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Fangebaren: Tagliatelle mit cremiger, flambierter Maronen-Pilz-Sauce

Dienstag, 24. Januar 2023


Was kann man nicht permanent Gesellschaftstudie betreiben. Mein wahres Studium bleibt der Mensch, da bin ich ganz Goethe-Schülerin. Im Netz so gut wie im echten Leben. Frisch am Wochenende bin ich phänomenologisch mal wieder ins Straucheln gekommen.

Bei meinen Teilnehmer der ... zu Tisch mit # schaue ich in unregelmäßigen Abständen nach dem Rechten. Hey, ich bin schließlich Fan-Girl, obendrein habe ich prinzipiell ein treues Naturell. Bei Guido flachte sich die Begeisterung deutlich ab, weil der lang nicht mehr so erfrischend erheiternd ausdünstet wie zu Beginn meiner seiner Entdeckung, mais bon... Mady macht ihr Ding hingegen nach wie vor super, finde ich. Ich stehe seltener mit ihr auf der Matte, da ich längere Einheiten vorziehe. Aber die wuppt zusammen mit ihrem Freund alleine das Unternehmen *Morrison* und das machen die entschieden gut. Immer um das Prinzip *Good vibes only* bemüht. Gerade wenn ich das vergleiche mit einem anderen Yoga-Pärchen, bei dem ich ab und an vorbeisehe, die nun einen ganzen Mitarbeiterstab für ihre Ich-AG beschäftigen. Da ist mir die Mady sympathischer in ihrem Geschäftsgebaren, die es zudem schafft, ihre Privatsphäre privat zu halten - ohne dass ihr das schaden würde.

Nun hatte sie vor einem Vierteljahr ihre erste Merch-Klamottenserie herausgebracht, die binnen einer Stunde ausverkauft war. Und jetzt am Sonntag erging es ihr mit der Nachproduktion nicht anders. Schöne, selbstentworfene Teile - das Moon-Shirt hätte ich jederzeit spazieren getragen. Kurzum: ein sensationeller Erfolg! Im Vorhinein hatte Mady stets erklärt, dass diese Produktion natürlich ihre Grenzen hat, nachhaltig produziert, 2-Personen-Unternehmen ectpp... Alles leicht nachzuvollziehen.

So, nun kommt der Stolperstein: weil viele Anhänger ihrer Community erneut leer ausgingen, wurde Mady überschüttet mit Hass-Nachrichten. Ist das strange? Okay, man ist enttäuscht, weil man sich vielleicht auf einen Pulli gefreut hat, aber das triggert dann ein solches Verhalten? Verstehe ich nicht! Man ist Fan, man will sich mit Mady-Fan-Artikel kleiden und das der ganzen Welt zeigen - und dann dreht sich das von einer Sekunde auf die andere... Ich hätte ja nix dagegen, wenn die allgemeine Frustration-Grenze genauso tief sitzen und umgehend Reaktionen hervor rufen würde, wenn es um Krieg und Frieden geht. Aber wegen Klamotte?

Das gruselt mich dann doch. Eben noch Hosianna und bums, schon wird man fallengelassen wie eine heiße Kartoffel. Direkt fällt mir eine andere kleine Anekdote von unterwegs ein, die ganz gut in den Zusammenhang passt. Ein junger, katholischer Pfaffer wurde gefragt, wie er sich denn seine berufliche Zukunft vorstellt im Hinblick auf die rasanten Kirchenaustritte. Seine Antwort beeindruckte mich nachhaltig: Nun war die Geschichte von Jesus auch keine Erfolgsgeschichte. Wer blieb denn am Ende unterm Kreuz übrig?

 Schon irgendwie es fürchte die Götter das Menschengeschlecht



Kommen wir zu erfreulicheren Dingen. Frische Pasta. Mit frischer Pasta koche ich mich zuverlässig glücklich. In mir müssen irgendwo italienische Gene schlummern. Alleine in der Warteschleife stapeln sich wieder mehrere Rezepte mit frischer Pasta - nicht von ungefähr: die Kategorie *Pasta* ist im Blog-eigenen Universum gut gefüllt! Pastateig habe ich schon derart oft zubereitet, den schüttel ich euch aus dem Handgelenk! Mit verbundenen Augen! Mit der rechten Hand auf den Rücken gebunden! Mindestens!

Diese Sauce, die mit Cognac flambiert wird, erinnert mich an ein simples aber wirkungsvolles Rezept mit Schweine-Filet, Zwiebeln und Äpfeln, das ebenfalls mit Cognac flambiert und dann mit Sahne abgelöscht wird. Das bekam ich vor Äonen mal als Gast serviert und hinterließ schicken Eindruck allein durch die kleine Show-Einlage mit dem Flambieren. Fleisch bereite ich uns schon lange nicht mehr zu, aber gegen das Flambieren spricht nix. Herausgekomme ist ein echtes Sonntagsessen, das ich zu Zorras Event Nummero CXCIII *Happy Bubble - Koch dich glücklich* beisteuere, das Maria aka das Landmädel dieses Mal ausrichtet. Mit Happy-Garantie!


Zutaten 2P:

Tagliatelle:
150g Kamut-VK
50g Dinkel 1050
2 Eier
1 EL Olivenöl

Sauce:
1 große, rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
250g Champignons
200g Maronen*
2 Lorbeer-Blätter
1 TL Thymian, getrocknet
70ml Cognac
150ml Sahne
ca. 100ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1/2 Zitrone, etwas Saft und Abrieb davon
Olivenöl
zum Bestreuen: Petersilie/ Schnittlauch


Zubereitung:
 
Die Pasta wie hier beschrieben verarbeiten, zu Stufe 6 von 7 auswellen - dabei immer mit Hartweizenmehl arbeiten (das verhindert das Kleben der Nudeln aneinander und später im Kochwasser), auf der Arbeitsfläche noch etwas dünner rollen und schließlich zu Tagliatelle schneiden. Auf einem sauberen Küchentuch ausbreiten und mit einem weiteren abdecken. 
 
Die rote Zwiebel schälen, in 1cm Stücke würfeln und in einer breiten, tiefen Pfanne in Olivenöl mit Geduld golden rösten. Parallel die Pilze putzen, und je nach Größe halbieren und in Scheiben schneiden. Die Pilze und den feingehackten Knofi zu den Zwiebeln geben, mit Salz und Pfeffer würzen und ca. 10min weiterbraten.
 
Den Cognac angießen und flambieren (anzünden, idealerweise mit einem langen Streichholz). Pilzmischung garen, bis der Alkohol verkocht und die Flamme erloschen ist.

Thymian, Lorbeerblatt, Maronen, Sahne und Gemüsebrühe dazugeben und verrühren. Etwa weitere 10 min eindicken lassen.

Zitronenabrieb und 1 TL Zitronensaft untermengen, gegarte, abgetropfte Pasta untermischen und zum Servieren mit gehackter Petersilie bestreuen.
 
Anmerkung m: ich habe halb selbstgeschälte Maronen halb gekaufte, gegarte Maronen verwendet - eigene schmecken schon deutlich besser/ eine halbe, in kleine Stücke geschnittene Birne macht sich in der Sauce als Variante bestimmt gut
 

Good vibes only: Schokoladenkuchen mit Maronen und Haselnüssen

Sonntag, 20. Februar 2022


Ihr wißt, wie man traditionell mit den Überbringern schlechter Nachrichten umgeht?! So handhabe ich das jetzt auch! Tür bleibt zu! Good vibes only ist rundherum um mich angesagt. Also wenn ich was zu melden habe! Hey, die ersten blühenden Primeln und Narzissen wollen ja schließlich nicht direkt mit irgendeinem Müll übergossen werden. Zudem bin ich völlig ausgelastet zu beobachten, wie das Tal sich jeden Tag verändert, weil irgendwer ganz langsam - aber sichtbar - am Grün-Dimmer dreht. Nebenher halten wir es wie die Frühblüher: schön das Köpfchen gen Sonne gestreckt. Deshalb wird der Café jetzt wieder entschieden auf der Terrasse zu sich genommen. Oder eben der Apéro - das sind ja gerade am Wochenende fließende Übergänge. Schön, war das heute morgen in der Sonne in Saillans. Und das sonntägliche Frühstück schon mit Ranukelchen auf dem Tisch. Frühling wir kommen!

Das gute Gefühl kann man kulinarisch unterstützen mit Schokolade. Wieso ich euch ein Rezept für einen Schoko-Kuchen hinterherschiebe. Dieses Rezept, eine Chestnut Torta, habe ich ein Mal mehr von Petra übernommen. Gute Idee!

In meinem Blog-Universum ist le top du top mein Schokoladenkuchen aus Studie-Zeiten. Das wißt ihr, an dem ist kein Vorbeikommen oder Übertrumpfen möglich. Aber die Abwechslung machts. Und warum nicht zwischendurch eine Edition mit Nüssen?! Die Maronen schmeckt man nicht sehr hervor, die lassen sich bestimmt gut durch andere Nüsse ersetzen. Von mir erhielt der Kuchen zusätzliches Tonka-Bohnen-Parfum. Definitiv gilt wie für alle Schoko-Kuchen: der Kuchen muss eine Nacht durchziehen - das verbessert Konsistenz und Geschmack um ein Vielfaches!

Zur weiteren Unterstützung der Good Vibes gibt es wieder Pomplamoose, die ich euch mit ihren Supi-Cover-Versionen schon vorgestellt habe - die sind mit neuem Album am Start und einigen neuen Songs... Hach, echt, ich fühls schon: barfuß unter Lichterketten!!!!

 

 


 Zutaten - 1 Kuchen 24 cm Durchmesser:

50g Mehl (m: Einkorn-VK)
50g gemahlenen Mandeln
200g Butter
200g Schokolade (m: 70%)
1 TL Instant-Espresso-Pulver
1 Pr Salz
1/2 Tonka-Bohne, Abrieb davon
4 Eier
150g Rohrzucker
100g Kastanien (gegarte Maronen)
100g geröstete Haselnüsse, grob gehackt

Zubereitung: 

Mehl und gemahlene Mandeln in eine beschichtete Pfanne geben und auf niedriger Hitze goldbraun anrösten. Abkühlen lassen und in eine Schüssel geben.

Butter, Schokolade und Instantkaffe in einen kleinen Topf geben und bei niedriger Hitze schmelzen. Alles verrühren, bis eine homogene Masse entstanden ist, abkühlen lassen.

Eine Springform (24 cm) mit Backpapier belegen, den Rand buttern. Den Backofen auf 175°C vorheizen.

Die Schokoladenmischung zusammen mit Zucker und den Eiern in eine Schüssel geben und mit dem Handrührer cremig aufschlagen. 1/3 der Mischung zu der Mandel-Mehl-Mischung geben und alles gut verrühren, dann wieder zurück in die restliche Schokoladenmischung geben und unterziehen (m: alles auf einen Schlag untergerührt). Esskastanien und Haselnüsse zugeben und gleichmässig unterheben.

Den Teig in die vorbereitete Form füllen, glatt streichen und etwa 40 Minuten backen (Stäbchenprobe).

Die Form herausnehmen und auf einem Rost abkühlen lassen. Mit Kakao bestäuben. Geschlagene Sahne macht sich hervorragend dazu

Anmerkung m: der Kuchen MUSS zu seinem eigenen Besten eine Nacht durchziehen!


Quelle: Petra von Chili und Ciabatta

 

 

Schnipp-Schnapp: Risotto mit Möhren, Radicchio und Maronen

Freitag, 11. Februar 2022

 

Yoga lehrt, dass zwar alle Menschen Bauch-Beine-Po uswusf. haben - aber eben sehr unterschiedliche. Eine meiner Yogalehrerinnen weißt gerne darauf hin, dass sie mit T-Rex-Armen ausgestattet ist - weshalb ihr manche Assanas leichter und andere schwerer fallen. Ich bin das gegenteilige Team, ich bin #Team Orang-Utan-Arme. Jetzt habe ich auch lange Beine, so dass ich meine Arme nicht hinter mir herschleifen muss (keine Sorge, ich komme damit zurecht). Doch manchmal würde ich schon gerne die Ärmel einer Jacke oder eines Pullis zurückkrempeln müssen - sieht doch gleich viel lässiger aus - eine Situation, in die ich nicht komme. Beispielsweise.

Und gerade beim Bäume-Schneiden bei sonnigen Vorfrühlingstemperaturen reichen mir meine langen Arme auch zum Vorteil. Gemeinsam mit einer Teleskop-Astschere - also einer Schere, die man stufenweise ausziehen und verlängern kann - ist meine Reichweite gar nicht schlecht. Schon kommt das *Aber*: wären da die Hebelkräfte nicht. Jetzt schreibe ich mich vermutlich schnell um Kopf und Kragen. Mein Physiklehrer, dessen letzte Klasse wir vor seiner Pensionierung waren, fand nach den vielen Jahren seines Unterrichtes zu dem Schluß, dass Mädchen Physik nicht verstehen. Sehr leider wurde mir die Glorie nicht zuteil, ihm vom Gegenteil überzeugen zu können. Ehrlich gesagt: mir kommt es vor, als hätte ich nie Physik gehabt.

Zum Thema Hebelkräfte dämmert mir etwas. Und die dürften nicht nur auf die *Spitze* meiner Astschere wirken, genauso ebenfalls auf die Breite meiner Arme, mit denen ich die Astschere schließe - sowohl in Bezug auf Hände wie auf Schultern, oder? (wer sich berufen fühlt zur Erhellung: salzkorn@email.de - ich lese mit Neugier!). Ein Eindruck, der sich direkt verstärkt, wenn ich die Astschere austausche durch die kleine Teleskop-Motorsäge (= schwerer). Bref: abends ziehen Bleigewichte an meinen Armen und sie schleifen doch am Boden. Definitiv kein Bedarf mehr an Chaturangas...

Und um noch kurz das Thema Baum-Schneiden zu streifen. Auch da gibt es zwei Lager. Das eine besagt, man müsse nach einem Rückschnitt einen Hut durch die Baumkrone werfen können (coucou Christiane). Das andere Lager - vertreten etwa durch Agrar-Rebell Sepp Holzer - postuliert die Meinung, so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen. Ich neige ja langsam, dem Sepp Recht zu geben. Gerade nachdem ich nun vor unseren geschnittenem Bäumen stehe und die mir demonstrieren, dass ich keinerlei Ahnung habe. So ein Ast eskaliert an der Schnittstelle völlig und unzählige Ästchen schießen in alle Himmelsrichtungen. Das Wort *Wildwuchs* erhält eine völlig neue Bedeutung, wenn man vor so einem Strubbelpeter-Baum steht. Und ich könnte aus dem (jetzt definitiv notwendigem) Schnitt dann schier eine Doktor-Arbeit machen. Eine Wissenschaft für sich. Sollte ein erfahrener Gärtnermeister im Baumrückschnitt in Südfrankreich mal Urlaub machen wollen... er wird erwartet!



 

Die Eingebung für dieses Risotto, das kurz davor ist ein Eintopf sein zu sollen, flog mir hingegen einfach zu - und von dort quasi in den Mund. Ausschlaggebend war der Radicchio im Garten, der sich eifrig anbietet. Es geht doch nichts über guten Samen (coucou Maria): diese robuste, italienische Sorte verbreitete sich selbstständig und eigensinnig - selbst an völlig anspruchslosen Standorten.

Das Bittere des Radicchio wird sehr schön von Karotten und Maronen ausgeglichen. Letztere Kombi findet sich übrigens im Bloguniversum auch in dieser Quiche wieder.


Zutaten 2P:

150g Risotto-Reis (m: Halb-VK)
1 rote Zwiebel
2 Karotten (ca. 200g), in 1/2cm Würfel geschnitten*
1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt
1 TL Kreuzkümmel
1 Zweig Rosmarin, fein gehackt
100g Kastanien (m: eigene oder gekocht, vakuumiert)
1 TL Mandelmus
75g Radicchio, in feine Streifen geschnitten
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1 Mandarine, Saft davon
2 TL Granatapfelsirup
Gemüsebrühe
Granatapfel-Kerne zur Deko
Olivenöl

 Zubereitung:

Die forte Zwiebel und den Knofi fein würfeln. Die Möhren schrubben und in kleine Würfel von ca 1/2cm schneiden.

Das Olivenöl in einem Topf erhitzen, die Zwiebel glasig dünsten. Dann Knofi und Kreuzkümmel sowie den Risotto-Reis kurz mitrösten. Rosmarin zufügen und Brühe anschütten, so dass der Reis gut 2cm damit bedeckt ist und bei schwacher Hitze und geschlossenem Deckel vor sich hinsimmern lassen - dabei  immer wieder umrühren, damit nichts anhängen kann. 

In d Mitte der Garzeit die gekochten Maronen unterziehen. Kurz vor Ende der Garzeit den in Streifen geschnittenen Raddicchio untermischen. Würzen mit Piment und dem Saft einer Mandarine. Salzen und peffern und mit dem Mandelmus cremig rühren (gegebenenfalls noch etwas Gemüsebrühe nachschütten).

Zum Anrichten auf dem Teller mit Granatapfelsirup beträufeln und mit Granatapfelkernen dekorieren.

Anmerkung m: die Karotten lassen sich prima auch durch Kürbis ersetzen - mein bevorzugter wäre wie eigentlich immer der Butternut/ Ich verwende Risotto-Reis demi-complet, der in der Garzeit etwas länger benötigt, aber auch keine ganze Stunde wie Vollkorn-Reis




Geistiges Tennis: Gnocchi mit Rosenkohl, Maronen und Birne

Freitag, 19. März 2021


Die Inspiration zum heutigen Gericht las ich von einer Speisekarte ab: Gnocchi mit Rosenkohl, Maronen und Birnen. Hmmm, da lief mir alleine bei der Vorstellung das Wasser im Mund zusammen.

Klarer Fall: das muss auf den Tisch gebracht werden. Zumal der Rosenkohl aus den Beeten zu weichen hatte.

Um Gnocchi, Maronen und Birne miteinander zu verbinden, schmeichelt sich in meiner Version ein Käsesößchen um die drei. Und was soll ich sagen: es schmeckte mir genau so, wie es sich meine Sinne in der Theorie ausmalten. Schön, oder, wenn Phantasie und Realität übereinkommen und sich nahtlos ineinander fügen. Das kann Erde schließlich auch.

Heute will ich mir mal gar keine weiteren Gedanken über Welt, Menschen und Gesellschaft machen. Heute gibts einfach mal einen *Lecker-Lecker-Post* wie man das als Foodblog überlicherweise so betreibt. Heute mache ich es mir einfach. 

Die Kommentarfunktion hier wird eh bevorzugt benutzt, um ein Feedback zu den Gerichten zu geben. Was toll ist, schließlich lese ich gerne, dass meine Rezepte funktionieren und schmecken. Oder wie sie abgewandelt werden und wie damit gespielt wird. Nicht anders ergibt foodbloggen Sinn.

Von den Lesern, die sich auf meine Einleitungen beziehen, erhalte ich viel Post per Mail. Dafür wollte ich mich mal Blog-öffentlich bedanken. Ich freue mich sehr, wenn meine Gedanken aufgegriffen und innerlich bewegt werden. Ja, vieles schreibe ich für mich, um mir während dem Formulieren selbst einiges klar vor Augen zu stellen. Wenn darin aber jemand anderes noch einen Mehrwert für sich sieht, dann empfinde ich das als bereichernd.

Nehmt es mir nicht krumm, wenn ich nicht immer direkt und auch nicht auf alle Mails reagieren kann! Ich bemühe mich - manchmal brauche ich nur ein bißchen (mehr) Zeit. Doch seid euch gewiß, dass mich eure Mails im Gegenzug wiederum anregen, in neue Richtungen zu denken. Und richtig spitze sind natürlich eh all die Mails, die Neigungen und Interressen aufgreifen, die ich auf dem Blog offenbart habe und mich dann aufmerksam machen auf entsprechende, dazu passende Fundstücke! Damit kann man mir wirklich eine Freude machen! Echt, großes, geistiges Tennis - und Gedanken-Pingpong ist doch überhaupt das weltoberbeste, was passieren kann, oder?!

So, jetzt aber nur noch *Guten Appetit*, lasst euch mein Teller mit meinen neuesten Lieblings-Gnocchi-Rezept schmecken. So kocht man übrigens nicht nur Resto-Gäste zufrieden - ich habs ausprobiert! Knotschi-Soulfood (wenig Worte kann man hübscher entstellen wie Gnocci) par excellence!



 Zutaten 2P:

1/2 Gnocchi-Rezept*
100g Maronen, gegart (m: eigene)
300g Rosenkohl (bevorzugt kleinere Röschen)
1 Schalotte
1 kleine Birne
1 EL Butter
1 EL Mehl
ein Schuß Portwein
ein Schuß Weißwein
 ca. 150ml Milch
ein Schuß Sahne
Gemüsebrühe-Pulver
80g Bergkäse (m: Tomme de brebis)
Salz, Pfeffer 
etwas Muskatnuss-Abrieb
Piment d'Espelette
1-2 EL Olivenöl 

 

Zubereitung:

Den Gnocchiteig nach diesem Rezept zubereiten nur aus dem Teig kleine Kugeln formen und in diese mit dem Finger ein kleines Loch eindrücken. Abgedeckt auf einem mit Hartweizenmehl ausgestreutem Küchentuch lagern, bis alle geformt sind.

Den Rosenkohl putzen und den Strunk kreuzförmig einschneiden. Über Wasserdampf al dente garen.

In reichlich siedendem Salzwasser die Gnocchi garen bis sie nach oben steigen, herausschöpfen, gut abtropfen lassen und warm stellen.

Die Schalotte feinst würfeln. In einem kleinen Topf die Butter schmelzen, und die Schalotte glasig dünsten. Das Mehl einrühren, dann unter stetigem Rühren Portwein, Weißwein und Milch anschütten und darauf achten, dass sich keine Klümpchen bilden. Mit Gemüsebrühe-Pulver, Piment und Muskat würzen, salzen, pfeffern. die Maronen darin warm ziehen lassen, zuletzt den Käse gleichzeitig mit der Sahne darin schmelzen lassen. Darauf achten, dass die richtige Konsistenz erreicht ist - schön cremig, eventuell noch etwas Sahne oder Milch zufügen.

Birne vierteln, schälen, entkernen und in feine Scheiben schneiden. Parallel in einer großen Pfanne das Olivenöl erhitzen, die Gnocchi sanft golden anbraten, Rosenkohl und Birne zufügen. Alles miteinander kurz braten und zuletzt die Käse-Maronen-Sauce unterziehen.

*Anmerkung m: Dieses Mal habe ich die andere Hälfte von Gnocchi ebenfalls gekocht und dann eingefroren - ich werde das Rezept aktualisieren, wenn ich weiß, was sich mehr bewährt: ungekocht oder gekocht einfrieren.

 

Rebelle - Sellerie-Maronen-Ragout mit Honigkuchen-Semmelknödel

Samstag, 9. Januar 2021

 

Unsere alleinstehende Nachbarin hat vergangenen Frühling ein schwarz-weiß geschecktes Katerchen mit etwas kurz geratenen Beinen bei sich aufgenommen, um die Einsamkeit während des ersten confinements besser zu ertragen. Sie taufte ihn *Rebelle*. Und seither laufen sie ganz einhellig zu dritt sapzieren: ihr pummeliger, ebenfalls extrem kurzbeiniger, weißer Terrier, der vor Energie strotzende Rebelle und die nun weniger einsame Héloise.

Wobei die Gesellschaft auf Rebellen ja grundsätzlich nicht gut zu sprechen ist. Doch geht das aktuell herrschende System unter, dann wendet sich das Blatt der Beurteilung radikal und Rebellen werden zu Helden stilisiert. Schon komisch, oder? Wie sich alles ins Gegenteil verkehren kann, wenn man nur die Perspektive wechselt? ( gerade ein Lieblingsthema von mir...).

Vielleicht färbt aber auch nur die Umgebung auf mich ab. Tatsächlich ist die Drôme eine Brutstätte der Rebellion und Frankreich weit bekannt für ihre Widerstandskämpfer während des 2. Weltkrieges. In den Höhlen des rauhen Hochvercors versteckten sich les réstistents, wo heute zu ihrem Gedenken das sehenswerte *Memorial départemental de la Résistence du Vercors* errichtet wurde. Und so abgeschieden unser Tal auch scheint, so wurde es dennoch zum Schauplatz des Krieges mit den Deutschen, worüber ein kleines, privates Museum im Nachbarort berichtet. Fahren wir zum Einkaufen nach Crest, dann passieren wir jedes mal die Gedächtnisstätte von Nancy Bertrand, die dem Widerstand als Nachrichtenübermittlerin diente, dabei erwischt und daraufhin von einem deutschen Offizier exekutiert wurde.

Wer in der Drôme lebt, lebt in Mitten von Zeugnissen der Rebellion. Doch nicht nur die der Vergangenheit - gleichzeitig auch die der Gegenwart. 

Der Autor des Artikels *Unter Bibern und Wölfen lebt es sich gut* in der FAZ (coucou Maria und Arthur) sieht eben in diesen historischen Wurzeln begründet, warum in der Brust der Dromois bis heute der Geist von Protest und Widerstand schlägt - aber nicht minder der von Solidarität und Toleranz. Tatsächlich machen hundert Gemeinden der Drôme mit sechsundfünfzigtausend Einwohnern als Ökorebellen von sich reden und zwar mit dem Pilotprojekt die Biovallée samt eigenem Qualitätslabel. Die Biovallée dient europaweit als Vorzeigemodell für Biolandwirtschaft und Nachhaltigkeit. Dieses Engagement schenkte der Drôme ihre heutige Wasserqualität und Bioversität, wofür die Assoziation in Australien 2005 den ersten Platz machten und den River Prize (den Weltpreis für Wassermanagmenet) gewannen - unter 450 Kandidaten aus 35 Ländern!

Schon jetzt werden bei uns vierzig Prozent der Äcker und Felder biologisch und im Einklang mit der Natur bewirtschaftet. Selbst unser Dorf Gigors et Lozeron wird ob der Schönheit seiner Landschaft in diesem Artikel namentlich erwähnt - da bin ich natürlich ziemlich stolz!

Und ich bin sehr zufrieden nicht nur in einem Naturschutzpark sondern zusätzlich in einem Biovallée zu leben (doppelter Naturschutz hält besser) - dank der Überzeugung und dem Starrsinn einzelner Visionäre! Bestimmt lässt sich jetzt leichter nachvollziehen, warum wir uns so ausdrücklich Naturliebhaber als Feriengäste wünschen - denn es wäre zu schade, wenn ein solcher Ort nicht entsprechend wertgeschätzt würde.

Grundsätzlich halte und stehe ich ja lieber für mich selbst. Aber müsste ich wählen zwischen Team *Ja-Sager, Mitläufer und Sich-in-der-größten-Gruppe-Verstecker*  und Team *Widerständler, Rebellen und Für-eine-Sache-Einsteher* dann würde mir die Entscheidung leicht fallen...

 

 

In letzter Zeit bin ich meinem Blogmotto *Sich das Leben etwas schöner zu kochen* SEHR treu geblieben. Ich freue mich darauf, euch die vielen köstlichen Ideen vorzustellen, die sich momentan in der Wartehalte sammeln. 

Dieses hier ist von Bettina Matthaei, die nicht nur erklärt eine meiner liebsten Kochbuchautorinnen ist, sondern auch bei mir ihr eigenes Label hat. Dieses Sonntagsgericht stammt aus ihrem tollen Buch *Gemüse kann auch anders*, aus dem ich schon die Möhrennudeln mit Linsen-Nuss-Sauce vorstellte (keine Empfehlung übrigens mehr für den Spirelli). Ich habe es etwas nach meinem Geschmack angepasst (Navets anstelle von Sellerie, mehr Sauce...). Für alle leidenschaftlichen Rezepte-SammlerInnen habe ich aber das Original belassen - damit niemand Angst haben muss, dass ihm durch meinen individuellen Dreh etwas entgehen könnte...


Zutaten 4P (m: 2P):

Ragout:

600g Sellerie (m: 400g Navets)
400g Gemüsebrühe (m: 350g)
1 Lorbeerblatt
300g Schalotten (m: rote Zwiebel)
4 Zweige Thymian
250g vorgegarte Maronen (m: 120g eigene)
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
Cayenne (m: Piment d'Espelette)
Wattleseed (nach Belieben - m: nicht gehabt)
150ml Rotwein 
(m: 50ml Portwein, ein Schuß Rotwein, 1-2 EL Tamari-Sauce)
50g eiskalte Butter (m: Roux zum Binden)
Semmelknödel:
200g Chiabattabrot (m: eigenes, helleres Brot)
150g warme Milch

100g Honigkuchen (m: eigener Brioche plus 2 Spekulatius)*
100g Zwiebeln
1/2 Bund Petersilie
2 Eier
150ml Milch
20g Mehl
30-40g Semmelbrösel
Olivenöl

Zubereitung:

Mit den Semmelknödel beginnen. Brote fein würfeln und mit der warmen Milch übergießen - ab und zu umrühren Zwiebeln fein würfeln und in Olivenöl glasig dünsten. Petersilie fein hacken. Eier verquirlen und zu den Brotwürfeln geben, die Masse salzen und pfeffern, dann Zwiebeln und Petersilie untermischen. 20g Mehl und 30-40g Semmelbrösel zur besseren Formbarkeit dazugeben (m: meine Brote waren vom Vortag - gab nur etwa 1 EL Semmelbrösel aber eben auch die zerbröselten Spekulatius hinzu). 

Aus dem Teig 16 kleine Knödel formen und in gerade siedendes Salzwasser geben (m: über Wasserbad gegart). In 4-7min gar ziehen lassen. Sobald sie an die Oberfläche schwimmen, sind sie fertig. Mit der Schaumkelle herausheben, etwas ausdampfen lassen und mit dem Ragout anrichten.

Für das Ragout die Sellerie (m: gelbe Navets) schälen, in 2cm Würfel schneiden und zusammen mit dem Lorbeerblatt in der Brühe bei mittlerer Hitze ca. 15-20min kochen lassen. Abgießen, Brühe dabei auffangen.

Schalotten je nach Größe halbieren oder vierteln (m: rote Zwiebel in 1cm Würfel schneiden), Maronen ebenfalls wenn nötig etwas verkleinern. Zwiebel in Olivenöl mit Thymian glasig dünsten, Maronen und Sellerie (Navets) dazu und bei kleiner Hitze ca. 5min mitgaren. Würzen mit Salz, Pfeffer, Piment, Muskatnuss und (falls vorhanden) Wattleseed.

Ragout aus Pfanne nehmen, warm stellen. Rotwein und 150ml Brühe (m: sämtliche) zum Bratsatz geben, aufkochen, etwas einreduzieren lassen. Von der Herdplatte nehmen und nach und nach die kalte Butter unterschlagen bis die Sauce sämig ist (m: mit Roux gebunden). 

Anmerkung m: Hälfte der Semmelknödel für uns zubereitet

Quelle: *Gemüse kann auch anders* von Bettina Matthaei


Keeper: vegetarischer Soul-Food-Teller

Dienstag, 5. November 2019


Gerade bin ich am Überlegen, ob ich eine neue Kategorie einführe und zwar die des Keepers: Rezepte, auf die ich wiederholt zurückgreife. Die Vorstufe quasi zu DUBB, aber ohne den Anspruch exakt und einzig und alleine nur so *Best of...* zu sein. Oder Resto-Rezepte... würde auch passen. Hätte ich ein Resto, kämen die bestimmt auf die Karte. Bewährt und gut.

Diesen Teller habe ich original wieder so gekocht. Ganz großes Kino. Diese salzkaramellig-glasierten Maronen, das aufregend parfümierte Rotkraut, das wattige Pü plus das Unami-Widerlager dank der Sauce - mehr kann man von vegetarischer Küche nicht erwarten, das ist für mich vegetarisches Soul-Food par excellence. Praktisch, wenn man wie ich auf Vorarbeit zurückgreifen kann sonst gehört dieses Gericht gleichfalls in die Kategorie der Sonntagsküche. Rotkohl koche ich stets einen großen Topf voll und friere dann Teile davon ein (etwa für diese Suppe). Und Kastanien schäle ich prinzipiell vor und greife dann ebenfalls auf Tiefkühlgriefbereite zurück.

Warum, fragt ihr euch jetzt, ist das dann trotzdem kein DUBB. Das liegt daran, dass ich dieses nach Schubeck oder auch jenes Rotkohl-Rezept von Petra ebenfalls sehr mag. Warum nicht wechseln? Oder warum kein klassischen Kartoffel-Stampf (dieses oder jenes oder mit viel Butter...) zubereiten - auch super... Versteht ihr? Ansonsten darf man die Kombi gerne so belassen...

Naja und by the way konnte ich schauen, ob ich die märchenhafte Wie-innen-so-außen-Übereinstimmung nicht doch sichtbar gemacht bekomme...


Realitätsabgleich: Kürbis-Pü mit Holunder-Birnen-Rotkraut und karamellisierte Kastanien

Donnerstag, 29. November 2018


*Woauh! Eure Aussicht ist ja in echt noch schöner wie auf den Fotos. Sonst ist es ja allermeistens gerade andersrum.* Einen Satz, den wir so oder so ähnlich immer wieder von unseren Feriengästen hören. Und ja, selbst die Einheimischen anerkennen *la belle vue* und sagen: *Gigors hat den schönsten Blick der Region!*

In all den Jahren, in denen ich jetzt hier lebe, hat mich kein Motiv öfter nach dem Foto greifen lassen wie eben dieser malerischen Panoramablick (sämtliche Leserschaft sollte wissen, wovon ich schreibe). Und ich bekomme (wenn überhaupt) nur ein Zipfelchen eingefangen. In einem breiten, ausgedehnten Tal schwingen sich in unterschiedlichen Tiefen kleine Gebirgs-und Hügelketten, durch die verborgen sich die Drôme schlängelt. Rechts und links wirkt die Landschaft wie eingerahmt: im Osten von dem schroff aufsteigenden Hochvercors, das je nach Sonnenuntergang zum Alpenglühen gebracht wird, im Westen vom kleinen Saint Pancras (der Heilige Pankratius), zu dessen Fuße die romanische Kirche steht und an dem vorbei gelinst man bis rüber in die Ardèche sehen kann. Zentral im Süden liegt alle Blicke auf sich ziehend der markante *Les trois Becs*, auf denen eine der schönsten Wanderungen der Gegend führt (gefühlt ein Achttausender mit Sicht an klaren Tagen bis zum Mount Blanc). 

Dabei schauen wir in nahezu unbebaute Natur, nachts kann man die erleuchteten Punkte an einer Hand zählen, ganz im Gegensatz zu den schier unendlichen Sternen am Firmament. Oft stehen auf den Wiesen um das Haus Schafherden (sie gehören der reichsten Bauernfamilie), ansonsten finden sich kleinteilige Felder, die verschieden bestellt sind, neben großen Waldflächen mit altem Baumbestand.

Hinzu kommt, dass die Aussicht mit den Jahreszeiten und den Uhrzeiten jedes Mal wechselt und sich in immer wieder neuen, anderen, so nie gesehenen Stimmungen zeigt. Es ist nicht zu fotographieren, nicht zu malen, nicht zu beschreiben. Kennt ihr die Nietzsche-Aussage aus *Also sprach Zarathustra*: *Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, dann blickt der Abgrund auch in dich hinein.* Gleiches gilt für diese Weite. Eigentlich kann man eine Woche lang nichts anders machen wie nur ins Tal starren. Was gerade diejenigen am allerwenigsten schaffen, die nur für eine Woche zu uns nach Südfrankreich runtergefahren sind - die schießen besonders leidenschaftlich wie eine Flipperkugel umher, um so viel wie möglich abzuhaken...
 
Es dämmert einem, dass die Kulisse ein und dieselbe bleibt, während eine Generation von Mensch nach der anderen hier durchzieht - immer ein anderes Schauspiel aufführend... Der Habib hat auf unserer Homepage dazu schön geschrieben!

Nun, lange Rede, kurzer Sinn: bei dem heutigen Food-Bild handelt es sich um gegenteiligen Fall: es schmeckt um Welten besser als es aussieht. Soll heißen: ich bin mit dem Foto nicht wirklich zufrieden, gerade weil es echtes Komfort-Essen ist: das cremige Pü, das geschmorte Blaukraut mit der köstlich-tiefsinnigen Holundernote und die karamellisierten Kastanien.... hmmmm.... ihr hättet es riechen müssen. Für zierliches Anrichten fürs schnelle Shooting fehlte einfach die Disziplin. Wie die Kirsche auf der Sahnehaube im Süßen, so macht im salzigen Pendant zwei-drei Löffel Unami-Gemüse-Jus (der wird euch im Winter bei mir noch öfters begegnen) genau dieses i-Tüpfelchen. Fazit: zum Reinsetzen!


Zutaten 2P*:

Rotkohl:
800g geputzter, entstrunkter Rotkohl
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1 TL Vanille-Zucker (m: selbst angesetzt)
200ml Rotwein
100ml Portwein
125ml Gemüsebrühe
1 Lorbeerblatt
5 Pimentkörner
1 Nelke
1/2 TL schwarzer Pfeffer
1 Splitter Zimtrinde
1 Birne
50ml Holundersaft (m: eigener)
1 Streifen unbehandelte Orangenschale
1 Scheibe Ingwer
Salz, Pfeffer
Öl

Pü:
150g Kartoffeln
350g Kürbis (Butternut)
50g Sellerie
50g Sahne
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
etwas Sahne
1 Stich Butter

karamellisierte Kastanien s. hier

Gemüse-Jus s. hier

Zubereitung: 

Den Kohlkopf in feine Streifen hobeln. In einem Topf die fein gewürfelte Schalotte zusammen mit dem klein gewürfelten Knoblauch glasig dünsten, dann den Vanillezucker kurz mitrösten und karamellisieren lassen. Rotwein und Portwein angießen und auf ein Drittel reduzieren lassen. Brühe und Kraut hinzufügen, etwa 1 ½ Stunden bei milder Hitze zugedeckt mehr ziehen als köcheln lassen.

Nach einer Stunde das Lorbeerblatt einlegen. Den Piment, , die Nelke, den Pfeffer und den Zimt in ein Gewürzsäckchen (oder Teebeutel) füllen, verschließen und zu dem Blaukraut geben.

Die Birne schälen und vierteln, das Kerngehäuse entfernen und  in schmale Spalten schneiden. Die Birnenspalten etwa 10 Minuten vor Ende der Garzeit mit 50 ml Holundersaft in das Blaukraut geben.

Ebenso Orangenschale und Ingwer einlegen, einige Minuten ziehen lassen und wieder entfernen. Das Lorbeerblatt und das Gewürzsäckchen ebenfalls entfernen. Abschmecken mit Salz und Pfeffer.

Für das Pü Kartoffeln, Kürbis und Sellerie schälen und würfeln. In Salzwasser aufsetzen und so lange kochen, bis das Gemüse gar ist. Abschütten und gut ausdämpfen lassen. Butter und Sahne (wer mag ersetzt etwas der Sahne durch Milch) nach und nach angießen, pürieren und je nach gewünscher Konsistenz noch etwas Sahne zufügen. Salzen, pfeffern, und mit frisch geriebener Muskatnuss würzen.

Alles hübsch anrichten (also quasi etwas anders wie ich) und mit dem Jus beträufeln.

*Anmerkung m: der Rotkohl wird für 4 Personen reichen - demnächst zeige ich euch, was ich mit den Resten für uns zubereitet habe...

Inspiration Blaukraut: Variante von Schuhbeck


Happy New Dog: Kastanien-Pfannkuchen mit Ras-el-Hanout-Wirsing

Samstag, 17. Februar 2018


In der Knospenzeit habe ich mir viele T-Shirts selbst gestaltet. Eines schwebte mir lange Zeit im Kopf - eigentlich bis heute - kam aber nie zur Ausführung: *Gegen Geduld*. Meine größte Untugend. Ich HASSE es, wenn sich die Dinge langsam entwickeln. Warten - der Graus in Wort und Tat. Ich mache gerne alles schnell. Deswegen habe ich auch gerne in der Disse hinter der Bar gearbeitet. Da muß es kleppern. Definitiv lieber wirbeln als die Zeit tot schlagen. Schach? Nicht mein Spiel - da schlafe ich zwischen den Zügen ja ein. Überhaupt: lange auf einem Stuhl sitzen... genau mit deswegen schmiß ich einst die Schneiderlehre.

Hinzu kommt mein Dickschädel. Es wundert mich selbst oft, wie wenig Hüte mir passen wollen. Nicht, dass ich Hüte tragen würde, aber wenn, dann wären mir die meisten zu klein. So weiß ich doch oft, wie ich was gerne hätte und wenn mir das Leben da einen Strich durchzieht, dann kann ich das persönlich nehmen. Man durchkreuzt also besser nicht meine Pläne. Nur überhört die Welt nur zu gerne meine Marsch-Route. Bref, um mich zu prüfen, reicht es, wenn sich die Dinge um mich (scheinbar, eingebildet oder tatächlich) zäh entwickeln. Hach, prompt bin ich aus dem Tritt, nirgendwo mehr Fluß und Flow und ich merke, wie sich meine Unterlippe schmollend verspannt. Schlimm. Und ich bin mir so gar nicht sicher, ob sich derlei Baustellen mit dem Älterwerden bessern. Aber wie haut eine Freundin raus, wenn Plattitüden dringend gefragt sind: Life is a rollercoaster. So siehts aus.

Was Balsam auf die geschundene Seele, wenn die angezogene Handbremse gelöst wird und sich dazwischen ein Moment schiebt, in dem so gar kein Sandkörnchen im Getriebe den Ablauf stört. Das zählt dann unbestritten in die Rubrik #was schön war.

Seit Donnertag Abend wird das neue Jahr eingeläutet - drei Tage lang. Nach chinesischem Kalender beginnt nun das Jahr des Erd-Hundes. Um uns wird geknallt, geopfert, gebetet und gefestelt. Und ausgerechnet ich, die Königin aller Sylvester-Muffel feierte einen Neujahrs-Moment, der mir für die Ewigkeit bleibt.

Ein Moment, der vom Himmel fiel: unerwartet, plötzlich, spontan. Dazu eine Nacht, die klarer, stiller, wolkenloser, wohl temperierter nicht hätte sein können. Bei gänzlicher Windstille funkelten die Sterne wie poliert am Firmament. Und da standen wir zu viert, zusammengewürfelt und doch irgendwie zusammengerufen, ohne viel Worte zu verlieren, aber dabei doch so beredt wie man sprachlos nur sein kann, ganz eingespielt, jeder fand direkt seinen Platz, jeder kleine Handgriff saß. Alles folgte wie von alleine einer natürlichen Selbstverständlichkeit (seufzz, wenn doch Leben immer... aber lassen wir das).

So standen wir also - dank Bent und Marianne - jeder an seiner Ecke des hauchzarten Lampions aus Pergamentpapier, hielten sanft unseren Zipfel, während Bent die Flamme anzündete, öffneten alle im gleichen Moment unsere Finger - als die Wärme den Lampion aufblusterte wie eine sich entfaltete Blüte - und schauten zu, wie unser Licht schwebend höher und höher und höher stieg, in leicht geschwungener Linie, so hoch bis es sich unter seinesgleichen einfügte, kaum unterscheidbar unter dem Sterneglizzern nur rötlicher in der Farbe, so weit flog unser Licht, bis jeder einzelne unserer Wünsche mit Gewißheit oben angekommen war. Ein kleiner Augenblick, der Gänsehaut erzeugte. Ein Moment schlicht, makellos, nicht wiederholbar.

Nahezu perfekt - immerhin - sind auch diese Kastanien-Pfannkuchen mit dem orientalischen Wirsing. Ich mochte die Kombination der Aromen sehr. Und  für alle Zuckermäuler lege ich die Kastanienpfannkuchen auch in einer süßen Variante ans Herz - mit Schokocrème und Bananen zum Beispiel dürften euch eure Kinder diese Crêpes nur so aus der Hand reißen.


Zutaten 2-4P*:

für ca. 6 Stück
120g Kastanienmehl, gesiebt
2 Eier
150ml Mineralwasser (evt. plus)
50ml Milch
Salz
Öl zum Braten

1 kleiner Wirsing
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 guten Schuß Noilly Prat
100ml Kokosmilch
150ml Gemüsebrühe 
1/2 TL Kreuzkümmel
1 1/2 TL Ras el Hanout
Salz, Pfeffer
30g Raddicchio
(optional: getrocknete Feigen/ Aprikosen/ Rosinen)
Rapsöl

Zubereitung:

Den Wirsing halbieren, entstrunken und in mittel-feine Würfel schneiden. Den Ofen auf 180° (Umluft) vorheizen. Den Wirsing in eine Schüssel mit 1-2 EL Öl und dem Kreuzkümmel vermengen. Etwa 20min im Ofen rösten bis sich die ersten gebräunten Stellen zeigen, dabei zwei Mal wenden.

Die Zutaten für die Kastanien-Pfannkuchen zu einem homogenen Teig verquirlen und ca. 15min quellen lassen - evtuell dann noch einen Schluck Mineralwasser zufügen.

Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln. Beides in wenig Öl glasig dünsten. Gen Ende das Ras el Hanout kurz mitrösten. Mit Noilly ablöschen. Kokosmilch, Gemüsebrühe gemeinam mit dem Wirsing in den Topf untermischen, Deckel auflegen und bei kleiner Flamme etwa weitere 10min köcheln lassen, bis der Wirsing gut gar ist. (Wer mag gibt hier klein gewürfeltes Trockenobst dazu).

Parallel nacheinander die Kastanien-Pfannkuchen backen (m: in Pfanne von 20cm Durchmesser) und warm stellen. Vorsicht: die Kastanien-Pfannkuchen sind etwas brüchiger als die üblichen Pfannkuchen. Daher nicht ZU dünn ausbacken und die erste Seite vor dem Drehen gut knusprig backen.

Zusammen mit dem Wirsing servieren.

*Anmerkung m: ganz sicher, für viele Personen die Rezeptmenge reicht, bin ich mir hier nicht. Uns haben die Kastanienpfannkuchen gut gesättigt - möglich, dass andere gut und gerne jeweils zwei davon verputzen.


Bastelei: Rote Bete in Salzteig mit Maronen-Dressing

Mittwoch, 20. Dezember 2017


Jeder sollte mal etwas gesammelt haben. Jeder sammelt doch irgendwann für eine zeitlang auch mal irgendeinen Quark, oder? Nun bei mir waren es Bücher - dreierlei Art. Ich sammelte Märchenbücher, Bastelbücher und das dritte Thema verrate ich euch vielleicht irgendwann einmal. Ihr wißt ja: so ein bißchen Geheimnis, der Dunst des Mysteriösen tut jeder Frau gut. Der Frische wegen. Es soll selbst nach Jahren immernoch etwas zu entdecken geben, so im Idealfall...

Worauf ich aber heute raus will, das sind die Bastelbücher. Da hatte ich wohl einen guten Moment erwischt, nämlich bevor die Flohmarktstände von sämtlichen DIYlern abgegrast wurden. Bereits parallel zu meiner Ausildung am Theater werkelte ich gerne - da bekamen durchaus auch Freunde mal etwas *von Liebe Handgewirktes*. Eine alte Freundin zeigte mir auf Heimaturlaub vor kurzem ein Patchwork-Kissen auf das ich ein Katzentier für sie darauf geklöppelt hatte... tssss..., aber sie hat es all die Jahre mitumziehen lassen -  das ist dann doch sehr anrührend!

Man möchte ja meinen, es gäbe nichts Harmloseres auf dieser Welt als Basteleien, aber nein, selbst hier tun sich Abgründe auf. Ich werfe nur mal die fürchterlichen Makramee-Blumenampeln in den Ring. Gut, ja, das ist ein natürliches Material, und es lassen sich noch Holzperlen einflechten. Aber ich habe schon im Handarbeitsunterricht der Grundschule Hautausschlag bekommen, wenn ich Makramee nur berührt habe. Oder Salzteigtüreingangsdekorationen. GANZ fiese Geschichten schweben mir vor Augen. Aber es war eben auch mal in: kleine im Ofen gebackene Figürchen mit Knoblauchpressen-Haaren.

Solcherlei ging mir durch den Sinn, als ich den Salzteig für die Rote Bete knetete nach einer Inspiration des Kochquartetts. Auch die Maronen dazu gefielen mir direkt - Kastanien passen so gut zum Winter und zu den Festtagen. Sie dann aber mit zu kombinieren kam mir gewagt vor. Vielleicht täusche ich da aber auch. Ich wandelte sie auf jeden Fall in eine Maronen-Vinaigrette um. Sehr fein - so macht Basteln Spaß!

Zutaten 4P*:

3-4 kleinere Rote Bete*
280g Mehl
25g Salz
150 ml Wasser
1 EL Koriandersamen
1/2 TL Kümmel

2 Schalotten
8 gegarte Maronen
1/4 TL Rohrzucker
Salz, Pfeffer
2-3 EL Sherry-Essig
etwas Gemüsebrühe (4-5 EL)
2 TL Haselnuss-Öl
4 Hände voller Feldsalat

Zubereitung:

Mehl, Salz und Wasser vermengen, zu einem Teig verkneten und diesen zu drei-vier (je nach Menge der Roten Bete) runden Platten ausrollen. Mit Koriandersamen sowie Kümmel bestreuen und darin jeweils eine gewaschene Bete einpacken. Im Ofen bei 180 Grad 1 Stunde garen. (Mit einer Bratennadel oder Ähnlichem prüfen, ob die Knollen weich sind.) Danach den Salzteig aufbrechen und die Beten schälen.  

In dieser Zeit den Feldsalat putzen, waschen und trocken schleudern. Die Schalotten fein würfeln, die Maronen grob hacken. In einem kleinen Topf die Butter schmelzen und den Zucker darin karamellisieren lassen. Die Maronen darin 2-3min wenden, dann die Zwiebelwürfel zufügen und glasig dünsten. Mit Sherry-Essig und Gemüsebrühe ablöschen. Salzen, pfeffern.

Jeweils ein Bett mit Feldsalat anrichten, darauf die in Schnitzen geschnittene Bete und mit der Vinaigrette beträufeln.

Anmerkung m: Tricky ist hier lediglich, alles miteinander fertig zu garen, denn lauwarm schmeckt mir diese Vorspeise am besten...

Inspiration: SZ - Kochquartett

Menschenskinder: Maroni-Wirsingpfanne in Pilzcrème

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Jeder Blogger schielt hin und wieder zu den Aufrufzahlen. Ich auch. Aber ganz ehrlich: wenn ich vor dem Bildschirm sitze, dann macht diese Zahl beim Schreiben für mich keinen Unterschied. Ob ich mich nun an einen Leser wende oder an mehrere Tausend. Wie früher (Tagebuch) schreibe ich nicht an ein Gegenüber, sondern irgendwie an mich. Klingt komisch, oder? Ja, aber ich muß ja zuerst selbst verstehen, was ich in Worte fassen will. Sag' ich es mal so: ich schreibe unter anderem für mich. Klar, auch für euch - aber dieses *euch* ist eben eine verschwommene Vorstellung von *jemand*. Ihr versteht, was mich meine?

Will heißen: SO wichtig ist eine trockene, nichtsagende Zahl nicht. Nicht für mich, weil ich sie nicht brauche als Referenz für PR aller Art. Das hier ist ein freier Blog, ein Guerilla-Blog, MEIN Blog. Fühlt sich suppi an! Vielleicht deshalb kommt mir das Bloggen bis jetzt nicht als Pflicht vor. Ohhh, darauf reagiere ich mimosenhaft: *Pflicht* - herje, zitternd schrecke ich zurück. Da trinke ich lieber direkt einen *Trotzkaffee* (wäre unter meinen Vorschlägen gewesen für das Wort des Jahres - nur so am Rande). Das ungezwungene Leben in F hat mich wohl nach aller Regel der Kunst versaut.

Was ich aber als alte Reisende sehr gerne inspiziere ist die Publikumsfunktion: aus welchen Ländern verirrt sich ein Menschlein auf meinen Blog. Und dann jauchze ich dem Habib zu: *Stell' dir vor, heute hat jemand von *Botsuana*/ *Chile* / *Island* / *Pakistan*/ *Japan*/ *Myanmar*/*Südkorea*/ *Barbados*/ *Ruanda*/ *Finnland*  usw. auf das Blog zugegriffen*. Zugegeben: *Cote d'Ivoire* mußte ich googeln - noch nie gehört. Je kleiner das Land und je weiter weg umso faszinierender für mich. Sind wir auf Reisen, dann ist von außen betrachtet das kleine Deutschland winzig - ein Ameisenhaufen!

Eigentlich ist es ein bißchen unfähr meinen treuen Lesern gegenüber aus dem deutschsprachigen EU-Raum. Uns verbindet eben die deutsche Muttersprache, wieso die meisten von dort aus aufrufen (wie ich ja selbst vorrangig Blogs aus diesem Raum lese). Und laut Aufrufzahlen meines Blogs müssen von jenen richtig viele in Portugal leben (einen dicken Gruß nach Portugal!). Ebenso wie in Amerika -  Deutsche stellen in den USA Einwanderungsland Nummero 1 dar (das wußte ich aber). Seltsam in den letzten Tagen allerdings diese großen, sehr auffälligen Aufrufspitzen mal aus China, mal aus Russland, dann aus den USA (das sind doch Maschinen, oder? Ich meine diese seltsamen Spitzen, nicht die Länder ;). Übrigens an dieser Stelle noch ein Kuriosum: Nimmt man die Bevölkerungszahl Europas im Vergleich zu anderen Saaten, dann gibt es lediglich zwei Völker (Indien und China), wo mehr Menschen wohnen als hier. Erstaundlich, nicht?

Nach der sensationellen Entdeckung, wie ich die Maroni sauberst geschält bekomme, gab es dieses Jahr sehr viel Kastanien. Abends einfach mal eine Handvoll zum Knabbern. Oder gerne zum Essen. Wieder ein Gericht inspriert vom Kochquartett, wieder gleichzeitig mit Kathi nachgekocht. Und mein Fazit schließt sich Kathis an: absolut festtagstauglich. Wieso es auf meiner Menu-Zusammenstellung gelandet ist. Als Beilage gabs Bubenspitzle aka Schupfnudeln (in dieser Variante) - seit Kindheit an *Alltimefavorit*!
Zutaten 4P:

300 g frische geschälte, gehäutete Maroni
(entspricht etwa 4 Stück pro Person)
80 g Butter
20 g Zucker
300 ml Gemüsebrühe
300 g Wirsing
2 Karotten
1/2 kleine Sellerieknolle
1 Gemüsezwiebel
7 halbe, getrocknete Tomaten
70ml Sahne
1 kleiner EL Crème fraîche
20 ml weißer Portwein
Piment d'Espelette
1 TL, gehäuft, Pilzpulver
etwas Öl
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
Zitrone

Zubereitung:

Frische Kastanien schälen wie hier beschrieben. Dann ähnlich weiterverarbeiten wie hier: dafür 30 g Butter mit dem Zucker im Topf erhitzen, bis der Zucker leicht zu karamellisieren beginnt. Maroni dazugeben und leicht darin bräunen. Anschließend mit Gemüsebrühe gerade so bedecken und bei kleiner Hitze 15 Minuten köcheln, bis die Maroni gar sind und der Fond fast einreduziert ist. 

Parallel den Wirsing entstrunken und in unregelmäßige, 2–3 cm große Blätter schneiden, in Salzwasser blanchieren, danach im Eiswasser abschrecken, damit er die schöne grüne Farbe behält, gut abtropfen lassen. 

Karotten, Sellerie, Zwiebel schälen und in Scheiben schneiden, die getrockneten Tomaten in feine Streifchen schneiden. Zwiebelscheiben in restlicher Butter ohne Farbe anschwitzen, dann die rohen Karotten, die getrockneten Tomaten und den Sellerie dazugeben, ein wenig Gemüsebrühe anschütten und so lange dünsten, bis das Gemüse gar ist. Dann den blanchierten Wirsing, das Pilzpulver und die glacierten Maronen dazugeben. Mit Sahne angießen, die Crème unterrühren und leicht köcheln, Portwein zugeben, mit Salz, Muskatnuss, Pfeffer aus der Mühle und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken. (wer mag, streckt die Sauce wie Kathi es getan hat)

Dazu gabs die Schupfnudeln in der mediterranen Variante aber auch schlichte Pellkartoffeln würden toll dazu schmecken. 

Maronen-Spezial: Sauerteig-Bandnudeln mit Kastanien und Brokkoli

Dienstag, 15. November 2016

Meine Großmutter besaß einen Kastanienbaum, der unter Naturschutz stand. Als Kind war er für mich einer der mächtigsten und imposantesten Bäume, die ich kannte. Wie alt er war und wie groß. Tonnenweise sammelte wir alleine unter seine mächtigen Krone Kastanien. So sehr ich das Sammeln liebte, so sehr habe ich das Schälen von Kastanien gehaßt. Diese Fisselei. Vorallem diese Haut, die sich partout nicht richtig lösen wollte.... g-r-a-u-e-n-h-a-f-t!

Kinners, und nach SO VIELEN Jahren kann ich mit einer Sensation aufwarten. Ich haben DEN Trick herausgefunden (selbst und eigenständig übrigens), wie sich Kastanien kinderleicht nackig machen - fast wie vom Maronistand in der Stadt. Ich fasse es immernoch nicht, dass ich von nun an Kastanienschälen nicht mehr als Strafarbeit empfinden werde. Eine waschechte Sensation! Kastanien schmecken mit schlagartig doppelt so gut wie vorher! I proudly present die ultimative Art, Kastanien bloß zu legen: es gilt die Kastanien lediglich über Kreuz einzuschneiden und gute 24 Stunden einzuweichen und derart dann zu kochen. That's it! Warum hat mir das niemand früher gesagt?

Der Durchbruch muss gebührend gefeiert werden - klare Sache. Wie, wenn nicht mit neuen und alten Rezepten mit Maronen. Und aus Kastanien läßt sich ja nun wirklich alles zaubern. Hier habe ich zu den karamellisierten Kastanien eine leicht säuerliche Pasta aus Sauerteig serviert plus dem klassischen Brokkoli mit Nussbutter. Ganz einfach, ganz köstlich!
Zutaten 2P:

90g Sauerteig*
130g Hartweizenmehl
1 Ei
1 EL Öl
Salz

170g Maronen
1 TL Butter
1 TL brauner Zucker 
1 Brokkoli
40g Nussbutter*
fleur de sel
Pfeffer
geriebener Parmesan zum Bestreuen

Zubereitung:

Aus 10g ASG, 50g Dinkelmehl 630, 40g Wasser einen Sauerteig herstellen - ca. 8 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen, dann für 1 oder 2 Tage im Kühlschrank weiter reifen lassen.

Der Trick zum Kastanienschälen: Die Kastanien auf einer Seite überkreuz einschneiden und gute 24 Stunden mit Wasser bedecken. Die Kastanien in frischem Wasser aufsetzen und etwa 4min köcheln lassen, dann von Schale und Haut befreien - sollte die Haut nicht direkt gut mitgehen, nochmals kurz ins kochende Wasser geben.

Am Kochtag den Pastateig morgens zu einem elastischen Teig kneten und 4 Stunden abgedeckt beim Raumtemperatur reifen lassen.

Den Pastateig dünn auswellen und zu Bandnudeln schneiden. Auf einem sauberen Küchentuch ausbreiten. 

Die Kastanien in einer größeren Pfanne mit etwas Butter zusammen mit dem Zucker karamellisieren lassen. Mit Gewürzpulver würzen.

Den Brokkoli in Röschen teilen, den Stiel schälen und ebenfalls klein schneiden. Über oder in Wasserdampf weich mit leichtem Biss garen. Kurz vor Ende der Garzeit die Butter zu Nussbutter bräunen. Den Brokkoli sofort in der fertigen Nussbutter schwenkgen

Parallel reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Pasta al dente garen, abschütten (dabei etwas Pastawasser auffangen). Pasta in der Kastanienpfanne unter Hitze mit dem Brokkoli mischen, wenig Pastawasser anschütten - salzen, pfeffern.

Mit geriebenem Parmesan servieren.

*Anmerkung m: wer mag darf die Quantität der Nussbutter erhöhen - das funktioniert auch mit doppelt soviel Butter  ;)/ Das nächste Mal verwende ich für den Sauerteig Roggenmehl 997 oder 1150