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Wiederkehrer: Mexican Street Pasta Corn Salad

Sonntag, 22. Juni 2025


Für die Wissenschaftsgläubigen muss es ein riesiger Schock sein, wenn sie im Sterbemoment feststellen müssen, dass nur der Körper vergeht nicht aber der Geist. In ihrer Vorstellung ist mit dem Tod alles aus und vorbei: ausgelöscht wie eine Lampe, die man ausschaltet. Das mag vor allem dann eine beruhigende Vorstellung sein, wenn man sich ungern Gedanken macht über die Auswirkung seines eigenen Denken, Reden und Tuns. Aber so ist es nicht. Lediglich der Körper stirbt, das Bewußtsein bleibt genau so bestehen.

Tsss, schnauben die wissenschaftliche Anhängerschaft, alles Mutmaßungen. Wir ziehen es vor uns an Fakten zu halten. Keine Sorge, ich will niemanden missionieren. Jeder muss ganz allein - und zwar wirklich ganz alleine - seinen spirituellen Weg finden. Aber ganz ehrlich: ich kann wenig Unterschiede darin entdecken, den aktuellen Forschungsstand für das Evangelium zu nehmen oder von einer unbefleckten Empfängnis auszugehen. Jeweils volle Glaubensideologie. Gut, die Konfessionellen bestreiten das wenigstens nicht. Dabei müsste eigentlich klar sein, dass wissenschaftliche Forschung lediglich eine Momentaufnahme darstellt. Sogenannte Fakten können von heute auf morgen bereits überholte Resultate sein.

Ich gebe euch ein Beispiel. Ähnlich  der Bibel-Geschichte mit Saulus und Paulus - nur genau andersherum. Wieder komme ich zurück auf die Arte Doku  *Insektenkiller - Wie Chemieriesen unser Ökosystem zerstören*, eine Reportage, die mich nachhaltig beeindruckt. Für DDT, eines der ersten Insektizide, bekam der Entdecker den Nobelpreis verliehen. Mittels DDT wurde in Europa und den USA die Stechmücken ausgerottet, die den Malaria-Erreger übertrugen. 30 Jahre später wurde DDT weltweit verboten, weil DDT (nun nachweislich)  auf den Menschen krebserregend und reproduktionstoxisch wirkt. Die Beurteilung von menschlicher Forschung bleibt fragil - dafür sind zu viele der großen Fragen offen und Zusammenhänge unergründet.

Stur besteht Team wissenschaftliche Besserwisser auf den Mikroskop-Beweis, oder so, und klammert sich an die Aussage: bisher ist noch keiner wieder von den Toten auferstanden. Da hilft es auch nicht zu erwidern, doch, ich kenne jemand, der Zeugnis ablegen kann. Bewußtsein, Seele, Liebe und Mitgefühl all das wird sich nie wissenschaftlich dingfest machen lassen. Der Wissenschaft bleibt nur das Angeln im Trüben, im Grenzbereichen der Phänomenologie.

In der Geo bin ich über diesen Artikel gestolpert (leider hinter einer Bezahlschranke), den ich mit euch teilen wollte. An der Universität Virginia untersucht ein Forscherteam vermeintliche Fälle von Wiedergeburten. Manche Berichte sind zu präzise um sie als Phantasie abzutun. Typischerweise im Alter von zwei bis sechs Jahren behaupten einige Kinder, schon ein mal ein anderes Leben gelebt zu haben. In manchen Fällen können sie sich sogar überaus präzise an Umstände und Details, ja sogar an ihr einstiges Sterben erinnern.

So, jetzt habt ihr davon auch mal gehört. Nur mal so als Gedankenanregung. Nur mal so, was wäre wenn... 



Das Wetter läd dazu ein, sich an einem Salat satt zu essen. Einem unkomplizierten Salat. Zu warm für Küchen-Orgien. Die Zutatenliste reicht für zwei Personen, wenn er als komplettes Essen dienen soll - als Beilage zum Grillen reicht er für mehr.

Ich habe ihn schon mit selbstgemachten Cavatelli zubereitet so wie außerdem mit kleinen Hörnchen. Kleinförmige Pasta macht sich hier besonders gut. Schwarze Bohnen passen prima. Ich habe bequem auf Kidney-Bohnen aus der Dose zurückgegriffen. Und original nimmt man frischen, gegrillen Mais - auch da bin ich auf Dose ausgewichen. Der Cotji-Käse sagt mir gar nix, da habe ich einen mittelreifen Picodon-Käse vom Markt als Ersatz herangezogen. Frische Kräuter sind Pflicht: beides gut, Petersilie wie Frühlingszwiebeln. Tja, was soll ich sagen: lecker. Der Salat kann gut mithalten mit den Bestands-Nudelsalaten!


Zutaten 2P:

150g Pasta
1 Dose Mais (Abtropfgewicht, ca. 270g)
1 Dose Kidney-Bohnen (Abtropfgewicht, ca. 270g)
1 rote Zwiebel
1 Avocado
2 EL Petersilie (oder Grün von Frühlingszwiebeln)
100 fester Ziegenkäse (original: Cotija/ oder Feta)
...
2 EL Majo
150g griechischer Joghurt
1 Limette, Saft und Zesten
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
geräuchertes Paprika-Pulver
Harissa (original: 1 jalapeño)





Zubereitung:

Pasta nach Anleitung al dente kochen und abtropfen lassen. 

Rote Zwiebel fein schneiden, Avocado würfeln und die Kräuter fein wiegen. Den Käse kleiner krümmeln.

Aus Majo, Joghurt, Limette, Knoblauch ein Dressing mischen. Salzen, pfeffern und mit Pimenton de la vera und Harissa würzen.

Alle Zutaten, Pasta, Mais, Bohnen, Zwiebeln, Avocado und Käse mit dem Dressing mischen und die Kräuter untermischen.


Gulasch aus karamellisierten Zwiebeln, weißen Bohnen und Paprika

Sonntag, 30. März 2025


 

Ab und an schauen der Habib und ich die Sendung *First Date* - dabei treffen sich zwei bis dato Unbekannte zum ersten Mal in einem Resto auf ein Mittagessen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man auf diese Weise seine Traumfrau/-mann kennenlernt geht gen Null. Dementsprechend ist die Erfolgsquote dieses Formats. Nahezu alle belassen es bei diesem einen Zusammenfinden.

Aber ich sammle Kennenlerngeschichten und es ist entspannend zuzugucken. Es kommt keiner um, es wird niemand massakriert: in aller Regel ist man aufgeregt und gibt sich Mühe. Meistens. Der Habib und ich spielen dann die zwei vom Balkon von der Muppet Show und üben Manöver-Kritik. Von außen sieht man immer schnell, dass es nicht passt. Manchmal zählen wir die *Tatsächich's* mit (sensationell inflationär!) oder staunen darüber welch hohen Wert Hinz und Kunz der Sportlichkeit verleihen. Gefühlt sind auf einen Schlag ALLE extrem sportlich - zumindest in der Öffentlichkeit. Zumindest in der Selbstdarstellung.

Wir lachen über die immer gleichen Aussagen, wie wichtig Humor sei und man selbst für jeden Spaß zu haben...Es wiederholt sich sehr. Und ich frage mich seitdem, wann Fit for Fun derart als Olymp verinnerlicht wurde. Und ob die Teilnehmer nicht selbst merken, dass sie sich widersprechen. Man datet offenkundig im Fernsehen, weil angeblich auf der Suche nach *was Ernstem*, weil unverbindlich und nur so zum Spaß überall zu finden ist... Warum steht nie einer hin und sagt: ich weiß Bescheid und wie das Leben spielt. Nämlich wenn aus Spaß Ernst wird... denn Ernst ist heute 3 Jahre alt (den Kalauer kennt ihr). Brust raus und dann: Verantwortung kann ich, komme ich mit zurecht! Hey, wir Deutsche waren mal weltweit bekannt für unsere Ernsthaftigkeit. Also ich finde, das kann man zumindest von Menschen, die bereits eine 4 vorm Alter haben, durchaus erwarten. Die sollten etwas Lebenserfahrung gesammelt haben und Konsequenz nicht schrecken!

Aber ich habe gut reden. Ich habe ja keine Ahnung,! Was heißt es heute, Single zu sein?? Seit 20 Jahren bin ich in Beziehung. Und ich bin wirklich keinen Augenblick neidisch auf all jene, die sich da an den Tischen gegenüber sitzen. Wenn man wieder und wieder Zeuge wird, mit welch großer Erwartung in die Dates gegangen wird und zu 99 Prozent funkt es nicht... Kein Sternenstaub weit und breit! Nee, das ist kein Zuckerschlecken! Und ich habe auch keinen guten Rat für alle, die nach einem Zuhause für ihr Herz suchen. Außer Geduld. Denn erzwingen kann man eine Begegnung nicht. Nur Geduld ist ein harter Reifen - das wiederum weiß ich aus eigener Erfahrung!



Wunderbar in die Zeit der leeren Markttische passen Gerichte mit Hülsenfrüchte. Weiße Bohnen bringe ich definitiv viel zu selten auf den Tisch - dabei mag ich ihre Cremigkeit sehr. Der Gulasch ist super geworden, der ideale Begleiter zu allem *Kartoffel-Artigen*. Hier gabs meine Lieblings-Kartoffel-Gnocchi dazu, es passen aber auch die Pici, Schupfnudeln, Kartoffel-Pü oder einfach Pellkartoffeln.


Zutaten 2P:

2 weiße Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 Dose weiße Bohnen (400g-Dose)
1 rote Paprika
2 EL Tomatenmark
1 TL Rohrzucker
8 Sardellen-Filets*
1 EL Kapern
1 TL Thymian, getrocknet
2 Lorbeer-Blätter
ca. 300ml Gemüsebrühe
Frühlingszwiebeln zum Betreuen
(m. junger Knoblauch)
Harissa
Pimenton de la vera
1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
Pfeffer
Olivenöl


Zubereitrung:

Zwiebeln in ca. 1cm große Stücke schneiden. In Olivenöl bei mittlerer bis kleiner Hitze mit Geduld golden braten (nicht dunkel werden lassen!) - dauert gute 10 min. Zuletzt Knoblauch kurz mitbraten, dann Tomatenmark und Zucker. Nun die Sardellen-Filets einschmelzen lassen. 

Paprika - gehäutet mit Sparschäler - ebenfalls in 1 cm Würfel schneiden, in die Pfanne zugeben und die Gemüsebrühe (nicht zu stark gesalzen - Sardellen geben bereits einen salzigen Geschmack) anschütten. Bohnen, Thymian und Lorbeerblätter zufügen, ebenso den Pimenton, den Kreuzkümmel und das Harissa. Deckel auflegen und bei leichter Hitze ca. 15 min köcheln lassen. 

Zuletzt die Kapern untermischen und nochmals abschmecken. Lorbeer-Blätter entfernen. Zum Servieren mit Frühlingszwiebel-Grün, Schnittlauch oder jungem Knofi bestreuen.

Anmerkung m: wer sich an den Sardellen stört, ersetzt sie durch 1 TL helle Miso-Paste


Reden: Ofen-Süßkartoffeln mit Jerk-Sauce

Sonntag, 31. März 2024


Zu einem der Prüfungsthemen meines Germanistik-Studiums zählte der primäre Spracherwerb von Kindern. Das wird von Studierenden gerne gewählt, weil die dafür anzueignende Literatur sehr überschaubar ist. Es gibt lediglich ein paar Theorien zu diesem Thema, aber wirklich erklären kann die Wissenschaft das Erlernen von Muttersprache bis heute nicht. So weit so klar ist der Ablauf, wie Kinder irgendwann anfangen zu sprechen - à la wie macht der Hund, wie macht die Katze, die Lokomotive... Aber wie genau von statten geht, dass Kinder irgendwann fähig sind, sich ihrer Muttersprache komplett zu bemächtigen, ohne dass zuvor jemand etwas über Satzbau, Deklination von Verben, Steigerung von Adjektiven ectpp erklärt hätte, bleibt ein Rätsel. Warum wird Sprache irgendwann in ihrer Gesamtheit erfasst, als wäre man in den Topf geworfen und untergetaucht worden? Und warum ist eine Fremdsprache später so mühselig zu erlernen?

Recht einig ist sich die Forschung, dass für den primären Spracherwerb die Aufforderung zum Reden durch ein Gegenüber notwendig ist. Nicht, kennt man möglicherweise, diese Grusel-Experimente am Lebenden, oder auch Kasper-Hauser-Versuche genannt, für die Kinder isoliert versorgt wurden - bei Entzug jeder emotionalen und sprachlichen Zuwendung. Herausfinden wollte man, ob Kinder überhaupt sprechen lernen, wenn ihnen niemand etwas vorspricht, von dem sie lernen könnten. Welch große Schäden Kinder erleiden, die ohne menschlichen sozialen Kontakte aufwachsen, zeigt gleichfalls das Phänomen Wolfskinder.

Das schicke ich voraus, weil ich über folgendes Höchsterstaundliches gestolpert bin: Die Anzahl der Kinder und Jugendliche, die aufgrund von Sprachentwicklungsstörungen in logopädischer Therapie sind, wächst besorgniserregend. *Laut einer aktuellen Datenauswertung der KKH Kaufmännische Krankenkasse stieg die Zahl Betroffener zwischen 6 und 18 Jahren von 2012 auf 2022 um rund 59 Prozent. Bundesweit sind fast neun Prozent der 6- bis 18-Jährigen betroffen – fast jeder zehnte Junge und rund jedes 15. Mädchen. Am höchsten ist die Steigerungsrate im Zehn-Jahres-Vergleich bei den 15- bis 18-Jährigen mit fast 144 Prozent (Mädchen plus 160 Prozent, Jungen plus 135 Prozent) *Sag doch mal, das sind doch krasse Zahlen, oder?!!

Unsere Gesellschaft verliert Sprache. Der direkte Austausch verringert sich. Einer der Erklärungen für diese Entwicklung ist, dass zunehmend der Sprachanreiz fehlt, der eine gesunde Sprachentwicklung fördert: *Vielfach geht das auf das Konto intensiver Nutzung von Smartphone, PC und anderen digitalen Medien, die an die Stelle direkter Kommunikation tritt*. Heißt nochmals anders formuliert: chatten und liken ersetzt eben nicht das Gespräch mit einem unmittelbaren Gegenüber. Man redet immer weniger miteinander - innerhalb der Familien wie unter Freunden, weil man am Handy klebt.

Worte bilden sich im Gespräch - eigentlich ganz banal und dennoch mit viel Konsequenzen behaftet. Mehr als Lesen übt direktes Reden miteinander den Wortschatz. *Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt* sagte Wittgenstein. Warum ist Sprache so bedeutend? Wir teilen uns über Sprache mit, wir verbinden uns mit anderen. Mehr noch, wir machen uns Dinge und Geschehnisse über Sprache überhaupt erst bewußt. Wie will ich begreifen, was mir widerfährt, was ich erlebe, was mich bewegt, wenn ich es nicht benennen kann? Das fängt mit unseren Gedanken an. Im Denken versuchen wir Welt zu erfassen, im Denken üben wir bereits Formulieren.

Aus Gedanken werden Worte und aus Worte Taten. GEDANKEN - WORTE - WERKE, so verknüpfte der Habib in seinen Seminaren klar und unmissverständlich die Zusammenhänge. Wir gestalten über Worte uns selbst, wir kreeiren unser Leben, wir schöpfen unsere Zukunft. Welche Inhalte, welche Werte und damit welche Geschichten möchtest du in dir lebendig werden lassen - Kraft deiner Denkfabrik? Wem es die Sprache verschlägt, der erstarrt in einen ohnmachtsähnlichen Zustand. Sprache als Ausdrucksmöglichkeit zu verlieren, geht einher mit dem Verlust, sein Leben bewußt und selbstbestimmt zu lenken - in der Welt der Freigeister der Verlust eines der elementarsten Werkzeuge.

 


Es ist Ostersonntag heute. Das Fest des Lichts. Wer hier schon länger mitliest, kennt dieses Goethe-Zitat von mir schon: *Was ist erquickender als das Licht? Das Gespräch.* Braucht es wirklich eine Aufforderung, sich gegenseitig etwas aus dem Leben zu erzählen? 

Frohe Ostern euch!

 

Nachgekocht habe ich mal wieder ein Gericht, für das Petra von Chili und Ciabatta die Inspiration rausgeschickt hat. Ich habe minimal verändert, in dem ich etwa statt Butternut Ofen-Süßkartoffeln verwendet habe, denn dabei entsteht herrliche, karamellig-gebräunte, leicht knusprige Unterseite. Wir fanden es sehr lecker, gerade auch in Kombi mit den Rice & Peas! Gibt es wieder!


Zutaten 2P:

2 mittelgroße/ große Süßkartoffeln
2 1/2cm Ingwer, grob gehackt
1 kleine, rote Zwiebel, grob gehackt
1 TL Pimentkörner
je 1/4 TL Zimptpuler und Muskatnuss
Salz und Pfeffer
1 TL Zucker
2 Knoblauchzehen
1 TL Thyymian
1 EL Apfelssig
Öl zum Bepinseln
...
Jerk-Sauce:
1/2 rote Zwiebel, grob gehackt
5cm Ingwer, grob gehackt
2 Knoblauchzehen
je ein TL Piment, Pfeffer, brauner Zucker
Thymian
Chili (m: Harissa*)
2 EL Öl
500ml Gemüsebrühe
2 EL Tomatenmark
4-6 EL Ketchup
1 TL Soja-Sauce
1 TL Speisestärke

Zubereitung:

 

Die Süßkartoffel der Länge nach halbieren und im Abstand von 2,5 cm tief einschneiden, aber nicht durchschneiden. Die restlichen Zutaten mit dem Pürierstab zu einer Paste verarbeiten und über die Süßkartoffel geben. Die Süßkartoffeln mit der Schnittfläche nach unten nebeneinander auf ein Blech legen.

Den Backofen auf 180°C vorheizen und die Süßkartoffel etwa 30 min backen, bis sie weich sind (überprüfen mit einem spitzen Messer prüfen).

In der Zwischenzeit die vegane Jerksauce kochen: Zwiebel, Frühlingszwiebeln, Ingwer, Knoblauchzehen, Piment, Pfeffer, braunen Zucker, Thymian und Harissa in einem Mixer zu einer Paste verarbeiten.

Das Öl in einem Topf erhitzen und die Paste darin etwa 4 Minuten unter Rühren anbraten. Gemüsebrühe, Ketchup, Tomatenmark und Sojasauce zugeben und alles 15 Minuten köcheln, dabei immer wieder umrühren, damit nichts am Boden ansetzt. Nochmal durchpürieren* und abschmecken.

Die Speisestärke mit etwas kaltem Wasser anrühren und die Sauce damit bis zur gewünschten Konsistenz binden.

     Dazu gabs wie bei Petra Rice & Peas -  ein wenig verändert: mehr Bohnen und Kokosmilch

Zutaten:

180g Kidney-Bohnen (m: aus Dose)
50ml von Bohnen-Flüssigkeit
2 Frühlingszwiebeln, gehackt
2 Knoblauchzehen
2 Thymianzweige
Öl
130g Reis
150ml Kokosmilch
etwas Wasser
Harissa
Salz

Zubereitung:

Das Öl in einem kleinen Topf erhitzen. Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Thymianzweige darin etwa 5 Minuten anschwitzen. Die abgegossenen Bohnen sowie den Reis zugeben und alles umrühren. Die Scotch Bonnet sowie die Kokosmilch zugeben. Nun die Bohnenflüssigkeit und das Wasser zugeben und salzen.

Alles zum Kochen bringen, den Deckel auflegen und die Temperatur auf ein Minimum reduzieren. 15 Minuten garen - gegebenenfalls noch etwas Flüssigkeit zufügen., dann etwa 10 min ruhen und nachgaren lassen.

*Anmerkung m: ich würze gerne mit Harissa, weil ich mit dieser Chili-Paste die Schärfe gut dosieren kann.

Quelle: Petra von Chili und Chiabatta

 

friedliebend - Bohnen-Würstchen mit Pizzaiola-Sauce

Sonntag, 10. September 2023


Jeden Tag ignoriere ich beharrlich alle Meldungen aus der Ukraine - ich lese nichts dazu, ich höre nichts dazu, ich schaue mir nichts dazu an. Das ist nicht mein Krieg. Damit habe ich nichts zu tun. Nur ganz kann man sich leider doch nicht verschließen. Manchmal reden wir darüber, weil es doch belastet. Weil ich so enttäuscht bin von meinen Mitmenschen, die von einer völlig gegenteiligen Gesinnung getragen sind - und ich mir als Deutsche SO sicher war, dass die Geschichte uns Deutschen den Pazifismus eingebleut hat, dass wir als Deutsche mehrheitlich gar nicht anders können als gegen Krieg zu sein.

Hier, hört euch das Interview mit einem Hundertjährigen an. Der kann von Krieg höchstpersönlich erzählen. Und sein Fazit: als Freizeitbeschäftigung nicht zu empfehlen - alles besser als Krieg, sagt er. Oh, höre ich da Staunen? Nicht wirklich, oder? Ein Schocker dieses Jahr war für uns aus dem Mund von Pfarrersleuten, Rechtfertigungen für weitere, endlose Waffenlieferungen (aktuell Uranmunition) zu vernehmen. Das drückte sich tief ein. Und mich hat es dazu bewegt, jedem ungeschminkt um die Ohren zu knallen, der sich auch nur ansatzweise PRO Krieg äußert, dass ich finde, dass Menschen mit einer solchen Einstellung Taten folgen lassen sollten. Gar nicht mehr über Los gehen, nicht weiter labern, sondern direkt an die Front um fürs Vaterland zu sterben. Ich für meinen Teil bevorzuge eine andere Todesart - aber die Menschen sind ja bekanntermaßen verschieden. Wer wider Erwarten überlebt (Augen auf in der Berufswahl) - mit PTBS, fehlenden Gliedmaßen, sonstigen Behinderungen... - , dem winkt immerhin ein Ehrenverdienstkreuz in Messing oder als Trostpreis eine Veranstaltung mit einem echten Prinzen als Schirmherr, bei der er mit anderen Kriegskrüppeln ein bißchen sporteln darf. Jedem seine Ziele.

Sehr wohltuend empfand ich da die Aussagen von Margot Käßmann: "Ich finde die Aggression gegenüber pazifistischen Stimmen enorm" (via Web.de). Ja, ich auch! Sie führ weiter aus: *Wenn wir es militärisch ausdrücken, stehen Pazifistinnen und Pazifisten ziemlich unter Beschuss. Sie werden auf eine Weise diffamiert, wie ich es aus früheren Auseinandersetzungen etwa um den Irakkrieg oder Afghanistan nicht kenne. Wir werden als Wohlstandsverwöhnte, als Sofa-Pazifisten und Lumpen-Pazifisten bezeichnet – oder wie jetzt von Olaf Scholz als gefallene Engel aus der Hölle.

Von welchem Geist ist eigentlich der Kanzler getragen, um solch eine Aussage zu treffen *gefallene Engel aus der Hölle* - wer Politiker kennt, braucht keine Satanisten mehr.

Immer gut, gerade als Vielgereiste, gerade als Weltenbürger, ist es, sich um eine Außenperspektive zu bemühen. Ziehe ich diese universitärer Sicht aus Japan heran: How war mentality is driving Ukraine and Europe to suicide:

Europas Liebe zum Krieg zeigt wieder ihr hässliches Gesicht, angetrieben von den Aposteln der westlichen Werte. Die Todesspirale, in die Europa und Russland verwickelt sind und in deren Verlauf die Ukraine geschlachtet wird, ist eine zutiefst europäische Geisteskrankheit, die auf dem Glauben an ihre überlegene Moral, Gerechtigkeit und Tugend beruht. Gepaart mit unerbittlicher Propaganda und einer willigen Geldelite würden die Europäer die Ukraine lieber zerstört sehen als in einem “ungerechten Frieden” - so Dr. Pascal Lottaz, der als Associate Professor für Neutralitätsforschung an der Rechtsfakultät an dem Hakubi Center der Universität Kyoto lehrt  - via Nachdenkseiten


 


So lange ich Hornhaut an den Füßen habe, mit denen ich Metallflächen schmirgeln könnte (mindestens Stärke 40), komme ich einfach zu keinem Puffer-Ranking. Aber ich komme weiterhin dazu, welche zu backen. Also weiter gehts im Pflanzerl-Karussel. Bei Bratlingen mit Bohnen bin ich prinzipiell skeptisch. Die allermeisten sind mir zu trocken und zu krümmelig. Ganz kann ich diese zu Würstchen geformte Bohnen-Puffer auch nicht davon frei sprechen. Trotzdem haben sie uns gut geschmeckt. Auch allein deshalb, weil wir schon wirklich lange keinen weißen Bohnen mehr gegessen haben. Außerdem werden sie relativ knusprig - das ist ein weiteres Pro. Vorbereitet werden sie bereits abends zuvor, damit sie über Nacht im Kühlschrank ruhen können. Eine gute Inspiration von Maria!

Noch gilt es, die Tomatensaison auszunutzen und an Tomaten kann ich mich wirklich nicht überessen! Für die Sauce habe ich auf eine Idee aus dem Kochbuch von Gennaro Contaldo *Die einfache italienische Küche* zurückgegriffen. Tatsächlich simple aber köstlich.

 

 Zutaten für etwa 8 Stück/ca. 3P:

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehe
200 g Champignons
1 EL Öl
300 g weiße Bohnen*
1 TL Majoran getrocknet
1 TL Thymian
Muskat, frisch gerieben
1 TL Kümmel gemahlen
1/2 TL Cayennepfeffer gemahlen
1/2 TL Pimenton de la verra 
1/2 TL Paprika-Pulver
Kräutersalz
Pfeffer
20g Kartoffelstärke
40g Kichererbsenmehl
Rapsöl zum Anbraten 
.
Sauce:
 
2 EL natives Olivenöl extra
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1⁄4 rote Chilischote, fein gehackt (nach Belieben)
400 g kleine Flaschentomaten, halbiert (m: eigene, bunte)
20g Kapern
10 entsteinte schwarze Oliven
etwas getrockneter Oregano
1 Handvoll glatte Petersilie, fein gehackt
Meersalz

 

Zubereitung:

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Champignons säubern und in Scheiben schneiden.

Das Öl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebel, Knoblauch und Champignons darin etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten. Abkühlen lassen. Die Bohnen abgießen, spülen und gut abtropfen lassen (m: selbst gekocht). Alle Zutaten bis auf das Kichererbsenmehl sowie die Kartoffelstärke in ein hohes Gefäß geben und mit dem Stabmixer fein pürieren (wenn die Bohnen aus der Dose sind, dann tuts auch ein Kartoffelstampfer).  

Das Kichererbsenmehl plus Karoffelstärke unterkneten.  Nochmals gut würzig abschmecken

Aus der Masse Würste von beliebiger Größe formen-  ich formte 6 Stück, empfehle aber 8. Einzeln in kleine Stücke Frischhaltefolie wickeln und über Nacht im Kühlschrank rasten lassen. 

Für die Sauce den Backofen auf 200° (OU-Hitze) vorheizen. Alle Zutaten aber lediglich ein Drittel der Petersilie in eine feuerfeste Form geben und für 15min in den Ofen schieben - dann für weitere ca. 5min kurz unter den Grill zuschalten. Zuletzt mit der restlichen Peterslie bestreuen.

Am nächsten Tag auswickeln und in einer beschichteten Pfanne in etwas Rapsöl auf allen Seiten goldbraun braten. 

Anmerkung m: ich hatte einen kleinen Teil der Bohnen (etwa 50g) durch Mais ersetzt/ die Zubereitung der Sauce habe ich zum Original verändert.

Inspiration: Maria aka das Mädel vom Land und Stern

 

Freundlichkeit: chinesische Eiersuppe mit schwarzen Bohnen

Freitag, 20. Januar 2023

 

Ich bin Freund der Freundlichkeit. Oder hänge ich es tiefer auf: der Höflichkeit. Des Benimm. Der guten Kinderstube. Keiner will zurück zur starren Förmlichkeit, die Herr Knigge bestimmt. Nehme ich ein Beispiel aus meinem Erleben bei Vinted, der Monopol-Plattform für Second-Hand-Klamotte. Da gehts ja erstmal um nix. Ich deale schließlich nicht mit Hermés-Taschen oder der gleichen. *Kleckerles-Beträge* hätte die Oma das früher genannt. Eben nix, was einen reicher oder ärmer macht. Aber der Umgangston dort manchmal... Ist eine Grußformel zu viel verlangt? Ganze Sätze? Ausgeschriebene Worte? Ein Bitte oder Danke? Gerade wer sich als potentieller Kunde einführt tut so, als müsse der andere jetzt die Bitch spielen, nur weil er mit dem Geldschein wedelt? Da habe ich doch direkt keinen Bock mehr. Echt, kein Verständnis für so ein Gebaren. Gratulation, Kapitalismus verinnerlicht!

Das möchte ich abgrenzen von der erlebten Fielmann-Kundenfreundlichkeit mit Trainingscamp direkt im Vorhof der Hölle. So viel Falschheit schlägt einen ja regelrecht in die Flucht. A la *Man spürt die Absicht und ist verstimmt*. Dann ziehe ich wortkarge Stoffeligkeit wieder vor. Lieber echtes Leben als gefaktes. Sehr verläßlich eigentlich das Uralt-Prinzip von *Wie man in den Wald reinschreit, so schreit es zurück* - darüber kann man durchaus ein wenig sinnen...

Vielmehr rede ich von einem Umgang wie in der einen Werbung im deutschen Fernsehen vor Weihnachten: man denkt einen kleinen Moment mit für jemanden, läßt einen Fremden mit nur zwei Sachen in der Hand an der Kasse vor, trägt einer Omi die schwere Tasche die Treppe hoch, hält die Bahn auf, damit ein anderer noch reinspringen kann - der gute alte Pfadfinder-Spirit, ihr wißt schon... By the way: bin ich die einzige, die das befremdlich findet, dass eine Supermarktkette damit wirbt?

Ben, ich komme darauf durch eine kleine Begebenheit gestern, als ich durch die engen Straßen von Crest - dem nächsten Kleinstädchen - gefahren bin. Erst drückte ich mich an einer Baustellenraupe vorbei, um dann beim Abbiegen festzustecken zwischen zwei Lieferwägen; der eine einfach an die Hauswand geklemmt. Als ein Bauarbeiter mir entgegenkommt, lasse ich das Fenster runter und bitte ihn, mit diesem doch ein Stück vorzufahren. Der schüttelt bedauernd den Kopf als Antwort und sagt, das sei nicht sein Wagen. Mein Gesicht drückt *Argghhh!!!* aus. Er stuzt kurz und meint: *Komm', das passt schon, ich lotse dich durch!* Er drückt meine Außenspiegel rein und winkt mich geduldig durch die verstellte Passage. 

Hach, GROS Bisou! Das ist halt auch was, das einem im ländlichen Frankreich gar nicht mal selten begegnet, eine Art von Ritterlichkeit Frauen gegenüber, Galanterie, Charme-Offensiven mit kleiner Blinzelei - das weiß ich sehr zu schätzen, weil ich mag das pas de deux-Spiel der Geschlechter.

Und genau das meine ich. Was kann ein Lächeln manchmal entwaffnend wirken (ja, bei einem waschechten Bämul kann man es wieder stecken lassen), aber mir fallen leichterdings viele Situationen ein, die mit Freundlichkeit entweder entschäft wurden oder auf beiden Seiten gute Laune bewirkten. Ich für meinen  Teil habe festgestellt, dass man sich den Alltag mit exakt solchen Momenten ein kleines bißchen schöner machen kann und dieses Quäntchen lasse ich mir nicht entgehen.

 


Einen kalten Tag bekommt man wunderbar geboostert mit einer schönen Suppe. Diese Suppe ist sogar schnell gemacht und ist der raffiniertere Bruder einer echten Omi-Suppe. Der kleine Dreh hier ist, dass man die Brühe ein wenig anbindet, was ihr direkt mehr Schmelz verleiht. Und der unerwartete Star am Tellerrand - das blättrige und super knusprige chinesische Pfannenbrot - reiche ich euch am Sonntag dazu...

 

Zutaten 2P:

80 g kleine Shiitakepilze
2 Frühlingszwiebeln
2 Scheiben Ingwer
1 Knoblauchzehe
2 EL Öl
800 ml Gemüsebrühe* (m: selbstgemacht)
200g schwarze, gekochte Bohnen
4 EL Sojasauce
Reisessig
1 TL Speisestärke
2 Eier (M) (m: 1 großes)
Salz
Essig nach Geschmack
150g Gemüseinlage (m: Rest Kürbis und Rosenkohl)
60g Gersten-Graupen, gekocht*
Sesamöl

 

Zubereitung:

Shiitake vom Stiel lösen, größere Kappen halbieren. Den unteren Teil der Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Ingwer schälen und zusammen mit dem Knoblauch fein würfeln.

Öl in einem Topf erhitzen, die Pilze darin kurz anbraten. Knoblauch und Ingwer zugeben und hellbraun braten. Klein geschnittene Gemüsebeilage zufügen, Gemüsebrühe zugießen und aufkochen. Die Bohnen ebenfalls in den Topf geben, außderdem die gekochten Graupen - 5 Minuten offen köcheln lassen.

Sojasauce mit 1–2 Teelöffel Reisessig und Speisestärke glattrühren und in dünnem Strahl unter die kochende Suppe rühren, dabei bindet die Suppe leicht. Die Eier mit einem Schneebesen gründlich verquirlen und ebenfalls im dünnen Strahl in die Suppe geben, die Suppe dabei langsam rühren. 

Die Suppe mit Salz, eventuell noch etwas Essig und wenigen Tropfen Sesamöl abschmecken. Die grünen Frühlingszwiebeln in feine Röllchen schneiden und über die Suppe geben.

 

Anmerkung m: ich habe die Gemüsebrühe selbst gekocht - werde ich in zukünftigem Beitrag noch verlinken/ die schwarze Bohnen kochte ich mit einem Stück Kombu-Alge/ die Gerste kochte ich extra - am Vortag eingeweicht, am Suppentag 15 min in frischem Wasser köcheln und dann zugedeckt ziehen lassen - ursprünglich ist die einzige Suppen-Einlage der Suppe Pilze, Eier und Bohnen

Inspiration: Effilee

 

luftige, briochige Sonnen-Buns mit dunkelroten Gemüse-Patties

Donnerstag, 9. Juni 2022

 

 

Ist euch schon mal aufgefallen, dass es einen Unterschied macht, ob man Pommes mit den Fingern ißt oder mit einer Pommesgabel aufspießt? Ich finde, der Geschmack verändert sich. Nur durch die Art und Weise, wie die frittierten Teilchen in den Mund geschoben werden. Wobei ich jetzt ausgesprochen selten Pommes esse. Aber als Beispiel. Als weiteres Beispiel zu meinem sonstigen Standart-Beispiel Nudeln. Weil Nudeln schmecken in unterschiedlicher Form anders. Bei gleichem Teig wohlgemerkt! Das ist doch genauso völlig phänomenal, oder?

Manchmal brauchts gar nicht viel, um den alltäglichen Dingen wieder einen neuen Dreh zu verleihen. *Mental Health* nennt man das neudeutsch. Oder wie Einstein lange zuvor sagte: *Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.*

Nun, eigentlich bin ich kein großer Burger-Fan, aber das gleicht sich dadurch aus, dass ich gerne mit den Fingern esse. Sieht nicht immer schön aus, wenn man in einen Burger beißt, aber es macht einfach Spaß. Alle Tischsitten darf man fahren lassen und sich pur aufs Essen konzentieren, auf seine Finger, die Aromen...

Burger hat bei uns außerdem wieder Aufwind bekommen dank dem Porridge-Frühstück. Sonst würde ja irgendwie dem Brötchen wieder ein Brötchen folgen. Da oute ich mich wohl als verwöhnt - irgendwie hinterläßt das jahrelange Foodbloggen dann wohl seine Spuren: wenn ich selbst bestimme, was gekocht wird, dann darfs auch abwechslungsreich sein.

Deshalb gibts, wenn es Burger gibt, natürlich stets einen anderen Burger. Und wegen dem neuen Dreh im Alltäglichen...



Dabei sieht ein selbstgebastelter Burger oft aufweniger aus, als er ist. Der Brötchenteig ist schnell zusammengeknetet - es braucht (wie so oft) lediglich ein bißchen Zeit. Die Brötchen lassen sich aber auch hervorragend einfrieren, sollte es mittags schneller gehen müssen. Oder zum Abendbrot. Denn dann wollen nur noch die Patties zubereiten werden.

Für diese stand das Motto Pate: viel hilft viel. In einem Burger-Bun darf ein vegetarisches Pattie AUF GAR KEINEN FALL untergehen. Deshalb muss da ordentlich Bums ran. Außerdem finde ich wichtig, dass die Zähne in einen Burger irgendwie auf Widerstand stoßen, wenn man reinbeißt. Also das Gegenteil von einem Marshmallow-Gefühl (wobei ich nicht wüßte, wann ich zuletzt ein Marshmallow gegessen hätte, aber ihr wißt, was ich meine). Genau dafür hat das grobe Soja-Geschnetzelte gute Dienste geleistet. Ich fand den Buger super. Also für einen Burger sogar richtig super!


Zutaten 4 Sonnen-Buns:

210g Mehl (m: 50g davon Einkorn-VK)
90g Wasser, warm
1 Ei
20ml Milch
20g Butter, weich
1 (kleiner) TL Salz
1 12/2 TL Zucker
10g Hefe
Sesam als Deko

Zubereitung:

Das Ei veruqirlen und die Hälfte zu Seite stellen. Hefe in etwas warmen Wasser (nicht heiß!) auflösen und alle Zutaten miteinander verkneten (m: Handrührmaschine), bis ein homogener Teig entstanden ist, der sich vom Schüsselrand löst (ca. 7 min). Dann an einem warmen Ort zugedeckt gehen lassen, bis sich der Teig gut verdoppelt hat - dauert etwa eine gute Stunde.

Den Teig in vier gleichgroße Stücke teilen, rund schleifen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen und abgedeckt nochmals gehen lassen - dieses Mal ca. eine knappe Stunde (hängt von der Raumtemperatur ab - die Buns sollten nahezu Vollgare haben.

Ofen auf 200°C vorheizen.

In die restliche Eihälfte ein wenig Wasser mengen und die Oberfläche der Buns damit bepinseln und mit mit Sesam bestreuen. Für etwa 15-20 min golden backen.

 

 

 

4 Burger-Pattie*:

140g Haferflocken
1 kleine rote Zwiebel
150g schwarze Bohnen, gekocht2
200g rote Bete, gekocht
30g getrocknete Shitake-Pilze
3 Knoblauchzehen
Gemüsebrühe 
80g Mais
50g Soja-Geschnetzeltes, grob, getrocknet
Harissa
1 EL Öl
1 EL Tamari-Sauce
1 TL Cumin
1 TL Paprika-Pulver
je 1TL Oregano/ Thymian/ Rosmarin 
1 TL Pimentos dela verra
etwas frischer Koriander, gehackt
Harissa
Salz, Pfeffer

 

 

Zuereitung:

Die Shitake-Pilze mit kochendem Wasser übergießen und quellen lassen. Die Pilze von den Stielen befreien und diese entsorgen, den Rest etwas kleiner schneiden.Ebenso das Soja-Geschnetzelte mit der angegebenen Menge kochendem Wasser übergießen und zur Seite stellen

Die Haferflocken in einem Mixer als erstes zu Haferflockenmehl zerkleinern (muss nicht superfein sein). Dann die Bohnen zufügen, Pilze, Zwiebel, Rote Bete und Gewürze und nur so lange mixen, bis eine homogene Masse entstanden ist. Die Masse in eine Schüssel geben, nun das Soja-Geschnetzelte und den Mais untermischen und nochmals abschmecken. Hände leicht einölen, Masse vierteln und in der Hand zu Patties formen. Auf vier zurecht geschnittene Backpapierstücke setzen und für 15 Minuten die Patties ruhen lassen. Anschließend sind sie griffiger und weniger klebrig.

In einer beschichteten Pfanne mit etwas Öl von beiden Seiten anbraten. Wer einen Cheese-Burger basteln will, legt auf die zweite Seite direkt die Scheibe Käse, damit diese schön schmilzt und deckt dafür die Pfanne mit einem Deckel ab.


Den Burger nach Belieben stapeln: mit Majo bestreichen, Salatblatt, Pattie, Stück grüne Paprika (auf Foto leider nicht zu sehen ;) und Gemüse-Confit. Aber ganz eurem Gusto überlassen. Ein paar gebratene Champignons passen auch gut. Oder wer mag Cornichons oder rote Zwiebelringe. Oderoder...

Inspiration Pattie: Yuen Men Cooking - Youtube/ light brioche burger buns - The clever carrot  

 

 

Ich weiß, Thronjubiläen erhalten mehr Aufrufe. Oder Schlammschlachten vor Gericht von Hollywood-Stars. Wobei ich bei letzterem ebenfalls viel gelernt habe: eine Person mit *histrionischer Persönlichkeitsstörung* kenne ich selbst, mir fehlte nur seither für das eigene psychologische Gutachten das spezifische Wort! Immer gut, wenn das Kind einen Namen hat und man weiß, mit wem oder was man es zu tun hat.

Aber ich wollte die Aufmerksamkeit noch auf etwas anderes lenken. Schließlich erleben wir den bedeutenden Beginn einer Zeitenwende mit. Wer gedanklich noch eine Portion Gehalt vertragen kann, dem möchte ich den von Radio München eingelesenen Text von Julia Weiss *Die Abschaffung der Seele*  (Youtube) ans Herz legen/ für jene, die lieber lesen, ist er im Multipolar-Magazin abgedruckt. 

Der Text beschäftigt sich mit nichts Geringerem als der Gestaltung der Zukunft der Menschheit - nochmals gleiches Thema wie hier in meinem Post *die Entscheidung*. Dank der Eitelkeit und der Hybris der Machthaber und Elite machen sie keinen Hehl darauf, wohin sie steuern und wie sie die Weichen stellen. Kern dieser Auseinandersetzung bleibt die damit verbundene Frage an den Einzelnen, welchen Weg er für sich einschlagen will.

DUBB: vegane Lieblingswürstchen

Sonntag, 18. April 2021


Artikel wie dieser in der Süddeutschen *An Mahlzeiten läßt sich ablesen, wie glücklich eine Beziehung ist* gießen natürlich Wasser auf meine Mühlen! Da reicht mir schon die Überschrift, den muss ich gar nicht ganz lesen! Da schnurrt das Kätzchen in mir!

Wobei ich einschränkend hinzufügen muss, dass ich schon begünstigt mit allen zehn Fingern auf solche Aussagen zeigen kann. Ich bin nicht im Home-Office (oder immer - je nachdem von welcher Perspektive aus man das betrachten will), ich muss mich nicht zusätzlich um eine Rasselbande in Home-Schooling kümmern, ich leide in keinster Weise unter Terminstress, mit dem Habib habe ich eine Perle als Gegenüber - er schenkt mir mit seiner Aufmerksamkeit und Achtsamkeit stets viel Wertschätzung -  und ein südfranzösischer Garten gleicht einem Joker im Zutatenblatt. Bref: ich habe WIRKLICH leicht reden.

Trotzdem gefällt mir diese Botschaft natürlich. Denn der Alltag ist ein gefräßiges Monster, das jeder Beziehung zusetzt. Die Momente, in denen man sich bewußt begegnet, muss man bewußt schaffen. Von nix kommt nix. Das gilt vorneweg für alles Gute. Der Scheiß schleicht sich schon von ganz alleine ein - um den muss sich keiner mühen.

Tatsächlich ist für mich der Eßtisch das Herzstück einer jeden Wohnung. Und vielleicht ist es deshalb auch wegweißend für alle anderen Bereiche, was dort geschieht. Ich finde auch nicht, dass man da jeden Tag Feuerwerke abfackeln muss. Im Gegenteil, das dokumentiere ich mit diesem Blog ja. Gartenküche: spektakulär-unspektakulär. Was in meiner Welt eine ähnlich hohe Auszeichnung ist wie rustikal-romantisch.

So passen diese in Würstchenform gerollten Bohnen-Rote-Bete-Haferflocken-Buletten hervorragend in meine mit beiden Füßen am Boden verankerte Vegie-Küche. Ich war sofort begeistert sowohl was Geschmack (würzig-scharf) wie vor allem das Mundgefühl (ungewöhnlich, nicht zu trocken-krümelig) angeht. 10 Würstchen kommen bei einer Portion raus - das bedeutete für uns round about 3 Portionen, die bereits alle weggefuttert sind. Und dieses Wochenende mache ich wieder Nachschub. Sehr praktisch nämlich, wenn ich auf die einfach zurückgreifen kann - drumherum ist schnell ein Essen kreiert. Die Dingerchen sind zwar nicht aufwendig zu machen, aber sie benötigen Zeit. Und die hat man ja bekanntermaßen nicht immer, wenn man hungrig ist. 

Meinen Homies sollte reichen, dass ich DUBB übertitelt habe: dicke Empfehlung also!


 

Zutaten 10 Stück:

100g rote Bohnen, gekocht 
100 g Haferflocken(mehl) 
100 ml Rote Bete Saft 
40 g Quinoa 
120 ml Gemüsebrühe
4 EL Hefeflocken 
40 g Kichererbsenmehl 
2 EL Tomatenmark 
2 TL Harissa-Paste 
2 EL Olivenöl 
1,5 EL Kreuzkümmel 
1,5 TL Koriandersamen 
1,5 TL Bockshornklee 
2 TL Gemüsebrühe-Pulver
3 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 TL geräuchertes Paprikapulver (Pimenton dela verra)
1 TL Salz (m: Bärlauch-Salz)

Zubereitung:

Quinoa in der Gemüsebrühe ca. 12min bei geschlossenem Deckel köcheln - zwischendurch umühren - , dann weitere 10 min ohne Hitze ziehen lassen. 

Die Haferflocken im Hexler zu Mehl fein zerkleinern. Die gekochten Bohnen zusammen mit dem Rote-Bete-Saft fein pürieren. Das Haferflockenmehl zum Bohnenmus geben, ebenso das Kichererbsenmehl und die Hefeflocken. Die Gewürze (Koriander, Kreuzkümmel und Bockhornklee-Samen) fein zermörsern und ebenfals zufügen. Desweiteren den fein gehackten Knofi, das Tomatenmark, Harissa und sämtlichen restlichen Gewürze. Zuletzt Quinoa und Öl untermischen.

Daraus eine homogene Masse formen und für 30min im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig in 10 gleichgroße Portionen (oder wer mag, formt größere oder kleinere Würste) teilen und mit feuchten Händen länglich rollen. Hier wickelt der Orginalkoch Ken die Würschen jeweils in Alufolie und dreht sie zu länglichen Bonbons, dann schichtet er sie übereinander in den Dampfeinsatz - uneingewickelt muss man die Würstchen nebeneinander legen und kann sie halt nicht stapeln. Aber mit Alufolie kann man mich jagen (wen das WARUM interessiert darf Alufolie in Zusammenhang mit Demenz in die Suchmaschine eingeben).

Nebeneinander - ohne dass sie sich berühren - in den Dampfeinsatz setzen und die Würstchen ca. 25min dämpfen (m: 2 Dampfsiebe verwendet). Das ging sehr gut, das Einwickeln stellte sich wirklich als unnötig heraus. Auskühlen lassen und dann in Olivenöl rundherum anbraten.

Anmerkung m: bei uns gab es eine Art Kartoffel-Gulasch dazu, aber quasi jeder Eintopf passt prima dazu/ wer wie ich dafür Rote-Bete-Saft gekauft und nicht extra dafür entsaftet hat, darf seinen Saft aufbewahren: ein weiteres Rezept damit wartet in der Halte...

Quelle: Youtube: Ken kocht

 

Pasta-Maniac: Cavatelli mit sahnigem Zitronen- Zucchini

Dienstag, 29. September 2020


Bei dem umfassenden Thema *frische Pasta* bin ich ja äußerst empfänglich für sämtliche Inspirationen. In meiner Welt kann man sich nicht verlässlicher das Leben ein Quäntchen schöner kochen als mit selbstgemachten Nudeln. Ja, ihr wißt es: ich bin ein Pasta-Maniac!

Hinzu kommt, dass ich außerdem Handwerkerin bin. Das Schöne für mich am Kochen ist, dass alles wie in der Bildhauerei durch die Hände geht - was ist das haptisch, was ist das sinnlich! Ganz klar, so weit es mir möglich ist, mache ich am liebsten alles von Hand und verzichte auf Strom. Als Susanne das tönende Loblied auf die Cavatelli-Maschine Demetra anstimmte, mußte ich mir die auf jeden Fall genauer anschauen. Und ehe ich das noch konnte, überraschte mich der Habib - der Wind davon bekommen hatte - damit als Geschenk.

Nun zählen zu meinen Besitztümern, mit denen Pasta herzustellbar ist - neben klassischem Nudelholz und Holzbrett, Gnocchibrett, Raviolibrett, Spätzle-Brett, Knöfli-Sieb, Ravioli-Ausstecher, einer Marcato und der Regina - also neuerdings die hübsche Cavatelli-Maschine.

Und um mein Urteil vorweg zu nehmen: sie macht Spaß, aber man braucht sie nicht im Fundus. Warum? Ich finde sie zu teuer, dafür dass man im Prinzip mit ihr nur eine Sorte Pasta - Cavatelli - machen kann. Das heißt, wer sich diesen Apparat anschafft, sollte großer Fan von eben dieser Nudelform sein. Gut, wenn man sie auseinander fummelt, dann sind es Orcchiette - aber die mache ich vermutlich fast schneller von Hand, da hatte ich den Bogen wirklich schnell raus. Weiteres Minus: für den Preis erwarte ich, dass sie mit einer (kleinen) Gebrauchsanweisung ins Haus kommt und nicht mit fünf langweiligen, italienisch-sprachigen Rezepten, die man eh direkt wegwirft. Fakt ist: ich musste mich im Inet über die Handhabung schlau machen. 

Dann steht die Maschine auf meinem Untergrund nicht richtig fest - ich werde mal noch versuchen, den Boden etwas anzufeuchten, vielleicht hilft ja das. Aber wenn die Maschine wackelt, dann fehlt eine dritte Hand. Denn mit einer hält man bereits den Teigstrang und mit der anderen betätigt man die Kurbel. Größtes Manko: gerät der Teig etwas zu feucht, dann verklebt die Walze - und das Putzen davon gestaltet sich fürchterlich, weil man den Apparat nicht auseinander nehmen kann. Mit einem Schaschlik-Spiß war ich genötigt, länger darin rumzustochern, als ich Geduldsspiele lustig finde.

Jetzt ist die Demetra aber nun mal in meinem Sortiment - und ich werde in Zukunft darauf achten, dass ich den Nudelteig eher etwas zu fest knete als zu weich. Dann purzelt die filigrane Pasta wirklich schnellgemacht auf den Tisch. Und ihr werdet wohl nun öfters Gerichte mit Cavatelli hier präsentiert bekommen. Aussehen tun sie doch super, oder?

 

Der Einstieg mit der Demetra lief problemlos. Die Schwierigkeiten hatte ich dann beim zweiten Mal mit dem zu weichen Teig, just als wir Gäste erwarteten. Wie gut, dass ich ein erfahrener Hase bin und mit Nerven aus Drahtseilen (also fast) in der Not auf Maltagliat, was soviel bedeutet wie die schlecht geschnittene Nudel, umschwenkte und das gemeinsame Essen sowie meine Foodie-Ehre retten konnte.

Bei diesem Teller zeigt sich, wie wenig es braucht, um mit frischer Pasta kulinarisch glücklich zu machen. Zumindest mich. So einfach - so gut!

 

Zutaten 2P:

100g Hartweizenmehl
70g Kamut-Vollkorn, fein gemahlen
90ml Wasser

200g Buschbohnen (m: gelb/ grün)
200g Zucchini (m: gelb)
2 Knoblauchzehen
2 TL Thymian*
1 Salz-Zitrone
1 Zitrone, Schale davon
Noilly Prat
100ml Sahne*
150ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer 
Piment d'Espelette 
Olivenöl
Parmesan, gerieben 

 


Zubereitung:

Für die Pasta das Mehl in eine Schüssel geben. Eine Mulde in die Mitte machen und das Wasser angießen.  Langsam Mehl und Wasser vermischen, und den Teig gut kneten: er soll nicht kleben und schön elastisch sein. Wenn nötig, nach etwas mehr Wasser einarbeiten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und bei Zimmertemperatur mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen (m: meinen Teig im Kühlschrank 2 Stunden ruhen lassen).

Dann die Pasta zu Teigsträngen von ca. 1,5cm Durchmesser rollen und durch die Demetra-Walze kurbeln. Auf einem sauberen Küchenhandtuch auslegen.

Buschbohnen gipfeln, in kürzere STücke schneiden und in Salzwasser al dente garen. Mit kaltem Wasser abschrecken und zur Seite stellen.

Knoblauch fein hacken, Zucchini in kleinere Stifte schneiden. In Olivenöl beides zusammen mit dem Thymian anschwitzen. Von der Salz-Zitrone das Fruchtfleisch auslösen, entsorgen und nur die Schale in feinste Streifchen schneiden. Von der Zitrone die Schale abreiben. Mit Noilly die Pfanne ablöschen. Sahne und Brühe angießen, beide Zitronenschalen zufügen, ebenso die Bohnen. Salzen, pfeffern und mit Piment würzen. Mit aufgelegtem Deckel ca. weitere 5min sanft köcheln lassen - die Zucchini sollte noch Biss bewahren. Wer mag gibt zuletzt etwas Zitronensaft dazu und kann die Sauce zusätzlich etwas sämiger machen mit einer Roux (kleiner Mehlschwitze, die man klümpchenfrei in die köchelnde Sauce einrührt).

Parallel die Pasta in reichlich Salzwasser al dente garen und abschütten (je länger Zeit die Pasta zum Trocknen hatte, um so länger braucht sie später beim Kochen). Diese unter das Gemüse mischen. Nochmals abschmecken und zum Servieren mit Parmesan bestreuen.

*Anmerkung m: schmeckt auch gut nur mit Zucchini oder nur mit Bohnen/ Thymian läßt sich prima mit Bohnenkraut austauschen/ wers sahniger mag, darf die Sahnemenge nach oben schrauben.

 

Dazu spiele ich euch noch das passende Gute-Laune-Lied ein:


Entzauberung - afrikanischer Eintopf

Sonntag, 27. September 2020


*Entzauberung* gehört zu den Erfahrungen, die mir nicht oft passieren - aus dem einfachen Grund weil schnell enflammbare Strohfeuer, die ebenso rasch wie sie auflodern ihr Licht, ihre Wärme und ihren Glanz verlieren, nicht meiner Art entspricht. Umso erstaunter bin ich von mir selbst, dass mir das dieses Jahr mehrfach passierte.

Angefangen hatte es, dass ich in einer dieser Tausch-Buchhandlungen in Thailand *Das Hotel New Hampshire* von John Irving entdeckte und mich daran erinnerte, wie sehr ich es einst mochte. Also eingesteckt und diesen Sommer wieder aufgeschlagen, um nach einem Viertel der Lektüre gernervt aufzugeben. Keine Ahnung, was mich damals faszinierte, jetzt konnte meine Begeisterung so gar nicht geweckt werden. Warum nur hatte mir das Buch beim ersten Mal Lesen gefallen? Vielleicht wäre der gute Teil noch gekommen?

Oder aber Guido-Maria, der meine *zu Tisch mit -Serie* begründete, weil er mich mit seiner fröhlichen, Menschen zugewandten Art, seiner guten Beobachtungsgabe und seinem Mutterwitz zu erheitern wußte. Doch schon bevor das Studio von Shopping-Queen bei Guido-Maria zuhause im Erdgeschoß eingezogen ist, hat sich für mich das Format samt seiner Gallionsfigur tot gelaufen. Der Esprit ist einfach nicht mehr der gleiche...

Anfang des Jahres verlinkte ich auf den Virologen Drosten, den mittlerweile in Deutschland wohl jeder kennt. Ich kann es gar nicht richtig erklären, weshalb ich ihm mein Vertrauen entzogen habe. Frei und unabhängig sollte mein idealer Wissenschaftler arbeiten können - doch jemandem der derart unter Beobachtung der Öffentlichkeit steht, dürfte das wohl schwerlich möglich sein. Mais bon, das dürfen andere gerne anders sehen - das ist lediglich mein subjektiver Eindruck aber eben der Grund, warum ich ihm keine Aufmerksamkeit mehr schenke.

Besonders überraschte mich, wie sehr sich meine Rezeption des Films *Die wunderbare Welt der Amélie* veränderte, den ich mal richtig super fand. Ja, die Hauptdarstellerin Audrey Tautou ist immer noch süß, ebenso hat der Soundtrack gute Momente oder kann man einzelne gute Ideen rauspicken, aber sonst...??? Der Film ist doch völlig überfrachtet, überladen, konfus, voller versprenkelte, verschnörkelte Details, die die eigentliche Geschichte totally erschlagen, vom Hauptgeschehen ablenken und Empathie unmöglich machen. Als wäre der Regisseur ein Messi, der jahrelang wild verschiedenste Schnipsel gesammelte hatte, nichts wegwerfen konnte, um dann ALLE mit Gewalt und wahllos in einem Film unterzubringen.

In dem Moment des erneuten Anguckens kam mir auch, dass ich einen weiteren Film dieses Regisseurs kenne - was mir bis dahin gar nicht bewußt war. Und das sogar von einer Vor-Premiere an einem lauen Sommerabend in einem Nachbarort von uns mitten auf dem idyllischen Dorfplatz (weil der Film teils dort gedreht wurde), und zwar unter der Anwesenheit eben dieses Herrn Regisseurs. Ein Film mit Sophie Marceau (genau, die von *La boum*), der auf deutsch *Vergiß mich nicht* heißt. Genauso überfrachtet, genauso verkopft, genauso an den Haaren herbeigezogen, genauso blutleer, genauso ohne wärmendes Gemüt. Ja, sogar noch etwas schlimmer.

Hey, aber umgekehrt *Verzauberung* hatte ich dieses Jahr auch - was ja nun mindestens den gleichen Seltenheitswert hat. Aber dazu ein anderes Mal...

 

 

Keine Woche ohne Eintopf, das unverzichtbare Durcheinander im Kochtopf, das immer gelingt, immer schmeckt und immer wärmt. Nix Zauber sondern schöner Alltag.


Zutaten 2P:

2 Karotten
1 Süßkartoffel
200g Buschbohnen
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 EL Erdnussbutter
150ml Mandelmich
150g Tomaten-Sugo*
200ml Gemüsebrühe
1 Stück Ingwer, Walnuss-Größe
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Paprika-Pulver  
1-2 TL Senf (m: Savora)
Harissa
1 EL Mango-Chutney
Salz, Pfeffer

 
Deko: gehackte, gesalzene Erdnüsse

Zubereitung:

Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln, Karotten und Süßkartoffel klein schneiden. Die Buschbohnen gipfeln, kleiner schneiden und separat in Salzwasser al dente kochen. Mit kaltem Wasser abschrecken und beiseite stellen.

Parallel die gewürfelte Zwiebel in Kokos-Öl anbraten. Kreuzkümmel und Paprikapulver kurz mitrösten. Passierte Tomaten, feinst gewürfelter Inger, Mandelmilch und Brühe hinzugeben, außerdem die Karotten und 5 Minuten kochen lassen. Dann die Süßkartoffeln zufügen und weitere 10-15min sanft köcheln. Erdnussbutter unterrühren zusammen mit dem Senf.

Die Buschbohnen in den Topf geben, salzen und pfeffern. Mit Mango-Chutney und Harissa abschmecken. Hier kann man - wenn man den Eintopf flüssiger mag - noch etwas Brühe anschütten. Zum Servieren mit gehackten Erdnüssen bestreuen. 

*Anmerkung m: bei uns gab es dazu gekochte Hirse. Wer mag kann die Buschbohnen mit Kidney-Bohnen austauschen. Mais macht sich ebenfalls gut in diesem Eintopf - so wie auch etwas fein gehobelter Weißkohl.



Vorgezogener Herbst - Coco Rouge Eintopf

Sonntag, 30. August 2020


Es war in dem Jahr, in dem wir in der schönen Altbau-Wohnung mit Loggia wohnten. Und besonders die Loggia liebte ich sehr - gut geschützt vor fremden Blicken, wie eine konkave, eckige Laube, umgekehrt schaute man in die Krone eines großen Baums, überall Töpfe mit Pflanzen, ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen passte darauf: ein viertes, grünes Zimmer draußen. Wir waren noch gar nicht lange zuvor eingezogen, aber es passte alles. Der Preis! Die Holzdielen! Der Grundriß! Bereits wenn man die Wohnung betrat, verströmte der rautenförmigen Flur, von dem alle Zimmer abgingen, eine wohlige Athmo. Was die Innengestaltung anging, hatte ich mich richtig ausgetobt - da konnte ich noch aus dem Vollen schöpfen und mich in den großen Töpfen der Theater-Werkstätten bedienen. Die Schlafzimmerwand, an der das Bett stand, hatte ich zur Hälfte mit Dschungel bemalt, das schmale Badezimmer mit vielen Muscheln beklebt und gut, ja, die Küche war mir im Nachhinein beurteilt etwas puppenstubig geraten, aber das bügelte der alte Spülstein und der Terrazzo-Boden wieder aus. Überhaupt: Terrazzoboden! Wie schmuck und pflegeleicht ist bitte ein Terrazzoboden? Wie konnte der nur aus der Mode kommen?? Ich hatte es mir dort prima nestig gemacht, ich mochte diese Wohnung. 

Ich mochte auch die Wochenend-Ausflüge aufs Land in das Ferienhaus der Eltern meines Freundes, die Pferde, die dort direkt vor der Haustür standen, die Ausritte, die Abende vor dem Kaminfeuer, mit den nackten Füßen wieder im Gras zu stehen, das Gefühl, in dieser Familie aufgenommen worden zu sein und geschätzt zu werden - etwas, das eine tiefe (wenngleich auch illusionäre - wie sich später rausstellte) Sehnsucht stillte, weil es mir in meiner Kindheit daran so sehr gemangelt hatte.

*Schön und gut*, wandte mein bester Freund ein, *aber wir hatten es doch von dir und deinem Freund. Jetzt lass doch mal den ganzen Tingeltangel drumherum weg. Darum kanns ja nicht gehen. Wie sieht es denn aus, wie stehts um euch? Wie sind deine Gefühle für ihn?*  

Es war der Sommer, in dem der Alkohol auch wieder besonders gut schmeckte. Ich erinnere mich an eine Feier mit Freunden, bei der ich die Zermonienmeisterin des Ausschanks machte mit dem guten selbstgebrannten Obstler aus dem Dorf meiner Großmutter: *L'eau de vie, allein das Wort, lasst es euch auf der Zunge zergehen und die Wärme die Kehle runterfließen. Klare Getränke - klare Gedanken!* Auch da hatte ich mich getäuscht; das Aufwachen am nächsten Morgen war fürchterlich.

Es war, als hätte mein bester Freund mit seiner direkten Frage wie mit einer spitzen Nadel in die Seifenblase meines schillernden Konstrukts gestochen. Über die Antwort musste ich nicht nachdenken, die wußte ich augenblicklich: *Es ist schon lange vorbei. Vielleicht hatte es nie richtig begonnen.* Der Anfang vom Ende. Welke Blätter. Vorgezogener Herbst.

Es war in dem Sommer, in dem die Stadtbäume ihr Laub schon im August abwarfen, weil es derart lange anhaltend trocken und heiß im Süden Deutschlands war. Ganz so, wie jetzt hier in unserem Tal die alten Eichen beginnen, ihre braun gefärbten Blätter zu verlieren und es beim Spazierengehen manchmal raschelt wie im Herbst. Dabei ist erst August. Jetzt fiel endlich erlösender Regen, der zumindest wieder unsere Zisternen füllte, aber der die verdorrten Blätter in den Baumkronen nicht mehr grün färben kann.

Zu dicken, grauen Nebelschwaden voller Luftfeuchtigkeit passen Eintöpfe zeitlos gut. Dieser hier wurde dafür gedacht, um die schönste aller Bohnen, die coco rouge, darin zu baden. Ihr könnt aber ebenso auf andere, getrocknete Bohnenarten ausweichen.


Zutaten 2P:

150g Coco Rouge*
1 Stück Kombu-Alge 
3 Kartoffeln (m: Charlotte)
1 rote Paprika, geröstet, gehäutet*
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
100g Soja-Geschnetzeltes
150g Ofentomaten
1 EL Ajvar
1/2 TL Koriander, geschrotet
1/2 TL Kreuzkümmel 
1/2 TL Paprika-Pulver
1 Msp Pimenton de la verra
100ml Kokoscrème
etwas Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
Harissa
Balsamico-Reduktion
Olivenöl

Zubereitung:

Die Bohnen - falls bereits ganz getrocknet - am Abend zuvor in Wasser einweichen. Mit neuem Wasser aufsetzen und einem Stück Kombu-Alge gar kochen. Das dauert etwa 45min. Abschütten und etwas vom Kochwasser auffangen. Alge entsorgen.

Das Soja-Geschnetzelte mit der gleichen Menge kochendem Wasser übergießen und etwa 10 min ziehen lassen. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln. Die Paprika ebenfalls in in kleine Würfel schneiden.

Die Zwiebel in dem Olivenöl glasig dünsten, Knoblauch, Kreuzkümmel, Koriander, Paprika-Pulver und Pimenton zufügen und ebenfals kurz mitrösten. Die Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. In etwa 250ml Kochwasser der Bohnen etwas Gemüsebrühe zufügen (mit der Brühe steuert man die gewünschte Sämigkeit des Eintopfs - also dementsprechend später noch etwas Flüssigkeit zufügen oder zurückhalten). Paprika mitbraten. 

Nun Ofentomaten, Kokoscreme und Brühe anschütten, Ajvar, Soja-Hack, Bohnen und Kartoffeln untermischen und bei geschlossenem Deckel sanft köcheln lassen.

Abschmecken mit Balsamico-Reduktion und garnieren mit etwas Petersilie und Koriander.

*Anmerkung m: ich ziehe meine Paprika üblicherweise bereits geröstet und gehäutet aus dem Froster, weil ich beim Kochen mir diesen Arbeitsschritt gerne erspare. Zur besseren Bekömmlichkeit kann man die Paprika auch mit dem Sparschäler dünn von ihrer Haut befreien. 

Die Kombu-Alge in den Bohnen gibt man übrigens ebenfalls der besseren Verträglichkeit ins Kochwasser. Man kann die Coco-Rouge für diesen Eintopf auch durch andere getrocknete Bohnen austauschen - soweil weiße wie rote wie schwarze.

Da Petersilie derart viele gute Inhaltsstoffe besitzt, koche ich die Stängel von ihnen bei Möglichkeit stets mit - vor dem Servieren entferne ich sie dann wieder.

 

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