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Ariadne-Faden: Kartoffel-Curry nach Tanja Grandits

Mittwoch, 29. April 2020


*Friseure und Frauenärzte behält man*, lachte meine Gynäkologin, nachdem ich mich bei ihr dafür bedankt hatte, dass sie mir so kurzfristig während meines Deutschlandaufenthaltes einen Termin einberaumt hatte -  zwar bin ich schon immer Patientin ihrer Gemeinschaftspraxis aber innerhalb dieser die ihres Mannes (der jedoch leider verhindert war). Ich lachte zurück: *Meinen Frauenarzt habe ich direkt gefunden, meinen Friseur suche ich noch.*

Warum das zwischen mir und Friseuren ungebrochen kompliziert ist? Wenn ich es nur wüßte! Schon länger versuchte ich ja (von Coiffeur zu Coiffeur wandernd) Richtung Pony zu insprieren (Ihr erinnert euch: was zwischen Charlotte und Helle. Oder so.). Wollte keine/r machen - und jeder neue Haarschnitt endete wie der davor: ich trug die Haare irgendwie zusammengebunden. Wobei ich jetzt prinzipiell selten zum Friseur gehe. Allerallerhöchstens alle zwei Jahre. Weder sitze ich gerne lange vor dem Spiegel, noch mag ich es, wenn mir jemand am Kopf rumfummelt. Zumal offen getragene Haare eher was für Städtermädchen sind. Ob im Handwerk oder im Garten fördert es den Arbeitsablauf nicht zwingend, wenn einem permanent Haarsträhnen die Sicht verdecken.

Nun habe ich letztes Jahr kurzerhand selbst die Schere angelegt - wenige Tage nach einem Friseur-Besuch - und mir einfach selbst einen Pony geschnitten. Und siehe da: mir gefällts, ich finde, ich sehe irgendwie *französischer* aus und er hat mir einiges an flatterie eingebracht. Und weil ich mir den Pony selbst verpasst habe, kann ich ihn dementsprechend supi selbst in Schuß halten.

Nur morgens wird mir mein Pony zunehmend zum Phänomen. So sehr, dass ich mich langsam frage, ob mir diese verschiedenen Strubbel-Bilder, die sich mir täglich bieten, nicht vielleicht mehr erzählen wollen à la *diese sonderbaren, zufälligen Zeichen, durch die ein höheres Wesen mit uns zu sprechen scheint* (Goethe). Nich, andere können schließlich auch im Kaffeesatz lesen. Oder in Händen. Oder lassen Stäbchen oder Runen fallen. Oder schlagen das chinesische I-Ging auf. Oder man zieht Karten dazu - für den Leiter von Tarot-Seminaren (fällt mir ein) fertigte ich einst als selbstständige Theaterplastikerin verschiedene Symbole (Kelche, Schwerter, Münzen, Stäbe...) in XL an.

Jeder sucht sich dort Rat, wo er glaubt, Hilfe zu finden. Viele halten die Wissenschaft für den sichersten Hafen der Erkenntnis - ungeachtet dessen, wie sehr das Ergebnis jeder Untersuchung von der jeweiligen Position abhängt, die im Raum und /oder Zeit eingenommen wird. Ein wackeliger Boden also: *Die Unterscheidung zwischen Tatschen und Interpretationen ist ebenso schwierig wie zwischen Fakten und Fiktionen* (Interpretation in den Wissenschaften).

Tja, aber was dann? Bleibt nur noch der Glaube? Jetzt kann man kollektiv mit den Schultern zucken und murmeln: *Es ist halt komplex* (das passt IMMER und gerade fällt es wieder besonders häufig). Ziehe ich Goethe dazu - ohne den ja bekanntermaßen bei mir wenig geht:

Nun begegnet mir noch gar der Aberglaue, der mir als das Schädlichste was bei den Menschen einkehren kann, verhaßt bleibt. Wir spielen mit Vorraussagungen, Ahnungen und Träumen und machen dadurch das alltägliche bedeutend. Aber wenn das Leben nun selbst bedeutend wird, wenn alles um uns sich bewegt und braust, dann wird ds Gewitter durch jene Gespenster nur noch fürchterlicher.
Lassen Sie in dieser Ungewißheit des Lebens, rief Eduard, zwischen diesem Hoffen und Bangen, dem bedürftigen Herzen doch nur eine Art von Leitstern, nach welchem es hinblicken, wenn es auch nicht danach steuern kann.
Ich ließe mir's wohl gefallen, versetzte Mittler, wenn dabei nur einige Konsequenzen zu hoffen wäre; aber ich habe immer gefunden, auf die warnenden Symptome achtet kein Mensch, auf die schmeichelnden und versprechenden allein ist die Aufmerksamkeit gerichtet und der Glaube für sie ganz alleine lebendig.*

Dann löse ich auf: Das mit der Pony-Mystelei ist natürlich quatschiger Spaß. Bei allen anderen Orakeleien wäre ich vorsichtig, wenn ich nicht weiß, was ich tue (*Besen! Besen! Seid's gewesen!*) oder an wen ich mich wende (bedenke: die Polarität gilt auch fürs Geistige). Die Gretchenfrage bleibt: wem übergebe ich die Autorität/ Hoheit meiner Meinungsbildung. Denn: es hilft alles nix, an irgendetwas MUSS man sich orientieren, will man nicht zu Grill oder Triebholz verkommen. Woran, das steht jedem frei. Fest steht: ohne Ariadne-Faden findet man aus dem Labyrinth nicht raus - und wird obendrein von einem Ungeheuer erledigt.


Bevor mir in anstrengenden Zeiten der Text zu anstrengend gerät, warte ich als Gegengewicht mit einem unkomplizierten Eintopf auf. Dieses Kartoffel-Curry ist schnell zubereitet und dabei wirklich fein gewürzt. Da wir noch keine eigenen Tomaten haben, griff ich auf confierte, eingefrorene Kirschtomaten zurück. Und, ja, die Portion für angeblich vier haben wir bis auf einen kleinen Rest mit großer Lässigkeit geschafft. Inspiration ging ein Mal mehr von Susanne aka Magentrazerl aus! Vielen Dank, liebe Susanne, für die feine Muse!

Zutaten 2P:

1 grosse Zwiebel, fein gewürfelt
2 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
1 1/2 EL Kokos-Fett
1 TL Currypulver
1 TL Piment, gemahlen
1 TL Paprikapulver
1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
1 TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
2 EL Senfkörner
1 grosse Prise frisch geriebene Muskatnuss
3 EL frischer Thymian, fein geschnitten
600ml Gemüsefond

200ml Kokoscrème
500 g Kartoffeln, festkochend

1 EL Tomatenmark
200 g Cherrytomaten (m: confiert, eingefroren)
200 g rote Linsen, kalt abgespült
Salz

2 EL Buchweizen 

Zubereitung:

In dem Kokosfett die fein gewürfelte Zwiebel sowie die ebenfalls klein gehackten Knoblauchzehen anbraten. Dann die Gewürze zufügen und weitere fünf Minuten und mitbraten. Dann das Tomatenmark ebenfalls kurz mitrösten.

Die Kartoffeln schälen und grob Würfeln (ca. 2cm). Die Gemüsebrühe und der Kokosmilch anschütten (Brühe habe ich nach und nach beigefügt - so steuert sich die individuell-gewünschte Sämigkeit/ Flüssigkeit des Eintopfs am besten). Kartoffel-Würfel und Linsen untermischen. Mit Salz würzen und bei kleiner Hitze und aufgelegtem Deckel ca. 20 Minuten köcheln lassen. Kurz vor Ende die konferierten Tomaten einrühren. Nochmals abschmecken.


Den Buchweizen in einer Pfanne trocken rösten und über das Curry streuen.

Quelle: Susanne aka Magentrazerl bzw. Tanja Grandits 


Gastbeitrag: Hannahs rosarote Gnocchi

Freitag, 27. März 2020


Kann man heute in der aktuellen Situation, in der unser Leben so stark von den Gedanken, Nachrichten und Sorgen um, von und vor dem Corona Virus bestimmt ist, einen Blogpost schreiben, ohne darauf Bezug zu nehmen? Zumindest als Gast hier, die ich ja nur hin und wieder etwas schreibe, käme es mir ignorant vor, auch wenn uns hier im kleinstädtisch, ländlichen Bereich die Auswirkungen später und zuerst abgepuffert erreicht haben, als in Ballungszentren. Wir leben in einer Kleinstadt im südwestdeutschen Raum, nördlich von Freiburg und bis vor zwei Wochen schienen die Nachrichten von Covid-19 sich in einer anderen Welt abzuspielen. Dann wurden hier die ersten Schulen geschlossen, es folgten die Kindergärten und nun sind die Auswirkungen der Krise auch hier angekommen - allen voran die Angst und die Unsicherheit aber auch leere Toilettenpapierregale und ausverkauftes Desinfektionsmittel, abmontierte Türklinken, Zugangsbeschränkungen und der Sicherheitsabstand. Das öffentliche Leben ist gen Null gefahren, die Straßen leer. Hier in der Kleinstadt fällt das natürlich nicht so auf, wie wenn in Paris die Champs-Elysées wie leer gefegt ist, aber doch herrscht auch hier der Ausnahmezustand.

Wie gerne würde ich versuchen dem Ganzen etwas Positives abgewinnen zu können, zum Beispiel, dass Familien jetzt mehr Zeit füreinander haben, alle Menschen sich auf das Wesentliche besinnen, anfangen auf ihre Mitmenschen zu achten, ihre Gärten herauszuputzen, zu säen, den unwahrscheinlich blauen Himmel genießen, vielleicht tatsächlich ein schönes Hobby pflegen, für das sonst keine Zeit blieb. Jetzt haben wir die Zeit! Nachdenklich stimmt mich dabei jedoch was der Auslöser für diese krasse Verhaltensänderung ist. Bestätigt das doch wieder einmal, dass wir Menschen unser Verhalten wirklich erst ändern, wenn der Leidensdruck bzw. die Angst immens sind. Warum ist das so? Und schaffen wir es aus dieser Krise – so wir sie denn hoffentlich bald wieder gesund überstanden haben – zu lernen und nicht direkt wieder in alte Muster zu verfallen? Wie gerne würde ich die rosarote Brille aufsetzen und hoffnungsvoll sein. 

Nun, wenn schon nicht rosarote Brille, dann rosarote Gnocchi. Auf Michas Blog als Gast ein Gnocchirezept zu veröffentlichen, grenzt fast an Wagemut, schließlich ist sie so was wie die „Gnocchi-Queen“  - man klicke nur mal auf „Gnocchi“!

So kommt es auch dazu, dass es kurz hintereinander zwei Gnocchi Rezepte hier zum Nachkochen gibt – wir hatten uns nicht abgesprochen. Micha war es natürlich auch, die mich überhaupt dazu animiert hat Gnocchi selber zu machen, und noch besser – die Scheu davor à la „das ist kompliziert“ zu verlieren. Einzig das Rezept muss zuverlässlich sein. Das sind Michas Rezepte bekanntermaßen und auch dieses hier darf ich euch als erprobt anpreisen. Genauso wie Micha verwende ich Ziegenfrischkäse und zwar einen recht festen, den es bei uns gibt. Beim Mehl lässt mich meine Experimentierfreude gerne zu verschiedenen Getreidesorten greifen. Unten gebe ich euch meine Variante mit Buchweizen- und Dinkelvollkornmehl an. Da Buchweizenmehl kein Gluten enthält, gebe ich zur Sicherheit 1 TL Stärke dazu. Natürlich kann man auch einfach nur Dinkel- oder Weizenmehl nehmen. Beim Formen der Gnocchi können ganz Ambitionierte noch mit der Gabel ein Rillenmuster reindrücken. Das spar ich mir meistens, schmeckt auch so. Muss ich ferner noch erwähnen, dass „rosa Klößchen“ natürlich ein Lieblingsessen unserer dreijährigen Tochter sind? Eh, klar.


Zutaten - 4 Personen:

ca. 700 g Rote Bete (davon kommen 150 g in den Gnocchi Teig)
75 g Parmesan
400 g Ziegenfrischkäse
1 Ei
90 g Buchweizenmehl
85 g Dinkelvollkornmehl
1 TL Stärke
Salz
Pfeffer
etwas Mehl zum Bearbeiten

Für das Rote Bete Gemüse:
Olivenöl
etwas Butter
1 Handvoll frische Kräuter
Balsamicoreduktion, ein alter Balsamico oder Apfelbalsamico
Salz, Pfeffer

Zum Servieren:
Walnüsse, geröstet und gehackt, Menge nach Wunsch – ich sag mal: ‘ne Handvoll
geriebener Parmesan

Zubereitung:

Rote Beten in einen Topf mit Wasser geben und gar kochen. Abschrecken, ausdampfen lassen und pellen. Gerne dies auch schon am Vortag erledigen. Auf jeden Fall sollten sie vorm Weiterverarbeiten vollständig abgekühlt sein.

Parmesan reiben. Mit Ziegenfrischkäse, Ei, gut 1 TL Salz und frisch gemahlenem Pfeffer mischen. 

150 g der Roten Bete fein pürieren und ebenfalls unter die Masse mischen.
Mehle und Stärke sieben, dann gründlich in die Rote Bete Masse einarbeiten. ½ Stunde kühl stellen.


Wasser zum Kochen bringen.

Währenddessen das Topping und das Rote Bete Gemüse vorbereiten.
Walnüsse grob hacken. In einer beschichteten Pfanne ohne Fett sanft anrösten. Beiseite stellen.


Die restlichen Rote Beten klein würfeln. Ordentlich Olivenöl plus ein Stich Butter in einer großen Pfanne erwärmen, Rote Beten darin anschmoren, mit Salz, Pfeffer und Balsamicoreduktion abschmecken.

Nun aus der Gnocchimasse kleine Klößchen formen. Ich mache dies mit leicht bemehlten Händen. Die fertigen Kugeln am besten auf einem geölten Blech zwischenlagern (Trick hab ich mal von Petra übernommen). Dann in siedendem (nicht kochendem!) Wasser auf zwei Mal gar ziehen lassen. Sobald sie nach oben gestiegen sind, noch 1-2 Minuten ziehen lassen, dann mit der Schaumkelle abschöpfen und gut abtropfen lassen. 

Frische Kräuter unter das Rote Bete Gemüse mischen und nun die Gnocchi vorsichtig unter das Rote Bete Gemüse heben und nochmal kurz anbraten.
Mit den gerösteten Walnüssen und gerieben Parmesan servieren.

Inspiration: „Gemüse als Hauptgericht“ von Anne-Katrin Weber (BJV Verlag)



©Hannah Nußbaumer, lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Ettenheim, wo sie mit viel Leidenschaft einen Bio-Laden betreiben. Hannah liebt als Gartenarchitektin das Leben mit und im Garten, das Sammeln, Ernten und Kochen. Ohne ihre beiden Herzensmenschen um sich herum wollte sie nicht sein, und ohne schöne (Kinder)Bücher, Stifte und der Möglichkeit sich draußen zu bewegen würde ihr etwas fehlen. Das Binden von Blumenkränzen, das Herstellen eines Hefeteiges sowie das (Er)kennen der uns umgebenden Umwelt sollte ihrer Meinung nach den gleichen Stellenwert haben wie Algebra und Grammatik.
 

Zahlenspiel: Ricotta-Buchweizen-Gnocchetti mit Roter Bete

Donnerstag, 20. Dezember 2018


Vor Kurzem bin ich über diesen Artikel bei der Zeit *Wenn Klimaforscher die Welt regieren könnten* über eine erstaunliche Zahl gestolpert. Wer hier länger mit liest, weiß, dass eines meiner Steckenpferde das Erstaunen ist. *Erstens ist alles anders und zweitens als man denkt* - so in der Art. Nun, was mich als Foodie (heute mal ein typisches Foodblog-Thema) überraschte war, dass der Deutsche etwa 1kg Fleisch isst - in der Woche. Mehr als man so denken würde, oder?

Es ist ja immer spannend über nackte Zahlen zu schauen. So kann man sich hier jede Menge Details zum Thema Essen rausfischeln: Ernährung in Zahlen (brand eins) - und jedem sticht wohl etwas anderes zuerst ins Auge.

Fange ich mal an mit meiner alten Rede, dass sich einiges alleine dadurch zum Besseren kehrte, würde man sich zum Essen hinsetzen. Die Fränzis nehmen sich immerhin ein Drittel mehr an Zeit für die tägliche Nahrungsaufnahme wie die Deutschen und lässig doppelt so viel wie die Amis. Was soll ich sagen, *Savoir vivre* halt...

Kurios auch: fast die Hälfte aller Frauen glauben/ hoffen/ wünschen sich, dass eine entsprechende Ernährung die Faltenreduktion im Gesicht reduziert. Womit man recht schnell bei der beliebten Frage landet: *Würdest du einen Teil deiner Intelligenz gegen Schönheit eintauschen*. Scheint ja wirklich ein Wackelkandidat an Frage zu sein (gerade wenn anonym gestellt). Und ich behaupte übrigens *Nein* - also den Faltenwurf kann man nicht explizit über Ernährung/ Lebensstil beeinflussen; ich halte die Gene für hauptverantwortlich (abgesehen von extrem viel Suff, Stress und Raucherei natürlich). Aber WELCHE Falten sich (neben den klassischen Schwerkraftmerkmalen) ins Gesicht abzeichnen (Stichwort RBF), das ist wiederum ganz und gar bedingt durch *the way of life*.

Hey,  vieles dieser Statistik liese sich vertiefen. Etwa zu dem Thema *Milchleistung von Kühen in D* (1960 - 3310 l/Jahr... 2017 - 8541 l/Jahr) - letztes Jahr schon hatte ich einen Post dazu begonnen, aber alle Recherche zu den Haltungsbedingungen von Milchkühen (samt ihren Kälbern) war zu niederschmetternd. Wie gut verstehe ich die Veganer - der Appetit auf Butter, Milch, Sahne, Käse ect. kann einem dabei echt vergehen...

Oder, auch wuchtig, der Umsatz der Ernährungsindustrie pro Jahr: 173 Milliarden. Um ein Verhältnis zum Vergleich zu bekommen: der Umsatz der deutschen Autoindustrie pro Jahr beträgt 407 Milliarden.

Zu guter letzt ähneln unsere Haushaltsausgaben für Essen denen in dieser Statistik. Vielleicht erinnert ihr euch an den Anlagetipp meines *zu Tisch mit*-Geladenen Dirk Müller. Als Investment-Banker überraschte er mich mit der Empfehlung ein Haushaltsbuch zu führen. Gab ich nicht nur euch weiter, sondern wir unterzogen diese Maßnahme gleich dem Selbsttest. Mit dem Ergebnis: round about 400 Euro benötigen wir im Monat als 2 Personenhaushalt in F etwa für unsere Ernährung (bei uns nicht mitgerechnet: Alk, Tabak und Fleisch - weil nicht unter unseren Konsumartikeln).

Zum zweiten Mal bereits gibt es diese niedlich-kleinen Gnocchetti, die ich mir bei Altmeister und Grandseigneur Robert mitnahm. Mit Ziegenfrischkäse ist der Teig ganz einfach zu händeln und die Buchweizen-Gnocchi werden in der Pfanne kurz angebraten hervorragend knusprig. Alles gute Gründe, um dieses Gericht in meine Festtagsmenus aufzunehmen!


Zutaten 2P:

2 Ziegenfrischkäse (ca. 220g)
70g Buchweizenmehl
1 Eigelb
20g Parmesan
Salz, Pfeffer
5 Salbei-Blätter
Butter

2 rote Beete, roh
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 TL Koriander
1/2 TL Cumin
1 TL Thymian-Honig
Salz, Pfeffer
2 EL Cassis
1 EL Balsamico-Reduktion 
3 EL Gemüsebrühe
Piment d'Espelette
Olivenöl

Zubereitung:

Für die Sauce die Rote Bete schälen und in feine Würfel schneiden. Knoblauch und Schalotten ebenfalls fein würfeln. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Schalotte glasig dünsten, den Knoblauch und die Rote Bete-Würfel, den Rotwein, schwarzen Johannisbeerlikör, Gemüsebrühe, Korianderpulver, Zucker, Piment, Salz und Pfeffer zufügen, einmal aufkochen lassen, auf mittlerer Hitze zugedeckt 20-30 Minuten garen - dabei die Flüssigkeit etwas reduzieren lassen. Abgeschmeckt sollte die Sauce süßlich scharf schmecken.

Ziegenfrischkäse, Eigelb, Salz, Parmesan und Buchweizenmehl miteinander gut und gründlich vermischen. Der Teig lässt sich gut verarbeiten - auf etwas Semolina lässt er sich problemlos zu kleinen Strängen ausrollen etwa von der Dicke eines kleinen Fingers. Die Rolle in ca. 1 cm große Stücke schneiden. Schnittflächen in Semolina wenden und bis zum Verbrauch auf Semolina lagern.

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, reichlich salzen. Temperatur reduzieren, so dass das Wasser nur noch leicht simmert. Die Gnocchi hineingeben und solange ziehen lassen, bis alle oben schwimmen, dann noch etwa 2 Minuten zugeben. Gnocchetti mit einer Schaumkelle herausnehmen, abtropfen lassen und sofort in der Pfanne mit der Salbeibutter schwenken, bzw. leicht knusprig braten.



eingebunden: Blumenkohl-Buchweizen-Galette-Gratin

Mittwoch, 24. Oktober 2018


Schaue ich aus dem Fenster, dann blicke ich auf eine kleine, romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Hinter dem Haus, einige Höhenmeter weiter oben, finden sich die Mauerreste einer Burg aus dem 11. Jahrhundert. Die Vergangenheit kennzeichnet um mich unübersehrbar die Landschaft. Alles hinterlässt Spuren. Alles ist geprägt von Vorausgegangenem - die gesamte Menschheitsgeschichte, sowie das Schicksal jedes einzelnen. Nichts und niemanden kann man sich losgelöst nur für sich vereinzelt denken. Jeder ist verwoben und verknüpft in ein Geflecht von Beziehungen und Systemen - unbewußt oder bewußt, absichtlich oder unabsichtlich.

Für mich gilt: je größer die Zusammenhänge, die ich einsehe, umso tiefer die Erkenntnis. Wer hier schon ein Weilchen mitliest, weiß, dass ich meine Steckenpferd-Themen habe, auf die ich immer wieder zurückfinde. So mache ich kein Geheimnis daraus, dass mein größtes Ideal der freie Mensch ist.

Genau das lenkte mein Augenmerk auf die jüngsten Forschungsergebnisse, wie menschliches Verhalten von den Vorfahren beeinflußt wird. Der Ahnenkult der indigenen Völker kommt nicht von ungefähr. Man versteht sich als Glied einer Kette, eine Linie, die man fortführt - ein Bereich, in dem Psychologie und Medizin mittlerweile gemeinsam forschen - ich schrieb bereits über die unbewußte Feuerwehrleiter innerhalb der Familie.

Im Deutschlandfunk ist gerade ein sehr spannendes Interview anzuhören: Vererbte Wunden - Wie Traumata über Generationen weiterwirken mit der Autorin des Buches *Kriegsenkel*, Sabine Bode, und der Psychoanalyterin und Leiterin des Instituts für Traumabearbeitung, Dr. Marianne Rauwald. Anfangs wird in der Sendung auf den Stand der Epigenetik verwiesen -  Versuche mit Mäusen zeigten die Übertragung von Fehlverhalten bis in die vierte Generation (s. genaueres bei den Untersuchungen von Professor Mansuy). Außerdem wird verdeutlicht, dass die Weitergabe von Verhalten über verschieden Kanäle läuft - üblicherweise einer Mischung aus biologischer und psychologischer Übertragung. So wurde etwa festgestellt, dass die mütterliche Darmflora bereits im Mutterleib auf das Kind übertragen wird (s. Professor Macpherson) - ein faszinierender, weiterer Baustein.

Bei Trauma-Patienten denkt man vorrangig an Kriegsüberlebende, Flucht und/ oder sexuellen Missbrauch. Bekannt und dennoch nicht minder erschütternd: *Das was wir da sehen, ist wie schillernd das Verhältnis ist zwischen Opfern und Täterschaft und wie leicht es passieren kann, dass jemand der selber den Missbrauch erlebt hat, an den eigenen Kindern zum Täter wird.* (Dr. Rauwald)

Geschichten, die sich wiederholen und wiederholen - in wechselnden Rollen. Der Stoff, aus den Dramen und Dilemma sind. Der Mensch - geschmiedet an seine Vergangenheit.

Aber mal runtergebrochen von den Extremen, woran lässt sich vorbelastetes Verhalten an Menschen erkennen? Im Zweifelsfall ist es deutlich weniger auffällig, als man meinen möchte. Diese drei typischen Symptome kann man diagnostizieren:
1. Ängste/ Depressionen, die ihren Grund nicht aus der eigenen Erfahrungswelt ableiten können
2. trotz großer Leistungsorientierung, hapert es in der Umsetzung:  diese Menschen können ihr Potential nicht entfalten
3. ein Abhängigkeitsverhältnis zu den Eltern, das sich schwer auflösen lässt

Gar nicht mal so spektakulär, oder? Aber exakt das macht die Wurzeln von Blockaden und Beziehungsstörungen aus. Genau das behindert einen Menschen, frei aufzuspielen und ein bewußter und eigenverantwortlicher Mensch zu werden. *Von der Kraft, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet.* (Goethe). Oder Cicero: *Nicht zu wissen, was vor der eigenen Geburt geschehen ist, heißt immer ein Kind zu bleiben.*

Anders gesagt, in der Familienvergangenheit stochert man nur aus Leidensdruck. Es klemmt und man versteht nicht warum. Eine zentrale Wesensfrage bleibt dennoch: Was haben meine Lebensschwierigkeiten mit mir zu tun? Wie schreibt Marie von Ebner-Eschenbach: *Feuer läutert, verdeckte Glut frisst an.* Nur an eben diese Glut vorzudringen, ist das größte Problem. Manchmal wollen gerade die Menschen, die Auskunft geben könnten, nicht reden. Ein anderes Mal sind sie bereits tot.

Alleine - darüber waren sich beide Interview-Gäste einig - schaffe man eine solche Aufarbeitung nicht. Von Vorteil sind Therapeuten mit historischem Denken (Trauma-Spezialisten), Hilfe bieten Selbsthilfegruppen wie *die Kriegsenkel* oder man kann sich an das WAST in Berlin wenden, die Wehrmachtsauskunftsstelle, wo die Kriegsmilitär-Biographien der Großväter oder Väter einzusehen sind. Vollständig wird eine solche Suche in der Vergangenheit nie. Das ist nicht das Anliegen. Nimmt man als Vergleich ein Puzzle, bei dem viele Stellen offen bleiben, dann reicht es aus, wenn man erkennt: es ist eine Katze (als Beispiel).

Was meist auch falsch verstehen wird, ist, dass es bei der Recherche nicht um Schuldzuweisung geht, sondern man will benennen können, aufdecken, thematisieren, anerkennen, verarbeiten, auflösen. Und das geht nun mal nur, wenn eine solche Geschichte ins Licht, ins Bewußtsein, ins Gespräch gezogen wird - dann erst wird Distanz möglich, dann kann sie Teil der Lebensgeschichte und irgendwann zu Geschichte werden. 

Zweifelsohne ein steiniger Weg. Was lockt, sind jedoch Dinge, die man mit Geld nicht kaufen kann. Dinge wie mehr Ausgeglichenheit und Frieden, mehr Erfülltheit und eine vertrauenswürdige Partnerschaft. Und eigentlich eine gnadenvolle Vorstellung, dass man überhaupt hoffen kann,  dass sich unsichtbare Fäden durchzuschneiden lassen, die einen Menschen in automatische Verhaltensweisen zwingen.

Alors, zu schwerer einleitender Kost reiche ich dafür umso unkompliziertere Hausmannskost, wie man sie wohl auswärts ebenfalls nicht kaufen könnte. Wie Susanne mag ich Blumenkohl seit Kindertagen gerne mit einer schlichten Béchamel-Sauce. Oft ein Alltagsverlegenheitsgericht. Und sowas von totally old-school. Hier umgewandelt in ein Gratin mit Buchweizen-Crêpes...


Zutaten 2P:


500g Blumenkohl
200g Kirschtomaten
20g Butter
1 EL, gehäuft, Mehl
250ml Blumenkohl-Kochwassersud
50ml Sahne
Salz, Pfeffer
1 TL Savora-Senf
1 Schuß Weißwein
80g Raclette-Käse
20g Käse, geraspelt (m: Comté)

Zubereitung:

Die Galettes backen. Ergibt 5 Stück - einen habe ich freiwillig/unfreiwillig zerhackt (es steht zwar in meiner Beschreibung bei den Galettes, aber ich sollte mich auch daran halten: die Pfanne zum Ausbacken muss recht heiß sein und die erste Seite des Galette muss durchgebacken sein, sonst kann man ihn nicht wenden, weil er am Pfannenboden hängenbleibt - eben diesen ersten habe ich zerhackt. Eine gute Entscheidung, denn der wird auf der Oberfläche des Gratin schön knusprig).

Blumenkohl in kleine Röschen teilen, in kaltem Wasser aufsetzen, aufkochen lassen, 2min köcheln lassen, abschütten, Sud auffangen. Blumenkohl in einer Schüssel zur Seite stellen.

Die Butter im gleichen Topf schmelzen lassen, das Mehl mit einem Schneebesen einrühren, und etwa 3min anschitzen (das nimmt den Mehlgeschmack), Sud angießen unter stetigem Rühren und dabei aufpassen, dass sich keine Klümpchen bilden. Sahne und Weißwein zufügen, nochmals 3-4min leicht köcheln lassen. Würzen mit Salz, Pfeffer und Savora-Senf. Käse, Blumenkohl-Röschen und halbierte Kirschtomaten untermischen.

Ofen auf 210 vorheizen.

Eine Gratinform abwechselnd mit Blumenkohl und Galette schichten: oberste Etage mit Blumenkohl enden lassen. Darüber den zerhackten Galette streuen und den klein gewürfelten Raclette-Käse.

Den Auflauf für etwa 20min in den Ofen schieben. Zum Servieren mit etwas gehackter Petersilie bestreut.

Inspiration: Susanne aka Magentratzerl


Herbstzenit: Crozets de Savoie

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Wenn die Farben im Herbst nicht mehr leuchtender werden können, genau dann zauselt der Wind die Laubkronen mit seinen ungestümen Händen dass die Blätter nur so stäuben. Schon wieder kommt mir mein literarisches Stilmittel Oxymoron in den Sinn mit seinem *bittersüßen Schmerz*, den niemand besser repräsentieren könnte wie der Herbst.

Die deutschen Expressionisten hätten sich dabei wohl mehr auf den Teil mit dem Schmerz konzentriert und in diesem goldenen Oktober bereits nach der Fäulnis und Verwesung geschnuppert, und die glühenden Blätter nur als lumpige Verkleidung für die nahenden, nackigen Baumgerippe gesehen. Diese morbide Sehnsucht und die Lust am Vergehen ist nicht meines - aber was weiß ich vom ersten Weltkrieg, der die Stimmung der Expressionisten Anfang des letzten Jahrhunderts so trübte.

Überhaupt: viele stimmt die Vergänglichkeit des Herbstes melancholisch. Grundeigentlich sollten wir es uns in diesem Gefühl heimelig machen - zumindest wenn wir Buddhas Worte nicht in den Wind schlagen. Der Buddhismus gründet in der Erfahrung der Vergänglichkeit aller Wesen. Alles, was wir Leben oder Dasein nennen, befindet sich in beständigem Fluß, unterliegt einem ewigen Wandel von Werden und Vergehen. Sich festzuhalten an dieser Vergänglichkeit geht mit Leiden einher. 

Sagt mein alltime-Favorite Goehte ja auch nicht anders: *Und so lange du das nicht hast, dieses Stirb und Werde, bist du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde*. Reden wir dabei nicht von Prozessen, denen wir genauso aus dem Weg gehen wollen wie dem Leiden? Der Bequemlichkeit und den Gewohnheiten zuliebe? Auch weil inneres Wachstum mit Wachstumsschmerzen einher gehen. Und könnt ihr euch noch an die Wachstumsschmerzen in der Kindheit erinnern?

Christian Morgenstern meinte dazu: *Höher als alles Vielwissen stelle ich die Selbstkontrolle, die absolute Skepsis gegen sich selbst.* Streng mit sich sein, sich ins Gebet zu nehmen, abends im Bett liegen und das Gewissen überprüfen, seine Gedanken, seine Meinungen, seine Taten genauer anschauen, sich versuchen zu verorten und dabei seine eigene Position und seinen Willen finden, die eigenen Grenzen ausloten. Erst dabei findet sich Akzeptanz samt ihrem Gegenpart. Und das alles ohne Selbstkasteiung. Wer findet heute noch Zeit für soetwas? Aber wie orientiert man sich sonst? Vielleicht bietet der Herbst Muse?


*Da schau' her* dachte ich mir, als mein Blick bei einer Packung Buchweizen-Nudeln aus dem Savoie - die höchstgelegene Landschaft Europas - hängenblieb. Wie spannend. Und bestimmt sehr gut selbst zu machen. Nachdem ich ein Mal zu oft mit französischen Rezepten auf die Schnauze gefallen bin, orientierte ich mich im deutschen Netz und wurde fündig: aus diesem Sarah Wiener Rezept und Aurélies Vorlage baute ich mir meine eigenen Crozets.

Zutaten 3-4P:

Crozets-Teig*
140g Buchweizenmehl
40g Weizenmehl (m: T65)
40g Hartweizenmehl
1 Ei
Salz
ca. 80ml heißes Wasser

Sauce
80g Beaufort-Käse
1 EL Crème fraîche
1 Stich Butter
1 guter Schuß Noilly Prat
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

Zubereitung:

Aus den Zutaten für die Crozets einen homogenen, schwach klebenden Teig verkneten und 1 Stunde im Kühlschrank rasten lassen.

Den Teig auwellen (m: mit meiner Nudelmaschine Marcato - nicht zu dünn!) Dann zu Tagliatelle schneiden (m: ebenfalls mit der Nudelmaschine). Die Nudelstreifen 1 Stunde trocknen lassen. Dann die Teigstreifen  mit Hilfe eines großen Messers zu Crozets schneiden. Läßt man hier die Crozets nun vollständig trocknen, sind sie in einer Dose für mehrere Tage gut aufzubewahren).

Die Crozets in reichlich Salzwasser 20min kochen lassen.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man schüttet die Crozets ab, schreckt sie in kaltem Wasser ab und brät sie in Fett in einer Pfanne knusprig - und läßt dann Käse und alle restlichen Zutaten für die Käsesauce in die Pfanne zu den Crozets schmelzen. Oder man bereitet die Sauce getrennt, mischt die abgeschütteten Crozets unter und schiebt die Pfanne anschließend wie ein Gratin kurz in den Ofen.

So oder so schön, den die kleinen Buchweizen-Nudeln haben alle Voraussetzung schön knusprig zu werden. Ich habe mich hier für die Gratin-Variante entschieden.

*Anmerkung m: Das Machen der Crozets zieht sich ob der Warte/Trockenzeiten durchaus in die Länge. Nimmt man noch Kochzeit und Zeit zum Gratinieren hinzu, dann sogar sehr lange. Daher bietet es sich an, die Crozets bereits am Tag/ Abend zuvor zuzubereiten. 

Bei uns gab es begleitend dazu diesen Rote-Bete-Salat mit Apfel - eine super Kombi!

nachmittags auf dem Heimweg zu Fuße des Hausbergs

ein Salat-Plus-Essen: Manfriguli

Sonntag, 28. Mai 2017

Mit der ersten Heu-Ernte verschwinden meine Margeriten-Wiesen. Margeriten-Sträuße zu pflücken, die so dick sind, dass ich sie nicht mehr mit dem Daumen und den restlichen Fingern der linken Hand umfassen kann, gehören zu meinen ersten Kindheitserinnerungen. Wie weiße Sterne leuchten die Margeriten aus dem Wiesengrün und bis zuletzt halten sie  in der Vase ihre Köpfe königlich aufrecht. Ein Frühling ohne mehrere Sträuße mit Margeriten zu pflücken, ist absolut undenkbar.

Zu diesem Vorsommerwetter paßt wieder ein Salat-Plus-Essen. Die Inspiration ging von Susanne aus, allerdings habe ich die Buchweizen-Crêpes nach meinem üblichen schlichten und knusprigen Galette-Rezept zubereitet, das kein Ei benötigt. Die Füllung wurde von mir etwas entschlankt und dank Tapenade mit einem französischen Touch versehen. Sehr lecker. Die übrigen Manfriguli schmeckten auch abends kalt noch gut. Und ein schöne Restessen ist es obendrein, um Käsereste und Brot vom Vortag  darin zu verstecken. Die obligate Dosis Frühlingskräuter ist fast schon Pflicht.

Zutaten 2P:

100g altbackenes Brot
1 TL grüne Oliven-Tapenade
50ml Sahne
1 kl EL Crème fraîche
100g Käse (m: verschiedene Reste)
Salz, Pfeffer
einige Butterflöckchen

Zubereitung:


Für die Galette die Zutaten vermengen und den Teig ca. 30 min quellen lassen. Eventeuell etwas Wasser nachgeben.

Eine Pfanne mit Öl ausstreichen ( (braucht nicht viel sein) und erhitzen. 1 Schöpflöffel Teig in die Pfanne geben, durch Schwenken verteilen und backen wie hier beschrieben, bis 5 Galette gebacken sind.
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Das Brot in kleine Würfel schneiden und diese in einen Blitzhacker oder Mixer geben. Kräuterpaste, Crème, Tapenade und Sahne dazu geben. Käse wenn nötig, entrinden, dann würfeln. Das Brot zusammen mit Käse mixen. Die Füllung mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Auflaufform buttern. Die Pfannkuchen jeweils mit der Brotmischung bestreichen, aufrollen und in Scheiben von ca. 4 cm Dicke schneiden. Rollen mit der Schnittlfläche nach oben in die Form schichten. Butterflöckchen auf der Oberfläche verteilen und die Manfriguli ca. 20 min überbacken.

*Anmerkung m: zu Kräuterpaste siehe auch hier

Mix it: Grüner Ofenspargel mit mediterranem Kascha-Omlette

Freitag, 22. April 2016

Es bleibt mir gerade nicht viel Zeit zum aufwendigen Kochen. Zeit, um gut zu essen, finde ich allerdings immer. Dies ist nun wieder eines der Essen, das in einer halben Stunde zubereitet sein dürfte und uns allerköstlichst geschmeckt hat.

Gerade den grünen Spargel mag ich sehr gerne aus dem Ofen (das Rösten im Ofen, welches dem Gemüse Wasser entzieht, gibt gerne ein Mehr an Aroma). Buchweizenmehl wird für die französischen Crêpes zwar verwendet, als ganzes Korn ist mir Buchweizen jedoch noch nie in der französischen Küche begegnet. Dabei entfaltet er seinen nussigen Geschmack als Korn gekocht - so wie ihn auch die Russen schätzen - besonders gut. Zusammen mit der Dosis Frankreich in Form von Ziegenfrischkäse, eingelegten Tomaten und Thymian ist dieses Gericht ein Mix verschiedener Kulturen. Und das hat so herrlich harmoniert - das wird es bei uns wieder geben.
Zutaten 2P:

1 Bund grüner Spargel (500g)
100g Ziegenfrischkäse
70g Buchweizen
140g Gemüsebrühe

3 Eier
20g Buchweizenmehl
40ml Milch
1 Frühlingszwiebel
1 Stange frischer Knoblauch
5 in Öl eingelegte Tomaten
1 EL frischer Thymian
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Rapsöl

Zubereitung:

Ein wenig Öl in einem kleinen Topf erhitzen und den Buchweizen darin solange rösten, bis er zu duften beginnt. Dann die heiße Gemüsebrühe anschütten, den Deckel auflegen und bei kleiner Flamme ca. 10min kochen lassen. Vom Herd ziehen und weitere 5min quellen lassen. Etwas abkühlen lassen.

Den Ofen auf 200° heizen.

Den grünen Spargel putzen: Enden abschneiden, das untere Drittel schälen. In eine geölte ofenfeste Form nebeneinander (nicht übereinander) legen, mit Öl bepinseln und den Ziegenkäse grob darüber streuen. Salzen und pfeffern. Für ca. 12min in den Ofen schieben.

Die Frühlingszwiebeln, die Knoblauchstange und die abgetropften Tomaten klein schneiden. Milch mit Mehl klümpchenfrei vermengen. Die Eier verquirlen, dann das Milchmehl untermengen. Alles Kleingeschnittene sowie den Buchweizen untermischen. Mit Thymian, Salz, Pfeffer und Piment würzen. In einer Pfanne (m: mittelkleine Größe) Öl erhitzen und nacheinander 4 goldgelbe Omlettes ausbacken. Beim Einfüllen mit der Schöpfkelle den Teig glatt streichen.

Die Omlettes zusammen mit dem Spargel servieren.