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Mittwoch, 12. Mai 2021

12 von 12 - Mai 2021



Same procedure as everey morning: ein großes Glas Wasser auf nüchternen Magen, Hulahulen, Porridge... ihr wißt Bescheid. Rituale geben mir gerade viel Halt - jetzt, wo der Boden aller sonstigen Gewohnheiten derart wackelt und da draußen in der Welt auf gar nichts mehr Verlaß zu sein scheint...

Der Morgen ist ein strahlender, frischgrüner Maimorgen - den ich mit fauchage (Mäharbeiten) vor dem Haus beginne. Schneller gings, wenn ich kein Slalom mähen würde, aber die Blumen sollen ja stehen bleiben... Wäsche gewaschen wurde auch. Ich frage mich immer, wie man diese komisch parfümierten Weichspüler verwenden kann: nix kann besser riechen als an klarer Landluft getrocknete Wäsche!

Zwischendrin gibt es einen Caro mit dem Habib in der Sonne - unser Moment der Begegnung, der muss sein!

Und ich spiele ein bißchen mit dem Mittagessen: mit Blüten sieht doch gleich alles zierlich-lieblich aus, oder? Eben wie diese Sommerrollen (für mich als Notiz: zum Befüllen außer gestiftetem Rohkost sowie fermentierte Rote Bete und Reis-Vermicelles, dünnes, glattes Rührei verwendet und blanchierte, junge Mangoldblätter - Sauce aus Erdnusscreme, Hoisin, Limette und Sriracha/ Wickeltechnik nochmal anschauen ;-)

Dann beginne ich, die Terrasse vom *Bellvue* zu richten. Lange dauert es nicht mehr, dann blühen da die Rosen und der Lavendel. Nun knallt jeden Moment der duftige Feuerdorn und der Goldlack verstrahlt sein fröhliches Gelb - schön, dass sich ab dem Wochenenende daran auch wieder Feriengäste erfreuen können!

Nebenher wird weiterhin gesammelt und getrocknet: Weißdorn (da habe ich mir letztes Jahr einen Wolf gesucht nach *zweigriffligen* - nun lese ich, dass der eingrifflige genau so gut ist und nur echte Experten die ganzen Kreuzungen unterscheiden können. Pffffhhh, na DANN wächst der sogar bei uns auf dem Grundstück) Goldmohn (der verteilt sich nun von alleine in den Beeten - er kommt in den Schlaftee) und stinkenden Storchenschnabel (Entdeckung dieses Frühlings, seine Blüten sind mit in die Sommerrollen verbastelt, außerdem mag ich seine anderen Namen viel lieber: Ruprechtskraut und Gottes Gnaden). Ach, so viele Pflanzen stehen noch auf meiner Liste - ich hoffe, ich komme diese Woche dazu, querfeldein auf Jagd zu gehen!

Der Garten will halt auch versorgt werden - und der braucht wie jeder Garten im Mai besonders viel Aufmerksamkeit. Lustwandeln im eigenen Garten ist im Mai natürlich oberste Pflicht Kür: für mich dürfen Akelei und Küchenschelle in einem Bauerngarten nicht fehlen. Und wenn die Glyzinie blüht, kann man gar nicht anders, als hingerissen von ihr zu sein! Die ersten Tomatenblüten machen Hoffnung!

Trotz aller Arbeit halte ich an meinem Yoga-Ritual fest - Selbst-Massage tut IMMER gut! Wenns irgend geht, verzichte ich nicht darauf!

So, fertig mit dem Tag, genug erlebt. Nun hüpfe ich noch unter die Dusche und mache mich bereit fürs frisch bezogene Bett! Davor aber schaue ich noch bei Mme Kännchen vorbei um mir die anderen 12er anzuschauen, schließlich auch ein Ritual!

Sonntag, 9. Mai 2021

Meditation: Artischocken-Quiche mit getrockneten Tomaten und Knoblauch

 

Wenn ich in die Küche maschiere, dann weiß ich, was ich kochen will. Dann denke ich gar nicht weiter nach, dann mache ich einfach einen Arbeitsschritt nach dem nächsten. Dabei hake ich gerne jeden mit einem so gewissenhaften wie energischen *Sssooh!* ab - so lange bis ich das Essen fertig gekocht habe. Das läuft dann alles fast wie von alleine. Auf diese Weise stresst mich Kochen nie. 

Ist ja beim Sporteln ähnlich. Wie weißt Mady bei einem Wechsel einer fiesen Bauchübung an: *Gar nicht denken, einfach machen!* Ist SEHR oft tatsächlich das Beste, was man machen kann. Aber dieses *Just do it* ist leichter gesagt als getan. Und zwar weil der Kopf dem Körper ein Bein stellt. Im Yoga wird vom *monkey mind* gesprochen. Mit *monkey mind* ist die endlose Flut an Gedanken gemeint, die man nicht ausschalten kann und die wie ein dauer-unruhiges Äffchen im Gehirn-Käfig hin und herspringen. Und man bekommt diesen Affen nicht zur Ruhe - unabhängig von der Umgebung, selbst bei äußerer Stille. Ein ewig sich fortsetzender, unaufhaltsamer Bandwurmgedankensalat.

Unvergessen bleibt mir der philippinische Schamane, den ich zusammen mit dem Habib kennenlernte. Einer von denen, die mit ihren Händen operieren - und zwar bei geschlossener Bauchdecke. Ja, für jene mit wachen Augen und offenem Geist ist die Welt voller unerklärlicher Wunder. Eben dieser Schamane sprach davon, dass wir Weißen zu viel Spaghetti im Kopf hätten. Im Prinzip meinte er das Gleiche wie die Yogis mit dem Monkey. Wir tun uns schwer, das Gedankenkarussell mal auszuschalten, wir müllen uns geistig selbst zu - unkontrolliert und unbewußt. Die Laokoon-Geschichte - kommt mir ad hoc in den Sinn - erhält gerade einen weiteren Dreh!

Mein Vipassana-Meditationskurs in Yangoon war für mich eine harte Nuss - 10 Tage dehnten sich wie Gummibänder. Trotzdem werden alle, die regelmäßg meditieren bestätigen, wie wohltuend das fürs Allgemeinbefinden ist. Wie meinte der Habib: wir räumen alles auf, vom Wohnzimmer über die Festplatte, aber uns selbst müllen wir stetig zu und säubern uns nicht. Auf die Anregung meines Habibs hin - den ich bewundere für seine seismographische Sensibilität - habe ich also mit dem Meditieren begonnen. Und ich fühle mich ganz als Novitzin. *Gott kann nur den hören, der still ist*, findet der koptische Eremit in Ethiopien Abba Tesfay. Unsere stille Umgebung, unser harmonisches Wohnen hilft mir in meinen Anfängen sehr.

Denn das gilt es zu üben, das  ruhige Sitzen, der in sich gekehrte Blick ins Schwarze, die Zunge, die vom Gaumen gelöst ist, dieses Sich leer machen, nach innen lauchen, mal nix müssen, das Nichts aushalten, nur fühlen... Im Prinzip wie *Einfach nur machen* - nur ohne machen. Denken in Bildern ohne Begriffe.  *Pssscht* ermahne ich mich wiederholt, wie ein quengelndes Kind, das wieder und wieder versucht auszubüchsen.

Mein auserkorener Meditiationslehrer ist der französische Apnoetaucher Guillaume Néry. *Ich habe den Wunsch, über bestimmte Grenzen hinauszugehen, mich selbst herauszufordern. Und die Unbekannte, die es mir erlaubt, diese Grenze zu erreichen, ist ein Zustand inneren Friedens, den ich nur durch völliges Loslassen erreichen kann*. Er dient mir als Vorbild, denn wie er ohne zu atmen immer tiefer und tiefer auf den Grund des Meeres sinkt, das ist für mich DAS Bild!

Überhaupt empfehle ich die ganze Triologie von Arte *Was uns heilig ist*, denn eigentlich wußten alle vorgestellten Menschen zu beindrucken und ich hörte allen gerne zu. Wie die kanadische Chi-Gong und Yoga-Lehrerin Nicole Bordelau:* Zum spirituellen Weg gehört für mich auch, die Augen zu heben und den Raum über unseren Köpfen zu betrachten, Fragen zu stellen und mich mit etwas Schönerem, Größerem zu verbinden.* Oder die zweite Lektion von Sylvain Paquin *Laß dem Fluss seinen Lauf, er weiß, wo es lang geht, er wird dich ans Ziel bringen. Spar dir deine Kräfte für Turbulenzen. Denn wenn die Stromschnellen - also die Prüfungen des Lebens - kommen, wirst du deine ganze Energie brauchen, um sie zu bestehen.* Ich könnte noch viele, viele weitere Zitate herausgreifen, die mich alle zutiefst angesprochen haben, doch schaut selbst, es lohnt sich:

Ganz wunderbar wird anhand unterschiedlichen Menschen aufgezeigt, dass es piepegal ist, ob man die Betonung nun mehr auf Rückzug, Harmonie, Barmherzigkeit, Achtsamkeit oder Stille legt. Viele Wege helfen bei der Suche, mehr zu sich selbst zu finden, mit Kräften außerhalb seiner selbst oder dem Geist in Kontakt zu treten - alle Wege eint, dass sie stets individuell und nicht übertragbar sind.




Ich finde, ein Rezept mit Artischocken passt sehr gut heute dazu, denn der Artischocke wird nachgesagt, dass sie der Leber bei der Entgiftung hilft. Unumgänglich, ja vielleicht die ersten Schritte, wenn man getrieben ist von der Sehnsucht nach Heil und Einklang und gutem Wohnen in sich selbst.

Wir essen gerne Artischocken, oft die großen als Ganzes gegart. Aber auch die kleinen kommen häufig auf den Tisch - mit etwas Übung sind sie schnell gerüstet. Dazu gibts ja mittlerweile ohne Ende Lehrfilmchen. Ich habe die Artischocke ganz südfranzösisch mit jungem Knoblauch kombiniert, für den die Drôme ja Anbaugebiet ist.


Zutaten - Tarteform 24cm (Durchmesser):

Tarteteig:
75g Einkorn-VK
75g Dinkel 1050
75g Butter, kalt
1 TL Crème fraîche 
1/2 TL Chiliflocken
Salz
etwas kaltes Wasser

3 Artischocken (je nach Größe auch 4)
2 junge Knoblauchstangen*
30g getrocknete Tomaten
100g Saint Félicien
50g Crème fraîche
1 Ei
Salz, Pfeffer
Abrieb einer 1/2 Zitrone
einige Zweige Zitronenthymian
Piment d'Espelette
Olivenöl
etwas Gemüsebrühe

Zubereitung:

Aus den Zutaten zügig einen homogenen Teig kneten - die Butter dafür flöckchenweise unterarbeiten -  und den Teig eingewickelt mindestens 1 Stunde kalt stellen.

Die Tarteform buttern. Den Teig auswellen und die Tarte samt Rand auskleiden. Den Boden mehrfach einer Gabel einstechen. Für ca. 30min in die Tiefkühltruhe stellen. 
 
Die getrockneten Tomaten mit ein wenig kochendem Wasser übergießen und einige Minuten quellen lassen. Die Knoblauchstangen in feine Ringe schneiden. Die Artischocken putzen und Zitronenwasser zwischenlagern. Die Tomaten fein würfeln - in ca. 3 EL Restwasser etwas Gemüsebrühe lösen.

Olivenöl erhitzen und Artischocken mit Knoblauch darin anbraten. Mit Zitronenthymian würzen, salzen und pfeffern. Die wenige Gemüsebrühe zufügen, Hitze verringern, Deckel auflegen und die Artischocken in einigen Minuten fertig garen.

Währenddessen eine Crème rühren aus Käse, Crème Ei und Tomate. Mit Piment und Zitronenschale würzen. Salzen und pfeffern.

Den Backofen auf 200°C (Umluft/ m: Intensivbacken) vorheizen.

Die Crème auf dem Tarteboden verstreichen, die Artischocken darauf verteilen und etwas in die Crème drücken. Mit ein wenig Olivenöl beträufeln und für 20min in den Ofen schieben. Dann weitere 20-25min backen bei 180°C. Backzeit insgesamt 40-45min

 

Mittwoch, 5. Mai 2021

Fräse: grüner Spargel mit neuen Kartoffeln und Bärlauch-Hummus


Alle, die einen Garten ihr eigenen nennen, wissen wie das NACH eines richtigen Landregens aussieht: man möchte wie ein Fräse durch den Garten kurbeln, man wünschte sich mehrere Arme wie die Göttin Shiva, man hätte gerne eine Armada an Wichteln und Zwerge als Verbündete, auf die man GENAU JETZT zurückgreifen könnte.

Alles will gleichzeitig gemacht werden: GENAU JETZT, wenn sich das Unkraut butterweich aus dem Boden ziehen lässt und die vorgezogenen Pflänzchen in krümmeligen Boden gesetzt werden wollen und die Aussaat die richtige, anhaltende Feuchtigkeit hat. Ich rechne dann meine Gartenarbeit gar nicht in Stunden sondern in *Grünabfall-Säcken*. Meine Hände sind noch weniger als sonst vorzeigbar und schon überhaupt (und sowieso nie) etwas für künstliche Fingernägel. 

Obendrein ist GENAU JETZT die Zeit, in der das Trocknen von Heilpflanzen wieder beginnt (Anfang machten u.a. Melisse, Rotklee und Borretsch). Echt, man möchte sich vierteilen können! Abends liegt man dann im Bett und gerne dürfte ein könnender Physio die erdverbogenen Glieder an ihren ursprünglichen Platz in der Horizontalen erinnern. Und doch fühlt man sich gebraucht, nützlich, als Teil vom Ganzen und sieht das Tageswerk befriedigend vor Augen. Tsss, das bißchen Muskelkatze - je m'en fou!

Ich liebe die Gartenarbeit im Mai. Unser Garten ist nie schöner, ein Stück Paradies, ein Baden in Fruchtbarkeit, Düften, Farben, Blumen und Kräutern. Wer GENAU JETZT durch unseren Garten läuft und nix Schönes entdeckt, dem fällt auch sonst nichts auf, was sein Wohlgefallen findet. Ja, logo, bin ich selbstverliebt, wenn ich von unserem Garten rede. *Der Hass ist parteiisch, aber die Liebe ist es noch mehr!* (Goethe)

 



Daher könnt ihr bestimmt nachvollziehen, dass dem Garten gerade jetzt meine ganze Aufmerksamkeit gewidmet ist. Aber gekocht wird ja doch. Teils aber in Waldfeen-Tempo - wie bei diesem Gericht, bei dem ich auf Vorräte in der Tiefkühle zurückgreifen konnte. Dann ist das Essen *husch-husch* und unkompliziert auf den Tisch gebracht. 

Grünen Spargel im Ofen zu garen, ist sowieso meine liebste Zubereitung für grünen Spargel. Den Hummus mache ich nur großportionsweise - Hummus bereichert viele Gerichte. Und die confierten Kirschtomaten zählen schon lange zu meinen Einmach-Standarts - sie sind auf diesem Teller schwer verzichtbar, da sie einen ausgesprochen feinen Kontrapunkt kreiieren! Die fermentierte Bärlauch-Sauce schmeckt, finde ich, etwas edler als Pesto - aber ganz wie ihr wollt, ganz wie ihr könnt.


Zutaten 2P:

500g grüner Spargel
Olivenöl 
1 Pr Zucker
1 Pr Salz

400g kleine, junge Kartöffelchen (m: délicatesse)
Rosmarin
fleur de sel
Olivenöl
1/4 TL Paprika-Pulver

Hummus*
300g Kichererbsen, getrocknet
ca 3 EL fermentierte Bärlauchsauce
Piment d'Espelette
Zitronensaft
1 EL Tahini
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer

250g confierte Kirschtomaten (m: eigene, Froster)

Zubereitung: 

Kichererbsen am Abend zuvor mit ausreichend Wasser bedecken und quellen lassen. 

Quellwasser der Kichererbsen abschütten, mit neuem Wasser aufsetzen und weich garen - dauert ca. 45min (m: mit einem Stück Kombu-Alge). Kochwasser auffangen und aufbewahren - Kichererbsen häuten (dafür diese zwischen den Handflächen hin-und herrollen - dabei löst sich die Schale - nun zurück in eine Schale mit Wasser geben, dabei schwimmt die Schale oben an der Wasseroberfläche und die Kichererbsen sinken nach unten).
 
Alle Zutaten in einem Mixer geben und so cremig und glatt wie möglich pürieren. Mit den restlichen Zutaten würzig abschmecken - mit dem aufgefangenen Kochwasser zur gewünschten Konsistenz bringen.

Den Ofen auf 200° (O/U-Hitze) vorheizen. 

Kartöffelchen waschen, trocken tupfen, Rosmarin fein hacken, alles in einer Schüssel mit 2 EL Olivenöl, Paprika-Pulver und fleur de sel mischen, in eine ofenfeste Form geben und - je nach Größe - für etwa 25-30min in Ofen geben.

Das Ende des Spargels abschneiden und das untere Drittel schälen, mit Olivenöl bestreichen und salzen, pfeffern, sowie mit einer Prise Zucker würzen. Für insgesamt ca. 15-17 Minuten im Ofen garen - entsprechend nach den Kartoffeln in den Ofenschieben, damit beides gleichzeitig fertig wird. Die Kirschtomaten auf die schnelle Variante (ebenfalls mariniert in Olivenöl, einer fein gehackten Knoblauchzehe, gesalzen und gezuckert) mit den Spargel zusammen im Ofen rösten.

Hummus auf einen Teller anrichten, Kartoffeln und Spargel darauf verteilen und die Kirschtomaten zuletzt dazwischen setzen. Servieren.

*Anmerkung m: üblicherweise confiere ich unsere Kirschtomaten für den Froster länger bei weniger Hitze (man kann für dieses Gericht aber auch den Turbo einlegen)/ für das Hummus gleich mehr Kichererbsen einweichen und eine größere Menge machen - Rest einfrieren

 

Geschwister im Blog-Universum: grüner Ofenspargel mit Zitrünen-Pü 

 

sonnen und zur Schau stellen gleichzeitig - Smaragdeidechse-Männer-Leben

Samstag, 1. Mai 2021

Urlaub bei uns - Spargel mit Orangen-Hollandaise und Estragon-Gnocchi

 

Neuigkeiten im Staate Frankreich!

Marcon hat in gewohnt kurzfristiger Manier bekannt gegeben, wie der Stufenplan in Frankreich aussehen soll zum Ausstieg aus dem Lockdown. Es ist - wie sollte es anders sein - kompliziert. 

Ich fasse kurz zusammen, dass wir wieder vollen Bewegungsradius haben und die Einreise für Touristen aus der EU und dem Schengenraum zudem ab dem 4. Mai möglich ist. Verpflichtend bleibt aber für alle ein negativer, höchstens 72 Stunden alter PCR-Test sowie eine Selbsterklärung zur Covid-Freiheit - hier findet sich das nötige, auszufüllende Papier: ENGAGEMENT SUR L’HONNEUR A SE SOUMETTRE AUX REGLES RELATIVESA L’ENTREE SUR LE TERRITOIRE NATIONAL METROPOLITAINDEPUIS UN PAYS DE L’ESPACE EUROPEEN

Die Außengastronomie wird ab dem 19.Mai wieder öffnen dürfen. Eine (sich mehr und mehr verkürzende) nächtliche Sperrstunde bleibt uns vorest erhalten. En detail kann man das bei Hilke auf *Mein Frankreich* nachlesen, die sich den französischen Covid-Auflagen in ihrer ganzen Aktualität und Genauigkeit von Beginn an angenommen hat. 
 
Für uns bedeutet das, dass wir im Mai die Türen unserer Ferienwohnungen wieder öffnen werden. Für alle Naturlustigen: Bienvenue! Wir werden die Saison schon schaukeln!

 

 

Ich scheine - tout un coup - einen guten Draht zum Wettergott zu haben, ja, ich grüble, ob ich möglicherweise fähig bin, Regen mit Süßkram herbeizubacken??! Das wärs ja!! Auf jeden Fall haben wir seit diesem Post den schönsten, fruchtbarsten Landregen, den man sich nur ausmalen kann. Man möchte vor Freude nackig im Garten tanzen, denn man kann den Pflanzen wirklich beim Wachsen zusehen. Ideale Bedingungen, um sich unabgelenkt und mit Hingabe ein feines Mittagessen zu kochen. Ein absolutes Dream-Team ist für mich Spargel, Estragon und Orange! So gut, dass der nächste Schwung Spargel in ähnlicher Kombi auf den Tisch gebracht wurde.

Französischer Estragon zählt sowieso zu den Tipps, die ich unseren Feriengästen gerne gebe: geht in eine Gärtnerei und nehmt ein Töpfchen Estragon, Verveine und thym au citron (Zitronenthymian) mit. Das Warum wird sich von ganz alleine erklären, denn leichter kann man sich keine Prise Frankreich mit nach Hause nehmen!

Glücklicherweise gibt es in Frankreich keine Spargel-Mafia. Spargel hat Saison, wenn er Saison hat. Und überhaupt das frankreichbeste am Spargel: Spargelköpfe werden hier als Bruchspargel verkauft - also besonders billig. So kann man (wie könnte man auch nicht???) ganz dekadent ohne Reue zuschlagen. Nicht dass ihr denkt...

 

Zutaten:

Gnocchi:
400g Kartoffeln (mehlig kochend)
100-120g Hartweizengrieß, fein
100g Ziegenfrischkäse
2-3 EL Estragon (m: ca. 30g)
1 Eigelb
Salz

500g Spargel

Sauce:
1 Eigelb
90g Butter
4 EL Orangensaft, frisch
Zesten, einer Orange
Salz, Pfeffer
2 EL Gemüsebrühe
1 EL Noilly Prat 

Zubereitung:

Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, schälen und noch warm durch die Presse drücken.  Mit den restlichen Zutaten zu einem homogenen, kaum noch klebenen Teig verarbeiten (nicht überkneten, sondern nur bis der Teig sich gut verbunden hat). Auf einer mit Hartweizengrieß bestreuten Arbeitsfläche zu fingerdicken Strängen rollen. Von den Rollen etwa 1-2cm dicke, längliche Stücke abschneiden, nochmals über die Schnittkante rollen (oder in eine andere gewünschte Form bringen)

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Gnocchi im Wasser so lange garen, bis sie an die Oberfläche steigen. Aus dem Wasser heben und warm stellen.

Parallel den Spargel auf den Weg bringen. Spargel putzen (ich koche IMMER aus den Spargelschalen einen Sud, dazu zwei Prisen Zucker, eine Prise Salz und einen Schuß Apfelessig), in Stücke schneiden und im Spargelsud weich garen. Spargelsud auffangen. Spargel warm stellen.

Zuletzt die Sauce zubereiten. Dafür in einer Wasserbadschüssel das Eigelb mit dem Orangensaft samt Zesten, dem Noilly dem Orangensaft und der Brühe (in Spargelsud gelöst), sowie etwas Salz und Pfeffer mit dem Schneebesen gut verrühren. Gleichzeitig Butter schmelzen. Die Eimischung auf ein heißes Wasserbad geben und weiter cremig-dicklich aufschlagen, während man eßlöffelweise die flüssige Butter unterzieht bis eine schön-cremige Sauce entsteht. Salzen, pfeffern und sofort mit Gnocchi und Spargel servieren.

Anmerkung m: ich rate, den Spargelsud einzufrieren - für die nächsten Spargel! Will man die Gnocchi anbraten, dann sollten sie gut abgetrocknet sein - sonst neigen sie dazu, in der Pfanne anzuhängen - dafür könnte man sie bereits am Vortag zubereiten...


Mittwoch, 28. April 2021

UPSTREUSELING: Streuselkuchen mit Rhabarber

 

Mir gelüstete sehr nach deutschem Kuchen. Streuselkuchen um genau zu sein und zwar mit Rharbarber. Nur mit Rhabarber ist das in Südfrankreich so eine Sache. Mit dem Rhabarber, den wir dieses Frühjahr erneut gesetzt haben, starten wir  den ich-weiß-gar-nicht-wievielten-Versuch, ihn bei uns heimisch zu machen. Er will einfach nicht. Wenn ich mich da an das Ungetüm im Garten meiner Großmutter erinnere... Aber als Kind mochte ich Rhabarber überhaupt nicht. Wegen dem pelzigen Mundgefühl und so. Tja, und nun, wo er sich so rar macht, wird er auf einmal begehrlich.

Doch selbst auf dem Markt ist allerseltenst welcher aufzutreiben. Erst im Schickimicki-Gemüseladen, die ALLES haben (also auch alle Früchte sämtlicher Kolonien - wie etwa die Combava) bin ich fündig geworden. Sogar im *Sale*, weil sie ihren Rhababer nicht losgeworden sind. Die Verkäuferin stapelte mir also etwa 700g auf die Waage und schlug 6 Euro als Sonderangebot vor. Hmmm, ich schaute sie skeptisch an. 6 Euro - schon noch viel Geld für ein bißchen Rhabarber. Rarität hin oder her. Aber wir müssen hier in Südfrankreich nur übers Meer und sind im Maghreb: hier weiß man zu handeln. Und der Rhabarber musste schließlich weg. Sie schaufelte mir ein paar zusätzliche Stangen obendrauf und schaute mich lächelnd-fragend an. Und ich lächelte zurück. Es wird also zwei Kuchen mit Rhabarber geben.

Wobei ich schon verstehen kann, wieso die säuerlichen Stangen hier ein solcher Ladenhüter sind: warum sollte man Rhabarber kaufen, wenn man für weniger Geld bereits die süßen Erdbeeren aus Carpentras erbeuten kann? Dafür muss man wohl wie ich ursprünglich aus kälteren Gefielden stammen und/ oder deutschen Kuchen im Kopf haben!




Man könnte mir vorwerfen, dass wenn es nur geht, ich meinen Süßbäckereien mein Sugar-Spice unterjuble. Aber hey, ich steh' einfach drauf! Ich finde, nahezu jeder Kuchen bekommt damit das gewisse Eßwas! 

Und SO oft backe ich für uns beide gar keinen Süßkram. Wenn dann backe ich vor allem für unsere Feriengäste, um ihnen ihren Aufenthalt bei uns zu versüßen - vorzugsweise an Regentagen. Doch momentan muss ich mir dafür andere Anlässe suchen, wo doch weder das eine noch das andere stattfindet (einzelene Tropfen werden nicht gezählt). Doch Herrschaften, ich kann auch anders, also habe ich uns selbst vorbildlich den Tag verstreuselt - ist mir SUPER gelungen! Unten ein fluffig-saftiger Boden, samt süß-säuerlichen Rhabarber (auf den ich so juchtig war) plus meinem  DUBB-Gewürz = deutscher Obst-Streusel-Himmel.


Zutaten - 1/2 Blech (30 x 20cm):

Streusel:
75g Mehl
25g Haferflocken
25g Haselnuss, geröstet, eher in Krokant-Größe gemahlen
50g Rohrzucker
60g Butter, kalt
1 TL Sugar Spice
1 Pr Salz

Kuchenteig:
140g Mehl
1/2 Päckchen Weinstein-Backpulver
60g Haselnuss, geröstet, eher in Krokant-Größe gemahlen
60g Marzipan
50g Rohrzucker*
125 Butter, weich
2 Eier
50ml Milch
1 EL Crème fraîche

600g Rhabarber
100g Himbeeren
 


 

Zubereitung:

Mit den Händen die Zutaten für die Streusel zu einem krümeligen Teig verarbeiten. Kalt stellen.

Marzipan kurz in den Froster legen. Den Ofen auf 190 Grad (Umluft 170 Grad) vorheizen. Rhabarber putzen und zu Stücke von etwa 2-3 cm schneiden. Butter samt Zucker hell cremig aufschlagen. Dann ein Ei nach dem anderen sorgfältig unterrühren. Mehl mit Backpulver vermengen. Marzipan rob raspeln. Mehl abwechselnd mit Milch untermischen - ohne dabei zu lange zu rühren. Zuletzt kurz Crème und Marzipanraspeln unterheben.

Den Teig gleichmäßig auf eine gefettete (oder mit Backpapier belegtes) Form verteilen und glatt streichen. Rhabarber und Himbeeren damit belegen, die Streusel darüber streuen und im heißen Ofen auf der mittleren Schiene 35-40 Minuten backen. 

  

*Anmerkung m: ich gebe immer noch ein paar meiner tiefegefrorenen Himbeeren dazu - wegen der schöneren Farbe (kann man auch weglassen)/ Marzipan ist ebenfalls ein Goodie, das durch 40g mehr Zucker ausgetauscht werden kann/ Probleme mit Nuss: dann Haselnuss in den Streuseln mit Haferflocken und im Kuchenteig mit Mehl ersetzen/ wenn man die Zutaten verdoppelt, füllt man direkt ein ganzes Blech (40 x 30 cm).

 


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