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Gastbeitrag: Hannahs Kerbelsuppe

Donnerstag, 23. April 2020


„Grün, grün, grün, sind alle meine Kleider, grün, grün, grün ist alles was ich hab‘. Darum lieb‘ ich, alles was so grün ist, weil mein Schatz ein Gärtner, Gärtner ist.“  Natürlich singen wir „Gärtner“ und nicht „Jäger“, wie es meist heißt, einfach, weil uns die Gärtner viel näher sind als die Jäger. Bei einem Gärtner kann sich auch unsere dreijährige Tochter sehr gut vorstellen, was der so macht – dasselbe was sie auch mit Begeisterung tut. Was ein Jäger so macht, das war noch nie Thema, und ehrlich gesagt weiß ich selbst es auch gar nicht sooo genau und reduziere es wahrscheinlich zu sehr auf das Töten von Tieren und alle jagdbegeisterten Leser können mir wiedersprechen. Wie dem auch sei – nach meinem bisherigen Erleben gehören auf jeden Fall die Gärtner – ähnlich wie die Ornithologen - mit zu den angenehmsten Zeitgenossen. Und mit „Gärtner“ meine ich nicht die Gestalten, die mit Laubbläsern herumrennen, Sträuchern den „Hausmeisterschnitt“ verpassen und Granitstelen statt Hecken pflanzen.  „Gärtner“ sind für mich die Menschen, die leuchtende Augen bekommen, wenn die ersten Knospen schwellen, deren Händen man die Arbeit ansieht, in deren Gesichtern sich die Jahreszeiten eingekerbt haben. Menschen, die vor zarten Pflanzen andächtig in die Knie gehen, um sie zu bestaunen, Menschen, die sich sehnlichst Regen wünschen, wenn alle anderen vom „schönen Wetter“ schwärmen. Menschen, die in dem Verständnis leben, dass Pflanzen auch ein Wesen innewohnt. Menschen, die raunen: „Der Kerbel steht so schön – wann machen wir mal wieder Kerbelsuppe?“ Und genau diese Suppe essen wir dann mit großem Genuss.


Zutaten:

2 sehr große Gärtnerhände voll Kerbel (wer ihn nicht im Garten hat, sondern kaufen muss: 2 Bund)
1 Stange Lauch
500 g Kartoffeln
¾ l Gemüsebrühe
¼ l Weißwein *
1 Zitrone, Saft zum Abschmecken
150 – 250 ml süße Sahne (je nachdem wie kerbelbetont / sahnig man die Suppe mag)
Rapsöl zum Andünsten
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
Optional: 2 Eigelb **

Zubereitung:

Kerbel waschen und verlesen, dabei die dickeren Stengel abknipsen, die dünnen Verzweigungen zwischen den Blättern kann man ruhig dran belassen.
Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden, Lauch putzen und in Ringe schneiden.

Lauch in Rapsöl andünsten, Kartoffelwürfel und die Hälfte des Kerbels dazugeben. Kurz mit dünsten dann mit Weißwein ablöschen und mit Brühe aufgießen. Zugedeckt köcheln lassen bis die Kartoffeln gar sind. Dann den restlichen Kerbel dazugeben und alles pürieren. Nun mit Salz und Pfeffer sowie Zitronensaft abschmecken. Die süße Sahne mit etwas geriebener Muskatnuss sowie einer Prise Salz würzen und dann leicht anschlagen. Unter die Suppe ziehen.

* Da bei uns kleine Gärtner(innen) mitessen, ersetze ich den Weißwein durch mehr Brühe plus ein Schluck Weißweinessig. Weißwein ist aber schon feiner.

** Um aus der Suppe eine richtige Festtagssuppe zu machen (und wer Verwendung für zwei übrige Eiweiß hat) kann sie mit 2 Eigelb legieren. Diese dazu einfach verquirlen und nach dem Pürieren in die Suppe rühren. Dann nicht mehr kochen!


©Hannah Nußbaumer, lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Ettenheim, wo sie mit viel Leidenschaft einen Bio-Laden betreiben. Hannah liebt als Gartenarchitektin das Leben mit und im Garten, das Sammeln, Ernten und Kochen. Ohne ihre beiden Herzensmenschen um sich herum wollte sie nicht sein, und ohne schöne (Kinder)Bücher, Stifte und der Möglichkeit sich draußen zu bewegen würde ihr etwas fehlen. Das Binden von Blumenkränzen, das Herstellen eines Hefeteiges sowie das (Er)kennen der uns umgebenden Umwelt sollte ihrer Meinung nach den gleichen Stellenwert haben wie Algebra und Grammatik.

Paris ist weit weg V: Kartotten-Tarte mit Kerbel und Kumquat

Montag, 10. Februar 2020


Wenn mir mein Leben im Ausland für eines die Augen geöffnet hat, dann dafür, dass wir Deutsche auf reiblungslose Abläufe getrimmt sind. Wir LIEBEN es, wenn die Dinge wie geschmiert laufen, wenn alles wie eine gut gewartete Apparatur mit geölten Zahnrädern störungsfrei ineinandergreift - nich, so Wallace and Gromit-mäßig - dann, ja dann geht einem Deutschen das Herzen auf.

Ein Fränzi hingegen hat nicht den blassesten Dunst, was das sein soll: reibungslose Abläufe - il n'en a jamais entendu parler! Müßte ein französisches Team die Landschaft für den Welt-Domino-Tag aufbauen: nicht ein Stein würde fallen. Wirklich, da tut sich einem Land-Fränzi kein einziges inneres Bild vor Augen auf.

Das echte Leben sieht im Gegenteil so aus: man trifft sich, bleibt stehen, fängt an zu reden... und blockiert für alle anderen das Vorbeikommen. Typische Marktszene! Erst wenn etwas (eine Einkaufstasche) oder jemand (huch, ein anderer Marktbesucher) an einem hängenbleibt, dann weicht man mit vorgetäuschtem überraschtem *Pardon* einen Pseudo-Millimeter zu Seite. Bavarder (Schwätzchen) hat bekanntermaßen Vorfahrt. Überhaupt, das sei auch mal erwähnt, hat der inflationäre Gebrauch von *Pardon* hier im ländlichen Frankreich nicht viel mehr Bedeutung, wie *wenns Katzerl Schwanzerl hebt* (wie mein bayrischer Mediävistik-Prof gerne zu sagen pflegte). Man steht sich ja ständig gegenseitig im Weg.

Der Hang des Fränzis lieber ein Wort mehr als ein Wort zu wenig zu machen, zeigt sich besonders gut beim Einkaufen. Völlig undenkbar mit einem einfachen aber freundlichen Guten-Tag an einen Marktstand zu treten und dann zu sagen, was man gerne hätte. Bitte! Das gilt als grob unhöflich! Ein bißchen Zeit zur Plauderei sollte jeder haben - wo kommen wir denn hin? Also: was meint man zur Großwetterlage? Zu der heutigen im Speziellen? Und im Vergleich zu gestern? Als Auslandsdeutscher entwickelt man natürlich mit der Zeit Verständnis für den Austausch völlig unerheblicher Informationen.

Aber doch nicht, wenn drei hinter einem in der Schlange stehen!!! Und alle nacheinander das gleiche Gespräch führen wollen!!! Oder man selbst am Schluß noch andere Dinge am gleichen Tag vorhat wie nur Ziegenkäse zu kaufen.

Ganz schlimm wird es im Supermarkt. Der Habib schaut stets nicht nach der Kasse, auf der am wenigsten auf dem Band liegt, sondern geht danach, wo die wenigsten Menschen stehen. Bis heute konnte ich es mir nicht abgewöhnen, dass ich direkt nachdem ich alle Ware auf das Band gepackt habe, meinen Geldbeutel griffbereit gezückt halte. Immer schön auf ZackZack und in der Spur bleiben als Deutsche. Als Fränzi hinbgegen legt man selbst als Paar zuerst sorgsam alle Sachen nach dem Scannen in den Einkaufswagen zurück, sortiert und verpackt in verschiedene Taschen - während einer oder beide dabei sehr abgelenkt sind von dem Gespräch mit der Kassierin - bevor man überhaupt erst auf die IDEE kommt, mal Richtung Handtasche zu langen. Um dann ein Scheckheft hervorzuziehen! Ein Prozedere, an die sich die wenigsten Deutschen noch erinnern dürften (Stift suchen, Perso dazu, Scheck abreißen, durchs Maschinchen schieben lassen und auf dem winzigen Restfetzen oben im Scheckheft eintragen, wieviel Geld wofür damit ausgegeben wurde).

Szenarien, bei denen sich im deutschen Gehirn alleine vom Beobachten ein ganzes Kaleidoskop an Optimierungsmöglichkeiten auffächert.

Nicht zu vergessen diese Mode hier in der Drôme der winzigen Geldbeutel. Die Scheine passen nur zu Origami gefaltet hinein (dementsprechend lange braucht es, bis sie die Kassiererin entknotet hat) und nur mit Mühe kann man aus ihnen gerade so mit zwei Fingern Münze für Münze hervorzaubern. Wer Operetten liebt, wird beim Einkaufen auf dem Land in Frankreich seine Freude haben. Oder notabene das Nägelkauen beginnen.

Aber ich muss auch sagen: in all den Jahren habe ich wirklich nicht ein einziges Mal beobachtet, dass ein Fränzi ungeduldig geworden wäre. Gar nie. Nee, das muss man ihnen an dieser Stelle lassen: Hektiker sind sie nicht ansatzweise!


Der Kerbel, der frühe Frühlingsbote, verbindet sich ganz wunderbar mit Karotten und Kumquats. Mit dieser Kombi schmeichelt sich die französische Alltagsküche bei jedermann ein - ich bin beim Essen richtig ins Schwärmen geraten. Und *adorer* können die Fränzis wiederum ganz hervorragend. So wie Tartes und Quiches aller Art.

Zutaten 2-4P - Form mit Maße 34cm x 10cm::

400-450g Karotten
Saft einer 1/2 Orange
1 TL Koriander
1-2 TL Rohrzucker
Salz, Pfeffer
1 Stich Butter

1 Ei
50g Crème fraîche
1 Bund Kerbel
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

100g Kumquats (ca. 5 Stück)
3 EL Pinienkerne
1/2 EL Balsamico, weiß
Saft 1/2 Orange
1/4 TL Kardamom
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker

Zubereitung:

Karotten sauber schrubben und je nach Größe (meine waren eher klein) halbieren oder vierteln. Dann diese über Wasserdampf garen. Anschließend in einer Pfanne in Butter und Gewürzen glasieren, bis Orangensaft fast völlig einreduziert ist.

Den Blätterteig entsprechend der Tarte-Form auswellen, die gefettete Form damit auslegen und den Boden einstechen.

Ofen auf 210 (O/U-Hitze) vorheizen.

Den Kerbel fein hacken und zusammen aus Ei, Crème , Salz, Pfeffer und Piment eine homogene Kerbel-Crème rühren. Diese auf den Boden der Tarte füllen. Darauf die glasierten Möhren setzen.

Die Tarte auf die unterste Schiene einschieben und für ca. 45min backen - die letzten 20 auf die 2.Schiene von unten wechseln.

Während die Form bäckt, die Kumquats waschen, Stielansatz knapp wegschneiden und in feine Ringe schneiden. Dabei die gegebenenfalls vorhandenen Kerne entfernen. Zuerst die Pinienkerne ohne Fett in einer Pfanne rösten und zur Seite stellen. Dann die Kumquats mit wenig Öl zusammen mit den Gewürzen kurz anrösten, dann den Orangensaft zufügen und einreduzieren lassen. Nochmals abschmecken und die Pinienkerne unterziehen.

Die Kumquats zusammen mit der Tarte servieren.


Wetterwendisch: Spargel-Cannelloni

Mittwoch, 14. Mai 2014

Ich koche gerne. Gerade dann, wenn mich das Wetter nach drinnen bannt. Und vorallem für Herzhaftes nehme ich mir gerne mal etwas mehr Zeit. Vorneweg für frische Pasta. Wegen der Glücksgefühle beim Essen. Und etwas Zeit muß man sich für diese Sonntagspasta nehmen. Wobei das Essen schneller auf dem Tisch stand, als ich selbst dachte. Die Füllung ist nicht besonders aufwendig, sondern läßt dem Spargel die Hauptrolle - comme il faut.

So darf das Wetter draußen verspäteten April spielen und die Eisheiligen schattige Kältegrüße schicken: ich stehe in der Küche und arbeite zarte Kerbelblättchen in den Pastateig. Trockenen Fußes habe ich den Kerbel im Garten noch gepflückt bekommen, regnet es bereits beim Auswellen. Und kaum bin ich mit allen Bahnen durch, scheint wieder die Sonne. Während ich die Pastastreifen nacheinander vorkoche, zeigt der Himmel zu wieviel Bossen das Mienenspiel seines Gesichts in der Lage ist.

Ganz haben wir die Pasta zu zweit nicht geschafft. Bis es allerdings Abend wurde, sind alle Reste von uns weggenascht worden. Das beste Zeichen dafür, das es uns beiden geschmeckt hat. Sehr geschmeckt hat.
Zutaten 3P:

Pastateig
100g Weizenmehl T45
100g helles Einkornmehl
2 Eier
Salz
2 EL Öl
etwas Wasser
Kerbelblättchen

12 Stangen grüner Spargel (m: 4 davon waren bei mir weiß)
3 Scheiben gekochter Schinken
80g junger Comté, gerieben
1 Ziegenfrischkäse (ca. 110g)
Zitronenthymian
Salz, Pfeffer
Abrieb 1/2 Orange
3 EL Semmelbrösel
2 EL Mandelblättchen
1 EL braune Butter
etwas Sahne (etwa 3-4 EL)
Zubereitung:

Den Pastateig wie gewohnt zubereiten und mindestens 1 Stunde kühl stellen. Die Kerbelblättchen wie bei Kollegin Steph beschrieben in den Teig einarbeiten (m: ich habe von dem Teig lediglich 4/5 verwendet und den Rest - der irgendwann zur Suppeneinlage wird - eingefroren). Den Teig zuletzt mit meiner Mercato bis Stufe 6 von 7 ausgerollt und in 12 Stücke geschnitten. 

In einer großen, tiefen Pfanne reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Teigplatten nacheinander kochen und auf einem sauberen Geschirrtuch glatt auslegen.

Den Spargel schälen (weißen ganz, vom grünen nur das untere Drittel) und die Enden abschneiden. Die Spargelschalen und -enden in etwas Wasser mit einer Prise Zucker und einem Spritzer Weißweinessig aufsetzen und mindestens 15min köcheln lassen. Den Spargel halbieren, in die Dämpf-Einsatz legen, 4-5 EL von dem Spargelsud in den Topf geben, den Deckel auflegen und den Spargel weich dämpfen.

Den Ziegenfrischkäse klein schneiden, ebenso den Zitronenthymian. Zusammen mit etwas von dem Spargelsud, 1 EL Weißwein, 1 EL frischem Orangensaft sanft köcheln lassen, bis eine leicht cremige Sauce entstanden ist. Mit Orangenzesten, Salz und Pfeffer abschmecken.

Eine ofenfeste Form (ich brauchte zwei) buttern. Die Schinkenscheiben vierteln. Den Käse reiben. In der braunen Butter die Semmelbrösel zusammen mit den Mandelblättchen rösten.

Nun die Päckchen zusammenbasteln: Jeweils ein Nudelblatt nehmen, den Schinken auflegen, etwas von dem geriebenen Käse, zwei Spargelstücke, etwas von der Ziegenkäsesauce und zu einer Rolle drehen. In die Auflaufform setzen und mit den restlichen 11 Nudelplatten genauso verfahren.

Den Ofen auf 165° 0/U-Hitze vorheizen.

Über die Cannelloni in der Auflaufform etwas Sahne träufeln und die Semmelbröselmischung darauf verteilen. Für etwa 20 Minuten in den Ofen schieben, bis der Käse geschmolzen ist und die Cannellonni gut durchgewärmt sind.

Dazu paßt ein grüner Blattsalat.

Frau Holle - Spargel mit Orangensauce und Kräuter-Kartoffel-Blinis

Montag, 27. Mai 2013

Ich bin keines der Mädchen, denen oft Märchen vorgelesen wurde. Manchmal von der Großmutter. Aber viel häufiger von der Frau oder dem Mann in der Schallplatte oder der Kassette, deren Stimmen mir heute noch in den Ohr klingen. Die gesammelte Grimmsche-Märchen-Schallplatten-Edition konnte ich quasi mitsprechen.

Im Moment fühle ich mich, wenn ich durch den Garten laufe, an Frau Holle erinnert. Nee, nicht weil es hagelt, sondern ich denke an die Stelle, wie die Goldmarie an dem Apfelbaum vorbei kommt, der über und über voller reifer Äpfel hängt und ihr stöhnend (auf der Platte fast jämmerlich) unter dem Gewicht zuruft: "Schüttel mich, schüttel mich, meine Äpfel sind schon alle reif." Was tat mir der Baum als Kind leid...

Und mir raunen von allen Ecken des Gartens nun die Kräuter zu: *Ernte und koste uns, bevor wir blühen*. Da bin ich gefordert, jedem Kraut seine Aufmerksamkeit Teil werden zu lassen. Also rupfe ich hier und dort, bis ich ein schönes gemischtes Büschel zusammen habe. Heute habe ich sie für Kartoffelblinis verwendet - ein puffiges Lafer-Rezept. Die Blinis plustern sich in der Pfanne regelrecht auf (bereits ohne Backpu, das ich vergessen habe). Macht die nur nach und ich werde in Zukunft nicht mehr auf die Gelinggarantie von Lafer-Rezepte hinweisen müssen.

Und jetzt schüttel mal endlich jemand Frau Holle - so kanns doch nicht weitergehen. Oder Melanie muß wieder ran....
Zutaten:

Kartoffelblini *:
250g Kartoffeln
75ml lauwarme Milch
120g Mehl
1 TL Backpulver (m: weggelassen vergessen)
10g Hefe
3 Eier
Öl
Muskat
Salz, Pfeffer

2 EL gemischte, frische Kräuter
(Kerbel, Salbei, Schnittlauch, Borretsch, Petersilie, Thymian)

Spargel:
800g weißer Spargel
1 Orange (Abrieb, Saft)
30ml Weißwein
1 kleiner Zweig Estragon, fein geschnitten
1 kleine Schalotte, fein gewürfelt
50ml Sahne
30g Butter
1 1/2 EL Mehl
1 EL braune Butter
Zubereitung:

Kartoffel kochen. Die gegarten Kartoffeln schälen und fein zerstampfen oder reiben. Die Eier trennen. Mehl, Hefe, Backpulver, Milch, Eigelbe und die Kartoffeln zu einem glatten Teig vermischen. Die gehackten Kräuter untermegen. Das Eiweiß steif schlagen und unter den Teig heben. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. An einem warmen Ort 30 Minuten (m: eine gute Stunde, Teig sollte sich mehr als verdoppelt haben und sehr luftig sein) gehen lassen.

Die Spargel schälen und das holzige Ende abschneiden. In kaltem Wasser mit einer guten Prise Zucker und einem kleinen Schuß Weißweinessig aufsetzen und mindestens 20 min köcheln lassen. Den Spargelsud abseihen und darin den Spargel in 10-15 Minuten je nach Dicke garen.

Derweil runde Blinis aus dem Teig formen und in einer Pfanne in Öl herausbacken - die fertigen Blinis warm stellen.

Den Saft der Orange, Weisswein, die Schalotte, Estragon, die Hälfte des Orangenabrieb und ein paar Körner zerdrückten Pfeffer aufkochen und langsam auf etwa 40 ml einreduzieren. Absieben.

Die Butter in einem Topf schmelzen, das Mehl zufügen und etwas rösten ohne dass es Farbe annimmt. Unter Rühren mit dem Schneebesen etwas Spargelsud zufügen, ebenso die Sahne und die Orangen-Weißwein-Reduktion. Mit dem Spargelsud die gewünschte sämig-cremige Konsistenz bestimmen. Abschmecken mit brauner Butter, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker. Den restlichen Orangenabrieb unterrühren.

*Anmerkung m: Die Blinis auf die Menge von 2 Eiern runtergerechnet - ergibt etwa 12 Stück, reicht so für 3 Personen
Quelle Blinis: Johann Lafer/ mitgenommen bei Uwe von Highfoodalitiy und Inspiration Orangensauce: Robert von Lamiacucina

lieblicher, weißer Spargel mit Morchel-Kerbel-Butter

Dienstag, 30. April 2013

Meistens stimme ich das Hohelied auf die frischen Produkte der französischen Märkte oder ganz selbstverliebt des eigenen Gartens an. Heute verbeuge ich mich tief vor dem deutschen Spargel! Überhaupt gefiel mir das Arrangement auf diesem Teller: Deutschland (Spargel), Frankreich (Morchel) und der eigene Garten (Kerbel).

Den besten, weißen Spargel den ich je gegessen habe, stammte aus der Bruchsaler-Gegend, aber das hängt möglicherweise damit zusammen, dass ich Spargel entweder in Süddeutschland oder in Südfrankreich gegessen habe. Weißen Spargel nenne ich dann Weltklasse, wenn er blütenweiß ist und wenn absolut keine Bitterstoffe beim Genuß auszumachen sind.

Einen solchen haben wir in Frankreich noch nie gefungen. Nie. Weder reinweiß noch nur lieblich. Woran das liegt, kann ich nicht sagen, aber ich bedauere es sehr. Diesen nun aus der Freiburger Gegend erfüllte alle Kriterien und war beim Kauf so frisch, dass er in der Tüte quitschte - und ich vor Freude mit. Denn mit dem Saprgel habe mir die Mai-Ausgabe der Essen & Trinken mitgenommen, die mit tollen Spargelrezepten aufwartet. Von einem habe ich mich heute inspirieren lassen. Das nächste steht schon in der Warteschleife bereit.

Zuhause liegen nun seit mehreren Marktbesuchen frische Morcheln aus. In größerer Fülle als sonst, aber immer noch nicht zum Schnäppchenpreis. Auf dem Schild unten steht leicht verwischt *Morilles* 6,50 Euro für 100g - ein Luxus-Pilz. Dafür nach meinem Geschmack leckerer als der überbewertete Trüffel.  Zusammen mit diesem Spargel und der Nussbutter, ich kanns nur seufzend sagen: ein Gedicht!
Zutaten 2P:

50g frische Morcheln
60g Butter
1 EL grobkörniger Senf
Salz, Pfeffer
600kg weißer Spargel
600g festkochende Kartoffeln
50ml Milch
1 Stück Butter
1 Schluck Sahne
Muskat
1 großer Schuß Essig
2 frische Eier
frischer Kerbel

Zubereitung:

Morcheln ordentlich putzen und zur Seite legen. Spargel schälen und die Enden abschneiden. Spargelstangen in jeweils 3-4 schräge Stücke schneiden. Kerbel waschen, einige Zweige zur Seite legen und den Rest fein hacken.

Kartoffel schälen, in Stücke schneiden und im gesalzenen Wasser während 20-30min garen. Dann die Kartoffeln gut abgießen, zurück in den Topf geben, mit dem Kartoffelstampfer fein zerdrücken und die Milch, die Butter und die Sahne dazugeben. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Auf kleiner Flamme warm halten.

Butter in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze schmelzen lassen und etwa 10 min bräunen lassen. Den Senf mit einem Schneebesen in der Butter lösen (vorsichtig spritzt), die Morcheln (je nach Größe halbiert) zufügen und kurz in der Butter-Senf-Mischung wenden, dann beiseite stellen.

Den Spargel in wenig kochendem, gesalzenem Wasser geben und etwa 5 min bei milder Hitze kochen lassen.

Die pochierten Eier nach bewährter Düsentrieb-Methode zubereiten.

Die Morchel-Butter erhitzen, die feingeschnittene Kerbel untermischen, Spargel und pochierte Eier gut abtropfen lassen. Das Püree auf einen Teller geben, mit dem Spargel und dem Ei anrichten und mit der Butter beträufeln. Mit der zurückbehaltenen Kerbel bestreut servieren.
Inspiration: Essen und Trinken - Heft Mai 2013

Rinderfilet mit Sauce Bernaise, Blumenkohlpüree mit raz-el-hanout und Zwetschgen-Chutney

Donnerstag, 29. September 2011

Der Kerbel gedeiht ein zweites Mal im Garten und das will ausgenutzt sein. So verbindet der heutige Teller Frühling, Kerbel, mit Herbst, Zwetschgenchutney. Wobei bei uns der Sommer nicht aufhört mit Sonne, Sonne, Sonne. Den Feriengästen gefällts - für den Garten dürfte es gerne mal wieder regnen.

Der Kerbel durfte mit in eine schnelle Bernaise-Sauce, die ich wie Petra einfach mit dem Stabmixer aufgeschlagen habe.

Nachdem wir in einem unseren Lieblingsrestaurants vor kurzem Essen waren (das bekommt vielleicht mal noch eine eigene Vorstellung), mußte ich unbedingt mein persönliches Highlight nachbasteln: die Blumenkohlcrème mit raz-el-hanout. Die war himmlisch. Ganz bin ich noch nicht daran an dem wunderbaren Geschmack. Vielleicht röste ich den Blumenkohl das nächste mal vor dem Dämpfen an... oder frage den Koch!

Das Chutney von Hannes hat prima dazu gepaßt, nicht nur farblich, auch wenn es mir selbst mit nur 250g Zucker auf 1kg Zwetschgen zu süß wurde. Mein Zwetschgenmus kommt schließlich lässig mit 200g Zucker auf 1,5kg Frucht aus. Ich bin halt eher ne Salzige.

Zutaten:

550g Rinderfilet

(allerdings mit 100g weniger Zucker als Hannes)

1/2 kleinen Blumenkohl
1 EL raz-el-hanout
Salz, Pfeffer
1 noix de beurre

sauce bernaise:

80g Butter
1 Eigelb
1 EL Crème Fraîche
1 Schalotte
2 EL Weißweinessig
5 EL Weißwein
1 Zweig Estragon
etwas Abrieb Zitrone
etwas Abrieb Limette
etwas Zitronensaft
Salz, Pfeffer, Chili
1 TL Senf
1 EL gehackter Estragon
2 EL gehackte Kerbel

2 Kartoffeln
1 Zweig Rosmarin
etwas Olivenöl
Zubereitung:

Das Rinderfilet pfeffern, salzen. Bei starker Hitze rundherum je 2min in Butterschmalz, einem Zweig Thymian und einer 1/2 ungeschälten Knoblauchzehe anbraten.

Dann im Backofen bei 120° (Ober-Unterhitze) ca. 45min - 5-10 im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen.

Kerntemperatur: 55° und /oder Garprobe: Ob das Fleisch gar ist, verrät die Fingerprobe. Gibt es auf Fingerdruck überall elastisch nach, ist es noch ziemlich roh - wenn medium bevorzugt, dann sollte das Fleisch nur in der Mitte nachgeben. Wenn es kaum mehr nachgibt, ist es komplett durchgebraten und sollte schnellstens aus der Pfanne genommen werden.

Blumenkohl über Dampf sehr gar kochen. Mit dem Stabmixer pürieren, die Butter reinschmelzen lassen und mit Salz, Pfeffer und ras-el-hanout abschmecken.

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, schälen und mit dem Rosmarinzweig in einer Pfanne mit etwas Olivenöl Farbe annehmen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Für die Bernaise in einer Pfanne die feingeschnittenen Schalotten ohne Fett anschwitzen, mit Weißwein une Weißweinessig ablöschen, Estragonzweig dazu geben und auf einen Eßlöffel einreduzieren lassen.

In ein schmales hitzebeständiges Gefäß Crème Fraîche, Eigelb, Senf, Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Essig-Weinreduktion sowie die abgestreiften und fein gehackten Estragon- und Kerbelblättchen geben. Die Butter in einem kleinen Topf auf dem Herd sprudelnd zum Kochen bringen. Die kochende Butter zu den anderen Zutaten ins Gefäß gießne zugießen. Abschmecken und sofort servieren oder kurz im Wasserbad warmstellen.