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Clownerie: Mohnkuchen mit Kirschen

Donnerstag, 2. März 2023

 

Eines der großen Mysterien hier im französischen Outback bleibt die Faszination meiner Mitmenschen für Clownerie. Wenn ich eine rote Pappnase sehe, bin ich raus. Andere kommen dann erst so richtig in Stimmung. Meine Mutter erzählte gerne, wie sie mit meiner Schwester und mir im Zirkus war und bei der Clown-Nummer das Zelt mit ihren schreiend-heulenden Kindern verlassen musste. Zwei Clowns schlugen sich mit großen Schaumstoff-Hammer (oder Hämmer?) gegenseitig ungespitzt in den Boden. Und meine Reaktion war damals schon: nicht witzig!

Hier in der ländlichen Drôme findet IMMER irgendwo ein Clown-Seminar statt (s. Insta). Schon Seminar-Titel wie *Entdecke den Clown in dir* bringen meinen Kopf wie selbstständig zum Schütteln. Das ist entschieden nix für mich. Alleine bei der Vorstellung... nee, nich für Geld!

Vielleicht hängt das zusammen mit der französischen Lust willkürlich im Jahr *carnaval* zu feiern. Dabei hopst man ohne jeden kulturellen Hintergrund einfach verkleidet durchs Dorf und wirft Konfetti. Klar, die Kinder lieben das. Die Eltern aber auch. Und safe ist dann mindestens ein Clown zum Aufmischen drunter. Oder die Verwandtschaft: eine Gruppe, die mit Improvisationstheater berreichert. Da laufe ich große Bögen, in solches Fahrwasser will ich nicht hineingeraten. Meine Reaktion könnten Nachwehen meines Kunststudiums sein. Ich habe einfach schon genügend schlechte *performances* gesehen - das reicht für ein ganzes Leben. Und ich kann mich dabei schlimm fremdschämen. Kein Gefühl, dem ich hinterherjage.

Erschwerend kommt hinzu, dass Humor eine SEHR spezielle Angelegenheit ist. Gar nicht mal so oft teilt man den gleichen. Etwa all die alten Filme mit Louis de Funès: einem kleinen, unerträglich hysterischen Mann mit sich dauerüberschlagender Stimme am Rande des Nervenzusammenbruchs - wie überdreht kann man sein? Wobei es einige, französische Komödien gibt, die ich wiederum wirklich sehr lustig finde (Willkommen bei den Sch'tiis beispielsweise).

Was macht man nicht alles dem Eskapismus zuliebe. Jeder dritte Deutsche hat psychische Probleme lese ich. Bei einer kleinen Recherche zeigt sich relativierend: anscheinend ein stabiles Drittel, das hing bereits vor 10 Jahren in den Seilen. Und ein Drittel hat außerdem keinen Bock mehr auf seinen Job. Obs so eine Regel gibt, dass es für ein konstantes Drittel nicht läuft? Meinem Eindruck nach erhält das Drittel momentan Verstärkung: zumindest kenne ich gerade niemanden, der von sich behauptet, Rückenwind zu haben. Alle sind sie geplagt und belastet. Ist es nicht die Gesundheit, dann sind es Probleme mit dem Geld oder der Beziehung/ Familie/ Kollegen oder eine veritable Mischung. Als würde jeder eine ordentliche Schippe obendrauf erhalten - zu dem alltäglichen Wahn. 

Nun, da ist die Lust schon groß, zwischendrin auf den Pauseknopf zu drücken, oder. Nichts intensiviert das Leben mehr wie Nüchternheit. Aber wer erträg das am Stück? Und bevor jetzt zum Saufen auch noch alle mit dem Kiffen anfangen, dann ist die rote Pappnase am Schluß die bessere Alternative. Und wer weiß: vielleicht wirds irgendwann bitternötig, den *Clown* in sich zu entdecken?! Es könnte eine angemessene Antwort auf Irrsinn sein.

 

 

Mir gelüstete nach einem deutschen Kuchen. Mit Mohn - das findet sich schwerlich im Fränziland. Dieser Mohnkuchen mit Hefeboden erfüllte ganz meine Wünsche: zart und weich, schön saftig, am zweiten Tag durchgezogen mindestens noch genau so gut, nach Oma-Küche duftend. Ich habe dem ursprünglichen Rezept zudem ein paar entsteinte Kirschen aus dem Froster untergejubelt. 2022 war in der Drôme nicht nur ein Walnuss-Jahr, es war auch das Jahr der Kirschen - wir hatten mehr als reichlich!


Zutaten - 1/2 Blech (m: Form 20 x 30cm):

Hefeteig:
160g Mehl (m: D630)
50ml Milch
7g Hefe
40g Butter
20g Rohrzucker
1 Ei
1/4 TL Salz
...
Mohnfülle:
450ml Milch
90g Mohn, gemahlen
50g Butter
60g Rohrzucker
50g Hartweizengrieß
2 EL Rum
1/2 TL Kardamom, gemahlen
200g Kirschen (oder Schattenmorellen - optional)
...
Guss:
125ml Milch
1/4 Packung Vanille-Pudding-Pulver (= 8,5g)
30g Rohrzucker
1 Ei, getrennt
15g Speisestärke

Zubereiung:

Für den Hefeteig die Hefe in lauwarmer Milch auflösen, dann mit den restlichen Zutaten in einer Küchenmaschine mit Knethaken zu einem geschmeidigen Hefeteig verkneten. Teig abgedeckt an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen.

Für die Mohnmasse die Milch in einem Topf mit Mohn, Butter und Zucker langsam aufkochen. Grieß einrühren und 2-3 Minuten kochen lassen, bis die Masse gut eingedickt ist. Mohnmasse mit Rum und Kardamom würzen und abkühlen lassen.

Für den Guss das Puddingpulver mit Milch und 1 El Zucker nach Packungsanleitung zubereiten und kalt stellen.

Den Boden eines Backblechs passend mit Backpapier auslegen. Hefeteig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche zusammenkneten. Dann auf Backblechgröße ausrollen und das Blech damit auslegen. Einen flexiblen Backrahmen zwischen Teig und Blechrand legen. Die Mohnmasse auf dem Teig verteilen und glatt streichen.

Für den Guss das Ei trennen. Eigelb und 1 Prise Salz unter die Puddingmasse rühren. Eiweiß steif schlagen, dabei den restlichen Zucker einrieseln lassen. Abwechselnd mit der Stärke unter die Puddingcreme rühren. Den Guss auf der Mohnmasse verteilen. Kuchen im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad (OU-Hitze) auf der unteren Schiene 40 Minuten backen. Dann aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Dann in kleine Quadrate schneiden und genießen!

Quelle: Essen und Trinken


Entscheidungsfreudig: Schwarzwälder Zupflinzer

Mittwoch, 27. Oktober 2021

Wie entscheidungsfreudig seid ihr? Geht euch leicht von der Hand? Nich so euer Ding? Ich glaube selbstbeobachtungstechnisch folgendes Schemata bei mir erkannt zu haben: je bedeutungsloser und konsequenzärmer eine Entscheidung ist, um so schwerer fällt sie mir. Klaro und eine große Auswahl macht es mir auch nicht leichter...

Ich bin Mädchen, ich mag Klamotte. Das hat ein bißchen was vom Verkleidenspielen als Kind, sich hübsch machen und sich künstlerisch ausdrücken. I like. Auch, weil ich einfach anziehe, was mir gefällt. Und wie ihr wisst, bin ich schon seit vielen Jahren überzeugte Vintage-Shopperin. Mindestens 90 Prozent meines Kleiderschrankes ist gebraucht gekauft. En guter Teil meiner Anziehsachen ist bestimmt schon 20 Jahre in meinem Besitz und wird weiterhin gerne getragen. Manchmal braucht es eine kleine Pause - aber kein Grund, sie deshalb gleich mit Verbannung zu belegen. Manche Teile sind mit Erinnerungen behaftet - und das macht sie mir dann noch wertvoller. 

Aber nur weil diese Stücke günstig in der Anschaffung sind, schlage ich nicht direkt zu. Darüber muss ich meistens mehrere Nächte drüber schlafen. Mit *brauchen* im Sinne von *bedürftig* hat das schließlich nichts zu tun. Dieses *Haben-Wollen* ist eine reine Luxusabwägungsgeschichte. Und das dauert bei mir und dauert und dauert...

Ähnlich geht es mir, wenn ich Süßkram backe. Wie mich auf einen bestimmten Kuchen festlegen, wo es doch so viele zuckrig-verlockende Möglichkeiten gibt? Und sehrsehr oft kommt dann als Resultat meiner Überlegungen ein Kuchen wie heute raus: sauber gepuncht - von allem etwas. Einfach weil ich mich nicht entscheiden konnte, wollte ich mal wieder am liebsten alles auf einmal: Streusel, Schokolade, Nuss, Obst, Quark. Aber was dann backen? Käsekuchen? Die beste aller Linser? DEN Schokokuchen? Doch was fürs Blog, was ich noch nicht ausprobiert habe?



Angefeuert wurden die Pläne, weil wir am Wochenende ein Dorffest besuchten mit klassischer Ausstattung: kleiner Streichelzoo (Hasen, Ziegen, Esel, Schweine, Kühe), jede Menge Traktoren, Clairette-Verkostung.... und ein Kuchenstand der Grundschule um ein bißchen Geld in die Kasse zu spülen. Aber ehrlich: doch nicht mit grandios langweiligen, staubtrockenen, flachen, farblosen Rührkuchen. Null Ehrgeiz, die Mädels, ehrlich! Gibt es denn gar keine Hausfrauenehre mehr? Ich denke da stets zurück an die Kuchentheken der Dorffest meiner Kindheit. Volles Feuerwerk! Die haben sich damals wirklich überschlagen. Jede Menge Torten, die alle aussahen wie vom Konditor. Gut Torten backe ich nun nicht, aber im Vergleich zu den Fränzis: das kann ich ohne jede Bescheidenheit besser!

Ganz simple könnte man sich heute um den Clou bringen - Gewürze, Nuss und Kirschen rauskürzen - und schwupps: fertig ist ein klassischer Zupfkuchen mit einer verschlankteren Quarkfüllung. Aber eben keine Schwarzwälder Zupflinzer. Sowieso bin ich großer Fan, ein Glas Schattenmorellein in Kuchenware zu verbasteln - deshalb habe ich euch 4 Vorschläge aus meinem Sammelsurium herausgesucht.
 
Meine Geschmackssynapsen waren bei der Verkostung übrigens mehr als zufrieden mit mir: super lecker - immer noch das Beste, wenn man selbst bäckt! 
 
Geschwister im Blog-Universum für alle Käsekuchen-Nicht-Muffel sind by the way:


Zutaten - 1 Springform:

Teig:
200g Mehl*
100g gemahlene Mandeln
30g Kakao
150g Butter, kalt
120g Rohrzucker
2 TL Back-Pulver
1 Ei
1 Pr Salz
1/4 TL Nelke, gemahlen
1 TL Zimt, gemahlen
1/4 TL Kardamom
2 EL Kirschwasser

Quarkfüllung:
300g Quark
100g Crème fraîche
2 Eier
20g Speisestärke
80g Rohrzucker
1P Vanillezucker

4 EL Kirsch-Marmelade 

1 Glas Schattenmorellen, gut abgetropft

Zubereitung:

Schattenmorellen gut abtropfen lassen.

Aus den Zutaten für den Schokoteig mit den Knethaken des Rührgeräts einen homogenen Teig kneten und eingewickelt kurz kühl stellen, bis er sich leichter verarbeiten lässt. Eine Springform buttern. Die großzügigere Hälfte des Teiges (m: etwa 300g Teig habe ich für die Streusel übriggelassen) auswellen und die Springform mit Rand damit auskleiden. Springform für ca. 10min in die Tiefkühle stellen, den Streuselteig kalt stellen.

Ofen auf 180 (O/U-Hitze) vorheizen.

Währenddessen die Quarkmasse zubereiten. Dafür alle Zutaten klümpchenfrei und sorgfältig verrühren.

Den Boden des Kuchens mit Marmelade bestreichen. Die abgetropften Kirschen darauf verteilen. Die Quarkmasse gleichmässig darauf verteilen und etwas glatt streichen. Den restlichen Streuselteig in großen Stücken abzupfen und auf der Kuchenoberfläche verteilen.

1 Stunde backen.

Dann in der Form auskühlen lassen. Dann aus der Form lösen und mit Puderzucker bestäuben. Der Kuchen schmeckt (mir) am besten gekühlt.

Anmerkung m: Ich habe 25g des Mehl mit Haferflocken ersetzt - damit die Streusel später crunchy werden - muss man aber nicht machen. Der Kuchen funktionert auch, wenn man ihn ohne Kirschen backt. Wer mag, kann auch anstelle des Teiges die Kirschen mit Kirschwasser marinieren. Und wenn man die Nüsse im Teig durch Mehl ersetzt, wird der Kuchen auch gut - nur anders.


 

Kuchen backen leicht gemacht mit einem Glas Schattenmorellen:


      

      

Base-Jumper: die Tarte für alle Fälle

Sonntag, 7. Juli 2019


Die Überschrift klingt zweideutig fies, oder? Nun, Extremsport und ich.... das gibt kein Match. Ich verstehe die Kameraden einfach nicht. Ich kann's nicht nachvollziehen. Für mich sind das Gefühlskrüppel, die den ultimativen Adrenalinkick brauchen, um überhaupt noch etwas zu spüren. Tote Hose total... innerlich. Man muss alles, was man hat, in die Waagschale legen - bref: das eigene Leben - damit es irgendwo noch ein wenig kitzelt. Nicht wirklich die Type, auf die ich abfahre. In diesem Interview mit einem Ex-Jumper kann man gut nachlesen, dass da eindeutig emotional ordentlich was hakt - daraus resultiert dann ein Suchtverhalten...

Und diesem Draufgängertum für ein Stück Fame auf den Social Media kann ich sowieso nichts abgewinnen. Was soll das? Man kann wohl auch mit einer anderen Haltung an ein solches Hobby rangehen (Pauschalurteile funktionieren halt nie): das zeigt die verunglückte Susanne - an der Gefahr ändert das nichts. Tja, aber echt jetzt? Für Sport, Fun, Rausch oder Adrenalin soviel Risiko eingehen? Das steht dann dafür, wenn man daran krepiert?

Also wenn das eigene Leben schon aufs Spiel setzen (was ich absichtlich - wie ja nun ausgeführt - sowieso für äußerst fragwürdig halte - das Leben ist schließlich lebensgefährlich genug - aber halt *wenn*), dann schon eher aus tiefster Neugier. Genauer gesagt, wenn alles auf Rot sezten, dann für die Ultima-Ratio-Frage schlechthin: *Was kommt nach dem Tod*. Eine Frage, die sich unter anderem die Logen gestellt haben. So soll einst unter den Freimaurern ein Einweihungsriten vollzogen worden sein (Goethe wird dies nachgesagt), bei denen man bei lebendigem Leib begraben wurde. Entweder man ging dabei drauf, oder wurde verrückt oder es ging einem ein Licht auf. Viel mehr Möglichkeiten gab es nicht. Waghalsig. Sehr waghalsig. Aber die Motivation leuchtet mir mehr ein.

Womit wir bei einem Pudelskern gelandet wären (s. wie weiter oben bei Susanne): die Motivation. Was treibt wen zu was?! Bon, auch dem Habib mit seinen vielen Wüstendurchquerungen (ohne Piste, ohne GPS) wurde gerne nachgesagt, dass man die Gefahr ja nicht extra suchen muss - ein solcher darf sich dann nicht wundern, wenn er darin untergeht. Der pure Leichtsinn also, wer das Glück so herausfordert.

Ja, tatsächlich spielen bei Gelingen oder Misslingen solcher *hochkarätiger Unternehmungen* definitiv mehrere Faktoren mit. Ein günstiger Moment. Gute Vorbereitung. Gottesfurcht. Gesunde Selbsteinschätzung... Alles kein Garant. Aber eine super Gelegenheit, mal wieder einen Liebling unter meinen Kalendersprüchen abzusetzen: *Mut besteht nicht darin, die Gefahr blind zu übersehen, sondern sehend zu überwinden.* Ja, Baby! Überwindung und Bewußtsein. Immer gute Stichwörter!

 
Als echter Garant für eine Basic-Tarte stellte sich dieses Modell heraus. Kardamom scheint mir ein Schätzchen zu sein, bei der alle *Hurra* rufen. Und welches immernoch ein leichtes Erstaunen in unseren Breitengraten hervorruft (ohhh,  ist da Kardamom drinne?) - was heutzutage in unserer abgebrühten *Habe-schon-alles-gesehen-und-alles-erlebt-Gesellschaft* SEHR viel ist. Auch die leicht marzipanige Mandelcrème finde ich ganz ausgezeichnet - ebenfalls zu sämtlichem Obst. Für mich sosehr ein Keeper wie ein echter Allrounder, diese Tarte! Und die Aprikose als Tartebelag fasziniert mich eh: egal ob Thymian, Rosmarin oder Lavendel - zu Aprikose gesellen sich alle herbes de provence gerne!
 
Zutaten - 1 Tarte:

240g Mehl*
120g Butter
30g Rohrzucker
1 Ei
wenig kaltes Wasser
(je nach Wunsch/ Obst:
Tonkabohnen-Abrieb
Limettenschalen-Abrieb
Vanille...)*

140g gemahlene Mandeln*
80g Butter, weich
75g Rohrzucker*
2 Eier
7 grüne Kardamomkapseln*

+/-500g Obst (entsteinte Kirschen, Aprikosen...)
 


Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Tarteboden einen homogenen Teig kneten und mindestens 1 Stunde kühl stellen. Tarteform buttern, Teig auswellen, Tarteform mit einem Rand auskleiden, mit einer Gabel mehrfach einstechen, in eine Tüte packen und etwa 30min in die Tiefkühle stellen (m: gerne über Nacht)

Ofen auf 200° (Umluft) vorheizen. Tarteboden mit Backpapier auskleiden und mit Hülsenfrüchte beschweren und 10 min in den Ofen schieben. Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen und bei 190° weitere 10min backen.

Währenddessen die Kardamomkapseln öffnen, die schwarzen Kerne daraus entfernen und mit 1 EL Zucker fein mörsern. Eier, Mandeln, Butter, Zucker und Kardamom mit Hilfe eines Handrührers verrühren (braucht nicht weiter ausführlich sein), die Crème auf dem Boden verstreichen, das entkernte/ entsteinte/ vorbereitete Obst darauf verteilen und für weitere 30min bei 180° backen. Abkühlen lassen und dann: genießen.

Anmerkung m: Je nach Obstsorte kann man den Tarteboden parfümieren (bei Kirschen nahm ich Limette, bei Aprikose Tonka... als Bsp)/ eine weitere dicke Empfehlung: ruhig mal anteilig oder ganz Vollkornmehl verwenden. 

Für die Crème finde ich ungeschälte, gemahlene Mandeln (im Vergleich mit den geschälten) die bessere Wahl. Zuckermäuler können den Zucker auf 100g erhöhen. Für die Aprikosen-Tarte nahm ich zusätzlich 1 EL fein geschnittene Lavendelblätter. Außerdem gab ich noch 1 EL Amaretto dazu - optional, versteht sich! Obst kann man mengenmäßig dem anpassen, was man hat - die Tarte verträgt mehr oder weniger Obst gut. Ach und: am nächsten Tag, wenn die Gewürze durchgezogen sind und die Tarte gut gekühlt ist, entwickelt sie erst richtig ihren Reiz!



Geschwister im hauseigenen Blog-Universum (u.a.):






Schicksalstag: Schneewittchen-Torte

Montag, 1. Oktober 2018


Was ist Wahrheit? Was ist Liebe? Was Schicksal? Was Zufall? Was Gott?

Das sind eigentlich alles keine Fragen, die als Diskussionsgrundlage dienen könnten. Es kommt halt drauf an...

Einer meiner *zu Tisch mit...*-Erlesenen, Moritz Bleibtreu, gab dieses Jahr in einem Interview folgende Antwort: *Ich bin ein sehr gläubiger Mensch. Allerdings verachte ich die Kirche. [...] Ich habe unlängst mit meinem neunjährigen Sohn über Gott geredet. Und da sagte ich ihm, dass ich es toll fände, wenn jeder für sich seinen eigenen Gott definieren würde. Da wäre doch die Welt viel schöner und bunter. Da könnten wir uns doch alle untereinander austauschen.*

Mir hat sofort gefallen, dass Moritz seinen eigenen Weg sucht und sich nicht an Vorgaben oder Trampelwegen orientiert. Exakt mein Ansatz, nämlich der der Individualität und damit der Freiheit. So nur dürfen andere anders sein. Überhaupt bin ich fest davon überzeugt, dass genau das der Schlüssel zu nahezu allem ist: die höchstpersönliche, individuelle Erfahrung. Die eigene Neugier. Ohne die fehlt einem das nötige Erlebnis und die damit einhergehende Einsicht. Ohne eigene Erfahrung kann einem - ganz wie es etwa die Esoterik so hübsch betreibt - jeder alles erzählen. Es reicht einfach nicht, über die Liebe ein Buch gelesen zu haben. Es braucht die Erfahrung. Bon, vermutlich muß man dennoch kategorisch zwischen zwei Typen Mensch unterscheiden. *Es gibt nur zwei Arten zu leben. Entweder so als wäre nichts ein Wunder oder so als wäre alles ein Wunder*, sagt Einstein. Nicht alle Türen stehen allen offen.

Die Begegnung mit dem Habib war mein Kismet. Maktub. Eine feste Säule. Die große Wende. Ich wußte es sofort, weil mir das erste Zusammentreffen den Atem nahm. *Du bist atemberaubend* - das habe ich nur ein einziges Mal in meinem Leben erlebt. Und ich bin SO froh, dass auf meine Sinne Verlaß war. Keinen Wimpernschlag zögerte ich, alles Vertrauen auf diese eine Person zu setzen. Man hielt mich damals für verrückt.

Selbst wenn ich versuchen kann, Erklärungen zu finden, nötigt mich meine eigene Geschichte immernoch zum Staunen. Eben weil ich erlebt habe, dass es eine viel größere Weisheit gibt, als die, die ich nur erahnen kann, die des Magnetismus. *Magnetes Geheimnis, erkläre mir das! / Kein größer Geheimnis als Lieb und Haß* (Goethe). Wie konnte es sein, dass ich mich in den Habib verliebte? Hinweg über die Konvention, dass man sich einen Partner ungefähr gleichen Alters sucht. Ihr entschuldigt, aber auch dafür lasse  ich mir wieder helfen. *Gegen große Vorzüge eines anderen gibt es kein Rettungsmittel als die Liebe (Goethe). Herz zieht mit Kopf am gleichen Tauende.

Was lasse ich mir gerne Kennenlerngeschichten erzählen. Sie sind so vielfältig, so unendlich unterschiedlich, so schicksalshaft, so unerklärlich. Zwei sich kreuzende Wege, die für zwei Menschen Epoche machen. Märchenhafter Zufall. Oder wie nennt ihr das?

Logisch, dazu braucht es einen süßen, ebenfalls märchenhaften Support: die Schneewittchen-Torte, die so rot wie Blut, so weiß wie Schnee und so schwarz wie Ebenholz ist. Es ist eine Torte für Einsteiger, eine Torte für Unambitionierte, für Blender, für Angeber ohne viel Können - also die perfekte Torte für jemanden wie mich. Ich hob sie mir auf, für eine kleine deutsche Kuchentafel hier in Frankreich. Wohlwissend, dass die Fränzis die *Kaffee-und-Kuchen-Exotik* sowieso nicht zu schätzen wissen. Den Boden kennt ihr ähnlich bereits: es ist eine Abwandlung von diesem Blog-Buster-Marmorkuchen. Eine grundsolide, geschichtete Kombi, machbar selbst mit zwei linken Händen und ohne eine einzige Tülle aber mit Effekt auf dem Teller. Wer mag mit Assoziation zur legendären Schwarzwälderkirsch...



Zutaten - Springform /Tortenring:

150g Mehl
1 TL Back-Pluver
1 Pr Salz
125g Butter
125g Zucker
3 Eier (klein, oder 2 große)
60ml Sahne
2 EL Nutella
1 EL Kakao
50g gehackte Schokolade (70%)
Tonka-Bohne
1 Msp Nelke, gemahlen
1/2 TL Kardamom
1 Glas Sauerkirschen
1 EL Kirsch

200g Sahne
400g Quark
50g Mascarpone
50g Puderzucker
5 Blatt Gelatine
4 EL Orangensaft, frisch

250ml Kirschsaft (von Kirschen im Glas)
1 Päckchen roter Tortenguß

Zubereitung:

Ofen auf 175° (O/U-Hitze) vorheizen.
Kirschen abschütten und gut abtropfen lassen. Saft auffangen und für später zur Seite stellen. Wer mag mariniert die Kirschen mit 1-2 EL Kirsch-Schnaps.

Mehl, Backpulver und Salz durchsieben und beiseite stellen. Schokolade hacken. Eine Springform von 26cm Durchmesser buttern und mehlen.

Butter, Zucker und Tonkabohne schaumig rühren. Eier nacheinander einrühren bis die Masse hellcremig ist. Sahne einrühren. Mehlmischung gerade so lange einrühren, bis ein homogener Teig entstanden ist.

Den Teig auf 2 Schüsseln aufteilen. In die eine Hälfte das Nutella, das Kakao-Pulver, die Schokoladenstückchen und den Kardamom sowie die Prise Nelkenpulver einrühren.  In die Springform zuerst den hellen, dann den dunklen Teig einfüllen - zuletzt die Kirschen darauf verteilen und die Oberfläche glatt streichen (dabei die Kirschen etwas in den Teig drücken). Etwa 35-40 Minuten backen. Auskühlen lassen.

Den Kuchen auf eine Platte umsetzen und mit einem Springring versehen. Die Gelatineblätter in Wasser einweichen. Die Sahne steif schlagen. Quark mit Mascarpone und Puderzucker verrühren. Die Gelatine ausdrücken und mit dem Orangensaft auf kleiner Flamme in einem kleinen Topf auflösen. Zuerst mit 2-3EL Quark gut vermengen, dann mit dem restlichen Quark. Zuletzt die Sahne untermischen.

Nun nur noch nach Packungsanweisung den roten Tortenguß mit dem Kirschsaft herstellen, etwas abkühlen lassen, dann mit einem Eßlöffel auf der Quarkmasse verteilen und glatt streichen. Kühl stellen - am besten über Nacht. Um den Tortenring zu lösen, mit einem Messer daran entlang fahren. Zum Aufteilen der Kuchenstücke habe ich ein entsprechendes Kuchengitter auf den ausgekühlten Torgenguß gedrückt.

Inspiration: CK


anders: vollmundiger Schokoladen-Gugelhupf Brownie-Pudding-Style... plus

Montag, 7. Mai 2018


Andere sind anders und das Leben in der Stadt ist es auch. Was gut so ist - es will ja keiner, dass alle aufs Land ziehen. Gott bewahre. Jedem sein Biotop!

Gerade komme ich zurück von dem Besuch einer süddeutschen Stadt. Keine Millionenstadt, nein, nein, allgemein mit provinziellem Ruf und für chinesische Verhältnisse wohl eher dörflich einzuordnen. Ganz klar, in Tokio in der U-Bahn geht es nochmals GANZ anders zu. Ich bin dennoch geflasht. Denn alles in allem war das ein äußerst stressiges Unterfangen. Als müßte ich mich auf einen Schlag in einen Ameisenhaufen einfügen. So als Landei bin ich deutlich mehr Spielraum um mich gewöhnt, so oft steht mir hier niemand in der Aura - wenn ihr versteht, was ich meine.

Der Süden Deutschlands scheint mir eindeutig zu dicht besiedelt. Anders kann ich mir manche Verhaltensweisen nicht erklären. Himmel, was Unfreundlichkeit. Von den aggressiven Zuständen auf der Autobahn will ich erst gar nicht anfangen. In Situationen befand ich mich, tsss, ich habe gestaunt. An der Kasse etwa wechselte ich noch ein Wort mit der Kassiererin, um daraufhin von hinten derart massiv dumm angemacht worden, dass ich ihn mir mit: *Hey, du Stresser, bleibe in deinem Tanzbereich* vom Leib halten mußte. Wegen 20 Sekunden Warterei. Hallo??? Schmallippige, verspannte, graue Gesichter - zu viele davon. Und richtig wundern tuts mich nicht... denke ich etwa an Geschichten wie die von Maximilian. Das System gibts vor.

Jaha, protestiert jetzt der ein oder andere, völlig subjektive Wahrnehmung, zu *mir* sind alle immer nett. Okay, mag ja sein. Nur werfe ich in die Waagschale, dass ich mit erhobenem Haupt und wachen Augen durch die Menge gehe. Auf dem Land macht man das nämlich so, wenn man unterwegs ist. Sonst ist Jaqueline nachher wieder sauer, dass ich sie übersehen und nicht gegrüßt habe. Und lebt ihr doch erst einmal ein paar Jahre ausgenüchtert in dieser Weite - vielleicht würde euch dann gleichfalls das ein oder andere Verquere im Miteinander auffallen oder anstrengen.

Fest steht: ich bin unleugbar mittlerweile zu sehr ausgewildert, um mich im Urbanen wieder einzufinden. Das ist mir definitiv zu stressig. Denn was mich doch sehr fasziniert ist, wie schnell mich dieses schnelllebige Umfeld aus meinem Chi kippt. Nix mehr mit innerer Mitte und Zen total. Wirklich zu schade, dass man sich solch einen Zustand nicht auf Vorrat eintüten kann - sonst könnte ich ja vorsorgen. Leider gilt halt auch hier das alte Motto: *mitgehangen-mitgefangen*. 

Tja und so oft kann ich gar nicht durch die Nase einamten und durch den Mund aus, oder darauf achten, dass ich den Punkt zwischen den Augen nicht verspanne oder nicht mit dem Zähnenknirschen beginne, innerlich *Ommm* machen, in die Sauna gehen, mir was Hübsches zum Anziehen shoppen oder eine schöne Ausstellung besuchen, wie mich diese Hochfrequenz in der Stadt und diese Massenwuselei Energie kostet. Da reicht mir der Besuch ab und an völlig. Dann arbeite ich eine große Liste voller Besorgungen ab, begegne wertgeschätzten Menschen wieder und nehme sehr gerne ein kulturelles oder sportliches Angebot mit. Und anschließend flüchte ich wieder in unsere Einsiedelei, wo ich - nun bewiesenermaßen - hingehöre...
Anders  würde ich auch diesen Kuchen bezeichnen - mit dem ich die Zeilen ein wenig aufzucker. Es ist ja nicht mein Anliegen, irgendwelche Scharmützel mit der Stadtbevölkerung loszutreten - ich erzähle lediglich eine höchstpersönliche Geschichte, wie man das halt so macht auf Blogs. Sehr irritierte mich die Zubereitung dieses Gugls: Milch aufkochen, Schokolade darin schmelzen lassen - ich war mir nicht sicher, ob mir auf diese Weise tatsächlich ein Kuchen auf der Form fallen sollte. Funktioniert aber, wenn gleich die Konsistenz sehr ungewöhnlich ist: ungewöhnlich saftig! Ich fand ihn toll - die treue Leserschaft weiß: ich stehe auf gatschige Kuchen!

Zutaten - 1 Gugelhupf-Form:

350 ml Milch
250 g Butter
200 g Zartbitterschokolade, grob gehackt
280 g braunen Zucker*
(m: mit Vanillezucker versetzt)
2 Eier
275 g Mehl
30 g Kakaopulver
1/2 TL Kardamom
1 TL Backpulver

optional
1 Glas Kirschen
50g gehackte Mandeln

Zubereitung:

Den Backofen auf 160°C  (O/U-Hitze) vorheizen. Eine Gugelhupf-Form buttern und mit Mehl bestäuben.

Die Milch und die Butter in einen größeren Topf geben und einmal unter gelegentlichem Rühren aufkochen lassen

Paralell dazu die Schokolade grob hacken. Sobald die Milch einmal aufgekocht ist, die Schokolade hinzufügen. Den Topf vom Herd ziehen und 10 Minuten ruhen lassen - dann glatt rühren.

Zucker sowie die Eier unter rühren, dann Mehl, Kakaopulver und Backpulver hinzu geben und alles glatt rühren. (wer mag verwendet eine Rührschüssel - die anderen verwenden für das Mischen des Teigs den Topf).

Den Teig in die vorbereitete Gugelhupfform füllen und im vorgeheizten Backofen etwa 50 – 60 Minuten backen (Stäbchen-Probe).

Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und 15 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann vorsichtig an den Rändern von der Form lösen und auf eine Kuchenplatte stürzen. Komplett abkühlen lassen. Mit Puderzucker bestäuben.

*Anmerkung m: Die Zuckermenge habe ich deutlich reduziert, auch habe ich nur Rohrzucker statt der angegebenen Mischung aus Rohrzucker und weißem Zucker verwendet. Die Schattenmorellen ließ ich sehr gut abtropfen und mischte 2/3 unter den Teig - das letzte Drittel gab ich erst am Schluß in der Form darübe. Auch hatte ich 50g Mandelblättchen zugefügt - das nächste Mal dann gehackte Mandel - beides ist optional! 

Der Gugl kann durchaus lockerer geraten wie bei mir - s. etwa bei Becky's Diner. Ich mochte allerdings die eigenwillige Konsistenz sehr gerne.

Inspiration: *Meine feine Chocolaterie* - s. auch Becky's Diner


Schneeflöckchen: Schoko-Schnee-Kugeln

Freitag, 24. November 2017


Wenn ich eines bedauere an der Kinderlosigkeit, dann sind das die *gängigen Rosinen*. Ihr wißt schon, so Dinge wie etwa Märchen-Vorlesen und gemeinsam mit den Kleinen zu singen. Gut, letzteres kompensiere ich ein wenig damit, dass unsere Feriengäste-Kinder sich ein Eis ersingen können. Und außerdem war ich ja für eine paar Jahre Teilzeit-Mama - mein Ex brachte ein Kind mit in die Beziehung. Das ein oder andere konnte ich schon miterleben...

Oder so Geschichten wie Sankt Martinksumzug. Hey, das MUSS man doch mögen. Mich kann man nachts aufwecken und ich singe dir wirklich jederzeit *Sonne, Mond und Sterne* textsicher. So konnte ich die Gelegenheit nicht an mir vorbeiziehen lassen, als ich mich genau zu der Laternen-Spaziergangszeit in Deutschland aufhielt. Gut - manches ist am Schluß in der Vorstellung deutlich hübscher. Das Wetter zeigte sich an diesem Abend kalt-feucht-stürmisch, bref: grauslig. Das nimmt eindeutig ne dicke Scheibe von der Stimmung. Allein jedoch für den noch nie gesehenen Triple aus Zauberstab, Laterne und Glücksbringer lohnte sich das mitlaufende Mitsingen allemal. 

Was ich aber einfach nur fürchterlich fand - da erinnere ich mich nur zu gut - das war das erste gemeinsame Plätzchbacken mit Petito. Himmel, der war einfach noch zu klein und mir wäre fast der Geduldsfaden gerissen. Alleine nur das Plätzchen bepinseln mit Eigelb ging STUNDEN. Vielleicht habe ich einen bleibenden Schaden davon getragen? Oder er? Man weiß es nicht. Fakt ist: unkomplizierte, grobmotorische Plätzchen-Rezepte ziehe ich allen anderen vor. So wie diese hier, die ihren Tüv bereits vor 6 Jahren eingeholt haben sowohl bei Christina wie Juliane. Ich griff nur etwas mehr in die Gewürzkiste. Schön flauschig, diese Schoko-Plätzchen, mir gefallen sie sehr gut. Und weil ich sehe, dass schon kräftig nach Plätzchen geguckt wird (sehr beliebt bei euch - zurecht - die Hildas und DIE Linzer), hier der Link zur kompletten Plätzchen-Kiste - zusätzlich ediert mit den Plätzchen vom letzten Advent (voller Service hier, oder).



Zutaten - ergibt ca. 35 Stück (m: ca. 42):

100g Schokolade (50% Kakao)
50g Butter
1 Ei
1 Eigelb
60g Zucker
100g Mehl
1 EL  Kakao
1/4 TL Backpulver
Salz
1 (kleiner) TL gemahlener Zimt
1 Msp Nelke, gemahlen
1/4 TL Kardamom
1 EL Kirsch
ca. 60g Puderzucker zum Wälzen

Zubereitung:

Schokolade hacken und mit der Butter im Wasserbad schmelzen. Abkühlen lassen, in eine Schüssel umfüllen. Ei, Eigelb und Zucker zur Schokolade geben und unterrühren. In einer zweiten Schüssel Mehl, Kakao, Backpulver, Zimt samt restlichen Gewürzen, Kirsch und eine Prise Salz miteinander vermengen. Zur Schokoladenmasse geben, vermischen. Den Teig 2 Stunden im Kühlschrank kaltstellen. Vor dem Kaltstellen ist der Teig sehr dünn und flüssig, durch das Kühlen wird er deutlich härter und lässt sich anschließend prima weiterverarbeiten!

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Backofen auf 170 Grad vorheizen.

Puderzucker in einen tiefen Teller sieben. Mit der Hand aus dem Teig walnussgroße Stücke abnehmen und zu Kugeln formen (m: etwas kleiner geformt). Großzügig im Puderzucker wälzen und die Teigkugeln mit ca. 4 cm Abstand zueinander auf das Backblech setzen. Im heißen Backofen auf der mittleren Schiene ca. 14 Minuten backen (m: nur 12 min backen lassen, weil ja etwas kleiner). Herausnehmen, Kugeln auf dem Backblech etwas abkühlen lassen, dann vorsichtig herunterheben und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

In mit Backpapier ausgelegten Metalldosen aufbewahren, damit die Plätzchen weich und zart bleiben

Quelle: Christina von *Feines Gemüse*, bzw. Juliane von *Schöner Tag noch*

Im Vergleich: Eierlikör- Kirsch-Gugelhupf

Montag, 18. April 2016

Für mich ist der Vergleich eines meiner liebsten Einordnungsmittel. Welche Bezüge tun sich für mich auf, wo kann ich wie irgendetwas im schwebenden Raum für mich in eine momentane Feste bringen. So wird Erlebnis für mich andauernd. Wertig. Erinnerungsfähig.

Mir war so nach gutem, deutschem Rührkuchen. Den, mit dem schönen Namen Gugelhupf. Und vom Netz ließ ich mich dann zu diesem überreden - auch weil alle hier so synchron die Applaus-Robbe gemacht haben. Kirschen und Mohn in einem Kuchen sollten ja ne Bank sein. Tja und ein weiterer Grund: weil nicht erst seit letzten Ostern eine Flasche Eierlikör im Regal vor sich hin wartet.

Indeed (nach dem Verkosten) wirklich ein so saftig wie lockerer Gugl - da hat die Masse recht. Nur speckig ist mir einfach lieber (liegt vielleicht am Öl anstelle von Butter). Und halt überhaupt. Im Vergleich. Mit Kirschen etwa finde ich diesen Kuchen einfach hittiger. Deutlich. Oder mit Mohn den. Oder unter den Gugeln diesen. Oder diesen. Alle die Nase vorn.

So ist das eben, wenn man schon länger bei etwas dabei bleibt (manche nennen es Alter). Da wird das Raster gröber. Man weiß deutlicher und schneller, was man mag. Und was nicht. En général. Grundeigentlich hatte ich die vier Kuchen sowieso zuerst im Kopf. Aber für den Blog - ja für euch - habe ich mal wieder etwas Neues ausprobieren wollen. Nun ists an euch, den Vergleich anzustellen. Dafür müßt ihr euch nur durch fünf Kuchen backen. Ich freue mich auf eine fundierte Debatte ;)  
(Edit: mußte das Rezept heute bereits weitergeben)
Zutaten - eine Gugelhupf-Form:

1 Glas Schattenmorellen (370ml)
25g Mehl
5 Eier
200g Zucker (m: Rohrzucker, feinst gemahlen)
250ml Eierlikör
250ml Öl (m: Sonnenblume)
275g Mehl
1 Pr Salz
1Päckchen Backuplver
50g Mohlen (gemahlen, bzw. gequetscht)

Butter und Mehl für die Form

Zubereitung:

Die Kirschen aus dem Glas gut abtropfen lassen, trocken tupfen und mit den 25gMehl bestäuben. Eier, Zucker und die Prise Salz mit Hilfe des Handrührgeräts dickschaumig aufschlagen.

Öl sowie Eierlikör langsam unterrühren. Das Mehl zusammen mit dem Backpulver sieben und unter den Teig mischen. Den Teig halbieren. Unter die eine Hälfte den Mohn rühren und unter die andere die Kirschen. Die Backform fetten und bemehlen und abwechselnd die beiden Teige einfüllen.

Den Ofen rechtzeitig auf 175° (O/U-Hitze) vorheizen und den Kuchen 60-70min (m: 64min) backen. 20min in der Form auskühlen lassen, dann stürzen und komplett auskühlen lassen. Mit Puderzucker bestäuben.
Quelle: Lecker

Ablenkungsmanöver für Ausreißer

Mittwoch, 24. Juni 2015

Klar fehlt mir manchmal die Stadt. Ich bilde mir ein, dort könnte ein Coiffeur auf mich warten, der mir DIE Friese fürs Leben verpaßt. Oder mal wieder so richtig eine Nacht durchtanzen. Von mir aus auch gleich morgens auf einer dieser *before work partys*. Ohja - das wär' schon was. In einem Laden mit schönen Postkarten stöbern - vielleicht würde ich mich dann doch zu einer anständigen Brieffreundin mausern. Oderoder.

Aber jetzt mal ganz unverblümt: gerade käme Stadt einer Strafe gleich. Bei uns hat der Sommer längst vor seinem offizielen Datum begonnen. Ich laufe barfuß, ich schlafe mit offenem Fenster, ich wache vor Sonnenaufgang auf und sitzen wir im café, fühlen wir uns selbst wie im Urlaub. Das ist haargenau die Zeit, in der ich mich drinnen eingesperrt fühle. Und meine Frisur, die ich mir für den Rest meiner Tage wünsche, kann ruhig was warten.

Es sind die kleinen Momente, die ich gerade so genieße. Und nicht eintauschen möchte. Vorhin beim Himbeerpflücken. Nie schmecken die Himbeeren besser, als wenn man sie noch sonnenwarm vom Strauch direkt in den Mund schiebt. Dann komme ich mir alterslos vor. Ein unglaublich leichtes Gefühl. Um euch davon ein bißchen abzugeben, habe ich euch meine liebsten Lieblingsrezepte - selbst getestet und gegessen - für den Früchteswinger zusammengesammelt. Hauptdarsteller: Johannisbeeren, Kirschen, Himbeeren, Aprikosen, Erdbeeren, Blaubeeren...

http://salzkorn.blogspot.fr/2013/07/das-ultimative-erdbeer-eis.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2012/06/tarte-rustique-aux-cerises-et.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/06/tarte-rustique-zum-fruchte-swinger.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2014/06/strawberryfields-forever-tarte-mit.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/08/johannisbeer-muffins-mit-quark-und.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2015/05/versuter-sonntag-rhabarber-johannisbeer.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2013/07/erinnerung-die-zweite-kirschenplotzer.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/06/strawberryfields-forever-tarte-mit.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2013/02/fruhlingsfrische-tarte-aux-groseilles.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2012/03/lilablassblau-brombeer-ricotta-tortchen.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2013/07/troibles-tortle.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2015/06/festspiele-doppeldecker-beerentortchen.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2013/06/schneeweichen-und-rosenrot-buttermilch.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/05/les-fraises-du-jardin-sur-le-sable.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/06/clafoutis-aux-cerises-de-anne-sophie-pic.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2011/07/blaubeer-tarte-mit-minze-und.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2012/08/aprikosentarte-mit-lavendel-zum-dritten.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2012/05/huschhusch-ins-korbchen-erdbeer.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2014/07/himmelstochter-und-ihre-gestirne.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2015/06/traubleskuchen-nach-douce-steiner-fur.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2012/08/tarte-aux-peches-avec-du-sucre-de.html


Das Ganze dient mir als geschicktes Ablenkungsmanöver, weil ich anstandshalber noch die Posts verlinke, die ich in kürzester Kürze löschen werde. Ich bitte um pietätvollen Umgang mit diesen Beiträgen und davon abzusehen, diese postum zu kommentieren  ;). Zu der ersten Auswahl zählen:


aber zuerst tausche ich bei einigen Rezepten die Bilder und dann gehts weiter mit dem Federlesen...