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Donnerstag, 10. Januar 2019

Bonuszeit: Lasagne mit Wirsing und Kürbis-Béchamel


Ob die früher jeden Tag ein paar Stunden extra bekommen haben? Wie so eine Art Bonus-Track? Aber nur für aktive Nutzung. Pffffhhh, bißchen Blog schreiben, bißchen Kolumne. Was einst allein Brieffreundschaften gepflegt wurden. Von vielen mit vielen. Personalisierte Texte! (Gut, vielleicht haben sie Absätze übernommen, wer weiß, also ich hätte das bestimmt gemacht). Etwa zu Goethezeiten. Forschung-Reisen-Schreiben. Dabei reiste es sich noch deutlich langsamer und es schrieb sich lediglich von Hand. Wann haben die das alles gemacht und wie unter einen Hut gebracht?

Genau das dachte ich wieder bei der Lektüre meines Buchgeschenk zu meinem letzten Geburtstag: *Mein Weg durch Himmel und Hölle* von Alexandra David-Néel. In dem gelungenen Vorwort von Thomas Wartmann heißt es: *Sie versuchte, sich täglich zwanzig Wörter aus vier verschiedenen Sprachen zu merken, und rechnete sich aus, dass sie auf diese Weise 7300 Wörter pro Sprache in ihr multilinguistisches Vokabular aufnehmen kann.*

Ähäm, finde nur ich das sehr ambitioniert? Oder rede ich mir nur mein Spatzenhirn auf Normalgröße? Allein für die Motivation braucht es doch bereits eine Hochbegabung, oder?

Die taffe, eigensinnige, klare, neugierige, abenteuerlustige, kleinwüchsige Mme David-Néel in ihrem Buch auf ihrer wilden Reise durch Tibet zu begleiten, machte mir auf jeden Fall großes Vergnügen. Schon vor hundert Jahren gibt sie Beispiel, wie man Feminismus lebt und setzt dabei so hübsche Werbesprüche wie *Just do it* oder *Geht nicht, gibts nicht* einfach in die Tat um.  

Alexandra David-Néel, geboren 1868 bei Paris, studierte als erste Frau an der Sorbonne orientalische Sprachen (Sanskrit und Mandarin) sowie vergleichende Religionswissenschaften. Ab 1888 verbrachte sie, nur unterbrochen von Lehraufträgen in Paris und Vortragsreisen, ihr Leben in Asien, vor allem in Indien und Tibet. Dort wurde sie als erste Europäerin in den Stand eines Lamas (*Lampe der Weisheit*) erhoben. Der Welt wird sie vorallem als französische Reiseschriftstellerin und Forscherin zur Orientalistik in Erinnerung behalten und mir mit ein paar Zitaten, die ich bestimmt bei passender Gelegenheit zücken werde.

Nun, heute benötigt man bereits unerwarteten Freiraum, wenn man mal wieder so Leckereien wie hausgemachte Lasagne zubereiten will. Eingeschneit mit den richtigen Vorräten sollte sich doch ein Zeitfenster öffnen. Die Belohnung folgt auf dem Fuß: Schöner leben mit frischer Pasta!


Zutaten 2P:

120g Dinkel-Vollkorn
1 Ei
1 TL Tomatenmark
Chili-Flocken
1 EL Öl
Salz

300g Wirsing
Muskatnuss
5 Salbei-Blätter
Salz, Pfeffer
Olivenöl
 
250g Kürbis (m: Butternut)
1 Stück Butter
Gemüsebrühe
Noilly Prat
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
1 Pr Curry
1 Stück Ingwer
1 EL Mehl
50ml Sahne

100g Tomme de Montagne, gerieben
2 EL gehackte Kürbiskerne

Zubereitung:

Aus den Zutaten für die Lasagneblätter einen homogenen Teig kneten und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Dann den Teig auswellen (m: mit Marcato - Stufe 6 von 7) - ergab 6 Blätter passend für meine Kastenform. In einer breiten, hohen Pfanne Salzwasser zum Kochen bringen und die Lasagne-Blätter nacheinander kochen, abtropfen lassen und auf einem Leinentuch glatt auslegen.

Den Wirsing waschen, von seinen Rippen befreien und in ca. 1-2cm dicke Streifen schneiden. In Salzwasser etwa 8min garen, blanchieren und gut abtropfen lassen. Die Salbeiblätter in feine Streifen schneiden und zusammen mit dem Wirsing in dem Olivenöl kurz schwenken. Salzen, pfeffern und zur Seite stellen.

Den Kürbis schälen und würfeln. In der Butter kurz anbraten, das Curry ebenfalls kurz mitrösten, mit Noilly ablöschen, dann knapp mit Gemüsebrühe bedecken und zusammen mit dem Stück Ingwer und aufgelegtem Deckel gar kochen. Ingwer entfernen. Pürieren. Sahne angießen und mit einer Roux binden und nochmals etwas köcheln lassen. Abschmecken, salzen, pfeffern und Prise Zucker zugeben. Die Konsistenz sollte einer schönen, cremigen Béchamelsauce entsprechen.

Die Kastenform (24cm) buttern und nun die Lasagne zusammen basteln: 2 EL von der Béchamelsauce, Lasagneblatt, Wirsing, Béchamel, etwas geriebener Käse, Lasagneblatt... wiederholen bis alles aufgebraucht ist - abschließen mit einem Lasagneblatt, etwas geriebenem Käse, gehackten Kürbiskernen und etwas Olivenöl. Salzen, pfeffern Bei 190° (O/U-Hitze) für ca. 25min in den Ofen schieben.
Vor dem Anschneiden kurz etwas abkühlen und festigen lassen.


Sonntag, 6. Januar 2019

schwarzer Peter: Brokkoli-Erbsen-Suppe mit Zitronengras


Mit Epiphanie enden die Rauhnächte, die Zeit um den Jahreswechsel, in der von altersher gelaubt wird, dass die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits durchlässiger sind. Auch meine Gedanken über Spiritualität schließen mit ihnen ab und werden sich dann wieder ins Private zurückziehen.

Nimmt man als Beispiel für deutsche Mittelalter-Literatur (bekanntermaßen vor Zeiten des Buchdruckes und daher eine sehr überschauhbare, einst handschriftliche Bibiliothek) *Tristan und Isolde*, dann fällt sehr schnell der allgegenwärtigen Gottesbezug auf. Alleine bereits an der Häufigkeit mit der das Wort *Gott* fällt: auf jeder Buchseite mehrfach.

Nun, mögen viele einwenden, war ja im Mittelalter der Einfluss des Klerus unausweichlich. Das stimmt, doch gilt mitzubedenken, dass *Gott* als Wort stets gefüllt wurde mit dem größtmöglich Guten, das dem menschlichen Geist zu denken möglich war. Etwas, was sich bis heute nicht geändert hat - nur ist es nun eine individuelle Frage, zu welcher Größe der einzelne in der Lage ist, sich in Bezug zu setzen.

Dass heutzutage in unseren Breitengraten die Verblindlichkeit zu Gott rückläufig ist, erkennt man etwa an dem Schwund christlich-theophorer Namen - also Namen, die mit dem Wort Gott gebildet werden wie Gotthilf, Gottwald, Gottfried, Gottlieb... Herausragend finde ich dabei die Namensgebung *Fürchtegott* - Eltern, die ihr Kind damit zu einer wandelnden Mahnung für sich und seine Umgebung bestimm(t)en.

Hier müsste der eifrig Mitdenkende nun ins Straucheln kommen. Eben setzte man *Gott* gleich mit dem Inbegriff alles Guten und nun gilt es ihn zu fürchten  - genau der Widerspruch, auf die ich hinaus will. Von denen, die sich mit einer höheren Macht auseinandersetzen, bleiben viele stecken in einer Art pupertären Phase, in der sie Gott anklagen, wie (gemäß des Falles, ihn gäbe es tatsächlich) er so viele Schrecklichkeiten zulassen kann auf der von ihm gemachten Welt. Wer benötigt noch eine Hölle, wenn heute ein Blick gen Jemen ausreicht.

Soweit, so unfertig gedacht. Der Griff zu einem der ältesten Bücher der Welt, der Bibel, kann in diesem Dilemma weiterhelfen. So steht in der Genesis: *Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte.* Die Erde mit all seinen Rahmenbedingugen, seinen Prozessen und Gesetzen ist vollbracht. Mit der Vollendung kann Gott, der Schöpfer, nur noch sein Werk betrachten und nicht mehr in diese Abläufe eingreifen. Seine Arbeit ist getan. 

Erst anschließend wurde der Mensch - befähigt *Gut* und *Böse* zu unterscheiden - geschaffen, um diesen Planeten zu beleben, ausgesetzt den zuvor festgelegten Gesetzen, um eigenständig (und somit frei) Umgang mit ihnen zu finden. So verstanden bedeutet das eine völlige Verschiebung der Verantwortlichkeit: nicht Gott kann also zur Rechenschaft gezogen werden für alles Unrecht, sondern für die weitere Entwicklung sind die Geschöpfe (der einzelne Mensch) selbst verantwortlich. Womit auch wieder die Reinkarnation und die Karmagesetze ins Spiel kommen - ohne die geistige Gerechtigkeit niemals Sinn ergeben wird. Tja und dann könnte man mal beginnen, sich hineinzudenken, wieviele Gesetze es derer gibt, an denen nicht zu wackeln ist: gnadenlos geht die Sonne jeden Tag auf und jeden Tag unter... *Fürchtegott*.

Eigenverantwortung kann man sich nicht wirklich schön aber warm löffeln. Mit dieser schlichten Suppe. Brokkoli bereite ich uns während der Kohlsaison sehr häufig zu, weil Brokkoli besondere Vitamin-Power verspricht. Das bedeutet für uns: keine Woche ohne Brokkoli. Damit die Farbe hübsch appetitlich bleibt und nicht ins triste asch-ocker-khaki abschifft, mengte ich noch etwas Erbsen unter.


Zutaten 2P:

1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
1 Brokkoli (ca. 400g)
150g Erbsen (m: tiefgefroren, eigene)
Gemüsebrühe
Kokoscrème*
1 Stange Zitronengras
Salz, Pfeffer
Abrieb und Saft 1/2 Zitrone
1/4 TL Ras el Hanout
Kokos-Butter 
Chili-Öl

Zubereitung:

Die Schalotte wie die Knoblauchzehen würfeln und in Kokosbutter anschwitzen. Zwei, drei Minuten das Ras el Hanout mit anbraten. Den in Röschen geteilten Brokkoli zufügen und knapp mit Gemüsebrühe bedecken.

Das Zitronengras mit der Messerrückseite anklopfen, in Stücke schneiden, damit sie in den Kochtopf passen und bei milder Hitze und aufgelegtem Deckel ca. 10min köcheln lassen.

 Die Erbsen zufügen und die Kokoscrème (etwa 100g) und weitere 5min garen lassen. Zitronengras entfernen, sehr sorgfältig pürieren und je nach gewünschter Konsistenz noch etwas Brühe anschütten. Mit Salz, Pfeffer und Zitrone würzen.

Zum Servieren mit Chili-Öl garnieren.

*Anmerkung m: Mein Bioladen bietet mir sowohl Kokosmilch wie Kokoscrème an - letzteres ist ersteres konzentriert (also der abgesetzte cremige Teil davon)

Zur Deko bietet sich an, einige Erbsen seperat gar zu kochen, blanchieren und als Suppengarnitur aufzuheben.

Als Tipp da ich die Flüssigkeiten nicht bemessen habe: eher etwas weniger Brühe zufügen, um den Brokkoli gar zu kochen, nach dem Pürieren kann man immernoch mit Kokos oder Brühe justieren...


Dienstag, 1. Januar 2019

Kompass: Roggen-Dinkel-Walnussbrot


*Wissen Sie, wo Sie sich befinden? Brauchen Sie Hilfe? Und wo wollen Sie hin? Zeigen Sie mir bitte mit dem Finger, in welche Richtung Ihr Ziel Ihrer Meinung nach liegt?*

Der weisse Turban des Tuareg ließ nur einen Schlitz für die Augen offen. Diese blickten mit großer Skepsis den Habib an. So fern aller Pisten und Oasen, derart tief inmitten der unendlichen Weite des gelben Meeres, der Sahara, sieht man nie Touristen. Und das Gesetz der Wüste gebietet aufeinander zu achten.

Erst als der Habib die entscheidenden Fragen zur Zufriedenheit des Tuareg beantwortete hatte, drehte dieser mit seinem Kamel bei, um sich wieder an den Anfang der Karawane zu setzen, die währenddessen nie aus dem Tritt gekommen war und gleichmäßig ihren Weg fortsetzte. Wie es der Zufall so will, hatte der Habib ganz dicht in der Nähe einer Karawanenroute für eine Rast gehalten. Ein großer Zufall, wenn man die Ausmasse der Sahara bedenkt, und wenn man weiß, dass keinerlei Markierungen die Karawanenrouten kennzeichnen. Jede Spur im Sand verwischt alsbald der Wind.

Schemenhaft konnte der Habib die Karawane ausmachen, als sie ähnlich einer Fata Morgana am Horizont aus dem Geflimmere der Hitze erschien, um dann näher und näher zu kommen, einer unsichtbaren Linie folgend, die so schurgerade ist, als wäre sie mit dem Linial gezogen und mit derart gleichbleibendem Tempo als wäre der Takt von einer Schweizer Uhr vorgegeben.

Über seine vielen Wüstendurchquerungen bis in die Urwälder zu den Pygmäen hielt der Habib Vorträge - im großen und kleinen Rahmen, in Deutschland wie Frankreich. Oftmals wurde er für seine Unternehmungen für verrückt erklärt, man müsse die Gefahr ja nicht extra suchen, warum sich *unkalkulierbaren Risiken aussetzen*, ect.pp. Zumal er im letzten Jahrhundert noch ohne GPS und sonstige digitalen Hilfsmittel unterwegs war - also ohne doppelten Boden - aber bevor die größte Wüste der Welt rigeros abgeriegelt wurde. 

Ich kann mich wohl nur wiederholen: Nicht alle sind für alles gemacht. Oder wie meine Großmutter so hübsch zu sagen pflegte: *Die Ängstlichen haben es im Himmel auch nicht einfacher*. Neben Neugier und Wagemut braucht es auf jeden Fall funktionierende Sinne und eine Wahrnehmung, auf die man sich hundertprozentig verlassen kann. Wer mitten in der Wüste über seine Koordinaten zweifelt, hat sich tatsächlich in existenzielle Gefahr gebracht.

Als der Habib in einer Klasse vor schwererziehbaren Jugendlichen einen Vortrag über seinen Erlebnissen hielt, war die unruhige Klasse plötzlich ganz still und interessiert und hing gebannt an seinen Lippen. Besonders der Satz *Man muß immer wissen, wo man ist und wo man hin will, sonst geht man tot* beindruckte nachhaltig alle. Im Weggehen hörte der Habib, wie einer der Jungs zum anderen sagte: *Ey Mann, ich sags dir, wenn der Scheiß hier vorbei ist, dann werden wir Abenteurer wie der Herr F.*


Eine wunderbar schlichte Metapher, die man leicht auf das Leben als solches übertragen kann, ohne viel rumdeuteln zu müssen - auch jenseits der Wüste, wo Leben zumeist eher das glatte Gegenteil bedeutet, nämlich die totale Reizüberflutung. So wünsche ich euch also eine gute Ausrichtung für 2019 und immer Zugang zu eurem inneren Kompass!

Mittlerweile aus Tradition beginne ich kulinarisch das Jahr auf dem Blog mit einem Brotrezept. Dieses ist eine kleine Abwandlung von Hesse aus dem Brotbackforum, der mich immer wieder begeistert mit tollen Gebäcken aus seinem Ofen. 



Zutaten für 2 kleine Backformen (ca. 20 x 9 x 9cm):

Sauerteig - 18 Std. (= milde Versäuerung) Anfangstemperatur um die 30°, dann auf Zi- Temp. abfallen lassen:
200g Roggenvollkorn
100g Roggenschrot, grob
400g Wasser
10g Roggen-ASG, aufgefrischt

Quellstück - zeitgleich ansetzen mit dem Sauerteig und kalt stellen:
100g Dinkelschrot, grob
140g Walnüsse zerkleinert
22g Salz
30g Zuckerrübensirup 
440g Wasser verrühren. (zeitgleich mit ST ansetzen)

Hauptteig:
Sauerteig
Quellstück
350g Dinkelvollkorn
110g Dinkel 1050
8g Hefe
80g Möhre, grob geraspelt 

Zubereitung:

Den Sauerteig und das Quellstück am Vortag rechtzeitig auf den Weg bringen.

Am Backtag Sauerteig, Quellstück und die übrigen Zutaten des Hauptteiges etwa 8- 10 Minuten kneten. Nun für eine Stunde abgedeckt zur Teigruhe stellen, erneut kurz kneten und in die vorbereiteten Formen ca. 2,5 Std. garen lassen. (Gare ist wie stets abhängig von Raumtemperatur und der Sauerteigaktivität- dementsprechend schwankt die Zeitangabe).

Als Maßstab der richtigen Gare dient die angegebene Formgröße: beim Füllen des sehr weichen Teiges ist sie etwas über die Hälfte gefüllt, wenn der Teig nahezu den Rand erreicht hat, ist die Gare abgeschlossen. 

Die Brote stippen und bei ca. 240° die Formen in den Ofen geben und nach ca. 12 Minuten auf 200° stellen. Gesamte Backzeit eine gute 1Stunde - die letzten Minuten ohne Form backen (evtl. mit Umluft oder bei leicht geöffneter Ofentür).
Klopfprobe.

Da die Brote Vollgare erreichen sollen, muss nicht geschwadet werden.

*Anmerkung m: Falls nur eine 1kg Form befüllt wird, alle Zutaten mit 0,7 multiplizieren - bei viel Vollkorn empfehle ich aber bevorzugt 2 kleinere Brote zu backen



Sonntag, 23. Dezember 2018

Weihnachten 2018

*Das Leben will gelebt werden*.
Die einen weichen dem Leben ängstlich aus, drücken sich auf menschenunwürdigeweise davor (s. Dostojewski), die andere wenigen rüsten sich und stellen sich der großen Suche nach Sinn. Letzte Weihnachten beantworte ich mit einer überschaubaren Runde an Mädchen die Frage *Macht Weihnachten für dich Sinn?* Diese Weihnachten einer der seltenen Gastbeiträge meines Habibs.
Euch allen ein friedliches Fest und einen guten Rutsch ins Neue!





Weihnachten 2018
Der Erlöser


Über das Weihnachtsfest mit Christen zu reden ist in der Regel sinnlos. Die einen haben nur eine Art Kindergeburtstag im Kopf, für die wenigen anderen ist Weihnachten ein Fest zur Geburt des Erlösers Jesus. Auf die Frage, von was uns denn dieser Erlöser erlöst - folgt fast immer die Antwort: von unseren Sünden.

Schon als Jugendlicher war mir absolut suspekt, dass eine Beichte mit einer Buße von drei Vater-unser und einem fröhlichen Weiterleben wie zuvor die Sünden tilgen soll! Da glaube ich eher an den Fluch der bösen Tat. UND: ein Gebet als Buße - geht's noch? Wie muss Selbstüberwindung, wie muss Buße aussehen?

Nur wir Christen sollen also mehr oder weniger automatisch von unseren Sünden erlöst werden? Aber Jesus ist doch auch in der islamischen Religion ein Propeht und diese werden nicht erlöst? Was für ein Quatsch! 

Für was also steht dieser Erlöser? Von was also erlöst uns dieser Erlöser? Und vor allen Dingen *wen*? Und unter welchen Bedingungen? Nicht jeder wird den Weg nach "drüben" finden. Ich kenne kaum Menschen, die sich darüber Gedanken machen. Was feiern wir denn an Weihnachten konkret?

Wenn der Sinn des Lebens zunächst das Sammeln von Erfahrungen ist mit anschließender Selbstüberwindung, dann sind Sünden in gewissem Rahmen sogar hilfreich. Solange diese Sünden nur akut, also temporär vorkommen, ist das Vergeben, das Heilen von der Schuld dieser Sünden relativ leicht vorstellbar. 

Bleibt diese Sünde aber auf Dauer, werden also chronisch, vertiefen sich, so - das kennen wir aus der Medizin - wird eine Heilung immer unmöglicher und die Krankheit wird auf die nächste Generation weitervererbt. Da hilft auch bestimmt ein Erlöser nicht einfach so, denn dieser beurteilt die Menschen sicherlich nicht nach Maß und Zahl, nach Macht oder Geld und nicht nach Quantität - sondern nach Qualität. Der göttliche Himmel beurteilt den Wesenskern, das individuelle Wesen mit seinen brutal strengen Gesetzen.

Es ist schlecht bestellt um unsere Religionen und die Religionen untereinander. In der Zeit vor 553 nach Ch. (also auch um Christi Geburt) galt die Wiedergeburt im Christentum als selbstverständlich. Nach dem 6. Jahrhundert verfiel das Christentum regelrecht, ein Vorgang, wie er sich in der Geschichte schon bei der ägyptischen Religion stattfand und sich in den geschichtlichen Abläufen immer wieder wiederholt.

Viele Lehrer aller Religionen sonnen sich in der Manie eines Parkplatzwächters, nämlich rechthaberisch in ihrer Wichtigkeit. Echte und wahre spirituelle und religiöse Lehrer haben sicherlich andere Merkmale. Und dabei würden sich Religionen phantastisch ergänzen - ich bin um Beispiele nicht verlegen. Religionen aber, die gegeneinander aufwiegeln, - wer nach dem über tausende Jahre (Übergang Amun - Aton) währenden, teuflischen Prinzip handelt: teile (spalte) um zu herrschen - kann niemals ein wahrhaft religiöser und spiritueller Mensch oder gar ein religiöser Führer oder Lehrer sein! Und dabei wären gereinigte Religionen für die Menschheit von unschätzbarem Wert, denn es gibt noch zu viele Menschen, die mit ihrem ganzen Herzen Suchende sind.

Aber: Kirchen und Tempel in uns sind wichtiger als welche aus Stein!
Und keine Religion der Welt oder gar esoterische Spinner, keine Partei, kein Verein, keine Gruppe kann uns aus unserer Eigenverantwortung entlassen!!

Also dann ein frohes, bewusstes Weihnachtsfest.
Und zu einem frohen Osterfest passt der Artikel ebenso





Mein Glaubensbekenntnis



Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater,

den Schöpfer der Polarität,

durch diese der Weltraum,

die Sterne und Planeten mit all Ihren Lebewesen

erst geboren wurden.

Ich glaube an die ungeheure,

gnadenvolle Kraft in vielen Menschen,

die Erdenschwere zu überwinden,

und sich selbst und individuell

zum WAHR-haftigen, zum freien Menschen zu formen.

Ich glaube an alle die Weissagungen,

welche ein ewiges Weiterleben dieses neuen Geistes,

und hoffentlich auch meines Geistes,

in einem anderem, gereinigten Zustand,

in einem anderen Raum unter bestimmten Bedingungen vorhersagen.

Und ich glaube, dass danach die Zeit restlos überwunden werden kann,

und an die restlose Auflösung der Polarität,

um einen der Ausgänge passieren zu können, die letztendlich führen

 in Gott, den allmächtigen Vater.



Durch meine vielen Reisen in verschiedene geistige Bereiche WEIS(S) ich, wovon ich schreibe.

ff




Donnerstag, 20. Dezember 2018

Zahlenspiel: Ricotta-Buchweizen-Gnocchetti mit Roter Bete


Vor Kurzem bin ich über diesen Artikel bei der Zeit *Wenn Klimaforscher die Welt regieren könnten* über eine erstaunliche Zahl gestolpert. Wer hier länger mit liest, weiß, dass eines meiner Steckenpferde das Erstaunen ist. *Erstens ist alles anders und zweitens als man denkt* - so in der Art. Nun, was mich als Foodie (heute mal ein typisches Foodblog-Thema) überraschte war, dass der Deutsche etwa 1kg Fleisch isst - in der Woche. Mehr als man so denken würde, oder?

Es ist ja immer spannend über nackte Zahlen zu schauen. So kann man sich hier jede Menge Details zum Thema Essen rausfischeln: Ernährung in Zahlen (brand eins) - und jedem sticht wohl etwas anderes zuerst ins Auge.

Fange ich mal an mit meiner alten Rede, dass sich einiges alleine dadurch zum Besseren kehrte, würde man sich zum Essen hinsetzen. Die Fränzis nehmen sich immerhin ein Drittel mehr an Zeit für die tägliche Nahrungsaufnahme wie die Deutschen und lässig doppelt so viel wie die Amis. Was soll ich sagen, *Savoir vivre* halt...

Kurios auch: fast die Hälfte aller Frauen glauben/ hoffen/ wünschen sich, dass eine entsprechende Ernährung die Faltenreduktion im Gesicht reduziert. Womit man recht schnell bei der beliebten Frage landet: *Würdest du einen Teil deiner Intelligenz gegen Schönheit eintauschen*. Scheint ja wirklich ein Wackelkandidat an Frage zu sein (gerade wenn anonym gestellt). Und ich behaupte übrigens *Nein* - also den Faltenwurf kann man nicht explizit über Ernährung/ Lebensstil beeinflussen; ich halte die Gene für hauptverantwortlich (abgesehen von extrem viel Suff, Stress und Raucherei natürlich). Aber WELCHE Falten sich (neben den klassischen Schwerkraftmerkmalen) ins Gesicht abzeichnen (Stichwort RBF), das ist wiederum ganz und gar bedingt durch *the way of life*.

Hey,  vieles dieser Statistik liese sich vertiefen. Etwa zu dem Thema *Milchleistung von Kühen in D* (1960 - 3310 l/Jahr... 2017 - 8541 l/Jahr) - letztes Jahr schon hatte ich einen Post dazu begonnen, aber alle Recherche zu den Haltungsbedingungen von Milchkühen (samt ihren Kälbern) war zu niederschmetternd. Wie gut verstehe ich die Veganer - der Appetit auf Butter, Milch, Sahne, Käse ect. kann einem dabei echt vergehen...

Oder, auch wuchtig, der Umsatz der Ernährungsindustrie pro Jahr: 173 Milliarden. Um ein Verhältnis zum Vergleich zu bekommen: der Umsatz der deutschen Autoindustrie pro Jahr beträgt 407 Milliarden.

Zu guter letzt ähneln unsere Haushaltsausgaben für Essen denen in dieser Statistik. Vielleicht erinnert ihr euch an den Anlagetipp meines *zu Tisch mit*-Geladenen Dirk Müller. Als Investment-Banker überraschte er mich mit der Empfehlung ein Haushaltsbuch zu führen. Gab ich nicht nur euch weiter, sondern wir unterzogen diese Maßnahme gleich dem Selbsttest. Mit dem Ergebnis: round about 400 Euro benötigen wir im Monat als 2 Personenhaushalt in F etwa für unsere Ernährung (bei uns nicht mitgerechnet: Alk, Tabak und Fleisch - weil nicht unter unseren Konsumartikeln).

Zum zweiten Mal bereits gibt es diese niedlich-kleinen Gnocchetti, die ich mir bei Altmeister und Grandseigneur Robert mitnahm. Mit Ziegenfrischkäse ist der Teig ganz einfach zu händeln und die Buchweizen-Gnocchi werden in der Pfanne kurz angebraten hervorragend knusprig. Alles gute Gründe, um dieses Gericht in meine Festtagsmenus aufzunehmen!


Zutaten 2P:

2 Ziegenfrischkäse (ca. 220g)
70g Buchweizenmehl
1 Eigelb
20g Parmesan
Salz, Pfeffer
5 Salbei-Blätter
Butter

2 rote Beete, roh
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 TL Koriander
1/2 TL Cumin
1 TL Thymian-Honig
Salz, Pfeffer
2 EL Cassis
1 EL Balsamico-Reduktion 
3 EL Gemüsebrühe
Piment d'Espelette
Olivenöl

Zubereitung:

Für die Sauce die Rote Bete schälen und in feine Würfel schneiden. Knoblauch und Schalotten ebenfalls fein würfeln. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Schalotte glasig dünsten, den Knoblauch und die Rote Bete-Würfel, den Rotwein, schwarzen Johannisbeerlikör, Gemüsebrühe, Korianderpulver, Zucker, Piment, Salz und Pfeffer zufügen, einmal aufkochen lassen, auf mittlerer Hitze zugedeckt 20-30 Minuten garen - dabei die Flüssigkeit etwas reduzieren lassen. Abgeschmeckt sollte die Sauce süßlich scharf schmecken.

Ziegenfrischkäse, Eigelb, Salz, Parmesan und Buchweizenmehl miteinander gut und gründlich vermischen. Der Teig lässt sich gut verarbeiten - auf etwas Semolina lässt er sich problemlos zu kleinen Strängen ausrollen etwa von der Dicke eines kleinen Fingers. Die Rolle in ca. 1 cm große Stücke schneiden. Schnittflächen in Semolina wenden und bis zum Verbrauch auf Semolina lagern.

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, reichlich salzen. Temperatur reduzieren, so dass das Wasser nur noch leicht simmert. Die Gnocchi hineingeben und solange ziehen lassen, bis alle oben schwimmen, dann noch etwa 2 Minuten zugeben. Gnocchetti mit einer Schaumkelle herausnehmen, abtropfen lassen und sofort in der Pfanne mit der Salbeibutter schwenken, bzw. leicht knusprig braten.



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