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Genüglichkeit: Lauch-Strudel mit Ebsen-Minz-Sauce

Donnerstag, 9. Januar 2020


Zum Jahresbeginn erhält man in der medialen Aussenwelt allerortens Ratschläge zum Abnehmen, für Detox-Kuren, für Ideen, wie man nach den üppigen Festtagen, den Gürtel wieder enger geschnallt bekommt, wie Ausnüchterung aussehen könnte - just nachdem die gleiche Presse gar nicht lange zuvor die Masse entschieden in die entgegengesetzte Richtung drängte. Die guten Neujahresvorsätze, die ein bißchen drücken, vermischt mit dem vagen Gefühl, dass man vielleicht ein neues Jahr nicht zwingend fortführen sollte, wie man ein altes beschlossen hat, rufen gerade nach momentanter Befriedigung.

Das Problem an einer vernünftig, gesunden und guten Lebensführung, ist, dass es nicht ausreicht, einmalig anständig zu essen. Einen One-Night-Stand-Apfel kann man sich dann auch schenken. *One apple A DAY keeps a doctor away.*

Oder um den altbekannten Goethe-Ausspruch hinzuzuziehen: *Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen*. Und in diesem kleinen Satz sind gleich drei Worte enthalten, die auf anhaltende Stetigkeit hinweisen (immer/ streben/ bemühen). Das Gute schleift sich (leider) nicht von alleine ein, da muss man konsequent hinterher sein - ein Phänomen, ich hatte es bereits darüber.

In der Mäßigung, in der freiwilligen Beschränkung sieht der Dalai Lama ein großes Potential für innere Zufriedenheit, dem Gral, dem wir doch eigentlich hinterher jagen sollten: *Die Ironie will es so, dass wir dann, wenn wir das Objekt unserer Wünsche erlangt haben, immer noch nicht zufrieden sind. Auf diese Weise nimmt die Begierde nie ein Ende und ist eine ständige Quelle der Schwierigkeiten. Das einzige Gegenmittel ist die Genügsamkeit.* Zur Beschränkung hatte ich es ebenfalls schon -  und bereits die Erwähnung klingt fast, als würde man sich von der Welt abwenden und freiwillig wie ein Mönch oder eine Nonne leben wollen. Aber Beschränkung klingt nur deshalb so biblisch, weil der Zeitgeist einer derartigen Haltung polar gegenübersteht:  bei allem pastoralen Geschwätz zur Klimarettung: 2019 verzeichnet der Einzelhandel einen neuen Umsatzrekord - das zehnte Jahr in Folge.

Ja, ich rege mich nicht schon wieder auf - andere dürfen anders sein... obs mir gefällt oder nicht. Wie hat es Gandhi so hübsch gesagt: *Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt*. Das ermöglicht mir das Weltengeschehen maximal zu ignorieren und mich komplett auszulasten. Und ganz ehrlich: dieses Dauergelaber, das sich mehr und mehr als Dauergelaber enttarnt, verdient wirklich keine weitere Aufmerksamkeit von mir. Die Überdosis ist erreicht.

Seine Lebensgewohnheiten umzustellen - rein aus Vernunftsgründen - ist kein einfacher Purzelbaum. Es braucht einen festen Entschluß, dessen Wille sich nur in der Tat zeigt: *Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.* (wieder Goethe). Könnt ihr euch noch an die Groteske erinnern, als vor ein paar Jahren von den Grünen ein Veggie-Tag in der Woche vorgeschlagen wurde. Mit großer Empörung wurde er abgeschmettert. Dabei glaube ich, dass sich damals nur eine mächtige Lobby durchgesetzt hatte, die Mehrzahl der Deutschen der Idee aber gar nicht ablehnend gegenüberstand.

Nun der Habib und ich beschlossen schon vor geraumer Zeit zwei Mal die Woche auf tierische Produkte zu verzichten und ich koche dann vegan. Nicht nur dem Tier- und Planetenwohl zuliebe, sondern genauso auch uns zuliebe. Man gewöhnt sich daran wie an unser Morgen-Porridge, so sehr sogar, dass man es irgendwann gar nicht weiter hinterfrägt. Das sind dann wie Entlastungstage, wie eine Art Schonkost (klingt mindestens so fürchterlich wie Verzicht, oder?).  Aber hey, Gemüse mit Gemüse - my daily junk. Ein Tag ist Eintopf-Tag (ein Spezial mit zusammengestellten Lieblingen steht schon bereit) und am anderen probiere ich gerne etwas Neues aus. Es tut uns gut, deshalb ist Dabeibleiben kein echter Salto. Zumal Käse und Butter ja eben an einem anderen Tag wieder zelebriert werden.


Und ja, allen Unken zum Trotz: es schmeckt mir einfach. Klaro könnte man diesen Strudel mit Crème fraîche und Käse pimpen und die Sauce mit einem Schuß Sahne bereichern. Spricht nix dagegen, aber wir haben uns - mit einem begleitenden Karotten-Salat - auch so die Finger geschleckt.

Gerne gebe ich meinen Rezepten ja obendrein einen Drill Richtung Vollkorn. Was Strudelteig angeht, ist das dann die Premium-Liga. Vermutlich muss man in Österreich geboren sein, um den Teig auch in dieser Version strudelteigdünn gezogen zu bekommen. Für alle anderen Honks wie mich empfehle ich auf die volle Durchsichtigkeit bzw. dem Ausziehen des Teiges zu verzichten und ihn stattdessen mit Geduld sehr dünn auszuwellen. Das verspricht gutes Gelingen - und das ist auch was wert, oder?

Zutaten 2P:

150g Weizen-Vollkorn (m: Purpur-Weizen)
75g lauwarmes Wasser
Salz
1 EL Apfelessig
2 EL Öl

450g Lauch
50g rote Linsen
1 TL Zitronen-Curry
1 EL Mandelmus
ca. 5 EL Gemüsebrühe
1-2 EL Apfelessig
Salz, Pfeffer
Olivenöl

Sonnenblumen-Öl zum Bestreichen des Strudels

100g Erbsen
70g Sellerie
ca. 100ml Gemüsebrühe
1 EL Mandelmus
1 TL Minze
Salz, Pfeffer
Apfelessig

Zubereitung:

Teig für den Strudel gründlich zu einem homogenen Teig kneten, mit Öl bepinseln, in Folie wickeln und 30min ruhen lassen.

Ofen auf 200° (O/U-Hitze) vorheizen.

Währenddessen die Füllung zubereiten. Die Linsen in etwas Salzwasser aufestzen und in ca. 10min weich garen. Abschütten und gut abtropfen lassen.  Den Lauch putzen und in feine Ringe schneiden. In Olivenöl etwa 3-5min anbraten ohne Farbe annehmen zu lassen. Kurz vor Ende das Curry mitrösten. Gemüsebrühe zufügen, mit Mandelmus und Apfelessig würzen, salzen und pfeffern. Die Konsistenz sollte schön cremig und nicht zu trocken sein. Da dieses Gemüse als Füllung verwendet wird, tendenziell leicht überwürzen.

Den Strudelteig entweder zwischen Frischhaltefolie oder auf einer leicht geölten Fläche rechteckig ungefähr auf 30-40cm wellen (wenn nicht zwischen Folie gewellt, dann zuletzt auf ein Backpapier setzen und dort final auswellen). Die Füllung der Länge nach auf das untere 3/4 des Teiges verteilen,  - dabei rechts und links einen Rand von etwa 3cm lassen, das obere Viertel mit Öl bepinseln. Die Ränder einklappen und mit Hilfe des Backpapier/ oder unteren Folie zu einem Strudel rollen.

Nochmals mit Öl bepinseln und auf der zweiten Schiene von unten ca. 35min backen. Zwischendrurch den Strudel nochmals mit Öl bepinseln.

Während der Strudel bäckt die Sauce zubereiten. Dafür den Sellerie putzen, schälen und in kleine Würfel schneiden. In der Gemüsebrühe gut weich kochen. Kurz vor Ende die Erbsen und die Minze zufügen, erhitzen und feinst pürieren. Mit Apfelessig und Mandelmus abschmecken. Salzen und pfeffern und die Sauce auf die gewünschte Konsistenz mit etwas Brühe mischen. Zusammen mit dem Strudel - und gerne einem schönen Rohkost-Salat - servieren.


vegetarische Brathähnchenkeule

Donnerstag, 9. Februar 2017

Mit moränenhaftem Lächeln erwarte ich die Fleischeslustigen, die aus purer Entrüstung ob des Titels hierher klicken. Da sinnse nämlich gerne ein bißle empflindlich, die Carnivoren, das mögen sie nicht. Das weiß ich aus Erfahrung, ob es nun um vegetarische Leberwurst geht oder Veggie-Szegediner-Gulasch-Lasagne oderoder. Bei Fleisch muß Bier schon Bier bleiben. Ich merke fast, wie es den ein oder anderen in den Fingern kribbelt in die Tasten zu hauen: *Was ein Bullshit wieder! Ein Gemüsehuhn ist seither nicht geschlüpft*

Aber das wissen wir ja alle. Und Team Hack hat nun zudem Polit-Prominente Unterstützung, einen Verbraucherschützer des ersten Battalion: Bundesagrarminister Christian Schmidt will demnächst Fleischnamen für vegetarische und vegane Produkte verbieten. Dann ist rum mit groben Späßken! Und niemand wird sich mehr von mir hier durchkitzeln lassen! Was einigermaßen bedauerlich sein wird. Können wir aber trotzdem alle zusammen für witzig befinden, dass das Strudelende aussieht wie eine vegetarische Brathähnchenkeule. Volle, oder?

Geschmeckt hat der feine Krautstrudel mit Paprikasauce übrigens überhaupt nicht nach Federvieh - ja, ich höre ja schon auf - sondern wie ein oberköstlicher Weißkohlstrudel, den ich ganz genauso wieder zubereiten werde. Jedes Mal, wenn ich einen Strudel zubereite, wundere ich mich, wieso ich eigentlich immer ein wenig Muffen vor dem Strudelteigziehen habe. Hält man sich an die Vorgaben der Ösi-Foodie-Kollegen kann gar nichts schief gehen. Die Inspiration zu diesem Gericht ergab sich erneut aus einem bewährten Flipperspiel von missboulette zur Küchenschabe bis zu mir - ein Ballspiel, das noch jedes Mal zum Jackpot-Essen wurde und auf das ich mich mittlerweile blind verlasse!
Zutaten 2P:

Strudelteig*:
150 g Mehl
95 ml warmes Wasser
1 EL Öl
eine Prise Salz
Öl zum Bestreichen
Mehl zum Bestauben
Butter zum Bestreichen

600g Weißkohl
Salz
1 Zwiebel, fein gehackt
1/2 TL Zucker
1 TL Paprika, edelsüß
1/2 TL Kreuzkümmel
2 TL Thymian
Piment d'Espelette
Pfeffer und Muskat
100 g Sauerrahm
ca. 120ml Gemüsebrühe

Paprika-Sauce nach diesem Rezept

Zubereitung:

Mehl mit Salz, Öl und nach und nach mit dem warmem Wasser verkneten. Den Teig mit Öl bestreichen und zugedeckt eine halbe Stunde rasten lassen.

Das Kraut in feine Streifen schneiden. Kräftig salzen und mit den Händen durchkneten. Eine Stunde ziehen lassen (m: deutlich kürzer).

Die Zwiebel in etwas Butter anschwitzen und glasig braten. Das Kraut gut ausdrücken und unterrühren, ebenso sämtliche Gewürze (ohne die Crème fraîche). Ungefähr 20 Minuten weich dünsten, nochmals abschmecken. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Jetzt mit dem Teig zum größten Tisch in der Wohnung gehen. Ein großes Leintuch auf der Tischfläche ausbreiten, mit Mehl anstäuben, den Teig ebenfalls anstäuben und gleichmäßig ausrollen. Mit flüssiger Butter bestreichen, zugedeckt einige Minuten rasten lassen. Nun mit beiden Handrücken unter den Teig greifen und den Teig ganz vorsichtig gleichmäßig ausziehen (so dünn, dass man eine Zeitung drunter lesen könnte). Die Ränder abschneiden. 

Den Teig mit etwas Öl bepinseln. Die Füllung darauf verteilen, dann den Sauerrahm darüber verstreichen. Den Strudel vorsichtig einrollen und in eine passende Form legen. Mit etwas Brühe bei 200 Grad ungefähr 40 Minuten backen. Ab und zu mit Suppe übergießen und goldbraun backen lassen.

Parallel die Paprikasauce wie hier beschrieben zubereiten. Zusammen mit dem Strudel servieren!

*Anmerkung m: Den Strudelteig extra deutlich erhöht - das nimmt komplett irgendwelchen Stress beim Ausziehen!
Inspiration: Uschi aka Küchenschabe

verpackte Reste - Gemüsestrudel mit Dipp

Freitag, 11. September 2015

Zu den Gerichten, die ich in der letzten Zeit mehrfach zubereitet habe, gehört dieser Gemüsestrudel. Er ist variabel, man kann darin Gemüsereste verstecken, er schmeckt sehr gut (Grundidee von Schuhbeck), er ist vegan und ich wollte die Stolpersteine für euch ausräumen.

Denn eigentlich ist so ein Strudel strunzpiep einfach. Ein Gericht ohne jede Pillepalle - wieso ich ihn ja auch so mag. Aber: ich bin schon ins Straucheln gekommen - daher die Fürsorge. Und nee, das Ausziehen des Teiges geht ebenfalls ganz simpel und schnell von statten, WENN die Teigkonsistenz stimmt. Dort liegt der Hund begraben. Mal ist mir der Teig etwas zu fest, mal etwas zu dünn geraten - tja, und schon wirds murgsig. Während man das Wasser zum Teig gibt, darf man sich also konzentrieren. Und nicht wie ich schon wieder mit Gedanken bei den nächsten Schritten sein. Klebt der Teig nicht mehr und ist dennoch schön elastisch - dann läufts...

Als Dipp paßt ein Auberingen-Hummus ebenso gut wie mit Rote Bete oder mein Gemüseconfit. Ein Hummus mit Orange und Safran ginge natürlich auch...
Zubereitung:

Strudelteig:
100g Dinkelmehl 630
50g Dinkel-Vollkornmehl, fein gemahlen
95-100ml Wasser
2 EL Pflanzenöl
1 EL Essig (*Edit s. Kommentare)
Salz

Füllung:
2 Frühlingszwiebeln 
1 Karotte
1 Paprika (rot/ gelb)
1 Stangensellerie
2 Knoblauchzehen
einige Röschen Brokkoli*
1 TL Zucker
1 EL Petersilie, fein geschnitten
1 TL Ingwer, fein gewürfelt
1/2 TL Zitronenschalen-Abrieb
Chilipulver (oder Harissa)
Salz, Pfeffer
1 EL Sherry
2 EL Gemüsebrühe
Sonnenblumenöl

Zubereitung:

Die Zutaten für den Teig vermengen und gründlich - ca. 10min zu einem homogenen Teig verkneten, der schön elastisch ist und nicht mehr klebt (demenstrechend entweder noch etwas Wasser oder Mehl an den Teig geben). Mit Öl bepinseln, in Folie wicklen und 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Für die Füllung das Gemüse putzen und schälen. Die Paprika mit dem Sparschäler von der Haut befreien (der besseren Verdaulichkeit zuliebe). Paprika, Karotte und Sellerie zu Julienne schneiden (stiften). Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, Knoblauch fein würfeln, Brokkoli in Röschen teilen.

Den Puderzucker in einer Pfanne karamellisieren lassen. Das Gemüse zufügen und etwas andünsten. Mit Sherry und Brühe ablöschen. Ingwer, Petersilie und Zitronenschale sowie Chili zufügen. Den Deckel 2min auflegen und kurz gar ziehen lassen. Nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Strudelteig flach wellen. Dann auf einem sauberen Küchentuch mit Hilfe des Handrückens so dünn wie möglich ziehen (Stichwort: Zeitung darunter lesbar). Die Ränder abschneiden. Dünn mit Öl bestreichen. Von der Länge nach die Hälfte bis zwei Drittel des Strudelteigs mit der Spinat-Käse-Masse bestreichen und die Kartoffelwürfel darüber streuen. Die Ränder rechts und links nach innen klappen.

Mit Hilfe des Küchentuchs den Strudel rollen, dabei das Tuch immer nachfassen, damit der Strudel schön eng gerollt ist.

Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Mit Öl bestreichen und 20-25min auf der mittleren Schiene goldbraun backen. Mit einem Dipp der Wahl servieren (Schuhbeck nimmt eine Thunfischsauce).

*Anmerkung m: Anstelle von Brokoli verwende ich auch gerne Kohlrabi, Weiß- oder Chinakohl. Sojasprossen kann man ebenfalls in die Füllung geben.
Inspiration: Alfons Schuhbeck

Ritueller Spinat-Bratkartoffel-Comté-Strudel

Mittwoch, 4. Februar 2015

Mit den Jahren kultivierten der Habib und ich einige Rituale. Ich liebe Rituale - sie zeigen mir, dass bei allem Wandel, es Dinge gibt, die bleiben, wie sie sind. Ein geborgenes, heimeliges Gefühl.

Eines unserer Rituale besagt, auf dem Weg nach Deutschland einen Boxenstopp im malerischen Poligny einzulegen. Zum einen halbiert es in etwa unsere Wegstrecke, zum anderen liegt Poligny im Herzen des Juras - sodass wie selbstredend das Ritual im Ritual vorsieht, unsere Stamm-Fromagerie dort aufzusuchen, um eine gänzlich unbescheidene Menge an Comté einzukaufen. Müßte ich mich - völlig hypothetisch - auf einen einzigen Käse beschränken, es wäre wohl Comté, die französische, charaktervolle Antwort auf den Schweizer Greyezer oder den holländischen Gauda - behaupte ich jetzt einfach mal. Auf jeden Fall ist Comté eine käsige Allzweckwaffe, egal ob für Gratins, Quiches oder ein Käsebrot. Mit zunehmender Reife bildet der Comté kleine Salzkristalle, die ein phänomenales Knupsererlebnis im Mund erzeugen. Es wird euch daher nicht weiter Wunder nehmen, dass ihr dem Comté auf diesem Blog bereits öfters begegnet seid. Vive le fromage français!

Je kühler draußen die Temperaturen auffrischen, umso mehr ist mir nach deftig. Und üppig. Wie meinte Katja kürzlich: Gemüse und Teig im Ofen ist immer appetitlich. Eigentlich sind mir seither dafür vorallem Pizza, Focaccia, Flammkuchen, Tartes und Quiches in den Sinn gekommen. Vergessen blieb in diesem Zuge sträflicherweise der Strudel - eine völlig unentschuldbare Haltung!

Dieses Exemplar formiert Strudel Nummer 4 und auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Strudelteig ausziehen hat lediglich einen kapriziösen Ruf. Mir gings von Anfang an lässig von der Hand - also einfach aus der Lamäng. Ach, und einen nicht unähnlichen Strudel gabs dieser Tage ebenfalls in dem hübschen Blog *Krautkopf*.
Zutaten 2-3P:

Strudelteig:
100g Mehl
50g Wasser
1 EL Öl
Salz

Füllung:
 600g frischer Spinat
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehe
Muskatnuss-Abrieb
100g Comté, grob gerieben
80g Mascarpone
Salz, Pfeffer
2 Kartoffeln, festkochend (m: Charlotte)
Olivenöl
Butter, flüssig 

Zubereitung:

Die Zutaten für den Strudelteil vermengen und mindestens 7min kneten. Dann zu einer Kugel formen, mit Olivenöl bestreichen, abdecken und eine gute Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Ofen auf 200° (O/U-Hitze).

Die Zwiebel fein würfeln, ebenso den Knoblauch und die Chili.

Spinat waschen und die Stiele von den Blättern trennen. Die Blätter in kochendem Wasser kurz blanchieren, mit kaltem Wasser abschrecken, ausdrücken und fein schneiden.

In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und die Zwiebel glasig dünsten, kurz vor Ende den Knoblauch dazu geben. Den Spinat unterheben, ebenso die Mascarpone und salzen, pfeffern und mit Musaktnuss würzen. Etwas abkühlen lassen und den geriebenen Käse untermischen.

Die Kartoffeln schälen und in kleine Würfel von ca. 0,5cm schneiden. In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die Kartoffelwürfel gar und knusprig braten. Salzen, pfeffern.

Den Strudelteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwas flach wellen. Dann auf einem sauberen Küchentuch mit Hilfe des Handrückens so dünn wie möglich ziehen (Stichwort: Zeitung darunter lesbar). Die Ränder abschneiden. Dünn mit flüssiger Butter bestreichen. Von der Länge nach die Hälfte bis zwei Drittel des Strudelteigs mit der Spinat-Käse-Masse bestreichen und die Kartoffelwürfel darüber streuen. Die Ränder rechts und links nach innen klappen.

Mit Hilfe des Küchentuchs den Strudel rollen, dabei das Tuch immer nachfassen, damit der Strudel schön eng gerollt ist.

Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Mit flüssiger Butter bestreichen und 20-25min auf der mittleren Schiene goldbraun backen.

Kopfkino mit Kürbis-Mangold-Strudel

Mittwoch, 29. Oktober 2014


 
Zu den Pärchen, die stets freudig miteinander harmonieren, gehören Mangold und Kürbis. Wem das bisher entgangen ist als kulinarische Entdeckung, dem rate ich mit diesem Strudel einzusteigen. Ich hätte für zwei essen können.

Auch die Strudelteig-Auszieherei ist halb so wild wie ihr Ruf. Hat man es erst zwei, drei Mal gemacht, dann hat man das richtige Gefühl raus. Bei mir klappte direkt der allererste - warum sollte es euch anders ergehen. Und ja, von großer Prozedur kann man dann auch nicht reden.

Gerne denke ich dabei an die Geschichte, die mir von Maria in den Kopf gesetzt wurde. Nämlich wie sie als Kinder um den Tisch verteilt zusammen ringsherum wandernd den Strudelteig immer ein Stückchen mehr ausgezogen haben. Was ein hübsches Bild, oder? Nach einiger Sucherei habe ich den Link dazu wieder gefunden - der sich wunderbarer Weise verbindet mit Susis Schritt für Schritt-Anleitung zum Strudelteig-Ausziehen, wenn man keine Kinder dafür parat hat, sondern lediglich zwei Hände. Ein bißchen staune ich dabei über mich selbst, was mir unterwegs im Netz so tief ins Gedächntis rutscht. Bilder gehen tief, eigenes Kopfkino sogar noch ein Stückchen tiefer...
 
Zutaten 2-3P:

100g Mehl
50g Wasser
1 EL Öl
Salz

300g Kürbis (m: Hokkaido)
250g Mangold (m: grüner und gelber)
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Chili
70g Ziegenfrischkäse
50g Chantal
Salz, Pfeffer
Olivenöl
1/2 Bund Thymian
einige confierte Tomaten* (optional)

Zubereitung:

Die Zutaten für den Strudelteil vermengen und mindestens 7min kneten. Dann zu einer Kugel formen, mit Olivenöl bestreichen, abdecken und eine gute Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Ofen auf 200° (O/U-Hitze)

Den Kürbis in ca. 0,5cm breite Streifen schneiden, mit Olivenöl beträufeln, die Thymianblättchen darüber streuen, salzen und pfeffern und für ca. 15min in den heißen Ofen schieben. Etwas auskühlen lasen

Die Zwiebel fein würfeln, ebenso den Knoblauch und die Chili.

Mangold waschen und die Stiele von den Blättern trennen. Die Blätter in kochendem Wasser kurz blanchieren, mit kaltem Wasser abschrecken und auf einem sauberen Küchentuch auslegen. Etwas trocken tupfen.

Die Stiele des Mangolds ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Den Käse grob reiben.

In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und die Zwiebel zusammen mit dem kleingeschnittenen Mangold, der Chili und dem Knoblauch glasig dünsten. Kurz vor Ende die confierten Tomaten zufügen. Salzen, pfeffern.

Den Strudelteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwas flach wellen. Dann auf einem sauberen Küchentuch mit Hilfe des Handrückens so dünn wie möglich ziehen (Stichwort: Zeitung darunter lesbar). Die Ränder abschneiden. Dünn mit flüssiger Butter bestreichen. Von der Länge nach die Hälfte bis zwei Drittel des Strudelteigs mit den Mangoldblättern belegen. Den geriebenen Käse darüber streuen. Dabei rechts und links einen Rand lassen. Darüber den Pfanneninhalt verteilen. Die Kürbisschnitze auf die Hälfte des Mangolds setzen - ganz an den Rand des Strudels - darauf den Ziegenfrischkäse verteilen. Die Ränder rechts und links nach innen klappen.

Mit Hilfe des Küchentuchs den Strudel rollen, dabei das Tuch immer nachfassen, damit der Strudel schön eng gerollt ist.

Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Mit flüssiger Butter bestreichen und 20-25min auf der mittleren Schiene goldbraun backen.

*Anmerkung m: confierte Tomaten habe ich immer in der Tiefkühle - in etwa zubereitet wie hier
 

Strudel No 1 - Sauerkrautstrudel nach Elsässer Art

Dienstag, 3. Januar 2012

Mein erster Strudelteig! Und erstes Fazit: ich kann nur sagen, dass der Strudel als solches an schwerer Überschätzung leidet. Vielleicht wars auch einfach nur goldrichtig mal wieder auf Martin zu setzen. Meinen Blätterteig für die Zukunft habe ich bei ihm gefunden und bei diesem Strudelteig werde ich genauso bleiben. Der lies sich nämlich völlig widerstandslos, ja anstandslos dünn ausrollen, riß nicht ein, und selbst wenn ich mit den Fingern nachgeholfen hatte, blieb er geschmeidig. Toll! Jetzt ist dem Strudel der Respekt-Zauber genommen.

Ein guter Kniff war bestimmt, mich an die Chapati - Zubereitung zu erinnern. Von dort habe ich übernommen zuerst Mehl mit Öl krümelig zu mischen bevor ich den Teig zusammengeknetet habe. Und Martins Tipp war ebenfalls hilfreich: der Strudelteig muß etwas weicher sein als Pastateig. Und hey, mit Pastateig kenne ich mich aus.

Der Strudel hat uns gut gefallen zusammen - mit einem Salat ganz prima. Gut auch deshalb, weil durch die Wickeltechnik, die Geschmäcker von Lachs, Sauerkraut und Apfel nebeneinander liegen bleiben.

Zutaten (4 Portionen):

Für den Teig:
halbes Rezept Strudelteig Martin

Für die Füllung:  
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/2 TL Thymian
1 Lorbeerblatt
3 Wacholderbeere
Weißwein
600g Sauerkraut
150 g aufgeschnittener Räucherlachs 
1 Apfel
30 g Butter
40 g Semmelbrösel
Sauce:

50 ml dicke Sahne
2 EL geriebener Meerrettich 
(m: geriebener aus Tiefkühl-Vorrat)
der eingekochte Sauerkrautsaft
Zubereitung:
 
Zwiebeln in etwas Butter andünsten und mit 1 EL Zucker karamellisieren lassen.  Sauerkraut, Zwiebeln, Knoblauch, Thymian, Lorbeerblatt, Wacholderbeeren, Salz, Pfeffer. Bis zur Hälfte mit Weißwein auffüllen, den Rest mit Wasser auffüllen und ungefähr 1 Stunde bei niedriger Hitze garen.

In der Zwischenzeit auf einer Arbeitsplatte alle Teigzutaten miteinander verkneten, bis ein luftiger und glatter Teig entsteht. Den Teig mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen

Auf dem Tisch ein großes Geschirrtuch ausbreiten und mit Mehl bestäuben. (m: habe auf meiner Arbeitsplatte gearbeitet - hat gut funktioniert) Den Teig auf dem Geschirrtuch mit einem Nudelholz so dünn ausrollen, dass er transparent ist und man durch den Teig Zeitung lesen kann (mit dem Geschirrtuch geht es!)

Das Sauerkraut absieben und den Garsaft auffangen. Den Garsaft weiter einkochen, bis nur ein halbes Glas übrig bleibt.

Die Äpfel schälen und in kleine Schnitze schneiden. Den Ofen vorheizen auf 180°

Die gesamte Teigoberfläche mit geschmolzener Butter bestreichen, mit Semmelbrösel bestreuen und die Lachsscheiben darauf verteilen.
 

Lorbeerblatt, Thymianzweig und Wacholderbeeren aus dem Sauerkraut entfernen und das Kraut auf den Lachsscheiben verteilen.

Zum Schluss die Äpfel darauf legen, mit ein paar Umdrehungen aus der Pfeffermühle und einer Prise Salz würzen.

Das Geschirrtuch anheben und den Strudel vorsichtig zusammenrollen.

Den Strudel auf ein mit Backpapier belegtes Blech gleiten lassen und 30-45 Min im Ofen backen. Während der Backzeit mit geschmolzener Butter bestreichen, damit der Teig nicht hart wird.

Die Zutaten der Soße miteinander vermischen, die Soße erwärmen, aber nicht aufkochen lassen. Den Strudel aus dem Ofen nehmen, in ca. 2 cm dicke Scheiben schneiden und mit der Soße übergießen.