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Jenseits von Eden: Kokos-Tofu mit Zitronengras-Curry

Mittwoch, 20. August 2025

 

Es heißt, eine Begegnung oder ein Buch komme immer zur rechten Zeit. Und ja, ich bin der festen Überzeugung, dass jeder, der Fragen hat, auch Antworten erhält. Jeder, der sucht, ist bereits auf dem Weg. Manchmal erhält man schneller eine Antwort, manchmal muss man mit viel Geduld in die Beantwortung hineinleben (Rilke).

Ich leide darunter, dass mir von immer mehr Menschen die Notwendigkeit von Krieg erklärt wird. Ich dachte, das hätten wir hinter uns. Da werden dann für die Verteidigung der höchsten Werte wie Freiheit die niedersten aller Mittel nämlich Mord gerechtfertigt. Und dann wird mir etwas erzählt von zwei Macht verblendeten Autokraten, denen man die Welt nicht überlassen könne, und die Redner merken gar nicht, wie sie sich selbst in ihren Parolen das Todschlagen zum geistigen Eigentum gemacht haben, wie das Böse in ihnen bereits Nährboden findet. Bitterkeit steigt in mir auf.

Warum kehrt der Mensch immer wieder dahin zurück? Ich verstehe es nicht. Und dann bog Cornelia Funke um die Ecke samt ihrer Buchempfehlung *Jenseits von Eden*. Als ich das Buch in Händen hielt, war ich etwas schockiert: ein Wälzer von über 600 Seiten. Aber es hat sich SO gelohnt. John Steinbeck denkt sich tief ein in die Bibelgeschichte von Kain und Abel, dem Ursprung der christlichen Menschheitsgeschichte. Mir war nicht mehr im Gedächtnis, dass Kain und Abel die Kinder von Adam und Eva sind. Das hat mich peinlich berührt. Wie konnte ich vergessen, dass die Bibel erzählt, dass das Menscheitsgeschlecht aus einem Brudermörder hervorgeht? Es ist mir ein Rätsel.

Vielleicht weil man als Erwachsener mit dem Rumplagen von alltäglichen Dingen bereits völlig ausgelastet ist? Hingegen in der Kindheit ist der Kampf zwischen Gut und Böse der Schauplatz des echten Lebens. Kinder gucken sich die großen Fragen ja alle noch an, während wir uns als Erwachsene so gerne vor denen drücken. Kinder nehmen das Leben noch sehr viel ernster. Sie fragen: wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? sagt Cornelia Funke in einem Interview. Eines ist mir mit der Lektüre von *Jenseits von Eden* klar geworden. Nicht Licht und Schatten sind die eigentlich Polarität - im Mittelalter hat man die Gegensatzpaare noch als Einheit gedacht - sondern dem gegenüber steht *das große Einerlei*. Vergessen und verdrängt sind alle Grundprinzipien der Erde.

John Steinbeck fürchtet sich nicht, das Böse im Menschen genauer anzusehen. Das haben der Habib und ich auch getan in den letzten Jahren. Und Steinbeck zweifelt nicht, dass es abgrundtief schlechte Menschen gibt. Er nennt sie geistige Missgeburten. Wie Mensch so tief fallen kann, bleibt ein ungelöster Abgrund. Deren Samen lebt in einer weiteren Gruppe Menschen, in deren Innerem das Böse und Gute miteinander wettstreitet. Diese Menschen ringen mit sich, zweifeln an sich, straucheln. Das Böse als menschliche Veranlagung, das versucht, verführt und verwirrt. Diese Keimzelle liegt in uns allen. Sie zeigt sich im Lügen und (Selbst)Betrügen, im Manipulieren und sich besser dünken - das Böse in jedem von uns und eben nicht fernab in einzelnen, menschlichen Monstern.

Grundeigentlich behandelt *Jenseits von Eden* nichts anderes als die transgenerationale Weitergabe von Traumata - ein Thema, das mich eh seit langem fasziniert. Alles dreht sich um den Widerstreit, den jeder Mensch in sich trägt: was ist stärker, dein mitgebrachtes Erbe im Sinne von Familiengeschichte, Charakter, Temperament oder der freie Wille. Unterliegst du vorbestimmten Abläufen oder kannst du dich mit der Kraft deines Willens, deines Wünschens, deiner Sehnsucht dagegenstemmen? Ein episches Ringen, in dem leider oft den vorgegebenen Mustern und Mechanismen unterlegen wird. 

Ich würde gerne das Gegenteil behaupten, aber ich habe keine Beispiele aus meinem Bekanntenkreis, die als Testimonial erhalten könnten. Der freie Wille ist somit eine verheißungsvolle Tür und das Wunder der Selbstüberwindung die einzige Möglichkeit in eine neue, bessere Welt - wohin jeder ganz alleine zu streben hat.

Vieles könnte ich aus *Jenseits von Eden* herausziehen. Die Ode auf das Individuum hat es mir besonders angetan:

Unsere Gattung ist die einzige mit Schöpferkraft begabte, und sie besitzt nur ein einziges Werkzeug für diese Kraft: den individuellen Geist und Verstand des Menschen. Nie ist etwas von zwei Menschen geschaffen worden. Produktive Zusammenarbeit gibt es nicht, weder in der Musik noch in der Mathematik, weder in der bildenden noch in der Dichtkunst, geschweige in der Philosophie. Wenn sich das Wunder der Schöpfung einmal vollzogen hat, dann ist die Gruppe imstande, sie auszubauen und auszubreiten, aber niemals erfindet eine Gruppe etwas. Die kostbare Kraft liegt allein im Geist des Einzelmenschen.

                                                      (John Steinbeck, Literaturnobelpreisträger, 1952) 



Je länger ich koche, umso mehr muss ich feststellen, dass man auch mit wenig Zeit in der Küche lecker kochen kann. Es gibt keine Ausreden, warum man sich das Leben nicht ein Quäntchen schöner kochen sollte.

Dieses Gericht habe ich nun mehrfach auf den Teller gebracht: köstlich, schnell zubereitet, variabel und vegan! So simpel - so gut!


Zutaten 2P:

1 Tofu (200g/ m: Feto von Taifun - fermentierter Tofu)*
Tamari-Sojasauce
Kokosraspeln, getrocknet
Maisstärke
...
1 gelbe Paprika (oder grüne)
1 kleiner Pak Choi
Erbsen (ca. 100g)
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 cm Ingwer
1 Stange Zitronengras
1 1/2 TL Curry
150ml Kokosmilch
Kokosfett
Limettensaft
Salz, Pfeffer
Sesam-Öl
...
Reis
Topping: Sprossen/ Frühlingsgrün...

Zubereitung:

Reis aufsetzen (m: ca. 140g) und gar kochen (m: immer mit 2 Lorbeer-Blättern)

Dann die Sauce auf den Weg bringen. Dafür Zwiebel und Knofi feinwürfeln, ebenso die Zitronengrasstange.

Gemüse putzen und klein schneiden (m: Paprika mit dem Sparschäler schälen = bessere Bekömmlichkeit), Pak Choi in Streifen schneiden - dabei das Weiß der Stangen und das Grün der Blätter etwas separieren (wegen der unterschiedlichen Garzeit).

Zwiebeln, Knofi und Zitronengras in etwa 1/2 EL Kokosfett anschwitzen, kurz vor Ende das Curry mit rösten. Dann Paprika und das Weiß des Pak Choi zufügen sowie den fein geriebenen Ingwer. Gemüse kurz anbraten. Nun Kokosmilch anschütten, salzen, pfeffern und Deckel auflegen. Etwa 10 min auf sanfter Hitze köcheln lassen. Zum Schluß das Blattgrün vom Pak Choi untermischen, außerdem die Tiefkühl-Erbsen und mit Limettensaft abschmecken.

Parallel den Tofu zubereiten. Dafür den Block der Länge nach in 3 Scheiben schneiden. 2 tiefere Teller richten, einen mit Soja-Sauce einen anderen mit hälftig Maisstärke und Kokosraspeln. Die Scheiben nacheinander in der Tamari-Sojasauce wenden, dann anschließend in dem Kokos-Gemisch. 

In Öl (m: Sesam-Öl) den panierten Tofu von beiden Seiten knusprig braten. Auf Reis und Gemüse anrichten.


Anmerkung m: für die Gemüse-Einlage hat man die freie Wahl: grüne Böhnchen machen sich auch gut .- bereits getestet. Oder Zucchini. Der fermentierte Tofu (Feto) von Taifun hat sich bewährt, weil die Konsistenz etwas fester ist - und damit ideal zum Panieren.


DUBB: Zucchini-Döner-Wrap

Sonntag, 1. Juni 2025


 

Eigentlich braucht es nur gute Ideen für ein leckeres Essen. Keine große Kocherfahrung, kein ausgeklügeltes Handwerk, keine fancy Küchengeräte. Einen Gurkenhobel hat man in aller Regel - wobei ich ja großer Fan bin von der Börner-Reibe. Aber dass ich den hype, wird wohl auch meinem Naturell geschuldet sein. Wenn ich mit etwas zufrieden bin, sehe ich überhaupt keinen Grund, Neues oder Anderes auszuprobieren. Never change a winning system habe ich verinnerlicht und lebe es...

Jedenfalls leistet dieser Hobel gute Dienste für das Zucchini-Wunderrezept von Robert, das hier in neuem Glanz erstrahlen darf. Als Doppel-Dupp quasi. Roberts Zucchinimatte ist ja bereits erklärter Blog-Buster und so gesehen in meinem Blogistan ein alter Hut. Brandnew für mich, ist diese Art Tofu zuzubereiten. Und dieser Döner-Tofu schafft es ohne weitere Umwege in den kulinarischen Olymp. So simpel wie gut - derlei Rezepte liebe ich ja.



Auf das Wesentliche reduziert zeige ich euch heute zwei Ideen, die sich vielfach anders kombinieren lassen. Den Zucchini-Käse-Wrap kann man mit anderer Rohkost füllen. Oder mit diesen Linsen-Bällchen - euch fällt bestimmt was ein.

Gleiches gilt für diesen Döner-Tofu. Natürlich passt der klassisch ebenso gut in einen Yufka gewickelt. Oder in diese Ofenbrote. Oder in einen Burger. Oderoder...

Hier zeige ich euch einfach diese Variante und dann werdet ihr das Prinzip schon nach eurem Gusto adaptieren! Wir fanden es beide absolut wiederholenswert!


     

        


Zutaten - ein Wrap/ 2P:

1 größere oder 2 kleinere Zucchini
Olivenöl
Oregano
Salz, Pfeffer
ca.100g Käse, geraspelt (m: Comté)
...
200g Räuchertofu (m: Taifun *Black Forest*)
2 EL Soja-Sauce
Sonnenblumen-Öl
...
schnelle Guacamole aus 1 Avocado
1 Stück Salatgurke
etwas Rotkohl-Salat
2 Frühlingszwiebeln


Zubereitung:

Den Ofen auf 220° (Umluft) vorheizen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit etwas Öl bestreichen. Zucchini in sehr dünne Scheiben hobeln. Dicht an dicht dachziegelartig auf dem Backpapier in voller Größe des Backblechs schichten. (das sieht mehr aus, als es ist, die Zucchinischeiben *fallen* aber das Confieren deutlich zusammen). Salzen, pfeffern, den Oregano darüber streuen und mit Olivenöl besprenkeln.

Für insgesamt 25min in den Ofen geben - nach 15 min den Käse darüber verteilen und weiteren 10 min backen.

Während dessen den Tofu mit dem Sparschäler/ Gemüsehobel oder wie ich mit einem Messer der Höhe nach (also von der dünnsten Seite) in dünne, etwas ungleiche Streifen schneiden. In einer Pfanne bei kräftiger Hitze braten, bis der Tofu kross wird - dabei mit Soja-Sauce würzen. Zur Seite stellen.

Eine schnelle Guacamole herstellen aus der Avocado, 2 Knoblauchzehen, 1 EL Joghurt, 1 EL Majo, Salz, Pfeffer und Zitronensaft.

Den Rotkohl-Salat hatte ich noch über vom Vortag: Rotkohl in feine Streifen geschnitten, mit Salz geknetet, simpel gewürzt mit Apfelessig, Rapsöl, Ahornsiurp, Salz, Pfeffer.

Wenn die Zucchinimatte fertig gebacken ist, ein weiteres Blatt Backpapier auflegen und die Matte drehen, damit die Käse-Seite nun unten ist. Nun belegen: beginnend mit der Guacamole, der in feine Scheiben geschnittenen Gurke, Rotkohl-Salat, Tofu und zuletzt bestreut mit 2 Frühlingszwiebeln. Nun von der breiten Seite einrollen. Wer mag, ist den Wrap aus der Hand, wer nicht setzt ihn - etwa auf etwas Rucola - auf einen Teller

Anmerkung m: Veganer ersetzten den Käse durch veganen Kunst-Käse, mehr Käse als 100g geht natürlich auch


durchscheinen: Curry-Reissalat mit Räuchertofu und Fenchel

Freitag, 20. Oktober 2023


Könnte man nicht - habe ich mir überlegt - ein Krankenhaus nicht wie einen kleinen Mikrokosmos nehmen und von da aus auf alles Weiteres schließen. Im Krankenhaus steht das Leid zentral im Mittelpunkt, ganz in buddhistischer Tradition: der größte, gemeinsame Nenner alles Menschlichen ist der Wunsch, Leid vermeiden zu wollen. Im Alltag bekommt man sein Päckchen ganz gut kaschiert, aber im Krankenhaus liegt die Not mehr oder weniger offen. Die einen leiden sichtbar physisch, andere leiden psychisch oder mental - Ärzte und Pflegepersonal nicht ausgenommen, sei es Stress, Überforderung oder Überlastung. Da sitzen alle im gemeinsamen Boot des Leidens und das sollte... wie so eine Art Schicksalsgemeinschaft .... zusammenschweißen. Allumfassendes Mitgefühl als Elaborat, das sich auf diese Weise von ganz alleine einstellt - der Grundkern, der alle Weltreligionen eint.

Aber rein utopisches Kopfkino. Auch im Krankenhaus versammelt sich Gottes großer Zoo, ein buntes Sammelsurium aller Charaktere von sonnigwarm bis finstereisig, Leid hin oder her.

Und grundeigentlich dient ein Krankenhaus viel mehr als hervorragendes Beispiel wie entmenschlicht unser Umgang miteinander bereits ist. Der aktuelle AOK-Fehlzeiten-Report spiegelt wider, dass die psychischen Erkrankungen in den letzten 10 Jahren um satte 50 Prozent gestiegen sind. So was kommt von so was. Es krankt im Miteinander. Das moderne Krankenhaus besteht (klar, abhängig von der jeweiligen Abteilung, aber gerade wenn es um operative Eingriffe geht ) aus sehr viel Apparatemedizin, die menschliche Körper zu inspizierenden Objekten degradiert. Da braucht der Mediziner kein Fingerspitzengefühl mehr für das Wesen Menschen, sondern er benötigt seine volle Aufmerksamkeit im Umgang mit High-Tech-Maschinen. Alles mechanisiert, hochstandartisiert, hocheffizient. Vorbei die Zeit, in dem sich dir jemand gegenüber setzt und dich anschaut (wie in dieser Arte-Doku *Tibetische Medizin*), sich versucht einzufühlen, sich versucht in die individuelle Krankheitsgeschichte reinzudenken. Nein, die Standarts finden sich in allen Abläufen bishin zum Auftreten der Mediziner und der Krankenschwestern: automatisierte, sich immer wiederholende, leere Phrasen, professionelle Freundlichkeit ohne innere Beteidigung, sterilisierter Umgang mit Zimmernummern. Momente, in denen Mensch Mensch begegnet, sind nicht eingeplant und können nicht abgerechnet werden. Wenn doch, dann bleiben diese Augenblicke leuchtend im Gedächtnis.

Eine Geschichte kam mir in diesem Zusammenhang wieder in den Sinn. Die verstorbene Frau meines Habibs, Ute, die gestern Geburstag hatte, arbeitete als Krankenschwester. Eine sehr alte Patientin wandte sich in ihrer Verzweiflung an sie: *Schwester, können Sie mir helfen? Ich würde so gerne sterben und kann und kann nicht.*

Und da zog sich Ute aus, legte sich zu ihr nackt ins Bett, umschloß sie mit ihren Armen und in Utes Armen verstarb die alte Frau nach kurzer Zeit.

Was eine Geschichte! Jeder wird merken, dass man/ dass ich mir diese Begegnung nicht ausdenken kann. Das ist genau so passiert. Was offenbart sich hier?! Was ein Geist strahlt da durch! Von wessen Geistes Kind war Ute in dem Moment getragen?! Sich nackt auszuziehen um jemanden Sterbehilfe zu leisten, das geht nicht über den Kopf. Da wägt man die Situation nicht gedanklich ab. Und Utes Verhalten geht auch weit über eine Sensibilität hinaus, was der andere in dem Moment gerade brauchen könnte. Das ist größer. Da wirkt die unsichtbare Welt wie medial durch. Und nun stellt sich die Frage, was muss passieren, um mit dieser transzendenten Welt so verbunden zu sein, dass man auf diese Weise tätig werden kann?



Dieses Jahr konnte man monatelang durchgrillen - auf allen Ebenen. Bei der Gelegenheit gab es hier wiederholt Reissalat. Nun, auch ohne Grillgedöns.

Wer hier ab und an mitkocht, hat längst durchschaut, dass mein mir liebstes Mittagsessen aus etwas Gekochtem und Gebratenem (Puffer) besteht sowie begleitender Rohkost besteht. DAS Grundgerüst, an dem ich mich im wahrsten Sinne irgendwie festgebissen habe. Die Puffer werden demnächst als Rezept erscheinen - ausgepuffert hat es sich hier noch lange nicht! Wißt ihr ja...

 

Zutaten 4P:

120g Reis
2 TL Curry
1/2 TL Curcuma
2 Lorbeer-Blätter
1/2 Granatapfel/ 1/2 Mango/ 1 pêche de vigne
1 Räucher-Tofu
1 mittelkleiner Fenchel
2 Knofi
1/2 TL Kreuzkümmel
Piment d'Espelette
100g Erbsen
2 EL Soja-Sauce
1-2 EL Apfelessig
Dill/ Basilikum/ Koriander
Oliven
Salz, Pfeffer
Kokosfett/ Olivenöl/ Sesamöl

 

Zubereitung:

Etwas Kokosfett in einem kleinen Topf erhitzen, Curry und Curcuma kurz anrösten, Reis zufügen, Lorbeer-Blätter, Salz und mit entsprechend Wasser auffüllen und bei geschlossenem Deckel weich garen. Lorbeer-Blätter entfernen.

Räuchertofu in Würfel schneiden und in Sesam-Öl knurspig braten und zur Seite stellen.

Fenchel putzen, halbieren, Strunk entfernen und in feine Scheiben hobeln. Zusammen mit dem Kreuzkümmel und dem fein gewürfelten Knoblauch in einer Pfanne in etwas Olivenöl rösten (m: 2-3 EL Gemüsebrühe angeschüttet, Deckel kurz aufgelegt) und den Fenchel dann so lange garen, bis er weich aber noch etwas Biss hat, dabei leicht salzen, mit Piment würzen und mit Ahornsirup würzen.

Nun die frischen Kräuter fein wiegen, das Obst der Wahl würfeln oder vorbereiten, die tiefgefrorenen Erbsen kurz garen und abschrecken und dann alle Zutaten miteinander in eine Schüssel geben. Würzen mit Soja-Sauce und Apfelessig, salzen und pfeffern - fertig.

Anmerkung m: sowohl mit unterschiedlichem Obst wie Kräuter zubereitet: Pfirsich mit Basilikum, Mango-Koriander, Dill - Granatapfel... mal mit mal ohne Oliven

 

Vorpremiere: Veggie-Frikadellos

Donnerstag, 10. August 2023


Heute gibt es mal reine Foodblog-Spielerei. Die Zusammenfassung - Edit 1 - von den Gemüse-Bratlingen steht an. Dabei türmen sich in der Wartehalte die einschlägigen Rezepte nur so. Das ist definitiv ein kulinarisches Lieblingsthema, denn ich werde in keinster Weise müde, mich weiterhin daran auszuprobieren. Oder sie mit viel Lust zu essen.

Diese Veggie-Frikadellos habe ich für die Vorpremiere ausgewählt, weil sie sich für vielerlei Dinge eignen, um solche Buletten genauer unter die Lupe zu nehmen.

Genau genommen handelt es sich hierbei ja nicht um Gemüse-Bratlinge, sondern es ist ein Versuch, eine Frikadelle ohne Fleisch zu basteln. Viel Gemüse ist nicht drinne. Eigentlich eine Kategorie für sich. Oder eine Unterkategorie. Ihr merkt: ich mach da eine Wissenschaft draus...

Aber derlei Bratlinge sind auch echte Klassiker und anhand dieser kann ich viel verdeutlichen. Ein gutes Pflanzerl ist von der Konsistenz nicht labberig sondern hat Biss. Und: it's all about spices! Aus ein und demselben Rezept kann man unzählige Varianten kreieren - allein durch die Art, wie man sie würzt. Und wir stellen uns ja nicht in die Küche, um irgendwelche Luschen in die Pfanne zu werfen, stimmts?!

Beispiele:

    ---- Landküche: mit frischen Kräutern - Petersilie, Schnittlauch, Estragon, Dill, Korianer...
.
    ---- mediterran: Rosmarin, Thymian, Oregano, Oliven (tapenade), Knoblauch...
.
    ---- Gewürzmischungen: Curry, Ras el Hanout, Baharat, Garam Masala, Cinq Espices...
.
     ---- exotisch: Ingwer, Salzzitrone, Harissa...
.
    ---- schnell & easy: Pesto aller Art

 

Dieses Modell an Frikadello hat uns gut gefallen. Das Grundgerüst stimmt. Dabei kann man sich überlegen, ob es das Soja-Geschnetzelte braucht und man (stattdessen) nicht auf Pilze zurückgreift. Als Alternative etwa.

Das Ursprungsrezept nimmt dafür frisches Brot, das gewürfelt und im Ofen kurz geröstet wird. Dafür wird etwas Wasser zum Quellen dann an die Vormischung aus Brotwürfel und Soja-Geschnetzeltes gegeben. Ich habe dafür komplett getrocknetes Brot verwendet, dass mehrfach (da Vollkorn) mit kochendem Wasser wieder erweicht und dann gut ausgedrückt wird. Die Veganer ersetzen das Ei - noch hat mich seither kein Eiersatz richtig zufrieden gestellt. Meist gibt das Ei einfach einen guten Zusammenhalt.

Damit ihr seht, wie leicht es sich mit solchen Rezepten spielen läßt, habe ich daraus kurz danach überbackene Zucchini gebastelt (dafür die Zutatenliste etwas kleiner geschraubt - geht gut -, geraspelten Käse untergemischt und für ca. 35min in den heißen Ofen geschoben). 

Eine Nasenlänge hat DIE Uridee der Veggie-Frikadelle die Nase vorn, diese nämlich aus Grünkern - dafür sind diese mit Tofu und Brot aber deutlich schneller auf den Teller gebracht.




 Zutaten 2P/ 8 Stück:

30g kleines Soja-Geschnetzelte
50ml Gemüsebrühe
80g getrocknetes Brot*
125g Tofu*
2 Frühlingszwiebeln
3 Knoblauchzehen
(opt. 50g Shiitake-Pilze)
1/2 Bund Petersilie
2 TL Thymian
25g Kichererbesenmehl
20g Kartoffelstärke
(evt. 1-2 EL Semmelbrösel)
1 Ei
1 TL Pimenton dela vera
1 TL Paprika-Pu
1 EL Tamari 
Salz, Pfeffer
Sonnenblumenöl

 

 Zubereitung:

Soja-Geschnetzeltes wie gefordert für ca. 10 min in heißer Gemüsebrühe quellen lassen. Brot (je nach Frischegrad/ Trockenheit) in heißem Wasser einweichen, bis es ganz weich ist und dann gut ausdrücken.

Zwiebeln und Knofi (sowie Pilze) fein würfeln. Tofu zerkrümmeln. Und alle Zutaten in einer Schüssel gut vermengen und würzig abschmecken (eine solche Frikadelle will auf keinen Fall lasch daherkommen!).

Mit feuchten Händen 8 Frikadellen formen und im heißen Öl auf beiden Seiten golden und knusprig braten. 

Anmerkung m: bißchen mehr oder weniger Tofu - egal. 150g funktioniert genaus. Oder 100g...

Inspiration: Seitan is my motor 

 

2. Advent: gefüllte Karotten-Kartoffel-Knödel

Sonntag, 4. Dezember 2022


Als Teenie schlackerte mir manchmal die Mimik wie bei einem Baby-Elefanten der Rüssel. Ich konnte gar nicht kontrollieren, dass man mir oft eins zu eins am Gesicht ablesen konnte, was ich denke. Nicht zwingend vorteilhaft. Sehr oft war ich nämlich genervt. Zumal man im frisch geschlüpften Körper dünnhäutiger reagiert, feiner, extremer.

Daher kann ich verstehen, dass sich gerade junge Menschen angezogen fühlen von der Bewegung *Die letzte Generation*. Selbst wenn ich ganz bei Steffi und Thorsten bin: was intressiert es die indischen und chinesischen Bestrebungen samt den dazugehörigen CO2-Emissionen, wenn sich in Gelsenkirchen jemand auf der Straße festgeklebt (wobei die Geschichte mit den CO2-Emissonen... siehe Marijn Poels... aber lassen wir das). 

Dabei ist die Veränderung des Klimas nur eines von zahlreichen Problemen. Wer noch einen Funken lebendige Faser an seinem Kadaver spazieren trägt, muss den Zustand unseres Planeten beunruhigen. Es ist offensichtlich, dass wir nicht Lucky Luke-mäßig einem rosigen Sonnenaufgang entgegenreiten. Der Welt gehts nicht gut. Die Erde ist in einem schlechten Zustand.

Wie außen so innen. Alles zeigt sich symbolisch. Doch wir bekommen nur noch schwer die Entsprechungen zusammen. *Alles hat eine doppelte Bedeutung. Der Grad der Verschmutzung unserer Erde, spiegelt den verdreckten Zustand unserer Seelen wider*, sagt der Habib. Wo - nennt mir einen Bereich - , richtet sich die Menschheit nach Werten, unterstellt sich diesen und handelt nach diesen Maximen. So, wie wir mit dem Biotop, in dem wir leben, umgehen, gehen wir mit uns selbst um. Das hat Rückkopplungen ebenso auf unser soziales Leben, unsere Beziehungen, unsere Zufriedenheit. Lügen, Verdrehungen, Hysterie, Hass... das stapelt sich als Mülldeponie im Geist.

In der rauschenden Außenwelt sorgt man sich um Kriegsmüdigkeit, beschwört Waffenbrüderschaft, erklärt ganze Bevölkerungsgruppen zu Feinden. Keine Ahnung, wer das mitträgt und gut heißt. Ich nicht. Wie vieles andere ebenfalls nicht. Von diesem Außen kann ich mich nur angewidert abwenden. Stattdessen suche ich nach Licht. Es ist Advent. Ist das nicht die Zeit im Jahr, die besonders danach ruft? Ähnlich wie es Kleist formuliert in seinem Text *Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden*, wenn er verwickelt vesteckt in seinen Überlegungen: *Ich pflege dann gewöhnlich ins Licht zu sehen, als in den hellsten Punkt, bei dem Bestreben, in welchem mein innerstes Wesen begriffen ist, sich aufzuklären.

Deshalb erhält meine ungeteilte Aufmerksamkeit nicht jeder, der glaubt, etwas zu sagen zu haben. Sollen sie hetzen. Ich höre ihnen nicht zu. Sollen sie wüten, aber ich spiele nicht mit. Eine schöne Perle habe ich euch stattdessen für den 2. Advent herausgesucht.

Müßte ich einen freundlichen Waldelferich in einem Kinofilm besetzen... ich hätte ihn gefunden: Egbert van Bart (s.u.). Als wäre er dem zauberhaften Buch *Von Elfen, Gobblins und Spuckgestalten* entsprungen. Ihm leihe ich gerne mein Gehör: Gib dich bedinungslos dem Wunder und Geheimnis der Schöpfung hin. Du bist ein Teil davon. Es sind unsere Gedanken, durch die wir uns von der Einheit entfremden. Das, was dir widerfährt im Leben, hat mir dir zu tun und ist nur für dich bestimmt. Du hast damit umzugehen. Wenn du Selbstverantwortung für deine Reise übernimmst, dann erst kannst du dein eigenes Wesens entdecken - gespiegelt von der Welt.

10 Minuten Mensch, die mir Freude machen ... 

 


Freude machen mir auch diese Knödel. Für mich eines der besten Knödel-Rezepte überhaupt. Die Konistenz ist einfach genau richtig: nicht zu fest, nicht zu weich - mit Biss aber soft. Außerdem behalten sie gut die Form

Zwei verschiedene Füllungen stelle ich euch vor - up to you. Dann wartet ein Sonntagsessen!


Geschwister im Blog-Universum: 

**** diese Kartoffel-Gnocchi - siehe hier oder auch hier

**** diese gefüllten Kartoffel-Knödel


Zutaten - 8 Stück:

450g Kartoffeln
100g Karotte, fein gerieben
100g Hartweizengrieß, fein
100g Mehl (m: D1050)
1 EL Kartoffelstärke
50g geriebener Parmesan (optional)
1 Eigelb
Salz
...
Füllung I:
100g geräucherter Tofu
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
1 EL Tamari
1 EL Petersilie, fein gehackt
Pilz-Pulver
Harissa 
...
Füllung 2:
30g Grünkern, grob geschrotet
1 TL Gemüsebrühe-Pulve
1 EL Tamari
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 Champignons
Paprika-Pulver
Pimenton de la vera
1 EL Petersilie, fein gehackt
...
3 Stangen Lauch
1 EL Meerrettich-Crème
1 EL Crème fraîche
etwas Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
etwas Zitronensaft
1 EL Butter

 

Zubereitung:

Kartoffeln als Pellkartoffeln aufsetzen und kochen.

Währenddessen die Füllung zubereiten. Für Füllung II Grünkern mit 50ml übergießen und gut 15min quellen lassen. Ansonsten sehr ähnliche Vorgehensweise. Tofu in kleine Würfel schneiden/ Pilze in kleine Stücke schneiden. Schalotte und Knoblauch fein hacken. In etwas Olivenöl anschwitzen, dann restliche Zutaten zugeben und ebenfalls mitbraten, bis alles gar ist. WICHTIG: bei allen Füllungen gilt diese etwas zu überwürzen, damit nachher der Effekt stimmt! Füllung etwas abkühlen lassen.

Für das begleitende Gemüse den Lauch rüsten, dann in feine Ringe schneiden. In etwas Butter in einer tiefen Pfanne anbraten, dann Brühe und Crème zufügen und bei geschlossenem Deckel weich garen. Zuletzt mit Meerrettich und Zitronensaft abschmecken. Warm stellen.

Die gegarten Kartoffen, abschütten, schälen und noch warm durch die Presse drücken. Zuerst mit dem Mehl und Hartweizengrieß mischen, dann mit restlichen Zutaten. Den Teig nur so lange kneten, bis er homogen und nicht mehr klebend ist. 

WICHTIG: nicht überkneten, sonst wird der Teig speckig!

Die Masse zu 8 gleichgroßen Kugeln formen. Jeweils eine Kugel auf der linken Handfläche schon platt drücken. Dann mit einem Teelöffel die Füllung in die Mitte plazieren und den Kartoffelteig drumherum verschließen. So verfahren bis alle Knödel gefüllt sind.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Knödel in das siedende Wasser gleiten lassen und so lange garen, bis sie an die Wasseroberfläche steigen. Herausnehmen, abtropfen lassen und zusammen mit dem Lauch servieren.



Goodie: von außen betrachtet - Blick auf Mond und Erde von der Orion-Kapsel der Nasa aus, die fast 500 Tausend Kilometer entfernt von der Erde unterwegs ist. THINK BIG! Schönen 2. Advent euch allen!

ver*huhn*zt - Chicken Nuggets aus Tofu

Mittwoch, 20. Juli 2022


Ist das ein schlimmes Wortspiel? Ver*huhn*zt. Bitte! Da rollen sich doch einem die Fußnägel hoch! Wobei es für das Thema, worauf ich hinaus will, eigentlich noch nicht fürchterlich genug ist. *Man* (die Menschheit) bastelt nämlich schwer am Huhn. 

Und zwar haben israelische Forscher 'Hühner per CRISPR/Cas gentechnisch so verändert, dass keine männlichen Nachkommen schlüpfen. Dabei soll nur an die männlichen Nachkommen ein tödliches Gen weitergegeben werden, welches die Küken (Embryo) schon im Ei absterben lässt. Gleichzeitig sollen sich die weiblichen Nachkommen normal entwickeln und als Legehennen eingesetzt werden' (via Agrar-Presseportal). Die*Neuerfindung Huhn* soll sogar schon zum Patent angemeldet worden sein. Und eine amerikanische Kooperation zur Vermarktung hat sich ebenfalls bereits gefunden.

Um solchen Innovationen keine Steine in den Weg zu legen, hält sich die EU nicht mit tiefergehenden Kontrollen auf. Profit first. Die Patentanmelder gehen von einer *100% sicheren Technologie* aus - und derlei Angaben 'scheinen für die EU-Kommission auszureichen, um die Legehennen samt deren Eier von der gesetzlich vorgeschriebenen Zulassungsprüfung und Kennzeichnung auszunehmen'. Prima!

Sehr vermutlich wird eine solche Einmischung in die Natur für *humaner* befunden - schließlich würde der seither völlig *unhumane* Prozess des männlichen Kükenschredderns dadurch abgelöst; bzw. bereits vorverlegt ins Ei. Und wo genau fängt Leben jetzt an... wer will das definieren? Da landet man ja ganz schnell in diesem verschlungenen Klassiker der Philosophie: was war zuerst da, das Huhn oder das Ei. Und wem wird bei derlei Überlegungen nicht ähnlich durmelig wie bei diesem unerträglichen Dauerschleifenkindergartenlied vom dem sich umkehrenden, roten Pferd...  Last but not least: was ist schon human? 

Halten wir also fest: It's all about perspective. Oder wie heißt es ebenfalls so schön: es hat halt alles seine Vor-und Nachteile. Etwa dass durch die Verfahren der neuen Gentechnik auch unbeabsichtigte und unvorhersehbare genetische Veränderungen ausgelöst werden können. Brave New World beginnt u.a mit Frankensteins Hühnern.

Gut, das nennt sich dann wohl (oder übel) Evolution Dreipunktnull: Menschen haben nun mehrere Geschlechter, das Huhn nurmehr nur noch eines. Das wars für den Halunken Hahn. Und sein *Schmäh* wie diese gezeichnete Postkarte von Michael Sawo, wo ihm der ganze Hühnerstall *Hühnerficker* hinterherruft (über die wir uns Mädels in der Pupertät kaputt gelacht haben), gehört eh schon längst nostalgischen Orten an...


 

Noch bekomme ich Eier von unserer Nachbarin (erinnert ihr euch noch an die Putzerhühner?). Und bei der kräht unbekümmert weiterhin der Hahn auf dem Mist. Sollte die mal keinen Bock mehr auf Huhn haben, dann muss ich entweder selbst ran oder auf Eier verzichten. My Erbgut - my choice... oder so...

Zu diesem Thema passt doch wie gemacht das heutige Rezept. Und was soll ich sagen: ich fand diese Nuggets absolut spitze! Jetzt steinigt mich nicht! Ich behaupte ja nicht, dass die Dinger genaus so wie Chicken Nuggets schmecken (als ob ich eine Ahnung hätte wie Chicken Nuggets schmecken). Aber who cares? Die Teilchen schmecken super - das reicht mir völlig. Und wenn ihr euch für diese Tofu-Stückchen andere Namen ausdenken wollt, nur raus damit (jetzt wäre eine Kommentarfunktion doch wieder lustig).

 

Zutaten 4P:

500g Tofu
Marinade:
2 EL Soja-Sauce
2 EL Sonnenblumenöl
1 1/2 TL geräuchertes Paprika-Pu
1/4 TL Curry
1 TL Knoblauchpulver 

ca. 40g Maisstärke gemischt 
mit 1/2 TL geräuchertes Paprika-Pu
Sonnenblumenöl zum Braten

 

Zubereitung:

Am Vorabend Tofu 30min zwischen Küchentüchern beschweren, pressen, damit er etwas Feuchtigkeit verliert. Dann wieder einwickeln (möglicherweise wenn klug geöffnet in die einstige Verpackung) und über Nacht einfrieren, 

Am nächsten Tag komplett auftauen lassen, wieder 30min zwischen Küchentüchern auspressen.

Ofen auf 200°C vorheizen.

Tofu in Stücke rupfen/ zupfen. Die Marinade herstellen, indem alle Zutaten in einer größeren Schüssel miteinander vermengt werden. Die Tofu-Stückchen darin wenden. Dann das Gemisch aus Maisstärke und geräuchertem Paprika-Pulver darüber streuen und den Tofu auch darin nochmals wenden. 

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit Öl besprenkeln, die Tofu-Stücken darauf verteilen und in 30min backen  knusprig backen.

Anmerkung m: nur die Hälfte gemacht/ bei uns gabs dazu gleichzeitig gebackene Ofen-Kartoffeln, etwas pfannengerühres Gemüse sowie Rohkost. Die *Käse-Sauce* aus Cashews stelle ich ein anderes Mal vor... aber ein Dipp zum Ditschen gehört auf jeden Fall dazu!

Quelle: YT: Healthy Foodie PH 

 

Pamina & Tamino: Maple Sesam Tofu with sticky Coconut-Rice and Pak Choi

Freitag, 25. Februar 2022


*Und was die Mitte bringt ist offenbar, das was zu Ende bleibt und anfangs war*(Goethe). Weil wir das Wort *Entwicklung* nicht mehr richtig verstehen, schauen wir auch nicht mehr richtig hin. Dabei ist das Wort eigentlich selbsterklärend: etwas/ jemand ent-wickelt sich, rollt sich in Gänze auf. Der Prozeß des Wachstums zieht Geschehnisse lediglich zeitlich auseinander. Das ändert aber nichts daran, dass im Beginn bereits die komplette Geschichte versteckt ist. *In der 'Eins' ist alles enthalten, ist alles drin*, pfegt mein Habib zu sagen, *ein Kind kommt fertig auf die Welt.*

Aber anscheinend ist das für das menschliche Vorstellungsvermögen eine (zu) große Transferleistung: im Apfelkern bereits die Rinde, die Wurzeln, die Äste und Zweige, den Stamm, die Knospen, rosanen Blüten und Früchte zu sehen, die in dem schwarzen Samen eingeschlossen sind.

Schade eigentlich, dass nicht mehr im Bewußtsein verankert ist, wie symbolisch sich das Wesentliche offenbart - vielleicht würde die ein oder andere ihre Kinder mit größerer Neugier beobachten. Als Beispiel hatte ich mir vor Jahren dazu Gedanken gemacht zum Thema *Kuscheltiere*. Denn auch mein eigenes, verhätscheltes Kuscheltier verwieß ganz deutlich auf meinen in der Zukunft wartenden Habib. Mehr will ich darüber nicht erzählen  (# intimitätskleinlich), aber so viel sei verraten, dass ich mein Stofftier mit einem Griff vorzeigen könnte. (s. dazu auch diese nette Fotoserie von runtergeliebten Kuscheltieren).

In meiner Jugend flüchtete ich mich viel in Träumereien. Und nie schwebte mir Ruhm, Karriere, Status oder Reichtum vor. Stattdessen ich malte mir in den lebhaftesten Farben aus, wie ich *dem Einen* irgendwann begegne, wie Innigkeit, Verbundenheit, Vertrauen, Hingabe und Ehrlichkeit vielleicht doch erfahrbar für mich werden könnte  - wenn nicht im Elternhaus dann aber später... irgendwann (offenkundig: # Team Romantik)

Nun, aufgrund meiner eigenen Erfahrung bin ich der festen Überzeugung, dass man als Kind/ Jugendlicher ganz viele Vorahnungen hat,  die eigene Biographie betreffend. Zumindest aber träumt man sich mit seiner Gedankenkraft wie mit einem Magneten einen großen Batzen seiner Vita heran und schöpft so mit an der eigenen Lebensgeschichte.

Für mich war seit jeher das Wichtigste, Spannendste und Interessanteste das Zwischenmenschliche/ menschliche Begegnungen. So ist es (hier) ein offenes Geheimnis, dass ich Kennenlerngeschichten liebe. Die kann man mir gar nicht umständlich und ausführlich genug erzählen. Denn auch für die  gilt: in ihrem Anfang ist alles enthalten. Und stets staune ich, wie offenbarend dieser Startschuß ist für eine Beziehung und wie deutlich die Art und Weise des Erzählens die eigentlichen Verhältnisse wiederspiegelt. Tja, und wie wenige (leider) die große Liebe erfahren - das kommt damit by the way ebenfalls zu Tage.

Ein Vorurteil muß ich neuerdings über den Haufen werfen - dank Hannah und Shane (s.u.). Ich dachte, eine Liebesgeschichte, die im Internet beginnt, kann nicht romantisch sein. Kann sie aber! Wenn man ihrer Geschichte Glauben schenken mag. Tja, und ist das nicht die ganze große, generelle Frage dieser Zeit? Wem oder was glaubt man? Es gibt eine Opposition, die Hannah und Shane für Fake halten, alles lediglich publicity um Geld für Behinderte zu sammeln. Was sagt das über einen selbst aus, welcher Gruppe man sich anschließt? Oder über unsere so verlogene wie körperkultige Zeit, dass ein solcher Verdacht überhaupt aufkommt? Zweifel, weil zu schön, um wahr zu sein?

Nehmen wir einfach mal an, dass die beiden tatsächlich verheiratet sind. Dann aber muss ich feststellen, dass die Vorurteile gegenüber Paaren mit Altersunterschied absolutely nothing sind im Vergleich zu dem, was sich Paare anhören müssen, wenn einer von beiden körperlich eingeschränkt ist. Und zwar von den gleichen Spakken mit verkrüppelten Herzen, die wir zu gut kennen, die selbst keinen blassen Schimmer haben von Miteinander, Intimität und Harmonie. Doch wertvoller als diese Randerscheinung finde ich, wie unerklärlich Gottes Wege und wie Maschentausendabertausendweit manche Seelen im Teppichtibet miteinander verwoben sind. Immerhin so viel Gewissheit kann ich euch mitgeben: bei meiner eigenen Geschichte bin ich mir ganz sicher! Und bei Mozarts Pamina und Tamino sowieso!



 

Ein gelungenes Zusammenspiel verschiedener Texturen und Aromen ist dieser Teller, den ich euch heute vorschlage. Hauptakteur ist ganz klar der Tofu, der einen erstklassigen Gewürz-Rundumschlag hinlegt: von süß-salzig-unami-scharf-cremig... alles dabei. Gut, viel hilft auch viel - und mit Hoisin-Sauce sollte man wohl an alles Geschmack bekommen (gibt es die in D eigentlich in Bio?). Mein heimlicher Star aber war der Reis, in den ich mich hätte reinlegen können. Der war einfach köstlich dazu. Überhaupt, was soll ich sagen, wir haben diese Portion, die eigentlich drei Personen satt machen sollte, fast zu zweit geschafft. Vor allem dank meinem Engagement ;)

 

Zutaten 3P*:

400g Tofu
2-3 EL Maisstärke
1 1/2 TL 5 Spices (5 parfumes)
Sonnenblumenöl
1 rote Zwiebel
1 Stück Ingwer (ca. 2cm)
2 Knofi
1 Chili (m: Harissa)*
3 TL Sesam
1 EL Soja-Sauce
2 EL Hoisin-Sauce
2 EL Ahornsirup
1 EL Tahini

150g Reis
125 ml Kokosmilch
125ml Gemüsebrühe (evt. plus)
50g Kokos-Raspel
2 Kardamom-Kapseln
1 Lorbeerblatt
Salz, Pfeffer 
Kokos-Öl

1 Pak Choi (ca. 500g)
2 Karotten
2 Knoblauchzehen
2 EL Tamari
2 EL Gemüsebrühe
Piment d'Espelette
Olivenöl

Zubereitung:

Den Tofu aus der Packung nehmen, in Küchenpapier wickeln und pressen (beschweren), damit etwas Feuchigkeit verloren geht und der Tofu fester wird (m: ca. halbe Stunde). 

Parallel den Reis aufsetzen. Den Kardamom andrücken und zusammen mit dem Lorbeerblatt in Kokosfett anrösten. Reis zugeben und ebenfalls kurz mitbraten. Dann Kokos-Raspeln, Brühe und Kokosmilch zufügen und bei kleiner Hitze und zugedeckt garen. Immer wieder umrühren und aufpassen, dass nichts am Topfboden anhängt. Gegebenenfalls noch etwas Brühe zufügen. Gewürze entfernen, salzen, peffern.

Den Pak Choi waschen. Die Stiele und die Blätter getrennt in Streifen schneiden. Die Karotten bürsten, halbieren und schräg in Scheiben schneiden. Den Knofi fein hacken. In einer großen Pfanne den Knoblauch in heißem Öl anbraten, die Karotten zugeben sowie die Pak Choi-Stiele. Kurz mitschwenken, dann Tamari und Brühe anschütten und bei kleiner Hitze und geschlossenem Deckel etwa 10 min garen. Kurz vor Ende das in Streifen geschnittene Grün ebenfalls weich garen. Nochmals abschmecken.

In einer Schüssel Stärke mit dem 5Spices mischen. Den Tofu in kleine Stücke brechen und darin gut wenden. In einem Wok (oder ähnlichen Pfanne) das Öl erhitzen und den Tofu darin knusprig braten. Währenddessen die Zwiebel in grobe Würfel schneiden, den Knofi sowie den Ingwer feinst hacken. Die Chili ebenfalls klein schneiden (m: Harissa verwendet, weil ich so die Schärfe für uns besser dosieren kann - je nach Chili-Sorte wird es mir sonst schnell zu scharf). Wenn der Tofu knusprig ist, Zwiebeln, Ingwer, Chili und Knofi sowie den Sesam zufügen und ebenfalls etwas mitrösten. Zuletzt die Zutaten in den restlichen Gewürze - Soja, Hoisin, Ahornsirup - schwenken. Als letzten Schliff die Tahini in die Pfanne schmelzen und alles ein wenig cremiger machen lassen.

Zusammen mit dem Kokos-Reis und dem Gemüse servieren.

 

Anmerkung m: Ich kann hier den Tofu nur in 200g Packungen kaufen - das war mir für dieses Gericht, in dem der Tofu die Hauptrolle spielt, für uns zwei an Menge zu wenig. 400g für 2 Personen sind wiederum recht viel, vorallem in Kombi mit Reis und Gemüse. Die Rezept-Menge sollte also gut für 3 Personen reichen

Inspiration Tofu: Avantgarde Vegan



Ganz Service-Blog verlinke ich euch noch die documentary über Shane, dank der Hannah auf Shane aufmerksam wurde (wie sie hier erzählt) und dann noch auf den Youtube-Chanel der beiden mit der *How we met*-Episode. Doch bedeutend schöner als Kriegsberichtserstattungen, oder?

Roule ta boule - Spezial und Dubb-Tofu-Bällchen

Sonntag, 9. Januar 2022


Die Überschrift *Roule ta boule* habe ich geklaut und zwar heißt eine neueröffnete, kleine Handwerksbäckerei hier so. Noch kann ich nichts über ihre Sachen sagen, denn ich habe dort seitdem nicht eingekauft. Zum einen backe ich bekanntermaßen selbst, zum anderen ist die Konkurrenz groß. Beinahe jedes Dorf hat seinen eigenen Bäcker. Doch eine Chance muss ich ihr trotzdem geben!

Dieses, nein, letztes Jahr, habe ich unsere Feriengäste alle zwei Dörfer weitergeschickt, um das prämierte Croissant (ich erzählte) zu verkosten - das darf man sich ja nicht entgehen lassen. Aber ich wieß auch stets darauf hin, dass sie sich deshalb in ihrem Urteil nicht direkt voreinnehmen lassen sollen. Denn nachdem nun Jérémie aus Gigors, vraiement un brave mec,  vor wenigen Monaten ein Dorf weiter seine Bio-Bäckerei *Miche et Baguette* aufgemacht hat, ist für mich der Pokal für das beste Croissant Frankreichs schon wieder weitergewandert. Ich finde Jérémies Corissants sensationell! Aber Gleiches gilt für Baguettes. Ich kann locker drei Boulangerien aus dem Ärmel schütteln, alle dicht beeinander, und ein Baguette besser als das andere. Ich wüßte wirklich nicht, warum ich Baguettes oder Croissants backen sollte - zudem ich die Meister hier definitiv nicht überflügelt bekäme.

Aber ich schweife ab. Denn eigentliches Thema sind die kleinen Kugeln, die jeden Teller um einen schönes, kulinarisches Amuse Gueule bereichern. Gerade für die veganen/ vegetarischen Bowls sind solche Bällchen für mich das i-Tüpfelchen, DIE Aufwertung jeden Gemüsetellers. Abgesehen davon habe ich sowieso einen ausgeprägten Hang für Puffer aller Art. Deshalb heute zusätzlich ein kleines Spezial für euch.

Gnocchi, der nächste feine Fetisch, kann man prinzipiell rund rollen - daher habe ich euch mal zwei aus meinem Sortiment herausgesucht. Knödel wie Serviettenknödel sind traditionell gekugelt und kommen daher meiner einschlägigen Lust sehr entgegen. Aber heute habe ich mich auf die kleineren Kügelchen konzentriert.

Diese Tofu-Bällchen, die im Original * Vietnamese Style Meat-Balls* heißen, habe ich nun schon öfters zubereitet, weil: DUBB. Ihr wißt Bescheid! Ich finde die richtig super, gelingsicher, köstlichst, knusprig - bref: kann man eigentlich nicht viel besser machen. Besonders gut gefällt mir die Zitronengras-Note in den Gewürzen (coucou Kerstin). Dank des Original-Titels zählen sie außerdem zu meiner vegangen *Schlachtplatte* - eine Kategorie auf die ich in Kürze wieder zurückkommen werde und die mir viel Spaß bringt. Aber jetzt erst einmal Daumen hoch für diese Tofu-Bällchen - wie immer leicht abewandelt von mir!

 

 Zubereitung:

200g Tofu
1 TL Harissa
1 handvoll Koriander, gehackt
1 TL Thai-Basilikum*
1 EL Zitronengras-Paste*
1 EL Sesam
1 TL Tomatenmark
2 Knoblauchzehen, fein gehackt (oder Knofi-Pulver)
1 TL Salz
 ca.  1 EL Buchweizenmehl 

Dressing:

60ml Soja-Sauce 
100ml Wasser
2 TL Sriracha-Sauce
3 TL Ahorn-Sirup
2 TL Ketchup
2 TL Knoblauchpulver

Zubereitung:

Den Tofu aus der Verpackung nehmen und ca. 1/2 Stunde zwischen Küchentüchern beschweren und so etwas auspressen.

Ofen auf 180°C vorheizen - klappt aber genauso einwandfrei, die Bällchen mit Geduld in der Pfanne zu braten - up to you!

Den Tofu entweder per Hand fein zerkrümmeln oder mit Hilfe des Zauberstabs (letzteres hat sich bei mir durchgesetzt, weil schneller). Nun mit allen restlichen Zutaten für die Bällchen gut vermischen. Je nachdem noch etwas Buchweizenmehl wenn nötig zufügen.

Zum Formen die Hände leicht bemehlen (habs aber auch schon mit feuchten Händen gemacht - schau, was besser für dich funktioniert), einen Löffel der Mischung auf die Hand geben und rund rollen. So fortfahren, bis alle geformt sind.

Nun, original eine unbeschichtete Pfanne über mittlerer Flamme erhitzen und die Bällchen darin 3 min golden braten, auf ein Backblech mit Backpapier umsetzen und im vorgeheizten Ofen 15 min durchbacken.

Zusammen mit dem Dressing servieren.

Anmerkung m: Mit den Gewürzen bitte ich euch zu spielen. Petersilie statt Thai-Basilium etwa. Oder statt der Zitronengraspaste, ich extra geschickt bekam (nochmals Coucou Kersin) passt auch eine Curry-Paste, die Zitronengras enthält als Alternative. Sesam kann mit hinein - muss nicht. Wichtig ist, dass die Grund-Tofu-Masse funktioniert - und das tut sie!

Inspiration: Avantgardevegan

 

 

Gemüselastiges Boule-Spielen und für jeden was dabei. Bitte schön, bitte bedienen Sie sich reichlich!

 

       

       

       

       

vorgesorgt: veganer Auberginen-Brotaufstrich

Donnerstag, 26. August 2021

 

Ich komme nicht hinterher, meine Rezepte zu verschriftlichen. Aber schließlich blogge ich auch, um für mich selbst festzuhalten, was ich wiederholungswürdig finde. Was will ich machen: die Rezepte stapeln sich nur so. Nach Jahren der Bloggerei hat sich verselbstständigt, dass ich gerne neue Dinge ausprobiere. Ich hoffe, dass ich bald wieder mehr Zeit für das Blog finde.

Herausgegriffen für heute habe ich den veganen Brotaufstrich aus Aubergine, um euch einen kleinen Einblick in meine Sommer-Vorräte für den Winter zu geben - vieles kennt ihr bereits, ich bleibe meinen Eichhörnchen-Anlagen treu (auf dem ersten Foto zu sehen sind außerdem: Kompott, Ofentomaten und confierte, eingeweckte Kirschtomaten). Es liegt Herbst in der Luft. Wer erst jetzt ans Einmachen denkt,  ist spät dran...

Wir machen noch immer Intervallfasten - allerdings nicht mehr so streng wie letzten Sommer. An manchen Abenden essen wir noch ein Brot. Und da hatte gerade der Habib Gefallen an einer gekauften Auberginenpaste gefunden. Logo, wollte ich die nachmachen, sobald es wieder Auberginen-Zeit ist. Nun geht diese bald ihrem Ende entgegen, ich muß mich also ranhalten, damit ihr bei Lust und Laune nachziehen könnt.

In meinen Anfangsjahren in Südfrankreich konnte ich mit Aubergine nicht viel anfangen. Was mit Sicherheit damit zusammenhängt, dass die Aubergine als Gemüse in meiner Kindheit nicht existent war - ich erinnere mich an kein einziges Gericht damit. Nun liebe ich diese Frucht der südlichen Länder sehr, habe mittlerweile auch viele tolle Rezepte zusammengesammelt und bin froh, dass sie bei uns im Treibhaus so gut wächst.

Der Brotaufstrich besteht aus ähnlichen Zutaten wie das berühmte Baba Ganoush, das hier in der Ottolenghi-Version auf dem Blog zu finden ist (und bei der man wirklich sehr gut, die Gurke rauskürzen kann). Wichtig war mir, dass die Paste schön streichfähig wird. Und voilà, voilà, der Habib befindet seinen neuen Brotaufstrich für gelungen - womit er zukünftig einen Platz in meiner Speiß ergattern konnte. So eine Brotstulle mit Tomätchen und Gurke ist aber auch was Feines... Einfache Gartenküche ganz nach grain-de-sel-Art!




Zutaten - 5 Gläser à ca. 100ml:

2-3 große Auberginen (1kg)
200g Räuchertofu
3 Knoblauchzehen
3 EL Tahini-Paste
2 EL Olivenöl
Salz
1 Limette, Saft davon
2 EL Granatapfelsirup
1 -2 EL Tamari
(optional 1/2 Bund Petersilie)
2 EL Kichererbsenmehl 

 

Zubereitung:

Den Backofen auf 220°C vorheizen. Die Auberginen ringsherum mit einer Fleischgabel oder einem spitzen Messer einstechen und in eine ofenfeste Form geben. Je nach Größe ca. 30min in den Ofen schieben, bis die Aubergine durchgegart ist.

Etwas auskühlen lassen, halbieren und mit einem großen Löffel das Fruchtfleisch rausschaben. In ein Sieb geben und gut ausdrücken (m: mit den Händen). 

Alle Zutaten (außer dem Kichererbsenmehl) in einen Mixer geben, fein pürieren und leicht überwürzen - das braucht die Pasta um ihre Würzigkeit als Aufstrich auf dem Brot nicht zu verlieren (sonst droht, dass er zu fad schmeckt).

Ich habe die Masse dann in einen Topf gegeben, erhitzt und dabei das Kichererbsenmehl untermischt. Es gilt, dabei immer zu rühren, sonst hängt der Aufstrich am Topfboden an. Dann zügig arbeiten und die Auberginenpaste in Gläser füllen und einwecken, wie ich es für meine Ofentomaten beschrieben habe - wer eine andere zuverlässige Einweck-Methode kennt, darf auf diese zurückgreifen. Da ich  mit meiner gut fahre, bleibe ich bei ihr.

 

Take away - Tofu Süß-Sauer

Donnerstag, 20. Mai 2021

 

Ganz ehrlich: würde ich in der Stadt leben, würde ich auch nicht jeden Tag kochen. Bequemlichkeit siegt! SELBSTVERSTÄNDLICH würde ich dann ab und an beim Liefer-Service durchklingeln oder Take Away etwas aufgabeln. Tja, aber Landnachteil. Weit und breit nix zu holen in der Hinsicht. Das wird wohl erst eine Option, wenn fliegende Drohnen die Menschen in einer weiteren Sparte der prekären Jobs ersetzt haben. Und selbst dann müsste die Maschine echt nen Turbo einlegen können -  hier im französischen Outback gilt es halt Mordsstrecken zu überwinden.

Bref: man muss sich anders zu behelfen wissen an Tagen von akkuten *keinen Bock auf in der Küche stehen*-Anfälle. Als Deutsche ist das einfach: dann wird halt mal gevespert.

Aber ich habe mittlerweile zusätzlich ein paar Rezepte an der Hand, die ich dann auf den Tisch bringe. Das hat nix mit Kochkunst zu tun, sondern da wird einfach schnell etwas zusammen gedengelt. Hervorragend eigenen sich dafür Gerichte mit Soja-Sauce. Damit ist doch generell SEHR schnell abgeschmeckt.

Diesen Klassiker des Take-Aways *Tofu süß-sauer* ist ein Parade-Beispiel dafür: macht satt und schmeckt und das Schnippeln hält sich übersichtlich, dazu passt Reis oder Reisnudeln - letzteres ins Wasser zu werfen und zu garen, dauert ähnlich lange, wie man auf den Lieferservice warten müsste... Vielleicht solle ich mal ein Board zusammenstellen mit diesen einschlägigen Rezepten. Schließlich steht der Sommer vor der Tür. Und für diesen bin ich mehr als bereit!


 

Zutaten 24P:

250g Tofu
3 TL Speisestärke (Mais)
1/2 TL Pfeffer
1/4 TL Salz 
2 TL Öl (Sonnenblume/ Sesam)

2cm Ingwer, feinst gehackt
3 Knoblauchzehen, feinst gehackt
1/2 Bund Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
1 rote Zwiebel, in Würfel von 1cm geschnitten
buntes Gemüse, geputzt und klein geschnitten
(m: Paprika, Brokkoli, Karotte...) 
2 EL Soja-Sauce (m: Tamari)
1 TL Chiliflocken (m: Harissa)
1 EL Ketchup
1 TL Siaracha (Chili-Sauce)
1 EL weißer Essig
2 TL brauner Zucker (oder Honig)
1/2 TL Salz

Zubereitung:

Tofu mit einem Küchenpapier trocken tupfen und in Würfel schneiden. Die Tofu-Würfel in eine größere Schüssel umfüllen und mit 3 TL Speisestärke, Salz und Pfeffer würzen und damit ummanteln, in dem man den Tofu darin schwenkt und mittels einem Löffel darin drehen. In einer Grillpfanne Öl erhitzen und die Tofu-Würfel darin golden und knusprig braten - dabei wenden. Dauert etwa 5min.

Tofu-Würfel aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

In einem Wok oder einer tiefen Pfanne weitere 2min erhitzen. Darin Ingwer und Knofi kurz rösten. Dann das Weiß der Frühlingszwiebeln und die rote Zwiebel-Würfel zufügen und ebenfalls kurz mitgaren. Anschließend das restliche, vorbereitete Gemüse unterziehen. Darauf achten, dass man das Gemüse nicht übergart: es sollte noch Biss haben.

Den Tofu in die Pfanne geben und sorgfältig unterziehen - mit den grünen Frühlingszwiebel-Ringen bestreuen und servieren.

Anmerkung m: üblicherweise besteht das Gericht aus mehr Tofu als aus Gemüse - ich drehe die Verhältnisse manchmal anders herum. Dann muss man die Sauce etwas strecken, damit es nicht zu trocken wird. Dafür nehme ich zusätzlich auch schon mal 2-3 EL Gemüsebrühe

 

mein bestes, unvergleichbares Mapo Tofu

Donnerstag, 3. Dezember 2020


Während unserer Rundreise durch China habe ich gefühlt eine Billion Fotos gemacht. Jeden Tag eine andere Sehenswürdigkeit, eine andere Attraktion: die verbotene Stadt, der Platz des himmlichen Friedens, die Terrakotta-Armee, die chinesische Mauer...

Aber im Gedächtnis ist mir davon kaum etwas geblieben, beinahe so als hätte ich es gar nicht erlebt. Fast-Food-Tourismus konsumiert halt nur und hakt ab. Aber um eine Verbindung zu etwas aufzubauen, braucht es auch den entsprechenden Raum und die Zeit dafür.

Ernüchtert stellte ich damals fest, dass vor allem Rekonstruktionen an Stelle der Jahrtausenden alten chinesischen Kulturartefakte gerückt sind. Der Großteil wurde während der Kulturrevolution zerstört, fiel Feuer oder Erdbeben zu Opfer. Und so kann man überwiegend Nachbauten bewundern, denen aber die Patina der Zeit und vor allem der damit einhergehende Esprit fehlt. Ein Imitat kommt selten ans Original. Auf mich wirken solche Bauten bedauerlicherweise eher nach Walt Disney.

Am beeindruckensten war - vor über 10 Jahren - zu erleben, wie eine schöne Seite des Komunismus noch überdauerte und in allen Parks, in denen wir zu Besuch waren, sich Menschen versammelten um miteinander ihre Hobbys auszuleben: von Brettspielen aller Art, Tanz jeden Rhythmus, Gesang mit und ohne Instrumente, Tai Chi oder - für mich besonders schön zu beobachten -  die aussterbende Kunst der Kaligraphie übend...

Ansonsten bot sich kaum Möglichkeit nach rechts und links zu schauen. Über die regionale Küche Chinas kann ich keinen Satz verlieren - schlicht, weil ich davon nichts kennenlernten durfte und mir daher die Erfahrung fehlt. Alles Erklärungen, warum derart organisierte Reisen einfache nicht unserer Art entspricht, andere Länder zu entdecken...

Ob dieses Mapo Tofu nun ein typisches, traditionelles Mapo Tofu ist, im Vergleich mit anderen ein besonders gutes oder weniger feines - das vermag ich alles nicht zu beurteilen. Aber ich kann sagen, dass es eines der leckersten Tofu-Gerichte ist, die ich je gegessen habe. 

Dabei musste ich improvisieren: an doubanjiang (chinesische, braune Bohnen-Chili-Paste) komme ich hier im französischen Outback nicht - ich ersetzte also durch Miso. Das wird vermutlich geschmacklich deutlich in dieses Rezept eingreifen. Aber was schmeckt bekommt recht - so wird es in dieser Fassung in meinem Blog aufgenommen und bestimmt genauso wieder auf den Tisch gebracht.

 


 Zutaten 2P:

250g Kichererbsen, gekocht
4 Shitake-Pilze, getrocknet (m: ca. 15g)
500ml Wasser
3 Knoblauchzehen
1 Ingwer, 4cm
1 TL Rohrzucker
1 EL Soja-Sauce
2 TL doubanjiang (m:1 TL Miso, braun)
400g Tofu (m: Natur)
2-3 Frühlingsszwiebeln
Chili-Öl*
1 TL Chil, gemahlen (m: Harissa) *
ein Spritzer Reis-Essig
1 TL Sichuan Pfefferkörner (m: schwarzer), geröstet, gemörsert
1 TL Kartoffelstärke

Zubereitung:

Pilze in dem Wasser aufsetzen, sobald es kocht, diese 10 Minuten köcheln lassen. Kochwasser auffangen. Pilze spülen, ausdrücken, kompletter Stiel entfernen und entsorgen, den Rest fein würfeln.

Kichererbsen mit einer Gabel anquetschen (m: selbst gekochte mit Zauberstab kurz anpüriert - sollen aber teils noch stückig sein - ganz weit entfernt von cremig).

Knofi schälen und fein hacken, Ingwer ebenso schälen und fein hacken. Pfeffer ohne Fett rösten und fein mörsern.

Chili-Öl erhitzen (Sesamöl mit Harissa), Kichererbsen und Pilze anrösten. Dann Ingwer und Knofi zufügen. Ebenfalls mitrösten. Dann Gewürze wie Pfeffer und Chili zufügen. Kochwasser anschütten. Mit Miso und Soja-Sauce sowie Zucker und Reis-Essig würzen. Kartoffelstärke in kaltem Wasser verwqurilen und die Sauce damit binden. Tofu in Würfel schneiden und in der Mischung wenden und erhitzen. Servieren mit in Ringe geschnittenen Frühlingszwiebeln.

Anmerkung m: Harissa bevorzuge ich vor Chili-Pulver, weil es mir damit leichter fällt, die Schärfe zu regulieren.

Inspiration: youtube aka Wil Yeuing