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Baukasten: Lasagne weiß-grün

Sonntag, 2. Juni 2019


Wären die Menschen zufriedener, wenn das Leben wie ein Baukasten-System funktionieren würde? Wenn man - sagen wir mit der Volljährigkeit - einen Fragebogen ausfüllen dürfte, um verschiedene Eigenschaften, bestimmte Qualitäten festlegen zu können? Vielleicht kommt das ja in Zukunft. Mit der Gen-Forschung bieten sich bald vieleviele Möglichkeiten, wenn es beispielsweise um das Thema *Kinderwunsch* geht. Da wird bereits im vorhinein viel festzulegen sein. 

Aber ob ein paar Kreuzchen, für die man sich vorab entscheiden durfte, zu mehr Zufriedenheit im eigenen Leben führt? Hmmmm, ich weiß es nicht.... Für mich, die ich an Vorherbestimmung glaube, eh eine komplett verrückte Vorstellung. Aber heute - man gibt sich aufgeklärt - haben doch die meisten Firlefanz wie Kismet als mögliche Erklärung für Unerklärbares rausgestrichen. 

So oder so bleibt die wichtigste Vorraussetzung - also ob mit Fragebogen oder ohne -, dass man wissen sollte, was man will. Ansonsten wirds selbst bei einem schlichten Multiple-Choice-Fragebogen doof. Wahlfreiheit bleibt Wahlfreiheit - ob groß oder klein. Bon, die hat man wohl weniger, wenn es darum geht, welche Kinder einem zugeteilt werden, aber für das eigene Leben darf man die Zügel durchaus in die Hand nehmen. Wenn man will. Oder ist das mehr ein Können?

In meiner Jugendzeit galt das Motto *Verwirkliche dich selbst*. Vorallem in beruflicher Hinsicht. Und das ging durchaus einher mit einem gewissen gesellschaftlichen Druck. Auf jeden Fall hielt mir dieses Angebot ganz deutlich vor Augen, dass in den Breitengraten, in denen ich aufwachse, Emanzipation sehr weit fortgeschritten ist. Ich hatte den Eindruck, wirklich alles machen zu können, was ich will. Ich musste halt nur wissen, wohin mit mir. Gleichzeitig versperrten mir diese vielen offenen Türen den schlichten Gedankengang, ebenso karrieretechnisch ganz kleine Brötchen zu backen und mein Glück in der Familie zu suchen. Das war in meinem Umfeld einfach keine Option: eine junge Frau braucht eine gute Ausbildung. Wenngleich ich immer wieder feststellen muss, dass bis heute Frauen in anderen Kulturen mit vielen Kindern um sich sehr glücklich sein können. Bei wenn-dann-Sätzen muss man in der Schlussfolgerung aufpassen (das weiß niemand besser wie die Mathematik).

Fakt ist: für die handelsübliche irdische Vorgehensweise hilft, wenn man Schritte absichtlich Richtung Zielvorstellung macht. Übrigens ist der gerade verlinkte Artikel ein Lieblingsartikel von mir - der wird demnächst in *Pro centum* wieder auftauchen. Ebenso wie dieser, bei dem es generell um *Zufriedenheit* geht. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass man auch bekommt, was man will. Wer nur *Ferrari* oder *Waschbrettbauch* im Kopf hat, der hat früher oder später ein rotes Auto vor der Tür und kann eine durchtrainierte Köprermitte sein eigen nennen - und wenn es sich dabei um einen Gebrauchtwagen sowie einer Schönheitsoperation handelt. Stichwort Fokusierung. Dafür setzt man dann sämtliche Hebel in Bewegung, dafür ist man bereit viel zu tun. Und irgendwann zieht das wie ein Magnet.

Soweit so gut. Gehen die Wünsche allerdings tiefer, dann wird es schwieriger. Dafür braucht es eine Verbindung zu seinem Inneren, eine Vorstellung seiner selbst. Dann könnte ich erst - rein theoretisch - damit beginnen, die Dinge passend zu gestalten. Die Königsklasse quasi: ein eigenes Biotop. Zweifelhaft ob das überhaupt möchlich ist - es scheint mir sehr abhängig von einer Vielzahl an Faktoren. Eine fragile Angelegenheit zudem, wenn man die Schicksalsschläge miteinberechnet. Und vergessen darf man weiterhin nicht die eigene Beschränktheit durch die Betriebsblindheit: Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand.

Ums Eck wartet der nächste Haken bereits: bin ich denn in der Lage, das Gegenteil direkt mitzudenken, also fähig, in Einheiten zu denken. Meine erste Mediävistik-Arbeit (daran erinnere ich mich gut) gründete auf der zentralen These, dass die Menschen im Mittelalter eben genau das gewohnt waren: Gegensätze bereits gedanklich zu verbinden. Ein RIESEN Unterschied zu heute, wo das Wissen um Polarität praktisch verloren ging. Aber nur auf diese Weise wäre man gewappnet für das *Gesamt-Paket* seiner Wünsche. Stichwort: Konsequenz.

Abgesehen davon glaube ich nicht, dass generell alle Menschen für Zufriedenheit geschaffen sind oder die einhergehende Eintönigkeit aushalten würden. Ach, wäre es so einfach mit der Zufriedenheit, dann wäre es ja jeder...


Hingegen bei dieser Lasagne funktioniert das Modell Baukausten hervorragend. Unter dem Sammelbegriff *Grün* bitte ich euch, so findig wie es nur geht zu sein. Gerade leben wir in der größtmöglichen Fülle von Grün. Also sammelt Brennnessel, greift den leidigen Gierscht dem Kochtopf zuliebe mit dem Messer an, zieht die Melde dazu - egal ob Wildkräuter oder Zuchtgrün: für diese Lasagne könnt ihr einen bunten Strauß an *Grün* mischen, wie er euch zur Verfügung steht.

Für *weiß* gelten gleiche Gesetze. Ich verwendete *Petersilienwurzel* - ein Mitbringsel aus Deuschland, denn das findet sich hier in Südfankreich auf den Märkten nicht - aber ebenso eignen sich Butterrübchen oder Sellerie. Wenn wir die Farbfamilie ausweiten auf *orange* dann könnt ihr gleichfalls ausweichen auf Karotte und Süßkartoffel. Hauptsache ihr macht diese adorable Lasagne nach - alles andere wäre ein Versäumnis!


Zutaten 2-4P:

100g Mehl
(halb Einkorn-Vollkorn)
1 Ei (Größe M)
Salz
1 EL Öl

500g Spinat
(m: plus Melde, Rauke, Brennnessel) *
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
etwas Butter

250g Petersilienwurzel*
150ml Gemüsebrühe
40g Butter
2 EL Mehl
50ml Weißwein (oder Rosé)
150ml Milch
1 EL Crème fraîche*
Salz, Pfeffer
Muskatnussabrieb

geriebener Käse (m: Tomme de Montagne)*
2 EL Semmelbrösel
etwas Olivenöl

Zubereitung: 

Aus den Zutaten für die Lasagneblätter einen homogenen Teig kneten und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Dann den Teig auswellen (m: mit Marcato - Stufe 6 von 7) - ergab 6 Blätter passend für meine Kastenform. In einer breiten, hohen Pfanne Salzwasser zum Kochen bringen und die Lasagne-Blätter nacheinander kochen, abtropfen lassen und auf einem Leinentuch glatt auslegen.

Die Petersilienwurzel schälen, klein schneiden und in der Gemüsebrühe bei geschlossenem Deckel weich garen. Fein pürieren.

Grünzeugs waschen (mein Spinat war so zart und jung - die Stiele musste ich nicht entfernen) und entweder über Dampf zusammenfallen lassen oder in wenig Wasser und unter Wenden garen. Letzterenfalls zuerst abtropfen lassen, etwas abkühlen lassen und klein hacken.

Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln und in etwas Butter hell golden braten. Spinat untermischen und mit den Gewürzen abschmecken.

Für die Béchamel die Butter zusammen mit dem Mehl anschwitzen, mit Wein und Milch unter ständigem Rühren ablöschen. Das Pü untermischen und zu einer cremigen Sauce vermengen. Salzen, pfeffern und mit Muskatnuss-Abrieb würzen.

Die Kastenform buttern und nun die Lasagne zusammen basteln: 2 EL von der Béchamel, etwas Grün, geriebener Käse, Lasagneblatt - das solange wiederholen bis zum Deckel. Diesen abschließen mit einem Lasagneblatt, etwas Béchamel sowie Semmelbrösel, geriebenem Käse und etwas Olivenöl. Bei 190° (O/U-Hitze) für ca. 25min in den Ofen schieben. 

*Anmerkung m: Gemüse und Grün ist wie oben erwähnt abwandelbar - auch ein anderer Bergkäse läßt sich zu der Lasagne denken

die kleinste von mir entdeckte Gottesanbeterin - so groß wie ein Haar am Unterarm...

My baby's got sauce - Veggie-Bratensauce

Freitag, 24. Februar 2017

Auf dem Weg dazu, sich mehr und mehr fleischlos zu ernähren, ist einer der unumgänglichen Schritte den Speck rauszukürzen. Eine Zutat, die mir in meiner vegetarischen Küche so gar nicht mehr fehlt. Worauf ich aber ab und an regelrecht juchtig bin - gerne dann, wenn es draußen ungemütlich ist - das sind diese abgründigen Bratensaucen, die lange vor sich im Ofen hingeschmurgeln durften. Hach, la sauce... mir schon immer VIEL wichtiger als das Stück Fleisch darin.

Gut, Kinners, wir fangen die leidige Diskussion nicht wieder an. Natürlich schmeckt diese vegetarische Bratensauce NICHT wie ihr Fleisches-Bruder. Aber ich bin ganz und gar begeistert!! Für mich ist das eine neue Waffe in meinem Veggie-Arsenal:  eine Bombe von Umami-Explosion! Ich werde in Zukunft immer eine Portion in der Tiefkühle griffbereit haben. Schlauerweise bereitete ich Fuchs direkt die doppelte Portion zu. Wirklich, ein neuer Stern am Veggie-Fond-Himmel! Hach, und mir fallen so viele Gerichte ein, denen eben genau dieses Umami-Widerlager seither gefehlt hatte. Ich kann euch versprechen, diese Sauce wird euch hier nun noch öfters begegnen.

Wie gut, dass ich mich auf Stefanie verlassen habe, die vor mir nachzog und das Rezept von Eva aufgriff. Eva hat völlig recht, nichts weniger als *der perfekte Veggie-Jus*! Eines der Lieblingsgerichte meines Habibs - Kartoffelknödel - werden dadurch allerköstlichst gepimpt. Die gerösteten Brotwürfel als Füllung braucht übrigens kein Mensch. Wir waren uns beide einig, dass die klassischen Kartoffelknödel mit Petersilie schlicht besser sind.

Und das passende Lied habe ich euch obendrein dazu rausgesucht... Service-Blog, eben...
Zutat - Bratensauce: 
2-3 Portionen à 2P

2 Gemüsezwiebelen
2 große Möhren
1/2 Knollen-Sellerie
2 Knoblauchzehe
1 Petersilienwurzel
700 g Rotwein
250 g Portwein
1 Lorbeerblatt
1 Zweig Rosmarin
2 EL Tomatenmark
2 EL Balsamico-Reduktion
2 TL Teriyaki
2 TL braunes Miso
ein paar Stückchen kalte Butter
Sonnenblumenöl 
Salz, Pfeffer
(optional zusätzlich 1 TL Pilzpulver
oder ca. 6 Shiitakepilze)

Zubereitung:

Das Gemüse fein würfeln und im Bräter in etwas Sonnenblumenöl geduldig braten und leicht Farbe annehmen lassen. Mit Rotwein und Port ablöschen und alles für 90 min bei 190°C im Backofen garen lassen - wer mag auch etwas länger. Zwischendurch eventuell etwas zusätzliches Wasser angießen.

Die Flüssigkeit durch ein Sieb schütten und gut ausdrücken. Die Flüssigkeit auf dem Herd auf etwa 100-75ml zusammen mit den frischen Kräutern und dem Pilzpulver einreduzieren lassen. Tomatenmark, Balsamico-Reduktion, Teriyaki und Miso dazugeben und zu einer homogenen Masse verrühren. Zuletzt mit kalter Butter aufmonieren (m: gebunden mit einer kleinem kleinen Mehl-Wasser-Gemisch, klümpchenfrei verrührt). Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

*Anmerkung m: Bei den Möhrchen handelt es sich um karamellisierte welche...



Backofen-Kartoffelpuffer

Mittwoch, 15. Februar 2017

Wenn wir unterwegs sind - und wir waren diesen Winter wieder unterwegs - dann spielt Essen eher eine untergeordnete Rolle. Tatsächlich haben wir beide uns die letzten Wochen überwiegend von Suppen ernährt. Und gerne auch Salat. Dazu gab es morgens wie abends völlig ungewöhnlich viel Fladenbrot. Aber dazu komme ich bestimmt noch...

Wieder zurück brauche ich dieses Mal irgendwie ein *Warm up* mit meiner Küche. Ich komme nicht richtig in Schwung. Also fange ich mit altbewährten Rezepten an: backe uns Buletten oder meine geliebte, schnelle Reispfanne. Oder ein schönes Salat-Plus-Essen. 

Die Ofen-Kartoffelpuffer habe ich bei Sandra entdeckt und direkt im Vergleich nachgezogen: mit oder ohne Ei - was schmeckt besser? Nun, die mit Ei werden goldiger im Farbton und etwas saftiger. Wer auf das Ei verzichtet, sollte dafür etwas mehr Öl an die Kartoffeln geben... soweit unser Fazit! Und klar, großes Plus der Ofenvariante: das Frittenbuden-Parfum bleibt einem erspart!
Zutaten 2-3P:
 
700 gr Kartoffeln, mehligkochend
1 Zwiebel
3 EL Haferflocken, fein
1 Ei 
1 EL Kartoffelwasser mit Kartoffelstärke 
3-4 EL Öl, neutral
Salz & Pfeffer
Muskatnuss
2 EL Petersilie, fein gehackt
 
Zubereitung:  
 
Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen.
 
Die Kartoffeln schälen, waschen und fein reiben. Die Karoffeln in einem Sieb ausdrücken, das Kartoffelwasser dabei auffangen. Die Zwiebeln schälen und fein würfeln, die Petersilie fein hacken. Kartoffeln mit Zwiebel, Petersilie und Haferflocken mischen. Salzen, pfeffern und mit Muskatnuss würzen

Nun die Masse teilen. Eine Hälfte mit dem Ei vermengen und 1 EL Öl. Für die andere Hälfte das Kartoffelwasser abschütten bis auf etwa einen Eßlöffel und damit die abgesetzte Stärke vom schüsselboden lösen. Die Kartoffelstärke unter die Kartoffelmasse ohne Ei mischen mit 2-3 EL Öl
.
Nun Puffer aus der Masse formen mit Hilfe eines Dessertringes. Beim Verteilen darauf achten, dass die Puffer nicht zu dick werden, etwa 0,5-1 cm. 

Das Blech in den Ofen geben und für 35-40 min., je nach gewünschtem Bräungrad, backen.
 

Frau Holles Minestrone

Mittwoch, 1. Februar 2017

Das Märchen *Frau Holle* beschreibt wirklich bilderbuchmäßig den Unterschied zwischen Fleiß und Ehrgeiz. Zwei Begriffe, die gerne in einen Topf geschmissen oder miteinander verwechselt werden. *Goldmarie* macht lediglich ihre Arbeit gewissenhaft und anständig, tut einfach was ansteht und ist sich für nichts zu schade: kleine, nützliche Tätigkeiten, ganz ohne gehobenen Anspruch, die Welt zu verbessern doch im Märchen zieht genau dieses Verhalten Kreise und wirkt sich bis auf das Wetter aus...

Meiner Meinung nach ist *Fleiß* einer DER Zugänge zur Zufriedenheit. Wer mit seiner eigenen (sinnvollen) Tätigkeit ausgelastet ist, hat keine (unnütze) Zeit, sich darüber aufzuregen, was überm Nachbarzaun passiert. Wie sagt doch das alte Sprichwort: *Müßiggang ist aller Laster Anfang*. Das gehört jenen Zeiten an, als *Chillen* noch nicht in der Spalte von möglichen Freizeitgestaltungen auftauchte. Oder schaut euch die Nomadenvölker an. WAS Gesichter! Und was harte Arbeit!

Wer einen Garten sein Eigen nennt, darf prinzipiell nicht arbeitsscheu sein. Sonst holt sich die Natur das Stück kultivierte Land im Handumdrehen zurück. Diese Minestrone verdankt ihren Hochgenuß dem rechtzeitigen Einmachen in den Sommermonaten: dem Gemüse-Confit. Und ich will euch mit meinem Gartenblog ja zeigen, wie köstlich saisonale Ernährung ist. Eben die pimpt man im Winter eindeutig mit den Sommer-Reserven. 

Als Gartenküche verweise ich daher immer wieder auf meine Dauerbrenner, die sich über die Jahre in das Herz meiner Speisekammer standartisierten. Für die Balsamico-Orangen-Reduktion ist jetzt übrigens immernoch eine gute Zeit zum Nachproduzieren. Und Bitterorangen-Marmelade (die einzige, die den Habib zu locken vermag) habe ich letzten Monat wieder gekocht. Selbst wenn die Daunendecken von Frau Holle gerade rein geräumt wurden, herrschen für solche Küchen-Aktionen nach wie vor prima Außenbedingungen, oder?
Zutaten 2P:

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 Stangen Lauch
1/4 Blumenkohl
4 Röschen Brokkoli
2 Möhren
1 Stück Kürbis (in der Größe zweier Möhren)
1 Petersilienwurzel
1/2 Fenchelknolle
70g Pasta (m: Anelli)
Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer 
1 Lorbeerblatt
Harissa
Saft einer 1/2 Orange
Olivenöl
1-2 EL Balsamico-Reduktion

1 Scheibe Brot in kleine Würfel geschnitten
1/2 TL Thymian, getrocknet
(optional geriebener Parmesan)

Zubereitung:

Zwiebel und Knoblauch fein würfeln, Lauch in feine Ringe, sämtliches Gemüse in kleine Würfel schneiden - dabei jeweils in eine eigene Schüssel geben: Zwiebeln, Lauch und Knoblauch/ Karotte, Kürbis, Fenchel, Petersilienwürfel/ Brokkoli und Blumenkohl.

Eben in dieser Reihenfolge auch nacheinander und getrennt von einander anbraten. Dann alles zusammenfügen, Lorbeerblatt dazugeben, Gemüseconfit und Gemüsebrühe anschütten, sodass sämtliches Gemüse gut bedeckt ist. Je nach Garzeit der Pasta diese untermischen (m: meine Anelli hatten eine Garzeit von 18min - daher gab ich sie direkt mit der Gemüsebrühe dazu) - ca. 15-20min köcheln lassen.

Parallel die Brotwürfel in etwas Olivenöl zusammen mit dem Thymian rösten.

Vor dem Servieren die Suppe mit Harissa (oder Piment), sowie Salz und Pfeffer abschmecken. Außerdem mit Balsamico-Reduktion und dem Orangensaft würzen.

Zusammen mit den gerösteten Brotwürfeln servieren.

Wohlleben: Kartoffel-Eintopf

Donnerstag, 10. November 2016

Das kann man schon einigermaßen erstaunlich finden, dass es ein Förster mit seinem Buch *Das geheime Leben der Bäume* wochenlang auf die Bestsellerliste schafft. Da raschelt es im Laub der Vorstellung nur so vor Bildern mit Bäumeumarmern. Aber nein, Peter Wohlleben (guter Nachname, oder?) arbeitet wissenschaftlich und stützt seine eigene Arbeit durch Forschungsarbeiten verschiedener Universitäten.

Gleichzeitig beeindruckt er mich durch seinen Lebenslauf: er setzt seine Erkenntnis in die Tat um und steigt aus der herkömmlichen Forstwirtschaft, die er (zurecht) kritisiert, aus. Dabei zeigt er nicht nur, dass es auch anders geht (nämlich dass der Wald weit mehr ist als sein kapitalistischer Nutzen für den Menschen). Zudem hat diese Kehrtwende eine Rückkopplung auf seine Biographie: sie trägt zu seiner eigenen Gesundung bei. 

Der Mehrwert für uns alle sind seine erstaunlichen Beobachtungen, vorallem, weil er es schafft, trockener Theorie Leben einzuhauchen, indem er sie - wie er sagt *emotionalisiert*. Damit erreicht er Menschen wie mich, die ihm mit roten Ohren vor Begeisterung lauschen (hört mal rein, ist das nicht interessant ?). Ich finde seine Metaphern und Bilder sehr spannend.

Kritiker drehen ihm jedoch genau daraus einen Strick: Peter Wohlleben würde Pflanzen und Tiere zu stark vermenschlichen. Doch ohne emotionale Bindung sind wir Menschen nicht in der Lage, zu anderen Geschöpfen einen Bezug herzustellen. Trick 17 der Ernährungsindustrie.
Denn eigentlich ruft uns Peter Wohlleben mit seinem neuesten Buch *Das Seelenleben der Tiere* nur in Erinnerung, was wir doch längst wissen. Natürlich haben Tiere genauso wie wir Menschen Gefühle - warum sollten sie keine haben? (Einblick dank Filmchen). Für mich stoßen wir dabei an eine menschliche Eigenschaft, die mich im gleichen Maße abstößt, wie sie mich erstaunt: die Fähigkeit, zu verdrängen. Wir wissen, dass wir schlecht mit Natur und Tier umgehen. Dabei ist es das kleine 1x1 des *Wohllebens*: gehst du mit deiner Umgebung gut um, geht es auch dir selbst gut. Wollen nicht alle Geschöpfe gerne wohl leben?

Einer der Gründe, wieso wir nur noch sehr wenig Fleisch essen. Auch wenn ich die klassische Kartoffelsuppe mit Wienerle wirklich gerne gegessen habe. Aber es gilt gleiches wie beim Aufhören mit dem Alk-Trinken: am Geschmack lags nicht. Und den gleichen Eskimo-Faktor hat diese rein pflanzliche Suppe auch - sie reicht uns zum Suppen-Wohlgefühl!
Zutaten 4P:

1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Sellerieknolle (ca. 200g)
2 Petersilienwurzlen (ca. 150g)
1 Stück Fenchel (ca. 100g)
3 Karotten (ca. 200g)
4 Kartoffeln (ca. 750g)
4 Stängel Petersilie
4 Stängel  Liebstöckel
2 Lorbeerblätter
Gemüsebrühe
200g Kokosmilch
ca. 3 EL weißer Balsamico
Salz, Pfeffer
Muskatnussabrieb
Sonnenblumenöl

Zubereitung:

Sämliches Gemüse in etwa 1-2cm große Würfel schneiden. Mit der Zwiebel beginnen. Die in einem großen Topf im Öl glasig dünsten. Dann das restliche Gemüse dazugeben und ebenfalls kurz mitrösten. Die Kräuter dazufügen. Die Gemüsebrühe anschütten, so dass das Gemüse knapp bedeckt ist. Den Deckel auflegen und bei kleiner Hitze ca. 30min weich köcheln.

Die Kokosmilch untermischen. Mittels eines Kartoffelstampfers das Gemüse mittelfein (oder je nach Wunsch feiner) zerdrücken. Mit Salz, Pfeffer, weißem Balsamico-Essig sowie Muskatnussabrieb würzen.

Anrichten mit einem Rest Kokosmilch, Kürbiskernöl und einigen Petersilienblättchen. Servieren und wohlfühlen.

Gebratene Steinpilze mit Petersilienwurzelpüree

Dienstag, 25. November 2014

Leichter als an Petersilienwurzel komme ich bei uns an Steinpilze. Auf dem Markt in Crest sogar gerade wöchentlich. Die Petersilienwurzel hingegen zeigte sich dieses Jahr leider aufzuchts-resistent. Wieso sie aus D importiert wurde. Um von langer Hand geplant mit französischen Steinpilzen vereint zu werden.

Viel brauche ich dazu gar nicht beschreiben, außer dass ich mir meine zehn Finger danach abgeschleckt habe. Die einträchtige Harmonie sieht man dem Teller doch bereits an, oder? Petersilienwurzel und Pilze werden in meinen Dauerreigen der besonderen, kulinarischen Pas-de-Deux-Partner aufgenommen. Dazu die Knusperei, die der Panko beiträgt, die Frische des Pestos - wirklich, das dürft ihr mir glauben: HERRLICH! So köstlich, dass ihr diesen Teller wieder entdecken werdet bei meinen kommenden Dezember-Feiertage-Menus.
Zutaten:

1 Kartoffel
800g Petersilienwurzel
Salz
400g Steinpilze (m: weniger)
2 Stangen Staudensellerie
3 Schalotten
20g Pinienkerne (m: weggelassen)
30g Petersilie (einige Zweige)
4 Stiele Minze
Salz, Zucker
10 EL Olivenöl
2 EL Zitronensaft
Chiliflocken
100ml Milch
100ml Sahne
(oder 200ml Mandelmilch)
Muskatnuss
5 EL Panko (japanische Semmelbrösel)
1 EL Zitronenschale, abgerieben  

Zubereitung:

Für das Püree die Kartoffel und Petersilienwurzeln schälen, waschen und in ca. 2 cm kleine Würfel schneiden. Im kochenden Salzwasser 15–20 Minuten weich kochen. Inzwischen die Steinpilze putzen und in ca. 1⁄2 cm dicke Scheiben schneiden. Sellerie entfädeln und ebenfalls in 1⁄2 cm dicke Scheiben schneiden. Schalotten fein würfeln.

Für den Pesto die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten (m: weggelassen). Abkühlen lassen. Petersilien- und Minzblätter abzupfen, sehr fein hacken. In einem Mörser mit Pinienkernen, Pfeffer, je 1 Prise Salz und Zucker fein zerreiben. 6 El Olivenöl und 1 El Zitronensaft nach und nach dazugeben. mit Salz, Chiliflocken und Zucker abschmecken.

Kartoffel und Petersilienwurzeln abgießen und ausdämpfen lassen, zurück in den Topf geben, Milch und Sahne dazugeben und 10–15 Minuten fast vollständig einkochen lassen. Mit dem restlichen Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Muskat würzen. In einem Mixer fein pürieren. Püree warm halten.

2 El Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Panko-Brösel darin goldgelb braten. Zitronenschale untermischen.

Das restliche Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Steinpilze darin 3–4 Minuten von allen Seiten braten. Schalotten und Sellerie nach 2 Minuten zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Püree auf Schalen verteilen, mit den Steinpilzen anrichten und mit den Bröseln bestreuen. Mit Pesto beträufeln und servieren.

Eskimo-Methode: Kartoffelsuppe mit Wienerle

Montag, 17. Dezember 2012

Winterzeit ist Suppenzeit. Wie bereits öfters erwähnt, bin ich im Sommer kein Freund von Suppen, ja nicht einmal von den in modegekommenen Gazpachos (wobei diese die berühmte Ausnahme der Regel darstellt). Dafür schätze ich zur kalten Jahreszeit, wenn die Nasenspitze samt Ohren binnen kürzester Zeit zapfig gefroren ist, umso mehr das sonst so verpönte, aufwärmende Süppchen.

Ja, die Wärme, die man selbst erzeugen muß, die mag ich am Winter am liebsten. Ofenfeuer. Kerzen. Die schönsten Wintermomente habe ich mit dem Habib unter dem dicken Daunenbett (jetzt artig mitdenken und nicht gleich in die Richtung weiterhüpfen, die jede Fernsehwerbung mit dem Zaunpfahl anzeigt), also Habib und ich unter Daunen gebettet, ich noch mit einer Wärmflasche an den Füßen und gemeinsam trotzen wir im Warmen der Kälte der Welt - hach ist das U-R-I-G. 

Weil nun das wiederum finde ich am Sommer äußerst mäßig, wenn es nachts so heiß ist, dass jedes dünne Lacken bereits zu viel ist, weil es das seichte Lüftchen nicht an einen ranläßt und den tiefen Schlaf fernhält, während man am Bett festklebt.

Also diese Bettkuscheligkeit, die kann nur der Winter. Und bei kalten Tagen kann eine Suppe am Tisch auch was.

Kurz anmerken möchte ich noch zur Kartoffelsuppe, dass ihr Geheimnis nicht zwingend in der genauen Einhaltung der Zutaten liegt, sondern es ist die flotte Lotte. Püriert mir die Kartoffelsuppe bloß nicht mit dem Zauberstab (das wird sonst zum Davonrennen), nein, sie muß passiert werden (nicht besonders fein) und dann ist sie auch ohne Wiener-Würsten (die bei uns in Süd-F übrigens *un francfort* - *Frankfurter* - heißen, tssss....) ein Genuß! 
Zutaten 4P:

1 kg Kartoffeln
2 Petersilienwurzel (ca. 250g)
2 Karotten
1 Zwiebel
1 Stück  Sellerie
2 Knoblauchzehen
1 Stück frischer Ingwer
1l Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
etwas Zucker
Muskat
80ml Sahne
(optional 1 Stück Speckschwarte)

4 Wiener-Würstchen

Zubereitung:

Das Gemüse waschen, schälen und kleinschneiden. Zuerst die Zwiebel in etwas Olivenöl andünsten (Speckvegetarier geben hier den Speck gleich mit). Das restliche Gemüse dazugeben und ebenfalls kurz in der Pfanne anrösten.

Mit der Gemüsebrühe aufschütten und etwa eine halbe Stunde kochen lassen bis das Gemüse sehr weich ist.

Die Suppe mittelfein passieren. Dann zurück in den Topf geben, die Sahne angießen und nochmals aufkochen lassen (sollte die Suppe zu sämig sein, mit etwas Gemüsebrühe verflüssigen).

Vegetarier bereiten als Suppen-Einlage ein paar Croûtons zu, die anderen schneiden die Würsten in dünne Ringe und geben sie zum Erwärmen mit in die Suppe (einige als Deko zum *Auflegen* zurückbehalten). In tiefen Tellern servieren.

badisches Petersilienwurzel-Risotto

Montag, 26. September 2011

Bei einem Blitzbesuch in Deutschland bin ich nicht nur Besitzerin der neusten Essen und Trinken geworden, sondern auch Petersilienwurzeln waren auf dem Rückweg mit im Gepäck.

Leider, leider war der schöne Markt ums Freiburger Münster auf vier Stände reduziert als wir dort waren. Der bevorstehende Papstbesuch warf seine Schatten voraus. Aber an den Petersilienwurzeln bin ich nicht vorbei gekommen. Letztes Jahr hatten wir sie im Garten, dieses Jahr nicht und auf den französischen Märkten sind sie aunauffindbar. Ist doch komisch an uns Menschen, dass uns jenes am Köstlichsten/ Begehrenswertesten dünkt, dass sich rar macht, oder?!

Gestern habe ich noch gefrozzelt, tssss, wie kann man als Blog nur Werbung machen, aber *hüstel* es käme wahrscheinlich auf das Angebot an. Würde die *E&T* auf mich zukommen und mir ein Abo anbieten, damit ich im Gegenzug ab und an dafür etwas daraus in meinem Blog vorkoche, nun, sagen wir mal so, ich könnte mich möglicherweise dazu überwinden ;O).

Noch zum Rezept: LECKER! Nicht nur weil badisch importiert. Und auch nicht, weil wir länger kein Risotto mehr gegessen haben. Petersilienwurzel ist was Feines! Dazu gabs über Wasserdampf gegarte Buschböhnchen, geschwenkt in 1 EL Butter, 1 feingehackten Knoblauchzehe, 1 EL Semmelbrösel und frischem Bohnenkraut. Bei dieser Kombi ist mir mal wieder aufgefallen, dass man sich den knusprigen Speck zugunsten des Pangrattato schenken kann. Das liebe ich zu sämtlichen Essen - seien es diese Spaghetti oder jenes Risotto. Das ist einfach das Salzkörnchen auf dem i!
Zutaten:

350g Petersilienwurzeln
Salz
2 Schalotten
60g Butter
200g Risottoreis
50ml Weißwein
50g durchwachsener Speck
(in dünnen Scheiben/ m: kleingeschnittener Schwarzwälder Schinken)
6 Stiele Petersilie
Zitronensaft
50ml Schlagsahne
1 gereifter Crottin de Chavignol
(m: halber Ziegenfrischkäse etwas Comté)

Zubereitung:

Petersilienwurzel schälen, die Enden abschneiden, Schalen und Abschnitte in 80mml leicht gesalzenem Wasser aufkochen, 10 Minuten ziehen lassen. Petersilienwurzeln in dünne Scheiben schneiden, Schalotten fein würfeln. Petersilienwurzelwasser durch ein Sieb gießen, erneut aufkochen.

Wurzeln und Schalotten in 20g Butter farblos andünsten. Reis zugeben und kurz mitdünsten. Mit Weißwein ablöschen und einkochen lassen. Mit etwas Wurzelwasser auffüllen. Den Risotto bei mittlerer Hitze 18-20 Minuten garen, dabei den restlichen Fond zugeben und ab und zu umrühren.

Speck in Streifen schneiden und in einer Pfanne ohne Fett knusprig auslassen, auf Küchenpapier abtropfen lassen. Petersilie abzupfen und klein hacken

Risotto mit Salz, Pfeffer, Muskat und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken. Sahne, restliche Butter und Petersilie zugeben und mit einem Löffen verrühren, bis sich die Butter aufgelöst hat. Risotto 1-2 Minuten ruhen lassen. Dann sofort auf Teller verteilen, den Käse darüberraspeln (m: habe Ziegenfrischkäse und geraspelten Comté untergerührt) und mit den Speckstreifen servieren.
Quelle: e&t 10/ 2011