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Brokkoli-Kartoffel-Puffis mit Käse

Dienstag, 17. März 2026

 

Mit meinem mittelalten Erfahrungshorizont fällt mir auf, dass es bei manchen Themen gerne am ganz Grundsätzlichen hapert. Eines meiner Lieblingsbeispiele dafür ist Homöopathie. Es lohnt nicht, also überhaupt nicht, mit Menschen darüber zu diskutieren, die keinerlei Vorstellung haben von *Geist*. Da mangelt es (leider) an der Basic, dass Leben auf dem Planet Erde eine Zusammensetzung aus Materie (Hülle) und Geist (Inneres) ist. 

Ähnliches ist mir zum Thema menschliche Beziehung aufgefallen. Der Hauptgrund, warum viele Beziehungen scheitern, ist die banale Tatsache, dass der Andere nicht anders sein darf. Das klingt regelrecht dämlich, aber beobachtet doch selbst: wie schnell geht da ein Tauziehen los, wer *richtiger* ist. Auch darüber hatte ich es bereits. Eine epische Mächte-Rangelei, bei der jedes freundliche Gefühl mit Füßen gestoßen wird.

Öl auf meine Mühlen gießt unterstützend der Psychologe Ulrich Wilken (Insta), von dem ich mir nun bereits ein paar Reels angehört habe, die ich alle anregend empfand.

Ulrich Wilken schaut auf 40 Jahre therapeutischen Arbeitens zurück und nimmt dabei wiederkehrende Verhaltensmuster war. Wesentlicher Grund für die Differenzen von Paaren sei nicht die schlechte Kommunikation - das ist lediglich die Auswirkung. Er sagt: *was im Grund die Missverständnisse erzeugt, ist die innere Schwierigkeit, den anderen in seinem Anderssein zu akzeptieren.*

Stattdessen erwarte man, dass sich der andere dem eigenen Sein angleiche. Was einer Grundkränkung gleichkäme, weil was als Botschaft dabei vermittelt wird ist: Du bist falsch. Und dann fängt die Hackerei erst an mit *Ich? Was! Nein, DU bist nicht richtig! *Und worum streiten die Paare: wer die Welt richtig sieht, wer hat recht hat. Das ist die Form der Kommunikation. Die eigentlichen Missverständnisse sind auf diese Weise sogar erwartbar.*

Zwangsläufig geht die Neugier für den Anderen und seine Sicht der Dinge flöten - und zwar ganz unabhängig davon, ob man diese Sichtweise teilt oder nicht. Obendrein beraubt man sich dabei der Möglichkeit, seinen eigenen Horizont durch den Austausch mit einem anderen zu erweitern.

Das ist das Wichtige, fasst Ulrich Wilken zusammen: es hängt auch hier von der eigenen Haltung ab, von dem eigenen Sein, von der eigenen Perspektive auf die Welt und NICHT, dass der andere sich dem eigenen Sein angleichen muss. Es gilt eine innere Haltung und Wertschätzung zu entwickeln, ohne diesen Wunsch, dass sich der andere verändern möge, weil erst dann - so die Utopie - wird alles gut werden. Und das ist wiederum das Unwahrscheinlichste, was überhaupt passieren kann.*

Nicht wirklich Raketenphysik, doch logisch, oder? Keiner will, dass an einem rumgedoktort wird. Nur in der Umsetzung rappelts im Karton. 

Leichterdings kann man Paarbeziehung dann weiter hochabstrahieren, wenn es um Gruppenbildung geht. Da verschanzt sich dann der Mainstream hinter dem Block: wir denken ALLE so und wer es anders handhabt, muss falsch gepolt sein. Oder gar wenn es sich um Konflikte zwischen verschiedenen Ländern handelt. So dass die Schlußfolgerung lautet: frei lassen und Freiheit überhaupt vermag allein das Individuum.



Schön, dekliniere ich weiterhin die Gemüse-Bratlinge dieser Welt durch. Wieder eine neue Variante. Ähnliches habt ihr hier - bien sûr - bereits schon gesehen. Aber was will ich machen: ich liebe Puffis.

* etwa die Kartoffel-Calzone

* der Kinderteller

* oder die Blumenkohl-Kartoffel-Käslinge

... alles Artverwandte im Blog-Universum

Einen kleinen Umweg bastle ich in Zubereitung ein, um die wertvollen Inhaltsstoffe des Brokkoli nicht zu verderben - alle anderen, die einen Teufel drauf geben, werfen ihn mit den Kartoffeln in einen Topf.

Neuerdings bekommt der Brokkoli nämlich mehr Zeit von mir, seitdem ich folgendes weiß: bei Brokkoli reichert sich der gesundheitsförderliche Pflanzenstoff Sulforaphan an, wenn das Gemüse klein geschnitten wird und danach ruhen kann. Schneidet man den Brokkoli auf, wird ein Enzym aktiviert, welches die enthaltenen Senfölgykoside in Sulforaphan umwandelt. Je mehr Zeit man dem Enzym nach dem Schneiden gibt, desto mehr Sulforaphan bildet sich. Anschließend wird der Brokkoli gedünstet oder gebraten - voilà, voilà. Jetzt wißt ihr das auch.


Zutaten ca. 8 Stück:

400g Kartoffeln
250g Brokkoli
1 Ei
30g Kartoffel-Stärke
40g Mehl (m: D1050)
Salz, Pfeffer
Muskatnuss-Abrieb
optional: Kräuter der Wahl
(m: Bärlauch passt gerade prima)
4 Scheiben Käse
Sonnenblumenöl


Zubereitung:

Kartoffeln schälen, kleinschneiden und als Salzkartoffeln garen, abschütten und ausdampfen lassen. Brokkoli (s.o.) klein schneiden, ruhen lassen und dann je nach Lust entweder dämpfen oder braten (nicht zu weich: wegen der Inhaltsstoffe). Den Käse zu acht Vierecken schneiden

Alle Zutaten miteinander vermengen und würzen. Der Teig wird ziemlich klebrig bleiben, aber dafür in der Pfanne gut zusammen halten. Am besten, man arbeitet nun mit leicht geölten Händen. Den Teil aufteilen in etwa 8 gleichgroße Bälle. 

Einen Ball auf der Innenseite der linken Hand zu einem dünnen Kreis drücken mit Hilfe der rechten Hand. Den Käse in die Mitte legen und den Teig, die Teigränder darüberlegen und dann gut verschließen. Wenn der Käse noch irgendwo an der Seite rausguckt, dann läuft er während dem Backen gerne raus...

Nun von beiden Seiten die Puffis goldbraun braten.

Loop: Broccoli-Cheese-Fritters

Dienstag, 13. Januar 2026

 

Beginne ich das neue Jahr wie ich das alte beendet habe: einfache Landküche für jeden Tag, bref: mit Gemüseküche samt Gemüse-Puffer. Sowie weiterhin musikalischer Unterlegung. Angedacht fürs normale, einfache Volk. Also für all jene, die sich graue Tage gerne bunt kochen, für all jene, die sich nicht davor drücken, eine eigene Meinung zu entwickeln, für alle Gegen-den-Strom-Schwimmer, für Menschen mit âme rebelle wie in der Drôme, mit Natur-, Gemüse- und Küchenbezug, halt für alle, die sich das Leben etwas schöner kochen wollen. Sucht euch was aus.

Die Süßkartoffel-Gnocchi kennt ihr bereits. Ich liebe sie. Best of. Und so leicht kann man das Rezept mengenmäßig strecken. Sie werden am nächsten Tag nur noch knuspriger! Zigfach habe ich sie schon auf den Tisch gebracht. 

Verschriftlicht habe ich auch endlich mal mein Gewürzrotkraut. Mit Rotwein, genau wie es die Omas zubereitet haben. Auch das Rotkraut schmeckt am nächsten Tag aufgewärmt nochmals besser.



Das hundertundeinste Gemüsepflanzerl bildet den Mittelpunkt - Gnocchi und Rotkohl waren nämlich Reste vom Vortag - ihr habt es euch vermutlich bereits gedacht. Fritters mit viel Brokkoli und viel Käse. Kann nicht anders als schmecken. Außerdem halten sie gut zusammen, die Konsistenz stimmt und viel Öl zum Braten benötigen sie nicht - lauter wichtige Pflanzerl-Qualitätsmerkmale!


Zutaten 2P/ 7 Stück:

1 Brokkoli
2 EL Mehl (m: Dinkel 1050)
1 EL Kartoffel-Stärke
1 Ei
1/2 Feta (ca. 100-125g)
60g Käse, gerieben (m: Comté)
2 EL Petersilie, fein gehackt
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Olivenöl

Zubereitung:

Brokkoli in Röschen teilen, Stiel schälen und klein schneiden und über Wasserdampf garen (nicht in Wasser kochen - sonst gehen die Vitamine im Wasser flöten).

Wenn der Brokkoli gar ist, diesen etwas abkühlen lassen, dann mit einem großen Messer fein bis mittelfein wiegen. 

Alle Zutaten miteinander vermengen, Feta-Käse dafür mittelfein gekrümmelt. Und dann mit den Händen 7 Kugeln formen und platt drücken. In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Fitters von beiden Seiten goldbraun braten.


Zutaten 4P:

1 Rotkohl
1 rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 TL Rohrzucker
150ml Rotwein
60ml Balsamico-Essig
100ml Gemüsebrühe
1 EL Tamari
2 EL Preiselbeeren
1 Sternanis
2 Nelken
1 Stück Zimt
4 Piment-Körner
7 Pefferkörner
1/2 TL Kreuzkümmel
2 Lorbeer-Blätter
1 TL Thymian
Olivenöl

Zubereitung:

Gewürze - Sternanis, Nelke, Zimt, Piment, Pfeffer, Kreuzkümmel) in einem schweren Topf ohne Fett anrösten bis sie duften und in ein Gewürzsäckchen (Teebeutel) füllen. 

Rotkohl vierteln, Strunk entfernen und in feine Streifen schneiden. Zwiebeln schälen, halbieren und ebenfalls in feine Streifen schneiden.

Zwiebeln im erhitzen Olivenöl glasig dünsten, fein gewürfelten Knofi und Rohrzucker zufügen und kurz mitschwitzen. Rotkohl zufügen, Rotwein, Balsamico und Gemüsebrühe zufügen, ca. 1 TL Salz, das Gewürzsäckchen, Lorbeerblätter und Thymian sowie die Preiselbeeren. Deckel auflegen und bei sanfter Hitze in ca einer Stunde weich garen. Gegebenenfalls noch etwas Gemüsebrühe anschütten, sollte wärend des Kochens zuviel Flüssigkeit verdampfen. Abschmecken mit Tamari (eventeull noch etwas Balsamico und Rohrzucker). 

Vor dem Servieren Gewürzsäckchen und Lorbeerblätter entfernen.


Kalkuliert: Asia-One-Pot mit Mie Nudeln

Sonntag, 2. März 2025


Die Weissagung der Cree, kennt ihr alle, die mit dem *Erst wenn der letzte Baum... usw* kann man als Wand-Tattoo kaufen, Buddha-Statuen ersetzen heute den Gartenzwerg, leere Kirchen werden zu Restos oder Clubs umgebaut und auf Patreon teilt man Filme der Geburt seiner Kinder mit der community. Wir machen das Heilige profan und das Profane heilig. Oben kommt nach unten und rechts wird nach links gekehrt. Irgendwie ist nix mehr an seinem Platz

Die Leute sagen immer:
die Zeiten werden schlimmer.
Die Zeiten bleiben immer,
die Leute werden schlimmer

(Ringelnatz)

Zumindest wird alles verrückter, können wir uns darauf einigen? Und keiner zuckt mehr. Egal ob Kuriosität, Ungeheuerlichkeit oder Menschheitsverbrechen. Vorgestern hörte ich in den ZDF Nachrichten vom 28. Februar folgende Verkündung: auf der Weltnaturkonferenz COP 16 einigten sich endlich über 150 Staaten in der heiklen Frage der Finanzierung:

Nun steht der Fahrplan, wie die reichen Industrieländer bis 2030 jedes Jahr 29 Milliarden Euro für weltweiten Artenschutz aufbringen. Darüber hinaus soll die Privatwirtschaft noch mehr Mittel beisteuern. Gut investiertes Geld so Experten, denn nach Schätzungen der Weltbank kostet der momentan entstehende Verlust der Artenvielfalt die globale Wirtschaft bis 2030 jedes Jahr 2,6 Billionen.

Und dann folgen ein paar Beispiele wie etwa  durch das Bienensterben Nutzpflanzen per Hand bestäubt werden müssen, der Verlust von Feuchtgebieten, die statt teurer Kläranlagen das Wasser kostenlos reinigen würden, oder die Zunahme von Mücken mit Krankheitserregern, weil es immer weniger Vögel gibt...

Soso.... Das Sterben dieses Planeten läßt sich also in Geld ausdrücken: 2 600 000 000 000 Dollar. Pro Jahr. I-n-t-e-r-e-s-s-a-n-t! Alles nur eine Frage der Kalkulation?! Alles nur Zahlenspiel. Die Berechnung der Welt. Faktengecheckt an der Rechenmaschine für alle Kopffüßler da draußen. Immer gut, präzise informiert zu sein. Da fühlen wir uns direkt um einiges schlauer. Wir, die wir uns die Erde Untertan gemacht haben. Nicht? 

Genz ehrlich: ich kann nur die Schultern gen Ohren ziehen. Und wieder fallen lassen. Nobel geht die Welt zugrunde. Oder eben als Kalkulationsschema. Wer einen tieferen Blick in den Abgrund werfen will, hier noch mehr Zahlen: der WWF Living Planet Report von 2024. Aber eigentlich muss man den Kopf weg drehen, als ob man an einem Unfall vorbei fährt. Sonst hält man es ja nicht aus. Sonst kann man nicht leben. Es fürchten die Götter das Menschengeschlecht. Da hilft auch ein Finanzierungsplan nichts. Ich für meinen Teil habe meine klare Haltung seit der Auseinandersetzung mit Pestiziden rund um diesen Artikel gefunden: die Leute, die an den entsprechenden Hebeln sitzen, wissen das sie Unrecht tun - sie tun es trotzdem. Daher reicht es für mein Dafürhalten aus, an Fasching als Blume und Biene verkleidet zu protestieren. Vorbei das Zeitalter der Naivität - alles hat heute eine politische Ebene, alles ist ernster, gewichtiger geworden und gewissenloser.



Wie schön, dass hier weiterhin so viel Besucher auf dem Blog sind - obwohl hier wenig Bewegung in der letzten Zeit passiert ist. Das zeigt mir, dass ihr die Rezepte schätzt und zum Aufgabeln einer Kochidee immernoch vorbeikommt. Das freut mich. Ebenso wie die lieben Mails und Kommentare! Gut tut das, vermisst zu werden! Und ihr nutzt das Blog wie ich als Kochbuch, in dem ich ebenfalls meine Rezepte nachschlage, wenn ich sie brauche. Prima, wenn die Dinge nützen und genutzt werden!

Das heutige Rezept kann man kaum kochen nennen: man gibt alle Zutaten in eine tiefe Pfanne - that's it! Das verlangt nicht viel Vorerfahrung, man braucht kaum Zeit am Herd, aber schmecken tut es trotzdem, nämlich cremig, würzig und gemüsig! Was will man mehr?! Manchmal muss die Essenszubereitung schließlich auch schnell gehen und dann werdet ihr wie ich diese Idee immer wieder variiren - nach Lust, Saison und Vorrat!


Zutaten 2P:

2 Blöcke Mie Nudeln (125g)
2 Karotten
1 kleiner Brokkoli
1 kleine Paprika
2 Knoblauch-Zehen, fein gewürfelt
120g Kichererbsen
400 ml Gemüsebrühe (evt. plus)
150ml Kokosmilch
2 EL Erdnussbutter (oder Tahini)
Salz, Pfeffer
2 EL Tamari-Sauce
1 TL Curry
1/2 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Paprika

für das Topping
Chili-Öl
Sesam
Frühlingszwiebeln

Zubereitung:

Die Blöcke Mie Nudeln in eine tiefe Pfanne setzen. Den in Röschen geteilten Brokkoli, die gestifteten Karotten, die in Streifen geschnittene Paprika (m: mit Sparschäler gehäutet) und die Kichererbsen drumherum verteilen.

Gewürze darüber streuen, Erdnussbutter in einem Teil der heißen Gemüsebrühe cremig rühren, dann alle Flüssigkeiten angießen, auch die Kokosmilch und Deckel auflegen. Dabei bleiben: wenn es anfängt zu köcheln klein schalten und ca. 9 min garen lassen. Umrühren, sollte Flüssigkeit fehlen noch etwas nachschütten. Auf zwei Teller verteilen und mit dem Topping - Chili-Öl, Sesam, Frühlingszwiebeln - garnieren.

Anmerkung m: das Rezept läßt sich prima variieren, sowohl was das Gemüse angeht (gut auch Champignons oder Zuckerschoten) oder Ernussbutter gegen Tahini austauschen. Kichererbsen könnt ihr verwenden, wie ihr lustig seid... up to you....


Gefährten - Linsen-Brokkoli-Salat

Freitag, 30. Juni 2023


 

Ich erinnere mich noch gut, wie mir eine Feundin mit glühenden Backen frisch verliebt von ihrem heutigen Mann (und Vater ihrer vier Kinder) vorschwärmte. Wie sie meinte, sie würde schon dem Ende einer Party entgegenfiebern, weil auf dem Heimweg würden sie sich austauschen und sie wäre jedes Mal voller Vorfreude und Faszination, was er gesehen, gehört, wahrgenommen hatte und wie beurteilen würde...

Genau das berüht auch ein weiterer Film von *Green Renaissance*, von denen ich euch schon zwei andere vorgestellt habe. Ich freue mich immer, wenn ich etwas ausfindig mache, das mich anregt. Und die klugen Gedanken im Hinblick auf ihre Beziehung, die das Paar Anthony und Margy teilt, empfinde ich als sehr ispirierend. Ich gehe ganz mit Anthony, dass genau das eine der größten Bereicherungen ausmacht: *Das ist eines der wunderbaren Dinge, wenn man einen Gefährten hat, dass man die Welt durch ihre Augen sieht. Das erweitert den Blickwinkel. Ich kann Dinge teilen, die mich begeistern. Und ich kann Dinge teilen, die sie begeistern. Und manchmal ist es schwierig, diese Begeisterung zu finden - und das teilen wir ebenfalls. Aus dem gleichen Grund siehst du, wenn sie leiden und eine schwere Zeit durchmachen. Das ist genauso ein Teil, es mit ihren Augen zu sehen.* 

Wirklich nichts auf der Welt ist eine größere Lebensschule als in Beziehung zu leben. Denn durch nichts kommt man sich selbst näher, wird gespiegelt, erkennt Wunden und Kanten - an sich, an dem anderen.... und heilt im besten Fall in der Interaktion, im Zusammenspiel, im Austausch, in der Freiheit, die man sich zu gewähren hat, je intimer man miteinander ist. Deshalb reift eine Beziehung und wird kraftvoller, je tiefer sie berührt, je länger sie währt. Und wenn ihr Boden auf Anständigkeit und Ehrlichkeit gebaut ist, dann entsteht ein Humus, der möglich macht, dass man sich entwickeln darf, gedeihen, klarer werden und bewußter, purer, eindeutiger... wahrhaftiger wird.

Ich habe etwa immer davon geträumt, eine eigene Sprache mit einem anderen Menschen zu entwickeln. Und die stellt sich durch die manigfaltig gemeinsam gemachten Erfahrunge von ganz alleine ein. Da reicht ein Satz, ein Stichwort und unsere Augen kreuzen sich und wir beide wissen sofort, welche Assoziation der andere damit verbindet. Ein wunderbares Band, diese Geheimsprache!

Auseinandersetzungen sind mir Harmonie-Junkie trotzdem ein Greuel. Man steht sich so leicht auf den Eingeweiden. Aus nächster Nähe entstehen die größten Verletzungen. Der Affekt hinterläßt zu gerne schnell verbrannte Erde. Aber Reingefressenes eitert mit der Zeit - wir Margy so gut sagt - frißt schwellend und brandschatzt ebenfalls. Manchmal würde man sich auch am liebsten vor sich selbst verstecken. Es kann schon kompliziert sein. Dazu der Alltag, das gefräßige Monster. Immerhin kann man dieser Bestie mit Reisen kontern, raus aus Gewohnheit, raus aus festgefahrenen Mustern, und dem Leben wieder Raum und Möglichkeit bieten, sich und anderes neu zu entdecken. Bestimmt aber ist eine der größten Hilfen, sich seiner eigenen Themen bewußt zu sein. Auf der Meta-Ebene des Bewußtseins tut mancher Zusammenstoß  nicht ganz so weh - zumindest wenn der erste Schmerz weggeatmet ist.

Stürmt und braust das Leben und brausen wir zwei Köpfe aneinander, dann trägt mich doch mit der unerschütterlichen Gewissheit des Anfangs der Goethe-Zweiteiler: *Gegenüber zu großen Vorzüge eines anderen, gibt es kein Rettungsmittel als die Liebe* - den Margy ganz schlicht in ihren Worten bestätigt. An der Dankbarkeit, jemanden begegnet zu sein, der einen erträgt, den man erträgt, ändert ganz bestimmt ein tosendes Gewitter nichts. So leicht geht echte Neugier nicht verloren.

Hey, und ohne jedes Zaudern: was mache ich mit Millionen von *followern*, wenn ich stattdessen einen einzigen Gefährten haben kann?!



Mit Blick auf die Teller könnte man meinen, ich bin schon wieder bei meinem momentanen Lieblingsthema: Gemüse-Bratlinge. Aber nein. Oder eher jein. Weil begleitend zu meinen Puffern braucht es ja auch etwas. Und dieser Salat macht sich einfach spitze zu meinen Pufferchen. Deshalb habe ich ihn auch schon mehrfach gemacht. Der lässt sich leicht abwandeln: mal anteilig (damals im Winter) mit Rosenkohl, Gemüse geröstet im Ofen oder gedünstet, oder statt Datteln gedörrte Aprikosen, etwas Rucola untergemischt und den Sesam rausgekürzt, die Linsen ausgekeimt (wie hier)... aber was schreibe ich, das merkt ihr selbst, wenn ihr nur erstmal dieses Grundgerüst nachgebastelt habt.

Und demnächst gibt es dann das vorerste Puffer-Ranking. Das *vorerste* - sonst mache ich da wieder eine epische Gedankenspielerei daraus und ringe mich zu keinem Ergebnis durch...

 

Zutaten 2P:

1 kleiner Brokkoli (ca. 450g)
70g Linsen (m: grüne)
2  Lorbeerblätter
1 Stück Kombu-Alge
1 rote Zwiebel
4 Datteln
2 TL Savora-Senf
1 TL Curry
3 EL Sesam-Öl
1 EL Tamari
1 EL Apfel-Essig
Salz, Pfeffer
Sesam-Saat (optional)


Zubereitung:

Linsen in doppelter Menge kaltem Wasser aufsetzen und zusammen mit den Lorbeerblättern und dem Stück Kombu in etwa 25min weich garen.

Brokkoli in Röschen teilen und über Wasserdampf garen. 

Währenddessen die Zwiebel halbieren und in dünne Streifen schneiden und in 1 EL Sesamöl glasig garen - dazu auch die klein gewürfelten Datteln zufügen. Zuletzt noch das Curry-Pulver anrösten.

Sobald die Linsen gar sind (Lorbeer-Blätter und Kombu entfernen), die Zwiebelmischung direkt untermengen, würzen mit restlichem Sesam-Öl, Savora-Senf, Apfelessig,Tamari, salzen und pfeffern. Dann den garen Brokkoli ebenfalls unterheben und nochmals gut würzig abschmecken

Inspiration: Schrot und Korn

 

Geisterfahrer - Glasnudelsalat mit Bulettchen

Montag, 29. Mai 2023


Aus dem Buch *Der Apfelbaum* von Christian Berkel zog ich mir außerdem den Satz *Wo Gefahr droht, erwächst das Rettende auch*. Ein schöner Satz, den ich schon lange nicht mehr gehört habe. Da liegt so viel Trost und Hoffnung. Nur glaube ich leider, dass sich ein Mensch durchaus zu weit - fatal - in Geschehnisse verstrickt haben kann, dass irgendwann ein *point of no return* erreicht ist. Etwa wenn Erbgut ein Mal verändert wurde oder bei chronischen Krankheiten ist das so einfach nicht wieder rückgängig zu machen.

Gerade hörte ich mir einen neuen, spannenden Bericht von Dr. John Campbell an - zum 3. internationalen Covid-Gipfel in Brüssel (auf jeden Fall auch dem weiteren Link folgen zu der zusammenfassenden Konferenz, wo die völlig ungeschminkte Meinung zur WHO laut gemacht wird). Worauf Campbell seinen Fingerzeig dabei richtet, ist mir Bestätigung und kein großer Paukenschlag... ich habe aus meiner Skepsis ja nie einen Hehl gemacht. Aber irgendwie staune ich trotzdem: was die Dimension der Skrupellosigkeit angeht... da reicht mein Fassungsvermögen einfach nicht hin.

Komischerweise hat das Poster hinter Campbell besonderen Eindruck auf mich gemacht, das von der Schafherde, in der ein einzelnes Schaf alleine in eine andere Richtung schaut und darunter steht: turn - look - see. Und irgendwie verhalf mir der Anblick zu der Erkenntnis, dass von der Herde Gefahr aus geht... genau dort, wo man früher einmal Schutz suchte. Mit dieser Betrachtung wurde mir bewußt, dass man in der Herde besser nicht unterschlupft, denn da hat sich gewaltig etwas gedreht. Das ist Teil der neuen Zeitqualität. Wer bis jetzt nicht aufgewacht ist, für den wirds langsam zu spät. Harari (von letztem Post) geistert mir weiterhin durch die Gedanken. 

Er zieht die Social Media Welt als Beispiel für die Spaltung der Gesellschaft heran, in der primitive KI-Tools dafür benutzt werden, dort gepostetes Content zu kuratieren in relevante und irrelavante Beiträge. Harari beschreibt ein auf solche Weise zerrüttetes Amerikia, das über die leistungsfähgiste Informationstechnologie ever verfügt, jedoch mit dem Ergebnis, dass keiner mehr weiß, was er glauben soll: *American citizens can no langer agree who won the last elections, wheter climate change is real or whether the vaccines prevent illnesses or not.* (Amerikanische Bürger können sich nicht mehr darauf einigen, wer die letzten Wahlen gewonnen hat, ob der Klimawandel real ist oder ob die Impfstoffe Krankheiten verhindern oder nicht).

Genauer hingeschaut aber geht der Riss viel, viel tiefer als sich nicht mehr auf die gleichen Informationen einigen zu können: Die Menschheit hat sich geteilt. Und die Wissenschaft kann das nicht flicken. Der Zeitgeist verlangt den individuellen Mensch. Und die Konsequenz dessen ist, dass es für das Einzelwesen katastrophal wird, sich dem Mainstream anzuschließen. Die Masse reißt das Individuum mit ins Stereotype, ins Uniforme, ins Einheitsdenken - weg von sich selbst. Das Individuum hat sich im Gegenteil jetzt bewußt von der Masse abzulösen. Outstanding. Am Rande der Gesellschaft. Der Andersdenker. Der Außenseiter. Der Ausreißer. Der Geisterfahrer. Vorbei die Zeit, in der man sich wohlig in die große Gruppe kuscheln kann. Der Menschheitstraum *alle Menschen werden Brüder* war eh seit jeher die schönste aller Utopien. Aber jetzt, jetzt ist eine ganz neue Qualität an Selbstverantwortung, an Selbstfürsorge von nöten, um seinen innersten Kern zu schützen. Nur mit Hilfe eines gesunden Egoismus wird es möglich, seine Werte bewahren, entfalten und leben zu können. Oberste Priorität wird, auf sich zu achten. Für andere sorgen andere.

*Die Wahrheit ist heilig* proklammierte Tom Hanks gerade in Harvard, als er den Ehrendoktor verliehen bekam. Ebenfalls einer dieser Sätze, die dieser Tage Eindruck auf mich machten. Und genau darum gehts. Was ist dir als Einzelwesen heilig. Daran alleine gilt es sich zu orientieren, daran auszurichten, dahin stur-heil zu streben - mag die Herde drängen, wohin sie will, mögen die Wölfe heulen, wie sie wollen. Stelle dich also der Tatsache: das Individuum ist perse einsam (s. Rilke), dein Heiligtum sei *vor dir selbst bestehen können.*



Mein kleines Küchen-1x1 dreht sich ja gerade um *Pflanzerl* aller Art. Dieses hier habe ich euch bereits vorgestellt: das Pilz-Bulettchen. Sehr olymp-favorisiert. Ich bastle also eine solche Gemüse-Frikadelle der Wahl und dann noch ein bißchen begleitendes Gemüse... voilà, voià, so schnell ist gekocht.

Heute - als Salat-Plus-Gericht - habe ich uns dazu einfach einen Glasnudel-Salat gemacht. Wie kann das nicht schmecken? 

 

Zutaten 2P:

2 Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer (ca. 2cm)
1 Limette, abgeriebene Schale und Saft
1/2 Bund Petersilie
1/2 Bund Koriander
100g Glasnudeln
1 kleine, rote Paprika
1 kleiner Brokkoli
2 Karotten
2-3 Frühlingszwiebeln
3 EL Sesam-Öl
2 EL Tamari
1 TL Ahorn-Sirup
Chili-Flocken
geröstete, gesalzene Erdnüsse
 

Zubereitung:

Knoblauch und geschälten Ingwer feinst hacken. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden - das Weiße zur Seite nehmen. Mit dem Grün, Knofi, Ingwer ud der Hälfte von Soja-Sauce, Ahornsirup, Limettensaft und -zesten, sowie Sesamöl ein Dressing mixen.

Koriander und Petersilie von den Stängeln befreien und mittelfein wiegen

Glasnudeln nach Packungsanweisung in Salzwasser garen.

Brokkoli über Wasserdampf weich kochen. Möhren mit der Böhrner-Reibe stiften. Paprika mit dem Sparschäler fein von der Haut befreien und in dünne Streifen schneiden.

Im restlichen Sesamöl das Weiß der Frühlingszwiebel und außerdem zusammen mit den Möhren und der Paprika kurz anbraten und mit der anderen Hälfte der Soja-Sauce ablöschen. Nun alles miteinander vermengen und nochmals abschmecken mit Salz und Pfeffer.

Zur Dekoration mit den gehackten Erdnüssen bestreut servieren.

Augenblick - Quinoa-Puffer mit Brokkoli-Crème

Freitag, 5. Mai 2023


Als wir unterwegs in Deutschland waren, hatte ich eine Begegnung von seltener Intensität. Ich brauchte Hilfte. Es lohnt nicht, das ganze dämliche Probleme zu beschreiben, aber man kann es kurz umreißen als was simpel Technisches, verbunden mit dem Handy und Wlan.

Und als ich Nimet um Hilfe bat, war sie sofort bereit, mich zu unterstützen. Fragt auch nicht, wie ich auf die Idee kam, dafür in eine Apotheke zu maschieren. Jedenfalls unterbrach Nimet ihre Arbeit als Apothekerin direkt, nahm mich zur Seite und versuchte meine Schwierigkeiten zu lösen. Dabei kamen wir ins Gespräch.

Nimet ist wie der Name verrät Deutsch-Türkin. Ihr Name bedeutet *Gottes Segen*. Und sie ist Moslimin. Sie trägt Kopftuch. Nimet schätze ich auf mitte Zwanzig. Wir kommen ins Gespräch. Plaudern über Deutschland, ihre Herkunft, mein Leben in Frankreich... Und dabei versinke ich in Nimets jungem Gesicht. Etwas, das mir so noch nie passiert ist. Ich tauche ein in ihre Ruhe, ihre Klarheit, ihre Ernsthaftigkeit, ihre Nüchternheit, ihre Ehrlichkeit, ihren inneren Frieden. Es ist ein kleiner, magischer Moment von großer Tiefe. Nimet geht mir bis heute nach. Selten habe ich jemanden getroffen mit einer solchen Ausstrahlung. Ich bin richtig verzaubert. Ja, ich bin wohl verliebt. 

Ich wärme mich in Erinnerung an dieser Begegnung und hole sie mir immer wieder ins Gedächtnis. Was gibt es wunderschöne Menschen! Wie wohl es tut, sich im ersten Moment bei jemanden aufgehoben zu fühlen. Sicher. Vertraut. Geborgen.

Schön wäre es, diese Art von Verbundenheit öfters zu fühlen. Es stellt sich ein kleines bißchen Gier ein: mehrmehrmehr! Umgeben von dieser Art Menschen wäre bestimmt viel möglich. Aber nun, Gottes großer Zoo, es gilt, mit allen zurecht zu kommen, die Menschen zu nehmen, wie sie sind. Und es wäre auch unrealistisch, einen Draht zu jedem haben zu können. Da muß irgendetwas passieren zwischen zweien (was, das kann ich gar nicht benennen... Chemie??), so dass über das Sehen, das Fühlen ein Moment entsteht, der direkt von Herz zu Herz springt. Schade eigentlich, dass das nicht öfters geschieht -  man müßte es als Medizin verabreichen können, dann, ja dann... Und eigentlich gehört diese Geschichte zu der Reihe #was schön war...



Ich bin großer Quinoa-Fan! Als Susanne  mir die Quinoa-Küchlein vorkochte, war gleich klar, dass ich die nachmachen werde. Den nussigen Geschmack von Quinoa finde ich köstlich und wie Susanne schreibt, Quinoa hat inhaltlich viel zu bieten: *tolles Eiweiß, viele wertvolle Mineralstoff*. Ein Mal die Woche gibt es bei uns bestimmt Quinoa. 

Das Rezept für die Quinoa-Puffer kann man gut und gerne als Grundgerüst nehmen und dann würzen nach Belieben. Ich haue gerade gerne den frischen Estragon an alles. Aber es bietet sich wieder Mal alles frische Grün der Wahl an. Auch Curry passt gut dazu oder Ras el Hanout. Und jede andere, gehackte Nuss. Da dürft ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen. Selbstredend eignen sich die Quinoa-Küchlein auch hervorragend zu einem Salat-Plus-Essen.

 

Zutaten 10 Stück/ 2 P:

100 g Quinoa
225 ml Wasser
Salz, Pfeffer aus der Mühle
1/2 Bund Estragon
1 Schalotte
1 Ei (m: klein)
1 gehäufter EL Tomatenmark
1/2 TL Harissa 
3 EL Sonnenblumen-Kerne, gehackt
20 g Speisestärke
2-3 EL Rapsöl
...
1 kleiner Brokkoli
2 Knoblauchzehen
ein Schuß Noilly Brat
100g Kokoscrème
Zitronensaft
1/2 rote Paprika
1 kleine, rote Zwiebel 
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1 EL Tamari
Olivenöl

 

Zubereitung:

Quinoa in einem feinmaschigen Sieb kalt abspülen, dann in einem Topf Wasser und Salz aufkochen (m: eigene Gemüsebrühe), den Quinoa zugeben, nochmals aufkochen und bedeckt bei kleiner Hitze in ca. 20 min ausquellen lassen. Dann nochmals etwa 5-10min ausgeschaltet ruhen lassen. Das Wasser sollte völlig aufgesogen sein.

Petersilie zupfen und fein hacken, Schalotte schälen und ebenfalls sehr fein hacken.

Ei, Tomatenmark, Harissa und Speisestärke in einer Schüssel glatt rühren. Die Masse unter die gegarte Quinoa rühren und unter Rühren einmal aufkochen lassen (m: nicht gemacht, also den Zwischenschritt mit dem erneuten Aufkochen, sondern direkt alle Zutaten vermengt).  Vom Herd nehmen, Petersilie und Zwiebel unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und etwas abkühlen lassen.

Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Aus der Quinoamasse mit nassen Händen Kugeln formen und diese dann flacher drücken - in die Pfanne setzen und die Küchlein pro Seite ca. 4 min braten.

Während der Quinoa gart, kann man die Brokkoli-Crème zubereiten.  Den Brokkoli zerkleinern, den Strunk schälen und ebenfalls zerkleinern. Ein Drittel davon (die Röschen) zur Seite nehmen. Die Knoblauchzehen in etwas Kokosfett anbraten, Brokkoli zufügen kurz mitbraten und mit Noilly ablöschen. Die Kokoscreme und etwas Gemüsebrühe anschütten und bei leichter Hitze und geschlossenem Deckel weich köcheln. Dann fein cremig pürieren. Abschmecken mit Salz, Pfeffer, Piment d'Espelette, Tamari  und Zitronensaft.

Die halbe Paprika dünn schälen (und auf diese Weise von der schlecht verträglichen Haut befreien), die Zwiebel vierteln und in dickere Streifen schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, das Gemüse darin gemeinsam mit dem Ras el Hanout Farbe annehmen lassen. Salzen und pfeffern.

Die Brokkoli-Crème auf zwei Teller verteilen, die Quinoa-Puffer darauf setzen und mit dem Pfannengemüse dekorieren.

Inspiration: Susanne aka Magentratzerl 

 

Take away - Tofu Süß-Sauer

Donnerstag, 20. Mai 2021

 

Ganz ehrlich: würde ich in der Stadt leben, würde ich auch nicht jeden Tag kochen. Bequemlichkeit siegt! SELBSTVERSTÄNDLICH würde ich dann ab und an beim Liefer-Service durchklingeln oder Take Away etwas aufgabeln. Tja, aber Landnachteil. Weit und breit nix zu holen in der Hinsicht. Das wird wohl erst eine Option, wenn fliegende Drohnen die Menschen in einer weiteren Sparte der prekären Jobs ersetzt haben. Und selbst dann müsste die Maschine echt nen Turbo einlegen können -  hier im französischen Outback gilt es halt Mordsstrecken zu überwinden.

Bref: man muss sich anders zu behelfen wissen an Tagen von akkuten *keinen Bock auf in der Küche stehen*-Anfälle. Als Deutsche ist das einfach: dann wird halt mal gevespert.

Aber ich habe mittlerweile zusätzlich ein paar Rezepte an der Hand, die ich dann auf den Tisch bringe. Das hat nix mit Kochkunst zu tun, sondern da wird einfach schnell etwas zusammen gedengelt. Hervorragend eigenen sich dafür Gerichte mit Soja-Sauce. Damit ist doch generell SEHR schnell abgeschmeckt.

Diesen Klassiker des Take-Aways *Tofu süß-sauer* ist ein Parade-Beispiel dafür: macht satt und schmeckt und das Schnippeln hält sich übersichtlich, dazu passt Reis oder Reisnudeln - letzteres ins Wasser zu werfen und zu garen, dauert ähnlich lange, wie man auf den Lieferservice warten müsste... Vielleicht solle ich mal ein Board zusammenstellen mit diesen einschlägigen Rezepten. Schließlich steht der Sommer vor der Tür. Und für diesen bin ich mehr als bereit!


 

Zutaten 24P:

250g Tofu
3 TL Speisestärke (Mais)
1/2 TL Pfeffer
1/4 TL Salz 
2 TL Öl (Sonnenblume/ Sesam)

2cm Ingwer, feinst gehackt
3 Knoblauchzehen, feinst gehackt
1/2 Bund Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
1 rote Zwiebel, in Würfel von 1cm geschnitten
buntes Gemüse, geputzt und klein geschnitten
(m: Paprika, Brokkoli, Karotte...) 
2 EL Soja-Sauce (m: Tamari)
1 TL Chiliflocken (m: Harissa)
1 EL Ketchup
1 TL Siaracha (Chili-Sauce)
1 EL weißer Essig
2 TL brauner Zucker (oder Honig)
1/2 TL Salz

Zubereitung:

Tofu mit einem Küchenpapier trocken tupfen und in Würfel schneiden. Die Tofu-Würfel in eine größere Schüssel umfüllen und mit 3 TL Speisestärke, Salz und Pfeffer würzen und damit ummanteln, in dem man den Tofu darin schwenkt und mittels einem Löffel darin drehen. In einer Grillpfanne Öl erhitzen und die Tofu-Würfel darin golden und knusprig braten - dabei wenden. Dauert etwa 5min.

Tofu-Würfel aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

In einem Wok oder einer tiefen Pfanne weitere 2min erhitzen. Darin Ingwer und Knofi kurz rösten. Dann das Weiß der Frühlingszwiebeln und die rote Zwiebel-Würfel zufügen und ebenfalls kurz mitgaren. Anschließend das restliche, vorbereitete Gemüse unterziehen. Darauf achten, dass man das Gemüse nicht übergart: es sollte noch Biss haben.

Den Tofu in die Pfanne geben und sorgfältig unterziehen - mit den grünen Frühlingszwiebel-Ringen bestreuen und servieren.

Anmerkung m: üblicherweise besteht das Gericht aus mehr Tofu als aus Gemüse - ich drehe die Verhältnisse manchmal anders herum. Dann muss man die Sauce etwas strecken, damit es nicht zu trocken wird. Dafür nehme ich zusätzlich auch schon mal 2-3 EL Gemüsebrühe

 

Post-Ostern: Senf-Eier mit Pellkartoffeln und Buttergemüse

Mittwoch, 7. April 2021


Es war noch vor Covid  (die neue Zeitrechnung, die zukünftig wohl immer entscheidend sein wird: davor oder danach) als ich eine Doku sah über die Berliner Gastro-Szene. Ein Resto mit junger Equipe bot deutsche Hausmannskost an - begeistert, dass man heute (also damals) solche simplen Gerichte wieder auf die Karte setzen könne. Das wäre doch toll, dass Essen wie 'Pellkartoffeln mit Quark' oder 'Senf-Eier' so gut von der Kundschaft angenommen würde.

Da staunte ich auch. Also ehrlich jetzt, aber 'Pellkartoffeln mit Quark' wäre so ziemlich das allerletzte, was ich in einem Resto essen wollte. Jetzt nicht wegen dem Geschmack - der Habib isst das sogar sehr gerne -, aber  'Pellkartoffeln mit Quark' ist doch eigentlich kein Gericht. Das bringt man dann auf den Tisch, wenns schnell gehen muss und man keine Idee hat, was zubereiten. Das ist ja nun nicht gekocht! Also sowas geht wohl nur in der Großstadt, dachte ich mir, für echte Koch-Legastheniker, für Menschen ohne Küche und Kochtöpfe, für Workoholics, die noch nicht einmal Zeit haben, sich selbst einen Tee aufzugießen.

Aber wer weiß, ob nach dem Lockdown solche Gerichte noch laufen, denn selbst die hartnäckigsten Kochanfänger sollten in der Zwischenzeit gelernt haben (müssen), wie man Kartoffeln in Wasser gart und Kräuter klein hackt.

Was ich aber diesen ganz schlichten Essen zugute halten muss, ist, dass sie wunderbare Alltagküche sind, weil sie einem selbst in der Wiederholung immer gut schmecken. Schlicht schlägt raffiniert. Zumindest im Alltag, zumindest in meiner Welt.

Die Aussage dieses Berliner Kochs brachte mich dazu, selbst mal Senf-Eier zuzubereiten - tatsächlich habe ich das noch nie gegessen. Béchamel-Saucen hingegen - lange verpöhnt, diese Mehlpampe - mag ich seit meiner Kindheit. Ungeachtet ihres Rufs. Und ein paar hartgekochte Eier dürften gerade ebenfalls bei dem ein oder anderen übrig sein, oder? Ich habe unsere Eier dieses Jahr zum ersten Mal mit Rotkraut gefärbt. Sah sehr *alternativ* aus, *Camouflage-Eier* nannte sie der Habib, mais bon, pourquoi pas...


 

Zutaten 2P:

4 Eier, hart gekocht
1 EL Butter
2 EL Mehl
300ml Gemüsebrühe *
50ml Milch
50ml Sahne
Salz, Pfeffer
1 EL Tamari
2 TL Senf (Djon)
1 TL Honigsenf
1 TL gekörnter Senf
Pellkartoffeln
(m: pro Person 2 Kartoffeln)
400g gemischtes Gemüse (m: Karotten, Kohl, Lauch)
ein Stich Butter Butter schwenken
(optional: Petersilie zum Deokorieren)

Zubereitung;

Pellkartoffeln mit kaltem Wasser bedecken, Deckel auflegen und je nach Größe in etwa 30min weich garen. Abgießen, etwas ausdämpfen lassen, schälen und warm stellen.

Parallel Gemüse putzen, in einer breiten Pfanne knapp mit Gemüsebrühe bedecken, Deckel auflegen und bissfest garen. Abgießen und das Kochwasser auffangen. Warm stellen.

Für die Senfsauce die Butter in einem Topf schmelzen, das Mehl zufügen und mit einem Schneebesen 3-4min mitrösten ohne dass das Mehl dabei Farbe annimmt. 300ml des Kochwassers (Gemüsebrühe) anschütten und dabei stetig rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Ebenso Milch und Sahne zufügen. 10min sanft köcheln lassen. Sollte die Sauce noch zu zäh sein, etwas zusätzliche Brühe anschütten.

In dieser Zeit die Butter in der Pfanne flüssig werden lassen und das gegarte Gemüse kurz darrin schwenken.

Vor dem Servieren den Senf unter die Béchamel-Sauce rühren - die Sauce sollte nicht mehr aufkochen, sonst droht der Senf auszuflocken und er verliert außerdem an Würze -, salzen, pfeffern und mit Tamari abschmecken.

Pellkartoffeln mit Gemüse und Senfsauce servieren. 

*Anmerkung: eine gute Béchamel steht und fällt mit der richtigen Konsistenz: nicht zu dick, nicht zu dünn. Also Flüssigkeit nach und nach anschütten, damit man diese nach Wunsch justieren kann.

 

Statistisch: Curry-Eintopf mit Reisnudeln

Dienstag, 5. Januar 2021


Hupps, dachte ich, jetzt habe ich bei meinem Jahresrückblick meine Kernausrichtung als Foodblog vergessen, nämlich den Blick auf die Rezepte-Statistik. Aber ums ganz ungeschminkt zu sagen: ich bin ein klarer Fall von *statistisch*-overdosed! Doch, mit einer Statistik in der Hand kann man mich wohl gerade hervorragend vor sich herjagen. Zumal - ich hatte es darüber - die Sachlage dank Zahlenspielereien nicht zwingend klarer und einsichtiger wird.

Trotzdem habe ich jetzt für euch geschaut, welche drei Rezepte laut meiner Google-Blogspot-Statistik in den letzten 12 Monaten am häufigsten aufgerufen wurden. Mit großem Abstand zu allen anderen stehen auf Platz 1 bis 3 die, die direkt bei der Veröffentlichung einen enormen (ungewöhnlichen) Ausschlag verursachten - um anschließend kaum noch auf Interesse zu stoßen. Die Frage liegt nahe, was-wer-warum diese Ausreißer auslöste. Tja, und euch Leserschaft schließe ich dabei als Verursacher (leider) aus. Eine Idee habe ich natürlich doch. Aber die werdet ihr ohne mich genauso haben, wenn ich euch nun die drei Posts samt Rezepte benenne:

Schaue ich mir die Rezepte von 2020 einzeln durch, dann sortieren sich folgende drei Rezepte heraus, die ihr besonders mochtet und mehr oder minder durchgehend das Jahr über aufgerufen habt. Und das sind vorneweg die Spezials - was mich freut, denn die zusammenzustellen bedeutet Arbeit für mich:

Meine drei Lieblinge eines Jahres sind immer schwer zu benennen, weil ich ja die kulinarische Abwechslung liebe. Daher entscheide ich mich für 2020 für diese drei Grundrezepte, die ich weiterhin gerne immer wieder anders kombinieren werde - bref: Keeper:

Um - selbstredend - die DUBBs nicht zu vergessen:

So, jetzt gabs doch noch den ausführlichen Foodblog-Rückblick: ich weiß ja, wie viele von euch auf Listen stehen ;)! 

Aber um hier nochmals auf mein Dashboard zurückzukommen: manchmal dünkt es mir, als ziehe aus meiner Blog-Statistik vorrangig Blogspot aka Google irgendwelche Kenntnisse. Weil die mir gebotene Auswertung  wenig bis überhaupt nicht aussagekräftig ist. Als Beispiel zeige ich euch mal meine Suchbegriffe der letzten 24 Stunden (wenn ihr den Screenshot-Ausschnitt anklickt, wird er größer): ich bekomme dafür 9 konkrete Antworten im Verhältnis zu fast 5000 Fragezeichen (bezeichnet als *Sonstiges*). Was soll das bitte für eine Aufschlüsselung sein? Was denkt ihr?

 

Aber was wollen wir machen? Soll man sich jetzt darüber beklagen? Blogspot bietet mir Technik-Honk eine Plattform, über die ich kostenlos bloggen kann - und diktiert mir ihre Vorgaben. Und ich muss (und kann) diese nur an euch weitergeben - wofür ihr kostenlos Rezeptideen von mir erhaltet.

Eigentlich wollte ich wie sonst mein Foodblogjahr mit einem Brot-Rezept beginnen. Aber wie las ich als Ausblick für 2021: das kommende Jahr wird uns Kreativität und Flexibilität abverlangen. Ein schöner Allgemeinplatz, der ja irgendwie immer passt. Also fange ich doch damit direkt an, in dem ich - die ich Rituale sehr schätze - mit meiner eigenen Tradition breche und mit einem Eintopf starte. Einem Eintop der Art, wie es ihn mindestens ein Mal die Woche gibt und wirklich immer Wohlgefühl am Eßtisch auslöst



Zutaten 2P:

2 Möhren (m: orange, gelb)
1 Paprika, rot
einige Röschen Brokkoli 
1 Stange Lauch
1 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 EL Currypulver
1/2 TL Paprikapulver
Harissa
1 Stange Zitronengras
1 Stück Ingwer, ca. 3-4cm
1/4 TL Kurkuma
2 EL Tomatenmark
ca. 500 ml Gemüsebrühe
200 ml Kokoscrème*
50g Reisnudeln/ Glasnudeln
Petersilie oder Koriander
1 EL Tamari-Sauce
Kokosöl

Zubereitung:

Die Reisnudeln in kochender Gemüsebrühe fünf Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb abschütten und die Brühe auffangen.

In der Zwischenzeit das Gemüse putzen und in feine Streifen schneiden. Öl in einem großen Topf erhitzen und Zwiebel sowie Möhren- und Paprikastreifen und Lauch in das Öl geben, anschwitzen. Das Currypulvers sowie das Paprikapulver  und Kurkuma und außerdem den Knofi hinzugeben und anrösten. Der Brühe anschütten, den Ing wer sowie das angeklopfte Zitronengras zufügen und das Gemüse 15 min sanft köcheln lassen. 

Zitronengras und Ingwer entfernen, etwa zwei Drittel des Gemüses zur Seite nehmen und den Rest pürieren. Kokosmilch und Tomatenmark hinzugeben und köcheln lassen. Nun den Brokkoli weitere 5min mitköcheln lassen. Zum Schluss die Nudeln in die Eintopf geben, wieder warm ziehen lassen, salzen, pfeffern und mit Harissa und Tamari abschmecken. Je nach gewünschter Schlonzigkeit noch etwas Brühe zufügen...

Mit gehackten frischen Kräutern toppen und servieren.

*Anmerkung m: ich habe die Wahl hier in F zwischen Kokosmilch und Kokoscrème - hier habe ich letztere verwendet.  

Inspiration: Knusperstübchen

 

Knecht Ruprecht: Gnocchi mit Gorgonzola-Sauce

Sonntag, 6. Dezember 2020


Dieses Jahr - im Dezember kommt man ja so langsam in den Rückschau-Modus - saß ich mit einem Mann am Tisch, der mir erzählte, schon mit Michael Schanze Musik gemacht zu haben. Und mir saß ein anderer Mann gegenüber, der mir totally unverfroren in den Ausschnitt starrte - was deswegen schon befremdlich ist, weil meine Tittengröße das nicht hergibt und mir dergleichen dementsprechen selten bis nie widerfährt (und was ich übrigens seither auch nicht vermisst habe). Und dann war da noch dieser Moment an unserem Tisch, als ein Mann seine Frau (die neben ihm saß) als manisch-notorische Besserwisserin offenlegte. Alles strange Situationen in einem ohnehin seltsamen 2020.

Kennt überhaupt noch jemand Michael Schanze? Der, der die Quizshow für Kinder im Zweiten moderierte, hier extra rausgesucht: 1,2 oder 3 - sieht nicht nur aus wie aus einem anderen Jahrhundert IST auch aus einem anderen Jahrtausend. Die Ratekids sprangen dabei auf drei aufblinkenden Feldern hin und her, die für die Antwortmöglichkeit standen, bis der Moderator  *1, 2 oder 3, letzte Chance… vorbei!* rief. Aufgelöst wurde dann mit: *Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht*

Kinners, was ist das symbolisch, oder? Bis halt das Licht angeht. Doch mittlerweile (man wird ja älter und erfahrener) denke ich: *Oder auch nicht!* Dieses so oft gehörte *Ach, das wußte ich ja gar nicht?!* ist doch in den allerallermeisten Fällen Getue, Gemache, Scheinheiligkeit, Schmierentheater, Laienkasparei, simpelster aller Vertuschungsversuche, mit denen man sogar erfolgreich durchgewunken wird.

Die Wahrheit aber ist, dass wir meistens wissen, wenn etwas schwer schräg läuft. Die Frage ist: WILL man das wissen! 

Heute drückt in Frankreich wie in Deutschland die Gesellschaft niemanden mehr religiöse Muster auf. Jeder hat die Freiheit, sich freiwillig daraus etwas mitzunehmen - oder nicht. Die 10-Gebote etwa stehen für nichts anderes wie praktische Lebenshilfe: wer sich an diesen Geboten orientiert, wendet Unglück von seinem Leben ab. Dafür braucht es keinen Raketentechniker, keine längere Meditationssitzungen oder den Geistesblitz tieferer Erleuchtung - der gesunde Menschenverstand sollte zu dem gleichen Ergebnis finden: sowas kommt von sowas. Oder ganz schlicht zusammengefasst: *Was du nicht willst, was man dir tut, das füge auch keinem anderen zu.* So kompliziert ist es gar nicht.

Mehr und mehr schlußfolgere ich, dass viele (die Mehrheit), die wider diese natürlichen Gesetze handeln, das absichtlich tun. Ganz mit Trude Simonsohn: *Die Leute, die Unrecht tun, wissen, dass sie Unrecht tun. Sie tun es trotzdem.*

Riesig beeindruckend finde ich in diesem Zusammenhang, wie Papst Franziskus manches in der katholischen Kirche versucht gerade zu rücken. Ich wüßte nicht, dass sich vor ihm schon ein anderer Papst im gleichen Maßstab bemühte. In seiner ersten Umwelt-Enzyklika "Laudato Si'" wirft er gar ein Dogma um. So weist Papst Franzikus darauf hin, dass es sich bei dem biblischen Auftrag *Macht euch die Erde untertan* um einen Übersetzungsfehler handelt, denn es müsse heißen:

Macht euch der Erde untertan

So gehen doch Sensationen! Da wundere ich mich sehr, dass eine derart wuchtige Aussagen nicht mehr mediale Aufmerksamkeit erhalten hat (gerade in Zeiten von Klimakrise, fridays for future oder greenwashing.... )

Weiter heißt es in seiner Enzyklika: "Wir sind in dem Gedanken aufgewachsen, dass wir ihre [der Erde] Eigentümer und Herrscher seien, berechtigt, sie auszuplündern." Zwei kleine Buchstaben, die ausgetauscht den Sinn komplett drehen: der Mensch, der sich nicht über die Erde zu erheben hat, sondern sich selbst zum Untertan der Erde machen soll. Aber auch hier gilt doch wieder gleiches: haben wir doch eigentlich gewußt, dass man sich als Mensch nur einzureihen hat wie alle anderen Lebewesen. Sämtliche indigenen Völker haben uns vorgemacht, wie man im Einklang mit der Natur lebt - um die Probleme zu verhindern, die wir heute im großen Stil haben.

Und - Hand aufs Herz - liegt die Ursache von all dem Übel tatsächlich an zwei falschen Buchstaben?

Hierzu passt wunderbar das Zitat von Gus Speth, der als Professor für Nachhaltige Entwicklung an der Yale-Universität und Chefberater der Nationalen Umweltkommission gegen Ende seiner langen Karriere diese resignierte Bilanz zieht (via *Nachdenkseiten*):

Früher dachte ich, dass die größten Umweltprobleme der Verlust der Artenvielfalt, der Kollaps der Ökosysteme und der Klimawandel wären. Ich dachte, 30 Jahre gute Wissenschaft könnte diese Probleme angehen. Ich habe mich geirrt. Die größten Umweltprobleme sind Egoismus, Gier und Gleichgültigkeit, und um mit ihnen fertig zu werden, brauchen wir einen kulturellen und spirituellen Wandel. Und wir Wissenschaftler wissen nicht, wie man das macht.”

 

 

Da habe ich leider ebenfalls keine Idee. Aber ich weiß, wie man nun schöne, haltbare Rillen dank Gnocchi-Brett (cocuou Hannah) in Gnocchi erhält! Juchhu! Eine würdige Veröffentlichung zum 2.Advent! Für mich nämlich ein echter Durchbruch an der Gnocchi-Front - und ich liebe Gnocchi! Ich bin so begeistert von dem neuen - wieder von den Pasta-Grannies inspirierten - Rezept, dass es bei uns ein Gnocchi-Gericht nach dem anderen gibt mit diesen Zier-Kartoffel-Gnocchi. Und mit ein Grund, wieso ihr hier direkt ein zwei- in-einem Rezept vorgestellt bekommt. Wichtig ist die verwendete Kartoffelsorte: unbedingt mehlig kochend - oder wie die Fränzis (hübscher) sagen: fondante (schmelzend).

 

Zutaten 2-4P*:

für die Gnocchi (4P):
500g Kartoffeln (mehlig kochend/ m: Agria)
200-220g feiner Hartweizengrieß (Semolina) oder Hartweizemehl
Salz
50g Ziegenfrischkäse
1 Eigelb
2 TL Thymian-Blättchen, getrocknet 

für die Sauce (2P):
100g Gorgonzola (m: Bleu de Brebis)
100ml Milch
50ml Sahne
50ml Gemüsebrühe
ein guter Schuß Weißwein (m: Rosé)
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

Walnüsse, geröstet, gehackt
Salbeiblätter, frittiert
300g Brokkoli, über Wasserdampf gegart (oder Spinat)*

Zubereitung:

Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen und noch warm durch die Presse drücken, zuerst mit dem Mehl (oder dem Hartweizengrieß) mischen, dann mit restlichen Zutaten. Den Teig nur so lange kneten, bis er homogen und nicht mehr klebend ist. 

WICHTIG: nicht überkneten, sonst wird der Teig speckig und immer schön mit Hartweizenmehl (oder Grieß) bestreuen, damit die ausgelegten Gnocchi sowie später die kochenden Gnocchi nicht aneinander kleben!

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Aus dem Kartoffelteig nacheinander Würste von etwa Fingerdicke rollen, 1cm-Stück abschneiden und diese über das Gnocchibrett rollen. Nebeneinander auf ein Küchentuch auslegen und abdecken bis alle fertig gestellt sind. Die Hälfte (für 2Personen) so lange kochen, bis sie nach oben steigen, dann sofort in kaltem Wasser abschrecken (soll helfen, dass Rillenmuster zu bewahren), gut abtropfen lassen und warm stellen.

Brokkoli über Dampf bissfest garen (oder Spinat waschen, hacken und in ein wenig Butter zusammenfallen lassen).

Ein Viertel des Gorgonzolas für die spätere Deko zur Seite legen. Ansonsten alle Zutaten für die Sauce miteinander erhitzen und glatt rühren - mit Mehlschwitze (roux) binden.

Den Brokkoli (oder Spinat) in die Sauce geben, nochmals abschmecken, Gnocchi unterrühren, mit frittierten Salbei-Blättern (auf dem Foto vergessen), restlichem Blauschimmel-Käse und etwas geriebenen Parmesan dekoriert servieren (bei Spinat anstelle des Salbeis geröstete Walnüsse verwenden).


*Anmerkung m: In meinem aufgegriffenen Rezept der Pasta-Grannies wird der Teig nur mit Kartoffeln und Hartweizenmehl zubereitet (ein Versuch wert). 

Die Menge an Gnocchi reicht für 4 Personen: ich habe daher die Hälfte nebeneinander liegend eingefroren und dann in eine Tüte umgefüllt. Die geforenen Gnocchi habe ich geforen in das kochende Wasser geworfen (sie brauchen deutlich länger bis sie gar sind - und verlieren daher auch etwas von ihrem Rillenmuster). Ich habe sie ebenfalls in kaltem Wasser abgeschreckt, warm gestellt, aber beim 2. Mal (mit Spinat) kurz in einer Pfanne angebraten bevor ich sie unter die Sauce gemischt habe. Saulecker!

Inspiration: Pasta Grannies


Schietegal: Zucchini-Pizza

Samstag, 10. Oktober 2020


Wie bei dieser *Pizza* mit Blumenkohl ist es mir völlig schietegal, ob ihr dieses Rezept anstelle von Zucchini-Pizza lieber *Zucchini-Pfannkuchen pizza-artig belegt* nennen wollt - wenn das all eure Sorgen sind... geschenkt! Schließlich ist doch wichtiger als der Name, dass es einfach schmeckt, oder? Aber ich hatte es ja schon davon...

Und ich müßte mich schon sehr täuschen, wenn man auf diese Weise nicht selbst Zucchini-verachtenden Kinder dieses Gemüse wunderbar untergeschoben bekäme. Kann *Pizza* jemand widerstehen? Zucchini könnt ihr übrigens auch durch Kürbis austauschen. Und wie ihr diesen Gemüseboden belegt, liegt ebenfalls wieder in Euren Händen. Macht was drauß, kann ich euch nur raten.

Denn das ist eines der Essen, die sich wirklich nebenher kochen lassen - wenig Aufwand und dafür viel *mmmhhhh* am Tisch. Perfekt für wenig Zeit und kaum Lust in der Küche zu stehen. Gut, Käse sollte man mögen. Ansonsten wirds schwierig. Mir fällt ja da stets das vegetarische Feriengast-Kind ein, dass keinen geschmolzenen Käse mochte. Echt??? Sowas gibts? Ich bin damals schier aus den Schuhen gekippt. Aber ich habe sogar schon jemanden kennengelernt, der Erdbeeren richtig fürchterlich findet. 

Ihr kennt die euren, ihr wißt, was ihr denen vorsetzen könnt. Ich mochte diese Pizza sehr (#Gemüsebratling-Groupie) - mehr als meine völlig subjektive Begeisterung kann ich hier schließlich nicht teilen!

 


Das ist meine zweite Variante dieser Zucchini-Pizza. Beim ersten Mal mochte ich die Fotos nicht richtig - und da bin ich doch (nach all den Jahren) wählerisch. Dann wird es einfach nochmals gekocht, so lange, bis Foto und Rezept für meine Ansprüche zusammenpassen. Beim zweiten Mal habe ich das Rezept verändert. Weniger Zucchini und habe sie auch nicht mehr gesalzen, stehen lassen und gut ausgedrückt, sondern direkt weiterverarbeitet - viel unkomplizierter und hat mir alles so viel besser gefallen. 


Zutaten 2P:

300g Zucchini*
2 Eier

50g Mozzarella
40g Comté (oder Parmesan)
3 EL (m: Vollkorn)
2 Zweige Rosmarin
2 TL Oregano, getrocknet
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

Belag:
3-4 EL Ofentomaten*
ein paar Kirschtomaten, halbiert
rote Paprika, in Streifen
restlicher Mozzarella 
rote Zwiebel, in Ringe geschnitten
Oliven

Zubereitung:

Backofen auf 200°C (Umluft) vorheizen.

Die Zucchini an einer Vierkantreibe raffeln (grob). Mozzarella in Würfel schneiden, Rosmarin fein hacken, Käse reiben. Eier verquirlen und homogen mit dem Mehl vermischen. Alle Zutaten miteinander vermengen und schön würzen. 

Eine Moule á manque (oder Springform) mit Backpapier auslegen. Zucchini-Masse einfüllen und glatt streichen. Für 20min in den Ofen geben.

Nun zuerst mit den Ofentomaten bestreichen, dann belegen wie eine Pizza (m: zuerst Mozzarella, dann Paprika, Tomate, Zwiebeln und Oliven. Nochmals mit etwas Oregano bestreuen und für weitere 20 min in den Ofen geben und fertig backen.

Anmerkung m: ohne Ofentomaten kann man auf Tomaten-Pesto zurückgreifen, notfalls auf Tomatenmark/ natürlich kann man den Belag nach Lust und Laune austauchen. Mais? Vorgegarter Brokkoli?... / zu der Zucchini im Boden schmuggelte ich schon eine (vorgedünstete) Karotte - wenn ihr derlei geraffeltes Gemüse kurz vorgart, dann könnt ihr wild austauschen und mixen.