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Sonntag, 23. Juni 2019

Prinzessin Erbse: Tomaten-Hirse mit Erbsen-Rührei


Wer noch nie eine Erbsenschote mit einem Ploppp aufgedrückt hat, wer noch nie Himbeeren direkt vom Strauch in den Mund geschoben hat, wer noch nie Tomaten gekostet hat, die eben noch in der Sonne hingen, tja, der hat nicht nur etwas verpasst, der kann heute auch nicht mitreden. 

Andre können damit möglicherweise überhaupt nichts anfangen, pffhhhhh schnauben die: banaler Landklimbim. Die finden, dass man mindestens ein Mal im Leben Achterbahn gefahren sein muss, oder Swinger-Erlebnisse braucht oder den Bungee-Jump-Kick oder mindestens eine Flasche Grand Cru vernichtet haben sollte oderoder... aber deshalb sind andere ja anders.

Heute ist das Blog genau 8 Jahre und 4 Tage (und exakt gefüllt mit 1500 Posts). Eigentlich hätte ich mein Blog auch: Mein Leben mit Johann Wolfgang nennen können. Goethe passt immer, hat zu allem etwas Brauchbares beizutragen und ist einfach ein zeitloser Weltenbürger - was man bestimmt nicht über viele sagen kann.

*Es gibt, sagt man, für den Kammerdiener keinen Helden. Das kommt aber bloß daher, dass der Held nur vom Helden anerkannt werden kann. Der Kammerdiener wird aber wahrscheinlich seinesgleichen zu schätzen wissen.* 

Womit ich sagen will, dass mein heutiges Rezept wohl nur diejenigen richtig nachvollziehen können, die ebenfalls aus dem Garten naschen. Alle anderen werden nicht ganz wissen, worüber ich schreibe. Allen anderen fehlt zudem der Vergleich. Es ist ein ganz einfaches Gericht - so simpel, dass die Erbse der Star auf dem Teller bleibt. Genau wie ich es wollte. Nie schmecken junge Erbsen besser wie frisch und roh - und die gilt es zu feiern: Prinzessin Erbse quasi, die über allem thront. 

Oder eine andere Geschichte fällt mir als Vergleich ein. Mit dem Habib bin ich über einen der vielen Töpfermärkte geschlendert (jedes Dorf hat hier mindestens eine Töpferei) und wir liefen von einem gezierten Teller, zum nächsten außergewöhnlichen, zu einem weiteren verkünstelten - alle wie gemacht, um an der Wand zu brillieren. Aber kein einziger darunter, der ein Essen darauf hätte wirken lassen.

Bref: die Hirse macht der Erbse hier einen wunderbaren Sockel. Und schnell gekocht ist auch... Sollten die Erbsen bereits gepuhlt sein.


Zutaten 2P:

200g Erbsen
4 Eier
100g Hirse
200ml Gemüsebrühe
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehe
70g délice de tomate
1/2 TL Ras el Hanout
1 Zweig frische Minze
Thymian
1/2 Salzzitrone
Schnittlauch
Salz, Pfeffer
Olivenöl

Zubereitung:

Die Hirse mit 220ml kaltem Wasser aufsetzen, salzen und 20 min leicht köcheln lassen.

Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln. In etwas Olivenöl mit dem Thymian glasig dünsten. Dann zusammen mit dem Délice unter die Hirse mischen. Mit Ras el hanout würzen. Die Minzblätter fein schneiden ebenso wie die Schale der Salzzitrone. Beides unter die Hirse ziehen und mit Salz, Pfeffer und Piment d'Espelette würzen. Warm stellen.

Die Erbsen kurz blanchieren: in kochendem Wasser 1 min kochen und mit kaltem Wasser abschrecken.

Die Eier verquirlen, salzen, pfeffern und sie in einer heißen Pfanne zu Rühreier braten - wenn die Eier halb/ dreiviertel gar sind die Erbsen darüber verteilen, Deckel auflegen und die Eier in etwa 5min fertig stocken lassen.

Die Hirse auf zwei Teller verteilen, das Ei halbieren, über der Hirse anrichten und mit in Röllchen geschnittenem Schnittlauch garnieren.

*Anmerkung m: wer mag, hobelt noch etwas Parmesan über alles


Sonntag, 16. Juni 2019

Drückeberger-Brot im Mohnfeld


*Wir fürchten den Tod, weil wir das Leben nicht verstehen* - ein Satz, der mir direkt beim Lesen quer steckte. Ich kaute auf ihm herum, bis ich mich schließlich beim Habib über ihn beschwerte. Er verstand mich sofort (ach, gibt es etwas Süßeres als echtes Verständnis?).  Hey, der Satz ist eine feiste, faule Ausrede! Direkt fiel mir Rilke ein: *Du musst die Welt nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest.* Rilke wird den Bogen dann in eine andere Richtung weiterziehen, aber nimmt man den Zweizeiler für sich heraus, dann untermauert er meinen Einstiegssatz für alle Bewußtseinsverweigerer. Vogelstrauß-Methode. Mein Name ist Hase. Augen zu und durch. Ins Blaue hinein. Irgendwie wird das Kind schon geschaukelt. Das ganz große Spiel der Willkür.

Denn zweifelsohne: *Lebt man mit der Schlichtheit einer Amöbe, dann angelt man sich von Feierlichkeit zu Feierlichkeit. Was ist ein Leben ohne Pausen? Hoch die Tassen und *Santé, Bonheur!* Woran soll man sich auch sonst halten. Verkatert macht sich sowieso kein Mensch gerne einen Kopf über irgendetwas.

Meine Großmutter meinte einst zu mir, als ich gerade in die Pupertät rutschte: *Du musst aufpassen, dass du deine Stirn nicht so oft in Falten wirfst. Männer mögen keine Frauen, die die Stirn runzeln.* Tja, und die Oma behielt zumindest insofern recht, alsdass das Leben nicht hübscher davon wird, wenn man darüber grübelt. Aber den Habib schreckten meine Stirnfalten nicht.

Bref, dass sich viele keine Gedanken machen wollen über den Sinn des Lebens und tiefere Zusammenhänge, habe ich lange entschuldigt. Der Mensch ist zu abgelenkt/ zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt/ zu überfordert/ zu eitel/ zu hochmütig/ zu unentschlossen/ zu rauschhaft, egozentrisch, ängstlich, sprunghaft...  Kann ja mal passieren - aber ein ganzes Leben lang? Warum all die schalen Ausflüchte durchrutschen lassen? *Alle Menschen auf Erden sind der Unendlichkeit und der Ewigkeit bewußt. Der Unterschied zwischen ihnen besteht nur darin, in welchem Grad den einzelnen dieses Bewußtsein erschüttert* (Arthur Schnitzler). Heißt mit anderen Worten: Wenn wir in den Sternenhimmel schauen, dann wissen wir alle, dass es noch viel mehr gibt, als das, was heute für erwiesen gilt. Die Frage ist: wie sehr sind wir fähig, uns zu Größe in Beziehung zu setzen. Und hier trennt sich Spreu von Weizen: der eine stellt sich, der andere weicht aus.

Und ja, je mehr man sich auf die Suche, also wirklich auf die Suche nach Antworten macht, umso mehr Konsequenzen werden sich auftun. Dadurch wird das Leben ernster. VIEL ernster. Und unbequemer. Doch man erhält mehr und mehr eine Vorstellung davon, wie die Dinge miteinander zusammenhängen. Und so ergibt dann eins das andere: man wird aufmerksamer, achtsamer, bewußter. Gerade das Bewußtsein macht den großen Unterschied! Ohne Bewußtsein gilt alles überhaupt nichts.

*Was nicht Bewußtsein wird, ist nicht gelebt* (Friedrich Löchner).

Aber warum nur scheut der Mensch das Bewußtsein derart und zieht es vor, sich weiter und weiter zu verstricken - in Geschichten, die wie sonambul gehäkelt werden? Wie heißt es so hübsch: *Die Evolution ist verschwenderisch*. Vielleicht reicht es der Evolution, wenn lediglich ein paar Qualquappen zu Fröschen werden? Und wer will das überhaupt wissen?


Zurück zum Tagesgeschäft. Zurück zu den kleinen Brötchen, beziehungsweise dem Brot des Tages, welches nur den heutigen Gedanken zuliebe zum Drückeberger-Brot gemacht wurde. Vielmehr handelt es sich um ein Bauernbrot, das an meine Vorlieben angepaßt ist. Üblicherweise essen wir an einem halben dieser Laiber etwa 3 bis 4 Tage. So schaue ich, dass ich eine gute Frischhaltequalität erhalte.  Und die bekomme ich durch die Beigabe von etwas Einkorn-Vollkorn und Kartoffeln sowie dem Parken in Kühlschrank für 4-5 Stunden - eine Zubereitung, auf die ich mich eingeschossen habe ob der zufriedenstellenden Ergebnisse.

Zutaten - 2 Laiber:

Sauerteig:
140g Ruchmehl
140g Wasser
14g Weizen-ASG (aufgefrischt)

Brühstück:
80g Einkorn-Vollkorn
200g Wasser, kochend

Hauptteig:
Sauerteig
Brühstück
180g Einkorn-Vollkorn
330g Ruchmehl
300g Weizen 550 (m: T65)
100g Kartoffeln, gekocht
19g Salz
4g Hefe
300ml Wasser (+50ml)

Zubereitung:

Sauerteig rechtzeitig (morgens) durch Hefeführung schicken, Sauerteig ansetzen, Brühstück ansetzen. Sauerteig abgedeckt warm stellen, Brüstück abgedeckt kühl.

Alle Zutaten des Brotteiges miteinander vermengen (Kartoffeln fein gerieben) und den Teig etwa 8-10min kneten - die 50ml Wasser je nach dem wie der Teig die Flüssigkeit aufnimmt schlückchenweise zugeben.  In eine geölte Schüssel umfüllen, direkt 1x falten und 20min ruhen lassen, 2.Mal falten und weitere 20min ruhen lassen.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche rund wirken und mit dem Schluß nach oben in ein rundes vorbereitetes Gärkörbchen verfrachten. Abdecken und 10-15 min entspannen lassen, dann für ca.5 Stunden in den Kühlschrank stellen zur langen Gare. Ofen mit Backstein gut vorheizen. Einschneiden, auf einen Schieber stürzen und in den Ofen schieben.

Mit Schwaden einschießen: 10min bei 250°, 15min bei 225°, 25min bei 200°, 15min bei 190°, 5min bei Umluft und leicht offener Ofentür.








Mittwoch, 12. Juni 2019

12 von 12 - Juni 2019














Ganz repräsentativ sind die Fotos heute nicht. Denn eigentlich habe ich heute viel geputzt: den Kühlschrank, die Tiefkühltruhe, ein Appartement... Aber wer will das sehen? Eben. Kennt jeder, kommt keiner drumherum und ich kann euch verraten: ich putze auch nicht anders wie alle anderen.

Auch der Start in den Tag ist keine Neuigkeit - same procedure: Porridge like every morning. So geht das mit der Zufriedenheit - mit einem Fuß steht man dabei in der Eintönigkeit.

Nach einem traumhaften Landregentag (bei allerdings zapfigen Temperaturen) gabs heute auf dem Weg zur Post ein Café-Stop unter einer gerade blühenden Linde. Quasi ein Ausgleich. Das muss drinne sein - wofür ist man selbständig. Der Garten hat den Regen geliebt: die Himbeeren wachsen glatt auf das Doppelte der üblichen Größe an.

Mittags gibt es ein Rote-Bete-Risotto mit allem, woraus eine rote Bete besteht, vom Scheitel bis zur Sohle, vom Blatt bis zur Knolle. Etwas Rosmarin dazu, ein Schuß eigener Cassis, ein Schuß Balsamico-Reduktion, etwas Bleu... vollmundige Landküche halt...

Der Tag ist strahlend, alles blitzt wie sauber geputzt - drinne dank mir, draußen dank dem Regen. Morgen, wenn alles etwas mehr abgetrocknet ist, wird Unkraut gerupft. Dann läßt es sich nämlich prima ziehen. Also zeige ich euch heute ein paar Eindrücke von unserer Wiese, wo ich Slalom um die Wildorchideen gemäht habe. Ihr seht die Pyramiden-Hundswurz samt Blutströpfchen, eine der vielen Ragwurz-Arten und die Bocks-Riemenzunge, außerdem zwei kleinen Prachtkäfer auf einer gelben Blume, die ich noch bestimmen muss...

Dann habe ich Essig angesetzt. Absolut kein Hexenwerk, Blüten gut bedeckt in den Essig der Wahl und vier Wochen stehen lassen - ich mag gerne etwas Holunderblütensirup im Salat-Dressing, also werde ich wohl Holunderblüten-Essig auch gerne mögen müssen.

Am Abend machte ich Yoga mit Mady - für alle Special-Interessierten: mit diesem Flow

Und dann wollte ich noch darauf hinweisen, dass wir schnurgerade Richtung Sommer unterwegs sind - wem das bereits keine gute Stimmung macht, dem helfe ich freundlicherweise etwas mit Musik nach...

voilà, voilà - das war mein Mittwoch am 12. Juni 2019 - mehr Tageseinblicke gibt es dazu wie gewohnt bei Mme Kännchen...

Dienstag, 11. Juni 2019

Kinderwunsch: cremiges Curry mit Brokkoli, roten Linsen und Spinat


Hätte ich nur die allerkleinste Tendenz, ein Kind zu entführen, dann hätten wir jetzt eines in der Bude sitzen. Schon vor einer Weile habe ich ihn entdeckt: meinen PERFEKTEN Zwuggel. Ein Junge, der auf wattigem, moosigem Waldboden gezeugt wurde von Ronja Räubertochter und Nils Holgersson, zwischen Geysiren und  Vulkanen, blond und strubbelig, rundgesichtig und rotbackig, zwei Lenze alt. Ich habe ihn also *Birk* getauft. Und direkt, wenn ich nur an ihn denke, denke ich wie immer das Gleiche: den brauchen Sie mir gar nicht mehr einpacken, den nehme ich genau so mit. 

Könnte man Klamotte-Shoppen, in dem man einfach auf vorbeilaufende Frauen zeigt, und sagt: genau der gleiche Pullover, eine Nummer größer. Oder ein Mal original diesen Rock bitte - wie einfach wäre ich angezogen. Tja, und ginge *Kinderkriegen* so, wer weiß, vielleicht hätte ich dann sogar eines. Denn immer wieder fällt mir auf, dass wirklich nicht alle Kinder süß sind.  Zum einen weil Kinder für mich nichts anderes sind als Menschen - nur halt in klein - (das Kindchenschema wirkt bei mir deshalb nur minimal), zum anderen weil ich von einem Kern ausgehe. Davon hatte ich es schon in Gartenphilosophie: Samen ist Samen - ein Gänseblümchen wird kein Birnbaum und eine Tomate niemalsnie eine Artischocke.

Daher lässt sich für mich an der nächsten Schlußfolgerung wenig schrauben: Bösartigkeit ist Charaktersache, manche kommen gar bereits giftig auf die Welt. Ja, ich weiß, da scheiden sich die Geister (möglicherweise noch eines der raren Themen, zu denen es wenig Schulterzucken gibt und schließlich nicht umsonst eine beliebte Ethik-Frage). Aber ich halte es mit Miss Porter, die in *Das Narrenschiff* ein kindliches Zwillingspaar beschreibt, das direkt aus der Hölle zu kommen scheint. Und ganz ehrlich: ich kenne definitiv auch Kinder, die ich nicht geschenkt haben wollte.

Bref: ich finde, es gehört Mut dazu, sich für ein Kind zu entscheiden. Wegen dem Überraschungsei-Effekt (davon hatte ich es ebenfalls bereits) und den Zukunftsaussichten der Erde. Daher gilt allen Eltern mein größter Respekt, die haben sich was getraut und vorgenommen.

Vielleicht bringt es mir als Kinderlose genau deshalb einfach Spaß, mir ein Kind unterwegs auszusuchen. Einfach weil ich es kann. Als Spiel. Luxus der Theorie. Luxus der Konsequenzlosigkeit. Luxus der Phantasie. Rausgepickt statt zugeteilt. Mein wawuscheliger Waldkobold Birk ist mein Augapfel. Wenn ich ihn sehe, dann kann ich mein Gemüt an ihm wie in einen Akku stecken. Was bringt dieser Planet für Menschlein hervor!


Als echter Akku stellte sich genauso dieses Curry heraus. Für diesen frühen Wintereinbruch mitten im Juni eine gute Strategie, kulinarisch unbeeindruckt dagegenzuhalten - wir haben beide eine beachtliche Portion verdrückt.

Zutaten 2P:

1 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 Brokkoli
75g rote Linsen
100-150g junger Spinat
200g Gemüsebrühe
250g Kokosmilch
1 EL Curry (m: Zitronen-Curry)*
1 EL Koriander, gemahlen
2 TL Kreuzkümmel
1 Stange Zitronengras
2 Lorbeerblätter
Harissa
etwas Zitronensaft
Salz

400g Kartoffeln, gekocht vom Vortag
(m: Délicatesse)
Salz, Pfeffer
Bratöl

Zubereitung:

Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und fein würfeln. Brokkoli samt geschälten Stiel zerkleinern in kleine Röschen und Stücke.

Zwiebel und Knoblauch in etwas Öl glasig dünsten. Gewürze kurz mitbraten, (die Zitronengrasstange vorher mit der stumpfen Seite des Messers klopfen und so kürzen, dass sie in den Topf passt). Dann Linsen unterrühren und die Gemüsebrühe und die Kokosmilch anschütten. Deckel auflegen und 5min köcheln lassen. Brokkoli zufügen und weitere 15min sanft garen.

Parallel die in Würfel geschnittenen Kartoffeln knusprig braten (Tipp: dafür Pfanne und Öl zuerst heiss werden lassen, bevor die Kartoffelwürfel in die Pfanne kommen). Salzen, pfeffern.

Kurz vor Ende das Zitronengras sowie die Lorbeerblätter aus dem Eintopf entfernen und in das Curry den gewaschenen, geschleuderten und grob zerhackten Spinat untermischen und zusammenfallen lassen. Abschmecken mit Salz,  Harissa und etwas Zitronensaft (oder weißer Balsamico).

Curry mit den Bratkartoffelwürfeln zusammen servieren! 

*Anmerkung m: ein gutes Curry steht und fällt mit dem - Achtung jetzt kommts - richtig, Curry. Es lohnt sich also, dafür mal genauer hinzuschmecken und sich mindestens ein Lieblingsgewürz in der Geschmacksrichtung *Curry* zuzulegen.

Sonntag, 9. Juni 2019

Inspiration³ : Tarte mit Johannisbeeren, Holunderblüten-Sirup und Verveine


Der Holunder blüht verschwenderisch und duftet dabei derart betörend und berauschend, dass auf dem Land an ihm gerade kein Weg vorbeiführt. Gleichzeitg verfärben sich an den Sträuchern die ersten Johannisbeeren rot und erinnern mich daran, dass noch welche von letztem Jahr tiefgekühlt auf Verwertung warten. 

Eine weitere Weisung in Richtung dieser Tarte waren freundliche Feriengäste aus der Schweiz, die auf der Suche nach einem Tarte-Rezept erst über das Blog gestolpert waren, um schließlich als Urlauber bei uns zu landen. Ich wußte die Zeichen wohl zu lesen und trollte mich brav gen Küche, um allen gesehenen, gerochenen und erzählten Boten der Zeit gerecht zu werden. So einfach kann Kochen oder Backen sein, wenn die Musen flüstern...

Zutaten:

240g Mehl
130g Butter
Salz
60g Zucker
1 TL Crème fraîche
(oder 1 Ei)
etwas kaltes Wasser
Abrieb einer 1/2 Tonka-Bohne

450g Johannisbeeren
250g Mascarpone
1 Ei
6 EL Holunderblütensirup
40g Zucker*
12 Blätter Verveine 


Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Tarteboden einen homogenen Teig kneten und mindestens eine halbe Stunde kalt stellen. Eine Tarteform buttern, den Teig auswellen und die Form damit samt Rand auskleiden. Den Boden mit der Gabel mehrfach einstechen und ca. eine halbe Stunde in die Tiefkühle stellen.

Den Ofen auf 200° Umluft vorheizen. Die Tarte mit Backpapier auslegen, mit Hülsenfrüchte belegen und 10min backen - Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen und weitere 10min backen.
Währenddessen von den Verveine-Blättern die Mittelrippe herausschneiden und fein hacken. Mascarpone, Ei, Holunderblütensirup, Zucker und Verveine mit einem Handrührgerät glatt rühren. Die Johannisbeeren untermischen.
Den Backofen von Umluft auf Ober-/Unterhitze umstellen. Den Belag auf den vorgebackenen Boden verstreichen und die Tarte weitere 20min bei 190° und 15min bei 180° backen. Auskühlen lassen - ich finde, etwas gekühlt schmeckt die Tarte besonders erfrischend.

*Anmerkung m: Die Johannisbeeren lassen sich auch prima durch Brombeeren, Himbeeren oder Blaubeeren ersetzen. Möglicherweise würde ich den Zucker dann etwas reduzieren, weil man weniger Säure als bei den Johannisbeeren ausbalancieren muss.


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