Angeknabbert: Nordische Saaten-Cracker
Dienstag, 14. Januar 2020
*Sind Sie generell ein nervöser Charakter*, fragte mich Mme Docteur. *Jein*, zuckte ich die Schultern und mit Blick auf den Habib, *was den Habib betrifft: ja.* Meine größte Angst ist es, den Habib zu verlieren. Als Paar mit Altersunterschied schwebt von Anfang an die Zeit als drohendes Damokles-Schwert über uns - es scheint eine einfache Milchmädchen-Rechnung, weil das Leben genau so und gleichzeitig völlig anders funktioniert.
Doch Hand aufs Herz, ich gehöre wohl schon Team Rerun an. Kennt ihr den kleinen Bruder von Linus unterwegs auf dem Rücksitz des Fahrrads seiner Mutter: *ich kann es nicht leiden, wenn ich die Welt durch meine Finger angucken muss!* Kein Easy Rider, der Rerun. So wie ich. Naheliegend also, dass für mich die höchste und schwierigste aller zu erreichenden menschlichen Qualitäten, meine anvisierte Königsdiziplin die Gelassenheit ist.
Und mit Gelassenheit meine ich das glatte Gegenteil von einem nebulösen *Wird schon werden* oder einem illusionär-verwobenem Optimismus. Nein, ich meine es genau so wie Jean Paul: *Mut besteht nicht darin, dass man die Gefahr blind übersieht sondern sehend überwindet.* Nicht von ungefähr haben Mut und Demut einen gemeinsamen Wortstamm. Denn für Demut - sich dem Leben passiv anzuvertrauen - braucht es den gleichen Mut, wie sich dem Leben aktiv zu stellen.
Je klarer, je nüchterner, je bewußter man versucht, seinen Geist zu trimmen - frei von Verblendung, Wunschdenken oder Rausch - umso weniger lässt sich verdrängen, wie fragil alles ist, wie sehr dem Wandel unterworfen, wie totsicher endlich. Und je mehr ich mir Gelassenheit wünsche und danach zu greifen hoffe, umso mehr scheint sie sich von mir zu entfernen. Sich locker machen auf taumelndem Grund = f wie fortgeschritten...
Doch Hand aufs Herz, ich gehöre wohl schon Team Rerun an. Kennt ihr den kleinen Bruder von Linus unterwegs auf dem Rücksitz des Fahrrads seiner Mutter: *ich kann es nicht leiden, wenn ich die Welt durch meine Finger angucken muss!* Kein Easy Rider, der Rerun. So wie ich. Naheliegend also, dass für mich die höchste und schwierigste aller zu erreichenden menschlichen Qualitäten, meine anvisierte Königsdiziplin die Gelassenheit ist.
Und mit Gelassenheit meine ich das glatte Gegenteil von einem nebulösen *Wird schon werden* oder einem illusionär-verwobenem Optimismus. Nein, ich meine es genau so wie Jean Paul: *Mut besteht nicht darin, dass man die Gefahr blind übersieht sondern sehend überwindet.* Nicht von ungefähr haben Mut und Demut einen gemeinsamen Wortstamm. Denn für Demut - sich dem Leben passiv anzuvertrauen - braucht es den gleichen Mut, wie sich dem Leben aktiv zu stellen.
Je klarer, je nüchterner, je bewußter man versucht, seinen Geist zu trimmen - frei von Verblendung, Wunschdenken oder Rausch - umso weniger lässt sich verdrängen, wie fragil alles ist, wie sehr dem Wandel unterworfen, wie totsicher endlich. Und je mehr ich mir Gelassenheit wünsche und danach zu greifen hoffe, umso mehr scheint sie sich von mir zu entfernen. Sich locker machen auf taumelndem Grund = f wie fortgeschritten...
Bei generell nervösen Typen hat die fehlende innere Ruhe weniger mit der momentanten Lebenssituation zu tun. Stimmt etwas nicht, dann macht mir genau dieser Umstand Kummer, ist hingegen alles in Ordnung, dann macht mir alleine die Vorstellung einer möglichen, bedrohlichen Veränderung Sorgen. Bref: gelassen oder nicht gelassen zu sein ist eine Meisterschaft. Oder eine verinnerlichte Logik: *Wenn ein Problem gelöst werden kann, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Wenn nicht sind Sorgen sinnlos.* (Dalai Lama) - was stark an das altbekannte Gelassenheitsgebet erinnert.
Wie immer, wenn es um Qualität geht, dann sind die Übergänge fließend und eine Qualität lässt sich von der anderen nicht so leicht abgrenzen. Das heißt in diesem Fall: wo keine Gelassenheit da kein Urvertrauen und wo kein Urvertrauen wenig Mut, Risikobereitschaft und Tatkraft. Man darf sich bei einem nicht gelassenen Menschen also einen permanent (dezent) verspannten, nervösen, besorgten Menschen vorstellen.
Wie immer, wenn es um Qualität geht, dann sind die Übergänge fließend und eine Qualität lässt sich von der anderen nicht so leicht abgrenzen. Das heißt in diesem Fall: wo keine Gelassenheit da kein Urvertrauen und wo kein Urvertrauen wenig Mut, Risikobereitschaft und Tatkraft. Man darf sich bei einem nicht gelassenen Menschen also einen permanent (dezent) verspannten, nervösen, besorgten Menschen vorstellen.
Man sagt, das Mütterliche steht stellvertretend für eine gewisse Lebenstüchtigkeit, während das väterliche Prinzip Urvertrauen vermittelt. Jetzt könnte ich heulen wie ein Wolf bei Vollmond, dass mir in der Hinsicht schließlich wenig in die Wiege gelegt wurde. Doch das ist nie mein Ansatz gewesen. Ganz im Sinne der Bibel *Wer seine Hand an den Pflug legt und zurückschaut, der eignet sich nicht für das Reich Gottes* (Lukas 9,62). Oder eben ganz mit Goethe: *Was du von deinen Eltern erbst, erwirb es, um es zu besitzen.* Selbstschulung ist also einsame Erwachsenenbildung, bei der man sich an der eigenen Nase zu fassen und an den eigenen Haaren rauszuziehen hat (ein Dauerthema von mir).
Mit den Jahren habe ich einige tief beeindruckende und höchstpersönliche Erlebnisse, die mir gezeigt haben, dass ich gut geführt werde, dass eine wohlmeinende Kraft mir Schutz gewährt. Nie würde ich die der Öffentlichkeit preis geben (ihr erinnert euch: ich bin intimitätskleinlich). Und trotzdem scheint alte Muster durchbrechen zu wollen einer Sisiphos-Aufgabe gleichzukommen. Meine Neigung zur Nervosität habe ich noch lange nicht abgelegt.
Was mir enorm hilft - um zum Praxisteil zu kommen -, ist ein Konglumerat aus vielem wie etwa meine harmonische Beziehung, viel Natur um mich, freigestellt zu sein von allzuviel Pflicht inklusive dem festen Willen, mich ändern zu wollen. Wunder wirken für mich Mandra-mäßig Sätze zu wiederholen, wie um dem Inneren vorzubeten, woran es sich zu orientieren hat, wenn es in sich holpert. Eine Wohltat für den Geist. Das ist bien sûr eine ganz und gar individuelle Geschichte, welchen Anker man wie setzt. Ich liebe das Teresa von Avila-Zitat sehr. Oder das 7. Kapitel aus dem West-östlichen Divan von Goethe. Oder aber ich lese wieder und wieder das Gedicht von Dietrich Bonhoeffer, wenn es in mir besonders stürmt und braust.
Aber ja, *erst muss man Gott irgendwo finden* (Rilke - samt lesenswerter Artikel im Dlf) und dabei kann niemand niemandem helfen... Schon gar nicht, wenn man seine eigenen Entdeckungen anstellen, seinen Geist eigenständige Erfahrungen machen lassen will. Und sich dafür aufmacht auf den steinigem Weg, eingefleischte Mechanismen abzulegen - der Selbstbefreiung zuliebe (im übrigen ein Weg, der niemals die Marktstrasse der *käuflichen Spiritualität* = Esoterik kreuzen wird).
Mit den Jahren habe ich einige tief beeindruckende und höchstpersönliche Erlebnisse, die mir gezeigt haben, dass ich gut geführt werde, dass eine wohlmeinende Kraft mir Schutz gewährt. Nie würde ich die der Öffentlichkeit preis geben (ihr erinnert euch: ich bin intimitätskleinlich). Und trotzdem scheint alte Muster durchbrechen zu wollen einer Sisiphos-Aufgabe gleichzukommen. Meine Neigung zur Nervosität habe ich noch lange nicht abgelegt.
Was mir enorm hilft - um zum Praxisteil zu kommen -, ist ein Konglumerat aus vielem wie etwa meine harmonische Beziehung, viel Natur um mich, freigestellt zu sein von allzuviel Pflicht inklusive dem festen Willen, mich ändern zu wollen. Wunder wirken für mich Mandra-mäßig Sätze zu wiederholen, wie um dem Inneren vorzubeten, woran es sich zu orientieren hat, wenn es in sich holpert. Eine Wohltat für den Geist. Das ist bien sûr eine ganz und gar individuelle Geschichte, welchen Anker man wie setzt. Ich liebe das Teresa von Avila-Zitat sehr. Oder das 7. Kapitel aus dem West-östlichen Divan von Goethe. Oder aber ich lese wieder und wieder das Gedicht von Dietrich Bonhoeffer, wenn es in mir besonders stürmt und braust.
Aber ja, *erst muss man Gott irgendwo finden* (Rilke - samt lesenswerter Artikel im Dlf) und dabei kann niemand niemandem helfen... Schon gar nicht, wenn man seine eigenen Entdeckungen anstellen, seinen Geist eigenständige Erfahrungen machen lassen will. Und sich dafür aufmacht auf den steinigem Weg, eingefleischte Mechanismen abzulegen - der Selbstbefreiung zuliebe (im übrigen ein Weg, der niemals die Marktstrasse der *käuflichen Spiritualität* = Esoterik kreuzen wird).
*Pour votre santé, évitez de grignoter entre les repas* (*Für die Gesundheit vermeiden sie zwischen den Mahlzeiten zu naschen*) empfiehlt das französische Gesundheitsministerium.
Weder hat je zuviel Knabberei noch Grübelei gut getan. Ausnahmen bestätigen die Regel. Und dann muss ja noch geklärt werden, was man so alles knabbern kann. Diese Cracker zählen eindeutig zu den hochwertigen Genüssen: gesund und - wie der Habib befand: lecker die Dinger! Mit einem Merci an Annette, die uns während letzter Feriengäste-Saison zuerst mit den Saaten-Crackern anfütterte und dann auch noch das Rezept rausrückte!
Weder hat je zuviel Knabberei noch Grübelei gut getan. Ausnahmen bestätigen die Regel. Und dann muss ja noch geklärt werden, was man so alles knabbern kann. Diese Cracker zählen eindeutig zu den hochwertigen Genüssen: gesund und - wie der Habib befand: lecker die Dinger! Mit einem Merci an Annette, die uns während letzter Feriengäste-Saison zuerst mit den Saaten-Crackern anfütterte und dann auch noch das Rezept rausrückte!
Zutaten - 2 Bleche:
trockene Mischung:
50g Kürbiskerne
50g Sonnenblumenkerne
75g Sesam
75g Leinsaat
25g Chia-Samen
16g Flohsamenschalen
3/4 TL Salz
1 TL Backpulver
nasse Mischung
350ml Wasser
50ml Öl (m: Sonnenblume)
Zubereitung:
Die größeren Samen etwas kleiner hacken. Dann sowohl die trockene Mischung miteinander vermengen sowie Öl und Wasser zusammengeben - schließlich diese beide Mischungen gut mischend und eine halbe Stunde ruhen lassen, bis der Teig sich gut verbunden hat.
2 Backbleche richten. Den Teig halbieren. Die eine Hälfte auf ein Backpapier geben, ein zweites Backpapier drüber leben und den Teig zwischen den Papieren auf etwa die Größe des Backblechs dünn auswellen. Auf das Backblech setzen und das obere Papier abziehen. Mit der zweiten Teighälfte genauso verfahren.
Den Backofen auf 175° (Umluft) vorheizen.
Die Bleche in den Ofen schieben und für ca. 30-45min backen. Sollte der Teig nach einer halben Stunde noch nicht durchgebacken sein, die Platte drehen und nochmals ein paar Minuten weiterbacken (je nach Ofen) - Achtung: die Ränder des Teiges sind so dünn, dass sie schneller dunkel werden können - dann die Backbleche drehen.
Die Bleche aus dem Ofen nehmen, das Backpapier abziehen und auskühlen lassen. Nun die Saaten-Cracker in die gewünschte Größe brechen und in einer gut verschließbaren Dose aufbewahren.
Anmerkung m: ich habe das Rezept halbiert - wer mag, kann auch gleich wie im Original die doppelte Menge für 4 Bleche backen...
Quelle: hier














