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Hamster-Alarm: Crêpes-Gratin mit Zucchini und Tomaten-Kürbis-Crème

Sonntag, 29. September 2019


Die Polizei amüsierte sich so prächtig, dass sie diese Meldung an die Medien weitergab. Und ich wiederum bekam diese Geschichte von einer Freundin erzählt und lachte Tränen!

So nahm die Polizei Freising nachts den Notruf eines Mannes entgegen, der angab, einen *sehr großen Hamster mit sehr großen Zähnen* überfahren zu haben. Er benötige dringend Hilfe. Die Polizei - sofort hellhörig und äußerst erwartungsfreudig - war umgehend zur Stelle. Vor Ort klärte sich dann auf, dass es sich bei dem überfahrenen Tier NICHT um einen Hamster sondern um ein Wildschwein (!) handelte. Der Alkoholtest, dem der Autofahrer nachvollziehbarerweise unterzogen wurde, belegte seine Nüchternheit, sodass weiterhin ungelöst bleibt, wie es zu einer solchen Verwechslung kommen konnte.

Ist das lustig?

*Da*, rief ich gestern aufgeregt, als der Habib und ich zum Markt fuhren, *schau mal: eine Art hüpfender Hamster mit buschigem Schwanz! *(= Eichhörnchen). Ich werde die nächste Zeit SEHR viel Spaß damit haben, überall Hamster zu sehen...

Und wundern darf ich mich dann wohl nicht mehr, wenn Brombeeren nicht erkannt werden. Pfffhhh, komme, vielleicht bin ich einfach kleinlich. Schließlich wurde *Beere* genannt.  Wenn das so weitergeht, darf man gespannt sein, wie munter man in Zukunft aneinander vorbeiredet. Mir schwant: es wird heiter. Schließlich kann man sich nicht überall auskennen. Und was ist schon selbstverständliche Wald-und Wiesenweisheit? Wieviel Prozent der Bevölkerung von Industrie-Nationen lebt heute noch in und mit Natur? Unnützes Wissen, das man im Alltag nicht braucht, kann man getrost aussortieren. Ist vielleicht auch zukunftsorientiert: auf anderen Planeten gibt es bestimmt keine Beeren und Schweine...



Ein letztes Mal wollte ich für diese Saison noch eine Zucchini-Matte herstellen - es ist einfach meine liebste Zubereitungsweise von Zucchini. Und zwei Zucchini-Pflanzen ballern weiterhin sensationsverdächtig (pro Pflanze habe ich bestimmt schon 25 Zucchini geerntet... mindestens!). Ausschlag für den heutigen Teller gab Robert, der die Zucchini-Krapfen in Nudel-Röschen verwandelte. Bei mir wurde - wie nicht anders zu erwarten - eine rustikale Variante daraus. So geht saisonale Küche bei mir oft und gerne: same-same but different!

Zutaten 2P:

Crêpes:
50g Einkorn-Vollkorn
50g Dinkel 1050
2 Eier
ca. 150ml Milch
1 TL Oregano, getrocknet
Salz, Pfeffer

1-2 Zucchini (m: Gelb/grün)
etwas Sonnenblumenöl
Salz, Pfeffer
Thymian

1-2 EL Crème fraîche
2 TL grüne Oliven-Tapenade

500g Tomaten
100g Butternut
Salz, Pfeffer
Zucker
2 Lorbeerblätter
etwas Basilikum
1 EL Balsamico-Reduktion

ca. 70g Comté 

Zubereitung:

Backofen auf 220° (Umluft) vorheizen.

Zuerst die Zucchini auf den Weg bringen. Dafür Zucchini in feine Scheiben hobeln und auf einem dünn mit Öl bestrickenem Backpapier auf einem Backblech dachziegelförmig ausbreiten bis das Backblech dicht und eng an eng mit Zucchini belegt ist. Nochmals dünn mit Öl bestreichen, salzen, pfeffern mit Thymian bestreuen und in den Ofen schieben, bis sich erste dunkle Stellen an den Rändern zeigen - dauert etwa 20-25min.

Tomaten überbrühen, häuten, klein schneiden und Zusammen mit dem Lorbeer in einem Topf einreduzieren lassen - dauerte bei mir etwas, da ich Coeur de Boeuf-Tomaten verwendete. Dann den klein gewürfelten Kürbis zufügen und weiter kochen lassen, bis der Kürbis gar ist und viel Flüssigkeit verdampft. Pürieren und abschmecken.

Den Crêpes-Teig klümpchenfrei verrühren und nacheinander in einer Pfanne (m: 20cm Durchmesser) 6 goldene Crêpes ausbacken.

Die Crème mit der Tapenade vermengen. Mit Piment und Pfeffer würzen. Die Crêpes damit nacheinander bestreichen. Die Zucchinimattel in 6 gleichgroße Teile schneiden und mit Händchen und mittels einem Schieber jeweils nacheinander auf einen Pfannkuchen setzen und diesen dann eng zusammenrollen. In eine leicht geölte Gratin-Form setzen und mit Käse bestreuen.

Ofen auf 180° vorheizen und die Crêpes im Ofen gratinieren lassen - dauert etwa 10min.

Mit der Sauce servieren.

Bei uns gab es dazu einen grünen Salat


Schöner leben mit Pasta: Ratatouille-Maultaschen

Dienstag, 12. August 2014

Ratatouille ist lautmalerisch bereits ein wunderschönes Wort. Geht prima als Tiername durch (spätestens seit dem gleichnamigen Zeichentrickfilm), notfalls, aus Ermangelung besserer Ideen, vielleicht sogar als Kosename. Als Gericht ist es aufs engste mit dem Sommer verknüpft. Und genau dieses Sonnengemüse kann man natürlich - warum auch nicht - in Nudelteig verpacken. Das hat sich der Johann fein ausgedacht. Oberfein. Und weil Maultaschen die größten, gefüllten Nudeln sind, geht das Herstellen besonders schnell.

Eigentlich fällt mir auch gar nicht sehr viel mehr ein, was ich zu den Ratatouille-Maultaschen schreiben könnte. Jeder kennt schließlich Ratatouille. Vermutlich nur nicht als Maultaschen. So gings mir auch. Und genau so, genau nach diesem Rezept, wird das ein köstliches Essen. Ich könnte mich jetzt lediglich in einer Art Dauerschleife wiederholen: köstlich-köstlich-köstlich.

Ein Gericht, das man sich merken darf, wenn vegetarische Freunde zum Essen eingeladen sind. So geht kulinarisches Verwöhnen. Bei mir mit frischer Pasta ja prinzipiell und überhaupt ...
Zutaten:

Nudelteig
100g Weizenmehl
100g Dinkeldunst
2 Eier
Salz, Pfeffer
2 EL Olivenöl

Füllung
2 kleine grüne Zucchini
1 Aubergine
1 rote Paprikaschote
1 gelbe Paprikaschote
2 Knoblauchzehen
1 Zweig Rosmarin
(m: 5 Zweige Thymian)
30 ml Olivenöl
1 El Tomatenmark
Salz
Pfeffer 
Chili aus der Mühle (m: Harissa)
2 El Semmelbrösel
1 Ei (Kl. M)
1 Eigelb (Kl. M) zum Einstreichen
(m: Wasser benutzt)

Oliven-Schmelze
100 g Butter
50 g Semmelbrösel
50 g schwarze Oliven (ohne Stein)
(m: einige halbierte Kirschtomaten)

Zubereitung:

Die Zutaten für den Nudelteig wie üblich sorgfältig zu einem homogenen Teig, der nicht zu weich ist, verkneten und mindestens für 2 Stunden kalt stellen.

Das Gemüse Zucchini, Aubergine und Paprika waschen. Paprika halbieren, entkernen, und mit dem Sparschäler schälen. Zucchini ebenfalls schälen (m: nicht geschält, da aus dem Garten), von der Aubergine die Enden kappen. Nun alles Gemüse fein würfeln. Ebenso den Knoblauch schälen und fein würfeln. Rosmarinnadeln und Thymianblättchen ebenfalls fein hacken.

In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die Gemüsewürfel zusammen mit dem feingehackten Gewürzen anbraten. Das Tomatenmark unterrühren und mit. mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und Harissa abschmecken.

In eine Schüssel das Gemüse etwas abkühlen lassen, dann Semmelbrösel und Ei untermengen.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Nudelteig (m: mit Hilfe meiner Marcato ausgerollt auf Stufe 6 von 7, dann von Hand weiter gearbeitet) auf Bahnen von 30 x 15 cm dünn ausrollen. Eigelb mit 2 El Wasser verrühren. Im Abstand von etwa 4 cm je 1 Eßlöffel der Gemüsefüllung setzen. Die Ränder mit dem verquirlten Eigelb bestreichen und die beiden langen Seiten über die Füllung klappen (m: Wasser benutzt, dann muß aber äußerst sorgfältig gearbeitet werden, damit die Maultauschen auch wirklich verschlossen sind).

Den Teig zwischen den Füllungen mit einem Holzstiel oder den Fingern gut andrücken und die Maultaschen mit einem Teigrädchen trennen. Maultaschen mit der Hand etwas flachdrücken, damit die typische Form entsteht.

In einem großen Topf leicht gesalzenes Wasser zum Kochen bringen und die Maultaschen darin 8-10 Minuten ziehen lassen. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Semmelbrösel darin goldbraun anrösten.

Oliven hacken, unter die Semmelbrösel mischen und mit Salz würzen. Die Maultaschen mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben und in der Schmelze  wenden.
Quelle: Johann Lafer - aus *Der große Lafer*

Für alle sonnigen Gelegenheiten: Trottole-Salat

Montag, 20. August 2012

Jetzt ist die Gelegenheit soviel Zeit wie möglich an der frischen Luft in der Sonne zu verbringen. Das sollte wirklich ausgenutzt werden. Daher gibts nicht nur heute, sondern die ganze Woche unkomplizierte Alltagsküche, die ohne weiteren Aufwand zuzubereiten ist. Schließlich wollt ihr draußen sein und nicht in der Küche stehen - wie ich auch. Diese Pasta könnt ihr warm zu Mittag essen, ins Büro mitnehmen, in den Park, ins Schwimmbad, zum Grillen... - ein Salat für jede Gelegenheit eben.

Am besten schmeckt mir diese Pasta lauwarm - gerade bei den momentanen Temperaturen. Auf die Trottole-Nudeln bin ich zufällig gelaufen. Die Form hat sich als ganz hervorragend für einen solchen Salat gezeigt, weil das Pesto viel Fläche hat, sich um die Nudel zu schmiegen. Verwandte Spiralnudeln sind aber nicht minder geeignet.
Zutaten:

500g Trottole (oder andere Spiral-Nudeln)
1 Bund Basilikum
1 EL geröste Pinienkerne
Salz, Pfeffer
1 Stück Parmesan
(1 Knoblauchzehe)
2 EL Sonnenblumenöl
3 EL Olivenöl
1 Kugel Mozarella
2 Hände Kirschtomaten
2 EL schwarze Oliven
1/2 Zitrone, Saft

Zubereitung:

Aus  Basilkum, Pinienkerne, Parmesan und Sonnenblumenöl (je nach Gelegenheit mit oder ohne Knoblauchzehe) eine Paste mit Hilfe der Küchenmaschine herstellen. Mit Olivenöl etwas sämiger mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Nudeln nach Packungsanleitung in reichlich Salzwasser al dente kochen.

In der Zwischenzeit die Kirschtomaten waschen und halbieren. Den Mozarella in kleine Stücke schneiden.

Die Nudeln abschütten und etwas Pastawasser auffangen. Etwas abkühlen lassen, dann noch warm mit dem Pesto mischen. Kirschtomaten und Oliven unterheben. Mit Zitronensaft abschmecken. Wenn die Pasta lauwarm ist den Mozarella darunter mischen.
Das ist doch mal wieder ein idealer Beitrag für Mipis Dauerevent der *Cucina rapida*
Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Lieblingsspaghetti mit Aubergine und Kultur

Freitag, 20. Juli 2012

Meine Lieblingspasta mit Aubergine ist eigentlich diese hier (Foodies aufgepaßt, das *Lieblings* -Wort ist gefallen). Dass ich euch die tatsächlich bereits gezeigt hatte, ging mir erst auf, als der Post schon fertig geschrieben war. Also wurden dort zumindest die Fotos ausgetauscht. Und hier weise ich erneut darauf hin (s. Foto oben), dass diese Auberginenwürfelchen der bessere Ersatz für das unschön klingende Soja-Granulat ist und nur damit und so die weltbesten vegetarischen Spaghetti-Bolognese zu kochen sind.

Schwenke ich heute also, flexibel wie ich bin, auf eine weitere Pasta mit Aubergine um: Bucatini alla Siracusana, die nach Verkostung dichtgefolgten Platz 2 der Best of Pasta mit Auberginen belegt. Sie ist aus dem Kochbuch VegItalia, aus dem ich mich bereits hierfür inspirieren ließ.

Besonders witzig fanden wir das Essen der Maccheroncini n°10, dicke hohle Spaghetti (ähnlich wie Bucatini). Zu gerne hätten wir gesehen, wie waschechte Italiener damit fertig werden. Eines will ich euch aber gesagt haben: für ein erstes Date ist diese Pasta definitiv nix - das ist weder anständig und schon gar nicht erotisch zu essen ;O)!
Mir fiel in dem Zusammenhang eine Bildberschreibung ein, vielmehr die Beschreibung einer marmornen Skupturengruppe, der berühmten Laokoon-Gruppe , damals zu Akademie-Zeiten. Achtung, es folgt was Bildung, aber ich kürze:

Storyboard der Skulpur: Die Griechen schicken das trojanisches Pferd, Laokoon (Priester der Trojaner) ahnt nix Gutes und warnt seine Landsleute, wird überhört, waltet darauf hin seines Amtes als Priester und opfert am Strande dem Meeresgott Poseidon mithilfe seiner beiden Söhne. Kommen doch übers Meer zwei Schlangen, die alle drei töten (s. Foto/ Skulptur). Die Trojaner indess deuten diesen Tod als Strafe für des Priesters Zweifel, steigen darüber hinweg und so mit hölzernem Pferde inklusive der eingeschlossenen griechischen Helden darinnen ihrem Verderben entgegen (lese nach in Vergil *Aeneis*).

Im 15. Jahrhundert bei Rom ausgegraben, genau richtig zur aufkommenden Renaissance und der damit einhergehenden Wiederbegeisterung für die griechische Antike, war die Laokoon-Gruppe ein Sensations-Fund - wird ihr Original auf das 1.Jahrhundert v.Chr. datiert. Erst im 19. Jahrhundert etwa wurde ein fehlender Arm gefunden, der dann richtig ergänzt werden konnte. Auch reichte der Einfluß dieser Skupturen-Gruppe bis in die Kunsttheorie, die von Lessing, über Winkelmann und Goethe anregte, sich zu ihr zu äußern. Heute ist die Gruppe übrigends im Vatikanischem Museum zu Rom zu bewundern.
entnommen dem Buche: Laokoon - ausdruck des schmerzes über 2 Jahrtausende
Bon, im Zuge also der Beschäftigung mit dieser Skulpur, bin ich auf meine Lieblings-Interpretation dazu gestoßen, nämlich jener von E.O. Plauen, dem berühmten Zeichner der *Vater und Sohn*-Geschichten, an denen wir uns alle in der Schule im Deutschunterricht abgemüht haben.

Erst nach dem Essen DIESER hohlen Spaghetti heute, ist mir der Sinn eben jener *Vater und Sohn* -Geschichte (s. unten) richtig in seiner ganzen Tiefe erschloßen worden: SO endet mal also, wenn Spaghetti zurückschlagen!

Zutaten:

1 kleine Aubergine
Salz, Pfeffer
2 EL Olivenöl
2 Knoblauchzehen, gepreßt
3 reife, gehackte Eiertomaten
(m: 4 Tomaten, gehäutet, und einige Kirschtomaten)
1 kleine gelbe Paprika, in dünne Streifen geschnitten
10 schwarze, entsteine Oliven
10 Karpern (m: einige mehr)
275g Bucatini

1 Bund Basilikum (m: halb Zitronenbasilikum)
(m: eine Prise Zucker)
(m: etwas Chili)

geriebener Parmesan
*Vater und Sohn* - E.O.Plauen, entstanden etwa 1937
Zubereitung:

Die Aubergine würfeln (m: etwa 0,5cm), in ein Sieb geben, salzen, mit einem Tuch abdecken und 15 Minuten ziehen lassen.. Das Salz abspülen und das Gemüse trocken tupfen (m: nicht gemacht, da dieser Vorgang dazu dienen soll, die Bitterstoffe zu entziehen, die ältere Auberginen entwickeln können. Meine Aubergine war frisch geerntet).

In einer großen Pfanne das Olivenöl erhitzen und den Knoblauch sanft andünsten. Auberginenwürfel dazugeben und etw 8 Minuten anbraten, bis sie weich und goldbraun sind. 

Die Tomaten, Paprika, Oliven, Kapern und Gewürze zugeben. Gut umrühren und bei geschlossenem Deckel 20 Minuten kochen lassen. (m: 5 Minuten vor Schluß die halbierten Kirschtomaten dazugeben).

Pasta in reichlich Salzwasser al dente kochen. Abgießen. Die Sauce und die zerkleinerten Basilikumblätter zu den Nudeln geben und gut durchmischen. Mit etwas frisch geriebenem Parmesan servieren.

Quelle: VegItalia

Wiederbelebung: Rote Bete Salat mit Orange und schwarzen Oliven

Montag, 23. April 2012

Habt ihr den Yotam schon vergessen? Der ist kein Eintagsfliegerich! Sein Buch würde ich mir sofort wieder kaufen. Und wir haben noch lange nicht alles verbloggt aus seinem Kochbuch - nich, für alle, die das Buch wegen dem Einband nicht anfassen können, den Allergikern und so ;O)!

Rote Bete und Frucht paßt, das weiß ich. Daher harmonieren auch hier die Zutaten. Ich schließe mich Yotam Ottolenghi an, wenn er zu diesem Salat kommentiert, dass er ohne die Oliven bestimmt milder und frischer ist. Die geschacksintensiven und etwas salzigen Schrumpeloliven setzten zur Süße der roten Bete und der Orangen allerdings einen interessanten Gegenpunkt.

Einige kleine Veränderungen - je nach dem, was Haus und Garten geboten hat - habe ich vorgenommen, aber auch vermerkt. Roten Chicorée habe ich noch nie hier auf den Märkten gesehen, der wurde also ersetzt und nach meinem Geschmack hätten es im Verhältnis zur roten Bete mehr Orangen sein dürfen. Allerdings waren meine Blutorangen sehr kleine Kameraden.

Zutaten:

400g Rote Bete
2 Orangen
(m: 2 Blutorangen)
1 roter Chicorée
(m: Blattsalat)
1/2 kleine, rote Zwiebel, in dünne Scheiben geschnitten
3 EL gehackte Petersilie
(m: Pimpinelle)
40g schrumpelige, schwarze Oliven, entsteint
3 EL Rapsöl
(m: 1 EL davon Haselnussöl)
1 TL Orangenblütenwasser
1 1/2 EL Rotweinessig
Salz, schwarzer Pfeffer
Zubereitung:

Rote Bete-Knollen in einen Topf legen, mit kaltem Wasser bedecken und zum Kochen bringen. 1-2 Stunden kochen, bis sie gar sind. Im Kochwasser abkühlen lassen (m: abgeschreckt und geschält), dann schälen und halbieren. Die Hälften in Spalten schneiden; sie sollten an der breitesten Stelle 1cm dick sein. Die Spalten in eine Schüssel legen.

Von den Orangen mit einem scharfen Messer das obere und untere Ende abschneiden, dann der Rundung folgend die restliche Schale so abschneiden, dass auch die weiße Innenhaut entfernd wird. Nun die Orangenfilets zwischen den Trennwenden herausschneiden, den Saft auffangen, Orangenfilets und Saft zu den Rote-Bete-Spalten geben, die Trennhäute wegwerfen.

Den Chicorée quer in 2 cm dicke Scheiben schneiden, die Blätter voneinander trennen und ebenfalls zum Salat geben.

Zum Schluß die restlichen Zutaten hinzufügen und behutsam mischen. Abschmecken, bei Bedarf nachwürzen und servieren
Quelle: Yotam Ottolenghi- Genussvoll vegetarisch

Ziegenkäse-Bärlauch-Gnocchi mit Artischocken

Donnerstag, 5. April 2012

Manchmal ist weniger mehr. Die Bärlauch-Gnocchis (gabs übrigens bei Robert die Tage oder auch bei Sabine) waren pur schon ein Genuß. Und der charmantere Begleiter wäre daher auch ein puristischer gewesen, etwa Artischocken in der Art von Claudio. Aber nein, das ungestüme, blaue Band ist mit mir durchgegangen. Nicht, dass es nicht dennoch gut geschmeckt hätte. Aber die guten Gnocchis sind in all dem Frühlingszauber etwas untergegangen.

Daher meine Empfehlung: kein Ziegenkäse und kein Bärlauch vorhanden? Dann orginal die Ricotta-Gnocchis mit der Artischockenpfanne nachkochen. Ziegenkäse und Bärlauch ist? Siehe oben. Und die Gnocchis, das muß nochmals gesagt sein: sensationell unkompliziert in der Zubereitung! Geniales Rezept, Nicole!

Zutaten:

mit einer handvoll kleingeschnittenem Bärlauch 

2 Artischocken
1EL schwarze Oliven
1EL grüne Oliven
1/2 EL Kapern
1 rote Zwiebeln
einige confierte Kirschtomaten
(m: aus Tiefkühltruhe)
Salz, Pfeffer
Harissa
Zubereitung:

Artischocken wie üblich putzen (hier gut beschrieben). Zwiebel in feine Ringe schneiden. Oliven entsteinen und ebenfalls klein schneiden. In einer Pfanne erst die Artischocken in etwas Olivenöl gar andünsten, rausnehmen, dann die Zwiebelringe rösten. Die restlichen Zutaten hinzugeben, mit Salz, pfeffer und Harissa abschmecken.

Nebenher den Teig für die Gnocchis bereiten, formen und in zwei Portionen in reichlich Salzwasser gar ziehen lassen.

Die fertigen Ziegenkäsegnocchis mit in die Pfanne geben, eventuell noch etwas Olivenöl und kurz schwenken. Serviern.
Quelle Gnocchis: Nicole - Delicious Days

bevor es jeck wird: Quiche Harlekin

Montag, 16. Januar 2012

Fröhlich soll das neue Jahr weitergehen und zwar noch ohne die bald wieder einsetzende jecke Heiterkeit. Mit einer seriösen aber optisch pittoreksen Tarte, jawohl! Die letzte Quiche ist gefühlt ein Jahr her ;O) und zwischen all der Pasta und dem Sauerkraut der letzten Tage muß hier mal wieder kulinarisch deutlich gemacht werden, wo der Hammer hängt, wo wir leben. Und zwar in Frankreich. Sonst heißt es noch, ich hätte Heimweh, was wie ich zugeben muss, nicht der Wahrheit entsprechen würde.

Es gibt ja gerne zwei Lager in punkto *Kochen nach Rezepten*. Die eine Fraktion setzt sich mit Leidenschaft dafür ein, aufs eigene Gefühl zu hören und der hauseigenen Kreativität Platz einzuräumen beim Kochen, die andere Seite fühlt sich eben gerade durch das genaue Einhalten von Anregegungen von außen in Form eines niedergeschriebenen Rezeptes bereichert.

Und ich halte mich für die Vermittlung zwischen beiden Positionen ;O). Will heißen: ich koche SEHR gerne nach Rezept, weil ich nur so von vielleicht eingefleischten Vorlieben abweiche, aber koche an manchen Tagen auch einfach gerne nach Gefühl. Nix eignet sich da besser als eine Quiche. Schließlich sind der Phantasie, was die Füllung einer Quiche angeht, keine Grenzen gesetzt. Dennoch war ich bei diesem Beispiel auch froh, mich offen für andere Köche zu zeigen: seit ich etwas Essig in den Tarteboden gebe (ja, der Fonzi), zu meinem altbewährten Kniff der Teigverarbeitung, wird er noch mürber und splittriger. Also eine gute Idee! Wie (in aller Bescheidenheit) aber das ganze Rezept.

Zutaten - Tarteform 24cm:

Boden*:
30g Weizen-Vollkorn
100g T65 (Weizen 550)
70g Butter
Chili
Salz, Pfeffer
Tymian
1 EL Weißwein-Essig
3 EL Wasser

Füllung:

3 kleinere Artischocken
1/2 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1/2 rote Paprika
2 lila Kartoffeln, fast gar gekocht
1 EL Petersilie, feingehackt
1/2 TL getrockneter Thymian
1 El schwarze Oliven, gehackt
einige Kirschtomaten, halbiert 
Olivenöl

2 Eier
3 EL Crème Fraîche
etwas Harissa
Salz, Pfeffer

geriebener Comté

Zubereitung:

Zubereitung:

Tarteteig wie gewohnt zu einem schnell zu einem homogenen Teig verarbeiten und 1 Stunde kühl stellen.

Artischocken schälen, Heu entfernen und in Zitronenwasser solange zwischenlagern bis mit dem Braten angefangen wird. Gemüse putzen und in kleine Streifen schneiden, Knoblauch hacken, nacheinander andünsten. Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden.

Ofen auf 180° vorheizen

Den Tarteboden dünn ausrollen und eine gebutterte Form damit auslegen. Etwas Mehl darüber stäuben und mit einer Gabel mehrfach einstechen. 

In einer Schüssel die Crème mit den Eiern mischen und würzen. Das Gemüse außer den Kartoffeln dazugeben und miteinander vermengen.
Die Kartoffelscheiben auf dem Tarteboden gleichmäßig verteilen dann die Gemüsemasse darüberschütten, mit Käse bestreuen und etwas getrocknetem Oregano und ca. 40 Minuten im Ofen knusprig backen. 10 Minuten vor dem Anschneiden ruhen lassen.

Solide - Poularde mit Aioli

Samstag, 15. Oktober 2011

Knoblauch, da muss ich jetzt mit allen Klischées aufräumen, wird in Süd-Frankreich nie in homöopathischen Dosen verwendet, sondern wenn, dann richtig. Oft, fast immer erhöhe ich die Anzahl der Knoblauchzehen, die in einem Rezept angegeben sind. Wobei die Drôme ein Anbaugebiet des rosafarbenen Knoblauchs ist. Daher bin ich wie beim Ziegenkäse quasi zum vermehrten Verbrauch gezwungen.

Ist jetzt keine weitere Überwindung für uns. Den jungen Knoblauch kann mein Habib sogar in dünnen Scheiben auf ein Käsebrot legen. Zusammen in dem Nebel stört uns das gar nicht. Da wird meiner Meinung nach eh zuviel Gedöns deshalb gemacht. Wie riecht den der Atem von Rauchern? Oder von jemanden, der gerade einen Kaffee getrunken hat. Doch, ja, Kaffee! Auch nicht dolle. Daher, tans pis. Knoblauch ist schließlich gesünder als Kaffee.

Das Gericht ist grundsolide, die Poulardenpfanne als solches und die Kombination mit Aioli und Baguette. Die Aioli war allerdings nicht mein Ding. Vielleicht hat mir der Safran darin nicht gefallen, ich kanns nicht genau sagen. Das nächste Mal lasse ich das Huhn gleich und nehme wieder eine andere Aioli. 

Zutaten:

Aioli
1 Dose Safranfäden (o,1g)
1 EL Anisschnaps (Pastis/ Pernod)
4 Knoblauchzehen
Salz
4 EL Olivenöl
1 EL Semmelbrösel
150ml (a.d.Kühlschrank)
1 Ei (Kl. M, a.d. Kühlschrank)
1-2TL Zitronensaft

Poularde
1 getrocknete rote Chili
2 TL Fenchelsaat
7 Knoblauchzehen
8 EL Olivenöl
1 Poularde (m: 2 Keulen)
Salz, Pfeffer
500g neue Karoffeln
1 Zweig Rosmarin
100ml trockener, weißer WErmut (m: Niolly Prat)
200ml Geflügelfond
1 Bund krause Petersilie (m: glatt)
250g Strauchtomaten
100g kleine scharze Oliven
50g grüne Oliven
Meersalz
Zubereitung:
Für die Aioli Safran im Anisschnaps einweichen, 4 Zehen Knoblauch fein schneiden und im Mörser mit Salz zu einer Paste verarbeiten. Nach und nach 4 EL Olivenöl unterarbeiten. Safran mit Anisschnaps und Semmelbröseln unterarbeiten.

150 ml Öl in einem hohen Messbecher füllen, Ei zugeben und mit dem Pürierstab zu einer Mayonnaise mixen. Knoblauchpaste Unterrühren, mit Salz und Zitronensaft würzen und kalt stellen.

Chilischote entkernen und grob zerbröseln. Chili mit Fenchelsaat und 2 grob zerschnittenen Knoblauchzehen im Mörser fein zerreiben und mit 2 EL Öl zu einer Paste verrühren.

Poularde in 8-10 Teile zerteilen (Hähnchenschenkel am Gelenk zerteilen), salzen, pfeffern und mit der Chilipaste einreiben. Kartoffeln unter fließendem Wasser gut abbürsten und halbieren oder vierteln.

Alle Fleischstücke in einem Bräter mit 6 EL Olivenöl von beiden Seiten scharf anbraten. Dann Bruststücke herausnehmen. Kartoffeln, Rosmarin und 4 ungeschälte Knoblauchzehen zugeben und kurz rösten. Mit Wermut und Geflügelfond ablöschen.

Poulardenkeulen und Flügel mit der Hautseite nach oben legen und im vorgeheizten Ofen bei 200°C (Umluft nicht empfehlenswert) ca. 60-70 Minuten garen.

Knoblauchzehe und Petersilie sehr fei hacken. Tomaten waschen. Nach 45 Minuten die Tomaten, beide Olivensorten und die Bruststücke mit der Hautseite nach oben in den Bräter geben und zu Ende garen.

Vor dem Servieren die Knoblauch-Petersilienmischung unterrühren, alles mit Meersalz würzen und im Bräter oder auf einer Platte mit Baguette und Aioli
Quelle: Essen und Trinken

Endlich mal nicht auf den letzten Drücker beim Garten-Koch-Event Oktober Knoblauch dabei:
Garten-Koch-Event Oktober 2011: Knoblauch [31.10.2011]

Lammstelzen mit Artischocken - Obelixschmaus

Freitag, 2. September 2011

Manchmal muss es Fleisch sein. Fleisch ist mein Gemüse, ist nicht mein Satz. Aber wenn es Fleisch bei uns gibt, dann mit richtig Lust drauf - nee, keine halbe Sachen! Hach, und dann noch frische Artischocken...

Lammkeule und Lammstelze bereite ich gerne zu, auch mit deshalb, weil hier noch viel Schafe quasi wild auf der Wiese tollen. Aber auch, weil so Keulengerichte in mir gute, alte Bilder hochrufen. Wer von uns ist den in den letzten Jahrzehnten um *Asterix und Obelix* drumrum gekommen? Na, Hände hoch! Ich seh keine!

Sämtliche Comics waren verpönt, *lies ein anständiges Buch..., (okay, über *Lurchi* reden wir ein anderes Mal), aber die große Ausnahme waren die *Asterix und Obelix*-Heftchen. Da haben selbst Väter völlig selbstlos die pädagogische Pficht bierernst genommen und jedes Heft zuerst einer vollstängigen Prüfung unterzogen, bevor es in Kinderhände weiterdurfte. Einig waren sich alle: das neuste Asterix und Obelix-Heft muß in Papas Sammlung.

Worauf ich eigentlich rauswill ist die letzte Seite, das übliche Ende eines jeden Heftchens: das ganze Dorf mampft diese sauleckeren Wildschweine. Als Kind hätte ich da zu gerne mal mitgegessen. Das sah einfach schweinegut aus.

So ein klein wenig ist ein gutes Lammkeulen-Rezept Ersatz für den Obelix-Schmaus! Und das hier ist ein SUPER Rezept mit Lamm. Das Fleisch fällt mürbe von den Knochen, getränkt in eine wunderbare Sauce. Beim Gästeessen mit charmanten Franzosen (dann mit Keule zubereitet), habe ich gestandene Männer alle Nonchalence verlieren sehen beim völlig unseriösen Nachschlag. Keine Bange, hier werden ganze Männer von satt.

Und dann sei noch erwähnt, dass dieses Gericht mal wieder ein Hinweis von Christiane (coucou Christiane!) ist, auf deren Tipps man sich blind verlassen kann! Mögen die Bilder nicht ganz gelungen sein, braucht man nur die Zutaten durchlesen.
Zutaten:

4 Lammstelzen
(küchenfertig, à ca.400g)
200g weiße Zwiebeln
6 Knoblauchzehen
1 rote Chili
50g durchwachsener Speck
800g Tomaten
Salz, Pfeffer
7 EL Olivenöl
150ml Weißwein
500ml Lammfond
1 Zimtstange
2 Gewürznelken
Saft von einer Biozitrone
4 mittelgroße Artischocken
1 Rosmarinzweig
6 Stiele Thymian
80g Rosinen
40g Pinienkerne (geröstet)
100g schwarze Oliven
Edit '13: Köstlich auch mit Couscous als Begleitung!
Zubereitung:

Zwiebel in dünne Spalten, Knoblauch in dünne Scheiben, Chili in feine Ringe schneiden. Den Speck fein würfeln, die Tomaten vierteln (m: vorher gehäutet).

Die Lammstelzen trocken tupen und rundherum salzen und pfeffern. 5 ELOlivenöl in einem schweren Bräter erhitzen und die Lammstelzen darin bei mittlerer Hitze rundherum goldbraun anbraten. Herausnehmen.

Restliches Olivenöl in den Bräter geben. Zwiebeln, Knoblauch, Chili, Speck darin bei mittlerer Hitze leicht Farbe annehmen lassen. Dann die Tomaten dazugeben, umrühren, und alles 4-5 Minuten bei starker Hitze dünsten. Mit Weißwein und Lammfond auffüllen und kurz aufkochen lassen. Zimt, Gewürznelken und Lammstelzen dazugeben, im vorgeheizten Backofen bei 180°( Gas 2-3, Umluft nicht empfehlenswert) auf der 2. Schiene von unten 2:30 Stunden offen schmoren und mit Garflüssigkeit übergießen.

Inzwischen für die Artischocken den Zitronensaft mit 1 l Wasser in eine Schüssel geben. Von den Artischocken die obere Hälfte abschneiden. Die äußeren, harten Blätter großzügig entfernen, den Stiel um 1/3 kürzen. Mit einem scharfem Messer die dunkelgrünen Teile rund um den Boden entfernen und den Stiel schälen. Das Heu im Inneren mit einem Eßlöffel herauskratzen. Die Artischocken längs vierteln und sofort in das Zitronenwasser legen.

Abgetropfte Artischocken, Rosmarin, Thymian, Rosinen, Pinienkerne und abgetropfte Oliven nach 2 Stunden der Garzeit die Lammstelzen mit Artischocken und die Sauce im Bräter servieren. Dazu paßt Baguette - oder Couscous.


Quelle: essen&trinken Juli2010 - Tipp Christiane
Und ein kleines Wort Zum Topf: Es muss nicht immer eine Cocotte von Creuset sein - zudem die vachement teuer sind. Wesentlich günstiger und ein ebenso guter Schmortopf bietet zum Beispiel  Fontignac für die Hälfte... 
Blog-Event LXXI - Rezepte mit N (Einsendeschluss 15. September 2011) 
Durch das Verfolgen der leidenschaftlichen Diskussion heute bei Astrid, (Gratulation auch hier zur kostenlosen Werbung für dein Blog!)kam mir doch grad wieder, dass zuguterletzt das Rezept mit dem letzten BuchstabeN für Astrids Blogevent wie bestimmt ist. Also gerade noch zur Halbzeit des Tages ediert!

Tarte chèvre et aubergine

Donnerstag, 14. Juli 2011

An der Tatsache, dass heute Quartorze Juillet ist, kommt man in Frankreich nicht umhin. Auch oder vorallem nicht auf dem Land. Jedes Dorf, jede Kneipe, allerorten kann man feiern. Erleuchtet an Sylvester nicht ein Leuchtkörper den Himmel, wird heute brav geballert - es sei denn, es wurde aus Trockenheit und Brandgefahr verboten..

Also zeige ich mich als Immigrierte anständig neunationalistisch und koche französisch. Soviel muß man den Fränzis, ob man will oder nicht, zugestehen: die erfolgreiche Revolution haben sie uns voraus - und das merkt man bis heute. Wenn das Volk nicht will, dann streikt es vorbildlich.

Dieses Thema hat schon hitzige Diskussionen (unter Deutschen ;) ausgelöst. *Wer kommt im Streikfall für die Ausfälle aus...* usw. Da erzähle ich dann gerne die Geschichte von einem meiner Lieblingshändler, der auf dem Markt Ziegenkäse verkauft. Er verkauft also den Ziegenkäse in den 5 unterschiedlichen Reifegraden und außerdem Eier. Als ich diesen Sommer auf dem Wochenmarkt bei ihm meinen Ziegenkäse kaufen wollte, hatte er nur Eier vor sich stehen. Den Ziegenkäse hatte zu Hause vergessen. SO geht knallharter, eiskalter, französischer Kapitalismus. Vive la France ;)!
 
Zutaten Tarteform 24cm (orginal: rechteckige Form)

Tarteboden (orginal: 1 rouleau pâte brisée)

150g Mehl
30g Dinkel-Vollkorn
100g Butter
Salz
1 Prise Chili
etwas geriebener getrockneter Oregano
2 EL Wasser

Belag:

1 große Aubergine
125g Kirschtomaten
1 Knoblauchzehe (groß)
2 EL Basilikun frisch geschnitten (m: Thymian/ Rosmarin)
3 Eier
200ml Creme fraîche
150g Ziegenfrischkäse
50g schwarze Oliven
3 EL Olivenöl
2 EL Basamico
Salz/ Pfeffer
(m: 1 Prise Piment d'Espelette)
Zubereitung:

Zutaten für den Tarteboden zu einem homogenen Teig verkneten und 1 Stunde kühl stellen

Das Öl mit dem Balsamico vermengen und den Knoblauch dazu pressen. Die Aubergine in Streifen schneiden und in der Vinaigrette baden. Auf einem Grill/ Grillpfanne 3-4 min von jeder Seite braten.
Ofen auf 200°vorheizen.

Die Tomaten halbieren, den Ziegenfrisch in kleine Stücke teilen. Die Tarteform ausbuttern, den Teig für den Boden ausrollen und die Form damit auslegen. Die Hälfte der Tomaten, der Oliven, des Käses und der Auberginenscheiben auf dem Boden verteilen. 

Eier mit der Creme Fraîche verschlagen, den in Streifen geschnittenen Basilikum (m:Thymian/ Rosmarin) dazugeben, salzen, pfeffern und über das Gemüse geben. Den Rest des Gemüses gleichmäßig platzieren und 40 min im vorgeheizten Ofen backen.

Abwandlung m: Ich habe die Auberginen-Scheiben mit Balsamico bepinselt und in einer mit Olivenöl ausgestrichenen Grillpfanne gebraten. Den Knoblauch habe ich mit der Creme Fraîche-Mischung vermengt. Das gibt den Auberginen eine zarte Säure - und das macht den Pfiff dieser Tarte aus - würde ich wieder so machen.
Quelle: die zum ersten Mal erschienene Zeitschrift *Papilles*

Dorade mit Oliven-Mandel-Couscous und Gurken-Joghurt

Freitag, 24. Juni 2011

Nie werde ich vergessen, wie die Fähre in Marokko anlegte und wir in Tanger an Land gingen. Einmal übers Mittelmeer und in einer anderen Welt. Mein Mann amüsierte sich köstlich über mein beeindrucktes Staunen. Er hat mehrere Jahre in arabischen Ländern gearbeitet und dort gelebt - auch Tanger kennt er gut. So machte er sich einen Spaß daraus, mich dort direkt ins Leben zu werfen. Gleich am ersten Abend aßen wir Bessara, und das war mir derart fremd, dass ich nicht sagen konnte, ob es mir nun schmeckt oder nicht. In den folgenden Wochen habe ich die Suppe noch sehr oft gegessen und auch das Fremdeln sein lassen ;)!
Und dann hüpfe ich in Gedanken weiter nach Ägypten, wo wir mit dem Rucksack unterwegs waren. Wenn ich da von diesem kleinen Gartenrestaurant erzähle, in dem wir uns fast schon verschwenderisch die komplette Vorspeisen-Auswahl bestellt haben, die Mezze, dann werde ich mit dem Schwärmen nicht mehr fertig. Was sind die Araber groß in Sinnesfreude! Meine ersten Berührungen mit der arabischen Welt, mein erstes arabisches Essen hier.

Das wunderschöne Buch *Mezze - ein Genuss* habe ich Miriam zu verdanken. Sie hat es mir nicht nur empfohlen, sie hat es mir auch besorgt, obwohl es zur Zeit leider vergriffen ist. Ich bin mir sicher, dass ich daraus noch einiges kochen werde. Abgesehen davon, dass der Einfluß der arabische Küche aus Südfrankreich nicht wegzudenken ist, paßt sie wunderbar zu den heißen Sommertagen.
Zu dem Fisch und dem Couscous habe ich einen Salat aus gleichem Buch gemacht. So sind wir zu zweit von dieser Mezze satt geworden. Einzig die Marinade für den Fisch würde ich beim nächsten Mal leicht verändern. Vielleicht noch ein bißchen Petersilie?! Ich freue mich schon auf weitere Kochversuche aus diesem Buch.

Zutaten für den Fisch:

4 Rotbarben (à 60-70g, küchenfertig vorbereitet/ m: 2 Doraden)
Salz
1 unbehandelte Zitrone
1 große Tomate
1 Knoblauchzehe
1/2 TL Harissa
1/2 TL gemahlener Cumin
2 EL Mehl

für den Couscous:

50g Mandelstifte
50g grüne Oliven ohne Stein
1 Bund Koriandergrün
170ml Gemüsebrühe
100g mittelfeiner Couscous (Instant)
1/4 TL Kurkuma
2 EL ÖL
Zubereitung:

Rotbarben kalt abspülen, abtupfen und innen salzen. Die Zitrone in Schieben schneiden, manche davon halbieren, die Tomate ebenfalls nach Entfernen des Stielansatzes in Scheiben schneiden.

Für die Fischmarinade den Knoblauch schälen und mit 1/2 TL Salz zerdrücken. Mit Harissa und Cumin zu einer Paste vermischen - diese in die Bauchhöhle des Fisches streichen, zudem jeweils eine Schiebe Zitrone.

Mandelstifte in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Die Hälfte der Oliven hacken, den Rest ganz lassen oder halbieren. Koriander waschen, trockenschütteln, einige Blätter für die Dekoration zur Seite legen, den Rest hacken.

Die Brühe erhitzen. Couscous mit Kurkuma und etwas Salz mischen. 1 EL Olivenöl zugeben, mit heißer Brühe aufgießen. Abgedeckt 5-6 min quellen lassen. Mit zwei Gabeln auflockern. Gehackte Oliven, Mandelstifte und gehackten Koriander untermischen.

Fisch von außen salzen. im Mehl wenden. Grill (m: Pfanne) mit 1 EL Öl einstreichen, Rotbarben von jeder Seite 4 min grillen. Zum Schluß die Tomatenscheiben von jeder Seite mitgrillen.

Rotbarben mit Couscous und Tomaten anrichten. Mit Koriandersängeln, halben Zitronenscheiben und restlichen Oliven dekorieren.
Gurken-Joghurt

1 große Salatgurke
4-5 Stängel Minze
500g griechischer Joghurt (10%)
Salz
1 EL Zitronensaft
1/2 TL gemahlener Cumin
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl

Gurken schälen und die Kerne mit einem Teelöffel entfernen. Das Fruchtfleisch fein würfeln, in einem Sieb abtropfen lassen. Minze waschen, trockenschütteln und die Blättchen abzupfen. Einige Blättchen beiseite legen, den Rest fein hacken.

Joghurt mit Salz, Zitronensaft und Cumin verrühren. Knolbauch schälen, dazupressen und untermischen. Gurkenwürfel unterheben und 1 Std. kalt stellen. Vor dem Servieren mit Öl beträufeln und mit Minzeblättchen garnieren.
Quelle: Mezze - ein Genuss (für den Genuss) von Bettina Mattaei und Mohamad Salameh, GU

Alex, von fotoefornelli teilt meine Begeisterung. Sie hat daraus bereits die Würzmöhren, zwei Rezepte mit Zucchini und die appetitlichen Möhrenkroketten mit Aprikosen gemacht.

Und als hätte ich es nicht gewußt, wird man wie immer auch bei Petra fündig und zwar mit dicker Auswahl von schon ausprobierter Mezze. Bei Petra schmeckts mir einfach ;)!