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Herzgeräusche: One-Pot-Pasta mit Kürbis, Feta und Spinat

Montag, 7. Oktober 2024


Ende der Brunft der Hirsche. Fast einen Monat röhrten sie sich Nacht für Nacht die Seele aus dem Leib. Feriengäste tippten auf Esel. Ja, auch viel Elend im Rufen aber mit mehr Verzweiflung bei den Eseln. Hirsche klingen eher als würde Pu, der Bär, traurige, lang gezogene Krokodilstränen vergießen und um Trost bitten.

Für uns gehören die Hirsche zum Herbst dazu, so wie das Gezirpe der Grillen zum Sommer oder das Zwitschern der Vögel zum Frühling. Unvorstellbar, wenn diese Geräuschkulisse fehlen würde. Sie ist ein Teil des Rhythmus der wiederkehrenden Gezeiten. Taktmeister Natur nannte es Dörte Hansen in *Altes Land*.

Oft aber spitzt man die Ohren und lauscht einfach in die Stille. So ruhig, dass Feriengäste uns immer wieder darauf ansprechen. So still - das kennt man gar nicht mehr. Das macht den Ort hier zusätzlich zu seiner Weite sehr pur. Es ist, als könnte man den inneren Radio-Funk auf viel mehr Sender einstellen; als könnte man hier viel mehr Wellen empfangen: als bestände die Möglichkeit, einen viel unmittelbareren Verbindung zu den eigenen Gefühlen zu bekommen. In einem solchen Umfeld ist es entschieden leichter, sich hier selbst beim Denken zuzuhören: was geht mir durch den Kopf, was bewegt mich, was beschäftigt mich - fast automatisch führt man Selbstgespräche.

Viel schwerer aber ist der Zugang zum Herzen. Und Kopf und Herz ist zweierlei. Das gilt es sich zuerst bewußt zu machen. Der zweite Schritt ist die Erkenntnis, dass Gefühle entgegen der gängigen Vorurteile etwas Eindeutiges sind. Selbst wenn Gefühle manchmal verworren erscheinen, ähnlich verhuddelt wie ein Knäuel Wolle, das erst wieder ordentlich aufgewickelt werden will. Dann liegt das aber nicht an den Gefühlen, sondern dann liegt das an unserem Umgang damit. Weil wir als Kopffüßler den Draht zu unserem Herzen verloren haben, weil unser Kopf mit manipulierenden Gedanken permanent dazwischen funkt, stehen wir unseren eigenen Gefühlen gegenüber wie einer Spinx.

Dabei sind Gefühle das genaue Gegenteil von Tohuwabohu, Gefühlsdusselei oder Kindeleien. In der Homöopathie, dem Gedankenuniversum, das Welt versucht vom Geist her zu begreifen, repräsentiert der Bergkristall, Silicea, das Gefühl. Klar, eindeutig, streng, durchscheinend, lichtdurchlassend, mit scharfen, glatten Kanten. Für andere Personen oft schwierig zu verstehen. Aber faszinierend, oder? Und irgendwie auch rätselhaft... Zumal echtes Gefühl zu oft mit verdrehtem, unechtem Gefühl verwechselt wird - mit Überschwänglichkeit oder Verniedlichungen wie ständiges Anhängen eines "i"s etwa Rucki-zucki  (statt Rucksack), an dem z.B. ein Bärli oder dergleichen baumelt.

Zurückkehrend zu dem Radiobild anfangs (der Mensch, der in die Stille lauscht) kann man hier wunderbar Parallelen spinnen. Der Habib hat in seiner Jugend nämlich Röhrenempfänger gebaut mit Detektor-Empfang. Ein Kristall dient hierfür als Sendersucher und mit ruhiger Hand tastet man mittels einem spitzen Metalldraht den Kristall ab nach Funk-Frequenzen. Vergleichbar kann man sein Herz abhören. 

Wie in einen Kristall werden unterschiedliche Impulse im Herzen aufgenommen und je nach dem, wo ich mein Stethoskop anlege, empfange ich Impulse, die ich persönlich gerade brauche. Das bedeutet, dass nicht nur das Herz als Empfänger eine große Rolle spielt, sondern gleichfalls meine Umgang damit. Das Herz sagt dir doch bereits alles, was zu tun ist - es ist der Kopf, der dich versucht, dabei zu stören. Und es braucht Strenge und Ernst, Herzensentscheidungen zu treffen.



Eintöpfe sind immer heimelige, unkomplizierte und schlonzige Herbstgerichte. Die Kombi von Kürbis und Mangold (oder Spinat) zählt ja wie Karotte und Erbsen zu einer meiner liebsten Gemüse-Verbindungen. Kann man nie was falsch mit machen. Hier sorgt die Kokosmilch dafür, dass es schön cremig wird und die Gewürze geben einen schönen Dreh - bref: sehr zu empfehlen! Das kocht sich auch gut bei nicht so viel Zeit in der Küche und schmecken tuts obendrein. Diese Pasta kommt wieder auf den Tisch!


Zutaten 2P:


1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
300g Kürbis (m: Butternut)
200g Babyspinat (oder junger Mangold)
100g Feta
Rapsöl zum braten
200g Spaghetti
500ml Gemüsebrühe (evt. etwas mehr)
200ml Kokosmilch  (Alternativ: Sahne) 
1/2 TL Ceylon-Zimt
1 TL Paprikapulver
1/2 TL Pimenton de la vera
1 TL Currypulver
Salz, Pfeffer
30g gehackte Walnüsse


Zubereitung:


Die Zwiebel würfeln und den Knoblauch fein hacken Je nach Sorte den Kürbis schälen (notwenig bei Butternut), Kerne entfernen und in etwa 2cm große Stücke schneiden. Walnüsse rösten.

Babyspinat waschen und trocken schütteln. Feta abtropfen lassen und in Stücke schneiden. Reichlich Rapsöl in einem hohen Topf heiß werden lassen. Die Zwiebeln hinzugeben und glasig braten. Den Knoblauch hinzugeben und mitbraten. Den Kürbis hinzugeben und zwei bis drei Minuten mitbraten. Ebenso die Gewüze bis sie duften. Gemüsebrühe sowie Kokosmilch anschütten. Salzen und Pfeffern. Nun die Pasta hinzugeben. Gut umrühren und schauen, dass sich die Pasta - langsam biegsam - komplett unter die Brühe rühren läßt. 

Alles aufkochen lassen. Dann ohne Deckel für auf geringer Hitze für 15 Minuten köcheln lassen. Regelmäßig umrühren. gegebenenfalls noch etwas Brühe zufügen. Nach etwa 12 Minuten den Feta unterheben.Topf vom Herd nehmen. Den Babyspinat unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auf Tellern anrichten, mit den gehackten Walnüssen bestreuen und heiß servieren.

Anmerkung m: Veganer lassen einfach den Feta weg...

Quelle: Stern


Topf und Deckel: Nudelschnecken-Gratin mit Mangold

Dienstag, 12. Dezember 2023


Ich liebe Kennenlern-Geschichten. Ich sammle Kennenlern-Geschichten. Ihr wißt Bescheid. Nun, es ist, wie es ist: jedem sein Fachgebiet. Wer mir unter die Finger kommt, wird einschlägig befragt. Und ich kann in Kennenlern-Geschichten lesen wie andere im Kaffee-Satz. Oder so. Erzähle mir den Anfang und ich destilliere dir daraus die komplette Geschichte. Gut, nichts einfacher: dafür muss man lediglich das kosmische Gesetz begriffen haben, dass sich mit jedem Beginn die weiteren Geschehnisse daraus nur noch auswickeln. Dann kann jeder leicht erkennen, dass im Anfang bereits das Ende verwoben ist... und der Rest ergibt halt das Dazwischen.

Die Kennenlerngeschichte von Michael Ende und seiner Frau Ingeborg wurde direkt unter meinen Lieblingen archiviert: Auf einer Silvesterparty von Freunden begegneten sie sich zum ersten Mal. *Die damals bekannte Vollblutschauspielerin, "rothaarig, feurig und schick", wie Michael Ende erzählte [und 8 Jahre älter als er selbst], steuert direkt auf ihn zu, während er hinter einer von Plastik-Efeu überwucherten Theke den Barkeeper mimt, und sagt: "Angelehnt an die Efeuwand dieser alten Terrasse..."  Michael Ende erwidert prompt "Mörike" - tja, und nicht nur das Zitat ist erkannt, das geheime Loswort ist gefallen: Team Kunst und Literatur. Schön, oder? Bis zu ihrem Tod blieben sie ein Paar.

Folgerichtig liebe ich alle Kuppelshows, die der Markt zu bieten hat. Gibt es was Schöneres, als anderen beim Verlieben zuzusehen. Wer verliebt ist, platzt über sich hinaus. Der sieht nicht nur im Objekt seiner Begierde vor allem die Vorzüge, die ganze Welt erscheint im liebenswerter. Es ist die wundersam schillernd Phase, in der jeder über sich hinausgehoben wird, da strahlt selbst das kümmerlichste Exemplar Mensch weit über seine Möglichkeiten. Das mag anfangs alles etwas unbeholfen, täppisch und ungeschickt vonstatten gehen - so oft verliebt man sich ja nicht - meine großzügige Gewogenheit tut das keinen Abruch, mir wird in keinster Weise langeweilig beim Beobachten.

Das für mich Erstaunlichste ist, dass diese mediale, öffentliche, professionelle Kuppelei sogar gar nicht mal selten aufgeht. Ob bei *Bauer sucht Frau* oder *Hochzeit auf den ersten Blick* - es gibt zahlreiche, erfolgreiche Kuppel-Beispiele vorzuweisen. Ich verlinke jetzt nicht, vermutlich könnt ihr mir auch ohne exemplarische (Film)Referenzen folgen. Tsss, dass das so funktioniert, verrückt, oder!? Gut, der Bauer wirft noch Haus, Hof und eine Existenz mit in die Wagschale. Das zieht wohl zusätzlich. Und bei der anderen Kuppelsendung mit der direkten Hochzeit, brüstet man sich ja, dass *aus Wissenschaft Liebe wird*. Das *Matching-Team* um drei *Matching-Experten* (seufz, was eine Berufsbezeichnung, h-e-r-r-l-i-c-h, nur zu studieren in Castrop-Rauxel) wertet jede Menge Daten aus, um schließlich zwei zu kombinieren. Eine der *Expertinnen* meinte, ihre Bewerber würden jedes Jahr zahlreicher und sie würden immer häufiger hören, dass auf diese Weise der potentielle Partner ja auf Herz und Nieren geprüft worden wäre - sinngemäß: heute wisse man ja nicht mehr, was so alles frei rumläuft... Naja, beim letzten deutschen Stadtbesuch waren die Litfaß-Säulen mit *Dein Schritt juckt mich auch* plakatiert... Man ahnt, was sie damit sagen will und dass ein bißchen Jucken im Zweifelsfall das kleinste Problem ist...

Eigentlich schon ein waschechtes Wunder, wenn sich zwei Menschen finden und ineinander verlieben, findet ihr nicht? Großes Mysterium! Für die, die an die große Liebe glauben, stellt sich die Geduld als die härteste Probe heraus. Die anderen finden schneller was zum Hacken. Und heute gibts jede Menge digitale Unterstützung bei der Suche nach dem einen oder anderen. Je nachdem halt.

Dieser Artikel (via Geo) thematisiert nachvollziehbar, dass Dating-Apps zwar das Kennenlernen erleichtern, die Suche nach einem echten Partner aber eher erschweren. Leute, ich schreibe bei völliger Ahnungslosigkeit, Dating-Apps sind komplett unbespieltes Gebiet - und ich bin nicht traurig darüber. Mit Sicherheit kann ich aber sagen, dass der Habib und ich auf dem Weg nie zusammengefunden hätten.. ich erzähle ja bereits ein bißchen.... 

Herausgegriffen aus dem Artikel weil gefällig habe ich mir den Vergleich, den Psychologen erstellten, die zum Thema menschliche Entscheidungsprozesse forschen: und zwar dass bei Dating-Apps Menschen beurteilt werden wie ein Fertiggericht nach Zutatenliste und Kalorienangaben - doch wie das Gericht schmeckt, weiß man deshalb noch lange nicht.

 

 

Ein Bild, mit dem ich als Foodie arbeiten kann. Das Auge allein verführt, die Beschreibung gibt eine Vermutung, aber letztlich hilft beim Essen eben wie im echten Leben nur der Selbstversuch, wenn mans wirklich wissen will: nachkochen und mit allen Sinnen ein eigenes Urteil fällen.

Wenn es sehr üsselig draußen ist - so richtig grau, dunkel, regenschwanger, feuchtkalt - dann kann mich das oft dazu animieren, uns eine handgemachte Pasta auf den Tisch zu bringen. Pasta-Schnecken habe ich uns schon lange nicht mehr zubereitet, dabei sind sie eine ungemein bequeme Art, gefüllte Nudeln zu basteln. Godfather aller Pasta-Schnecken bleiben die Krautkrapfen. Diese heutige Zutaten-Kombi ist altbewährt und in meinem Geschmacksuniversum sehr beliebt: Kürbis - Mangold - Ziegenkäse... kann nix mit falsch laufen. Außer, dass ich mich bei solchen Gerichten tendenziös überfresse.


Zutaten 2-3P:

Pastateig:
200g D1050
2 Eier
1 EL Olivenöl
...
350g Mangold
1 kleine Zwiebel
3 Knoblauchzehen
etwas Gemüsebrühe
2 TL Thymian
100g Ziegenkäse, cremeux*
1 EL crème fraîche
Salz, Pfeffer
Olivenöl
....
250g Ofentomaten
250g Kürbis (m: Butternut)*
etwas Gemüsebrühe
Harissa
2 Lorbeer-Blätter
1/2 TL Ras el Hanout
Salz, Pfeffer
eine Prise Rohrzucker
ein Schlückchen Rotwein
...
etwas geriebener Käse zum Bestreuen (m: Tomme de brebis)


Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Pastateig einen homogenen Teig kneten, in Folie packen und für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
 
Die Pasta-Sauce zuerst zubereiten. Dafür den Kürbis schälen und würfeln. In etwas Kokosöl kurz anrösten, dazu auch das Ras-el-Hanout mitrösten, bis es zu duften anfängt. Nun Ofentomaten, Brühe und Rotwein anschütten, Lorbeerblätter dazugeben und bei geschlossenem Deckel weich garen. Salzen, pfeffern, würzen mit Harissa und etwas Zucker. Fein pürieren. Die Sauce sollte cremig sein aber nicht flüssig.

Für die Füllung Mangold waschen, Stiele vom Grün entfernen und getrennt voneinander klein schneiden. Zwiebel fein hacken, ebenso die Knoblauchzehen. Zwiebel in heißem Olivenöl glasig braten, kurz vor Ende den Knoblauch zufügen, dann die Mangoldstiele mit dem Thymian. Ein wenig Gemüsebrühe anschütten, Deckel auflegen und etwa 5min garen. Dann das Mangoldgrün untermischen und weitere 5 min garen Salzen, pfeffern und gewürfelten Käse und Crème zum Mangold schmelzen lassen. Die Flüssigkeit sollte nahezu verkocht sein. Etwas abkühlen lassen.

Ofen auf 190°C (OU-Hitze) vorheizen.
 
Den Pastateig dünn rechteckig auswellen (etwas dünner als für Krautkrapfen) - etwa auf 55cm x 35cm. Die Füllung dünn auf dem Pastateig verteilen. Von der langen Seite aufrollen und in 8 gleichgroße Stücke schneiden

Ca. 2⁄3 Tomatensoße in eine ofenfeste Form geben. Die Nudelrollen hochkant nebeneinander hineinsetzen. Restliche Sauce darübergeben, nun den geriebenen Käse darauf verteilen und mit Olivenöl etwas beträufeln. Im heißen Ofen ca. 20 Minuten backen

 

Anmerkung m: Lieblingskürbis bleibt bei mir der Butternut/ Saint félicien ist eine Käse-Alternative oder eben ein anderer cremiger Charakterkäse/ ich hatte zuletzt noch ein paar tiefgefrorene confierte Kirschtomaten in die Sauce gemischt

 



.Geschwister im Blog-Universum:

 

    ****    mit Käse überbackene Nudelschnecken

  ****    Rotolo ripieno

  ****    Nudelrollen mit Kürbis und Linsen

   ****    Krautkrapfen 

   ****    Zucchini-Krapfen mit confierten Kirschtomaten
 

 

Neugier: Lasagne aux carottes, fines herbes et comté

Mittwoch, 8. März 2023

 
 

Das Bild hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt und bereitet mir Freude, wann immer ich daran denke: ein kleiner Junge, vielleicht 2 Jahre alt, wird von seinem Vater im Buggy geschoben. So weit so unaffällig. Was aber direkt ins Auge sticht ist, WIE das Bübchen im Buggy sitzt. Er sitzt nämlich aufrecht, gar leicht nach vorne gelehnt, fast ein wenig angespannt - beide Hände halten sich am Sicherheitsbügel fest, mit wachen Augen und gespitzten Ohren. Wie auf einem Wachposten. Wie ein Jäger im Hochsitz. Wie in der Achterbahn vor dem Start. Als würde hinter jeder Ecke etwas Großartiges warten, etwas Spannendes zu entdecken sein. Neugier am Anschlag, mittendrin im großen Park der Sensationen, im Abenteuer Leben, das Fleisch gewordene Sesamstraßenlied:  tausend tolle Sachen, die gibt es überall zu sehen... A-l-l-e-s aufregend! Der Anblick amüsierte mich sehr!

Warum ist diese Art der Begeisterung schwer aufrecht zu erhalten? Anstelle von *aufregend* empfindet man das Leben später eher als *anstrengend*. Derart gespitzte Sinne bei einem Erwachsenen kenne ich eigentlich nur von meinem Habib, dem alten Afrikadurchquerer. In der Wüste muss man sich auf sich verlassen können, da kann man niemanden nach dem Weg fragen - zumindest nicht damals, als der Habib durch die Sahara turnte. Ich weiß auch noch, wie mir diese Wachheit zum ersten Mal an ihm auffiel. Ganz am Anfang, als der Habib und ich zusammengekommen sind, machten wir einen Ausflug an die Mittelmeerküste. Und ich erinnere mich, wie der Habib beim Mittagessen auf der Resto-Terrasse mit eben diesem Interesse für alles und jeden seinen Blick schweifen ließ. Wie eine Art gesteigerte Aufmerksamkeit. Ich stutzte darüber, denn ich begann dann ebenfalls den Kopf zu drehen: anscheinend entgeht mir was. Erde als großes Mysterium.

Neugier macht das Leben definitiv lebenswerter. Aber wie im Urwald auch, gilt es die Wahrnehmung zu schulen, Fährten lesen zu können, Vögelrufe auseinander zu halten uswusf - all das kann Orientierungshilfe bieten, all das kann im Dschungel gar lebenswichtig sein. Kunst-Unterricht samt seinen Bildbesprechungen wäre eine tolle Möglichkeit, um den Blick zu trainieren. Sehen, richtig sehen will gelernt sein. Und wenn das Auge weiß, worauf es zu achten hat, übt es mit der Zeit, Informationen viel schneller abzugreifen, zu filtern, zusammenzusetzen und auszuwerten. Mir hat in dieser Hinsicht die Beschäftigung mit Homöopathie Türen geöffnet.

*Wieviel Geheimnisse weißt du*
 *Drei* versetzte der Alte
 *Welches ist das wichtigste?* fragte der silberne König
 *Das offenbare* versetzte der Alte 
                  (Goethe - Das Märchen)

Das größte Geheimnis ist das Offensichtliche - das ist doch stark, oder?! Aber es braucht dafür *Augen, die sehen und Ohren, die hören können*. Stattdessen benutzen wir unsere Grundaussattung *Wahrnehmung* schlecht bis ungenügend (von Gedankenkraft will ich hier jetzt gar nicht anfangen). Und durch das Handy geben wir das Restvermögen sogar noch ab an ein Maschinchen. Blöder Fehler, saublöder Fehler. Damit steht man bereits mit einem Fuß im Irrsinn, der bekanntlich dort anfängt, wo man seiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen kann...


 

Ziehe ich als Beispiel unser Lieblingsresto ran, das mich zu der heutigen Lasagne inspiriert hat. Diese haben wir dort schon zwei Mal gegessen, jedes Mal eine veritable Portion, die gut sättigte und wenig Platz für anderes übrig ließ außer einer kleinen Salat-Dekoration. Der verdiente Mittelpunkt gehörte der Lasagne, zurecht unangefochtener Star. Warum, das werdet ihr beim Nachkochen selbst herausfinden. Fines herbes bezeichnet übrigens eine Mischung aus frischen Kräutern, ich habe dafür Petersilie, jungen Knoblauch sowie Frühlingszwiebeln und Estragon verwendet.

Sehr oft ist ihr *assiette du jour* nämlich das Gegenteil: sehr überladen. Viele unterschiedliche kleine Gerichte, Geschäcker und Aromen drängen sich dicht an dicht nebeneinander. Das macht manchmal Spaß, manchmal ist es aber auch einfach zu viel des Guten.

Und weil sich alles in Allem spiegelt, gilt Gleiches für ihre Passion für Dekoration. Das Resto ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, aber es kracht mehr und mehr aus seinen Nähten, man weiß gar nicht mehr, wohin zuerst gucken. Übertrieben halt.

Kleine Beobachtungen wie diese machen den Alltag zum Erlebnis. Ich glaube, das ist mit einer der Gründe, warum ich mir das nicht entgehen lassen will. Und weil man mit der Zeit merkt, dass die Sinne sich schärfen lassen, je mehr sie auf Habacht sind. Und weil man seiner Beobachtungsgabe immer tiefer vertraut und damit seinem eigenen Urteil. Und Urteilsfähigkeit ist in meinem Universum, in dem der freie, eigenverantwortliche Mensch das Ideal ist, ein angestrebtes Ziel.


Zutaten 2P:

Lasagne-Blätter:
50g Kamut-VK
50g Dinkel 1050
1 Ei
Salz
....
500g Tomaten (m: halb stückig, halb Ofen-Tomaten)
2 Knoblauch-Zehen
2 Lorbeer-Blätter
1 TL Rohrzucker
Salz, Pfeffer
Thymian
Harissa
2 EL Balsamiko-Reduktion 
....
2 Karotten
150g fines herbes (frische Kräuter/ oder Mangold, nur das Grün)
100g Comté

 

Zubereitung:

Pastateig zubereiten, dafür alle Zutaten zu einem homogenen Teig kneten und eingewickelt mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Dann die Sauce auf den Weg bringen. Dafür in Olivenöl den fein gewürfelten Knofi anschwitzen, Tomate zufügen, salzen, pfeffer, Thymian und Lorbeer-Blätter zufügen, würzen mit Zucker und Harissa und offen bei kleiner Hitze einreduzieren lassen auf etwa 300ml. Lorbeerblätter entfernen und abschmecken mit Balsamico-Reduktion. Gebenenfalls nochmals nachwürzen. Die Tomatensauce sollte sämig und gut würzig sein-

Karotten bürsten, der Länge nach halbieren und dann der Länge nach in lange Scheiben schneiden. In etwas Salzwasser mit einem kleinen Stich butter und einer Prise Zucker weich garen.

Die frischen Kräuter waschen, trocken schütteln - von Stielen befreien (Petersilie) und mittelfein hacken. (Mangold von den Stielen befreien (und diese für ein anderes Gericht verwenden), waschen und über Wasserdampf garen. Dann kleiner schneiden).

Pastateig dünn auswellen (m: Marcato)  und in 5 gleichgroße Stücke schneiden. In einer breiten, tiefen Pfanne Wasser erhitzen, salzen und die Teigplatten nacheinander darin kochen. Auf einem sauberen Küchentuch glatt auslegen.

Den Ofen auf 200°C vorheizen.

Die 1kg-Form buttern und nun die Lasagne schichten: dafür mit ein wenig Tomatensauce beginnen, dann ein Lasagne-Blatt - Tomatensauce - Karotte - Mangold - Käse (geraspelter Comté) - Lasagneblatt .... mit einem Lasagneblatt, Tomatensauce und Käse abschließen.

Die Lasagne etwa für 25min in den Ofen schieben.
 
Anmerkung m: fines herbes wird eine Mischung aus unterschiedlichen frischen Kräutern bezeichnet - je nach Jahreszeit Petersilie, Kerbel, Schnittlauch, Estragon (aber auch Basilikum, Koriander... je nach Rezept und Aromenwunsch) - sie würzen diese Lasagne nochmals mit - und die Qualität der Sauce ist entscheidend bei dieser Lasagne: die muss schön sämig und gut würzig sein. Dadurch dass ich sie bereits 2 Mal zubereitet habe und beim 2. Mal die Sauce zu *dünn* wurde, weiß ich das gewiß. Wer keine Ofentomaten hat, nimmt stattdessen stückige Tomaten und zwar möglicherweise insgesamt 600 g, die dann auf die Hälfte einreduziert wird


Sommervariante: hier war die Sauce besser geglückt = würziger und sämiger

das Böse 2/4: Cannelloni mit Kürbis, Mangold und Ziegenkäse

Sonntag, 23. Januar 2022

 

 

Die Welt betrachte ich durch die Brille der Homöopathie. All mein Wissen über die Homöopathie habe ich von meinem Habib. Mit ihm zusammen trat die Homöopathie in mein Leben. Viele Jahre hatte ich über die Bildhauerei versucht, mich von außen vorzuarbeiten, was einen Menschen im Inneren bewegt. Die Homöopathie drehte die Richtung meiner Bemühungen um: sie geht vom Inneren aus, dem Wesen, dem Kern. Ja, Homöopathie ist für mich DER Schlüssel für Goethes Ausspruch in *Das Märchen*: *Wie viel Geheimnis weißt du? - Drei, versetzte der Alte. - Welches ist das wichtigste? fragte der silberne König. - Das offenbare, versetzte der Alte.*  

Unabdingbare Basic für das Verständnis für Homöopathie ist, dass erst die Verbindung von Materie und Geist das Leben auf der Erde ermöglich, aber der Geist es ist, der die tote Form belebt! Wer hier schon nicht mehr mitkann, braucht gar nicht weiterzulesen.

Anfangs schien es mir völlig fancy, dass die Homöopathie in der Lage sein soll, die Inhaltskräfte der Natur beschreiben und auseinanderhalten zu können. Aber kommt es einem kompletten Frischling, der zum ersten Mal versucht auf der Tastatur seine zehn Finger unabhängig voneinander zu bewegen, nicht auch wie ein Witz vor, dass eine Klaviersonate von Beethoven für Menschenhände geschrieben sein soll? Es gilt wie für alles Streben: üben, üben, üben - was ebenfalls gute und weniger gute Spieler hervorbringt.

Und weil das Beschäftigungsgebiet der Homöopathie die beseelte Natur ist, scheint es mir gemäß meiner eigenen Entwicklung schwer vorstellbar, dass man Homöopathie über Theorie/Bücher erlernen kann. Viel mehr glaube ich - wie eigentlich für alle Künste - an das Meister-Prinzip. Es braucht jemanden, der dich einweist, einführt, der sein Wissen und seine Erfahrung in persona direkt und unmittelbar weitergibt. In meinem Fall lenkte der Habib mein Denken und meine Wahrnehmung. 

Der Habib faszinierte  mich mit der ersten Begegnung derart, dass ich es rasend spannend fand zu versuchen, die Welt mit seinen Augen zu betrachten. Was er erzählte, fiel mir zu Beginn schwer nachzuvollziehen. Aber jemand der trampend durch die ganze Welt zog, bevor Trampen überhaupt erfunden worden war, jemand der mit seinem Jeep zigfach ganz allein ohne GPS die endlose algerische Wüste durchquerte, jemand, der einzigartige, unverwechselbare Häuser entwirft, jemand, der im Schweiße seines Angesichts diesem Hang in der Drôme ein ganzes Anwesen abgetrotzt hat, kann so spinnert nicht sein (an den Taten werdet ihr gemessen...). Faktisch kannte ich niemanden, der mehr mit beide Füßen auf dem Boden steht wie er.

Um ein konstitutionelles Mittel zu begreifen, braucht es mindestens zwei lebende Beispiele, um dahin zu kommen, dieses wiedererkennen zu können. Und ja, ist doch sensationell, oder , man kann solche Mittel wiedererkennen (wenn's nicht wahr ist, soll mir mein kleiner Finger abfallen). Und zwar mittels emotionaler Intelligenz, mittels Einfühlen (s. auch *Vom Geist Afrikas*) - nichts was ein Computerprogramm durch Auswertung von Details jemals leisten kann. Denn in der Homöopathie geht es um feinste Nuancen und stets um das Individuum, den individuellen Fall. Ganz mit Saint Exupéry *Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar. Man sieht nur mit dem Herzen gut.*

Jüngere Menschen haben Probleme, die Emotionen anderer wahrzunehmen, titelt die Zeit. Verkrüppelte emotionale Fähigkeiten sind der Preis für gesteigerte, aber auch verdrehte Verstandeskräfte. Viele Menschen in den Industrie-Nationen wiegen sich in dem Trugschluß, indigenen Völker deshalb überlegen zu sein, ohne überhaupt zu bemerken, dass der Kopf ihr Herz verkümmern ließ.

Gefühl und mentale Gedankenkraft müssen im Einklang stehen. Wird eines davon bevorzugt, so schrumpft das andere in gleichem Maße (Gefühlsdusselei = verdrehte Emotion). Ebenso wirken auch Körper und Spiritualität wechselseitig aufeinander. Letztlich aber müssen alle vier Wahrnehmungsebenen - Körper-Gefühl-Verstand-Spritualität - in stimmigen Austausch miteinander stehen. 

Erkenntnis ist ein ausgewogener, innerer und individueller Prozeß, der nicht übertragbarer ist -  zum xten mal der Goehte Ausspruch *Wenn ihrs nicht fühlt, ihr werdet es nicht erjagen*. So geht der beste Schutz der Wahrheit: sie offenbart sich nur jenen, die nach ihr suchen, die dafür bereit sind. Hingegen tiefes Wissen offen zu legen für alle, birgt große Gefahren. Vielleicht auch ein Grund, warum manches Wissen nur mündlich weitergeben werden sollte. Goethe machte aus seinem Missfallen über E.T.A.s Hoffmanns Kunstmärchen *Klein Zaches genannt Zinnober* keinen Hehl. ETA Hoffmann beschreibt darin das Wesen von Zinnober, das seine Kaltherzigkeit hinter einem falschen Schöngeist versteckt, in dem es sich der schöpferischen Schaffenskraft anderer bedient um seine Umgebung zu blenden. Was passiert, wenn eine solche Tarnung auffliegt vor Menschen, die Geist nicht verstanden haben, schildert Hoffmann ebenfalls: sie trachten Zinnober nach dem Leben und wollen ihn lünchen. "Todesstrafe" - geistig betrachtet völliger Blödsinn! *Geist* kann man nicht auslöschen.

ALLE Naturkräfte sind notwenig, um Leben auf der Erde überhaupt zu ermöglichen! *Was machst du an der Welt? Sie ist schon gemacht; der Herr der Schöpfung hat alles bedacht.* Ähnlich endet ebenfalls *Reineke Fuchs* - man hat zu aktzeptieren, wie die Welt beschaffen ist. Es ist wie beim Kasperle-Theater: um eine Geschichte zu erzählen, braucht es alle Handpuppen, aber *Kasperle, pass auf!!!!* vor dem Krokodil (den dunklen Mächten) - (s. dazu den Post: Landscape of fear: wer nicht auf der Hut ist, dem gehts an den Kragen). Sie sind alle nötig, wenn sich Kasper entwickeln soll. So waren im alten Ägypten dem Krokodil ganze Tempel geweiht. 

Ganz fatal wird es in der Miasmatik, der Seuchenlehre, denn Seuchen sind hochansteckend und viele davon sind chronisch und unheilbar - nicht nur körperlich, ebenso geistig! Dabei geht es bestimmt nicht um das Richten oder Verurteilen von anderen. Ganz im Gegenteil. Wer noch tiefer vordringen will, nämlich zur Miasmatik - die krankhafte Verdrehungen des Geistes - muss sich ganz zur Verfügung stellen. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Dem eigenen Denken auf die Schliche zu kommen, fällt schwer. Denn unser Denken macht unsere Existenz aus, das stellen wir innerlich auf einen goldenen Sockel. Wie aber diesen Sockel ins Wanken bringen - etwa zur Bereinigung? Es gibt Methoden wie die der öffentlichen Beichte. Oder durch Familienaufstellungen, um dunklen Geheimnissen ans Licht zu verhelfen. Geistige Nacktheit macht höllisch Angst - wirkt aber unbeschreiblich befreiend für die, die sich dazu überwinden.

Es gilt sich klar zu machen: all die unterschiedlichen Lebenskräfte sind angelegt, um einzelne Menschen zur Urteilsfähigkeit zu verhelfen (was will ich, was will ich nicht) und damit zur Bewußtwerdung. Die ganze, irdische Schöpfung opfert sich, um einzelne zum Baum der Erkenntnis zu führen, zum eigenen, individuellen und wahrhaften ICH. Vergiß nie:

DIE LÜGE IST DER ANFANG UND DER GRUND ALLEN ÜBELS AUF DER ERDE

 


Ein offenes Geheimnis ist meine Liebe zu der italienischen, frischen Pasta. Kürbis und Mangold zählen für mich zu den großen Gemüse-Dream-Teams: sie heben sich gegenseitig und ergänzen sich hervorragend. Exakt aus diesem Grund habe ich die beiden - Kürbis & Mangold - schon sehr oft zusammengebracht.

Ziegenkäse macht darauf den perfekten Dreiklang. Diese Kombi habe ich diesen Winter schon 2 Mal als Lasagne auf den Tisch gebracht. Nun als neue Spielart in der gefüllten Version als Cannelloni. Njami, njami - also wenn man sich auf diese Weise nicht das Leben schöner kochen kann, dann weiß ich auch nicht...


Zutaten 2P:

Cannelloni-Blätter:
100g Mehl (m: D1050)
1 Ei
1 EL Olivenöl

350g Kürbis, geschält, in 1cm Streifen (Butternut)
150g Mangold
2 Knoblauchzehen
10 Salbei-Blätter
1 Zweig Rosmarin
1 Ziegenfrischkäse (oder 150g Ricotta)
70g Ziegen-Gauda (m: Tomme de Brebis), geraspelt
 Harissa
1 TL Koriander, geschrotet
1 TL Kreuzkümmel, geschrotet
Salz
1 Pr Zucker

Béchamel:
25g Butter
2 (kleine) EL Mehl
Weißwein
Milch
Salz
Muskatnuss
Pfeffer
2TL Thymian-Blättchen 
Ziegen-Gauda zum Überstreuen

Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Pastateig einen geschmeidigen, elastischen Teig kneten und eingewickelt mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Ofen auf 210°C vorheize. Backblech mit Backpapier auslegen, mit Öl bepinseln und die Kürbisstreifen glatt darauf legen. Mit wenig Öl bepinseln. Salzen, pfeffern und für ca. 15min im Ofen garen. Etwas abkühlen lassen, dann den Kürbis kleiner wiegen

Mangold putzen, Stiele von Blätter trennen. Getrennt von einander klein schneiden. Knofi fein hacken, ebenso die frischen Kräuter. In etwas Öl Mangoldstiele mit Knofi und Kräutern andünsten - dann auch Koriander und Kreuzkümmel zufügen und ebenfalls mitbraten. Dann das Mangoldgrün untermischen, etwas Gemüsebrühe anschütten, Deckel auflegen und Mangold weich garen - dauert je nach Größe etwa 10 min. Der Mangold sollte weich und das Wasser verdampft sein. Salzen, pfeffern.

Kürbis und Mangold mit dem Ziegenfrischkäse/ Ricotta und dem Gauda mischen und nochmals gut nachwürzen.

Den Pastateig dünn in Bahnen ausrollen (m: Pastamaschine Marcato). Daraus 12 Rechtecke von etwa 10cm x 13cm schneiden. In einer hohen, breiten Pfanne Wasser zum Kochen bringen und die Rechtecke nacheinander darin kurz garen und auf einem sauberen Küchentuch auslegen.

Die Béchamel zubereiten. Dafür die Butter in einem kleinen Topf schmelzen und das Mehl zufügen. Immer konstant rühren wenn nach und nach Weißwein und Milch angeschüttet wird - direkt auch den Thymian dazugeben -, so lange rühren, bis eine cremige Béchamel entsteht. Würzen mit Salz, Pfeffer und Muskat.

Ofen auf 180° vorheizen.

Eine Gratinform buttern. Die Cannelloni mit dem Gemüse füllen und einrollen. Nebeneinander in die Gratinform setzen, mit der Béchamel übergießen und mit etwas Ziegengauda bestreuen und für etwa 30min in den heißen Ofen schieben.

Anmerkung m: etwa die gleiche Zutatenliste auch zur Herstellung für eine Lasagne verwendet - dann wird nur der Ricotta herausgekürzt und die Béchamel mengenmäßig etwas erhöht. Den Kürbis kleiner zu scheiden, ist dafür nicht nötig - den kann man auf die Lasagneblätter verteilen, wie man ihn aus dem Ofen holt. Alles andere bleibt sich gleich.


Down to earth: Kürbislasagne mit Mangold und Grünkern

Dienstag, 19. Januar 2021

 

Ich liebe mein Youtube, ich wollte echt nicht mehr ohne sein. Sehr gut kann ich mich an mein erstes Filmchen dort erinnern: ENDLICH mal einem Bäcker auf die Finger schauen können, wie Brotteiglinge professionell bearbeitet werden. Mittlerweile gäbs zu dem Thema ja eine schier erschlagende Auswahl - damals noch nicht. Nur ist jetzt mein Ehrgeiz, was das Brotbacken angeht, ziemlich abhanden gekommen. Mit Porridge und Intervallfasten ist die Brotmenge, die wir verzehren, sehr gering geworden. Meiner Freude am Brotbacken tut das jedoch keinen Abbruch.

Oder auch meine tägliche Yoga-Dosis wäre ohne Youtube völlig undenkbar. Ja, dafür ist Youtube regelrecht unverzichtbar. Was bin ich froh, dass ich das Yoga schon vor den seltsamen Zeiten als Routine in meinen Alltag eingeführt habe. Im vergangenen Jahr habe ich das sogar noch intensiviert. Und so macht meine Yoga-Praxis-Selbstdisziplin eines der Standbeine aus, die mich während des AZs stabilisieren.

Obendrein all die Unterhaltung und Zerstreuung, die mir Youtube bietet! I like! Richtig begeistert bin ich, dass Youtube von all jenen als Plattform genutzt werden kann, die nicht über dickes Vitamin-B, lukrative Seilschaften oder entsprechende Kontakte verfügen, aber auf diese Weise trotzdem ihr Content auf der Welt verbreiten können: in Eigenregie, dank Crowd-Founding oder dem Patreon-Prinzip. Dabei entstehen einfach grandiose Filme voller Herzblut und Leidenschaft!

Meine neueste Entdeckung ist der Dokumentarfilm *Down to earth*, den ich euch direkt eingestellt habe. Die Macher davon sind ein niederländisches Paar mit drei Kindern, die aus ihrem Arbeitsleben ausstiegen, auswanderten an den Michigansee, um dort gemeinsam mit den Anishnaabe, einem Clan von amerikanischen Ureinwohnern, zu leben. In den vier Jahren dort entwickelten sich auch ihre tiefer gehenden Fragen und das damit einhergehende Filmprojekt. Von dort starteten sie ihre Weltreise als Familie zu den *Hütern der Erde*, zu Stammesältesten, Heilern, Medizinmännern und Schamanen, die alle bereit waren, ihre Weisheit mit ihnen - und dank Filmaufnahmen - mit der Welt zu teilen.


 

Beeindruckend  (das müsste es selbst für den größten Skeptiker sein) ist, wie deckungsgleich ihre Aussagen sind, wie sehr sich ihre Haltungen ähneln, wie einfach diese sind und wie leicht verständlich. Einhellig weisen sie darauf hin, dass Quell allen Übels ist, dass wir die Verbindung zur Erde verloren haben - und damit unsere Spiritualität.

Ein für mich passender Untertitel wäre das bereits mit euch geteilte Zitat von dem russischen Philosophen, das für mich zu meinen persönlichen, wichtigsten Sätzen 2020 zählte (#Team Kalendersprüche) gehört. Er spricht darüber, dass wir mit der Technologisierung begannen, uns über die Natur zu stellen und dabei den Kontakt zu unserem Inneren, zu unserer Seele verloren. Indem wir uns von der Natur entfremdeten, * haben wir Gott getötet. Und nun töten wir den Menschen exakt auf die gleiche Art, wie wir Gott getötet haben. Wir haben die spirituelle Dimension des Seins verloren.* An die Stelle von Spritualität setzte sich Hochmut und Verblendung.

Wie wohltuend, wie absolut wohltuend beim Anschauen dieses Film ist der gewonnene Eindruck: wir sind nicht alleine. Es gibt noch andere, die gerne in Harmonie mit der Natur leben würden, die nach Alternativen suchen, die die Hoffnung nicht aufgeben wollen, dass ein Wandel möglich wäre. Und wir sind sogar viele. Wie sich schon zeigte in Hamburg bei den riesigen, friedlichen Demonstration während des G20-Gipfels: so viele Menschen, die auf der Straße veranschaulichten, dass sie mit dem Kurs der herrschenden Systeme nicht einverstanden sind. Das spendet Hoffnung - zumindest für einen Moment.

Aber am Großen und Ganzen wird das nicht das Geringste ändern. Ein weltumspannendes System lässt sich nicht mehr ins Kippen bringen. Die Skrupellosen werden skrupellos bleiben, die Gierigen nie genug bekommen - die Mächtigen sind deshalb heute mächtig, weil sie diese Prinzipien reich machten. Es ist zu spät, das Ausmaß der Zerstörung nicht mehr umkehrbar. Ich weiß, die nüchterne Wahrheit bar aller Illusion klingt schnell zynisch oder verbittert. Und Menschen können zornig werden, wenn man ihnen ihre Illusionen nehmen will. Ich bin ja sowas von bereit, mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Doch Kernaussage des Filmes bleibt für mich die von Nawaten:

*Nur darum geht es, wenn du erkennest, dass du nicht zufrieden bist, wie alles ist, dass du dann zum Suchenden wirst. Nicht nach der Wahrheit von jemand anderem, sondern deiner eigenen.* Jeder einzelne muss sich auf den Weg machen - Grundsatzentscheidungen stehen an, die einem niemand abnehmen kann.

 


Ich weiß nicht wie, aber irgendwie ist Grünkern aus meinem Sichtfenster verschwunden. Sehr vermutlich, weil er in Frankeich nicht aufzutreiben ist. Grünkern, blé vert, da wird man hier selbst im Bio-Laden mit großen Augen angeschaut: Qu'est-ce que c'est? Jamais entendu parler! Tsss, DAS typische Produkt, schon immer das key piece eines jeden Körnerladens in Deutschland kennt im Nachbarland kein Mensch! Wird Zeit, dass ich mal wieder nach Deutschland komme...

Nach dieser Lasagne aber kann ich euch vorhersagen, dass es in Zukunft hier wieder mehr Rezepte mit Grünkern geben wird (also so lange meine Vorräte reichen). Was haben wir geschnurrt beim Essen und ordentlich reingehauen. Ich hätte mich am liebsten reingesetzt. Und die Kombi Kürbis-Mangold halte ich sowieso für made in heaven!

 

Zutaten 2P:

170g Grünkern, grob geschrotet
200ml Gemüsebrühe
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen 
1 Glas Ofentomaten (ca. 200g)*
ca. 150ml Gemüsebrühe
1 Schuß Rotwein
1 TL Thymian
1 TL Oregano
1 Zweig Rosmarin
1 Msp Zimt
Harissa
1 EL Tamari
400g Kürbis (m: Butternut)
200g Mangold
1 EL Crème fraîche
1 Mozzarella, in Scheiben geschnitten

etwas Bergkäse, gerieben
Olivenöl

Zubereitung:

Grünkern am Abend zuvor mit 200ml kochender Gemüsebrühe übergießen, umrühren und abgedeckt und kühl gestellt quellen lassen (verkürzt die Kochzeit enorm).

Zwiebel und Knoblauch fein würfeln. In Olivenöl gläsig dünsten. Grünkern zufügen, ebenso Thymian, Oregano und Rosmarin. Tomaten und zusätzliche Gemüsebrühe sowie den Schuß Rotwein anschütten. Mit einer Prise Zimt würzen. Bei kleiner Flamme ca. 20min zugedeckt köcheln lassen, dabei immer wieder umrühren und darauf achten, dass der Grünkern nicht anhängt. Wenn nötig noch etwas Brühe anschütten. Abschmecken mit Harissa und Tamari, Salz und Pfeffer.

Mangold waschen, Stiele von Blätter trennen und getrennt von einander weiterverarbeiten: Stiele klein schneiden, ebenso die Mangoldblätter in feine Streifen schneiden. Die Stiele in etwas Olivenöl anbraten, dann die Mangoldblätter zufügen mit 3-4 EL Brühe und diese kurz zusammenfallen lassen. Würzen mit Salz, Pfeffer und die Creme unterziehen.

Den Kürbis schälen und in sehr feine Scheiben hobeln (m: mit V-Hobel von Börner).

Gratinform ölen, die Hälfte des Mangols auf den Boden geben, darauf die Hälfte von der Grünkern-Tomaten-Masse sowie die Hälfte des Mozzarellas und zuoberst ein Drittel der Kürbisscheiben darauf verteieln, alles ein zweites Mal derart schichten. Zuletzt abschließen mit Kürbisscheiben. Mit etwas Olivenöl beträufeln, etwas Bergkäse darauf verteilen sowie etwas Thymianblättchen.

In den vorgeheizten Ofen bei 200° (Umluft) ca 40 min im Ofen backen.

*Anmerkung m: Anstelle von Ofentomaten und etwas Gemüsebrühe kann man auch eine Dose stückige Tomaten verwenden/ Anmerkung für mich: das nächste Mal eine größere Gratinform verwenden!



** Wer mag, kann sich gegen einen kleinen Obolus (schönes, altes, aus der Mode gekommenes Wort) auf der Homepage von *Down to earth* den Film in seiner bevorzugten Sprache herunterladen. Ein so sehenswerter Film, für den ich nur zu gerne Promo mache: hier werden den richtigen Menschen die richtigen Fragen gestellt.

Kehrtwende: Kürbisknödel mit Rote Bete-Ragout

Sonntag, 25. Oktober 2020


Nicht erst seit diesem Jahr - wie die Treuen wissen nun auch für Allopathie - schlägt mein Herz für die alternative Medizin. Dank meines Habibs durfte ich ein tiefes Verständnis für Homöopathie erwerben. Und *Der Leibarzt des Dalai Lama erinnert sich* zählt unbedingt zu meinen literarischen Meilensteinen. Außerdem durften wir dank eines tollen Osteopathen dessen Kunst des Heilens an uns selbst bestaunen. Was da alles möglich ist - man glaubt es kaum! Je mehr der Mensch als Ganzheit betrachtet wird samt seinem ihm entsprechenden, umgebenden Biotop, umso eher kann von außen auf Körper, Geist und Seele eingewirkt werden.

Die 3sat-Sendung *Heilkraft der Hände* passt also genau in mein Interessen-Beuteschema. Die drei geladenen Gäste stimmten allesamt überein, dass Therapie (und wir reden nicht von akuten sondern von chronischen Erkrankungen!) am besten greift, wenn Nähe zu dem Patienten aufgebaut werden kann - und zwar sowohl physisch wie psychisch. Der Mensch ist ein komplexes, soziales Wesen, dessen individuelle Biographie in Therapien für den Heilungserfolg unbedingt miteinbezogen werden sollte. Alleine: davon ist die moderne Medizin Äonen von entfernt. 

Besonders spannend finde ich Prof. Dr. Dr. Christian Schubert, der als Arzt und Psychologe das Labor für Psychoneuroimmunologie leitet. Die PNI ist ein recht junger Forschungszweig der Psychosomatik, der die Brücke bildet zwischen psycho-sozialen Faktoren (= Beziehungserleben) und auf der anderen Seite Immunaktivität - plus den Verbindungswege, die zwischen Gehirnaktivität wie psychischer Aktivität und Immunaktivität vermittelnd tätig sind (Hormone, Neurotransmitter, Nervenfasern, ect. = das sog. Stress-System). Wiederum begegne ich hier der Epigenetik, die mich nicht erst seit Dörte Hansens *Altes Land* fasziniert, sondern bereits durch meine eigene Familiengeschichte. Ein zutiefst spannendes Thema, das der größeren Zusammenhänge! Und hier wird nun weiter geforscht, dass *das Stress-System in seiner Epigenetik modifiziert wird durch traumatische Erfahrungen und dadurch einen langfristigen Effekt hat, der sogar Generationen danach beeinflussen kann.* Alles hat eine Auswirkung, alles eine Konsequenz. Nur logisch.

Die letzten großen Erkenntnisse - als Grundlagendisziplinen dieser Forschung - stellten heraus, dass die einzelnen Systeme Immunsystem-Hormonsystem-Nervensystem nicht unabhängig voneinander funktionieren, sondern in starker Vernetzung zueinander stehen (s. etwa Zytokin-Aktivität). Wodurch bewiesen wird, wie groß die Wechselwirkung von Gehirn, Psyche und Immunsystem ist und wie sehr sie sich gegenseitig beeinflussen. Denn das Stress-System macht keinen Unterschied ob stoffliche/ materielle oder immaterielle Außenreize: beide setzen einen Effekt, auf den sich das Individuum anzupassen hat und der vom Stresssystem aufs Immunsystem übertragen wird. 

Bref: Grundvoraussetzungen für ein starkes Immunsystem sind, so der Psychoneuroimmunologe, eine positive psychische Befindlichkeit und gute zwischenmenschliche Beziehungen (auch auf Distanz). *Der Mensch ist ein soziales Wesen. Einsamkeit und Ängste sorgen für negativen Stress, belasten das Immunsystem und fördern die Anfälligkeit gegenüber Atemwegsinfekten – das ist empirisch klar bewiesen.*

Prof. Dr. Dr. Christian Schubert gibt weiter zu bedenken: *Es gilt jetzt dringend zu berücksichtigen, was schon Louis Pasteur, der Begründer der medizinischen Mikrobiologie, auf seinem Sterbebett sagte: Die Mikrobe ist nichts, der Wirt ist alles. Wir sind der potenzielle Wirt des neuen Corona-Virus und von unserer Konstitution hängt es ab, ob und wie gefährlich das Virus für unsere Gesundheit ist.*

 

Wer mag da widersprechen? Obendrauf kam noch, dass ich mir Nena bei Ina angeschaut habe. Und Nena muss Anti-Aging-Drops lutschen: anders lässt sich diese Ausstrahlung mit 60 echt nicht erklären! Irgendetwas an ihrem Live-Style muss sie absolut richtig machen. Ich schließe mich ihrer vielfach veröffentlichen  Insta-Aussage an. Es nützt nichts, man darf sich nicht verrückt machen lassen! 

Et voilà, voilà: so entstand - passend zur Zeitumstellung - der Entschluß zur Kehrtwende. Genug Katastrophen-Alarm geübt. Noch liegt meine Welt nicht in Trümmern. Und so habe ich mir für die nächsten Wochen vorgenommen, mich so sehr wie möglich anderen Themen zuzuwenden (seht es mir nach, wenn es ob der Dauer-Buschtrommelei samt den Dauer-Neureglements mal zu einem Rückfall kommen sollte). Aber ansonsten will ich es wie der Grashupper von unten auf dem Foto halten: genieße den Moment, hüpfe von Augenblick zu Augenblick, drehe dich der Sonne zu und *strebe behutsam danach, glücklich zu sein*. So, Kinners, das wird die Marschrichtung! Ihr wisst Bescheid! Zu meiner eigenen Gesundheit, aber vielleicht - gefallen würde es mir - um auch euch unterstützende *good vibes* für eure internes Bollwerk zu schicken! Anständige Ernährung ist eine tragende Säule für ein gutes Immunsystem (jawohl, ich beharre darauf: man KANN sich das Leben schöner kochen!) aber eine positive innere Einstellung wiegt vielleicht sogar noch mehr! Unterstützt ihr mich, hier eine derartige, kleine Insel zu basteln?

 

Wenn das Essen bunt aussieht, freut sich mein Auge bevor ich gekostet habe. Was ich - als Köchin - allerdings schon getan habe, bevor es auf dem Teller kommt. Aber noch nicht als Komposition. Und nicht nur die Farben auch die Aromen passen wunderbar zusammen. Die Knödel kennt ihr in bereits in rot. Heute in orange!

Zutaten 2P:

125g Knödelbrot (m: Weißbrot vom Vortag)
1 Schalotte
Sonnenblumenöl zum Braten 
100g ofengegarter Kürbis (m: Hokkaido)
2 Eier

70g Bleu (m: bleu de brebis/ Ziegenkäse)
1-2 EL Mehl (m: Dinkel 1150)

1/4 TL Koriander, gemahlen
1/4 TL Kurkuma
1/4 TL Ras el Hanout
Salz
2 EL gehackte Petersilienblättchen
 

500g rote Bete
2 TL Koriander
1/2 TL Kreuzkümmel
Cassis
1 Orange, Abrieb und Saft
1 TL Thymian-Honig
150ml Gemüsebrühe
Balsamico-Reduktion
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
eine handvoll Mangold-Grün 
Olivenöl
einige Blätter Minze
2-3 EL Granatapfelkerne

Zubereitung:

Schalotte schälen und fein hacken. Etwas Öl in einer kleinen Pfanne erhitzen, die Schalotte darin glasig andünsten. Zum gewürfelten Brot in die Schüssel geben.

Den im Ofen gegarten in Scheiben geschnittenen Hokkaid, würfeln und zusammen mit den Eiern pürieren. Käse in kleine Würfel schneiden. Kürbis-Püree, Käse, Gewürze, Petersilie und Mehl zum Knödelbrot geben, alles mit den Händen gut durchmischen und mit Salz abschmecken. 30 min durchziehen lassen (wichtig). 

Aus der Masse nun mit feuchten Händen ca. 5 kleine Knödel formen und 15-20min über Dampf gegaren. Es tut den Knödeln ganz gut, wenn sie im Ofen noch kurz (einige Minuten) warm gestellt werden.

Rote Bete schälen und in etwas größere Stifte schneiden. In Olivenöl anbraten. Die Gewürze - Koriander, Kreuzkümmel kurz mitrösten. Salzen und pfeffern. Orangensaft, Gemüsebrühe und Cassis zufügen, Deckel auflegen und bei kleiner Hitze al dente garen lassen. Kurz vor Ende den in feine Streifen geschnittenen Mangold untermischen und fertig dünsten. Final würzen mit Piment, Minze, Orangenabrieb, Balsamico-Reduktion und Honig.

Das Ragout auf zwei Teller verteilen, den Knödel in die Mitte setzen und mit Granatapfel-Kerne garnieren.

Anmerkung m: die Kürbisknödel folgen dem selben Muster wie die Rote Bete Knödel/ die Balsamico-Reduktion geht mir nie aus/ Cassis hält mir lang, bereite ich ebenfalls selbst zu



Ni lard ni cochon: Zuppa frantoiana

Donnerstag, 21. November 2019


Ein echter Erwachsener - also jetzt nicht altersmäßig beurteilt - strebt Richtung Bewußtheit und Eigenverantwortung. Der Freiheit zuliebe. Bref: die Welt des Erwachsenen ist die Welt der einsamen Entscheidungen - abgewogen vor dem eigenen Gewissen.

*Ach*, seufze ich innerlich, *lasst sie doch noch ein wenig in Ruhe Kind sein*, wenn ich wieder einmal beobachte, wie die Kleinen in der Bäckerei auf den Arm hochgehoben werden, und das Spiel losgeht: *Was hättest du denn gerne: willste lieber dies oder das? Oder doch das?* Schlimm! Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert... Denn das eigentlich Schöne am Kindsein sollte der verwirklichte Werbe-Slogan sein: *Lebe einfach, andere kümmern sich wohlwollend an deiner Stelle um die Details.* Mit existenziellen Lebensfragen muss man sich schließlich früh genug auseinandersetzen. Und so zieht man lediglich Anspruchsdenken hoch.

Entscheidungen zu treffen, macht den wenigsten richtig Spaß. Zum einen bedeutet jede Entscheidung für etwas, dass man sich gleichzeitig gegen vieles entscheidet. Zum anderen geht eine Entscheidung zwangsläufig mit Konsequenzen einher. So ist der Planet nunmal eingerichtet. Nicht immer direkt, manchmal auch zeitverzögert, aber an jeder Entscheidung hängt ein Rattenschwanz. Oder anders gesagt: ein Rosinenbrötchen gibt es halt nur zusammen mit dem Brötchen. Sehr oft kann man das Gesamtpaket anfangs nämlich gar nicht ganz einschätzen. Die Kehrseite der Medaille kommt erst nach und nach zu Tage.

Aber egal wie man es dreht und wendet - selbst wenn man versucht, sich um Entscheidungen zu drücken - dann ist selbst das eine Haltung, für die man sich (unentschlossen) entschied. Man kommt nicht umhin, vom Leben genötigt zu werden, vor die Wahl gestellt zu werden, an Weggabelungen zu stehen und eben entweder nach rechts oder links einschlagen zu müssen. Bewußt oder unbewußt. Zweifelsfrei oder voller Zweifel. Abgelenkt oder fokusiert. Optimistisch oder realistisch... All das zieht entsprechende Qualitäten im Schlepptau mit sich, weil soetwas von sowas kommt.

Tja, there is no way out than trough wirft die englische Lebenshilfe als Allrounder ein, wenn irgendjemand danach fragen sollte....


Kleine Verschnaufpausen bietet das wachsweiche Zwischenreich des Halbgaren: zwischen Tür und Angel, Baum und Borke, nichts Halbes nichts Ganzes, nicht Fisch nicht Fleisch (neither fish nor fowl), mi-figues mi-raisin (Halb-Feige, Halb-Rosine)... Festlegen folgt erst noch. Genau so, wie bei dieser Art Eintopf, der weder nur cremig noch nur stückig ist sondern beides zugleich.

Montag ist bei uns Eintopf-Tag. Ritualisiert. Und wieder einmal gebe ich Byung-Chul Han recht: Rituale verzaubern den Alltag. Wir freuen uns schon auf die GROSSE Portion Gemüse-Topf, den ich stets vegan zubereite. Ebenfalls aus Gewohnheit.

Überraschend lange habe ich gebraucht, bis ich verstanden habe, dass genau das einen Eintopf erst so richtig herrlich schlonzig-köstlich werden lässt, wenn man eine Hälfte püriert, einen Teil aber als Einlage vorher herausnimmt (oder getrennt zubereitet). Es gibt endlose Möglichkeiten, auf diese Weise einen klassischen Gemüse-Eintopf zu variieren. Und sie werden alle toll. Umso mehr hat mich natürlich entzückt, als eine liebe Leserin (coucou Helga) mir dieses toskanische Aus-Versehen-Vegan-Rezept zukommen ließ. Andere kennen diesen Trick also auch. Es wurde umgehend zubereitet - wie immer mit ein bißchen Reinfummelei meinerseits (in Klammern findet ihr die Original-Mengenangaben). Ein heißer Teller voller Gemüseglück:

Zutaten 2-4P:
Gemüse-Kräuter-Suppe

100g gekochte, weiße Bohnen (originial: 100g getrocknete)
ca. 900ml Gemüsebrühe (o: 1,5l)
je 2 Zweige Rosmarin, Oregano, Salbei
(m: ein Stück Kombu-Alge)
2 Lorbeerblätter
450g Kürbis (o: 400g)
1 Zwiebel
4 Knoblauchzehen
1 Möhre
1 Stange Staudensellerie
1 Stange Lauch
je 100g Wirsing, Radicchio, Spinat und Mangold
1 Hand voll Kräuter (Basilikum/ Borretsch/ Petersilie)
4 EL Olivenöl
1 Schuß Weißwein
Salz, Pfeffer

Zubereitung: 

Die Bohnen am Vortag mit Wasser bedecken und über Nacht quellen lassen. Am nächsten Tag kalt spülen und mit der Brühe zum Kochen bringen. Die Kräuter samt Alge in einen Teebeutel geben, verschließen und dazugeben. Während einer guten Stunde bei halb aufgelegtem Deckel weich kochen.

Kürbis schälen und in Würfel schneiden, zu den Bohnen geben und weitere 20min köcheln lassen, bis der Kürbis gar ist.

Währenddessen Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Sämtliches Restgemüse (Möhre, Lauch, Sellerie sowie das Blattgemüse Spinat, Mangold, Radicchio) klein schneiden (m: den Wirsing habe ich getrennt kurz gekocht und blanchiert, damit er seine grüne Farbe behält).

Zwiebel, Knoblauch, Möhre, Sellerie und Lauch im Öl etwa 5min anbraten. Dann das übrige Gemüse zufügen und weitere 5min dünsten. Zuletzt klein geschnittenen Kräuter untermischen und mit etwas Wein ablöschen. Salzen und pfeffern.

Den Kräuter-Teebeutel aus den Bohnen ziehen. Dann den Topfinhalt pürieren. Pfanneninhalt zufügen und unterrühren und den Eintopf weitere 5-10min köcheln lassen. Nochmals abschmecken und servieren-

Anmerkung m: Das Einlage-Gemüse lässt sich nach Lust und Vorrat sehr gut variieren - der Eintopf ist aber nach Rezept sehr schön ausgewogen und vielfältig!

Quelle: Helga


aufge-pic-t: gratinierte Nudeln mit Kohlrabi und Mangold

Sonntag, 28. Juli 2019


Man könnte meinen, dass ich uns Pasta nur frisch zubereite. Aber nein, auch ich bin manchmal froh, wenn ich uns ein paar Nudeln einfach aus der Packung ins Wasser werfen kann. Es gibt eben Momente, in denen schnell gekocht sein will.

Ein Uralt-Trick - der nahezu jedes Essen genießbar macht - ist es, das Ganze mit Käse zu überbacken. Etwas, das leicht knuspert und obendrein Käsefäden zieht, das hat bei mir schon immer gewonnen.

Ein weiteren Dreh gibt in dieser béchameligen Sauce der Savora-Senf. Allen Foodies, die bei uns Urlaub machen, schreibe ich mehr oder weniger eine kleine Einkaufsliste, was sie UNBEDINGT aus der Drôme mitnehmen müssen: lila Knoblauch, Ziegenkäse, Lavendel- und Thymianhonig, Walnuss-Öl, Aprikosen und Pfirsiche, Piment d'Espelette, Tapenade, herbes de provence, ein Verveine-Pflänzchen und Savora-Senf (das ist - wie bereits erwähnt - die *kleine* Liste). Den Tipp mit dem Senf als Geschmacksverstärker hatte ich von Madame Pic für diese Tarte. Seither steht bei mir stets ein Glas im Kühlschrank. Für alle, die ihn nicht kennen, verleiht er jedem Gericht eine unbekannte Wendung. Und für die Eingeweihten ist er das Gewürz der Wahl, wenn ein nicht nennenswerter Kick beim Abschmecken fehlt. Er hat sein Platz also im selben Köcher wie meine geschätzte Balsamico-Reduktion.

So wird ein echtes Alltagsessen durchaus sonntagswürdig. Oder wie ich gerne nach den ersten zwei Gabeln ermunternd sage: *Es schmeckt besser, als es aussieht!*


Zutaten 2P:

180g Penne (m: Halb-VK)
1 mittlere Kohlrabi (oder 2 kleine)
250g Mangold
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
250ml Gemüsebrühe
50ml Sahne
1 TL Savora-Senf
1 Schuß Weißwein
1 Schuß Portwein
1 1/2 EL Mehl 
1 nussgroßes Stück Butter
Salz, Pfeffer
70g Bergkäse, gerieben (m: Comté)

Zubereitung:

Ofen auf  200° (O/U-Hitze) vorheizen.

Kohlrabi schälen, in 1cm Scheiben schneiden, mit 250ml Gemüsebrühe aufsetzen und in einigen Minuten (ca. 7 min) bissfest garen. Abschütten, Kochflüssigkeit auffangen, Kohlrabi abkühlen lassen, dann in Stifte schneiden.

Pasta in reichlich Salzwasser al dente garen. Abschütten und abtropfen lassen

Mangold rüsten. Dafür Stiele von Blättern trennen und Stiele (falls nötig) von Fäden befreien. Bei jungem Mangold - wie dem meinen - ist dieser Arbeitsschritt nicht notwenig. Stiele fein schneiden und zusammen mit der fein gewürfelten Schalotte in Butter anschwitzen.

Das Mehl darüber stäuben, kurz mitbraten, dann mit Weiß-und Portwein unter Rühren ablöschen und nach und nach die Gemüsebrühe anschütten und cremig einköcheln lassen. Die gestiften Kohlrabi untermischen. Die feingeschnittenen Mangold-Blätter in die Pfanne geben und in der Sauce zusammenfallen lassen. Sahne unterziehen, salzen, pfeffern, mit Savora-Senf würzig abschmecken. Die Pasta mit der Sauce mischen, nochmals würzen und in eine Gratinform umfüllen.

Mit geriebenem Käse überstreuen und auf mittlerer Schiene ca. 25min goldbraun backen.

eingepackt: Laubfrösche mit mediterraner Polenta auf Paprika-Ragout

Freitag, 16. November 2018


Für manche Menschen kann anhaltender Sonnenschein geradezu schädlich sein - man kommt zu nichts, permanent ziehen angenehme Temperaturen nach draußen und die Sinne sind damit beschäftigt, die gebotenen Aufführungen vor der Nase voll mitzubekommen. Einschränkend gilt zu bemerken, dass verstärkend wirkt, wenn man jeder Neigung zu Rausch und Betäubung den Riegel vorgeschoben hat. Sonst... Es sind ja IMMER die Umstände... so als Ausrede, Entschuldigung, Ausflucht oder Begründung... kennt man ja...

Aber jetzt, bei herrlichstem Novemberwetter mit Nebel, Feuchtigkeit und einem eingetünchten Komplettgrau da darf sich das Kopfkino wieder nach innen kehren. Verdauen, was bisher geschah, abstapeln, was sich angehäuft hat. Eigentlich komme ich trotzdem wieder zu nichts... sonst wäre hier mehr los...

Aber gegessen wird weiterhin, dafür gekocht ebenfalls und als kleines Goodie bekommt ihr musikalische Neuentdeckung eingespielt: perfekt, um sich in Stimmung zu tanzen. Die Welt ist schlecht? Die Politik auf falschem Kurs? Populismus gerade zu weit verbreitet? Der Job nervt? Der Mond geht zu schnell auf und es fehlt Licht? Ach Kinners, dann habe ich Musik, die euch ins Gegenteil groovt (gemäß den Falles, ihr solltet wie ich zu jenen gehören, die JAIN bisher verpasst haben).

Und wenn euch das nicht ausreichend einmuggelt, dann kocht ihr euch noch die *Fast-Capuns* mit südfranzösisch aromatisierter Polenta. Also dann müßte die Jolle wieder richtig im Wind liegen! Und ich merke mir die kleinen Päckchen schon mal als Entrée für meine alljährlichen Menu-Vorschläge für den 2018er Ausklang.


Zutaten 2P:

90g Polenta*
200ml Milch (od. Mandelmilch)
200ml Gemüsebrühe
1 Stück Parmesanrinde
Thymian
Oregano
4 getrocknete Tomaten
2 EL geriebener Parmesan
8 Oliven (grün/ schwarz)
Salz, Pfeffer

12-16 Mangoldblätter (je nach Größe)
50ml Gemüsebrühe

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
3 Paprika (rot/ grün)*
1 EL Crème fraîche (od. Mandelmus)
ein Schuß weißer Portwein
Harissa
100ml Gemüsebrühe
Olivenöl
Roux 

Zubereitung:

Die getrockneten Tomaten mit etwas kochendem Wasser übergießen, abschütten und sehr klein schneiden. Die Brühe mit der Milch in einem Topf zum Kochen bringen und die Parmesanrinde dazugeben. Ebenfalls Thymian und Oregano zufügen. Die Polenta einrieseln lassen und unter stetigem Rühren 30 Minuten köcheln lassen, eventuell noch etwas Brühe anschütten. Nach der Hälfte der Kochzeit die Tomaten unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und den feingehackten Oliven abschmecken. Abkühlen lassen.

Mangoldblätter waschen. In kochendem Salzwasser 30 Sekunden blanchieren, kurz unter kaltem Wasser abschrecken und gut abtropfen lassen oder etwas abtupfen. Die mittlere Blattrippe rausschneiden (genau so wie es Robert vormacht). Jeweils 1-2 TL (je nach Größe der Mangoldblätter - sie sollten nicht zu groß sein, aber auch nicht zu klein - man muß die Ränder noch einklappen können, um Päckchen zu wickeln). Dann die Laubfrösche einrollen und in eine Gratinform setzen. Im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen auf der zweituntersten Rille ca. 20 bis 25 Minuten backen; dabei von Zeit zu Zeit mit Gemüsebrühe übergiessen (m: vergessen - daher sind sie *obenrum* etwas dunkel geworden).

Parallel das Paprika-Ragout auf den Weg bringen: dafür die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln. Die Paprika in 1 cm Würfel schneiden. Zwiebel mit dem Knoblauch glasig braten, Paprika zufügen, nochmals etwas weiterbraten und mit einem kräftigen Schluck Portwein ablöschen. Kurz einreduzieren lassen, Gemüsebrühe anschütten, Deckel auflegen und bei kleiner Hitze weich garen. 3 EL davon in einem Extra-Gefäß pürieren, mit einer kleinen Roux binden und mit Crème und Harissa, Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Ragout in Teller füllen, die Päckchen drauf setzen und mit etwas Parmesan bestreuen.

*Anmerkung m: Polenta - verwende ich stets die *echte* Tessiner Polenta (Coucou Sabine), die länger braucht zum Garen als die Instant und VIEL besser schmeckt. Es bietet sich an, die Polenta am Tag zuvor zu kochen, dann kochen sich die Laubfrösche richtig schnell - bei mir war es gar ein verwerteter Rest.

Üblicherweise schäle ich die Paprika entweder mit dem Sparschäler oder häute sie, nachdem sie unter dem Grill lagen. Aus dem eigenen Garten sind sie dafür zu dünnhäutig...

Inspiration: Wildeisen





... und das neue Album ist auch super: höre hier rein oder hier