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One-Pot-Bruch-Lasagne

Freitag, 12. September 2025



Heute stelle ich euch zwei Absurditäten vor - Fundstücke, die mir unterwegs in der Matrix begegnet sind. Aus beiden kann man leichterdings ein Ratespiel basteln, weil eben zu absurd um auch nur ansatzweise richtig zu tippen...

Ungleichheitsforscherin Martyna Linartas (aus dem Interview-Podcast von Hotel Matze (YT) ) stellt fest: noch nie war die Schere zwischen arm und überreich so groß wie heute. Deutschland liegt dabei weltweit auf einem Spitzenplatz. Martyna gibt ein hübsches Anschauungsbeispiel für die unterschiedlichen Vermögensverhältnisse (ein ähnliches Zahlenspiel hatten wir bereits schon hier - es ist das Spiel mit den Nullen): 

Man nehme ein DIN4-Blatt mit seiner üblichen Höhe von etwa 30cm. Der untere Rand entspricht 0 Euro beim oberen Blattrand sind wir bei 1,5 Millionen Euro. Jetzt kann jeder sich individuell überlegen, wo er auf diesem Blatt Papier sein Vermögen ansiedeln würde. Das Vermögen von 99 Prozent aller Deutschen findet nämlich statt auf diesem Blatt Papier. Und dann schätze, wo sich die reichsten Familien Deutschlands verorten müssen. Einfach mal schätzen - kann man wirklich prima mit anderen spielen. An der Decke des Raume? So hoch wie ein 5 stöckiges Hochhaus? Die wirklich unvorstellbare Antwort lautet: ungefähr 10 bis 20 Kilometer über dem Hans Wurst mit dem Blatt Papier in der Hand.

In Deutschland besitzen 2 Familien mehr als die gesamte Hälfte der ärmeren Bevölkerung (= 42 Millionen Menschen). Und nein, keine Neid-Debatte, die Überlegung zielt dahin, ob arm und superreich überhaupt noch in der gleichen Welt, sprich gleichen Gesellschaft leben. Und steht die Idee von Solidarität und die Anhäufung solcher Vermögen nicht im Widerspruch?!


Das nächste Fundstück ist die Initiative *Correct the map* (via Nachdenkseiten), eine Kampagne, die Afrika seine korrekte Große auf der Weltkarte zurückzugeben will. So bizarr sich das liest: aber wir alle sind mit einer völlig falschen Vorstellung von der Größe Afrikas groß geworden. Auf den meisten, verwendeten Karten wird Afrika - zweitgrößter Kontinent der Erde - kaum größer dargestellt als Grönland. Da muss man schon leidenschaftlicher Afrika-Fahrer wie der Habib sein, um selbst darauf zu kommen, WIE krass falsch dieses Abbild ist. Und nun ratet, wie viel kleiner Grönland im Vergleich zu Afrika wirklich ist! Sage und schreibe 16 x kleiner!!!

*Die Kampagne entstand aus einer einfachen, aber unbestreitbaren Feststellung: Seit mehr als 450 Jahren vermittelt die Mercator-Karte ein verzerrtes Bild unserer Welt*, erklärt Fara Ndiaye, Mitbegründerin von Speak up Africa. Ich stimme Fara Ndiaye uneingeschränkt zu, dass es völlig inakzeptabel ist, dass Generationen weiterhin mit Karten aufwachsen, die Afrika in seiner Größe und somit auch Bedeutung herabsetzen. Eine solche Korrektur ist überfällig, demonstriert aber letztlich nur, wie sehr das koloniale Denken unsere Wahrnehmung der Welt bis zum heutigen Tag prägt.



Auberginen wußte ich lange nicht zu schätzen, aber mittlerweile mögen wir uns. Aubergine gehört einfach zum Leben im Süden dazu. In dieser One-Pot-Pasta habe ich mit den Garten-Tomaten überhaupt nicht gegeizt. Es sind die süßesten, besten Tomaten, die ich je geerntet habe. Es sind aber auch die Tomaten, die ich diesem Sommer abtrotzen mußte. Zwischendrin hätte ich die Gießkanne am liebsten den Hang runter geschmissen. Die Tomatenhaut hat fast Panzerglas-Dicke, das Fruchtfleisch gleicht Tomatenkonzentrat. Es sind quasi Ofentomaten - direkt vom Strauch.

Weil mir dieses Gericht so gut schmeckte, habe ich es mehrfach auf den Tisch gebracht. So easy auch, wenn man alle Zutaten einfach in einem Topf zubereitet. Mal habe ich ein paar Oliven untergeschmuggelt, mal eine handvoll rote Linsen. Das ist eine richtige Soul-Food-Pasta! Aber ihr werdet es ja selbst schmecken, solltet ihr nachziehen...


Zutaten 2P:

ca. 1200g Tomaten
1 Auberginen (ca. 400g)
3 Knoblauchzehen
2 Lorbeer-Blätter
1 TL Thymian, getrocknet
Salz, Pfeffer
Rohrzucker
Olivenöl
1 Mozzarella*
Basilikum
5 Blätter Lasagne


Zubereitung:

Auberginen mit einer Gabel ringsherum einstechen und unter dem Backofengrill in ca. 15 min weich garen - dabei nach der Hälfte der Zeit wenden. 

In der Zwischenzeit die Tomaten häuten und klein schneiden und den Knoblauch schälen und fein hacken.

Wenn die Auberginen weich sind, halbieren, etwas auskühlen lassen, Haut abziehen und ebenfalls klein schneiden.

In einer tiefen Pfanne (die man auch in den Ofen stellen kann) Olivenöl erhitzen und Knoblauch kurz anrösten. Tomaten zufügen, Thymian und Lorbeerblatt dazugeben, gleichfalls die Aubergine. Würzen mit Salz, Pfeffer und Zucker. Deckel auf legen und kurz köcheln lassen.

Nun die Lasagneblätter grob brechen und in die Sauce stecken (wenn möglich schauen, dass die Stücke nicht aneinanderkleben, sondern immer etwas Sauce dazwischen ist. Deckel auflegen und bei kleiner Hitze etwa 20min köcheln lassen.

Den Mozzarella in Scheiben schneiden auf der Bruch-Lasagne verteilen und die Pfanne zum Gratinieren kurz unter den Grill im Ofen schieben. Zum Servieren mit Basilikum bestreuen.

Anmerkung m: man kann einen Teil der Tomaten auch durch etwas Gemüsebrühe ersetzen - intensiver wird die Pasta mit Tomate pur/ Veganer lassen den Mozzarella weg und bestreuen die Pasta zum Servieren mit gerösteten Pinienkernen und etwas Balsamico-Reduktion



Pizza bianca - mit Zucchini

Sonntag, 8. September 2024

 

 

Bevor die Welt sich weiter dreht von Zucchini zu Kürbis, möchte ich gerne noch wenigstens zwei Rezepte mit euch teilen - schließlich darf keine Zucchini-Saison vrübergehen, in der nicht neue Rezepte ausprobiert werden. Beginnen werde ich mit dieser Pizza bianca - also fast weiß, aber das werdet ihr bestimmt durchgehen lassen.

Es gilt die gleiche Regel wie immer: mehr ist mehr, viel hilft viel. Schüchtern und zurückhaltend zu sein, darf man sich für andere Gelegenheiten aufheben, Zucchini aber braucht entschiedene, mutige,beherzte, wenn nicht gar verwegene Unterstützung. Sonst bleibt Zucchini ein blasses Gemüse, das vielen nur ablehnende Grimassen entlockt. Das hat dann wiederum aber nichts mit dem armen Zucchini zu tun, sondern nur mit dem Umgang dieser kleinen bis großen Keulen.

Wie lautet schließlich einer meiner Lieblingskalendersprüche, den ich mit Sicherheit nicht zum ersten Mal zitiere, und sich mit nichts Besser beweisen ließe als mit Zucchini:

*Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man daraus macht.* (Jean Anouilh)

 

 

Die Inspiration und Anregung zu dieser Pizza bianca geht auf liebe Feriengäste zurück (coucou Claudia und Martin), die Gastgeben zum Kinderspiel machen. Die beigefügten Fotos ihrer Pizza, die dokumentieren sollten, was aus dem mitgenommenen Gigors-Zucchini wurde, ließ keine Zweifel mehr, dass ich diese Pizza auf jeden Fall bei uns auf den Tisch bringen muss. Hoffentlich erreichen einen ähnlichen Nachmachzwang meine Bilder auch... Bleibt nur noch anzumerken, dass ich den Wild-Yeast-Pizzateig für den besten von allen halte und daher einst zum unerkannten Blog-Buster kürte!


Zutaten 1 Pizza:

Pizzateig (m: nach Wild Yeast)
ca. 500g Zucchini
ca. 2-3 EL Tapenade (m: schwarz)
ca. 2-3 EL Pesto (m: Bärlauch)
2 Kugeln Mozzarella
7-8 in Öl eingelegte Tomaten
Thymian
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer

 

Zubereitung:

Zucchini in feine Streifen hobeln (m: Sparschäler), in eine Schüssel geben, salzen, mischen und ca. 10-15 min ziehen lassen. Zucchini zwischen den Händen gut ausdrücken.

Pizzateig auswellen (Wild Yeast-Teig zieht man in die richtige Größe). Mit Tapenade bestreichen (eher mit Hilfe eines Löffels den Boden punkten). Zucchini-Streifen darüber verteilen, sprenkeln mit den klein geschnittenen Tomaten, dann den in Scheiben geschnittenen Mozzarella darauf setzen und zuletzt die Käsescheiben toppen mit Pesto.

Jetzt noch pfeffern und mit Piment würzen, mit Thymian und etwas Olivenöl bestreuen und im heißen Ofen (m: auf Pizzastein) knsuprig backen.


Topf und Deckel: Nudelschnecken-Gratin mit Mangold

Dienstag, 12. Dezember 2023


Ich liebe Kennenlern-Geschichten. Ich sammle Kennenlern-Geschichten. Ihr wißt Bescheid. Nun, es ist, wie es ist: jedem sein Fachgebiet. Wer mir unter die Finger kommt, wird einschlägig befragt. Und ich kann in Kennenlern-Geschichten lesen wie andere im Kaffee-Satz. Oder so. Erzähle mir den Anfang und ich destilliere dir daraus die komplette Geschichte. Gut, nichts einfacher: dafür muss man lediglich das kosmische Gesetz begriffen haben, dass sich mit jedem Beginn die weiteren Geschehnisse daraus nur noch auswickeln. Dann kann jeder leicht erkennen, dass im Anfang bereits das Ende verwoben ist... und der Rest ergibt halt das Dazwischen.

Die Kennenlerngeschichte von Michael Ende und seiner Frau Ingeborg wurde direkt unter meinen Lieblingen archiviert: Auf einer Silvesterparty von Freunden begegneten sie sich zum ersten Mal. *Die damals bekannte Vollblutschauspielerin, "rothaarig, feurig und schick", wie Michael Ende erzählte [und 8 Jahre älter als er selbst], steuert direkt auf ihn zu, während er hinter einer von Plastik-Efeu überwucherten Theke den Barkeeper mimt, und sagt: "Angelehnt an die Efeuwand dieser alten Terrasse..."  Michael Ende erwidert prompt "Mörike" - tja, und nicht nur das Zitat ist erkannt, das geheime Loswort ist gefallen: Team Kunst und Literatur. Schön, oder? Bis zu ihrem Tod blieben sie ein Paar.

Folgerichtig liebe ich alle Kuppelshows, die der Markt zu bieten hat. Gibt es was Schöneres, als anderen beim Verlieben zuzusehen. Wer verliebt ist, platzt über sich hinaus. Der sieht nicht nur im Objekt seiner Begierde vor allem die Vorzüge, die ganze Welt erscheint im liebenswerter. Es ist die wundersam schillernd Phase, in der jeder über sich hinausgehoben wird, da strahlt selbst das kümmerlichste Exemplar Mensch weit über seine Möglichkeiten. Das mag anfangs alles etwas unbeholfen, täppisch und ungeschickt vonstatten gehen - so oft verliebt man sich ja nicht - meine großzügige Gewogenheit tut das keinen Abruch, mir wird in keinster Weise langeweilig beim Beobachten.

Das für mich Erstaunlichste ist, dass diese mediale, öffentliche, professionelle Kuppelei sogar gar nicht mal selten aufgeht. Ob bei *Bauer sucht Frau* oder *Hochzeit auf den ersten Blick* - es gibt zahlreiche, erfolgreiche Kuppel-Beispiele vorzuweisen. Ich verlinke jetzt nicht, vermutlich könnt ihr mir auch ohne exemplarische (Film)Referenzen folgen. Tsss, dass das so funktioniert, verrückt, oder!? Gut, der Bauer wirft noch Haus, Hof und eine Existenz mit in die Wagschale. Das zieht wohl zusätzlich. Und bei der anderen Kuppelsendung mit der direkten Hochzeit, brüstet man sich ja, dass *aus Wissenschaft Liebe wird*. Das *Matching-Team* um drei *Matching-Experten* (seufz, was eine Berufsbezeichnung, h-e-r-r-l-i-c-h, nur zu studieren in Castrop-Rauxel) wertet jede Menge Daten aus, um schließlich zwei zu kombinieren. Eine der *Expertinnen* meinte, ihre Bewerber würden jedes Jahr zahlreicher und sie würden immer häufiger hören, dass auf diese Weise der potentielle Partner ja auf Herz und Nieren geprüft worden wäre - sinngemäß: heute wisse man ja nicht mehr, was so alles frei rumläuft... Naja, beim letzten deutschen Stadtbesuch waren die Litfaß-Säulen mit *Dein Schritt juckt mich auch* plakatiert... Man ahnt, was sie damit sagen will und dass ein bißchen Jucken im Zweifelsfall das kleinste Problem ist...

Eigentlich schon ein waschechtes Wunder, wenn sich zwei Menschen finden und ineinander verlieben, findet ihr nicht? Großes Mysterium! Für die, die an die große Liebe glauben, stellt sich die Geduld als die härteste Probe heraus. Die anderen finden schneller was zum Hacken. Und heute gibts jede Menge digitale Unterstützung bei der Suche nach dem einen oder anderen. Je nachdem halt.

Dieser Artikel (via Geo) thematisiert nachvollziehbar, dass Dating-Apps zwar das Kennenlernen erleichtern, die Suche nach einem echten Partner aber eher erschweren. Leute, ich schreibe bei völliger Ahnungslosigkeit, Dating-Apps sind komplett unbespieltes Gebiet - und ich bin nicht traurig darüber. Mit Sicherheit kann ich aber sagen, dass der Habib und ich auf dem Weg nie zusammengefunden hätten.. ich erzähle ja bereits ein bißchen.... 

Herausgegriffen aus dem Artikel weil gefällig habe ich mir den Vergleich, den Psychologen erstellten, die zum Thema menschliche Entscheidungsprozesse forschen: und zwar dass bei Dating-Apps Menschen beurteilt werden wie ein Fertiggericht nach Zutatenliste und Kalorienangaben - doch wie das Gericht schmeckt, weiß man deshalb noch lange nicht.

 

 

Ein Bild, mit dem ich als Foodie arbeiten kann. Das Auge allein verführt, die Beschreibung gibt eine Vermutung, aber letztlich hilft beim Essen eben wie im echten Leben nur der Selbstversuch, wenn mans wirklich wissen will: nachkochen und mit allen Sinnen ein eigenes Urteil fällen.

Wenn es sehr üsselig draußen ist - so richtig grau, dunkel, regenschwanger, feuchtkalt - dann kann mich das oft dazu animieren, uns eine handgemachte Pasta auf den Tisch zu bringen. Pasta-Schnecken habe ich uns schon lange nicht mehr zubereitet, dabei sind sie eine ungemein bequeme Art, gefüllte Nudeln zu basteln. Godfather aller Pasta-Schnecken bleiben die Krautkrapfen. Diese heutige Zutaten-Kombi ist altbewährt und in meinem Geschmacksuniversum sehr beliebt: Kürbis - Mangold - Ziegenkäse... kann nix mit falsch laufen. Außer, dass ich mich bei solchen Gerichten tendenziös überfresse.


Zutaten 2-3P:

Pastateig:
200g D1050
2 Eier
1 EL Olivenöl
...
350g Mangold
1 kleine Zwiebel
3 Knoblauchzehen
etwas Gemüsebrühe
2 TL Thymian
100g Ziegenkäse, cremeux*
1 EL crème fraîche
Salz, Pfeffer
Olivenöl
....
250g Ofentomaten
250g Kürbis (m: Butternut)*
etwas Gemüsebrühe
Harissa
2 Lorbeer-Blätter
1/2 TL Ras el Hanout
Salz, Pfeffer
eine Prise Rohrzucker
ein Schlückchen Rotwein
...
etwas geriebener Käse zum Bestreuen (m: Tomme de brebis)


Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Pastateig einen homogenen Teig kneten, in Folie packen und für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
 
Die Pasta-Sauce zuerst zubereiten. Dafür den Kürbis schälen und würfeln. In etwas Kokosöl kurz anrösten, dazu auch das Ras-el-Hanout mitrösten, bis es zu duften anfängt. Nun Ofentomaten, Brühe und Rotwein anschütten, Lorbeerblätter dazugeben und bei geschlossenem Deckel weich garen. Salzen, pfeffern, würzen mit Harissa und etwas Zucker. Fein pürieren. Die Sauce sollte cremig sein aber nicht flüssig.

Für die Füllung Mangold waschen, Stiele vom Grün entfernen und getrennt voneinander klein schneiden. Zwiebel fein hacken, ebenso die Knoblauchzehen. Zwiebel in heißem Olivenöl glasig braten, kurz vor Ende den Knoblauch zufügen, dann die Mangoldstiele mit dem Thymian. Ein wenig Gemüsebrühe anschütten, Deckel auflegen und etwa 5min garen. Dann das Mangoldgrün untermischen und weitere 5 min garen Salzen, pfeffern und gewürfelten Käse und Crème zum Mangold schmelzen lassen. Die Flüssigkeit sollte nahezu verkocht sein. Etwas abkühlen lassen.

Ofen auf 190°C (OU-Hitze) vorheizen.
 
Den Pastateig dünn rechteckig auswellen (etwas dünner als für Krautkrapfen) - etwa auf 55cm x 35cm. Die Füllung dünn auf dem Pastateig verteilen. Von der langen Seite aufrollen und in 8 gleichgroße Stücke schneiden

Ca. 2⁄3 Tomatensoße in eine ofenfeste Form geben. Die Nudelrollen hochkant nebeneinander hineinsetzen. Restliche Sauce darübergeben, nun den geriebenen Käse darauf verteilen und mit Olivenöl etwas beträufeln. Im heißen Ofen ca. 20 Minuten backen

 

Anmerkung m: Lieblingskürbis bleibt bei mir der Butternut/ Saint félicien ist eine Käse-Alternative oder eben ein anderer cremiger Charakterkäse/ ich hatte zuletzt noch ein paar tiefgefrorene confierte Kirschtomaten in die Sauce gemischt

 



.Geschwister im Blog-Universum:

 

    ****    mit Käse überbackene Nudelschnecken

  ****    Rotolo ripieno

  ****    Nudelrollen mit Kürbis und Linsen

   ****    Krautkrapfen 

   ****    Zucchini-Krapfen mit confierten Kirschtomaten
 

 

fishing for good vibes: arabischer Eintopf

Freitag, 6. Oktober 2023


Wir leben ganz selbstgewählt so, wie wir leben: auf dem Land, mit viel Himmel und viel Weite, großem Garten, Quellwasser aus dem Wasserhand, in Stille und am Dorfrand. 

Manchmal müssen wir möglicherweise aufpassen, nicht einen Hang zu *Waldorf und Stratler* von der Muppet Show zu bekommen. Dank dem Verständnis von homöopathischen Menschenbilder und dem damit einhergehenden noch tieferen Verständnis der Unterschiedlichkeit von Geist, lebt sich weniger im schönen Schein als viel mehr in der nüchternen Realität. Hinzu kommt, dass unser Zuhause ein sehr purer Ort ist und nicht viele Möglichkeiten bietet, sich hinter Maquilage zu verstecken. So kommt es, wie es kommen muss: *Man spürt die Absicht und ist verstimmt*. Man erkennt Motivation und Beweggründe recht leicht selbst hinter Süßholzraspelei.

Aber Täuschungsversuche bleiben dafür eben oft nur Versuche. Für mich ein großer Schatz, wenn ich Lug und Trug erkennen darf - und es bleibt gleichzeitig immer ein Streben. Ich will in Wahrheit und Wahrhaftigkeit leben, dementsprechend zieht mich meine Sehnsucht und mein Beten in diese Richtung. Aber es nimmt dem Tand dieser Welt definitiv das Lametta. Also schüttelt man den Kopf und grandelt notabene halt hin und wieder. Schon gar nicht darf man den Fernseher anstellen oder Nachrichten im Internet lesen - das bewirkt automatisch den *die zwei Alten vom Balkon-Effekt*.

Dabei mag ichs gerne schön. Schön friedlich, schön harmonisch, schön miteinander. Zwischendurch bastle ich mir - in guter Pippi-Tradition - solche kleinen Momente. Ganz unkompliziert, denn ich bleibe eine entschlossene Verfechterin der ganz bewussten Wertschätzung dessen, was gut ist. Oder einfach dessen, was mir gefällt. Aus Self-Care-Gründen. Beim Einkaufen in einer meiner Lieblingsbäckereien, wo eines meiner Lieblingsbaguettes gebacken wird (gar nicht so einfach, sich hier festzulegen: jedes Dorf hat seine Handwerksbäckerei und es gibt eine GROSSE Auswahl guter Baguettes und Croissants) fiel mir die Frisur der jungen Verkäuferin auf: sie hatte sich so zwei Marusha-Dutts auf der Stirn gedreht (in Youtube-Tutaorials heißen die heute bestimmt anders) und das verlieh ihrem runden, gutmütigen, eher schlichten, rotbackigen Gesicht etwas Freches. Es stand ihr wirklich gut. Und das sagte ich ihr dann auch. Ja, findste, liächelte sie etwas unsicher. Und ich nickte lachend. Und die Kundin hinter mir lachte auch und freute sich mit am Moment. *BLING*  - good vibes only. Überhaupt nicht schwer.

Kein Mensch redet von dieser amerikanischen *oh my god-really-amazing-great-fantastic*-Attitude. So viel Zuckerwatte bleibt einem ja im Hals stecken. Aber dazwischen - zwischen Schleimerei und der kompletten Ignoranz seines Gegenübers - ist ja noch jede Menge Spielraum für ein Gramm Komplimente to go. Und gerade wir Mädels können uns gegenseitig leichterdings ein wenig schmeicheln über den kreativen Spaß an Mode.

Hey, wir haben alle unsere Sorgen! Wer kennt die Tage nicht, an dem einen so eine kleine, freundliche Bemerkung über den Tag rettet weil innerlich beladen. Und dann kommt ein wenig Aufmunterung von außen genau richtig, selbst wenn sie scheinbar oberflächlich sind. Entscheidend sind die glitzernden Augen - you can't start a fire without a spark (und die nächste Zeile wandle ich stets ab ins VIEL Schönere *this comes from higher* ;)

 



Wir sind im 2. Jahrtausend angekommen, irgendwie mitten in Sience-Fiction-Zeiten. So viel Zukunft hat die Menschheit nicht mehr. Und wir ahnen alle, wie die Menschheitsgeschichte endet. Und miemen Vogelstrauß, was will man machen. Im Heldenweltrettertum verfängt man sich gedanklich besser nicht.

Boliviens Präsident Louis Arc kritisierte auf der UN-Vollversammlung treffend: „Das grausame System der kapitalistischen Ausbeutung stellt die Produktion und Reproduktion des Kapitals über den Schutz des Lebens der Menschen und der Existenz des Planeten“. Bis April 2023 habe die Welt mehr als 2,24 Billionen US-Dollar in Waffen und die Kriegsindustrie investiert, die besser in den Frieden und die Entwicklung der Länder investiert worden wären. Aussagen, die ich hier gerne nochmals hochhalte. Tja, die alte Sybille-Berg-Leier, es ändert sich halt nix.

Hmmm, ihr merkt mir an: man könnte doch dezent frustrieren  Der Garten mit seiner staubtrockenen Dauer-Trockenheit, seiner Endlos-Sonne und Durchschnitts-26Grad, der mir sonst verlässliche Therapie bietet, lenkt mich gerade nicht ab, sondern verströmt: Sommer im Oktober macht keinen Spaß. Also daddle ich im WWW nach Eskapismus. Und bringe euch dieses Fundstück mit: die Brautkleid-Strickreise einer jungen Frau bis zu ihrer Hochzeit. Beides überhaupt nicht mein Thema, aber Kika ist derart *normal-freundlich*, dass man ihr gerne zuguckt - am Ende transportiert immer die Sympathie zwischen Menschen eine Geschichte.

Das Wetter suggeriert zwar anderes, aber mir war noch Wohlfühl-Eintopf. Mit oder ohne zusätzlichem Reis/ Fladenbrot ein köstlicher Teller. Sehr gut gefiel mir, Karoffeln und Auberginen im Ofen zu garen, bevor sie in den Schmortopf wandern.

 

Zutaten 4-6P: 

200g rote Linsen 
2 Auberginen (ca. 600g)
2 Kartoffeln (ca. 500g)
1 Zwiebel (ca. 250g) 
6 Knoblauchzehen
Olivenöl
Salz, Pfeffer
 je EL Kreuzkümmel, Koriander, Paprika
Harissa
1 TL Kurkuma
2 EL Tomatenmark
3 Tomaten (ca. 350g)
2 EL Butter (m: Kokosfett)
frischer Koriander zum Bestreuen

Zubereitung:

Die Linsen waschen und 30 Minuten einweichen. DieAuberginen sowie die Kartoffeln in mittlere stücke (ca. 3cm) würfeln. Die Auberginen- und Kartoffelwürfel auf einer mit Backpapier ausgelegte Backform verteilen. 

Olivenöl darüberträufeln und mit Salz, schwarzem Pfeffer, Chilipulver und eine fein gehackte Knofi (oder Knofi-Pulver) würzen. 30 Minuten bei 200 °C (Umluft) backen. In einem  Schmortopf die fein gehackte Zwiebeln und fünf geriebene Knoblauchzehen anbraten. Mit Kreuzkümmel, Koriander, Chilipulver, schwarzem Pfeffer und Kurkuma würzen. Etwas heißes Wasser, Tomatenmark, die gewürfelten Tomaten und Harissa hinzu. 

Die eingeweichten Linsen dazugeben und mit heißem Wasser bedecken. Bei mittlerer Hitze 30 Minuten kochen lassen. Dann die gebackenen Auberginen und Kartoffeln sowie wenn nötig zusätzlich heißes Wasser hinzufügen. 10 Minuten köcheln lassen, dann gehackten Koriander untermischen. In einer kleinen Pfanne zwei Esslöffel Butter (30 Gramm/ m: Kokosfett) mit einem Teelöffel Chilipulver oder Paprika schmelzen. Die Buttermischung über die Linsen gießen und mit Koriander garnieren. Mit Brot oder Reis servieren. Genießen!

Quelle: your yemeni kitchen (YT) 

Anmerkung m: ich habe mit den Mengenangaben etwas gespielt - hat dennoch gut gepasst und geschmeckt /reicht für 4-6 Personen plus Reis oder Fladenbrot!

 

weichgespült: Tarte fine à la tomate

Freitag, 1. September 2023


Am Bach liegend, die Füße im Wasser baumelnd, von der Hitze in einen dämmrigen Weichspülermodus gedrückt, lachte ich mich mit einer Freundin, die aus Deutschland zu Besuch war, darüber schlapp, dass wir beide aus der Horizonalen heraus ein Daniela-Katzenberger-Lieblingsrezept nennen konnten: den Nudelsalat ihrer Mutter. Darüber hinaus konnten wir auch beide synchron wiedergeben, dass das Wichtigste an dem Salat ist, dass nichts Frisches dran kommt - sondern ebent nur Büchse. Why not, kann man bei Nudelsalat ja durchaus machen. Wobei ich schon über mich den Kopf schüttle, dass solcher Bullshit in meinen Gehirnzellen kleben bleibt statt wieder durch den Gulli entsorgt zu werden...

Gut, SO anspruchsvoll, wie man meinen könnte, bin ich gar nicht. Gerne denke ich an unsere Marokko-Reise mit Jeep und Dachzelt, als ich den Habib bis zum Tor der Wüste begleitete. Das war ganz am Anfang, bevor ich kochen konnte und bevor ich mich fürs Essen auch nur zuständig fühlte. Und gefühlt ernährten wir uns die drei Wochen hauptsächlich von Fladenbrot, Lavachequirit-Käse und Mandarinen. Und es war super.

Nur koche ich allerdings schon so lange regelmäßig: wenn ich einen Tag lang nichts Frisches, kein Obst, keinen Salat, kein Gemüse zu mir genommen habe, dann fühle ich mich regelrecht verklumpt-verstopft-verschrumpelt. Oder lediglich eine Stulle mittags, wie ich es vieleviele Jahre gehandhabt hatte mit meiner Küchensperre... da muss heute spätestens am nächsten Tag wieder etwas Gekochtes auf den Tisch. Der Mensch ist ein Gewohnheitstierchen.

Nur habe ich manchmal eben auch keine Bock, mich schon wieder in die Küche zu stellen. Manchmal fehlt mir eine zündende Idee und das macht mich dann erst lustlos überhaupt mit dem Kochen anzufangen. Ein echtes Luxusproblem, je sais.

Tomaten-Tartes finden sich hier auf dem Blog bereits wie Sand am Meer. Ein Spitzen-Alltagsessen im Sommer. Die Inspiration für diese Tarte kam mir in der Bäckerei, wo ich mein Lieblingsbaguette kaufe. Ach, dachte ich, schau', so schlicht wie gut, das bastle ich zuhause mit unseren eigenen Tomaten nach. Voilà, voilà, meine Version der Tarte fine à la tomate, mit einer légèren Version eines Topfen-Blätterteigs.



Zutaten 2P:

180g Mehl (m: D1050)
1/2 TL Salz
120g Butter, kalt
120g Quark
8 Tomaten (cirka)
1 Ei
1 EL Crème fraîche
2 TL Savora Senf
Salz, Pfeffer
Thymian
Olivenöl

 

Zubereitung:

Die Butter in kleinen Flöckchen ins Mehl geben, Salz zufügen, ebenso den Quark und dann mittels eines Knethakens einen homogenen Teig herstellen (m: am Schluß händisch zur Kugel geknetet. Dann 1 Stunde kalt stellen.

Nun eine Tour geben, dann direkt eine doppelte Tour und über Nacht ruhen lassen.

Ofen auf 220°C vorheizen (m: Intensivbacken = starke Unterhitze) mit Backblech.

Den Tarteteig dünn ausrollen - ca, 1/2cm dick - und dann einen kleinen Rand ringsherum hochziehen. Direkt auf ein Backpapier bugsieren.

Ei, Crème und Senf vermengen und auf dem Boden verstreichen. Tomaten in dünne Scheiben schneiden und die Tarte damit dachziegelartig damit belegen. Salzen, pfeffern, mit Tyhmian bestreuen und mit Olivenöl beträufeln. 

Für ca. 30min in den heißen Ofen schieben. Der Boden soll von unten schön knusprig sein

Anmerkung m: wie man touriert, das könnt ihr euch abschauen bei meinem echten Blätterteig - völlig easy! Wichtig bei Blätterteig-Gebäcken ist das heiße Backen!

 

was machst du an der welt - tomates farcies

Sonntag, 27. August 2023


An alle, die glauben, man könne die Welt in Einzelteile zerlegen, sezieren und mit dem Kopf das Geheimnis des Lebens entschlüsseln, an diese wende ich mich nicht.

Viel mehr berufe ich mich auf die Gruppe, die einsieht, dass *die Summe unserer Existenz, durch Vernunft dividiert, niemals rein aufgehe, sondern dass immer ein wunderlicher Bruch übrig bleibe * (Goethe). An jene adressiere ich mich, die in der Natur die Schöpfung eines großen Geistes wahrnehmen können und diese Erkenntnis geht einher mit einem Gefühl von Respekt, Ehrfurcht und Demut.

Irren gehört zum Menschsein dazu. Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Jeder vermeintliche Vorteil birgt ebenso einen Nachteil. Zu jedem Fortschritt gehört auch Verlust von Fähigkeiten. Beispielsweise hat sich gerade bestätigt, dass Apparatemedizin auch Risiken in sich birgt: jede Computertomographie erhöht das Krebsrisiko. Oder als man Kokain entdeckte, wurde es anfangs als Hustenmittel für Kinder in Apotheken verkauft ( s.Arte-Doku Drogen). Bevor überhaupt klar war, ob man es als Medikament überhaupt einsetzen kann, ging es um Money-Making. In erster Linie wird nicht geforscht, ob eine Substanz heilt, sondern ob und wie man damit Geld ziehen kann - auch hierzu diente mir eine weitere Arte-Doku als Gedankengeber, die über Diabetes.

Mehr Geld als mit Drogen kann man mit Waffen verdienen. Oder der Kombination aus beiden. Womit wir bei der Genomforschung gelandet wären. Wenn Molekularbiologen heute über "Leben" schreiben, benutzen sie das Vokabular der Informatiker: Es geht um Codes, Entschlüsselungen oder Programme...Jeder kennt die Metapher von der DNA als *Buch des Lebens*, in dem alles codiert ist. Es scheint heute, als wäre das gängige Wissenschaftssprache, aber dem war nicht immer so. Wie also sind diese Redeweisen entstanden? Erst mit dem Einbruch der Informationstheorie in die Mikrobiologie. Ende der fünfziger Jahre beginne die Erfolgsgeschichte dieser Metapher und eines ganzen Forschungszweiges - so Lily E. Kay in ihrem Buch über Wissenschaftsgeschichte, einen Forschungszweig,  den sie vorsichtig benennt als *militärisch-industriell-akademischen Komplex*. Gleichzeitig wurde in der Wissenschaft ein rein materielles Verständnis von Natur abgelöst durch unser heutiges informationelles Weltbild: Leben als verschlüsselte Information. Spannend, oder?

Darüber darf man sich ruhig Gedanken machen, denn wir leben mittendrin im Zeitalter der synthetischen Biologie. Die ersten Patente der mRNA-Technologie - die zu den Gentherapeutischen Arzneimittel  (GTMP) zählen, da sie wirken, indem *rekombinierte(synthetisierte) Gene* in den Körper injeziert werden - sind nun bekanntermaßen auf dem Markt. Die Menschheit durfte dieser Neuerung nicht nur hautnah beiwohnen sondern Teil davon werden. Offene Fragen inklusive - wie bei allen technischen Neuerungen. In diesem Fall weiterhin unklar: wo genau findet die Aufnahme der Substanz im Körper statt, wie verteilt sich diese im Organismus, wie lange wird ein Spike-Protein gebildet und wieviel davon... Zum Thema *unerwünschte Nebenwirkungen* verweise ich auf  Dr. John Campell, dessen gläserne, offene, wissenschaftliche Arbeitsweise schwer zu widerlegen ist. Weiter will ich darauf nicht eingehen: Information ist eine Holschuld und keine Bringschuld - das hat jeder für sich zu entscheiden, wie tief ihn das interessiert.

Bekannt ist hingegegen, dass die injezierten Spike-Proteine durch Blut, Muttermilch und Sperma weitergeben werden können. Das ist insofern wissenswert, als dass weitere Überlegungen im Raum stehen, sämtliche Impfungen auf mRNA-Technologie umzustellen - sowohl für Mensch wie für Tier. Auch sonst nimmt die Gentechnik rasant an Fahrt auf: die EU will den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft deutlich erleichtern.

Zusammengefasst kann man erkennen, dass sich Mensch nun klüger als die Natur dünkt - worauf ich eigentlich hinaus will. Wir werden Zeuge einer nie dagewesenen Erhebung über die Schöpfung, eine beispiellose Anmaßung gegenüber Gott, einer schrankenlosen Hybris, einhergehend mit einer nie dagewesenen Zerstörung der Natur. Wir glauben allen Ernstes, es besser zu wissen. Wir spielen *Gott* bei größtmöglicher Ahnungslosigkeit, indem wir uns abkoppeln von Naturgesetzen. Wie weit haben wir den Überblick über das, was wir hier treiben?  Wo soll das enden?

Gerne wird geredet über eine Spaltung der Gesellschaft. Und ja, mir wird immer bewußter, dass wir tatsächlich an einer Wegkreuzung angekommen sind, in der sich der einzelne zu entscheiden hat, auf welcher Seite er steht. Da hilft keine Moderation und keine Diplomatie mehr: zwei völlig unvereinbare Geisteshaltungen stehen sich gegenüber, da trennen im Grundsätzlichen ganze Himmel.

Was machst du an der Welt? Sie ist schon gemacht,
Der Herr der Schöpfung hat alles bedacht. (Goethe)
 

Schwere Gedanken - leichtes Rezept. Wir haben dieses Jahr besonders schöne Tomaten. Auch besonders schöne Ochsenherz-Tomaten. Ein schöner Schwung wurde reif und die riefen mir zu: fülle uns und stecke uns in den Ofen. Schnelle, unkomplizierte, leichte Landküche... wie immer.

Die Fritteuse könnt ihr wieder einpacken. Für die Zucchini-Beilage reicht eine Pfanne. Das kann man schon fast kein Rezept nennen, aber es tut der Zucchini ja SO gut, ordentlich Röstaromen abzubekommen. Dafür brät man sie scharf in Fett an und würzt sich anschließend lediglich mit etwas Gewürzsalz. Oder kippt später mehr Öl drauf sowie Minze und Knofi. Eine meiner liebsten Zubereitungsarten für schöne, kleine, knackige Zucchini!

 

Zutaten 2P:

6 coeur de boeuf - Tomaten (m: Sorte *Ananas*)*
60g Couscous
1 TL Ras el Hanout 
2 Lorbeer-Blätter
Gemüsebrühe
Pinienkerne
2 Knoblauchzehen
1/2 Bund Basilikum
1/2 TL Thymian, getrocknet
Harissa
Balsamico-Reduktion
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
100g Feta
Bergkäse (m: Tomme de brebis)
Olivenöl


Zubereitung:

Für das Couscous in etwas Kokosöl das Ras el Hanout anfangen lassen zu duften, dann Gemüsebrühe samt Lorbeerblätter zufügen und darin das Couscous nach Packungsangabe garen (m: VK-Couscous - benötigt etwas mehr Flüssigkeit und mehr Zeit). Anschließend die Lorbeer-Blätter entfernen.

Die Pinienkerne ohne Fett in der Pfanne rösten.

Von den Tomaten einen Hut abschneiden, zuerst den Strunk entfernen und dann das Innere mit Hilfe eines Löffels aushöhlen. Den Tomatensaft abschütten (m: und trinken) und gut Dreiviertel des Fruchtfleischs behalten (dabei vorwiegend Kerne aussortieren) und klein schneiden.

In einer kleinen Pfanne in etwas Olivenöl den fein gehackten Knoblauch kurz anrösten, dann die Tomatenstücke zufügen, mit Harissa und Balsamico-Reduktion würzen sowie etwas Zucker und dem Thymian, salzen, pfeffern und einreduzieren lassen, bis die Tomatensauce sämig wird. Das Couscous untermischen und nochmals nachwürzen. Vom Herd nehmen und zerkrümmelten Feta, wie kleingeschnittenen Basilikum und Pinienkerne untermischen. Die Tomaten mit dem Couscous füllen und mit geriebenem Bergkäse bestreuen

Ofen auf 180° (OU-Hitze) vorheizen (kann man aber auch schon während dem Aufheizen reinstellen) und die Tomaten für ca. 15min garen.

*Anmerkung m: die Menge der Tomaten hängt von der Größe ab. Ich habe mich für mittlere coeur de boeuf-Tomaten entschieden - daher 6 Stück. Besser Treibhaustomaten, da die eine deutlich dünnere Haut haben, Tomatendeckel habe ich nicht mitgegart im Ofen... kann man aber machen...

 


heißes Eisen - mediterrane Schmorsauce mit Tomaten-Gnocchi

Freitag, 4. August 2023

 

Warum begegnen mir so viele unerzogene Kinder? Ja, ich weiß, das anzusprechen ist ein heißes Eisen. Aber hey, als mittelalte (oder mitteljunge - wie ihr wollt) Kinderlose schreibe ich einfach ein paar Beobachtungen runter. Warum können Kinder nicht mehr *Guten Tag* und *Auf Wiedersehen* sagen? Das wäre doch die kleinste aller sozialen Gesten, die niemandem weh tun. Wir Dorfkinder hatten noch alle zu grüßen, die älter waren. Wo steckt das kindliche *Bitte* und *Danke* fest, die Grundregeln des Benimm? Warum quatschen Kinder gnadenlos dazwischen, ganz egal ob sich zwei gerade unterhalten? Warum haben die keinerlei Tischmanieren mehr? Warum muss ich so oft Zeuge werden, wie Kinder ihren Kopf durchsetzen, je unangenehmer, lauter und gewalttätiger sie werden? Ja, warum geben heute Kinder den Ton an und nicht mehr die Eltern? Das ist doch verdreht - ohne die Eltern wären die Kinder gar nicht überlebensfähig. Ist den orientierungslosen Eltern bewußt, was sie ihren Kindern mit dieser Führungslosigkeit für ihr weiteres Leben antun? Warum ordnen die Kinder sich nicht ein? Warum lassen sich Eltern so schlecht behandeln? In Frankreich ist man drauf und dran die Elternhaftung zu verschärfen - das kann es doch nicht sein. Warum sehe ich so viele Väter wie ein dummes Anhängsel neben Frau und Brut - warum lassen die sich das gefallen? Ja, wo ist denn da das harmonische Miteinander, die *freiwillige Kooperation* (auf die ich immer wieder zurückkomme)?

Meine Erziehung war noch sehr autoritär und vorallem durch Angst und Schrecken gekennzeichnet. Das kann keiner (mehr) wollen, das nimmt einem Menschlein die Kraft, um innerlich zu wachsen. Aber das Gegenteil kann auch keiner wollen, wenn durch keinerlei Vorgaben, Kinder egozentrische, hochmütige und herrische Eigenschaften ausbilden. Wie sollen die je beziehungsfähig werden?

Für alle, deren Ideal wie für mich der selbstbestimmte Mensch ist, der sich aufgrund einer eigenen Haltung und innerer Werte selbst zu führen weiß, ist die Freiheit immer begrenzt (alles andere ist Chaos und Willkür). Als Erwachsener habe ich mir den Rahmen selbst zu geben, als Eltern habe ich diese Begrenzung für meine Kinder zu ziehen. Und diese Art *Sandkasten* geben dem Kind dann die Möglichkeit, sorglos zu sein: andere kümmern sich um die Details. Innerhalb dieser roten Linien darf man sich frei ausprobieren, aber das Übertreten von ihnen birgt Konsequenzen. So ist die Welt nun mal angelegt...

Und ob später für sich als Erwachsener oder als Erzieher sollten die Regeln des Miteinanders von Vernunft und Anstand geprägt sein. Denn ich bleibe eisern dabei: ohne Wahrhaftigkeit, ohne Ehrlichkeit, ohne Offenheit - ob innerhalb einer Familie oder auch gegenüber anderen - ist kein Glück und keine Zufriedenheit möglich. Sowas kommt von sowas. Gegenseitig Schandtaten zu übersehen oder zu decken, damit ist gerade auf Dauer niemandem geholfen.

Ist es nicht der viel größere Liebesdienst, sich ab und an jemanden in den Weg zu stellen, den Kopf zu schütteln und zu fragen: was treibst du denn da? Dabei rührt mich dieses Reinhart Mey-Lied zutiefst, indem sich Eltern schützend vor ihr Kind stellen, selbst wenn es Dummheiten treibt, selbst wenn es von der Gesellschaft verurteilt wird - man hält als Familie zusammen. Und ich verstehe sehr wohl, dass die Familienbande oft mit tief gefühlten Verpflichtungen einhergehen - ich hatte es davon. Doch wie überall im Guten hat auch das seine Grenzen, nämlich dann wenn dabei gegen die oberste aller Verantwortungen sich selbst gegenüber verstoßen wird: die eigene Würde.

Nun, eigentlich brauche ich mir keine Gedanken darüber zu machen, stimmts? Es sind eure Kinder und nicht meine. Vielleicht liegt es daran, dass ich seit langem meinen Birk mal wieder gesehen habe. Mittlerweile nun mit seinen insgesamt drei blondschopfigen Geschwistern. Und für dieses Mal hatte ich besondere Freude an der ungekünstelten, fröhlichen, warmherzigen Mutter dieses Wawuschel-Trupps, die die Nase kräuselt, wenn sie lacht.

 


Heute wird hier wieder mehr gekocht, als sich nur *Essen gemacht*. Obwohl - wenn man die Gnocchi gegen Nudeln austauscht, ist das schnelle, simple Landküche. Die Gnocchi (auch ohne Tomate und Parmesan) sind gerade meine liebsten: aus dem Froster geholt und aufgetaut, lassen sie sich wunderbar anbraten und haben einen schönen Biss.

Die Sauce besticht durch die Qualität der Tomaten: coeur de boeuf wären ideal dafür. Alles zusammen im heißen Ofen schmurgeln lassen, ergibt eine schlonzige Sauce, die bestimmt mit Pasta nicht minder schmeckt.

 

 Zutaten 2P:

1kg Coeur de boeuf (m: rot, gelb, orange)
1 mittlere Aubergine
3 Knoblauchzehen
2-3 EL schwarze Oliven
4 Zweige Rosmarin
2 TL Thymian
1 TL Rohrzucker*
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer
Olivenöl
1/2 Rezept Tomaten-Gnocchi
geriebener Parmesan

 

Zubereitung:

Den Ofen auf 220° Umluft vorheizen.

Aubergine in Würfel von ca. 2-3cm schneiden und auf einer mittleren Gratinform geben. Darauf die Oliven verteilen. Leicht salzen und pfeffern.

Dann fein gehackten Knoblauch und Rosmarin darüber streuen.

Die Tomaten überbrühen, entstrunken und enthäuten und in mittlere Stücke geschnitten auf die Auberginen setzen. Mit Thymian und Zucker sowie Piment würzen, salzen und pfeffern und mit ordentlich Olivenöl beträufeln.

Für 30-35min in den heißen Ofen schieben. Zwischendrin sanft umrühren, damit auch alle Aubergine-Stücke von Tomantensaft durchgegart werden.

Zusammen mit den Gnocchi und dem Parmesan servieren.

(Gnocchi auftauen lassen und in Olivenöl anbraten).

Anmerkung m: die Menge des Zuckers richtet sich etwas nach der Reife (und damit Süße) der Tomaten.

 

ausgebüchst: Red Cabbage Ragù

Sonntag, 21. Mai 2023

 

Mit unserem letzten, kurzen Aufenthalt in Deutschland wurde mir bewußt, dass ich nun schon fast 20 Jahre nicht mehr im Land meiner Muttersprache lebe. Und das merke ich. Distanz schafft klare Gedanken, heißt es. Und so staune ich über die typisch übergepflegten Gärten deutscher Vorstädte, in der die Natur so sehr wie möglich gezüchtigt, gestutzt und beherrscht wird - Gärten, die mir vertraut sind, denn in einem solchen bin ich aufgewachsen. *Alles schön schier* beschreibt es Dörte Hansen in *Altes Land*. Alles soll aussehen, als wäre alles in Ordnung. Alles steht in Reih und Glied. Alles steht an dem ihm zugewiesenen Platz. Das Fremde, Unbekannte, Wilde, das ist nicht Willkommen. Hier, demonstriert das Haus samt gestalteter Rasenfläche, hier bei uns haben wir alles im Griff.

In meiner Jugend hat mich genau das beengt, dieses Gefühl, dass keiner ausscheren, keiner aus der Reihe tanzen darf. Kein Mensch und kein Löwenzahn. Das meint jetzt gar nicht diesen ins Gegenteil verkehrte Spirit à la *ich bin ganz anders-quer-transgender-anarcho-Kunstfigur-Dingens* samt *undjedersollesmitkriegenundgutheißen*. Sondern ich rede vom Ausbüchsen, vom Ausprobieren, vom Erfahrungen sammeln - für sich ganz alleine. Dazu gehört, dass man auch mal Regeln bricht, Grenzen überschreitet, Risiken eingeht, Fehler macht. Wie schwarzfahren. Über eine rote Ampel rauschen oder schneller fahren als erlaubt ist, weil auf weiter Strecke alles frei. Oder mal die Schule schwänzen. Einen Tag blau machen... Ihr wißt, was ich meine.

Dieses kleinteilige Regelkonforme ist doch wie ein Schraubkorsett, das einem die Luft zum atmen nimmt, das gar nicht zuläßt, dass man eigene Wege sucht, dass man die Möglichkeit gar nicht hat, die eigene Beurteilungsfähigkeit zu üben und auf die eigene Wahrnehmung vertraut. Eben dass man ins Straucheln kommt und dabei ins Nachdenken gerät. Ganz schnell und ganz leicht und ganz bequem paßt man sich an, wenn der Druck von außen groß genug ist... ohne weiter nachzudenken. Weil es alle so machen... 

Selbstverständlich braucht eine Gesellschaft Spielregeln. Aber höher als alle Vorgaben steht doch die Moral, der man sich innerlich freiwillig unterstellt. Und dafür muss man nun mal Erfahrungen sammeln. Das ist absolut alternativlos, weil Erfahrungen nicht übertragbar sind. An der Stelle verlinke ich gerne nochmals den Text von Johannes (Reisedepeschen) *Polemik gegen die Regelwut*.

Im Grunde funktioniert *Erwachsenenbildung* (nenne ich es jetzt einfach mal so) wie Kindererziehung. Es werden klare Grenzen gesetzt, aber innerhalb dieses Rahmens ist man frei. Sonst krätscht man ja permanent dazwischen, bevormundet, verbietet, entmündigt, entmutigt, beherrscht und versklavt ... und gibt am Ende noch die Gedanken vor! Sonst bleibt am Ende nur, als kleine Ordnungswidrigkeit *frei sein* mit der Kreide auf die Strasse zu schreiben! Aber, Leute, so geht doch Leben nicht.



Der Frühling 2023 macht temperaturmäßg Bocksprünge wie ein junges Geißlein. Gerade ist ein Schmorgericht genau das richtige Comfort-Food. Ich schicke dabei herzliche Grüße an Stephanie raus - vielen Dank für die Empfehlung, die Pasta hat uns super geschmeckt... wie alle Rezepte, die du mir seither weitergeleitet hast!


Zutaten 2P:

1 mittelkleiner Rotkohl
1 rote Zwiebel
4 Knoblauchzehen
2 EL Tomatenmark + 1 Glas Ofen-Tomaten
(erstzweise: 1 Dose gute, aromatische Tomaten)
Rotwein (ca. 75ml)
1 kleiner Bund Petersilie
1 TL Rohrzucker
Harissa
Salz, Pfeffer
Olivenöl
200g Rigatoni (oder andere Röhrennudeln)


Zubereitung:

Von dem Rotkohl wenn nötig die äußeren Blätter entfernen und halbieren und in insgesamt 6 Spalten schneiden.

In einem schweren Bräter bei starker Hitze Olivenöl erhitzen und die Spalten einlagig und gesalzen so lange anbraten, bis sie von beiden Seiten Farbe angenommen haben - dauert ein paar Minuten. Notfalls nacheinander braten. Auf einem Schneidebrett zwischenlagern und etwas auskühlen lassen.

Die Hitze reduzieren und die gewürfelte Zwiebel in Öl glasig dünsten. Kurz vor Ende den fein gehackten Knofi zugeben. Parallel reichlich Salzwasser für die Pasta aufsetzen. Und den Kohl nun samt Strunk feiner schneiden.

Tomatenmark zu den Zwiebeln geben, salzen, pfeffern und etwas rösten, dann restliche Tomate zufügen, Rotwein anschütten und einreduzieren lassen (2-3min).

Nun Rotkohl zufügen, Zucker und die Hälfte der fein gewogenen Petersilie, außerdem etwas Wasser beischütten (ca. 50-70ml) und bei kleiner Hitze und aufgelegtem Deckel etwa 15min schmoren lassen - so lange, bis der Kohl noch etwas Biss hat. Nochmals abschmecken und mit Harissa schärfen.

In der Zwischenzeit die Nudeln al dente kochen und beim Abschütten etwas vom Kochwasser auffangen. Die Pasta mit der Sauce mischen und wenn nötig für die richtige Konsistenz mit etwas Nudelwasser strecken. Die restlichen fein geschnittene Petersilie darüber streuen und servieren.

Inspiration: Stephanie bzw. Cooking App der NYT


Neugier: Lasagne aux carottes, fines herbes et comté

Mittwoch, 8. März 2023

 
 

Das Bild hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt und bereitet mir Freude, wann immer ich daran denke: ein kleiner Junge, vielleicht 2 Jahre alt, wird von seinem Vater im Buggy geschoben. So weit so unaffällig. Was aber direkt ins Auge sticht ist, WIE das Bübchen im Buggy sitzt. Er sitzt nämlich aufrecht, gar leicht nach vorne gelehnt, fast ein wenig angespannt - beide Hände halten sich am Sicherheitsbügel fest, mit wachen Augen und gespitzten Ohren. Wie auf einem Wachposten. Wie ein Jäger im Hochsitz. Wie in der Achterbahn vor dem Start. Als würde hinter jeder Ecke etwas Großartiges warten, etwas Spannendes zu entdecken sein. Neugier am Anschlag, mittendrin im großen Park der Sensationen, im Abenteuer Leben, das Fleisch gewordene Sesamstraßenlied:  tausend tolle Sachen, die gibt es überall zu sehen... A-l-l-e-s aufregend! Der Anblick amüsierte mich sehr!

Warum ist diese Art der Begeisterung schwer aufrecht zu erhalten? Anstelle von *aufregend* empfindet man das Leben später eher als *anstrengend*. Derart gespitzte Sinne bei einem Erwachsenen kenne ich eigentlich nur von meinem Habib, dem alten Afrikadurchquerer. In der Wüste muss man sich auf sich verlassen können, da kann man niemanden nach dem Weg fragen - zumindest nicht damals, als der Habib durch die Sahara turnte. Ich weiß auch noch, wie mir diese Wachheit zum ersten Mal an ihm auffiel. Ganz am Anfang, als der Habib und ich zusammengekommen sind, machten wir einen Ausflug an die Mittelmeerküste. Und ich erinnere mich, wie der Habib beim Mittagessen auf der Resto-Terrasse mit eben diesem Interesse für alles und jeden seinen Blick schweifen ließ. Wie eine Art gesteigerte Aufmerksamkeit. Ich stutzte darüber, denn ich begann dann ebenfalls den Kopf zu drehen: anscheinend entgeht mir was. Erde als großes Mysterium.

Neugier macht das Leben definitiv lebenswerter. Aber wie im Urwald auch, gilt es die Wahrnehmung zu schulen, Fährten lesen zu können, Vögelrufe auseinander zu halten uswusf - all das kann Orientierungshilfe bieten, all das kann im Dschungel gar lebenswichtig sein. Kunst-Unterricht samt seinen Bildbesprechungen wäre eine tolle Möglichkeit, um den Blick zu trainieren. Sehen, richtig sehen will gelernt sein. Und wenn das Auge weiß, worauf es zu achten hat, übt es mit der Zeit, Informationen viel schneller abzugreifen, zu filtern, zusammenzusetzen und auszuwerten. Mir hat in dieser Hinsicht die Beschäftigung mit Homöopathie Türen geöffnet.

*Wieviel Geheimnisse weißt du*
 *Drei* versetzte der Alte
 *Welches ist das wichtigste?* fragte der silberne König
 *Das offenbare* versetzte der Alte 
                  (Goethe - Das Märchen)

Das größte Geheimnis ist das Offensichtliche - das ist doch stark, oder?! Aber es braucht dafür *Augen, die sehen und Ohren, die hören können*. Stattdessen benutzen wir unsere Grundaussattung *Wahrnehmung* schlecht bis ungenügend (von Gedankenkraft will ich hier jetzt gar nicht anfangen). Und durch das Handy geben wir das Restvermögen sogar noch ab an ein Maschinchen. Blöder Fehler, saublöder Fehler. Damit steht man bereits mit einem Fuß im Irrsinn, der bekanntlich dort anfängt, wo man seiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen kann...


 

Ziehe ich als Beispiel unser Lieblingsresto ran, das mich zu der heutigen Lasagne inspiriert hat. Diese haben wir dort schon zwei Mal gegessen, jedes Mal eine veritable Portion, die gut sättigte und wenig Platz für anderes übrig ließ außer einer kleinen Salat-Dekoration. Der verdiente Mittelpunkt gehörte der Lasagne, zurecht unangefochtener Star. Warum, das werdet ihr beim Nachkochen selbst herausfinden. Fines herbes bezeichnet übrigens eine Mischung aus frischen Kräutern, ich habe dafür Petersilie, jungen Knoblauch sowie Frühlingszwiebeln und Estragon verwendet.

Sehr oft ist ihr *assiette du jour* nämlich das Gegenteil: sehr überladen. Viele unterschiedliche kleine Gerichte, Geschäcker und Aromen drängen sich dicht an dicht nebeneinander. Das macht manchmal Spaß, manchmal ist es aber auch einfach zu viel des Guten.

Und weil sich alles in Allem spiegelt, gilt Gleiches für ihre Passion für Dekoration. Das Resto ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, aber es kracht mehr und mehr aus seinen Nähten, man weiß gar nicht mehr, wohin zuerst gucken. Übertrieben halt.

Kleine Beobachtungen wie diese machen den Alltag zum Erlebnis. Ich glaube, das ist mit einer der Gründe, warum ich mir das nicht entgehen lassen will. Und weil man mit der Zeit merkt, dass die Sinne sich schärfen lassen, je mehr sie auf Habacht sind. Und weil man seiner Beobachtungsgabe immer tiefer vertraut und damit seinem eigenen Urteil. Und Urteilsfähigkeit ist in meinem Universum, in dem der freie, eigenverantwortliche Mensch das Ideal ist, ein angestrebtes Ziel.


Zutaten 2P:

Lasagne-Blätter:
50g Kamut-VK
50g Dinkel 1050
1 Ei
Salz
....
500g Tomaten (m: halb stückig, halb Ofen-Tomaten)
2 Knoblauch-Zehen
2 Lorbeer-Blätter
1 TL Rohrzucker
Salz, Pfeffer
Thymian
Harissa
2 EL Balsamiko-Reduktion 
....
2 Karotten
150g fines herbes (frische Kräuter/ oder Mangold, nur das Grün)
100g Comté

 

Zubereitung:

Pastateig zubereiten, dafür alle Zutaten zu einem homogenen Teig kneten und eingewickelt mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Dann die Sauce auf den Weg bringen. Dafür in Olivenöl den fein gewürfelten Knofi anschwitzen, Tomate zufügen, salzen, pfeffer, Thymian und Lorbeer-Blätter zufügen, würzen mit Zucker und Harissa und offen bei kleiner Hitze einreduzieren lassen auf etwa 300ml. Lorbeerblätter entfernen und abschmecken mit Balsamico-Reduktion. Gebenenfalls nochmals nachwürzen. Die Tomatensauce sollte sämig und gut würzig sein-

Karotten bürsten, der Länge nach halbieren und dann der Länge nach in lange Scheiben schneiden. In etwas Salzwasser mit einem kleinen Stich butter und einer Prise Zucker weich garen.

Die frischen Kräuter waschen, trocken schütteln - von Stielen befreien (Petersilie) und mittelfein hacken. (Mangold von den Stielen befreien (und diese für ein anderes Gericht verwenden), waschen und über Wasserdampf garen. Dann kleiner schneiden).

Pastateig dünn auswellen (m: Marcato)  und in 5 gleichgroße Stücke schneiden. In einer breiten, tiefen Pfanne Wasser erhitzen, salzen und die Teigplatten nacheinander darin kochen. Auf einem sauberen Küchentuch glatt auslegen.

Den Ofen auf 200°C vorheizen.

Die 1kg-Form buttern und nun die Lasagne schichten: dafür mit ein wenig Tomatensauce beginnen, dann ein Lasagne-Blatt - Tomatensauce - Karotte - Mangold - Käse (geraspelter Comté) - Lasagneblatt .... mit einem Lasagneblatt, Tomatensauce und Käse abschließen.

Die Lasagne etwa für 25min in den Ofen schieben.
 
Anmerkung m: fines herbes wird eine Mischung aus unterschiedlichen frischen Kräutern bezeichnet - je nach Jahreszeit Petersilie, Kerbel, Schnittlauch, Estragon (aber auch Basilikum, Koriander... je nach Rezept und Aromenwunsch) - sie würzen diese Lasagne nochmals mit - und die Qualität der Sauce ist entscheidend bei dieser Lasagne: die muss schön sämig und gut würzig sein. Dadurch dass ich sie bereits 2 Mal zubereitet habe und beim 2. Mal die Sauce zu *dünn* wurde, weiß ich das gewiß. Wer keine Ofentomaten hat, nimmt stattdessen stückige Tomaten und zwar möglicherweise insgesamt 600 g, die dann auf die Hälfte einreduziert wird


Sommervariante: hier war die Sauce besser geglückt = würziger und sämiger

Transrapid: Malai Kofta

Donnerstag, 2. Februar 2023

 

Als wir in China waren - genau genommen in Shanghai - sind wir mit dem Transrapid gefahren. Das stand jetzt nicht auf meiner Bucket-Liste. Vorneweg deshalb, weil ich keine Bucket-Liste besitze. So etwas benötigen meiner Meinung nach nur Spakken, die dann nachher auch in einer Stau-Schlange am Gipfelgrad des Mount Everest stehen. Selber schuld - kein Mitleid. Die Motivation dahinter verschließt sich mir. Das ist doch getrieben vom gleichen Spirit wie Klo-Kritzeleien à la *I was here*. Warum macht man das? Ich finds strange. Meinen Lieblingsklo-Spruch habe ich, glaube ich, hier sogar schon mal festgehalten. Unten an einer Klotür, die nicht ganz zum Fußboden schloß sondern einen Spalt offen ließ, stand: *VORSICHT  LIMBOTÄNZER!* Finde ich bis heute witzig; der Spruch bleibt mir ewig...

Und jetzt mal in der Magnetschwebebahn gesessen zu haben, hat wenig nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Weder spürt man die Beschleunigung noch die Geschwindigkeit besonders, noch rauscht die Landschaft so krass an einem vorbei, wie ich mir das vorgestellt hatte. Sensationen gehen defintiv anders. Jedes Fahrgeschäft auf der Kirmes geht mehr ab. Aber ich bin wohl für dergleichen auch nicht die richtige Zielgruppe. Warum man sich in irgendwelchen Karusells bis zur Übelkeit durchschwenken läßt, erschließt sich mir ebensowenig. Oder Bungee jumping? Kitzel für Scheintote. Augenblick-Kicks sind nicht mein Junk. Vielleicht weil nach meinem Erleben die schönsten und tiefsten Momente wie zufällig entstehen und sich nicht inszenieren lassen. Aber bitte, wer meint. Paragleiten würde ich hingegen mal ausprobieren...

Anyway, jetzt habe ich eine große Schleife gedreht, um bei meinem heutigen Rezept rauszukommen, den Malai Kofta, dem indischen Tomaten-Curry mit Kartoffel-Küchlein. Eigentlich esse ich sehr gerne indisch, meistens ist es mir dann aber für die tägliche Alltagsküche zu viel Gedöns, die Zutatenliste zu lange, die Vorbereitungen zu ausufernd... Und dann bleibts beim *eigentlich*.

 

 

Jetzt habe ich diese Malai Kofta schon zigfach zubereitet - ein Zwischenseufzer für die herrliche Kardamom-Note - und es auf diese Weise umgemodelt, dass ich von einer Version Malai Kofta - Transrapid sprechen möchte, eine abgekürzte und abgespeckte Variante: eben unkomplizierter und ohne Frittieren. Das mag dann vielleicht nicht mehr original sein, aber who cares. Das ist meine Linzertorte auch nicht und die ist trotzdem le top du top. 

Und dieses-mein Malai Kofta schmeckt uns einfach super. Das ist der Grund, warum ich es derart oft auf den Tisch gebracht habe. Und (bien sûr) weil sie easy zu kochen sind. Die indischen Kartoffel-Küchlein funktionieren sowohl mit (selbstgemachtem) Paneer, mit Ziegenkäse und mit Tofu - alles ausprobiert. Up to you.

Mit Blick ins hauseigene Bloguniversum könnte meine Malai Kofta der exotische Bruder von diesem Teller sein...


Zutaten 2P:

250g Ofentomaten*
100ml Kokos-Crème
150ml Wasser*
3 Knoblauchzehen
1 Zwiebel
2 Nelken
3 Kardamom-Kapseln
1 1/2 TL Garam Masala
1 Stück Zimt
Chili (m: Harissa)
Ingwer, ca. 2cm
Salz, Pfeffer
Rohrzucker 
Kokosfett
...
350g Kartoffeln (als Salzkartoffeln gekocht)
100g Paneer (m: Ziegenfrischkäse)
1 1/2 EL Speisestärke
80g Erbsen
1 Karotten (ca. 100g, geraspelt)
1 kleine handvoll Rosinen
1 Stück Ingwer
1 Knoblauchzehe 
2 EL Petersilie oder frischer Koriander, gehackt
Salz, Pfeffer
1/2 TL Koriander, geschrotet
1/4 TL Kreuzkümmel
1/4 TL Kardamom
Ghee/ Kokosfett/ Pflanzenöl
 

Zubereitung:

Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden, in Salzwasser aufsetzen und gar kochen.

Parallel die Sauce zubereiten. Dafür Zwiebeln und Knofi fein würfeln. In Kokosfett anschwitzen. Zimtstange, Nelke und angequetsche Kardamom-Kapseln in ein Teebeutel geben und mit Küchengarn zubinden. Zusammen mit dem Garam Masala und dem geschälten, klein geschnittenen Ingwer ebenfalls ein wenig mitrösten. Tomate, Wasser und Kokoscrème anschütten. Salzen, pfeffern, eine Prise Zucker zufügen sowie etwas Harissa und bei kleiner Flamme etwa 15 min einköcheln lassen. Teebeutel entfernen, die Sauce mit dem Zauberstab pürieren und nochmals abschmecken.

Die gekochten Kartoffeln abschütten, etwas ausdämpfen lassen. Knofi und geschälten Ingwer fein würfeln. Karotte bürsten und grob raspeln, Alle Zutaten für die Kartoffel-Küchlein miteinander vermengen und zu flachgedrückten Kugeln formen - ergibt14 Stück à ca. 50g. Je nach Wunsch in Ghee/ Kokosfett oder einem anderen Pfanzenöl von beiden Seiten golden backen. Die fertigen warm stellen, bis alle gebraten sind.

Sauce in tiefe Teller geben, ein wenig Kokosmilch darüber ringeln und dann die Kartoffelküchlein in die Sauce setzen. Wer mag dekoriert mit etwas Petersilie.

Anmerkung m: die Ofentomaten und das zugefügte Wasser kann man ersetzen durch 400g passierte Tomaten/ Es ist reichlich Sauce im Verhältnis zu den Küchlein, aber ich finde das eine gelungene Kombi/ 7 Kartoffel-Küchlein erscheinen viel für eine Person - wir bewältigen das gut/ Und: coucou Stephanie - vielen Dank für die Anregung und die Idee mit den Erbsen und Karotten in den Küchlein!

Inspiration: Cook with Manali

 

Polsprung - Spaghetti Bolognese Veggie-Masterclass

Sonntag, 30. Oktober 2022

 

 

* Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand* (mongolisches Sprichwort).

Heute will ich mich mit einem Thema beschäftigen, von dem ich null Ahnung  habe: dem Polsprung. Was ist das? Bei einem Polsprung (auch der sog. Polumkehr) kehrt sich das Magnetfeld, das die Erde umgibt, um 180 Grad – der Nordpol wird zum Südpol, die Kompassnadeln würden dann nach Süden zeigen und der Strahlenschutz der Erde wäre in dieser Zeit außer Kraft gesetzt.

Ich habe versucht, darüber einer Diskussion zu folgen zwischen einem Geo-Physiker und einem Astro-Physiker - strich aber bald die Segel. Das scheint mir erstmal völlig undurchdringlich. Gewundert habe ich mich aber anschließend nicht, dass sich wieder einmal die Esoterik dieses Thema bemächtigt - das ist doch genau der Stoff aus der sie ihr halbseidenes Seemannsgarn aus Halbwissen und Halbwahrheiten spinnt.

Die treue Leserschaft weiß: mit der Esoterik stehe ich auf Kriegsfuß. Daher erstmal die Abgrenzung. Mein Anliegen ist, zum einen zu verdeutlichen wie mickrig und bescheiden es doch nachwievor um den menschlichen Wissenstand bestellt ist. Etwa mit Blick in die Sterne (#Frosch). Zum anderen will ich euch ein glitzerndes, faszinierendes Phänomen vorstellen: krass, Polumsprung, so etwas gibt es? Spannend!!! Sehr leider wird die Öffentlichkeit kaum an aktuellen Erkenntnissen das Erdmagnetfeld betreffend teilhaben gelassen - ähnlich wie beim Thema außerirdisches Leben.

Mir fällt dazu direkt die kleine Szene aus Calvin und Hobbes ein, in der der kleine Calvin seinen Tiger Hobbes auffordert, sich etwas zu wünschen: Think BIG! - aber Hobbes liegt lieber schnurrend im grünen Gras. Genau wie ein Großteil der Menschheit, der es sich behaglich im Kleinen eingerichtet hat. Würden sie versuchen, sich mit dem Größten in Beziehung zu setzen, dann wären sie zwangsläufig gottesfürchtig. Meine These.

Anyway. Stand der Forschung ist, dass die magnetischen Pole in der arktischen und antarktischen Region wandern - dazu gibt es Karten (s. etwa hier). Unter Wissenschaftlern nicht mehr weiters erstaunlich - im Gegensatz zu der messbaren, deutlichen Verringerung des Erdmagnetfeldes und die deutlich zunehmende Geschwindigkeit der Polwanderungen innerhalb der letzten 20 Jahre.

Genau dieser Tatbestand gibt Anlaß zur Spekulation (s. etwa diese 3Sat-Doku). Steht in Bälde wieder ein Polsprung an? Geowissenschaftler haben herausgefunden, dass sich ein erdmagnetischer Polsprung etwa alle 200.000 bis 300.000 Jahre ereignet. Es wäre erdgeschlichtlich ein *normaler* Vorgang. Aber was passiert genau dabei? Wie geht er vonstatten? Was bedeutet das für Sonnenwind-Teilchen und Höhenstrahlung, die sonst von dem Magnetfeld der Erde gefiltert werden? Wie wirkt sich das auf das Klima aus? Und auf die Erdbevölkerung? Wann genau könnte ein Polsprung wieder einsetzen? Fragen über Fragen. Dabei völlige Uneinigkeit seitens der Wissenschaft

Nun, ich bin Kosmopolit, im engsten Sinne: ich glaube, dass der Mensch sich auf diese Weise nur auf diesem Planeten Erde entwickeln kann und die Erde wiederum auf ihre Art nur innerhalb einer bestimmten Sternenkonstellation. Mensch-Erde-Kosmos. Alles hängt mit allem zusammen. 

In der Anamnese ist es so, dass die Patienten oftmals ihre Diagnose selbst formulieren - wenn man genau hinhört. Und wenn ich mich in der letzten Zeit mit Gleichgesinnten unterhalten habe, dann machte deren Bauchgefühl Sätze kund wie *Alles kommt mir irgendwie verdreht vor; das ist doch nicht mehr normal; die stellen doch gerade alles auf den Kopf...* Und dabei ging es dann eigentlich um Politik/ Gesellschaft (Kriegshetze nach zwei Weltkriegen, Sommer im Spätherbst, Diesel teurer als Super, episches Artensterben, Großeltern, die vor ihren Enkeln geschützt werden; hochentwickelte Industrieländer ohne Energie; Trans ist das neue Normal...). Schon ein bißchen wie in der Bibel: *Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!* (Jesaja)

Wer weiß, vielleicht kann man diese definitiv komische Stimmung ja noch in vielVIEL größere Zusammenhänge einordnen. Die Gesellschaft teilt sich doch ebenfalls mehr und mehr und es tun sich dabei zwei Pole auf. Was bitte ist ein Great Reset von selbstgekrönten Superhirnen und Kampfmaterialisten mit Marschrichtung gen Transhumanismus im Vergleich zu einem Polsprung!? (#Allahu akbar, #manche werden Geist nie verstehen, weil man sich *Geist* nicht über den Verstand nähern kann, #Transformation, #Erleuchtung). Kinners, keine Ahnung, aber ich sag mal so: einen Polsprung mitzuerleben, echt jetzt, dann hätte ich endlich mal wieder das Gefühl zur richtigen Zeit geboren worden zu sein - mittendrin in einer fundamentalen Zeitenwende... 

 

 

Die Rezepte-Überschrift ist bien sûr völliger Nepper-Schlepper - ganz in schönster Jamie Oliver- Best-Ever-Tradition. Aber (Rechtfertigung) ich wollte euch für meine heutigen Gedanken ködern, da das kommende Allerheiligen eine gute Gelegenheit ist um über Geist und Ungeist nachzudenken, n'est-ce pas?

Außerdem sind diese Spaghetti wirklich spitze geworden. Ich hatte mich regelrecht überfressen. Das Bäuchlein spannte anschließend rund nach vorne. Aber wir konnten beide nicht aufhören, bis alles ratzeputz aufgegessen war. Vielleicht lags auch mit daran, dass wir im T-Shirt im Garten gegessen haben. Draußen schmeckt alles nochmals besser.


Geschwister im Bloguniversum (gibts einige, weil wer liebt Spaghetti nicht - also eine Auswahl):

    **** Spaghetti à la Sophie Loren

    **** Freudenmächen-Pasta - Pasta Puttanesca

    **** Spaghetti di Chili sin Carne 

    **** Spaghetti mit Orangen-Vanillen-Tomtensauce 

    **** Spaghettini mit Auberginen-Konfetti 

    **** Elines Pasta mit Zitronenlinsen

 

Zutaten 2P:

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1/2 Stangensellerie
1 mittlere Karotte
2-3 Champignons
40g Grünkern, grob geschrotet
20g Soja-Geschnetzeltes
2 Zweige Rosmarin
Thymian
Oregano
2 Lorbeerblätter
gut 600g stückige Tomaten
2 EL Tomtenmark
Harissa
1 großzügiger Schluck Rotwein
1 Schluck Balsamico
1 EL Tamari
Salz, Pfeffer
Rohrzucker
Olivenöl
ca. 200g Spaghetti (vielleicht auch 250 ;)

 

Zubereitung:

Grünkern grob schroten und mit ca. 50ml kochendem Wasser übergießen, Soja-Geschnetzeltes ebenfalls mit ca. 30ml kochendem Wasser - beides zur Seite stellen und quellen lassen.

Zwiebel und Knofi fein hacken. Ebenso Sellerie, Karotte und Pilze. Zueletzt den Rosmarin.

In einer tiefen Pfanne Olivenöl erhitzen, zuerst die Zwiebel glasig dünsten, dann Knofi, Karotten, Sellerie und Pilze zufügen und weitere 5min braten. Tomatenmark und Harissa kurz mitrösten. Nun Grünkern sowie Soja-Geschnetzeltes unterrühren, Tomaten anschütten zusammen mit dem Rotwein . Sämtliche Kräuter zufügen. Nun die Sauce ca. eine halbe Stunde ohne Deckel leicht simmern lassen, bis sie schlonzig (dank Grünkern) eingekocht ist.

Zuletzt nochmals mit Tamari und Balsamico abschmecken und falls nötig salzen und pfeffern. Lorbeerblätter rausfischeln.

Parallel die Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen, abschütten, gut abtropfen lassen, zu der Sauce geben und beim Untermischen kurz mitköcheln lassen.

Wer mag serviert die Bolo mit geriebenem Parmesan.