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Sonntag, 16. Dezember 2018

Dieser Kuss der ganzen Welt: Mandeltaler


Mein letztes Leben widmete sich bekanntermaßen der Kunst. An der Akademie hielt ich seinerzeits ein Referat zu Klimts *Beethovenfries*, dessen Abbild sehr lange meine Wohnzimmerwand schmückte. Alleine über Stilisierung und Ornamentik ließen sich ganze Romane füllen. Ich will euch in eingeschränkter Form fragmentarisch mit Inhalt und Hintergrund zum *Beethovenfries* vertraut machen. Faszinierend für mich ist dabei die Verschlingung mehrerer Künstler: Schiller-Beethoven-Wagner-Klimt - die sich alle nacheinander-miteinander am gleichen Thema versuchten und zwar dem größten von allen: der Sinn des Lebens beziehungsweise die Erlösung des einzelnen Menschen.

Für die Gruppenausstellung 1901 hatte Klimt (1862-1918) sich die Neunte Sinfonie Beethovens für seinen Zyklus zum Vorbild genommen, in der wiederum Beethoven Schillers (1759-1805) Gedicht *An die Freude* dem berühmten Chor unterlegt (*Freude schöner Götterfunken*). Beethoven erfuhr zu Wiener Secessionszeiten (= Klimt-Zeit) eine kultartige Verehrung, was mit Wagner (1813-1883) zu verdanken ist. Zwar war die Uraufführung der Neunten (1824) durchaus enthusiastisch gefeiert worden, doch vertraten unter den Rezensionisten genauso einige die Meinung, dass Beethoven beim Komponieren wohl nicht mehr ganz dicht war (weil so außergewöhnlich/ neuartig). Für Wagner beinhaltete sie jedoch nicht mehr oder weniger als *das Geheimnis aller Geheimnisse*.

So erstaunlich wie bemerkenswert empfinde ich bereits die Ausgangsprämisse und zwar jener Teil in Schillers Gedicht, der nicht jedem Menschen eine Seele zuspricht - die menschliche Seele als keine selbstverständliche Grundausstattung, sondern als etwas zu erringendes:
Ja, wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!

Drei Seitenwände bilden in Klimts Beethovenfries eine zusammenhängende Erzählung. Für einen kleinen Post zu einem Plätzchen-Rezept würde es natürlich zu weit führen, sämtliche Elemente aufschlüssen zu wollen. Grob zusammengefasst schickt Klimt stellvertretend für alle (weil nicht allen vergönnt dafür geschaffen zu sein) *den wohlgerüsteten Starken* los auf die Suche nach Glück, hinaus in das Abenteuer Leben, vorbei an feindlichen Gewalten, mit der Hoffnung Leid hinter sich zu lassen, das Irdische zu überwinden und in rein geistigen Sphären erlöst zu werden. Ganz im Sinne von Goethe: *Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen*

Es lohnt sich, die vielen wunderbaren Details des Beethovenfries genauer zu betrachten. So kämpft der Ritter nicht nur mit *offenem Visier*, nein, er verzichtet gar als Beweis für seinen Mut und seine willensstarke Entschlossenheit ganz auf den Helm, den er abgelegt hat. Die Rittergestalt ist in der Symbolkunst sehr verbreitet: sie verkörpert den Handelnden, der dem *Schönen-Wahren-Guten* verpflichet ist.  Er ist die Allegorie all der Tugenden, um die die schwache Menschheit bittet. Ganz am Ende stellt Klimt den Ritter nackt dar - seinen schützenden Harnisch hat er nun völlig abgelegt, den braucht er angekommen im Paradies nicht mehr.

In der Schlussszene leiten weibliche Gestalten als Sinnbilder der Künste hinüber in *das ideale Reich*, sie bilden die Brücke zu dem Feinstofflichen - von dort zu dem *Chor der Paradiesengel* (Schlusschor von Beethovens Neunter) - zu einem in einem Kuß verschmolzenem Paar (Schillers *Dieser Kuß der ganzen Welt*). In und mit diesem Kuß vereint sich die Dualität - das irdische Prinzip - von Erde und Himmel, Mann und Frau, Materie und Geist, Leid und Freude. Der Sinn der Schöpfung der Erde und der Sinn eines Menschenleben symbolisch verbunden in einem sich eng umschlungenen, küssenden Paar...


Meine letzten Plätzchen für diesen Advent sind aus frisch gemahlenem Einkorn gebacken - für mich DAS Urgetreide 2018.  Keine Bange,  sie schmecken deshalb nicht *gesünder*, aber sie erhalten einen Biss, den ich besonders (Achtung frisch aufgeschnapptes Wort) *appart* finde (klingt so *nostalgisch-schick*, oder?). Die Gewürze machen - klaro - erst den richtigen Dreh. Dafür habe ich euch im Rezept drei Möglichkeiten zur Auswahl gestellt.


Zutaten - ca. 2 Bleche:

300g Einkorn-Vollkorn (oder Dinkel-Vollkorn)
175g Butter
1 Pr Salz
50g gemahlende Mandeln
120g Rohrzucker
3 EL Schlagsahne
1 1/2 EL Sugar Spice*

80g Mandelblättchen

Zubereitung:

Aus allen Zutaten außer den Mandelblättchen zügig einen homogenen Teig kneten und 1 gute Stunde kalt stellen.

Den Ofen auf 180° (O/U-Hitze) vorheizen. Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwas vorwellen. Dann die Mandelblättchen auf der Arbeitsfläche verteilen und den Teig darauf auf ca. 3mm Dicke auswellen. Mit einem Ausstecher (∅6cm) Kreise ausstechen, mit der Unterseite (Mandelseite) nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.

Auch die nächsten Ladungen, wenn der Teig dann wieder zusammengeknetet und neu ausgewellt wird, werden super. Fast noch köstlicher, weil mehr Mandeln. Und ich finde, sie sehen immernoch sehr hübsch aus - allerdings bleibt der Clou wohl, wenn die Mandeln nur auf der Unterseite kleben. Schneller gegessen (rausgepickt) hatten wir uns aber die letzteren...

Im vorgeheizten Ofen ca. 10-12min backen.

In einer Dose aufbewahrt ca. 5 Wochen haltbar. 

*Anmerkung m: Alternative zu Sugar Spice das typische Spekulatius-Gewürz (wie etwa gerade ganz aktuell nach Ottolenghi) oder schlichter: 1/4 TL Kardamom, 1 Msp Nelke/ 2 Msp Piment, 172 TL Vanille-Pu (so habe ich die erste Ladung gebacken)


Beethoven war zur Uraufführung seiner Neunten bereits seit 4 Jahren taub: *Wir Endlichen mit dem unendlichen Geist sind nur zu Leiden und Freuden geboren, und beinahe könnte man sagen, die Ausgezeichnetsten erhalten durch Leiden Freude.*



Freitag, 14. Dezember 2018

Menu-Vorschläge 2018

https://salzkorn.blogspot.com/2018/11/voll-retro-rumbombetortchen.htmlhttps://salzkorn.blogspot.com/2018/06/bugs-bunnys-energie-balls.htmlhttps://salzkorn.blogspot.com/2018/10/wunschkonzert-kurbis-knodel-mit-mangold.html

I.



https://salzkorn.blogspot.com/2018/12/die-kohlverschworung-rotkohlsuppe-vom.htmlhttps://salzkorn.blogspot.com/2018/10/schicksalstag-schneewittchen-torte.html

II.



III.


https://salzkorn.blogspot.com/2018/09/falsche-freunde-chicoree-tarte-tatin.htmlhttps://salzkorn.blogspot.com/2018/06/le-pecheur-de-perles-blanc-manger.html

IV.


https://salzkorn.blogspot.com/2018/08/sommerzenit-gekeimter-linsensalat.htmlhttps://salzkorn.blogspot.com/2018/11/konditional-tarte-tatin-aux-coings.htmlhttps://salzkorn.blogspot.com/2018/12/surprise-ravioli-mit-ofen-gerostetem.html

V.




Für die Menus suche ich mir immer Lieblinge zusammen aus dem letzten Blogjahr. Dabei achte ich auf den saisonalen Aspekt (Frühlings- oder Sommerrezepte müssen hier außen vor bleiben), sowie darauf, dass sich die Teller gut vorbereiten lassen. Ich versuche die Aromen unter den Gängen einigermaßen passend zu gestalten (ein Menu verbindet auch das Thema *Rund* - ihr werdet es finden) und ich mühe mich so zu kombinieren, dass man drei Gänge gut packt ohne zu platzen.

Selbstredend könnt ihr nach gut dünken und eurem Ermessen die Menu-Vorschläge auch der letzten Jahre hin-und-herschieben - das muss ich bestimmt nicht dazu schreiben.

Zwei Bilder sind noch unverlinkt - die Rezepte dazu verblogge ich nächste Woche....

Alors, viel Freude mit meinen Ideen für die Feiertage!

Mittwoch, 12. Dezember 2018

die Kohlverschwörung: Rotkohlsuppe vom Feinsten


Dieser verflixte Rotkohl hat sich gegen mich verschworen. Nicht von ungefähr einer der fiesesten deutschen Zungenbrecher: *Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid*. Wer den unfallfrei über die Lippen bekommt, muß einen Gendeffekt haben.

Ja, ich bin angefressen. *Schmeckt besser als es aussieht* war der häusliche Untertitel zum heutigen Teller. BÄM! - Treffer versenkt! Voll zentriert auf das Foodblogger-Ego! Ich bitte euch! Das geht doch gegen meine Foodie-Würde. Wenn man eines nach JAHREN der Foodbloggerei gelernt haben sollte, dann selbst Brekkies appetitlich zu verkaufen. Aber aus einer purpurnen Suppenschönheit keine Claudia Schiffer rauszuholen, sondern gar in eine Cindy von Marzahn zu verwandeln, ist schon wieder eine Kunst für sich. Findet ihr gar nicht so dramatisch? Mich schabts. Gmpfhhh... und ein solcher Downer direkt hintereinander weg. Man könnte glatt von *Krise* sprechen.

Zumal die Suppe wirklich köstlichst war. So wie eben ja das gedämpfte Rotkohl-Gemüse, aus dem diese Suppe hervorgeht. Jaja, denkt ihr, jetzt kommt der alte Fleischereifachverkäuferinnentrick: jetzt wird der Aufschnitt, der weg muss, angepriesen und schön geredet. Aber mir soll der kleine Finger abfallen, wenn ich lüge. Diese Suppe war ein Träumchen und sie wird es - wie ihr diese Woche noch sehen werdet - ohne Probleme in die *Hall of Fame* der Festtagsmenus schaffen. Dass mir seither keiner gesagt hat, dass Rotkohlsuppe derart gut schmeckt. Das soll euch nicht passieren.

Wenn ich für uns beide Rotkohl zubereite, dann nämlich immer gleich einen stattlichen Kopf im großen Schmortopf. Wissen doch alle, dass Rotkraut am nächsten Tag aufgewärmt viel besser schmeckt (dann etwa zu Haselnuss-Knöpfli oder Maronen-Spätzle). Exakt das macht das Geheimnis dieser Suppe - neben dem Holundersaft und den feinen Gewürzen. Wobei ich das Intensivieren multipliziert habe durch doppeltes Aufwärmen, denn sie entstand aus dem Rest vom Rest.


Zutaten 2P:

         mit Holunder und Birne*
1 Stange Zitronengras
2 kleine, lila Kartoffeln (m: vitelottes, ca. 150g)
100ml Sahne*
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
etwas Mandarinen und 
Zitronensaft

zum Verzieren 
etwas geschlagene Sahne
Frühlingszwiebelgrün oder frischer Koriander

Zubereitung:

Die Kartoffeln schälen, würfeln und in den Topf zum Rotkohl geben. Ebenso die angequetschte Zitronengrasstange (mit Hilfe des Messerrückens) zufügen - je nach Länge halbiert.

Gegebenenfalls noch etwas Wasser oder Brühe anschütten, Deckel auflegen und garen, bis die Kartoffeln gut weich sind. Zitronengras entfernen und feinst pürieren. Sahne angießen - und je nach gewünschter Konsistenz noch etwas Brühe. Abschmecken mit Salz, Pfeffer, Piment und etwas Mandarinen- sowie Zitronensaft.

Die Suppe auf zwei Teller verteilen, mit geschlagener Sahne (so wie bei mir nicht zu sehen ist) und etwas frischem Grün dekorieren. Mir hat das Frühlingszwiebelgrün sehr gut dazu gefallen - ich würde es gar als unverzichtbar bezeichnen.

*Anmerkung m: selbstverständlich kann man die Suppe auch auf direktem Wege zubereiten - ohne Umweg über das Rotkraut-Gemüse - es macht aber eigentlich keinen Sinn, weil man auf diese Weise auf einen Schlag zwei tolle Essen auf dem Tisch stehen hat.

Sahne lässt sich ebenfalls prima durch Kokos-Crème ersetzen.


Sonntag, 9. Dezember 2018

Mitgefühl: Kleine Mohnstrudel oder Schoko-Nuss-Striezelchen


Die oberste Maxime aller praktizierten Religionen sind Friede und Mitgefühl. Vielleicht aber sind diese Tugenden auch nichts anderes wie grundlegende Ethik, wie der Takt des Herzens, wie angewandte, innerer Werte, wie allgemeine Herzensbildung... So oder so - egal wie man es dreht und wendet - etwas, wozu man sich an einem 2. Advent durchaus Gedanken machen kann, so man denn will...

Im Judentum erzählt eine kleine Geschichte davon, dass Mitgefühl schicksalshafte, ja lebensrettende Auswirkungen haben kann.

Im Sufismus wird die Empathie *als eine notwendige Stufe* angesehen, um sich überhaupt als menschliches Wesen zu qualifizieren, denn sie stellt eine Herzensqualität dar, die sich erst entwickelt als *ein Folgephänomen einer angewandten Handlung*.

Um Mitgefühl - Karuna - kommt man ebensowenig im Sanskrit herum, vorallem wer danach strebt, ein echter Bodhisattva zu sein - Mitgefühl und Güte ist der höchste Dharma der Guten.

Papst Franziskus hat den Kampf gegen Armut zur Chefsache erklärt. So führte er letztes Jahr einen *Welttag der Armen ein*, an dem er einläd, *den Blick auf jene zu richten, die unsere Solidarität erflehen.* Auch wenn die Armen in den Augen der Welt wenig Ansehen genießen, so sind sie doch die, die uns den Weg zum Himmel öffnen, sie sind unser *Reisepass für das Paradies*, sagte der Papst in seiner Predigt  

Innere Werte wie *compassion* könnten jedoch nicht oder jedenfalls nicht überall auf die Religion gegründet werden, so die Haltung des Dalai Lama. Denn dann würden sie nicht die rund eine Milliarde Nichtgläubigen auf der Welt ansprechen. „Also brauchen wir Bildung über moralische Prinzipien, moralische Ethik, die nicht auf Religion gegründet ist, sondern auf wissenschaftliche Erkenntnisse und gemeinsame Erfahrung und den gemeinen Menschenverstand.“ Ethik first quasi.

Zwei weitere (aktuelle) Links passen hierzu noch ganz gut dazu:

° 25 Jahre *die Tafel* in Deutschland - mit immer mehr Rentnern, Kindern und Jugendlichen  (s. auch Deutschlandfunk)

° Forderung der Gelbwesten (s. ebenfalls wiederum Deutschlandfunk)

Meine kulinarische Empathie konzentriert sich heute blogtechnisch auf die Sanierung eines Links, der mittlerweile ins Leere läuft. Die kleinen Mohnstrudel hatte ich als Gastbeitrag bei Stephanies Blog *Stylingfieber* veröffentlicht - den sie allerdings seit geraumer Zeit geschlossen hat (hach, das allgemeine, fürchterliche Blogsterben...). Als ich sie unter meine diesjährigen Lieblinge auflisten wollte und eben jenen Missstand entdeckte, war klar, dass das für mich DIE Gelegenheit ist, sie uns für diesen Advent wieder zu backen. Neu im Angebot: die Schoko-Nuss-Füllung... für all jeden, die nicht nachvollziehbarerweise etwas gegen Mohn haben sollten...


Zutaten - ca. 2 Bleche:

Teig
250g Mehl (m: D 630)
60g Butter
50ml Öl (m: Sonnenblume)
60ml Wasser, lauwarm
1 Pr Salz
1 TL Vanillezucker

Mohn-Füllung:
140g Mohn, gemahlen*
50g Butter
100ml Milch
70g Marzipan (oder 50g Zucker) 
40g Mandelblättchen, fein gehackt
1 Orange, Abrieb davon
1 TL Kardamom

ODER
Schoko-Nuss-Füllung:
90g Schoko (m: 70% Kakao)
50g Haselnuss, gehackt (m: Krokant)
150g Haselnuss, gemahlen
90g Zucker
2 TL Kakao-Pulver
1 TL Zimt*
2 Msp Nelke*
2 Msp Macis*
2 TL Mandelmus
4 EL Sahne (evt. etwas mehr)

Hagelzucker

Zubereitung:

Öl und Butter zusammen erwärmen und schmelzen. Handwarmes Wasser, Zucker und Mehl dazugeben und alles mit den Knethaken des Handrührers zu einem glatten Teig verkneten. Abgedeckt für mindestens 30 Minuten kalt stellen.

Für die Mohnfüllung Mohn, Butter, Milch, kleingeschnittenen Marzipan und Gewürze aufkochen und 30min quellen lassen/ für die Schoko-Nuss-Füllung die Schokolade klein hacken. Haselnüsse, Zimt, Kakaopulver, Zucker, Mandelmus und Schokolade vermengen. Etwas Sahne (ca. 3-5 El) untermischen, sodass eine homogene, gerade so streichfähige Paste entsteht (darf auf keinen Fall zu flüssig werden!)

Den Teig auf wenig Mehl etwa 5 mm dick zu einem Rechteck  (ca. 40cm x 25cm) ausrollen. Die Mohnfüllung mit einem Esslöffel darauf verstreichen. Den Teig von der langen Seite aus aufrollen. Die Teigrolle (leicht angefeutet) im Hagelzucker wälzen und die Körnchen gut (!) andrücken. Die Rolle für 30 Minuten kalt stellen.

Den Backofen auf 180 Grad, Umluft 160 Grad, Gas Stufe 3 vorheizen. Die Teigrolle mit einem scharfen Messer, weil sonst der elastische Teig nicht geschnitten, sondern gequetscht wird, in etwa ½ cm dicke Scheiben schneiden. Durch den leichten Druck des Messers bekommen die Scheiben ihre ovale Form (m: ich habe sie wieder nach dem Schneiden leicht in eine runde Form gedrückt).

Die Plätzchen auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche setzen und etwa 12-15 Minuten backen.

*Anmerkung m: ACHTUNG - die angegebenen Zutaten für eine Füllung (ob mit Mohn oder Schoko) bezieht sich immer auf die zuerst genannte Teigmenge. Ich hatte die Mengen halbiert und dementsprechend je auf eine Hälfte des ausgewellten Teiges verteilt.

Inspiration: Brigitte


Freitag, 7. Dezember 2018

Die Worte des Propheten

Strebt das Unmögliche an!
Facht die Glut
der Herzen an bis sich an ihr
die Flamme der Freiheit entzündet...
Haltet die Träume offen
Du irrst durch die Welt wie ein Bettler,
aber du hast vergessen, dass du Gottessohn warst
Sie halten mich für verrückt,
weil ich mich weigere meine Tage gegen Gold zu verkaufen.
Und ich halte sie für verrückt,
weil sie glauben, dass meine Tage einen Preis haben
Wir sind eine Armee von Träumern
und deshalb sind wir unbezwingbar!!!
Die Wahlen gehen vorbei,
Die Kernenergie schreitet voran,
Die Abfälle bleiben!
Solidarität Bure (Bure = franz. Gorleben)
Ich liebe den Tag, weil er in deinen Augen ist...

frei leben

*La résignation est la suicide quotidienne*
Die Resignation ist der tagtägliche Selbstmord (auf TGV-Pfeiler)


Soyez sages commes des sauvages (eindeutig deutlich hübscher gesagt auf französisch)
Seid brav wie die Wilden (auf Rigips genau da gefunden...)




*Am Anfang war das Wort
Ist für die einen das Wort magische Grenze zum Geist, so reicht den anderen die pure Hülle. Wort-Jonglage als gefällige Anziehkunst. Von dem uns allen bekannten und zu meinem Erstaunen bekennenden Anhänger letzterem M. Buddenbohm entleihe ich mir die Überschrift *Worte der Propheten* für *entdeckte Botschaften im öffentlichen Raum*.

Gemäß der Geographie ist die Ausbeute von Mitteilungsfreude an nichteigenen Hauswänden hier im französischen Outback in keinster Weise mit der Hauptstadt zu vergleichen (wofür ich auf die legendär gesammelte Pariser-Streetartkunst bei Svea verweise). Aber vielleicht muß auch der Prophet zum Berg passen. Oder umgekehrt. Wer weiß das schon? Und nee, ich habe nicht eigenhändig gesprayt und groß zensiert habe ich ebenfalls nicht. So höchstpersönliches Zeugs à la *Marianne, je t'aime* überging ich - weil ja offenkundig nicht für mich bestimmt. 

Bleibt als finale Schlußfolgerung eigentlich nichts anders wie: Jeder bekommt den Propheten, den er verdient!

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