochen. Grieß einrühren und 2-3 Minuten kochen lassen, bis die Masse gut eingedickt ist. Mohnmasse mit Rum und Kardamom würzen und abkühlen lassen.

Für den Guss das Puddingpulver mit Milch und 1 El Zucker nach Packungsanleitung zubereiten und kalt stellen.

Den Boden eines Backblechs passend mit Backpapier auslegen. Hefeteig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche zusammenkneten. Dann auf Backblechgröße ausrollen und das Blech damit auslegen. Einen flexiblen Backrahmen zwischen Teig und Blechrand legen. Die Mohnmasse auf dem Teig verteilen und glatt streichen.

Für den Guss das Ei trennen. Eigelb und 1 Prise Salz unter die Puddingmasse rühren. Eiweiß steif schlagen, dabei den restlichen Zucker einrieseln lassen. Abwechselnd mit der Stärke unter die Puddingcreme rühren. Den Guss auf der Mohnmasse verteilen. Kuchen im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad (OU-Hitze) auf der unteren Schiene 40 Minuten backen. Dann aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Dann in kleine Quadrate schneiden und genießen!

Quelle: Essen und Trinken


Apfelkuchen-Spezial: Apfel-Walnuss-Kuchen mit Zimtkruste

Sonntag, 29. Januar 2023

 

Eine der Fragen, über die ich grübeln kann, ist: *Du hast in deinem Garten nur Platz für einen einzigen Baum - welchen wählst du?* Ich finde das wirklich schwer zu beantworten. Es gibt so viele tolle Bäume! Und es kommt halt darauf an... Die Albizia habe ich erst in der Drôme kennengelernt. Der Seidenbaum besitzt wunderhübsch gefiederte Blätter und blüht in wuscheligen, elfengleich rosanen Puschel-Blüten. Und zwar im absoluten Hochsommer, genau dann wenn man sich besonders gerne im Schatten eines Baumes aufhält  Ehrlich, das ist ein Bild, wenn in einem Garten der Tisch unter dem Blütenzelt einer alten Albizia steht - da geht mir das Herz auf. Ein Baum, wie für diesen Anlaß gemalt.

Oder wie prächtig können Lindenbäume werden! Ich mag allein die Farbe, das Lindgrün, sehr und den Geruch der Lindenblüten sowie die beruhigende Ausstrahlung einer Linde, die nicht von ungefähr in dem alten Volkslied *Kein schöner Land* besungen wird.

Oder der Ginkgo, dessen Blätterkleid sich im Herbst unvergleichlich golden färbt. Ginkgo biloba ist eines meiner absoluten Lieblingsgedichte von Goethe, daran lasse ich mich nur zu gerne durch die Anwesenheit eines Baumes erinnern.

Oder wie erfrischend es ist, zu Fuße einer Eiche zu ruhen - hätte ich die Erfahrung im eigenen Garten nicht gemacht, ich hätte es nicht für möglich gehalten. Oderoder... Ich könnte viele Bäume aufzählen, auf die ich nicht verzichten wollte. Wie gut, dass unser Grundstück viele Bäume möglich macht. Wären wir begrenzter, würde ich mich vielleicht doch für den Klassiker entscheiden, den Apfelbaum, den Baum der Erkenntnis. Bemerkenswert finde ich ja zum Thema *Erkenntnis*, dass Erkenntnis etwas Unumkehrbares ist. Was man ein Mal etwas als *wahr* erkannt hat (Beispiel *heiße Herdplatte*) bleibt ewig. Man kann nicht so tun, als hätte es dieses Erlebnis nicht gegeben. Erkenntnis brennt sich buchstäblich ein. Erkenntnis läßt sich nicht wieder abschütteln sondern klebt im Gedächtnis.

Äpfel zählen zu den Lebensmitteln, die ich immer zuhause habe. Kein Porridge ohne Apfel. One apple a day... fällt mir SEHR leicht, mich daran zu halten. Ich esse schon immer gerne Äpfel. In meiner Kindheit hat die Oma vor dem Schlafengehen sehr oft als Bett-Hupferl noch einen Apfel ans Bett gebracht - in ganz dünne Scheiben geschnitten, die sich mit Milchzähnen besonders genüßlich knabbern ließen.

 


 

Man kann auch unmöglich genügend gute Apfelkuchen-Rezepte besitzen. Und dieser Apfelkuchen heute darf direkt in die Favoriten-Schublade. Die Inspiration dafür ging von Ulrike aka Küchenlatein aus, die das Rezept wiederum in der Los Angeles Times entdeckte, das dort als holländischer Kuchen präsentiert wurde aus einem traditionsträchtigen Café in LA. Ich buk uns direkt zwei - den einen für uns, der andere wurde mitgenommen zu einem Nachbarn, der von seiner Atlantik-Überquerung mit dem Segelboot erzählte. Das Kuchen-Mitbringsel kam super an, denn er ist weit raffinierter als ein einfacher Rührkuchen, in den ein paar Apfelschnitze untergemischt werden. Die Kruste wird super knusprig und teilweise bilden sich von dem Topping kleine Lava-Spuren Richtung Kuchenmitte. Und dann noch die verläßliche Kombi von Apfel mit Nuss, meine Sugar-Spice-Mischung, auf die ich so verrückt bin, in der Zimtkruste... bref: lecker!!

 

Zutaten 20er Form (20cm x 10cm 8cm) *:

Zimtkruste:
60g Butter, kalt
30g Mehl (m: Einkorn-VK)
2 TL Zimt (m: Sugar-Spice)*
50g Muscovado-Zucker
...
Kuchenteig:
120g Butter, weich
170g Rohrzucker (m: mit Vanille angesetzt)
2 Eier
75g Joghurt (od. Buttermilch/ m: 50g davon Ofen-Apfelmus)
240g Mehl (m: D630)
1 TL Natron
1/2 TL Salz
220g Apfel
60g Walnüsse, gehackt, geröstet

 

Zubereitung:

Für die Knusperkruste Zucker, Mehl und Zimt miteinander vermischen. Die kalte Butter flöckenweise einarbeiten, bis eine krümelige Masse entstanden ist (m: geht am besten von Hand).

Den Backofen auf 180°C  (O/U-Hitze) vorheizen. 

Eine Kastenform von : 20 x 10 cm x 8 cm (Achtung! siehe Anmerkung unten dazu) mit Backpapier auskleiden. Mehl, Backpulver und Salz mischen.

Butter und Zucker schaumig rühren. Ein Ei nach dem anderen zugeben, danach Vanilleextrakt und Buttermilch bzw. Joghurt unterrühren.

Die trockenen Zutaten in die flüssigen Zutaten geben und nur so lange rühren, bis sie sich gerade eben verbunden haben. Mit einem Gummispatel die Apfelwürfel und gehackten Walnüsse unterheben und in die vorbereitete Form geben. Die Zimtauflage darüber verteilen.

Die Form in den Ofengeben und ca 55 bis 60min backen, bis der Kuchen aufgegangen und ein Holzstäbchen sauber wieder herauskommt. Den Kuchen in der Form 15min auskühlen lassen, aus der Form nehmen und auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen. Erst komplett ausgekühlt anscheiden.

Anmerkung m: Zur Kastenform: Ulrike verwendete eine höhere Kastenform wie ich. Wenn man meine kleinformatigere richtig mit Backpapier auslegt (20cm x 10cm 8cm)  funktioniert die auch gut - man muss nur das Backpapier ausreichend überstehenden lassen - ein Überstand von etwa 5cm plus, dann kann man die derart doppelt falten, dass 2cm überstehen (also den Überstand nicht ganz mittig falten) so bliebt 1cm bleibt, den man zurück in die Form klemmt zur Stabilität... verständlich? Bei mir funktionierte die Kuchenform bereits dank einfachen Überstand des Backpapiers. Für alle, die soetwas noch nie gemacht haben, gibt Ulrike eine tolle Anleitung dazu: Backpapier auskleiden

Quelle: Ulrike aka LA Times 

 

 

Als Goodie gegen graue Wintertage, habe ich euch ein Apfelkuchen-Spezial zusammengestellt - ein paar ausgesuchte und besonders geschätzte Rezepte. Selbst wenn es die Tourte aux pommes , der gedeckte Apfelkuchen mit den (bestenfalls) selbstgemachten Amarettini oder die Eierschecke mit Äpfeln nicht in die Bilder-Gallerie geschafft haben, kann ich sie euch trotzdem empfehlen. Selbst unter den heutig ausgewählten fällt es mir schwer, die TOP 3 zu benennen. Habt ihr ein echtes Apfelkuchen-Lieblingsrezept? Dann bitte raus damit und teilt mit mir!