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Wegweiser - das beste, vegane Aprikosen-Eis

Sonntag, 23. Juli 2023


Sagt mal: sind bei euch alle Wespen? Wo sind denn die Wespen alle hin? Letztes Jahr waren sie eine einzige Plage und überall hagelte es Tipps, wie man draußen dennoch in Ruhe Eis schlecken, Orangina trinken, Crêpes essen kann. Und jetzt?! Normalerweise LIEBEN die Wespen unser Treibhaus. Kaum hat der Habib, der unbeeindruckte Wespenjäger, eines entfernt, schon formiert sich ein Stückchen weiter ein neues. Und dieses Jahr sind sie auf einen Schlag verschwunden. Wespenleeres Treibhaus - das gabs noch nie! Setzen die für ein Jahr aus? Pausieren die? Oder sind die jetzt ausgestorben?

Ich habe schon verstanden, dass man sich heutzutage gegenseitig nichts mehr frägt. Dazu gibt es schließlich die Suchmaschine. Und das fiel mir erst so richtig auf, als ich dieses Jahr mit dem Habib ein paar Tage in Ulm verbrachte.

Während der Habib Siesta machte, wollte ich durch die Stadt mäandern. Nun kenne ich Ulm nicht, sondern war zum ersten Mal dort. Und: noch immer trage ich das Handy nicht mit mir spazieren. Für was? Öffentliche Telefonzellen mied ich früher ja auch (unvergessene Stinkbomben!). Außerdem habe ich einen Uralt-Prepaid-Vertrag ohne Roming, so dass ich das Handy eigentlich vor allem dann zücke, wenn ich mit Wlan verbunden bin. Halt nicht unterwegs.

Bref, ich hielt es während meines Ulmer Stadt-Bummels ganz oldschool: ich fragte mich durch. Und die Reaktionen... priceless. Da erst wurde mir so richtig bewußt, WIE weltabgewandt und hinterwäldlerisch wir doch in unserem Tal hinter den sieben Bergen leben. Vorneweg staunte ich, dass ALLE direkt das Handy zückten, wenn ich mich nach dem richtigen Weg erkundigte. Und zwar unabhängig davon, ob es sich um waschechte Ulmer handelte oder Stadtfremde wie mich (da hakte ich nach, das wollte ich dann genau wissen). Wie bizarr ich das fand! Alle schlugen Google-Maps auf. Dabei wäre ich sogar mit einer groben Richtung und einer ungefähren Angabe ganz zufrieden gewesen. Und ich finde, von einem Ortsansäßigen kann man erwarten, dass er das so hinkriegt. Aus sich heraus. Ganz ohne. Ein Mutter-Tochter-Gespann mit Hund kam richtig ins Stuzen ob meines Anliegens - nach dem Weg fragen, tsss, das macht man heute nicht mehr - , so dass die Mutter mich mit gerunzelter Stirn geringschätzend anschaute: *Ja, haben Sie denn kein Handy?* Als wäre ich entweder debil oder komplett mittellos. Oder beides. Auf der Sonnenseite dieser meiner Ulmer-Stadtumfragung ergab sich auf diese Weise aber der ein oder andere, freundliche Plausch über Ulm und das Leben...

Kurzum, ich habe meine Lektion gelernt: man wendet sich nicht mehr an Menschen mit seinen Fragen, sondern direkt an die Maschine. Nur kann die mir bei meiner Wespensuche nicht wirklich weiterhelfen: möglicherweise kommen die Wespen dieses Jahr mit Verspätung. Aber nichts Genaues weiß man nicht.  Wenn ihr also schlauer seid: bitte raus damit!

 


Es gab hier schon lange kein Eis mehr, oder?! Ein veganes Eis aus drei Zutaten als Grundlage... das klingt erstmal zu einfach, um etwas Besonderes zu sein. Oder um überhaupt ganz prinzipiell überzeugen zu können. Falsch. Ganz falsch. Mich hat dieses Eis, für das noch nicht einmal eine Eismaschine nötig ist, völlig eingenommen. Tatsächlich dient es den Aprikosen als hervorragende Basis, um zur Geltung zu kommen. Was mich echt überrascht hat. Die Kokosnote schmeckt man nur dezent, die Datteln gar nicht hervor. Bien sûr sollte man hierfür - gerade ob der überschaubaren Zutatenliste - wirklich gute Produkte verwenden. Keine zitronigen sondern vollreife, süße Aprikosen, keine ausgetrockneten sondern saftige Datteln, keine Emulgator-Kokosmilch sondern gerne eine mit mehr Kokoscreme als -wasser. 

Wer dennoch irgendwie einen Extra-Dreh benötigt, dem empfehle ich entweder Zitronenthymian oder etwas Verveine zuzufügen. Herrlich exotisch macht sich auch der Abrieb einer halben Combava (Kaffirlimette) in dem Aprikosen-Eis , aber dafür fehlt es Deutschland vermutlich an der entsprechenden Kolonie im Indischen Ozean...  So oder so: große Empfehlung.


Geschwister im Blog-Universum:

    **** Hannahs Snickers-Eis 2.0


 Zutaten:

400ml Kokosmilch
100ml Wasser
80g Datteln
250g Aprikosen
(optional: einige Zweige Zitronen-Thymian oder Verveine/ 1/2  Comabava Abrieb davon)

 

Zubereitung:

Datteln mit Kokosmilch und Wasser fein pürieren (m: gemacht in hohem Gefäß und Standmixer = Zauberstab). Dann den Mix auf 2 Eiswürfel-Behälter verteilt und in den Froster verfrachtet. Mindestens 6 Stunden gefrieren lassen. Den Rest abgedeckt im Gefäß gelassen und in den Kühlschrank gestellt.

Nun - nach den 6 Stunden (m: länger, über Nacht) - zuerst die Aprikosen fein püriert - wer mag: zusammen mit den Kräutern - und zur Seite stellen. Nun nacheinander (m: 3 Stück-weise) die Eis-Eiswürfel mit dem Standmixer im Rest püriert. Kokos-Dattel-Masse mit Aprikosenmasse verquirlen und in einem Plastik-Behälter für weitere 4-5 Stunden ins Eisfach stellen.

 

Anmerkung m: wer sich für das Aprikosen-Eis-Plus entscheidet - mit Zitronenthymian, Verveine oder Keffirlimette - sollte darauf achten, dass diese Zugabe wirklich allerfeinst zerkleinert wurde. Sonst wird später das Schleck-Erlebnis gestört! In der Eismaschine erhält das Eis bestimmt etwas kleinere Eiskristalle, aber das Ergebnis von Hand ist ebenfalls völlig zufriedenstellend.

Inspiration: Stern

 

Holzbiene im Passionsblumenrausch

EDIT 8.August: vermelde das erste Wesepnnest im Treibhaus dieses Jahr!

das neue Anders: Karamell-Zwetschgen-Eis mit Lavendel

Donnerstag, 10. September 2020


*Bevor das hier Hotspot wird, war die ganze Welt vorher Risikogebiet*, lachte ein Feriengast in die Weite unseres Tals . Er lachte erleichtert. Denn was alle eint, bevor sie zu uns aufbrechen - egal ob von Deutschland, Österreich oder der Schweiz - sind Bedenken. Ja, was wenn diese Region zum Risikogebiet erklärt wird oder gar das ganze Land in Sippenhaft genommen wird und man vielleicht anschließend in Quarantäne muss. Keiner kann das vorher sagen, keiner kann eine Garantie geben - und wenn es nur für eine Woche im voraus ist: nichts Genaues weiß man nicht.

Manche rufen vorher an und hätten gerne, dass jemand anstelle von ihnen die Verantwortung übernimmt. Denen gibt der Habib stets die gleiche Antwort: *Wenn ihr Angst habt, dann müsst ihr zuhause bleiben.* Die Entscheidung, ihren Urlaub anzutreten oder nicht, können wir niemandem abnehmen. Auch wir wissen nicht, was das Virus und/ oder die Politik spielen. Zeit der Unsicherheit. Zeit der Willkür. Zeit der selbständigen Entschlüsse.

Keiner jedoch hatte seither Angst, ausgerechnet hier an dem Virus zu erkranken. *Also wenn du dich hier irgendwo ansteckst, dann sollst du diesem Virus nicht entkommen, dann war das Karma* sagte ein anderer Feriengast. Denn was allen - bereits durch die Homepage - klar ist: mitten im Naturschutzgebiet gibt es deutlich mehr Natur als Menschen. Wir wissen ja schon lange, warum wir das Verhältnis Mehr-Natur-als-Menschen schätzen. Doch dieses Jahr können wir wie eine Art allgemeiner Rückbesinnung miterleben. Noch nie habe ich unsere Feriengäste so dankbar in der Natur alle Viere von sich strecken sehen wie dieses Jahr. Als würde sich mancher selbst wieder neu in der Natur entdecken, eine neue Wertschätzung, weil 2020 irgendwie nichts mehr normal, nichts mehr selbstverständlich ist und Anker neu gesetzt werden. In der Natur DARF und KANN man gerade durchatmen. Unisono erzählen sie: ich vergesse bei euch zwischendurch tatsächlich immer wieder Covid. Selbst an die Maske müssen wir uns erinnern, wenn wir aus dem Auto aussteigen. Das scheint hier alles so weit weg. Am liebsten würde ich das Smartphone ganz auslassen. Als wäre es noch nie so wichtig wie dieses Jahr gewesen, diese Momente der Unbeschwertheit und Losgeslöstheit - selbst wenn sich die dunkle Wolke Corona nicht in Luft auflöst.

In meinen Augen ist mit einer solchen Renaissance in all dem Durcheinander, in all der Unsicherheit etwas gewonnen: man setzt gerade wieder bewußt auf die heilende Kraft der Natur. Hinterwäldlertum wird wieder en vogue - wer hätte das gedacht. Gut, aber das gilt ja auch für Schrebergärten. Doch, mir gefällts, ist ja nie alles schlecht. 

UPDATE: wie ich gerade erfahren habe, wurden neue Tatsachen geschaffen und die Region *Auvergne-Rhone-Alpes*, zu der wir auch gehören, ist seit gestern abend zum Risiko-Gebiet erklärt worden. Das neue Anders: ein Blogartikel kann am gleichen Tag des Erscheinens zur eigenen Persiflage mutieren und prophetisch klingen. Die Weite unseres Tals touchiert das alles nicht. Ins Fach der Zahlenspielerei übersetzt bedeutet das: für das gesamte Département Drôme insgesamt 42 Personen, die positiv auf Covid getestet wurden. Es bleibt dabei: das Virus ist das eine - die Politik das andere...

 

So lange ich barfuß laufen kann, ist für mich Sommer. Die Karamell-Zwetschgen gehen noch auf Mme Ziii zurück, die ich sehr gerne zubereite (auch einmache), so bald unser Baum voller Zwetschgen hängt. Aber man kann ebenso ganz wunderbar ein Eis daraus herstellen. Von mir bekam es zusätzlich noch eine Lavendel-Note verpasst - einfach weil ich diesen Geschmack sehr mag. Die Skeptiker dürfen diesen südfranzösischen Dreh rauskürzen.

Zutaten:

400g Karamell-Zwetschgen (Version mit Zimt und Grand Manier)
200g Crème fraiche
100ml Sahne
2 Eigelb 
2 TL Lavendel, feinst geschnitten
(optional 25g LavendelHonig)*

Zubereitung:

Die Karamell-Zwetschgen pürieren - wer mag streicht sie noch durch ein Sieb (habe ich nicht gemacht).

Die Sahne mit den Eigelben, dem Lavendel (und dem Honig) über Wasserbad zur Rose aufschlagen, dann in Eiswasser weiterrühren (m: Schüssel mit sehr kaltem Wasser genügt normal auch).

Nun alle Zutaten mittels eines Zauberstabs miteinander vermengen und in einer Eismaschine zu Eis gefrieren lassen. Vor dem Portionieren etwas vorher aus der Tiefkühle holen.

*Anmerkung m: Ich finde, die Karamell-Zwetschgen bringen bereits genügend Süße für das Eis mit - die Süßschnäbel dürfen aber noch zusätzlich mit Honig süßen/ die Karamell-Zwetschgen bereite ich mittlerweile mit weniger Zucker zu - ca. 50g pro Pfund

Zum Eis passen warme Karamell-Zwetschgen selbstverständlich hervorragend...

Gastbeitrag von Hannah: „Snickers“ Eiscrème ZweiPunktNull

Samstag, 27. Juni 2020


Eines vorneweg: Das Rezept, was ich hernach vorstelle, hat von den Inhaltsstoffen absolut nichts mit dem nährwerttechnisch eher bedenklichen Schokoriegel eines amerikanischen Lebensmittelgiganten zu tun.

Aaaber - mit eben jener industriezucker- und fettreichen Riegelbombe verbinden sowohl mein Mann als auch ich Grenzerfahrungen und in genau diesen kam uns der erste Biss in die Schokoummantelung, hindurch durch nussig, klebrig süße Karamellschicht einfach gigantisch gut vor. Das Phänomen dabei: Nie mehr schmeckte uns ein „Snickers“ wieder so gut und nie mehr sonst haben wir das Bedürfnis nach einem „Snickers“ gehabt außer in diesen Situationen: Bei meinem Mann war es eine Reise nach Nepal mit Trekking zum Mount Everest Base-Camp, und nachmittags ein obligatorisches „Snickers“ an einem der Kiosks auf dem Weg. Bei mir war es der Biss in ein Snickers, auf einer Skihütte erstanden, bei der ich auf einer Skitour ankam, durchgefroren und ausgehungert, unendlich glücklich und dankbar diese im Schneesturm gefunden zu haben und nun in einen Schokoriegel beißen zu dürfen.

Die Phase der Suche nach Grenzerfahrungen liegt bei uns beiden schon eine Weile zurück und so brauchen wir auch kein „Snickers“ mehr. Was wir aber nach wie vor lieben, ist die Kombination aus (Erd)nüssen und Schokolade. Dass diese auch gesünder geht, liegt auf der Hand - im „echten Snickers“ sind vermutlich verhältnismäßig wenig Nüsse und noch weniger Kakao – dafür in diesem Eis umso mehr. Fix gemacht, eine gute Verwertung von in der Sommerwärme schnell nachgereiften Tigerbananen und einfach lecker, ist es bei uns im Sommer eigentlich immer vorhanden. Nicht zuletzt, weil es DAS „Slokoslakeeneis“ unserer Tochter ist.


Bei den meisten „Nicecreamrezepten“, die man im Internet findet, wird das Obst zuerst tiefgefroren und dann verarbeitet. Hat zwar den Vorteil, dass man dann gleich eine (eis)kalte Masse hat, die man gleich essen kann, mir war das aber irgendwie zu unpraktisch und zu wenig flexibel. So habe ich einfach mal probiert die Bananen direkt zu verwenden, also ohne sie vorher zu gefrieren. Hat den Vorteil, dass man für diese Variante auch nicht unbedingt einen extrem leistungsstarken Mixer benötigt. Eine Eismaschine braucht man im Übrigen für dieses Eis auch nicht. Es ist auf jeden Fall cremig und ohne lange Kristalle. Lediglich leicht antauen sollte man es vorm Genießen.

Zutaten:

2 gut reife Bananen
200 ml Kokosmilch (Dose)
75 g weiche Medjool Datteln*, entsteint gewogen
50 g + 25 g Erdnuss Mus „Crunchy“**
25 g Edel Kakao Pulver, ungesüßt
1 El Hanfsamen, geschält

Zubereitung:

Alle Zutaten bis auf 25 g des Erdnussmus‘ mit einem Standmixer oder leistungsstarken Pürierstab sehr gut pürieren.
Masse in eine Gefrierbox geben und nun die restlichen 25 g Erdnussmus in Tropfen draufgeben und ganz leicht einrühren.
Im Tiefkühler gefrieren.

* Wer keine weichen Datteln bekommt, nimmt die härteren und weicht sie 30 Minuten in etwas heißem Wasser ein. Die Datteln dann kurz abtropfen lassen und wie oben verwenden.

** Ich verwende stets ungesüßtes Erdnuss Mus. Gerne die leicht gesalzene „Crunchy“ Variante. Alternativ geht auch feines Erdnussmus ohne Salz, dann einfach eine Prise Salz zugeben.

Varianten mit zusätzlichen gerösteten Nüssen, Kakaonibs, Schokostückchen… alles lecker.
Statt der Kokosmilch kann auch die gleiche Menge süße Sahne verwendet werden, oder halb, halb...


©Hannah Nußbaumer, lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Ettenheim, wo sie mit viel Leidenschaft einen Bio-Laden betreiben. Hannah liebt als Gartenarchitektin das Leben mit und im Garten, das Sammeln, Ernten und Kochen. Ohne ihre beiden Herzensmenschen um sich herum wollte sie nicht sein, und ohne schöne (Kinder)Bücher, Stifte und der Möglichkeit sich draußen zu bewegen würde ihr etwas fehlen. Das Binden von Blumenkränzen, das Herstellen eines Hefeteiges sowie das (Er)kennen der uns umgebenden Umwelt sollte ihrer Meinung nach den gleichen Stellenwert haben wie Algebra und Grammatik.

Verveine oblige: Glace au Verveine

Donnerstag, 10. Oktober 2019


Natürlich stellt sich auch in eher ungewöhnlichen Berufen Routine ein. Die Führung durch unseren Garten mache ich mit sämtlichen Neuankömmlingen, die zum ersten Mal bei uns urlauben - was für mich bedeutet, dass ich den Rundgang jede Saison oft begleite und meist ähnlich gestalte. Am allerliebsten zeige ich unseren Garten im Frühling, wenn ich nur mit Mühe meine stolzgeschwellte Brust im Zaum halten kann (und nicht nachdem ein staubtrockener und knochenheißer Sommer die Pflanzen in den Überlebensmodus getrieben hat).

Regelmäßig stehe ich dann mit unseren Frischlingsferiengästen auch vor unseren Verveine-Sträuchern und stimme ein kleines Loblied auf ihn an. Ich bin großes Fan-Girl - ich liebe Verveine von der ersten Begegnung an sehr! 

Zitronen-Verbene ist hier in Südfrankreich der klassische tissane (Kräutertee), den man vorzugsweise angeboten bekommt, wenn man Lust auf ein heißes Kräutergetränk hat. Doch mit Verveine lässt sich überhaupt wunderbar parfümieren - etwa Obst. Er hat ein unvergleichbares, zartes, frisches Aroma, das an Zitronenmelisse erinnert aber deutlich lieblicher ist. Die Quote all unserer Feriengäste, die nach einem Aufenthalt bei uns mit einem Verveine-Pflänzchen nach hause zurückkehren, ist dementsprechend hoch. Wer einmal frischen Verveine kennengelernt hat, kann ihm eigentlich nur verfallen. Ich habe Verveine sogar als Parfüm. Ich kann mich an Verveine weder satt riechen noch daran übertrinken.

Bevor ich unsere Sträucher ein letztes Mal stutze, bot sich als süßer Abschluß ein Eis an, das auch gut zum herrschenden Altweibersommer passt. Schon ein Mal bereitete ich ein Eis aus Verveine zu - damals mit Hilfe eines Sirups. In dieser Variante habe ich die Milch aromatisiert. Es freute mich sehr, dass der feine Verveine-Geschmack im Eis von meinen Verkostern erkannt wurde.


Zutaten:

175ml Milch 
50g Mascarpone
200ml Sahne, geschlagen
50g Honig (etwa Akazie)
20g Rohrzucker
ca.3 große Zweige Verveine (etwa 7g)
2 sehr frische Eigelb

Zubereitung:
  
Von dem Verveine-Blättern die Mittelachse herausschneiden, fein schneiden und zusammen mit dem Rohrzucker in einem Mörser fein zerreiben. Die Milch zusammen mit dem Verveine zum Kochen bringen, etwa 5min sanft köcheln lassen, dann die Mascarpone darin glatt  rühren und über Nacht ziehen lassen.

Am nächsten Tag die Milch nochmals erhitzen und durch ein Sieb streichen. Den Honig in einer Metallschüssel flüssig werden lassen, die Eigelbe dazugeben und beides schaumig aufschlagen. Die heiße Milch nach und nach unterrühren. Die Masse über einem heißen Wasserbad unter Rühren aufschlagen, bis die Masse dickflüssiger wird (Fachchargon: zur Rose aufschlagen). Achtung: Nicht zu heiß werden lassen, sonst gerinnen die Eigelbe.
  
Die Masse in eine Schüssel mit Eiswasser stellen und kalt rühren. Die Sahne steif schlagen und unter die Eismasse heben. Das Verveine-Eis in der Eismaschine gefrieren lassen (ersatzweise im Gefrierfach in 4-5 Stunden fest werden lassen, dabei häufig und gründlich durchrühren).


Locus amoenus - Blitz-Erdbeereistörtchen

Donnerstag, 4. Juli 2019


Ich bin umgetopft und ausgewildert, sage ich über mich selbst gerne. Und das ist nicht mehr rückgängig zu machen. Ohne Natur um mich kann ich nicht atmen. Zumal ich das Glück habe, an einem Kraftort zu leben, einem locus amoneus quasi, einem Ort voller guter, klarer Energie. Im Sommer gibt es obendrein noch locus amoneus II (ich berichtete... mehrfach und wiederholt) wo ich immer wieder hautnah erlebe, wieviel Kraft in purer Natur steckt und wie alleine das Verweilen an solchen Orten wie eine kleine Therapie wirken kann. Man kann das Einfühlen und damit Erkennen solcher Orte üben. Der Habib und ich machen uns einen Spaß daraus, uns gegenseitig auf solche Orte hinzuweisen. Umgekehrt - mit viel bad energy - die gibt es ebenfalls massig. So arbeitet man sich von großen Unterschieden zu immer feineren Nuancen vor.

Bei Menschen bin ich mittlerweile auch gut darin zu erkennen, wer welche Ausdünstung um sich verteilt, wie sie wirken, aufspielen, blenden, antäuschen (Mimikry halt). Die Mechanismen gleichen sich verblüffend. Da verdanke ich der Homöopathie viel, beziehungsweise dem tiefen Verständis meines Habibs davon.

Was kann man sich nicht alles draufschaffen - so lange es keine Gabe ist! Gut, was die Sinneswahrnehmung angeht scheidet der Mensch im Vergleich mit Tieren äußerst bescheiden ab. Jede Fledermaus orieniert sich besser, jeder Hund riecht mehr, jeder Elefant hat ein besseres Gedächtnis uswusf. Nur mit Maß und Zahl können Tiere nichts anfangen. Immerhin lassen sich die Sinne bei manchen Menschen zumindest schärfen - bei stumpfen Rettichen ist wohl nichts mehr zu machen (*Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen*). Aber nehmen wir etwa Musiker: die besitzen oft ein deutlich besseres Gehör als andere. Oder ein ganz banales Beispiel: als ich aufs Land zurückgezogen bin, musste ich das Riechen erst wieder üben. In der Stadt hatte ich es mir nahezu abgewöhnt, weil der Gestank einfach überwog.

Oder eine Geschichte, die mich sehr faszinierte, erzählte uns unserer Osteopath. Ein guter. Sein Können machte eine Operation - die mehrere Ärzte angeraten hatten - unnötig. Während seiner Ausbildung lernte er mit seiner Hand Blockaden aufzuspüren. Er trainierte diese Fähigkeit, in dem er unter ein Blatt Papier ein Haar legte und die Lage nur mit der Hand, die er darüber gleiten ließ, aufspürte. Als er das konnte, wurde von seiner Lehrerin ein zweites Blatt Papier darübergelegt und das Üben ging weiter. Ist das toll?! Was alles erlernbar ist - wenn man es will, wenn man sich übt, wenn man dranbleibt. Schon echt toll, was Mensch alles an Können entwickeln kann!


Mit dieser kleinen Süßspeise habe ich es mir einfach gemacht - einfach, weil die Mara du bois, die Königin unter den Erdbeeren, keinen großen Hofstaat braucht. Hier gilt es lediglich den richtigen Moment abwarten, den das Törtchen zum Antauen braucht (bei uns in der Wärme etwa 5min - dann geht ein Messer ganz leicht durch). Etwas Schlagsahne dazu.... njami!

Natürlich könntet ihr das Törtchen auch leicht (im Sinne von vorhandenen Rezepten - jedoch nicht was den Zeitaufwand angeht) raffinierter machen: ihr füllt das ultimative Erdbeer-Eis in die Förmchen oder sucht euch etwas aus dem reichhaltigen Erdbeer-Fundus zu den Beeren aus ...


Zutaten - 4 Förmchen à 125ml Füllmenge:

250g Erdbeeren
125g Sahne
150g Quark (m: Faiselle) 
50ml Holunderblüten-Sirup
10g Vanillezucker (m: eigener)

150g Sahne

Zubereitung:

125g der Erdbeeren fein pürieren, mit Quark, Zucker und Sirup mischen. 125g Sahne schlagen und untermischen. Die Masse auf die vier Förmchen verteilen und kalt stellen - am besten über Nacht.

Zum Servieren weitere 150g Sahne schlagen, die restlichen 125g Erdbeeren klein schneiden, ebenfalls mit Holunderblüten-Sirup marinieren. Zusammen auf einem Teller anrichten. Die Törchten vor dem Servieren unbedingt (!) etwas antauen lassen (sonst sind sie nämlich durch die Eiskristalle zu fest gefroren zum Verzehr).



Brommeleis

Mittwoch, 22. August 2018


Nirgendwo wachsen größere, wilde Brombeeren wie in der Drôme - behaupten zumindest die Kinder, die hier aufgewachsen. Wieder ein gutes Jahr, um Brombeeren zu ernten. Ich kenne die anderen genau so, die mageren, in denen Wärme und Sonne den Beeren zwar viel Aroma einhauchten, aber der Regen ganz fehlte, um sie zudem saftig zu machen.

Sonst lästere ich ja gerne, bringe den Endlos-Toleranten, den Missionaren und Weltverbesserern für ihren Garten ein kleines Sortiment mit an Widersachern wie Efeu, Schlingenknöterich, Winden, Kletten, Brombeeren ect. - ab da hat sich die Diskussion über Un-Nicht-Mit-Beikräuter. Philospohie beendet - Großmeister Garten klärt auf unwiderlegbar praktische Weise auf über die Verhältnisse, die auf diesem Planeten herrschen. Ihr kennt das Bild dazu? Hat man einen Topf mit guten Kräutern und gibt ein einziges giftiges dazu, kippt die Wirkung des ganzen Topfes ins Gegenteil. Umgekehrt, hat man einen Topf mit lauter giftigen Kräuter und gibt ein heilendes dazu, so bleibt die Wirkung dieses Topfes die gleiche und nichts verändert sich.

Brombeeren machen immerhin noch leckere Früchte. Wenn sie außerhalb unseres Gartens wachsen, bin ich sogar Fan. Vielleicht schmecken gar die wilden Brombeeren besser wie die kultivieren. Allerdings kann ich da nicht mitreden, denn ich kenne bisher nur die Wald-und Wiesen-Brombeeren. Hier findet sich von letztem Jahr noch ein Sammel-Board - für alle, die nach mehr Ideen für Brombeeren suchen. Dieses Eis bekommt etwas Würze durch die Kräuter und zusätzlichen Schmelz durch den Honig. Wer hat, kann die Beeren gerne mit Cassis oder Holunderbeerensaft aufsetzen. Beides gibt eine schöne geschmackliche und passende Bereicherung...



Zutaten:

400g Brombeeren
(optional: 2 EL Cassis - m: selbstgemachter)*
2 frische Lorbeer-Blätter
1/2 TL Thymianblättchen
2 Petit Suisse (120g)
200ml Sahne
2 Eigelb
50g Thymianhonig

Zubereitung:

Die Brombeeren zusammen mit den Lorbeerblättern, dem Thymian und dem Cassis etwa 7min köchlen lassen, bis die Brombeeren weich und saftig zusammenfallen. Durch ein Sieb streichen und kalt stellen.

Den Honig in einer Metallschüssel flüssig werden lassen, die Eigelbe dazugeben und beides  gemeinsam mit 50ml Sahne über einem Wasserbad schaumig aufschlagen. So lange weiterschlagen bis die Masse dickflüssiger wird, sie dabei aber nicht zu heiß werden lassen, sonst gerinnen die Eigelbe.  (Erfahrene dürfen das Aufschlagen direkt auf kleiner Flamme machen.) 

Die Masse in eine Schüssel mit Eiswasser stellen und kalt rühren. Die Petit Suisse glatt unterrühren. Die Sahne steif schlagen. Sahne zusammen mit dem Brombeermus untermischen. Das Brombeereis in der Eismaschine gefrieren lassen (ersatzweise im Gefrierfach in 4-5 Stunden fest werden lassen, dabei häufig und gründlich durchrühren). 

*Anmerkung m: Cassis prima zu ersetzen durch Holunderbeerensaft


WG-Eis... oder so

Donnerstag, 26. Juli 2018


Hätte ich ein Kind haben wollen, dann hätte ich mir alle Daumen gedrückt, dass mir ein solches wie der Sohn von Ute und Achim zugeteilt wird. Eines, das mit roten Backen zuhört, wenn etwas erklärt wird oder sich mit großer Begeisterung auf die Vogelwelt stürzt und Fragen über Fragen hat... Ich bin eindeutig verknallt.

In Beschäftigung mit ihrem Buch habe ich mich quer auf dem Insta-Kanal von *Nordisch Roh* durchgeklickt - etwas was ich äußerst selten mache (bekanntermaßen bin ich auf den Social-Media-Kanälen nicht aktiv). Das konnte meine Faszination für das Leben der beiden als Kleinfamilie nur verstärken. Gerade erst gaben sie ihre wunderhübsche Dorfschule auf, um sich ins Abenteuer Leben zu stürzen auf der Suche nach gemeinschaftlichem Leben mit anderen. Mir wurde dabei bewußt, dass ich als Kinderlose mit dem Thema *Zukunft* anders umgehe. Mit Kindern streckt man seine Fühler zu einer weiterreichenden Horizontlinie, sucht Perspektiven ganz anderer Art. Nicht alle, bien sûr, aber manche...

Der Habib und ich haben uns friedlich, natürlich und zurückgezogen eingerichtet und solange wir zwei miteinander so gut sind, gibt es keinerlei Gründe, irgendetwas ändern zu wollen... bis ans Ende unserer Tage quasi. Obwohl wir durchaus - und zwar bishin zu sehr konkreten Überlegungen - den Gedanken durchgespielt hatten, eine Lebensgemeinschaft zu gründen.

Wie schnell man an den Rande einer Gesellschaft gedrückt wird, ist mir klar geworden, seit ich keinen Alkohol mehr trinke - wohl bemerkt weder aus Gründen der AA, einer Schwangerschaft oder Medikamenteneinnahme sondern rein aus der konsequenten Entscheidung heraus, ohne Rauschmittel durchs Jetzt und Hier tingeln zu wollen (den Artikel dazu schiebe ich schon so lange - zu gut weiß ich, dass ich mir damit genau zero Sympathiepunkte einfange...). Hinzu kommt unsere Hinwendung zur Homöopathie, die mit einer eigenen Art des Denkens einher geht - aber deshalb noch lange nicht zu einem Schulterschluß mit anderen Homöopathen führt, denn darunter gibt es (leider) entschieden zu viel Scharlatanarie, Halbwissen und Wichtigtuer! Und dann kommt noch unser unübersehbarer Altersunterschied und unsere vielen Auslandsaufenthalte. Bißchen viel *unkonventionell* was wir anderen zumuten... iss klar.

Fakt ist, dass wir mittlerweile unser ganz eigenes Modell von Lebensvorstellung verwirklichen konnten,  was ich für einen großen Segen halte. *Distanz schafft klare Gedanken* heißt es und ich möchte behaupten, die haben wir sowohl zu Gesellschaft, Kultur und dem Zeitgeist. Selbstgewählt und eben als Außenseiter. Dabei wird Systemkritik leichter und scheint gar notwendig. Kapitalismus, Materialismus und Stress sind (für mich) keine guten Ingredienzien für ein anständiges Leben. Das aber gibt der Mainstream so vor. Im übrigen - das wollte ich schon immer mal loswerden - gibt es überall Spinner, Extremos und Orthodoxe - themen-, alter-, herkunftsunabhängig. Aber finden sich die meisten Radikalen nicht gerade in der Mitte des Mainstreams, weil sie sich im ganz großen Maßstab bestätigt fühlen? Eine Randgruppe braucht vorneweg Toleranz - die weiß, dass sie nur eine Minderheit ausmacht...

Nun, wir sind weiterhin überzeugt, dass eine Lebensgemeinschaft eine gute Möglichkeit ist, nach selbstgewählten Werten zu leben. Und vielleicht wird eine solche Nische sogar die einzige Alternative, sich in Zukunft den Vorgaben der Masse entgegen zu stellen. Ein Verbund mit anderen bringt viele Vorteile mit sich, von denen man als Einzelkämpfer nur träumen kann. Allerdings bleibt es eine große Herausforderung - und das meine ich nicht nur mit meinen Jahren WG-Erfahrung im Nacken. Es braucht eine Vision und die richtigen Menschen dafür... Ute und Achim haben viel in die Waagschale geworfen und ich wünsche ihnen nicht nur das Beste - ich bin sehr gespannt, wie ihr Weg weitergeht. Vielleicht begegnen wir uns ja mal...

Und nun noch ein paar Zeilen zum Rezept - obwohl man dem Eis ja bereits ansieht, dass es super schmeckt. Ich habe hierfür zwei Rezepte zusammengesetzt: *das Vanille-Eis* und *das Erdbeer-Vanille-Eis am Stiel*. Den Mixer habe ich nach Zubereitung für das Vanille-Eis genauso ausgeschleckt wie die Kinder auf dem kürzlich verlinkten Bild. *Probier' mal*, bin ich damit (brav teilend) zum Habib, *schmeckt das nicht köstlich?!*



Zutaten - 8 Eis à ca. 80ml Füllmenge (zwei 4er Eis-am-Stiel-Formen):

2 kleine, reife Bananen*
(ca. 250g mit Schale)
200g Aprikosen
200g Erdbeeren
200g Cashew-Kerne, 2 Stunden eingeweicht*
30g Ahornsirup
(plus 1 EL)
Vanille-Pulver
(m: noch aus Madagaskar)

Zubereitung:

Die Cashew mit der Vanille und 30g Ahornsirup pürieren. Früchte vorbereiten (entstrunken, entsteinen). Je kleingeschnittenen Erdbeeren und kleingeschnittene Aprikosen mit jeweils 2 TL von dem Cashew-Mus pürieren. Die Aprikosen brauchten bei mir noch etwas Süße - ihnen fügte ich den Eßlöffel plus Ahornsirup zu). Den Rest des Cashew-Muses mit der Banane pürieren (m: ich habe mit dem Pürieren der Banane begonnen, damit mir die anderen Fruchtmuse nicht *verfärben*). Dann abwechselnd in die Eis-Form schichten und in der Tiefkühltruhe gefrieren lassen.

*Anmerkung m: Man kann die Bananen dafür auch einfrieren - dann geht es mit der Eisherstellung schneller; so braucht es dafür allerdings einen Hochleistungsmixer (den ich ja - noch - nicht habe).

Zum Umgang mit Nüssen gibt es ein eigenes Kapitel in dem Buch - die müssen bei einem so gesteigerten Verzehr wie in der Rohkosternährung nämlich stets eingeweicht und wieder zurückgetrocknet werden: um Phytinsäure abzubauen - näheres dazu s. *Rohkostlady*.

Quelle: *Was dein Herz begehrt* von Ute Ludwig und Achim Sauerberg aka *Nordisch Roh*


Badesommer: Joghurteis mit Mirabellen-Swirl

Freitag, 25. August 2017

Das ist einer der längsten, wärmsten und trockensten Sommer, an die ich mich erinnern kann. Wäre unser Garten nicht, vielleicht würde er mir sogar gefallen. Aber ich leide mit unseren Pflanzen - unmöglich kann man alles gießen - und so werde ich langsam Sommer müde. Wenn der Herbst demnächst beginnt, dann wird er bereits erwartet.

Mit dem Habib wundere ich mich oft, wie minderwertig die abstrakte Vorstellungsfähigkeit des Menschen veranlagt ist. Zu sehr ist er mit seinem Körper und seinen Sinnen im Jetzt und Hier verankert (ganz im Gegensatz zum Geist übrigens). Scheint die Sonne hitzig auf unsere Köpfe, kann man sich kaum bis unmöglich ausmalen, wie es ist, wenn das Gegenteil der Fall ist und es aus Kübeln schüttet. Während ich schwitzig im Garten arbeite, sind kalte Füße gefühlt ein einziges Rätsel... Ja klar, man kennt es, aber man fühlt es in diesem Augenblick einfach nicht.

Ausgiebig war ich dieses Jahr baden, immer und immer wieder an der Gervanne, dem nächst gelegenen Fluß von uns und meiner Indianerfreundin. Sommerurlaub in klarem Wasser und je nachdem, wie ich lustig bin, in Begleitung oder allein.

Dass der äußerlichen Abkühlung eine innere Eis-Abkühlung folgen muß, habe ich dieses Jahr ritualisiert. Ebenso wie die Eissorte. Es ist nun die dritte in Folge, durch die sich ein Fruchtmus mäandert. Gutes darf Gutes bleiben.
Zutaten:

200g Mirabellen
1/4 TL frisch geriebener Zimt
20g Zucker (m: Rohrzucker)


300g griechischer Joghurt
30g Zucker (m: Rohrzucker)
2 frische Eigelb
100ml Sahne
1/2 Limette, Saft und Zesten
1 Pr Salz

Zubereitung:

Für das Mirabellemus Mirabellen, Zucker und Zimt bei kleiner Flamme ausetzen und ca. 10min köcheln, dabei achten, dass die Mirabellen nicht am Topfboden anhängen. Auskühlen lassen.

Die Eigelb mit der Sahne und dem Zucker über einem Wasserbad zur Rose aufschlagen (Achtung: die Eigelb dürfen nicht zu heiß werden, sonst flocken sie - zur Rose bedeutet, dass Sahne und Eigelb Bindung aufnehmen und eine cremige Konsistenz bilden). Vom Wasserbad nehmen, die Prise Salz und das Ziegenkäse-Faisselle einrühren, außerdem Limettensaft- und zesten und über einem kalten Wasserbald kühler rühren. Die Masse in einer Eismaschine zu Eis gefrieren lassen.

Nun 5 Schichten (beginnend mit der Eismasse) Mirabellen-Püree und Eismasse abwechelnd in eine Box schichten und so in das Gefrierfach geben.

Ice-Ice-Baby: Ziegen-Faisselle-Eis mit Blaubeeren

Donnerstag, 20. Juli 2017


Wenn es so heizt, dann gibts nix Schöneres als einfach für ein Stündchen an die Gervanne zu springen und Füße und Seele baumeln zu lassen - mein Gemüt könnte am Bach nicht heiterer gestimmt sein.

Das letzte Mal war direkt neben meinem Badeplatz eine Schmetterlingstränke: Dutzende von Bläulingen saßen am Boden neben der Gervanne und nur wenn sie etwas aufschreckte, stoben sie in die Höhe und wurden dadurch erst sichtbar als glizzernde, kleine, azurblaue Flatterwesen. Dazwischen erhob sich majestätisch schwebend eine kleine Gruppe Segelfalter. Ich kam nicht umhin, wiederholt wie Alice im Wunderland mitten hindurch zu hüpfen und ein Bad in den Schmetterlingen zu nehmen. Ein Zaubermoment, wie nicht von dieser Welt - und einer dieser zeitlosen Augenblicke, in denen man selbst kein Alter hat.

Wieder daheim mußte ein Eis her (same procedure)! Ich bin ja bekanntermaßen *Team Milchspeiseeis*! Für Sorbets müßt ihr woanders gucken. Wenn ich Sorbet essen, dann auch nur mit einer Sahnehaube. Ich glaube kaum, dass sich das in diesem Leben noch ändern wird. Für mein Eis verwendete ich den feinen, handgemachten Ziegenkäse, den ich hier in der Drôme überall kaufen kann: als Ziegenkäse-Faisselle (ihr nehmt stattdessen entweder Frischkäse oder Ziegenquark). Durch ihn mäandert sich eine Reduktion von Blaubeeren. Bref: oberlecker mit verwandten Zügen zu dieser Tarte und diesen Brownies

Komm' dachte ich mir, und wenn ich schon dabei bin, dann stelle ich euch noch eine Best-of-Liste meiner Gelaterie zusammen.

Zutaten:

125g Blaubeeren
20g Zucker (m: Rohrzucker)
(optional: 2 EL Cassis - m: eigener)
(optional: 4-5 Blättchen Minze)

220g Ziegenkäse-Faiselle (oder Ziegenquark/ Frischkäse)
50g Zucker (m: Rohrzucker)
2 frische Eigelb
150ml Sahne (bei verwendeten Frischkäse Halbfett-Sahne)
1 Pr Salz

Zubereitung:

Zuerst die Blaubeeren-Reduktion zubereiten. Dafür Zucker mit Blaubeeren pürieren und bei kleiner Flamme 5-10min köcheln und dabei das Wasser verdampfen lassen (wer mag gibt Cassis und Minze dazu - die Minzblätter müssen später wieder entfernt werden). Auskühlen lassen.

Die Eigelb mit der Sahne und dem Zucker über einem Wasserbad zur Rose aufschlagen (Achtung: die Eigelb dürfen nicht zu heiß werden, sonst flocken sie - zur Rose bedeutet, dass Sahne und Eigelb Bindung aufnehmen und eine cremige Konsistenz bilden). Vom Wasserbad nehmen, die Prise Salz und das Ziegenkäse-Faisselle einrühren und über einem kalten Wasserbald kühler rühren. Die Masse in einer Eismaschine zu Eis gefrieren lassen.

Nun 5 Schichten (beginnend mit der Eismasse) Blaubeer-Püree und Eismasse abwechelnd in eine Box schichten und so in das Gefrierfach geben.


Voilà, voilà, das Spezial zum unumgänglichen Eis-Song von Vanilla-Ice - den Ohrwurm gibts gratis obendrauf:



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Und für noch viel mehr wunderbare Inspiration schaut bei Zorra vorbei - sie hat einen der größten Eisdielen unter den Bloggern. Für nachahmenswerte, vegane Eis-Ideen schicke ich euch zu Frau Gold