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Freidenker: Flognarde aux abricots et basilic

Montag, 28. Juli 2025

 

Was mich ebenfalls sehr an Cornelia Funke fasziniert hat (ich bin noch nicht durch), ist ihre Bereitwilligkeit ihr eigenes Denken grundsätzlich in Frage zu stellen. Dafür braucht es VIEL Selbstbewußtsein. Unser Denken ist unsere Existenz, die wir innerlich auf einen goldenen Sockel gestellt haben. Nichts, was sich einfach umwerfen lassen würde. Alles, was daran auch nur wackelt, bedroht diese Existenz. Also wird das tunlichst vermieden.

Nachdem ich nun 20 Jahre ausgewildert in Südfrankreich lebe, unzählige Stunden im Garten Unkraut rupfend, kann ich mir selbst ganz gut beim Denken zuhören. Keine Selbstverständlichkeit. Das ist wohl überhaupt der erste Schritt. Welche Gedanken gehen mir durch den Kopf, was beschäftigt mich, wessen Geistes Kind bin ich, was wiederholt sich... Anfangs mußte ich feststellen, dass ich oftmals gar keine Kontrolle über meine Gedanken hatte. Beispiel Ohrwurm. Da läuft in einem was auf Dauerschleife und man sagt sich genervt, ist gut jetzt. Um wenige Minuten später wieder den gleichen Gassenhauer innerlich zu summen...

Der nächste Schritt ist, in seinen Gedanken Auslese zu treffen wie beim Unkraut rupfen im Garten. Diesen Gedanken mag ich nicht. Der tut mir nicht gut, den will ich nicht. Ich hatte ja viel aufzuarbeiten, als ich hierher kam. Da war mir mein Habib, dieser Garten und dieser Ort mit seiner Weite und Ruhe Therapie. Jahrelang. Immernoch. Wunderbar geholfen hat mir beim *gelenkte Denken* (so nenne ich das einfach mal) gegen negative Gedanken ein Mantra zu setzen, ein kurzes Gebet. Beharrlichkeit wirkt Wunder. In allen Bereichen. Heute kann ich sogar zunehmend unterscheiden, ob ein Gedanke von mir kommt oder wie ein Geistesblitz in mich gelegt wurde - aber das hat gedauert...

Auch bin ich noch am Üben, wenn es darum geht, gedanklich bei einem Thema zu bleiben, ein Thema bis zum Ende durchzudenken, aus unterschiedlichen Richtungen anzusehen. Immer wieder hüpfen die Gedanke woanders hin (à la *Habe ich Butter schon auf die Einkaufsliste gesetzt) und wie oft muss ich - im besten Fall - eine Volte drehen, um wieder zurückzukehren und anzuknüpfen.

Mir ist sehr bewußt, wie wenig Menschen Raum und Zeit haben, so nach innen zu schauen und sich derart mit sich selbst zu beschäftigen können. Es ist ein Geschenk des Lebens, wenn das möglich ist. Gnade. Die meisten Menschen hetzen doch durch die Woche und Samstag und Sonntag versucht man Montag bis Freitag zu vergessen.

Der weit größere Schritt ist der, den Cornelia macht und sich kritisch überlegt, in welchen Mustern sie denkt. Das macht nur derjenige, der nach Freiheit strebt, echter innerlicher Freiheit. Cornelia überlegt, in wie weit ist mein Denken geprägt von meiner Erziehung, meiner Kultur, meinem Kontinent, meiner Zivilisation. Vielleicht unterliege ich mit meinem Denken immer noch dem Überlegenheitsgefühl der weißen Rasse, dem immateriellen Erbe des Kolonialismus. Als Anregung nimmt sie das Buch Sand-Talk von Tyson Yunkaporta, welches ihr sehr geholfen hat, die Perspektive zu wechseln. (ich freue mich auch schon auf das Lesen). Eurer Denken unterscheidet sich grundlegend von dem unseren, da euer Denken geprägt ist von zwei Illusionen, Geld und Zeit, zitiert Cornelia Yunkaporta aus diesem Buch.

Weil ja, streiche aus dem Denken der weißen Rasse Geld und Zeit samt der Leistungsidee, die daraus potenziert wurde. Was bleibt denn dann noch übrig? Kein Lebensbereich, der nicht davon touchiert würde, egal welcher Beruf, Profit, Marge, Versicherungswesen, Sport, Forschung....Wer kann sich überhaupt ein Denken vorstellen, aus dem diese zwei Komponenten - Zeit und Geld - herausgefiltert ist? Überall wirkt das verinnerlichtes Maß und Zahl-Prinzip. Wie Welt wahrnehmen und beurteilen ohne diese beiden Parameter? Es scheint nicht möglich für unsere Zivilisation. Man traut es sich in keinster Weise zu. Das ist doch riesig spannend, oder nicht?!



Naja, Flognarde klingt exotischer als es ist - im Prinzip reden wir eigentlich von einer Art Clafoutis. Nur wird klassischerweise der Clafoutis mit Kirschen zubereitet. Deshalb weicht man auf den Begriff Flognarde aus, den Fruchtauflauf. (Krass, findet ihr auch, WIE viel schicker sich alles immer auf französisch anhört!!). Und Clafoutis kennt meine Leserschaft: der unkomplizierte, französischen Pfannkuchen-Kuchen. Aber in einer sehr schönen Variante. Wieder etwas anders. Und wer Pfannkuchen liebt, wer Clafoutis liebt, und wer wie ich die Kombi aus Obst und Kräutern liebt, der wird auch diesem Flognarde verfallen...


Geschwister im Blog-Universum:


Zutaten - cm:

4 Eier
200ml Milch
150ml Sahne
80g Mehl (m: D630)
80g Rohrzucker
Vanillezucker
Butter
ca. 400g Aprikosen
Basilikum*


Zubereitung:

In einer Schüssel Mehl und Zucker vermischen. Die Eier zufügen, die Vanille (das Vanillemark) und mit einem Schneebesen gut vermengen

Nach und nach die Milch und die Sahne zufügen und klümpchenfrei unterrühren.

Die Aprikosen halbieren, entkernen und je nach Größe vierteln.

Die Kuchenform (m: moule à manque) buttern. Die Aprikosen in der Form verteilen und den fein geschnittenen Basilikum darüber streuen. Die Rührteigmischung vorsichtig einfüllen und die Form mindestens 20min im Kühlschrank ruhen lassen.

Bei 180° für ca. 35min im Ofen backen.

Schmeckt am besten gekühlt 

PS: Tolle Idee, Aprikose mit Basilikum zu kombinieren. Richtig toll etwa Zitronenbasilikum. Aber schmeckt ebenso mit Thymian oder Lavendel hervorragend!

Vermählung: Früchte-Nussknacker

Samstag, 23. Dezember 2023

 

Rückblickend schüttle ich über mich selbst den Kopf! Selbst als #Team Romantik der ersten Stunde (jaja, auch hier) war es doch sehr kindlich naiv, davon auszugehen dass alle Paare den gleichen Werdegang durchlaufen, ähnlich diesen Hüpfkästchen aus Straßenkreide, indem der Parcours klar vorgegeben ist: verliebt-verlobt-verheiratet. Heute fallen mir nicht mal eine handvoll Paare ein, die ich anschmachte ob des liebenswürdigen Umgangs miteinander. Eher im Gegenteil: in unseren Breitengraden scheint das mit der Paarbeziehung kaum einer hinzukriegen. Warum verlieren wir so schnell das Interesse aneinander, reden nicht mehr, suchen keinen Austausch?

Dabei wird derart Hosiana auf die freie Wahl der Liebe gesungen. Und? Im Ergebnis scheint das Modell wenig erfolgverprechend und eher ernüchternd. Zumal: so lange gibt es das freie Aufspielen in der Liebe noch nicht.

Schaue ich mir meine Familiengeschichte an, so paarte sich die Generation meiner Großeltern während dem Krieg. Ich kenne nur die weibliche Sicht, die Großväter lernte ich nie kennen. Die eine Oma schrieb mit zwei Soldaten, beide fielen. Später heiratete sie dann einen deutlich älteren Mann, an den sie nie ihr Herz verlor. Die andere Oma lernte ihren künftigen Mann ebenfalls als Soldaten kennen, schnelle Heirat, keine großen Gefühle ihrerseits, zudem ständig getrennt, in den kurzen Fronturlauben dann die schnelle Zeugung von Kindern und irgendwann, Jahre später, kehrte er zurück aus der Gefangenschaft, verdreckt, verlaust, verwanzt und traumatisiert. Romantik geht definitiv anders.

Die Elterngeneration, die mussten noch heiraten, um überhaupt das Elternhaus verlassen zu können. So wollte es die Zucht und Ordnung. Und ich hätte für mich die Hand nicht ins Feuer legen wollen, ob ich nicht genauso die erstbeste Möglichkeit ergriffen hätte, um dem Elend zu entkommen. In der Not frißt der Teufel Fliegen. Nur, das könnt ihr einer Fachkraft glauben: Liebesgeschichten beginnen anders.

Dann kam die Pille, die Wohngemeinschaften und nun ging der wilde Reigen erst richtig los. Mit der einhergehenden Ernüchterung in Folge der meine Generation recht bald feststellen mußte, dass Sex noch keine Liebe und dass der Glimmstängel der Leidenschaft schnell runtergeraucht ist.

Obwohl die Beziehungen nicht länger halten als früher, wird immer noch kräftig geheiratet - möglicherweise der Kinder wegen. Also Hochzeit ist überhaupt nicht meine Veranstaltung. Alleine diese unmöglichen Brautkleider-Sendungen, in denen die Mädels vor dem Spiegel stets totally ergriffen von sich selbst sind, wenn sie *ihr* Kleid gefunden haben, maximal egozentrisch, völlig selbstverliebt, ganz so als wollten sie sich selbst heiraten. Schlimm! (Wobei es diesen Firlefanz mit Selbst-Heirat ja sogar gibt - was soll man über die Verwirrtheit der Menschen noch sagen?). Für ein Kleid für einen einzigen Tag, für ein einziges Fest so viel Geld auf den Tisch zu legen - nee, sorry, verstehe ich nicht, das leuchtet mir nicht ein. Sowieso mal wieder ganz mit Goethe: *Man feiere nur, was glücklich vollendet ist; alle Zeremonien zum Anfang erschöpfen Lust und Kräfte, die das Streben hervor bringen und uns bei einer fortgesetzten Mühe beistehen sollen. Unter allen Festen ist das Hochzeitsfest das unschicklichste; keines sollte mehr in Stille, Demut und Hoffnung begangen werden als dieses.*

Ob die von Eltern eingefädelten Ehen zwingend schlechter sein müssen als die der freien Wahl? Diese Doku schaute ich mir an, in der u.a. eine arrangierte Hochzeit im Himalaya verfolgt wird: Becoming women in Zanskar (ca. min 40).  Die Eltern der Braut wählen für ihre Tochter einen Bräutigam, ganz so, wie es die Tradition will, ganz so wie sie verbunden wurden. Sie erzählen, die Zuneigung füreinander würde mit der Zeit schon wachsen, wenn man sieht mit wieviel Arbeit, Einsatz und Fleiß sich für die Familie engagiert wird - notwendigerweise in dieser rauhen Gegend, man braucht sich und ist aufeinander angewiesen. Aber was fließen bei allen die Tränen während der Vorbereitung auf die Brautentführung: ihr kleines Mädchen würde das Haus für immer verlassen. Da schniefe ich synchron mit - angefasst und ein wenig neidisch - weil diese offensichtliche Verbundenheit so rührt, weil die Familienbande derart außergewöhnlich innig sind. 

Da frage ich mich dann schon: wie beziehungsfähig sind wir eigentlich, wie liebesfähig - gerade wenn man den Vergleich so vor Augen gestellt bekommt. Tja, und bei der freien Partnerwahl kann man von Eigenverantwortung nicht frei gesprochen werden, schon Richtung: dir geschieht nach deinem Glauben. Wovon hast du denn geträumt? Wonach hast du denn gesucht? Denn mir fällt wenig ein, dass ähnlich entscheidend für die Vita ist, mit WEM man gemeinsam durchs Leben geht. Werte brauchen ein entsprechendes Gebenüber. 

Gute Gelegenheit mal wieder auf James French zu verweisen, der auf so phantastische Weise demonstriert, dass erst auf der Basis von Frieden, Vertrauen und Freiheit der Weg zueinander geöffnet ist. Und dass wir uns über das Gefühl verbinden und nicht über den Verstand, Intellekt, Worte oder andere Konstrukte. Dann, ja dann ist Beziehung der Paradeort, die beste aller Möglichkeiten um Werte erfahren, leben und üben zu können - in Ernsthaftigkeit, in Wahrhaftigkeit. Das Üben von Miteinander statt Gegeneinander, freiwillige Kooperation, fruchtbarer Austausch, gemeinsames Wachsen. Was wäre wünschenswerter für diesen Planeten und seine Lebewesen als das?!



Eine ganz klassische, kulinarische Vermählung zu Weihnachten sind Dörrfrüchte mit Nüssen. Diese Früchte-Nussknacker sind eine super Sache für alle Kurzentschlossenen noch auf den letzten Metern vor Weihnachten schnell  den Plätzchenteller mit Selbstgemachten zu füllen. Sie halten sich im Froster locker 3 Monate und im Kühlschrank mehrere Tage. Ich habe die Rollen einfach in der Tiefkühle gelassen und je nach Bedarf für uns Scheibchen abgeschnitten - selbst dann lassen sie sich direkt essen.


Zutaten - 2 Rollen/ca. 50 Stück:

100g Datteln
70g Dörr-Pflaumen
80g Dörr-Aprikosen
50g Rosinen
50g Dörr-Preiselbeeren
50g Kürbiskerne
75g Walnüsse, gehackt
75g ganze Mandeln, geröstet
40g Sesam (Teil davon für Deko)
20g Pinienkerne (m: Pistazien)

Zubereitung:

Datteln, Pflaumen, Rosinen, Aprikosen und Cranberries getrennt voneinander mit kaltem Wasser übergießen und etwa 15min ziehen lassen.

Walnüsse fein hacken. Ganze Mandeln in einer Pfanne ohne Fett rösten.

In einer Schüssel Walnüsse, Mandeln, Kürbiskerne, Sesam und Pinienkerne zusammenschütten. 

Auf einem Brett 2 Bahnen Klarsichtfolien vorbereiten.

Dörr-Früchte abgießen. Rosinen und Cranberries zu den Nüssen geben. Aprikosen klein schneiden. Datteln und Dörrpflaumen entkernen und in einem Mixer zu Mus pürieren. Nun alle Zutaten mit behandschuhten Hände gut vermengen.

Die Hälfte der Masse auf eine der Folien setzen, erst mit den Händen etwas länglich formen dann in der Folie rollen. Wenn die Rolle schön und fest geformt ist, wieder etwas aufwickeln und den Sesam vor und hinter die Rolle streuen und erneut rollen - auf diese Weise die Rolle im Sesam wälzen. Mit der 2. Hälfte genauso verfahren. Enden gut verknoten und Rollen für 2 Stunden in den Froster legen.

Dann mit einem scharfen Messer in gewünschte Stücke (m: ca. 1cm Breite) abschneiden.

Quelle: YT - fantastische Rezepte

 



  Ein harmonisches und friedliches Weihnachten euch!

*

    **** wieder mit Verweis auf die Weihnachtsbotschaft meines Habibs ****

 *

 

Wegweiser - das beste, vegane Aprikosen-Eis

Sonntag, 23. Juli 2023


Sagt mal: sind bei euch alle Wespen? Wo sind denn die Wespen alle hin? Letztes Jahr waren sie eine einzige Plage und überall hagelte es Tipps, wie man draußen dennoch in Ruhe Eis schlecken, Orangina trinken, Crêpes essen kann. Und jetzt?! Normalerweise LIEBEN die Wespen unser Treibhaus. Kaum hat der Habib, der unbeeindruckte Wespenjäger, eines entfernt, schon formiert sich ein Stückchen weiter ein neues. Und dieses Jahr sind sie auf einen Schlag verschwunden. Wespenleeres Treibhaus - das gabs noch nie! Setzen die für ein Jahr aus? Pausieren die? Oder sind die jetzt ausgestorben?

Ich habe schon verstanden, dass man sich heutzutage gegenseitig nichts mehr frägt. Dazu gibt es schließlich die Suchmaschine. Und das fiel mir erst so richtig auf, als ich dieses Jahr mit dem Habib ein paar Tage in Ulm verbrachte.

Während der Habib Siesta machte, wollte ich durch die Stadt mäandern. Nun kenne ich Ulm nicht, sondern war zum ersten Mal dort. Und: noch immer trage ich das Handy nicht mit mir spazieren. Für was? Öffentliche Telefonzellen mied ich früher ja auch (unvergessene Stinkbomben!). Außerdem habe ich einen Uralt-Prepaid-Vertrag ohne Roming, so dass ich das Handy eigentlich vor allem dann zücke, wenn ich mit Wlan verbunden bin. Halt nicht unterwegs.

Bref, ich hielt es während meines Ulmer Stadt-Bummels ganz oldschool: ich fragte mich durch. Und die Reaktionen... priceless. Da erst wurde mir so richtig bewußt, WIE weltabgewandt und hinterwäldlerisch wir doch in unserem Tal hinter den sieben Bergen leben. Vorneweg staunte ich, dass ALLE direkt das Handy zückten, wenn ich mich nach dem richtigen Weg erkundigte. Und zwar unabhängig davon, ob es sich um waschechte Ulmer handelte oder Stadtfremde wie mich (da hakte ich nach, das wollte ich dann genau wissen). Wie bizarr ich das fand! Alle schlugen Google-Maps auf. Dabei wäre ich sogar mit einer groben Richtung und einer ungefähren Angabe ganz zufrieden gewesen. Und ich finde, von einem Ortsansäßigen kann man erwarten, dass er das so hinkriegt. Aus sich heraus. Ganz ohne. Ein Mutter-Tochter-Gespann mit Hund kam richtig ins Stuzen ob meines Anliegens - nach dem Weg fragen, tsss, das macht man heute nicht mehr - , so dass die Mutter mich mit gerunzelter Stirn geringschätzend anschaute: *Ja, haben Sie denn kein Handy?* Als wäre ich entweder debil oder komplett mittellos. Oder beides. Auf der Sonnenseite dieser meiner Ulmer-Stadtumfragung ergab sich auf diese Weise aber der ein oder andere, freundliche Plausch über Ulm und das Leben...

Kurzum, ich habe meine Lektion gelernt: man wendet sich nicht mehr an Menschen mit seinen Fragen, sondern direkt an die Maschine. Nur kann die mir bei meiner Wespensuche nicht wirklich weiterhelfen: möglicherweise kommen die Wespen dieses Jahr mit Verspätung. Aber nichts Genaues weiß man nicht.  Wenn ihr also schlauer seid: bitte raus damit!

 


Es gab hier schon lange kein Eis mehr, oder?! Ein veganes Eis aus drei Zutaten als Grundlage... das klingt erstmal zu einfach, um etwas Besonderes zu sein. Oder um überhaupt ganz prinzipiell überzeugen zu können. Falsch. Ganz falsch. Mich hat dieses Eis, für das noch nicht einmal eine Eismaschine nötig ist, völlig eingenommen. Tatsächlich dient es den Aprikosen als hervorragende Basis, um zur Geltung zu kommen. Was mich echt überrascht hat. Die Kokosnote schmeckt man nur dezent, die Datteln gar nicht hervor. Bien sûr sollte man hierfür - gerade ob der überschaubaren Zutatenliste - wirklich gute Produkte verwenden. Keine zitronigen sondern vollreife, süße Aprikosen, keine ausgetrockneten sondern saftige Datteln, keine Emulgator-Kokosmilch sondern gerne eine mit mehr Kokoscreme als -wasser. 

Wer dennoch irgendwie einen Extra-Dreh benötigt, dem empfehle ich entweder Zitronenthymian oder etwas Verveine zuzufügen. Herrlich exotisch macht sich auch der Abrieb einer halben Combava (Kaffirlimette) in dem Aprikosen-Eis , aber dafür fehlt es Deutschland vermutlich an der entsprechenden Kolonie im Indischen Ozean...  So oder so: große Empfehlung.


Geschwister im Blog-Universum:

    **** Hannahs Snickers-Eis 2.0


 Zutaten:

400ml Kokosmilch
100ml Wasser
80g Datteln
250g Aprikosen
(optional: einige Zweige Zitronen-Thymian oder Verveine/ 1/2  Comabava Abrieb davon)

 

Zubereitung:

Datteln mit Kokosmilch und Wasser fein pürieren (m: gemacht in hohem Gefäß und Standmixer = Zauberstab). Dann den Mix auf 2 Eiswürfel-Behälter verteilt und in den Froster verfrachtet. Mindestens 6 Stunden gefrieren lassen. Den Rest abgedeckt im Gefäß gelassen und in den Kühlschrank gestellt.

Nun - nach den 6 Stunden (m: länger, über Nacht) - zuerst die Aprikosen fein püriert - wer mag: zusammen mit den Kräutern - und zur Seite stellen. Nun nacheinander (m: 3 Stück-weise) die Eis-Eiswürfel mit dem Standmixer im Rest püriert. Kokos-Dattel-Masse mit Aprikosenmasse verquirlen und in einem Plastik-Behälter für weitere 4-5 Stunden ins Eisfach stellen.

 

Anmerkung m: wer sich für das Aprikosen-Eis-Plus entscheidet - mit Zitronenthymian, Verveine oder Keffirlimette - sollte darauf achten, dass diese Zugabe wirklich allerfeinst zerkleinert wurde. Sonst wird später das Schleck-Erlebnis gestört! In der Eismaschine erhält das Eis bestimmt etwas kleinere Eiskristalle, aber das Ergebnis von Hand ist ebenfalls völlig zufriedenstellend.

Inspiration: Stern

 

Holzbiene im Passionsblumenrausch

EDIT 8.August: vermelde das erste Wesepnnest im Treibhaus dieses Jahr!

Alltagsfreuden: fruchtiger Lavendel-Sandkuchen

Donnerstag, 6. Juli 2023


Was habe ich mich über das Füllhorn an Kommentaren zu meinem 12. Blog-Geburtstag gefreut! Das kam so völlig unerwartet, denn eigentlich habe ich mich ja eingerichtet, dass ich in die uferlose Matrix ausatme... und kein Echo höre. Aber WIE viel schöner ist es, ein Feedback zu erhalten !!! Vielen Dank nochmals für die Blumen! Jetzt bin ich versaut, jetzt hätte ich das gerne öfters... ein kurzes Innehalten von euch, um mir zwei-drei Worte zu hinterlassen, ein Zurückwink-Zeichen, ein *ich-fühle, was-du-meinst*,  ein *Ich-hab-den-Ball-gefangen*, ein *Hier-bin-ich-wieder-und-lese-mit*, ein kleines *lecker*... es muß nicht viel sein, aber das hilft mir doch sehr, mich mit Lust an die Tastatur zu setzen!

*Alltagsfreuden* war ein Feedback, das ich herausgreife, weil es SO ein schönes Wort ist. Ich bin ja ein überzeugter Verfechter, sich das alltägliche Leben so bewußt schön zu gestalten, wie es nur geht - zwischen allen Pflichten und Zwängen.

Da habe ich es bestimmt mit meinem sehr freiheitlichen Leben etwas leichter, weil morgens hier nicht der Wecker klingelt. Und freiwillig vor 6 Uhr (im Sommer ;) aufzustehen, ist wieder eine ganz andere Kiste, als das zu müssen. Tatsächlich - unabhängig davon, dass ich bei den Foodblogs mitmischle - halte ich das Essen für eine ganz wichtige Alltagsfreude. Das erste, große Glas Quellwasser aus der Leitung trinke ich mit Genuß, ebenso wie unseren morgendlichen Tee aus gesammelten Kräutern, das herrliche Obst im Porridge... nun, ich muss nicht alles minutiös aufzählen... ihr wißt, was hier gegessen wird. Aber ja, genau deshalb koche und backe ich regelmäßig: weil es den Alltag entschieden verschönert.

Heutzutage halten sich ja viele an das Außergewöhnliche (eben fernab vom Alltäglichen), es muss *sensationell* sein, *legendär*, *noch-nie-dagewesen*, *galaktisch*, *spektakulär*... Das kann man als Überflieger ja alles mal machen - aber doch nicht ständig. Sonst droht nämlich die Gefahr, dass man abstumpft und taub wird für die kleinen Alltagsfreuden. Und dann haben wir den Salat - dann nimmt man sich *le top du top*: die Spitzen im Kleinen!

Ich habe in mir viel Bewahrendes, Erhaltendes, schätze eine gewisse Beständigkeit in den Unruhen des Lebens, die einen eh hin-und herschaukeln. Wenn ich etwas *gut* finde, dann bleibe ich dabei. Der Habib belächelt mich manchmal, wie beharrlich ich stets zu meinen gleichen Ständen auf dem Markt tigere. Aber wenn ich gut behandelt werde, die Ware gut ist... echt, warum sollte ich mich anderweitig umschauen? Nach *noch besser*? Gut reicht mir völlig, mit gut bin ich zufrieden.

 


Zu meinen Alltagsfreuden zählt als Landmädchen eindeutig auch das Draußensein in der Natur. Nachts mit offenem Fenster schlafen, morgens die Türen zum Garten weit aufmachen, barfuß laufen, die Wäsche in der Sonne trocknen, Wildkräuter suchen... Ich glaube, bei Insta ist das mein häufigster Hashtag #draußenistschöner. Das Sammeln der kleinen Walderdbeeren ist zwar ein Unterfangen, bei dem man artig gebückt am Waldboden kraucht - ich empfand es keine Sekunde als mühselig. Die Blätter rascheln, der Waldboden duftet... das Leben ist gut. Und Walderdbeeren sind köstlich.

Die Blondies von letztem Jahr zum 11. Bloggeburtstag habe ich direkt mit der ersten Beute nachgebacken. Mit einem Teil des nächsten Jagdgutes habe ich den bewährten und geschätzten  Apfel-Sandkuchen nach Lafer umgemodelt und als Basis verwendet. Wer keine Walderdbeeren hat, nimmt hierfür normale Erdbeeren. Oder Himbeeren. Oder Aprikosen. Oder Pfirsische. Oder Pflaumen... Ich finde, dass zu dem Sommerobst ganz wunderbar Kräuter wie Thymian, Lavendel oder Rosmarin passen. Das ist hier in Südfrankreich regelrecht eine Passion geworden, keine Gelegenheit zu verpassen, sie in süßem Gebäck zu verstecken! Und ausnahmslose alle - inklusive Skeptiker - mochten das Geschmackserlebnis gerne. Jawohl!

 

Zutaten - Springform Ø 20cm/ Brownieform 28x18cm:

Mürbeteig:
80g Butter, weich
30g Rohrzucker (zu Staubzucker gemahlen)
1 kleine Tonka-Bohne
150g Weizenmehl (m: 100g 630/ 50g Einkorn-VK)

Sandmasse:
2 Eier
Prise Salz
150g Butter, weich
120g Rohrzucker (m: mit Vanille)
 2 TL Thymian, getrocknet
2 EL Lavendelblätter
130g Weizenmehl (m: D630)
1 TL Backpulver (m: Weinstein)
50g Mandelblättchen, geröstet, gehackt

Belag:
200g Walderdbeeren
oder 250-300g Himbeeren

Zubereitung:


Den Backofen auf 180°C Ober-Unterhitze (160°C Umluft) vorheizen und eine Springform Ø 20cm oder eine Brownieform mit Backpapier auslegen.

Für den Mürbeteig Butter, Puderzucker, Gewürze und Mehl mit dem Knethaken oder per Hand zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig in die Form geben und mit einem Löffel oder der Hand gleichmässig verteilen und glatt streichen. Die Form in den Kühlschrank geben.

Nun die Äpfel schälen, viertel, das Kerngehäuse entfernen. Die Oberseite mehrmals mit einem Messer fein einschneiden.

Für den Sandkuchen die Eier trennen. Das Eiweiß mit einer Prise Salz aufschlagen, zur Seite stellen. Die Butter mit dem Zucker schaumig schlagen, dann die Eigelbe nacheinander unterrühren. Ebenso die feingehackten Kräuter. Mehl und Backpulver vermengen und auf die Masse sieben und zusammen mit den feingehackten Mandeln unterrühren. Nun ein Drittel des Eischnees per Hand unterrühren, den Rest vorsichtig unterheben. Die Form aus dem Kühlschrank holen und die Sandmasse auf dem Mürbeteigboden verteilen.

Die Früchte gleichmässig auf der Sandmasse verteilen und leicht andrücken. Wer größere Früchte nimmt wie Pfirsiche/ Aprikosen/ Plfuamen.. kann noch etwa 25g Butter für den Belag zerlassen und die halbierten Früchte damit bepinseln. Zucker über dem Kuchen verstreuen, optional auch ein paar Mandelblättchen.

Den Kuchen im Ofen für etwa 45 min. backen, bis er goldbraun ist, Stäbchenprobe machen. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und dann aus der Form holen. Auf einem Gitter komplett auskühlen lassen.

Anmerkung m: anstelle der Walderdbeeren kann man 4-5 Pfirsiche verwenden (die ich mit der Schale nach unten in die Sandmasse setzen würde), 5-6 Aprikosen, 250g Himbeeren, Pflaumen... wird alles gut schmecken!


Kanonengeschosse: Mirabellen-Tarte mit Mandeln, Rosmarin und Lavendel

Freitag, 7. August 2020


Wenn die Smaragdeidechsen die Gartenpfade mit der Schnelligkeit von kleinen Kanonengeschossen kreuzen, dann ist definitiv zu heiß, um umständlich und ausschweifend aus dem Leben zu erzählen. Verstehe deinen Garten - gewachsene Philosophie Teil 2... oder so. Tiefgründige Gedanken kann man sich ein anderes Mal wieder machen. Jetzt darf der Stumpfsinn wie eine Schaumkrone oben auf den Wellen schwimmen.

Dösig der Sonne das Zepter nicht streitig machen - so kommen wir ganz gut über diese Hitzeperiode, die dadurch ungewöhnlich ist, dass die Nächte bis jetzt schön erfrischend um gut und gerne zwanzig Grad abkühlen. Soll heißen: schlafen können wir gut und lang... und dösen dann tagsüber trotzdem vor uns hin... Wenn es jetzt noch ab und zu regnen würde - aber das hatten wir schon...
 
Gebacken habe ich dennoch - hauptsächlich für unsere Feriengäste, um ihnen den Urlaub etwas zu versüßen. Man tut, was man kann. Belohnt wurde ich mit der überschwenglichen Auszeichnung *bombastisch* (habt ihr da auch wieder direkt einen Ohrwurm im Kopf?...*mmhh Mister Lover Lover...*). Das Fränzi-Umfeld hingegen wieß mich auf folgende chansons hin: *L'été s'ra chaud* und *Il faut trop beau pour travailler* - kennt man, wenn man hier geboren ist - aber um die richtig supi zu finden, muss man womöglich selbst Temperatur haben...

Ohne frische Kräuter kann und will ich nicht kochen. Eine große, kulinarische Liebe von mir ist die Parung von Kräutern der Provence mit Süßem. Ebenso wie zu Aprikosen, Pfirsichen, Feigen oder Brombeeren machen sich auch hierzu Rosmarin und Lavendel besonders gut (ich erinnere an diese Kuchen oderoder...) Und weil die Tarte schon so gut funktionierte, wurde eine sehr ähnliche gestern wieder gebacken, die ich euch einfach in Kürze hinterher schiebe... Ach, und zum Thema *Mirabellentarte* setze ich noch diesen Link - kann bestimmt nix schaden!
 
Zutaten - Tarteform 26cm:

200g Mehl (m:D630)
80g Butter
1 Ei (m: 1 EL Crème fraîche und etwas kaltes Wasser)*
Abrieb einer 1/2 Tonkabohne
50g Rohrzucker
1/2 TL Salz

110 Butter, weich
110g Mandeln, geröstet, gemahlen
20g Mehl (m: Einkorn)
50g Rohrzucker*
einige Tropfen Bittermandel-Aroma
2 Eier
1 EL Rosmarin, gehackt
1 EL Lavendel, gehackt

600g Mirabellen, entsteint
 
Zubereitung:
 
Die erstgenannten Zutaten für den Boden zügig  zu einem homogenen Teig kneten. In Folie wickeln und eine halbe Stunde kalt stellen.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und damit eine Tarteform von 26 cm Durchmesser auslegen. Mit einer Gabel mehrfach einsteichen. Wiederum in eine große Tüte packen und eine halbe Stunde in den Tiefkühler stellen.

Inzwischen für den Belag Butter, Zucker und Bittermandel-Aroma schaumig rühren. Mandeln und Mehl untermischen. Die Eier beifügen sowie 1 EL der gehackten Kräuter und alles gut verrühren. 

Ofen auf 200°C vorheizen.

Die Mirabellen halbieren und entsteinen.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen. Die Mandelmasse auf dem Teig ausstreichen und mit den Mirabellen belegen und mit 1 EL gehackten Kräuter bestreuen.

Die Tarte auf der untersten Schiene  ca. 45 Minuten backen - wenn sie zu dunkel wird vorher abdecken. Auskühlen lassen. 

*Anmerkung m: Den Tartebodenteig ohne Ei zu machen, ist etwas für Fortgeschrittenen - allen anderen würde ich zur Verwendung dazu raten. Ich verzichte deshalb gerne darauf, weil der Boden dann einfach knuspriger wird - er ist aber auch deutlich schwieriger zu handhaben und auszurollen.

Die Zuckermenge kommt auf die Süße der Mirabellen an - wenn sie weniger sonnengeküßt sind, dann kann man etwas zusätzlichen Zucker über die Mirabellen streuen vor dem Backen. Oder - in die andere Richtung - sogar noch etwas Zucker rauskürzen. Unsere Mirabellen waren nämlich sehr süß


Base-Jumper: die Tarte für alle Fälle

Sonntag, 7. Juli 2019


Die Überschrift klingt zweideutig fies, oder? Nun, Extremsport und ich.... das gibt kein Match. Ich verstehe die Kameraden einfach nicht. Ich kann's nicht nachvollziehen. Für mich sind das Gefühlskrüppel, die den ultimativen Adrenalinkick brauchen, um überhaupt noch etwas zu spüren. Tote Hose total... innerlich. Man muss alles, was man hat, in die Waagschale legen - bref: das eigene Leben - damit es irgendwo noch ein wenig kitzelt. Nicht wirklich die Type, auf die ich abfahre. In diesem Interview mit einem Ex-Jumper kann man gut nachlesen, dass da eindeutig emotional ordentlich was hakt - daraus resultiert dann ein Suchtverhalten...

Und diesem Draufgängertum für ein Stück Fame auf den Social Media kann ich sowieso nichts abgewinnen. Was soll das? Man kann wohl auch mit einer anderen Haltung an ein solches Hobby rangehen (Pauschalurteile funktionieren halt nie): das zeigt die verunglückte Susanne - an der Gefahr ändert das nichts. Tja, aber echt jetzt? Für Sport, Fun, Rausch oder Adrenalin soviel Risiko eingehen? Das steht dann dafür, wenn man daran krepiert?

Also wenn das eigene Leben schon aufs Spiel setzen (was ich absichtlich - wie ja nun ausgeführt - sowieso für äußerst fragwürdig halte - das Leben ist schließlich lebensgefährlich genug - aber halt *wenn*), dann schon eher aus tiefster Neugier. Genauer gesagt, wenn alles auf Rot sezten, dann für die Ultima-Ratio-Frage schlechthin: *Was kommt nach dem Tod*. Eine Frage, die sich unter anderem die Logen gestellt haben. So soll einst unter den Freimaurern ein Einweihungsriten vollzogen worden sein (Goethe wird dies nachgesagt), bei denen man bei lebendigem Leib begraben wurde. Entweder man ging dabei drauf, oder wurde verrückt oder es ging einem ein Licht auf. Viel mehr Möglichkeiten gab es nicht. Waghalsig. Sehr waghalsig. Aber die Motivation leuchtet mir mehr ein.

Womit wir bei einem Pudelskern gelandet wären (s. wie weiter oben bei Susanne): die Motivation. Was treibt wen zu was?! Bon, auch dem Habib mit seinen vielen Wüstendurchquerungen (ohne Piste, ohne GPS) wurde gerne nachgesagt, dass man die Gefahr ja nicht extra suchen muss - ein solcher darf sich dann nicht wundern, wenn er darin untergeht. Der pure Leichtsinn also, wer das Glück so herausfordert.

Ja, tatsächlich spielen bei Gelingen oder Misslingen solcher *hochkarätiger Unternehmungen* definitiv mehrere Faktoren mit. Ein günstiger Moment. Gute Vorbereitung. Gottesfurcht. Gesunde Selbsteinschätzung... Alles kein Garant. Aber eine super Gelegenheit, mal wieder einen Liebling unter meinen Kalendersprüchen abzusetzen: *Mut besteht nicht darin, die Gefahr blind zu übersehen, sondern sehend zu überwinden.* Ja, Baby! Überwindung und Bewußtsein. Immer gute Stichwörter!

 
Als echter Garant für eine Basic-Tarte stellte sich dieses Modell heraus. Kardamom scheint mir ein Schätzchen zu sein, bei der alle *Hurra* rufen. Und welches immernoch ein leichtes Erstaunen in unseren Breitengraten hervorruft (ohhh,  ist da Kardamom drinne?) - was heutzutage in unserer abgebrühten *Habe-schon-alles-gesehen-und-alles-erlebt-Gesellschaft* SEHR viel ist. Auch die leicht marzipanige Mandelcrème finde ich ganz ausgezeichnet - ebenfalls zu sämtlichem Obst. Für mich sosehr ein Keeper wie ein echter Allrounder, diese Tarte! Und die Aprikose als Tartebelag fasziniert mich eh: egal ob Thymian, Rosmarin oder Lavendel - zu Aprikose gesellen sich alle herbes de provence gerne!
 
Zutaten - 1 Tarte:

240g Mehl*
120g Butter
30g Rohrzucker
1 Ei
wenig kaltes Wasser
(je nach Wunsch/ Obst:
Tonkabohnen-Abrieb
Limettenschalen-Abrieb
Vanille...)*

140g gemahlene Mandeln*
80g Butter, weich
75g Rohrzucker*
2 Eier
7 grüne Kardamomkapseln*

+/-500g Obst (entsteinte Kirschen, Aprikosen...)
 


Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Tarteboden einen homogenen Teig kneten und mindestens 1 Stunde kühl stellen. Tarteform buttern, Teig auswellen, Tarteform mit einem Rand auskleiden, mit einer Gabel mehrfach einstechen, in eine Tüte packen und etwa 30min in die Tiefkühle stellen (m: gerne über Nacht)

Ofen auf 200° (Umluft) vorheizen. Tarteboden mit Backpapier auskleiden und mit Hülsenfrüchte beschweren und 10 min in den Ofen schieben. Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen und bei 190° weitere 10min backen.

Währenddessen die Kardamomkapseln öffnen, die schwarzen Kerne daraus entfernen und mit 1 EL Zucker fein mörsern. Eier, Mandeln, Butter, Zucker und Kardamom mit Hilfe eines Handrührers verrühren (braucht nicht weiter ausführlich sein), die Crème auf dem Boden verstreichen, das entkernte/ entsteinte/ vorbereitete Obst darauf verteilen und für weitere 30min bei 180° backen. Abkühlen lassen und dann: genießen.

Anmerkung m: Je nach Obstsorte kann man den Tarteboden parfümieren (bei Kirschen nahm ich Limette, bei Aprikose Tonka... als Bsp)/ eine weitere dicke Empfehlung: ruhig mal anteilig oder ganz Vollkornmehl verwenden. 

Für die Crème finde ich ungeschälte, gemahlene Mandeln (im Vergleich mit den geschälten) die bessere Wahl. Zuckermäuler können den Zucker auf 100g erhöhen. Für die Aprikosen-Tarte nahm ich zusätzlich 1 EL fein geschnittene Lavendelblätter. Außerdem gab ich noch 1 EL Amaretto dazu - optional, versteht sich! Obst kann man mengenmäßig dem anpassen, was man hat - die Tarte verträgt mehr oder weniger Obst gut. Ach und: am nächsten Tag, wenn die Gewürze durchgezogen sind und die Tarte gut gekühlt ist, entwickelt sie erst richtig ihren Reiz!



Geschwister im hauseigenen Blog-Universum (u.a.):






Jamais deux: Kürbis-Serviettenknödel

Sonntag, 21. Oktober 2018


Über unseren Mechaniker lasse ich nichts kommen. Im französischen Outback ist eine gute Werkstatt fast ebenso wichtig wie ein fähiger Hausarzt. Ohne Auto ist man im wilden Frankreich völlig aufgeschmissen. Ja, eigentlich braucht man zwei Autos, sollte eines mal ausfallen. So siehts aus.

Unser Garagiste ist ein richtiger Old-School-Schrauber, einer, der einem zur Begrüßung den Ellenbogen hinhält, weil die Hände stets schwarz verfärbt sind, in dessen Werkstatt - wie meine Großmutter so hübsch zu sagen pflegte -  sieben Katzen keine Maus finden würden, der aber selbst das klapprigste Vehikel wieder zum Laufen bringt. Bref: einen Mann, den man brauchen kann.

In kurzem Abstand standen wir nun vor seiner Tür. Der Habib lachte und meinte, tja, erst sieht man sich monatelang gar nicht und dann in kürzester Zeit gleich zwei Mal hintereinander - immer mit einem Reifen unterm Arm, der Luft verliert. Verschmitzt antwortete Monsieur A. mit einem tiefgründigen Schnauber, ben, c'est la série de loi, jamais deux toujours trois!

Wir staunten ihn mit offenem Mund an. Wohl kannten wir den Spruch *Was ein Mal passiert, kann auch ein zweites Mal passieren. Was aber zwei Mal passieren, WIRD ein drittes Mal passieren.* In Frankreich war er uns seither noch nicht begegnet. Im Netz machte ich mich sofort an eine kleine Recherche und stieß auf diese Seite:  jamais deux sans trois. Da schau' her: diese Redewendung gibt es weltweit!

Was eine schöne Gemengelage, in der die Phänomenologie der Erfahrung auf fehlende, wissenschaftliche Beweise stößt. Und nun? Wie bewerten? Handelt es sich hierbei um eine globale Einbildung? Verblendung mit enormem territorialem Ausmaß? 

Eindeutig liegt für eine solche Triple-Serie von gleichen Ereignissen keine wissenschaftliche Absicherung inklusive methodischer Erhebung vor. Reicht dann die Überprüfbarkeit durch eigenes Erleben? Ganz vom Tisch kann man eine derart gängiges Sprichwort wohl nicht wischen, aber mit welchen Normen, Tests und Gutachten will man den Wahrheitsgehalt eines solche Redewendung absichern? Sollte es soetwas wie ein geistiges Gesetze geben, müsste es derer dann nicht noch viel mehr geben? Muß man - weitergedacht - also von einer ganz großen Ordnung ausgehen oder ist am Schluß doch alles nur Willkür? Hach, es ist schwierig mit der Wahrheitsfindung... vorallem, wenn man mit Werkzeugen für Maß und Zahl versucht an Qualität zu schrauben.

Nachdem sich rausstellte, dass es sich bei dem Kürbisknödel-Wunsch nicht um eine kartoffelige sondern eine brotlastige Version handelte, machte ich mich umgehend ans Werk. Nicht rund geformt, sondern als Serviettenknödel - damit kenne ich mich schließlich aus. Sowieso schmecken diese Knödel in Scheiben geschnitten und von beiden Seiten angebraten am allerbesten! Ist mir ausgesprochen gut gelungen, der Kürbis-Serviettenknödel, nicht zu fest, nicht zu weich mit schöner Kürbisnote - die kommen in meinen Standart! 


Zutaten

250g Baguette, klein gewürfelt
250g Kürbis (m: Butternut)
2 Eier
160ml Milch
Salz, Pfeffer
1/4 TL Kurkuma
1 Schalotte
2 EL Petersilie, fein gehackt
1 Stück Butter, walnussgroß
Butterschmalz, einige Blätter Salbei

1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
150g Spitzkohl
200g Kürbis (m: Butternut)
200g Mangold
1 Schuß Rotwein
1 Pr Zucker
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1 EL Crème fraîche
Olivenöl/ Butterschmalz

Zubereitung:

Schalotte fein würfeln. In Butter glasig dünsten - kurz vor Ende die fein gehackte Petersilie zufügen. In die Schüssel mit dem gewürfelten Baguette geben. Eier verquirlen.

Butternut schälen, in ca. 0,5-1cm große Würfel schneiden und in 2-3 EL Gemüsebrühe weichkochen - gen Ende sollte der Kürbis leicht anhängen ohne Farbe anzunehmen, die Flüssigkeit sollte gut verdampft sein. Den Kürbis nicht zerdrücken, sondern einfach die Milch dazu schütten samt Kurkuma und aufkochen lassen. Mischung über das Baguette geben, mischen, zufügen und ebenfalls untermischen - am besten mit Hilfe eines Löffels ohne die Masse zu sehr zu zermatschen. Ca. 15min ziehen lassen.

2 Bahnen vorbereiten von je einer großen Alufolie über die Klarsichtfolie gebreitet ist. Die Hälfte der Masse auf die Klarsichtfolie geben und zu einer Rolle formen. Enden zuzwirbeln wie ein Bonbon. Mit der Alufolie zusätzlich umwickeln. (Anstelle der Kombi Folie-Alu geht natürlich das klassische feuchte - allerdings gut ausgewrungene Geschirrtuch -hier müssen die Enden mit Küchengarn zusätzlich geschlossen werden/ zum Einfrieren ist ersteres aber idealer).

In einen großen Topf (m: Bräter) reichlich Wasser zum Kochen bringen, die Rollen hineinlegen und in dem leicht siedenden Wasser 30min (gut) köcheln lassen. Abkühlen lassen, in 1cm-breite Scheiben schneiden und in einer Pfanne in etwas Butterschmalz zusammen mit einigen Blättern Salbei goldbraun braten.

Die rote Zwiebel sowie den Knoblauch fein hacken. Mangoldgrün von Stielen trennen - Stiele je nach Größe von Fäden befreien. Spitzkohl ebenso wie Mangoldgrün in dünne Streifen schneiden, die Stiele fein würfeln. Kürbis zu kleinen Würfeln von ca. 1cm schneiden. 

Zwiebeln mit Knoblauch und Mangoldstielen in Olivenöl anbraten. Spitzkohl und Kürbiswürfel zufügen, kurz mitbraten, dann Ofentomaten und den Schuß Rotwein anschütten, Deckel auflegen und bei kleiner Flamme ca. 10 min köcheln lassen. Würzen mit Salz, Pfeffer, Zucker und Piment. Mangoldgrün untermischen und weitere 3-4min köcheln lassen - je nach gewünschter Konsistenz noch etwas Gemüsebrühe zugeben. Die Crème einrühren und nochmals abschmecken. Zusammen mit den Serviettenknödel servieren.


WG-Eis... oder so

Donnerstag, 26. Juli 2018


Hätte ich ein Kind haben wollen, dann hätte ich mir alle Daumen gedrückt, dass mir ein solches wie der Sohn von Ute und Achim zugeteilt wird. Eines, das mit roten Backen zuhört, wenn etwas erklärt wird oder sich mit großer Begeisterung auf die Vogelwelt stürzt und Fragen über Fragen hat... Ich bin eindeutig verknallt.

In Beschäftigung mit ihrem Buch habe ich mich quer auf dem Insta-Kanal von *Nordisch Roh* durchgeklickt - etwas was ich äußerst selten mache (bekanntermaßen bin ich auf den Social-Media-Kanälen nicht aktiv). Das konnte meine Faszination für das Leben der beiden als Kleinfamilie nur verstärken. Gerade erst gaben sie ihre wunderhübsche Dorfschule auf, um sich ins Abenteuer Leben zu stürzen auf der Suche nach gemeinschaftlichem Leben mit anderen. Mir wurde dabei bewußt, dass ich als Kinderlose mit dem Thema *Zukunft* anders umgehe. Mit Kindern streckt man seine Fühler zu einer weiterreichenden Horizontlinie, sucht Perspektiven ganz anderer Art. Nicht alle, bien sûr, aber manche...

Der Habib und ich haben uns friedlich, natürlich und zurückgezogen eingerichtet und solange wir zwei miteinander so gut sind, gibt es keinerlei Gründe, irgendetwas ändern zu wollen... bis ans Ende unserer Tage quasi. Obwohl wir durchaus - und zwar bishin zu sehr konkreten Überlegungen - den Gedanken durchgespielt hatten, eine Lebensgemeinschaft zu gründen.

Wie schnell man an den Rande einer Gesellschaft gedrückt wird, ist mir klar geworden, seit ich keinen Alkohol mehr trinke - wohl bemerkt weder aus Gründen der AA, einer Schwangerschaft oder Medikamenteneinnahme sondern rein aus der konsequenten Entscheidung heraus, ohne Rauschmittel durchs Jetzt und Hier tingeln zu wollen (den Artikel dazu schiebe ich schon so lange - zu gut weiß ich, dass ich mir damit genau zero Sympathiepunkte einfange...). Hinzu kommt unsere Hinwendung zur Homöopathie, die mit einer eigenen Art des Denkens einher geht - aber deshalb noch lange nicht zu einem Schulterschluß mit anderen Homöopathen führt, denn darunter gibt es (leider) entschieden zu viel Scharlatanarie, Halbwissen und Wichtigtuer! Und dann kommt noch unser unübersehbarer Altersunterschied und unsere vielen Auslandsaufenthalte. Bißchen viel *unkonventionell* was wir anderen zumuten... iss klar.

Fakt ist, dass wir mittlerweile unser ganz eigenes Modell von Lebensvorstellung verwirklichen konnten,  was ich für einen großen Segen halte. *Distanz schafft klare Gedanken* heißt es und ich möchte behaupten, die haben wir sowohl zu Gesellschaft, Kultur und dem Zeitgeist. Selbstgewählt und eben als Außenseiter. Dabei wird Systemkritik leichter und scheint gar notwendig. Kapitalismus, Materialismus und Stress sind (für mich) keine guten Ingredienzien für ein anständiges Leben. Das aber gibt der Mainstream so vor. Im übrigen - das wollte ich schon immer mal loswerden - gibt es überall Spinner, Extremos und Orthodoxe - themen-, alter-, herkunftsunabhängig. Aber finden sich die meisten Radikalen nicht gerade in der Mitte des Mainstreams, weil sie sich im ganz großen Maßstab bestätigt fühlen? Eine Randgruppe braucht vorneweg Toleranz - die weiß, dass sie nur eine Minderheit ausmacht...

Nun, wir sind weiterhin überzeugt, dass eine Lebensgemeinschaft eine gute Möglichkeit ist, nach selbstgewählten Werten zu leben. Und vielleicht wird eine solche Nische sogar die einzige Alternative, sich in Zukunft den Vorgaben der Masse entgegen zu stellen. Ein Verbund mit anderen bringt viele Vorteile mit sich, von denen man als Einzelkämpfer nur träumen kann. Allerdings bleibt es eine große Herausforderung - und das meine ich nicht nur mit meinen Jahren WG-Erfahrung im Nacken. Es braucht eine Vision und die richtigen Menschen dafür... Ute und Achim haben viel in die Waagschale geworfen und ich wünsche ihnen nicht nur das Beste - ich bin sehr gespannt, wie ihr Weg weitergeht. Vielleicht begegnen wir uns ja mal...

Und nun noch ein paar Zeilen zum Rezept - obwohl man dem Eis ja bereits ansieht, dass es super schmeckt. Ich habe hierfür zwei Rezepte zusammengesetzt: *das Vanille-Eis* und *das Erdbeer-Vanille-Eis am Stiel*. Den Mixer habe ich nach Zubereitung für das Vanille-Eis genauso ausgeschleckt wie die Kinder auf dem kürzlich verlinkten Bild. *Probier' mal*, bin ich damit (brav teilend) zum Habib, *schmeckt das nicht köstlich?!*



Zutaten - 8 Eis à ca. 80ml Füllmenge (zwei 4er Eis-am-Stiel-Formen):

2 kleine, reife Bananen*
(ca. 250g mit Schale)
200g Aprikosen
200g Erdbeeren
200g Cashew-Kerne, 2 Stunden eingeweicht*
30g Ahornsirup
(plus 1 EL)
Vanille-Pulver
(m: noch aus Madagaskar)

Zubereitung:

Die Cashew mit der Vanille und 30g Ahornsirup pürieren. Früchte vorbereiten (entstrunken, entsteinen). Je kleingeschnittenen Erdbeeren und kleingeschnittene Aprikosen mit jeweils 2 TL von dem Cashew-Mus pürieren. Die Aprikosen brauchten bei mir noch etwas Süße - ihnen fügte ich den Eßlöffel plus Ahornsirup zu). Den Rest des Cashew-Muses mit der Banane pürieren (m: ich habe mit dem Pürieren der Banane begonnen, damit mir die anderen Fruchtmuse nicht *verfärben*). Dann abwechselnd in die Eis-Form schichten und in der Tiefkühltruhe gefrieren lassen.

*Anmerkung m: Man kann die Bananen dafür auch einfrieren - dann geht es mit der Eisherstellung schneller; so braucht es dafür allerdings einen Hochleistungsmixer (den ich ja - noch - nicht habe).

Zum Umgang mit Nüssen gibt es ein eigenes Kapitel in dem Buch - die müssen bei einem so gesteigerten Verzehr wie in der Rohkosternährung nämlich stets eingeweicht und wieder zurückgetrocknet werden: um Phytinsäure abzubauen - näheres dazu s. *Rohkostlady*.

Quelle: *Was dein Herz begehrt* von Ute Ludwig und Achim Sauerberg aka *Nordisch Roh*


Le pêcheur de perles: Blanc-Manger

Donnerstag, 28. Juni 2018


Während ich Himbeeren pflücke, kommt mir immer wieder ein Märchen in den Sinn. Und zwar genau dann, wenn mir eine der Beeren zwischen den Fingern durchkullert und zwischen den stupfeligen Sträuchern zu Boden fällt. Dann überlege ich mir jedes Mal, ob ich mich hinterher bücke, um sie wieder einzusammeln, oder ob ich sie als Tribut zolle... an die Natur, ihre Fruchtbarkeit, den Himbeergeist oder all die Tiere, die darunter leben. Wie auch immer...

Nun, ich habe den Titel des Märchens vergessen, ich dachte, es müsse so ähnlich heißen wie die Oper von Georges Bizet, aber ich wurde nicht fündig. Gut, die Geschichte ist schnell erzählt. Ein Perlenfischer sitzt am Meer und wäscht an der felsigen Küste seine glizzernden Perlen in einem Korb, der über und über gefüllt ist mit der funkelnden Pracht. Da passiert es ihm, dass ihm eine Perle aus dem Korb ins Meer fällt. Hastig stellt der Fischer seinen Korb zur Seite, um der Perle hinterher zu springen. Den Geiz, nicht eine Perle entbehren zu können, obwohl er doch bereits einen ganzen Korb damit gefüllt hat, erzürnt das Meer und mit der nächsten Welle tost es über die Klippe, fegt den Korb hinweg und verstreut die Perlen zurück in die Tiefen des Meeres.

Komisch. Beim Johannisbeerpflücken oder beim Jostabeeren abrupfen denke ich da nie daran. Aus denen mache ich mir einfach auch nicht so viel, da ist loslassen, hergeben und teilen deutlich einfacher.

Die französische Küche bietet eine Reihe wundervolle Dessert-Klassiker. Viele davon habe ich euch bereits vorgestellt, vorgebacken und vorgekocht. Sei es meine herrliche Tarte Tatin, der Dauerbrenner Crème brûlée, DIE Osternachspeise île flottante, die zarteste aller Versuchungen das Mousse au Chocolat-Törtchen, eine von unzähligen Varianten des Clafoutis, die Verrines au Marron ou Chocolat, fruchtige Tartelettes, den ungewöhnlichen aber einnehmenden gateau au chocolat, das seidige Bitterorangen-Schoko-Eis oderoder. Einen weiteren französischen Dessert-Klassiker zum Dahinschmelzen stelle ich euch heute vor: das Blanc-Manger, eine liebliche Mandelcrème, die zu Früchten und Kompott aller Art passt. Ich habe es mit der Vielfalt an Beeren serviert, die der Garten gerade bietet, aber gerade auch Pfirische oder Aprikosen (vielleicht mit ein wenig Verveine vermengt) begleiten diese Crème aufs Unwiderstehlichste. Promis!


Zutaten 6-8P:

70g Mangelblättchen
7 Blatt weiße Gelatine*
500ml Mandelmilch, ungesüßt
500g Sahne
50g Zucker (m: Rohrzucker)
100g Mandelmus

gemischte Beeren/
Kompott mit Pfirischen und Verveine
marinierte Aprikosen...



Zubereitung:

In einer Pfanne die Mandelblättchen so lange rösten, bis sie Farbe annehmen. Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Mandelblättchen, Mandelmilch, Sahne sowie den Zucker in einen kleinen Topf geben und bei massiger Hitze in ca 5min einreduzieren lassen. Von der Flamme ziehen und das Mandelmus klümpchenfrei unterrühren.

Gelatine ausdrücken und die noch warme Mandelmilch geben und unter Rühren auflösen. So etwa 30min abkühlen lassen lassen. Abschmecken unf falls nicht süß genug, nochmals etwas nachzuckern. Alles durch ein feines Sieb streichen und in Gefäß füllen, mit dem sich gut portionieren läßt. 

Je nach Gästeanzahl und gewünschter Größe des Desserts 6 bis 8 kleine Portionsförmchen  (bei 6 à 200 ml Inhalt) mit kaltem Wasser ausspülen und die Mandelcrème eingießen. Mit Folie abdecken und für mindestens 4 Stunden, im Kühlschrank anziehen lassen - besser über Nacht. 

*Anmerkung m: Ich finde, die Menge reicht gut für 8 Personnen - das ist aber in eurem Ermessen. Die Begleitung ist wie bereits beschrieben vielfältig. Ich hatte unsere Beeren lediglich mit einem Rest gerade gemachter Marmelade und etwas eigenem Holunderblütensirup mariniert. Gerade letzteres stellte sich auch als Super-Match zum Blanc-Manger heraus!

Quelle: Brigitte