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von unten bestätigt: Pasta con le sarde

Mittwoch, 1. Juni 2016

Während seiner Zeit als Architekt in Algerien schuftete sich der Habib immer wieder freie Phasen zusammen, um seine Abenteuerlust in der Wüste auszuleben. So kam es, dass er bei einem Konflikt zwischen der algerischen Regierung und den Tuareg als Vermittler eingesetzt wurde.

Der Habib kann ganz wunderbare Geschichten von den Tuareg erzählen, dass sowohl Groß wie Klein an seinen Lippen hängen. Meine Lieblingsgeschichte handelt von einer Hochzeitsfeierlichkeit über mehrere Tage, zu der der Habib geladen war. Das Wüstenvolk der Tuareg weist eine Jahrhunderte alte Geschichte auf - beispielsweise haben sie eine  der ältesten Schriften der Welt entwickelt. Die Masighen selbst nennen sich "Imazighen" ("freie Menschen"). Ganz typisch etwa ist auch die starke Position der Frauen in diesem Nomadenvolk, die im Gegensatz zu den Männern unverschleiert sind. Viele ihrer Bräuche und Traditionen faszinieren sehr. Ihre Gesellschaft ist streng hierarchisch in Kasten gegliedert. In Wahlen muß die unterste Kaste die oberste bestätigen - eine sinnvolle Abhängigkeit, wenn man einen Faible für echte demokratische Strukuren hat.

Sehr ähnlich wie in dieser Pasta. Die Sardine gehört schon immer zu den billigsten Fischen überhaupt. Selbst heute zahlt man für vier mittelkleine Sardinen gerade mal einen Euro. In diesem sizilianischen Nudelgericht werden sie mit einem dem teuersten Gewürze kombiniert, dem Safran. Gerade dieser Gegensatz macht den Reiz dieser süß-herben Pasta.
Zutaten*:

6 Sardellenfilets in Öl
100 g Semmelbrösel
80 ml natives Olivenöl extra
1 mittelgroße Zwiebel, gehackt
50 ml Weißwein
(m: auch einen Spritzer Noilly Prat)
2 EL ‘strattu oder 1 ½ Tomatenmark (m: Ofentomaten)
2 EL Tomatenmark
8 frische Sardinenfilets
30 g Sultaninen
30 g Pinienkerne
1 kräftige Prise Safranfaden (etwa 20 Stück)
3 wilde Fenchelzweige, fein gehackt, oder 1 TL Fenchelsamen, in etwas Wasser eingeweicht (siehe Rezepteinleitung)
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
200 g Pasta, beispielsweise Bucatini

Zubereitung:

Sardellen in Öl, falls verwendet, abtropfen lassen.

Die Semmelbrösel in einer Pfanne ohne Zugabe von Fett bei mittlerer Hitze rösten, bis sie zwar kräftig gebräunt, aber nicht angebrannt sind.

In einem Topf 60 Milliliter Olivenöl erhitzen und die Zwiebel unter häufigem Rühren ohne Farbe weich schwitzen. Die Sardellen hinzufügen und rühren, bis sie zerfallen. Wein dazugießen und aufkochen lassen, damit etwas Alkohol verdampft. Das ‘strattu oder Tomatenmark und so viel Wasser einrühren, dass die Mischung eine saucenartige Konsistenz bekommt. Sardinenfilets, Sultaninen, Pinienkerne, Safran und wilden Fenchel oder Fenchelsamen hinzufügen. Behutsam durchmischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und 10 Minuten köcheln lassen.

Reichlich Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, salzen und die Pasta al dente garen (dafür von der auf der Packung angegebenen Garzeit etwa 1 Minute abziehen). Abseihen, dabei einen Teil des Kochwassers auffangen. Die Pasta zur Sardinensauce geben und durchmischen, dabei nach Bedarf ein wenig von dem Kochwasser hinzufügen, um die Sauce etwas aufzulockern. Mit dem restlichen Olivenöl beträufeln und mit den gerösteten Semmelbröseln bestreuen.

*Anmerkung m: Obacht - das Rezept ist ursprünglich für 4 Personen ausgelegt (so stimmt Mischungsverhältnis von Sauce und Pasta) - wir benötigen allerdings mehr als 50g Nudeln pro Person um satt zu werden.
Quelle: Giorgio Locatelli: *Sizilien. Das Kochbuch*  bzw Valentinas Kochbuch

Crème de Sardine au Cognac: Blitzrezept für Blitzsommer

Montag, 23. Juli 2012

Für den deutschen Blitzsommer habe ich ein echtes Blitz-Rezept für euch: ideal, um es sich kulinarisch an frischer Luft mit Ameisen an den Beinen gut gehen zu lassen. Und ohne dafür lang in der Küche gestanden zu haben. Ein knuspriges Baguette, ein paar Oliven, ein paar Kirschtomaten und ihr habt zusammen mit dieser Crème und der Picknick-Decke bereits eine Grundausstattung zusammen. Selbstverständlich ist diese Crème ebenso tauglich als Vorspeise, zum Grillen, als Apéritif,...

Die Anregung dafür habe ich von diesem hübschen französischen Blog *Cuisine-Campagne* (übrigends mit mehreren, veröffentlichen Kochbüchern). Wenn ich solch herrlich inszenierte Blogs sehe, komme ich manchmal doch ins Straucheln, ob ich nicht lieber ein schicker, wenig postender Blog wäre, aber dafür mit mehr Zeit für die Optik? Vielleicht ändere ich das irgendwann...

So, aber ihr wollt vor die Hütte. Also geschwindig eine Dose beste Lieblings-Sardinen erstanden, die Crème gemischt, in ein Bügelglas gefüllt und ab an den See, zum Picknick, in den Park... Raus mit euch!
Zutaten - 2-3 Personen

80-90g Sardinen (in Öl)
2 EL Tomatenmark (m: ofengeröstete Tomaten)
1 EL Cognac
20g weiche Butter (m: weggelassen)
1 EL Olivenöl (m: weggelassen)
20g Frischkäse
(m: etwas Zitronenabrieb)
4 Umdrehungen von roses baies
(= rote Pfefferkörner /m: weggelassen)
Salz, Pfeffer
Chili

Zitronenscheiben als Begleiter

Zubereitung:

Die Sardinen von Haut und anderen Rückständen mit Hilfe eines Messers säubern. Alle Zutaten miteinander pürieren, abschmecken und 2 Stunden im Kühlschrank abkühlen lassen vor dem Servieren.

immer gute Ideen zum Picknicken:

Tarte oder Quiche
Salate
Tarte oder Kuchen
oder noch etwas zum Streichen: Geflügelleber-Mousse

Ach, und noch eine Idee: Wenns dann wieder regnet (JETZT noch nicht drüber nachdenken ;), fangt ihr einfach an, die unwiderstehlichen ofengerösteten Tomaten einzumachen...!!