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Entzauberung - afrikanischer Eintopf

Sonntag, 27. September 2020


*Entzauberung* gehört zu den Erfahrungen, die mir nicht oft passieren - aus dem einfachen Grund weil schnell enflammbare Strohfeuer, die ebenso rasch wie sie auflodern ihr Licht, ihre Wärme und ihren Glanz verlieren, nicht meiner Art entspricht. Umso erstaunter bin ich von mir selbst, dass mir das dieses Jahr mehrfach passierte.

Angefangen hatte es, dass ich in einer dieser Tausch-Buchhandlungen in Thailand *Das Hotel New Hampshire* von John Irving entdeckte und mich daran erinnerte, wie sehr ich es einst mochte. Also eingesteckt und diesen Sommer wieder aufgeschlagen, um nach einem Viertel der Lektüre gernervt aufzugeben. Keine Ahnung, was mich damals faszinierte, jetzt konnte meine Begeisterung so gar nicht geweckt werden. Warum nur hatte mir das Buch beim ersten Mal Lesen gefallen? Vielleicht wäre der gute Teil noch gekommen?

Oder aber Guido-Maria, der meine *zu Tisch mit -Serie* begründete, weil er mich mit seiner fröhlichen, Menschen zugewandten Art, seiner guten Beobachtungsgabe und seinem Mutterwitz zu erheitern wußte. Doch schon bevor das Studio von Shopping-Queen bei Guido-Maria zuhause im Erdgeschoß eingezogen ist, hat sich für mich das Format samt seiner Gallionsfigur tot gelaufen. Der Esprit ist einfach nicht mehr der gleiche...

Anfang des Jahres verlinkte ich auf den Virologen Drosten, den mittlerweile in Deutschland wohl jeder kennt. Ich kann es gar nicht richtig erklären, weshalb ich ihm mein Vertrauen entzogen habe. Frei und unabhängig sollte mein idealer Wissenschaftler arbeiten können - doch jemandem der derart unter Beobachtung der Öffentlichkeit steht, dürfte das wohl schwerlich möglich sein. Mais bon, das dürfen andere gerne anders sehen - das ist lediglich mein subjektiver Eindruck aber eben der Grund, warum ich ihm keine Aufmerksamkeit mehr schenke.

Besonders überraschte mich, wie sehr sich meine Rezeption des Films *Die wunderbare Welt der Amélie* veränderte, den ich mal richtig super fand. Ja, die Hauptdarstellerin Audrey Tautou ist immer noch süß, ebenso hat der Soundtrack gute Momente oder kann man einzelne gute Ideen rauspicken, aber sonst...??? Der Film ist doch völlig überfrachtet, überladen, konfus, voller versprenkelte, verschnörkelte Details, die die eigentliche Geschichte totally erschlagen, vom Hauptgeschehen ablenken und Empathie unmöglich machen. Als wäre der Regisseur ein Messi, der jahrelang wild verschiedenste Schnipsel gesammelte hatte, nichts wegwerfen konnte, um dann ALLE mit Gewalt und wahllos in einem Film unterzubringen.

In dem Moment des erneuten Anguckens kam mir auch, dass ich einen weiteren Film dieses Regisseurs kenne - was mir bis dahin gar nicht bewußt war. Und das sogar von einer Vor-Premiere an einem lauen Sommerabend in einem Nachbarort von uns mitten auf dem idyllischen Dorfplatz (weil der Film teils dort gedreht wurde), und zwar unter der Anwesenheit eben dieses Herrn Regisseurs. Ein Film mit Sophie Marceau (genau, die von *La boum*), der auf deutsch *Vergiß mich nicht* heißt. Genauso überfrachtet, genauso verkopft, genauso an den Haaren herbeigezogen, genauso blutleer, genauso ohne wärmendes Gemüt. Ja, sogar noch etwas schlimmer.

Hey, aber umgekehrt *Verzauberung* hatte ich dieses Jahr auch - was ja nun mindestens den gleichen Seltenheitswert hat. Aber dazu ein anderes Mal...

 

 

Keine Woche ohne Eintopf, das unverzichtbare Durcheinander im Kochtopf, das immer gelingt, immer schmeckt und immer wärmt. Nix Zauber sondern schöner Alltag.


Zutaten 2P:

2 Karotten
1 Süßkartoffel
200g Buschbohnen
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 EL Erdnussbutter
150ml Mandelmich
150g Tomaten-Sugo*
200ml Gemüsebrühe
1 Stück Ingwer, Walnuss-Größe
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Paprika-Pulver  
1-2 TL Senf (m: Savora)
Harissa
1 EL Mango-Chutney
Salz, Pfeffer

 
Deko: gehackte, gesalzene Erdnüsse

Zubereitung:

Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln, Karotten und Süßkartoffel klein schneiden. Die Buschbohnen gipfeln, kleiner schneiden und separat in Salzwasser al dente kochen. Mit kaltem Wasser abschrecken und beiseite stellen.

Parallel die gewürfelte Zwiebel in Kokos-Öl anbraten. Kreuzkümmel und Paprikapulver kurz mitrösten. Passierte Tomaten, feinst gewürfelter Inger, Mandelmilch und Brühe hinzugeben, außerdem die Karotten und 5 Minuten kochen lassen. Dann die Süßkartoffeln zufügen und weitere 10-15min sanft köcheln. Erdnussbutter unterrühren zusammen mit dem Senf.

Die Buschbohnen in den Topf geben, salzen und pfeffern. Mit Mango-Chutney und Harissa abschmecken. Hier kann man - wenn man den Eintopf flüssiger mag - noch etwas Brühe anschütten. Zum Servieren mit gehackten Erdnüssen bestreuen. 

*Anmerkung m: bei uns gab es dazu gekochte Hirse. Wer mag kann die Buschbohnen mit Kidney-Bohnen austauschen. Mais macht sich ebenfalls gut in diesem Eintopf - so wie auch etwas fein gehobelter Weißkohl.



Pabuk: Physalis-Tarte

Donnerstag, 9. April 2020


Silbern erhellt der Mond das Tal. Ich bin aus tiefem Schlaf erwacht und blicke aus dem Fenster, das ich vorsorglich abgedunkelt habe. Es tut mir nicht gut, wenn das Mondlicht direkt auf mich trifft. Vollmond. Er macht mich unruhig. Ich lausche in die tiefe Stille. Kein Geräusch ist zu hören. Es ist eine Stille, der der Frieden fehlt. Man merkt, dass irgendetwas nicht stimmt. Eine Atmosphäre, die mich an Thailand erinnert:


Kein Lüftchen bewegte sich. Als würde alles innehalten. Die Blätter hingen regungslos an den Zweigen, das Grillenzierpen legte eine Pause ein und das Froschkonzert wurde aus aktuellen Gründen vertagt. Kein Mopedheulen weit und breit. Alles blieb zuhause. Unbeteiligt. Lahmgelegt. Wie Mehltau über allem. Man konnte es mit Händen greifen: irgendetwas liegt in der Luft. Man spürte es wie ein Tier.

Und so warteten wir mit allen anderen. Wie warten aufs Christkind. Nur andersherum. Es hieß, ein Tropensturm rollt auf uns zu, der schwerste den die Andaman-See seit vielen Jahrzehnten zu erwarten hat. Chai - unser Vermieter - hatte Angst. Und Angst steckt an. Er kannte Geschichten über solche Stürme nur von seinem verstorbenen Vater - wie Dächer und ganze Häuser wegfliegen und Palmen umknicken wie Mikado-Stäbchen. Das Militär fuhr regelmäßig die Küstenstrasse entlang und informierte über Lautsprecher alle Anwohner, dass sie nicht in ihren Häusern bleiben konnten. Über hunderte Kilometer wurde ein Küstenstreifen am thailändischen Festland evakuiert - ebenso wie die Inseln Koh Tao, Koh Samui und Koh Phangan.

Ich schlief schlecht, diese erste Nacht nach seiner Ankündigung, ein Ohr auf laut gestellt, stets auf Habacht, jederzeit bereit hochzuschrecken. Aber Pabuk bewegte sich auf dem Meer sehr langsam. Wir warteten drei Tage und Nächte auf ihn - wie in einem Zeitvakuum mit bleiernen Gewichten an den Stunden. Unvergesslich. Wie verschluckt von einem Schlund aus grauem Nebel. So muss es sich anfühlen, wenn sich *das Nichts* aus *Die unendliche Geschichte* nähert. Große Hektik als wir zum evacuation center gebracht wurden (mein eigentliches Pabuk-Ereignis - doch dazu ein anderes Mal). Denn dann - am Schluß - kam alles anders. Denn dann ging Pabuk - hingegen aller Ankündigungen - die Puste aus. Der Zyklon schrumpfte zu einem Stürmchen zusammen.


Leider habe ich diese Hoffnung gerade nicht. *Was*, seufze ich beim Frühstück gen Habib sorgenvoll Richtung Zukunft blickend, *wenn die Grenzen zu bleiben? Was, wenn diese Saison kaum Feriengäste zu uns kommen können?* Ich schaue in das Garten gebräunte Gesicht des Habibs. *Ijooh*, macht er, *auch das kriegen wir hin. Auch das geht vorbei.* Wie Balsam wärmt mich die Kraft seiner Zuversicht und inneren Ruhe. Wie eine Katze fühle ich mich, über die eine entschiedene Hand einmal vom Kopf über den Rücken bis zum Schwanz streichelt und die dabei jeden berührten Muskel gespannt entgegenstreckt. Jede sollte einen Habib haben.


Mir fällt ein wie *Der Alchimist* Santiago zurechtweißt, warum ihn die Zukunft interessiere - denn komme etwas Gutes auf ihn zu, dann überrasche es ihn allzeit gut; ist es jedoch etwas Schlechtes, dann aber belaste ihn es vor der Zeit: *Wenn du der Gegenwart Beachtung schenkst, dann kannst Du sie verbessern. Und wenn Du sie verbessert hast, dann wird das Nachfolgende auch besser sein. Vergiss also die Zukunft und lebe jeden Tag im Vertrauen, dass jemand für uns sorgt. Jeder einzelne Tag enthält die Ewigkeit in sich.* Also halten wir uns an die Gegenwart: den duftenden Fliederstrauch auf dem Küchentisch, die ersten aufplatzenden Rosen im Garten, an das Rotschwänzchen, das direkt über der Terrassentür sein Nest errichtet, die Habib-Zöglinge im Treibhaus, die wacker ihre grünen Köpfchen rausstrecken. Und an ZAZ und die Zärtlichkeit! Und ein Stück Kuchen zwischen den Zähnen.


Tarteform 24cm

Teig:
60g Haselnüsse, geröstet, gemahlen
40g Einkorn-Vollkorn
90g Dinkel 630
Salz
1/4 TL Kardamom
etwas kaltes Wasser
90g Butter, kalt in Flöckchen
20g Crème fraîche*
etwas kaltes Wasser

250g Phyalis (m: eigene)
200g Mascarpone
70g Rohrzucker
Abrieb 1/2 Orange
30m Orangensaft
3 Eier
1 EL Maisstärke
(optional 2 EL Grand Manier
oder 1TL Orangenblütenwasser)

Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Boden zügig einen homogenen Teig kneten, in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde kalt stellen. Eine Tarteform (m: mit herausnehmbaren Boden) buttern und mit Mehl bestäuben. Teig so ausrollen, dass man damit die Form samt Rand auskleiden kann. Nochmals für 10 Minuten in die Tiefkühle.

Für die Füllung Phyalis aus ihrer Hülle befreien. Maisstärke in Orangensaft glatt rühren. Dann alle Zutaten glatt pürieren/ mixen.

Ofen auf 210° Umluft (m: Intensivbacken) vorheizen. Die Tarte für 15min blindbacken - dafür Boden mit Backpapier abdecken und mit Hülsenfrüchte ausfüllen. Nach der Viertelstunde im Ofen, Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen und für weitere 5min bei 200° backen.

Die Phyalis-Crème auf den Boden gießen und in ca. 30min bei 175° (O/U-Hitze) fertigbacken. Auskühlen lassen.

*Anmerkung m: für weniger Geübte empfehle ich die Crème fraîche im Tarteteig durch ein Eigelb zu ersetzen - gibt dem Teig mehr Zusammenhalt. Die Fülle kann nach Belieben mit Grand Manier oder Orangenblütenwasser parfümiert werden (wie die Fränzis so hübsch sagen). Phyalis könnte man durch Mango (die bekomme ich gerade sehr günstig angeboten hier in F) ersetzen und etwas Limettenabrieb - dann aber möglicherweise (s. Kommentare) besser eine kalte Crème mischen, die mit Agar Agar (oder Gelatine) gebunden und auf den völlig blind gebackenen Boden gegossen wird...

der Löwenzahn färbt die Wiesen unseres Tals gelb

ZAZ singt den wunderschönen, alten Chanson *la tendresse* - man kann vieles entbehren, aber was ist das Leben ohne Zärtlichkeit...



Gastbeitrag: Hannahs Lieblings-Linsen-Gericht *Kokoscurry mit Mango*

Freitag, 21. Februar 2020


Wieder einmal darf ich Michas geöffnete Blogpforte passieren, und hier einen Gastbeitrag veröffentlichen. Angeregt durch Micha, die uns kürzlich einen ihrer „Keeper“ präsentierte, habe ich mir überlegt, was denn bei uns ein echter „Keeper“ ist. Und dazu gehört eindeutig dieses Linsencurry, bei dem die Zugabe von frischer Mango das I-Tüpfelchen für die Keeperqualifikation ist. 

Ansonsten ein ganz simples Rezept, von dem ich weiß, dass es immer gelingt (Mengenangaben sind variabel) und uns immer schmeckt. Für mich auch ein Gericht für Tage, an denen ich selbst nicht so genau weiß, was kochen… Behellige ich meinen Mann mit der Frage: „Was soll ich kochen?“ bekomme ich entweder die wenig zielführende Antwort: „Mir schmeckt alles, was du kochst“ oder er nennt ein Gericht, das mir irgendwie keine angemessene Antwort auf meine eigene Ideenlosigkeit scheint: z.B. „Pellkartoffeln mit Quark“.

Unser Lieblingslinsengericht ist mir daher eine sichere Bank – einfach und schnell zuzubereiten, Zutaten meist vorrätig und dennoch durch die frische Mango und die Gewürzmischung irgendwie raffiniert. Da ich das Curry regelmäßig koche, habe ich mir letztere gleich auf Vorrat in einem Glas gemischt (zu gleichen Teilen Zimt – Kurkuma – Kreuzkümmel - Koriander).

Und ähnlich wie Michas „Sugar Heart“ Gewürz passt das „Lieblingslinsengewürz“ nicht nur zu diesem einen Gericht.


Zutaten 2-3P:

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen 
1 walnussgroßes Stück Ingwer
Kokosöl

je gut 1/2 TL TL gemahlener
Zimt
Kurkuma
Kreuzkümmel
Koriander

1 rote Paprika, geschält und klein gewürfelt
4 Karotten, geschrubbt und klein gewürfelt
100g rote Linsen
200ml Kokosmilch
400ml Gemüsebrühe
1 reife Mango, geschält und gewürfelt
1 Handvoll glatte Petersilie, klein gewiegt
Salz, Pfeffer 

Zubereitung:


Kokosöl in einer Pfanne zerlassen. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer fein würfeln und im Kokosöl andünsten.

Gewürze hinzufügen und kurz mitrösten. Linsen, Paprika und Karotten dazu geben, kurz unter Rühren anbraten, mit Gemüsebrühe und Kokosmlich ablöschen, Deckel auflegen und 10 Minuten köcheln lassen.

Nach Ende der Garzeit die Mangostücke sowie die Petersilie unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wir essen dazu Reis, einen Klacks Kokos- oder Schafsjoghurt und Salat.

Inspiration: Rapunzel

Und natürlich gibt es Geschister im Grain-de-Sel Universum zum Beispiel:

  *** das Kinderwunsch-Curry
  *** das Rosenkohlcurry mit Granatapfel
  *** oder die große Auswahl im *Eintopf-Spezial*

Lebensreise: Paprika-Flan

Montag, 19. November 2018


Die grosse Unbekannte, oder ihren Gatten Faktor X, die mögen wir nicht. Der wird die Tür vor der Nase zugeschlagen wie unliebsamem Überraschungsbesuch. Außerdem passt die in unseren gut organisierten, durchstrukturierten, vorausdurchdachten Alltag so gar nicht hinein. Durcheinander und Chaos, wo eben noch Ordnung herrschte (zumindest ungefähr), kann keiner wollen. In Zeiten von Handy gibt es zudem keinerlei Gründe, sich vorher nicht anzumelden. Wirklich nicht. *Zufällig in die Gegend verirrt und dann einfach geklingt* - das passiert heute keinem Menschen mehr. Einfach so. Bref: es kann nur als astreines Assi-Indiz bewertet werden

Komischerweise ist es beim Reisen gerade das, was nachher wie Junk die Blutgefäße durchströmt: die Ungewissheit. Ja, ich behaupte: die besten Momente ereignen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit dann, wenn man null Erwartungen hat und die Dinge einfach geschehen lässt. Nicht, dass ich das sofort gekonnt hätte. Oder immer könnte. Bei meiner allerersten Reise, bei der ich drei Monate alleine unterwegs war, gelang mir das gerade einmal eine handvoll Tage. Das weiß ich deshalb so genau, weil ich die besonders intensiv im Gedächtnis habe. Und weil ich generell eher der Typ bin, der gerne stets ein Tag im voraus informiert wäre. Um die Zahnbürste noch einpacken zu können... oder so. Für Spontanität im Hause Falk ist der Habib zuständig.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass in unseren Breitengraden dem Leben nach aller Regel der Kunst aus dem Weg gegangen wird. Wir dünken uns in Sicherheit, wenn nur alles geregelt ist. Je größer wir den Bogen um Lebendigkeit ziehen, umso mehr hoffen wir, so ungeschoren wie möglich davon zu kommen. Dabei wissen wir ganz genau, dass wir uns in die Tasche lügen, dass wir einer  - weit verbreiteten - Illusion unterliegen. Das ist nicht die Wirklichkeit. Und der Preis, den wir dafür bezahlen ist hoch: das Glitzern in den Augen geht verloren.

Machen wir uns nichts vor: Das Leben ist lebensgefährlich. Und es endet tödlich. Lässt sich nicht ändern. Habe ich selbst mal um die Ohren gehauen bekommen, als junges Mädchen von einer Zufallsbegegnung im Zug. Joh, keine Erkenntnis für die man länger meditieren müsste, aber damals für mich ein Knüllersatz. Und im richtigen Moment. 

Trotzdem gewinnt die Angst vor Fremden gerne die Oberhand. Auf der ganzen Welt scheint *das Andere* bedrohlich. Das dachte ich, als ich auf dem empfehlenswerten Blog *Outthere* am Ende dieses Posts las, wie sie die Gefahren ihrer Reise erlebten. Im Gespräch mit anderen nämlich vorallem als deren Vorurteile!! Super gefiel mir auch der tolle Bericht ihres Amazonas-Abenteuer, insbesondere dem Abschnitt *Am Rande der Komfortzone*, in dem sie eben den Mehrwert so schön schildern. Was keiner nachvollziehen kann, der es nicht selbst erlebte. Für mich hatte da Madagaskar viel zu bieten. Mit dem Durchstehen von Entbehrungen und Unwohlsein stellt sich im Nachhinein eines ein: Angst baut sich ab und Welt wird größer. Ich nennt es ja Ambrosia. (By the way gleiches Prinzip gilt für diesen erstaunlichen Erfahrungsbericht = Durchstehen mit erstaunlichem Effekt... als weiterer Mutmacher).

Um eine letzte Perle zum Thema anzureihen, passt dazu ein Schatzmoment der letzten Tage: ich wachte auf, nachdem die ganze Nacht ein Sturm um das Haus peitschte. *Fühlst du dich eigentlich immer behütet und geborgen*, fragte ich an den Habib gekuschelt. *Hmmm*, murmelte der noch halbschläfrig, *es kann halt so viel passieren.* *EBEN!* antwortete ich aufgeraut von dem brausenden Wind. *Dann passiert es halt* sagte mein weiser Habib...

So, Vorspeise, liebe Leserschaft. Zurück zum Fundament eines Foodblogs und hier zu einem bevorzugten Start in ein Menu, dem Flan. Mit Erbsen habe ich ihn zuerst gezeigt, mit Blumenkohl, Karotten, Spargel - und jetzt mit Paprika. Es wurde direkt nach dem Rezept gefragt. Was hiermit erfüllt ist...


Zutaten 4 Stück:

175g Paprika, rot
2 Eier
100ml Sahne
1/2 TL Paprika, rot
1 Msp Pimenton de la verra
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer

1 Avocado
1/2 Mango
1/2 Limette, Saft davon
2 Spritzer Workchester-Sauce
Salz, Pfeffer
1 Bund Schnittlauch
2 EL Chicorée, fein geschnitten

Zubereitung:

Paprika unter den Grill legen, bis die Haut schwarze Blasen wirft, dann häuten. 

Den Ofen auf 150° (Umluft 130°) vorheizen

Die Eier mit der Sahne und der Paprika fein pürieren. (wer darauf achten will, dass die Flans eine feine, glatte Struktur bekommen, der rühre nur mit einer Gabel glatt (nicht den Pürierstab), damit sich kein Schaum bildet. Mit den Gewürzen abschmecken.

Vier ofenfeste Förmchen großzügig ausbuttern, (m: Boden mit kleinen, runden Backpapier-Schalonen ausgelegt - dann klappt das Stürzen auf jeden Fall) damit die Flans sich später gut stürzen lassen.

Die gefüllten Förmchen in ein tiefes Backblech (m: rechteckige Backform) stellen und so viel kochendes Wasser dazugeben, dass sie zu etwa zwei Drittel darin stehen. Die Flans etwa 45min im Wasserbad garen (Stäbchenprobe). Vor dem Stürzen 5-10min ruhen lassen. Mit dem Messer vom Rand lösen (m: nicht nötig gewesen) und lauwarm oder kalt servieren

Für den toppenden Salat Avocado und Mango in Würfel von etwa 1/2cm schneiden, Schnittlauch in Röllchen und den Chicoree in feine Streifen (auf dem Foto vergessen ;). Alles miteinander vermengen und mit Limettensaft, Workchester-Sauce und Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Hilfe eines Servierrings auf den gestürzten Flans anrichten. Wer mag serviert noch etwas grünen Salat dazu... Bei mir gabs als Boden aus der letzten Garten-Aubergine eine Art Auberginen-Kichererbsen-Humus angelehnt an diese...


Rauschen: Mango-Lassi-Eis

Sonntag, 25. Juni 2017


Mir geht es heute in der Natur genauso wie früher als Kind, wenn ich gestreunert bin: das ist meine Wiese, mein Wald, meine Lichtung oder wie gestern mein Bach. Sobald ich zu einem Ort eine Verbindung habe, eine Geschichte, eine Erinnerung, einen Namen, der mehr ist als eine Ortsbestimmung, dann gehört dieser Platz mir. Und gerne bin ich auch ganz alleine an meiner Gervanne (ausgesprochen: Scherwann) - was bereits klingt, wie die Schwester von Nscho-Tschi. Indianermädchen unter sich. Momente, in denen Raum und Zeit deutlicher miteinander verknüpft sind und ich mir näher bin als sonst.

Dann sitze ich mit den Füßen im klaren, auqamarinfarbenen Wasser und lausche. Die Gervanne klingt überall anders, aber es ist immer ein Konzert. Ich lausche dem Gluckern des Wassers und spüre, wie sich Verspannung löst. Das Rauschen gleicht in seiner gleichmäßigen Eintönigkeit dem Gewiegtwerden in einer Schaukel. Alles ist gut. Alles ist geborgen. Alles bleibt gleich. Alles ist in Bewegung. Alles ist im Fluss. Das Rauschen bricht nicht ab. Manchmal schlafe ich sogar neben der Gervanne im Schatten ein. 

Alles, was im Kopf rauscht, wird von dem gurgelnden Wasser übertönt. Ruhe kehrt ein, während das Wasser in seinem ewigen Rhythmus über Steine springt und dabei glucksende Geräusche macht. Der Ozean der Gedanken wird von einem kleinen Bach überspült, der in glizzernden Strudeln talabwärts strömt. Gedanken, die von außen auf mich einprasseln, bringt die Wassermusik zum Schweigen. Der Geist hat zwei Ausrichtungen: nach innen und nach außen. Nun kann die Aufmerksamkeit wie geschützt nach innen schauen. Sie schließt sich dem Bach an und beobachtet, wie die Gedanken nach innen zu fließen beginnen.

Oder um es mit einem meiner lebensbegleitenden Büchern zu schreiben, *Das tibetische Buch vom Leben und Sterben*: *Wir bestehen aus so vielen verschiedenen Bruchstücken, dass wir weder wissen, wer wir wirklich sind, noch mit welchem unserer Aspekte wir uns identifizieren sollen. So viele widersprüchliche Stimmen, Gebote und Gefühle kämpfen um die Vorherrschaft über unser Innenleben, dass wir in kleine Stückchen zerfallen sind, in alle Richtungen verstreut und niemand ist daheim. - Meditation bedeutet also, den Geist heimbringen.*

Nach dieser körperlichen und geistigen Erfrischung teile ich mir mit dem Habib ein Eis. Die Idee war ein Mango-Lassi-Eis. Ich liebe Mango-Lassi. Schon bevor ich kochen konnte, schon bevor ich in Indien war. Aber jetzt beginnt in der Drôme die Aprikosenzeit - also wurde es ein rotbackiges Marillen-Lassi-Eis!

Rezept:

200g Joghurt (m: griechischer)
200g Sahne, geschlagen
250g Mango/ oder Aprikose
80g Zucker (m: Rohrzucker zu Staubzucker gemahlen)
1/4 TL Kardamom
2 Msp Ingwer
1 EL Zitronensaft

Zubereitung:

Die Mango schälen, fein pürieren und bei einem fasrigen Exemplar durch ein Sieb streichen (die Aprikosen entkernen und feinst pürieren). Die Sahne schlagen.

Früchtpüree mit Zucker, Gewürzen und Joghurt vermengen. Die Sahne unterheben und die Masse in einer Eismaschine zu Eis rühren lassen.




Linse - die Perle: Linsensalat mit Radicchio, Avocado und Mango

Freitag, 10. April 2015

Bringt man eine reife Avocado sowie eine reife Mango zusammen auf einem Teller, dann kann man von *Tasty First* reden (den Kalauer lasse ich mir patentieren)  - mit diesem Dreamteam hat man den guten Geschmack IMMER am Schlawittich. Fügt man den beiden den nussigen Geschmack der kleinen Alb-Leisa die Bitterkeit des Radicchio hinzu, gibt noch etwas Tiefengrund durch Sellerie samt rote Zwiebel bei und badet das in diesem Dressing, tja, dann hat man sich damit auch schon einen kleinen, freundlichen Moment, pfffhhh, komm', einen paradiesischen Augenblick damit zu Tisch gezaubert.

Jaha, weil der Salat schafft es nämlich unter die Top 4 meiner liebsten Linsengerichte, die ich euch unten aus meinem Fundus rausgesucht habe, damit ihr euch das Leben schöner kochen könnt - mit Linsen... am tierfreitag

Zutaten 2P:

100g Linsen (m: kleine Alb-Leisa)
1EL Stangensellerie, fein gewürfelt
1 rote Zwiebel
1 kleine Avocado
1/2 Mango
einige Blätter Radicchio (ca. 100g)
2 TL Tahini
1/2 Limette, Saft davon
2 EL Balsamico bianco
2 Msp Curry
Salz, Pfeffer
2 EL Olivenöl
1 EL Walnussöl

Zubereitung:

Die Linsen in mindestens doppelt soviel kaltem Wasser aufstellen und OHNE Salz gar kochen (dauert etwa 20min).

Währenddessen die Avocado schälen und in Stücke schneiden; mit der Mango genauso verfahren. Den Radicchio in feine Streifen schneiden, die Stangensellerie, außerdem die rote Zwiebel fein würfeln.

Aus den restlichen Zutaten eine homogene Salatsauce verquirlen.

Die Linsen abschütten und sofort mit dem Dressing mischen. Den Radicchio unterheben. Zuletzt Avocado und Mango vorsichtig mit dem Salat vermengen. 5-10min ziehen lassen, dann servieren.

 

http://salzkorn.blogspot.fr/2012/01/gegen-kalte-nasenspitzen-rote.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/04/lieblingsdal-variante-rote-linsen-mit.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/06/ein-alb-traum-linsenmaultaschen.html

Wobei dieses Dhal sowie diese Nudelrollen oder die Kartoffel-Sahnelinsen allemal eine weitere Empfehlung wert sind!

Dauerbrenner Bratenbremse: Blumenkohl-Curry-Suppe mit Mango-Chutney

Mittwoch, 4. März 2015

Seit meiner *Entschlackungsphase* haben wir das ein oder andere in der Ernährung auf länger umgestellt. Die Suppe etwa, die alte Bratenbremse, erlebt bei uns eine echte Renaissane. Hungrig wie ein Wolf mit Appetit durch die kalte Jahreszeit wie zehn Russen, löffeln wir uns erstmal an einer vollen Dosis Gemüse den Bauch voll. Das tut gut. Deshalb sind wir wohl auch mit einer guten bis sehr guten Quote dabei geblieben. 

Eine Blumenkohlsuppe befindet sich bereits im Repertoire, nun, an dieser hat mir die Idee gefallen, die Suppe mit Mango-Chuntey anzurichten. Wer gerne Gemüsecurries ißt, kann ein solches gut gebrauchen - das wißt ihr ja. Und zum Curry kann ich mich ebenfalls nur wiederholen: sucht euch da eine schöne Gewürzmischung aus - es gibt ja mittlerweile unendlich viele mit RIESIGEN Qualitätsunterschieden. Aber eben genau damit steht und fällt nachher das Essen: von hundsgewöhnlich bis zu sensationell.

Ähm ja, den frischen Koriander kürzte ich aus dem Originalrezept raus. Den esse ich - soweit ich den Überblick habe - wirklich einzig und allein im Falafel.

Zutaten 4P:

800 g Blumenkohl
1 Stück Ingwer
3 EL Butterschmalz (m: Sonnenblumenöl)
1 EL Kreuzkümmelsamen (m: gemahlen)
2 EL indische Currypaste
1 l Gemüsebrühe
Salz
5 Stängel Koriander (m. Pimpinelle)
(m: 1/2 TL Koriander, gemahlen)
200 g Naturjoghurt (m: 150ml Kokosmilch)
2 EL frisch gepresster Limettensaft
(m: Salz, Pfeffer)
4 EL süßes Mango-Chutney 

Zubereitung:

Blumenkohl waschen und in kleine Stücke schneiden. Ingwer schälen, fein hacken. Das Öl in einem Topf erhitzen und den Kreuzkümmel (m: samt Koriander) darin anrösten. Blumenkohl zugeben und unter Rühren eine hellbraune Farbe annehmen lassen. 

Nun Ingwer, Currypaste, Gemüsebrühe und Salz zufügen und aufkochen lassen. Den Deckel auflegen und ca. 20 Minuten garen. Vom Pimpinelle die Blätter entfernen. Suppe vom Herd nehmen und Joghurt mit dem Mixer untermischen (m: stattdessen Kokosmilch angeschüttet - einen Rest zum Dekorieren aufbewahrt). 

Je nach gewünschter Konsistenz noch etwas Gemüsebrühe anschütten. Mit Limettensaft und feingeschnittenen Koriander (m: letzteren weggelassen) abschmecken. Salzen und pfeffern. Suppe mit etwas Mango-Chutney anrichten, die Pimpinelleblätter darüber streuen und mit einem Spritzer Kokosmilch garnieren. Servieren
Nicht erschrecken - ein Stand weiter halbiert sich der Preis...
 Quelle/ Inspiration: SZ-Kochquartett

DAS Curry-Chutney

Freitag, 1. August 2014

Jeder hat wohl seine kulinarischen Stichwörter, die den Körper leichterdings in appetitliche Schwingung versetzen. Umgekehrt gibt es genauso Schlagwörter, bei denen die gleichen Synapsen schlagartig die Jalousien runter lassen. Wende ich mich - dem hübscheren Anreiz zuliebe - in aller Regel ersterer Kategorie zu, so lasse ich euch heute hinter die runtergelassenen Rollos gucken... exemplarisch versteht sich.

Eines dieser *Gerichte*, die bei mir größtmögliches Desinteresse auslösen, ist *Chutney*. Das wird einfach nix mit uns zwei - am Ende des Tages ignoriert man sich doch... Sprich, in unserem Haushalt entwickeln sich derartig geflüllte Gläser zum Ladenhüter. Unverkäuflich, das die Erfahrung.

Wer mich also dazu bringt, ein Chutney zu machen, der muß zirkuserfahren sein, sonst irgendwie in der Illusions- oder Werbebranche tätig oder ein Naturtalent unter den Überzeugern. Wie so oft bestätigt die Ausnahme die Regel. Ein Chutney hat es bei uns tatsäschlich in die wiederholende Dauerschleife gebracht. Schon zu meiner Kochanfängerzeit pimpte es mir jedes Curry so, dass eine kleine Laola-Welle am Tisch entstand (mindestens ;). Wir reden also von einem dieser ganz wenigen Chutneys, die man wirklich brauchen kann. Welches Gemüse ihr für das dazugehörige Gemüse-Curry verwendet, ist schnuppe - was der Garten eben so anbietet...
Zutaten:

Mango-Paprika-Chutney*
1 Mango
1 rote Paprika
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
1/2 TL Koriander, fein zerstoßen
1 Stück frischer Ingwer (walnussgroß)
Harissa
70g brauner Zucker
80ml Weißweinessig

Gemüse-Curry 2P:
3 Karotten, in Scheiben geschnitten
1 Zwiebel, fein gewürfelt
1 Zucchini,klein
1 Paprika (m: halb rot, halb gelb)
50g Kichererbsen, gekocht
Kokosnussöl
1 TL Gewürzpulver
300ml Tomaten, stückig
(m: ofengeröstete Tomaten)
200ml Kokosmilch

gekochter Reis
2 EL Mango-Paprika-Chutney 

Zubereitung:

Rote Paprika halbieren, mit Hilfe eines Sparschälers schälen, Strunk und Kerne entfernen, in Würfel (ca. 1 cm) schneiden. Mango schälen, vom Kern schneiden, ebenfalls würfeln. Knoblauch fein hacken, ebenso dn Ingwer, Zwiebeln würfeln, alles zusammen in etwas Ol glasig schwitzen.

Mango- und Paprikawürfel, Essig, Zucker und Gewürze zugeben. Kurz aufkochen, dann auf kleiner Flamme ca. 60 Minuten köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren. Das Chutney soweit einköcheln lassen, bis die Konsistenz marmeladenähnlich ist. Noch heiß in sterilisierte Gläser füllen und sofort verschließen.
Für das Curry das Gemüse rüsten. Die Zwiebel in etwas Kokosnussöl glasig dünsten, dann das Gemüse und das Curry zugeben und ebenfalls kurz mitrösten. Tomaten und Kokosnussmilch anschütten, das Gewürzpulver untermischen und den Deckel auflegen. Etwa 15min dünsten, bis das Gemüse gar ist. Mit Salz, Pfeffer und 2 EL Mango-Paprika-Chutney abschmecken.

Zusammen mit gekochtem Reis servieren.

*Anmerkung m: Wer das Chutney auf Vorrat zubereiten möchte, bereite gleich die doppelte Menge vor und fülle es noch kochend Eis in sterilisierte Gläser (doppelte Menge ergibt etwa 3 Gläser) - es hält sich hervorragend, also beinahe ewig...
 ... kein Grund, stutzig zu gucken: auch in Südfrankreich sind die Akelei längst verblüht...

Gepimpter Krabbencocktail: Cocktail-Garnelen mit Avocado-Mango-Tatar

Mittwoch, 21. November 2012

Kennt ihr bestimmt noch alle: Krabbencoktail. Der war mal so angesagt, wie Lachsbrötchen und diese Majo-Nudelsalate auf jedem 80er Jahre Brunch, das was auf sich halten wollte.

Diese Version aus der E&T hat das Ganze aufgepimpt und modernisiert. Nix mehr Dosenfrüchte oder Majo aus der Tube. Alles wird frisch gemacht, so wie wir das mögen. Nicht weiter überraschend, dass dieser Salat nun um einiges köstlicher wurde als die Old-School-Variante, die ich aber ebenfalls schon mochte. 

Für mich sind die Cocktail-Garnelen derart gefällig (weil ja auch irgendwie ein Klassiker), dass ich sie für einen schöner Auftakt für ein Festtags-Menu halte. Bei Weihnachten sind die meisten von uns auf alt eingesessene Gerichte eingeschossen, auf die mindestens ein Familienmitglied besteht. Aber für Silvester sind wir für neue Ideen doch allzeit offen, oder?
Coktail-Garnelen mit Avocado-Mango-Tartar

Zutaten:

20 Garnelen (à ca. 20g ohne Kopf mit Schale)
Salz
1 Ei (Kl.M)
125ml Sonnenblumenöl
4 EL Zitronensaft
1/2 TL scharfer Senf
1 Spritzer Tabasco
1/2 TL Worcestershiresauce
1 TL Tomatenmark
2 EL Tomatenketchup
Pfeffer
1 Mango
1 Avocado
2 Schalotten
5 EL Olivenöl
75g Rauke
1 EL Rotweinessig

Zubereitung:

Garnelen bis zur Schwanzflosse schälen, am Rücken längs einschneiden und den Darm entfernen. Garnelen in kochendem Salzwasser 2-3 Minuten pochieren, dann in ein Sieb geben und abschrecken.

Ei, Sonnenblumenöl, 1 Prise Salz, 2-3 EL Zitronensaft und Senf in ein hohes Gefäß geben. Einen Schniedstab (Zauberstab) hineinstellen und ohne ihn zu bewegen, so lange laufen lassen, bis die Masse dicklich cremig ist. Tabasco, Worcestershiresauce, Tomatenmark und Ketchup untermischen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Mango schälen, das Fruchtfleisch vom Stein schneiden undin 1cm große Würfel schneiden. Avocado schälen und ca. 1cm groß würfeln. Schalotten fein würfeln. Mango, Avocado und Schalotten in einer Schale mit dem restlichen Zitronensaft und 3 EL Olivenöl mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Mango-Avocado-Tatar mithilfe ienes Metal-Formrings auf Tellern anrichten. Dafür den Metallring mit Tatar füllen, dann vorsichtig entfernen, sodass ein Türmchen ensteht.

Rauke waschen und trocken schleudern. Essig, 2 EL Wasser und das restliche Olivenöl verquirlen und mit Salz und Pfeffer würzen. Rauke und Dressing mischen. Die Garnelen auf dem Tatar anrichten, mit der Cocktailsauce beträuflen und mit demSalat servieren.
Quelle: Essen und Trinken 4/2012

Burger-Mania: Burger mit Tomaten-Mango-Salsa, Münster und...

Donnerstag, 9. August 2012

Ab und an, so 1-2x im Sommer, brauchts einen Burger. Was damit zusammenhängen könnte, dass aller Ortens bei den Damen und Herren Kollegen Burger in allen Varianten zur Schau gestellt wurden. Der Ziegenkäse-Camembert-Johannibeer-Chutney-Burger wird bestimmt noch nachgebastelt. Diese Idee mit Apfel, Senf und käsiger Überraschung gefällt mir ebenfalls besonders. 

Sehr schön auch Zorras Buns, oder diese Brötchen, oder Burger hier mit Krautsalat, hier mit gegrillter Wassermelone, glasiert hier, oder ihr gebt euch die volle Dosis und schaut euch den Burger-Challenge-Event durch, das durch dieses Modell ausgelöst wurde. An Ideen mangelt es rechts und links wirklich nicht.

Bei uns gabs zweilerlei *Stapelungen*, eine davon zeige ich euch. Ich mag gerne fruchtig - auch und ausgesprochen gerne zu Herzhaftem, das ist mittlerweile wahrscheinlich bekannt. Im gleichen E&T-Heft von gestern fiel mir diese Salsa auf. Darauf wurde der Rest des Burgers aufgebaut (von unten nach oben):
  • Brötchenhälfte, getoastet
  • Salatblatt
  • Salsa
  • Schweinefilet, gesalzen und gepfeffert
  • junger Münster-Käse
  • Zwiebelringe
  • Rucola
  • Brötchenhälfte, die zweite
Die Burger-Buns wurden selbstredend auch selbst gebacken - mal wieder nach einem Rezept aus dem Sauerteig-Forum, von Sarah, die sich mit dem Walnusbrot bereits hier einen Namen gemacht hat.
Zutaten Buns 8 Stück:

300g Weizenmehl 550 (m: T65)
6g Hefe
200 ml Milch, lauwarm
20g Butter
6g Salz

etwas Milch zum Einstreichen
Sesam zum Bestreuen

Tomaten-Mango-Salsa 6P:
3 aromatische Tomaten
1 kleine Mango (ca. 300g)
2 kleine, rote Zwiebeln
1 rote Chili-Schote
5 EL milder Weißwein-Essig
Salz, Pfeffer
6 EL Olivenöl 

zarter Münster
1 Schweinefilet
einige Salatblätter
etwas Rauke
Zwiebelchen

Zubereitung:

Salsa: 
Bei den Tomaten die Stielansätze herausschneiden . Mango schälen und das Fleisch vom Stein schneiden. Chilischote putzen, halbieren und entkernen.

Tomaten, Mango, Zwiebeln und Chilischote fein würfeln. Alles mit Essig, Salz und Zucker würzen. Olivenöl untermischen.

Filet in etwa 2cm breite Stücke schneiden, salzen und pfeffern und in einer heißen Pfanne so anbraten, dass es innen rosa bleibt. Nach dem ersten Wenden mit Münster belegen, damit dieser genug Zeit hat zu schmelzen. Pro Burger 2 Filet-Stücke.

Buns: 
Die Butter leicht erwärmen, dass sie gerade flüssig wird. Mit der lauwarmen Milch vermischen. Die Hefe darin auflösen. Mit den restlichen Zutaten zu einem geschmeidigen Teig kneten. Den Teig in eine große, geölte Schüssel geben und zugedeckt bei Zimmertemp. gut gehen lassen (das Volumen sollte sich mindestens verdoppeln).

Dann den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche auf ca. 1,5 cm Höhe ausrollen, mit einem Ring, m: 9,5cm Durchmesser, Buns ausstechen (idealerweise mit dem gleichen Durchmesser wie die Hamburger). Die Teigreste habe ich nochmal zusammengeknetet, portioniert und ganz klassisch zu runden Brötchen geschliffen, die mit dem Rollholz auf die gleiche Höhe ausgerollt wurden wie die Buns.

Auf Backfolie oder Backpapier die Buns abgedeckt ca. 1 Stunde gehen lassen. Das Volumen sollte sich abermals verdoppeln.

Vor dem Einschießen mit Milch oder Eigelb bestreichen und mit Sesam bestreuen.

Backen bei 200° ca. 20-25 Minuten (Lochblech), nach 10 Minuten Dampf ablassen.
Nach dem Backen abdecken, damit die Kruste weich bleibt.
Quelle: Buns - Sarah vom Sauerteig-Forum/ Tomaten-Mango-Salsa - e&t 6/2012)