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Nebelhorn - rote Gnocchi mit jungem Knofi und Artischocke

Sonntag, 26. März 2023


Drei Kiffer sitzen auf einer Bank. Fährt ein Auto vorbei. Sagt der erste - nach einer Viertelstunde: 'Ich glaube, das war ein Audi.' Sagt der zweite - wieder nach einer Weile: ' Ey nee, das war ein Opel'. Meint der Dritte... nach einiger Zeit: ' Ich geh jetzt heim, ihr seid mir echt zu stressig;'

Einer meiner Lieblingskiffer-Witze. Wie außerdem das Cartoon von der Kiffer-Oma, die von der Supermarkt-Kassiererin gefragt wird, ob sie eine Tüte will... Nee, antwortet die, wenn sie jetzt kiffe, vergesse sie wieder die Hälfte.

Dabei, zu Beginn bringt die Kifferei schon einen Fun-Faktor mit sich: man lässt das wohllüstige-wollüstige Tierchen in sich frei mit Lach-Flashs, Fress-Flashs und Juchtigkeit - in genau der Reihenfolge. Der Kopf wird dabei ausgeschaltet, umhüllt von weichen, selbstgebastelten, dicken Nebelschwaden nach einem tiefen Zug aus der Bong. Eintauchen ins Amöben-Feeling. Einfach leben, sollen sich andere um die Details kümmern. Tja, wie so oft fängt alles recht harmlos an.

Echt, was habe ich damals in den Wintermonaten oft ein Überbrückungskabel organisieren müssen. Morgens mit dem Auto auf Arbeit gefahren, vergessen, das Licht auszumachen und nach der Arbeit ist die Karre dann nicht mehr angesprungen. Tatsächlich habe ich damals immer jemanden mit Kabel zum Überrücken aufgetrieben - kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

Oder eine andere kleine Anekdote, wieder auf dem Weg zur Arbeit (weil die Mentalität galt: wer feiert kann auch Schaffen) geht mir doch mitten auf der Strasse das Auto aus. Tot. Geht nix mehr. Gut, dass der Vadder auf ADAC bestanden hatte, der schleppte mich dann zur nächsten Garage. Dort meinte der Mechaniker mich charmant anblinzelnd (#Jungmädchen-Vorteil): *Schreiben wir defekte Tankanzeige, sonst musst du's selbst bezahlen!* Peinlichpeinlich! Aber ALLE haben damals gekifft. In der Künstlerszene das Normalste der Welt. Nur macht man sich selten bewußt, dass man immer umgeben ist von einem Umfeld, das einem entspricht, das einen spiegelt. Ändert man sich selbst, ändern sich das Biotop samt Freunde... zwangsläufig.

Gut, verschusselt man halt mal was. Kann ja mal passieren. Wie eine Freundin, die zu der Zeit mit ihrem Freund ein Jahr durch Indien getingelt ist. Als ich sie vielleicht 15 Jahre später darauf ansprach, wie sehr ich sie um diese Reise beneidet hatte, weil mir damals noch der Mut zu solchen Abenteuern fehlte, war ihre Antwort ein gedehntes Jaaahhh, wenn mich heute nur mein Gedächtnis nicht so im Stich lassen würde... Kiffend alle Erlebnisse ausgelöscht... als wär's nie passiert... Einfach ein Weilchen for nothing gelebt... Wer will schon alles ganz genau wissen, seiner Wahrnehmung trauen oder klebt an Vergangenem, nich?! An dieser Stelle darf gerne selbstständig weitergedacht werden, was das in aller Konsequenz bedeutet, wenn *Erkenntnis das Ambrosia dieses Planeten* ist!

Und irgendwann, wenn man *sich locker macht* (wie's so gerne unter Seinesgleichen heißt), brav am Dope hängenbleibt und es konsequent durchzieht (natürlich ganz mit Obama ohne zu inhalieren),dann landet man man in Panikattacken, paranoiden Angstzuständen mit Verfolgungswahn und Depressionen - ohne dass dieses *irgendwann* jemand genau prognostizieren könnte. Weil man sich verfangen hat in einer lähmenden Orientierungslosigkeit, einer toten Ereignislosigkeit, die in den Wahnsinn treibt. Wer meint, kann sich auf diese Weise um die Auseinandersetzung mit der Welt drücken und stattdessen bei Raggae-Musik bis zur handfesten Neurose dümpeln. Mit Segen und Genehmigung von oben. Wenn das kein großer Spaß ist?!

 


Am Thema *Gnocchi* habe ich mich ja bereits sehr abgearbeitet. Und diese Kartoffel-Gnocchi sind mittlerweile meine Lieblinge, wenn ich mit Varianten spielen will. Die Konsistenz und ihre Formstabilität sind einfach super.

Hier habe ich sie eingefärbt mit Tomatenmark. Deshalb sind es aber - geschmacklich - noch keine Tomaten-Gnocchi, das ist lediglich ein *optisches Angebot*.  Der Gewürz-Stürmer in den Gnocchis ist der Parmesan.

Ich habe sie über mein Gnocchi-Brett (coucou Hannah) gerollt - ihr könnt sie aber nach Lust und Laune formen.


Zutaten 4P:

500g Kartoffeln*
100g Hartweizenmehl (oder feiner Hartweizengrieß)
100-120g Mehl (m: D1050)
1 Eigelb
100g Parmesan, gerieben
3 EL Tomatenmark
1/2 TL Piment d'Espelette
Salz

.Zutaten 2P
 
3 Artischocken
1/2 Bund frischer Knoblauch
Salz, Pfeffer
ein Schluck Noilly Prat
Olivenöl
50g Butter

 

Zubereitung: 

Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen und noch warm durch die Presse drücken, zuerst mit dem Mehl (oder dem Hartweizengrieß) mischen, dann mit restlichen Zutaten. Den Teig nur so lange kneten, bis er homogen und nicht mehr klebend ist. 

WICHTIG: nicht überkneten, sonst wird der Teig speckig und immer schön mit Hartweizenmehl (oder Grieß) bestreuen, damit die ausgelegten Gnocchi sowie später die kochenden Gnocchi nicht aneinander kleben!

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig halbieren (= 4 Portionen). Aus dem Kartoffelteig nacheinander Würste von etwa Fingerdicke rollen, 1cm-Stück abschneiden und diese über das Gnocchibrett rollen - oder eben nach Wunsch formen. Nebeneinander auf ein Küchentuch auslegen und abdecken bis alle fertig gestellt sind. Die Hälfte (für 2Personen) so lange kochen, bis sie nach oben steigen, dann sofort in kaltem Wasser abschrecken (soll helfen, dass Rillenmuster zu bewahren), gut abtropfen lassen und warm stellen. (Die andere Hälfte der gegarten Gnocchi, die ich einfriere, lege ich nebeneinander auf Backpapier in eine Gratinform und friere sie so ein - später, wenn sie gefroren sind, fülle ich sie in eine Tüte um). Gnocchi garen, abtropfen lassen und warm stellen.

Die Knoblauchstangen in feine Ringe schneiden - etwas Grün zur Seite stellen für die spätere Deko. Die Artischocken putzen und Zitronenwasser zwischenlagern.

Olivenöl erhitzen und Artischocken mit Knoblauch darin anbraten. Salzen und pfeffern. Mit Noilly Prat ablöschen, Hitze verringern, Deckel auflegen und die Artischocken in einigen Minuten fertig garen. 
 
Butter einschmelzen lassen, Gnocchi untermischen und sofort servieren. 

*Anmerkung m: habe anfangs gerne mehlig-kochende Kartoffeln verwendet, funktioniert aber auch mit festkochenden


passt nahtlos zu Daniels anderem Lied um das uralte Spiel *Trau-Schau-Wem*: Danger Dan *Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt* Wer noch ein bißchen tiefer einsteigen will: Daniel erzählt im Hotel Matze anschaulich von seinen Kiffer-Erfahrungen und wie er für das Lied gegen das Kiffen deutlich mehr Anfeindungen aushalten musste wie für letzteres verlinkte.

wahrhaftig glücklich - Tagliatelle mit Zucchini und Salbei

Samstag, 9. Juli 2022


Am 6. Juli hat der Dalai Lama Geburtstag. Vor 3 Tage ist er 87 Jahre alt geworden. Für mich ist der Dalai Lama einer der wenigen lebenden Lichtgestalten, die in einer verwirrten Zeit wie der unseren Orientierung anzubieten vermögen. Und das nicht nur aufgrund seiner Stellung als Religionsführer sondern ebenso aufgrund seiner Biographie - als weitgereister, erfahrener Mensch, der viel von der Welt gesehen hat.

Schon öfters habe ich mich hier auf dem Blog auf ihn bezogen, denn leichterdings finde ich bei ihm Anregung. Nachdem wir während unseres Aufenthalts in Tibet die Menschen dort anstarrten ob ihrer unfasslichen Ausstrahlung (was eine innere Schöheit!), beschlossen wir im Folgejahr ebenso die Exiltibeter in Indien zu besuchen. So durften wir dann in Mcleod Ganj zu unserer Freude dem Dalai Lama begegnen, als er vor seinen Landsleuten als tiefernster Mönch sprach - ganz anders als die lächelnden Bilder, die man sonst von ihm kennt, wenn er im Dienste seines Volkes im Westen um Unterstützung wirbt.

Als kleine Hommage will ich anläßlich zu seinem Geburtstag aus *Das Buch der Menschlichkeit*, das ich zuletzt anhörte, ein paar Aspekte herausgreifen. Vorneweg mag ich die Klarheit mit der der Dalai Lama seine Gedanken äußert - in sich schlüssig, aufeinander aufbauend und logisch. Trotz des tiefen Gehalts ist ihm gut zu folgen. Für den Dalai Lama vermitteln alle Weltreligonen im Kern die gleichen Grundwerte - Liebe und Mitgefühl - um auf diese Weise zu helfen, dauerhaftes Glück zu finden. Dabei gibt er sich aber keinen Illusionen hin: man müsse davon ausgehen, dass selbst von diesen überhaupt nur ein kleiner Teil zu den 'ernsthaft Praktizierenden' gehört, die sich also jeden Tag aufs Neue gläubig darum bemühen, die Prinzipien und Regeln ihres Glaubens zu befolgen. Die absolute Mehrheit der Weltbevölkerung stellt die Gruppe der Unreligiösen dar.

Aber - genau dieses Aber versucht der Dalai Lama zu verdeutlichen: wir kommen auf Erden durchaus ohne Religion (ein metaphysisches Prinzip/ Erlösungsprinzip) aus, aber eben nicht ohne elementare, verinnerlichte Wertevorstellungen. Er wünscht sich eine neue Ethik des Handelns, denn eine Rückbesinnung auf positive, menschlichen Eigenschaften wie Aufrichtigkeit, Einfühlungsvermögen, Wahrhaftigkeit, Güte, Respekt, Geduld, Vergebung ect. ist zum Wohle aller und unserem eigenen Wohl unumgänglich. Für den Buddhismus ist die Grundlage aller fühlenden Wesen, dass sie glücklich sein und nicht leiden wollen. Auf dieser Erkenntnis bauen sich alle weiteren Überlegungen auf. 

Also wie geht Glück?

*Die fundamentalen Fragen der Menschheit 'Warum sind wir hier', 'Wohin gehen wir', 'Hat das Universum einen Anfang' bringen in jeder philosophischen Schule andere Antworten hervor, hingegen bedarf es keine Erklärung, dass ein großzügiges Herz und gute Taten zu mehr Frieden führen. Und ebenso offensichtlich ist es, dass ihre negativen Gegenstücke entsprechende Auswirkungen haben. Glück erwächst aus tugendhaftem Anliegen. Wenn wir wahrhaft glücklich werden wollen, gibt es keinen anderen Weg als den, der Tugend. Sie ist die Methode, die das Glück hervorbringt. Und die Grundlage der Tugend ist die ethische Disziplin.* (Buch der Menschlichkeit, Dalai Lama) 

Glück ist nichts, was sich von alleine einstellt. Hingegen destruktives Verhalten zieht automatisch Leid als Konsequenz nach sich. Und zwar nicht die Sorte *unvermeidliches Leid* wie Alter, Krankheit, Tod ect. sondern es ist hausgemacht. Destruktives Verhalten gründet auf einem negativen Zustand des Geistes, auf blockiernde Gefühle (auch Heimsuchungen genannt) - Hass, Zorn, Neid, Gier, Lust, Stolz...-  die unweigerlich den inneren Frieden untergraben und die die eigentliche Ursache für unmoralisches Handeln ausmacht. Und das wiederum ist die Quelle für Angst, Niedergeschlagenheit, Stress, Verwirrung, Depression, Schlafstörungen ectpp...

Gerade in den Industrieländern beobachtet der Dalai Lama eine wachsende Verunsicherung darüber, was überhaupt Moral ausmacht und worauf sie sich gründet oder wie der ethische Gehalt einer Handlung zu bestimmen ist - den Menschen fehlt innerer Halt und Festigkeit. Zum andern mußte er erkennen, dass Wohlstand oft mit psychischem Leid einhergeht. Unzufriedenheit verschwindet nicht durch Konsum und Luxus. Zu oft wächst diese gar.

Vernachlässigen wir die innere Dimension, sagt der Dalai Lama, werden wir automatisch leidvolle Erfahrungen durchleben müssen und das Glücksgefühl wird uns verlassen. Das liegt daran, *dass eine wahrhaft geistige oder innere Disziplin - im Gegensatz zur körperlichen - nicht erzwungen, sondern nur durch freiwilligen und bewußten Einsatz erreicht werden kann. Wenn wir uns ethisch verhalten wollen, dann gehört dazu mehr, als nur Gesetze und Vorschriften zu befolgen.* Oder ganz anschaulich ausgedrückt:  *Der undisziplinierte Geist ist wie ein Elefant: wenn man ihn unkontrolliert herumtollen läßt, wird er Verwüstungen anrichten.*

Mich begeisterten an diesem Buch vorallem die Beispiele aus seinem persönlichen Erleben, die der Dalai Lama immer wieder heranzieht. Aber auch die Etymologie der tibetische Sprache fasziniert mich, denn viele einzelne Worte haben eine sehr weitreichende Bedeutung. Manche Worte kann man nur verkürzt übersetzen, wie Geisteszustand, wobei im Tibetischen die Einheit von Herz und Geist bereits in diesem Begriff verankert ist - ebenso wie Bewußtsein und Gefühl nicht voneinander komplett zu trennen sind, weil jeder Gedanke auch mit einem bestimmten Gefühl verbunden ist. Und das sollte man sich klar machen: Das Gefühl als Grundprinzip allen Lebendigem gilt es zu pflegen und zu hegen, weil alle geistige/ innere Entwicklung daran gekoppelt ist - was der Dalai Lama nennt: *die eigene Sensibilität bewußt erwecken*.

Also, wer glaubt, dass er für ein glückliches, erfülltes Leben noch Luft nach oben hat, der darf sich vom Dalai Lama praktische Anleitungen holen.Wie sagt der Habib gerne so schön: Buddhismus ist die Religion für spirituelle Handwerker! 


 

Je länger ich koche, umso mehr schätze ich die schlichte Gartenküche. Bei diesem Teller reicht es, dass die Zucchini ganz frisch sind und mit viel frischem Salbei kombiniert werden. Ohne meine frischen Kräuter fehlt mir direkt die Lust zum Kochen. Und frische Pasta geht ja eh immer. Bon, damit erzähle ich nichts Neues: nämlich dass die Zutaten beim Kochen das ganze Geheimnis sind. Tja, und sind die gut, ergibt sich der Rest von selbst...


Zutaten 2P:

1 Pastateig:
100g Kamut
100g D1050
2 Eier
Salz
1 EL Öl 

2 Zuchini, grün
2 Knoblauchzehen
Salbei, viel
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Noilly Prat
Olivenöl
Parmesan

Zubereitung:

Pasta wie gewohnt zubereiten. Aus den dafür Zutaten einen homogenen, nicht zu festen nicht zu weichen Nudelteig kneten und mindestens eine halbe Stunde eingewickelt im Kühlschrank ruhen lassen. Dann den Nudelteig auswallen (immer schön mit Hartweizenmehl arbeiten - das verhindert das Zusammenkleben auf dem Küchentuch und im Kochtopf) und zu Tagliatette schneiden. Mit einem weiteren Küchentuch abdecken.

Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen.

Zucchini in 1/2cm große Würfel schneiden. Knoblauch fein würfeln, einen Teil der Salbei-Blätter in feine Streifen schneiden. In reichlich Olivenöl alles zusammen anbraten. Kurz vor Ende - der Zucchini sollte noch Biss haben - mit dem Noilly ablöschen und salzen und pfeffern sowie mit Piment würzen.

Parallel in einer kleinen Pfanne Extra-Salbei-Blätter frittieren und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Die Nudeln in dem kochenden Wasser kurz al dente garen, abschütten und gut nass unter die Zucchini mischen. Nochmals abschmecken. Mit geriebenem Parmesan und frittierten Salbei-Blättern bestreuen und servieren.




Ganz schön was los an der blühenden, wilden Karde

Hirtenessen: Polenta-Knödel

Freitag, 30. Juli 2021

 

*Sei du selbst*

*Liebe dich selbst*

*Rette dich selbst* 

Klingt toll, aber ich glaube nicht daran - wenngleich man diesen Dreiklang für eine (schöne) Utopie halten kann. Nur die allerwenigsten saugen das *Sei du selbst* mit der Muttermilch auf. Der Start, sprich die Kindheit, geht selten einher mit Aufrichtigkeit, Wertschätzung, Achtsamkeit oder anderer Werte, die eine solche Entwicklung überhaupt möglich machen. Dahingehend bin ich mir deshalb so sicher, weil die Welt sonst aus anderen Menschen bestünde.

Ja, es ist ein offenes Geheimnis, dass ich aus meinem Elternhaus viel aufzuarbeiten hatte. Und aus eigener Erfahrung kann ich deshalb mit Bestimmtheit sagen: mein Habib hat mich gesund geliebt. Erst mit ihm an meiner Seite konnte ich zu mir finden. Und die mich umgebende Natur half und hilft mir mit ihren heilenden Kräften ebenfalls sehr. Bis heute. Alleine hätte ich mich ganz bestimmt nicht an meinem Haaren aus meiner Misere gezogen. Selbst wenn ich noch so sehr gewollt hätte. Für einen solchen Gnadenakt bedarf es mehr.

Nein, niemand kann mir etwas anderes erzählen: keiner ist mehr als das ihn umgebende Umfeld. *Zeige mir, mit wem du gehst, und ich sage dir, wer du bist!* (Goethe). Jeder ist nur ein Teil seines Biotops. Gut, Mitgestalter, das schon, aber eben nicht alleiniger Erschaffer und als Anständiger schon gar nicht Beherrscher.

Zumal wir immer wieder das eklatante Ungleichgewicht verdrängen wollen, das nun mal auf Erden herrscht: es ist SO schnell kaputt gemacht und SO langsam aufgebaut. Oder auch in ein anderes Bild verlegt: man nehme einen Topf voller guter Kräuter und gebe ein einziges giftiges Kraut dazu und die Wirkweise kippt. Hat man aber umgekehrt einen Topf voller giftiger Kräuter und fügt ein heilendes Kraut hinzu, so ändert das rein gar nichts. Konsequent weitergedacht, beherrscht somit das Schadende/ Böse, denn das Heilende/ Gute lässt immer lässt frei. (*Die Liebe herrscht nicht, aber sie bildet und das ist mehr* Goethe).

Das bedeutet selbst für all die Günstlinge, die mit besten Ausgangsbedingungen ins Leben starten, dass es nicht zwangsläufig so weitergeht, denn auch jene bleiben nicht minder abhängig von ihrem Umfeld wie alle anderen. Sie können wohl leichter die Rolle des Rettenden übernehmen - doch nur mit dem passenden Gegenüber, das gerettet werden will. Alles Gute muss jeden Tag aufs Neue geschützt und errungen werden (*Nur wer immer strebend sich bemüht...*)

Wer darauf baut, dass es die Gesellschaft ist, die ihn der Not auffängt, der fährt auch Auto ohne je in den Rückspiegel zu schauen:

*Siehst du, das entzieht einem den Grund und den Boden, so dass man nicht mehr weiß, wo man anfangen soll, das macht einen verzweifelt. Das zerbricht einem jeden Gedanken an Gerechtigkeit und Kultur und Menschheit und wie all das Gerede noch heißt, das sie uns eingetrichter haben. Wenn so etwas wie (dieser) Krieg bewußt möglich ist, dann ist alles andere Attrappe. Wie sollen wir mit dieser Erkenntnis in einer Welt, die der Phrase und Pose bedarf, existieren können?* (E.M. Remarque *Im Westen nichts Neues*).

Aber vielleicht muss man zumindest viel gereist sein, um Kultur als künstlichen Kitt einer Gesellschaft zu entlarven. Für alle tiefe Erkenntnis reicht keine Theorie, sondern bedarf es stets der eigenen Erfahrung. Auch kann man diese nachfolgenden Gedanken niemand erklären, jeder kann den Gehalt dieser Aussage nur in sich selbst fühlen:

*Die Natur ist Quelle des Glücks, des echten Glücks, das bezaubert und beruhigt. Sie stellt unsere tiefe Wahrheit dar, unsere Geschichte, unsere Erinnerung. Sie ist das, was wir vor allem sind, weil sich unser Bewusstsein zusammen mit diesem Sonnensystem entfaltet hat* (Christian Signol *Das wahre Glück des Lebens*).

 


 

Wunderts also jemanden, dass mich Susannes Rezeptebeschreibung direkt triggert, wenn sie erklärend dazu schreibt, dass dieses Gericht traditionell von rumänischen Hirten des Balkan gegessen wurde? Schon um mich geschehen. Ich musste direkt nachkochen. Dabei habe ich ganz den Knödeln die Hauptrolle überlassen und die zarte Kohlrabi hielt ihnen nur brav den Steigbügel zur vollen Aufmerksamkeit.


Zubereitung 8 Stück/ 2-3P:

15 g Butter
150 g Polenta (keine Instant-Polenta/ vorgekochte Polenta)
Salz
1-2 TL Thymian-Blättchen
Piment d'Espelette
125 g Schafs-Feta
Olivenöl

1 größere Kohlrabi
1 Stich Butter
Noilly Prat
1 Bund Schnittlauch
50g Crème fraîche
Salz, Pfeffer
etwas Zitronensaft 

Zubereitung:

Für die Knödel 700 ml Wasser mit der Butter und 1/2 TL Salz sowie Thymian und Piment aufkochen. Den Maisgrieß unter Rühren einstreuen und alles unter Rühren bei schwacher Hitze ausquellen lassen. Die Polenta ganz auskühlen lassen. 

Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.

Den Käse in kleine Würfel schneiden. Die Hände anfeuchten, je 2 EL der abgekühlten Polenta zwischen den Handflächen flach drücken, etwas Käse hineingeben, dann zu Bällchen rollen und auf das Blech legen. Bällchen mit etwas Olivenöl beträufeln und im heißen Ofen knapp 10 min warm backen. 

Parallel die Kohlrabi schälen und stiften. Die Kohlrabi in Butter al dente anbraten, ohne dass sie dabei Farbe annehmen. Salzen, pfeffern und mit einem guten Schuß Noilly ablöschen. Deckel kurz auflegen und den Kohlrabi zart dünsten - dabei aber nicht übergaren (also nur kurz). Die Crème unterziehen, mit Zitronensaft abschmecken, Schnittlauchröllchen bestreuen und zusammen mit den Knödel servieren.

*Anmerkung m: uns haben pro Person 3 Knödel satt gemacht/ ich empfehle, die Polenta wirklich gut auskühlen zu lassen, sonst neigen die Knödel dazu im Ofen aufzureißen (was allerdings nur ein Schönheitsproblem wäre)

Quelle: Susanne aka Magentratzerl


Anmerkung m: mit herzlichen Dank an meine Leserinnen, die mir diese beiden mich inspirierenden Bücher zukommen haben lassen. Zum einen an Kerstin, zum anderen bräuchte ich Hilfe: da ich Christian Signol eingeschweißt ließ, versäumte ich, direkt den Namen einzutragen - also falls du mitliest: melde dich bitte!







Urlaub bei uns - Spargel mit Orangen-Hollandaise und Estragon-Gnocchi

Samstag, 1. Mai 2021

 

Neuigkeiten im Staate Frankreich!

Marcon hat in gewohnt kurzfristiger Manier bekannt gegeben, wie der Stufenplan in Frankreich aussehen soll zum Ausstieg aus dem Lockdown. Es ist - wie sollte es anders sein - kompliziert. 

Ich fasse kurz zusammen, dass wir wieder vollen Bewegungsradius haben und die Einreise für Touristen aus der EU und dem Schengenraum zudem ab dem 4. Mai möglich ist. Verpflichtend bleibt aber für alle ein negativer, höchstens 72 Stunden alter PCR-Test sowie eine Selbsterklärung zur Covid-Freiheit - hier findet sich das nötige, auszufüllende Papier: ENGAGEMENT SUR L’HONNEUR A SE SOUMETTRE AUX REGLES RELATIVESA L’ENTREE SUR LE TERRITOIRE NATIONAL METROPOLITAINDEPUIS UN PAYS DE L’ESPACE EUROPEEN

Die Außengastronomie wird ab dem 19.Mai wieder öffnen dürfen. Eine (sich mehr und mehr verkürzende) nächtliche Sperrstunde bleibt uns vorest erhalten. En detail kann man das bei Hilke auf *Mein Frankreich* nachlesen, die sich den französischen Covid-Auflagen in ihrer ganzen Aktualität und Genauigkeit von Beginn an angenommen hat. 
 
Für uns bedeutet das, dass wir im Mai die Türen unserer Ferienwohnungen wieder öffnen werden. Für alle Naturlustigen: Bienvenue! Wir werden die Saison schon schaukeln!

 

 

Ich scheine - tout un coup - einen guten Draht zum Wettergott zu haben, ja, ich grüble, ob ich möglicherweise fähig bin, Regen mit Süßkram herbeizubacken??! Das wärs ja!! Auf jeden Fall haben wir seit diesem Post den schönsten, fruchtbarsten Landregen, den man sich nur ausmalen kann. Man möchte vor Freude nackig im Garten tanzen, denn man kann den Pflanzen wirklich beim Wachsen zusehen. Ideale Bedingungen, um sich unabgelenkt und mit Hingabe ein feines Mittagessen zu kochen. Ein absolutes Dream-Team ist für mich Spargel, Estragon und Orange! So gut, dass der nächste Schwung Spargel in ähnlicher Kombi auf den Tisch gebracht wurde.

Französischer Estragon zählt sowieso zu den Tipps, die ich unseren Feriengästen gerne gebe: geht in eine Gärtnerei und nehmt ein Töpfchen Estragon, Verveine und thym au citron (Zitronenthymian) mit. Das Warum wird sich von ganz alleine erklären, denn leichter kann man sich keine Prise Frankreich mit nach Hause nehmen!

Glücklicherweise gibt es in Frankreich keine Spargel-Mafia. Spargel hat Saison, wenn er Saison hat. Und überhaupt das frankreichbeste am Spargel: Spargelköpfe werden hier als Bruchspargel verkauft - also besonders billig. So kann man (wie könnte man auch nicht???) ganz dekadent ohne Reue zuschlagen. Nicht dass ihr denkt...

 

Zutaten:

Gnocchi:
400g Kartoffeln (mehlig kochend)
100-120g Hartweizengrieß, fein
100g Ziegenfrischkäse
2-3 EL Estragon (m: ca. 30g)
1 Eigelb
Salz

500g Spargel

Sauce:
1 Eigelb
90g Butter
4 EL Orangensaft, frisch
Zesten, einer Orange
Salz, Pfeffer
2 EL Gemüsebrühe
1 EL Noilly Prat 

Zubereitung:

Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, schälen und noch warm durch die Presse drücken.  Mit den restlichen Zutaten zu einem homogenen, kaum noch klebenen Teig verarbeiten (nicht überkneten, sondern nur bis der Teig sich gut verbunden hat). Auf einer mit Hartweizengrieß bestreuten Arbeitsfläche zu fingerdicken Strängen rollen. Von den Rollen etwa 1-2cm dicke, längliche Stücke abschneiden, nochmals über die Schnittkante rollen (oder in eine andere gewünschte Form bringen)

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Gnocchi im Wasser so lange garen, bis sie an die Oberfläche steigen. Aus dem Wasser heben und warm stellen.

Parallel den Spargel auf den Weg bringen. Spargel putzen (ich koche IMMER aus den Spargelschalen einen Sud, dazu zwei Prisen Zucker, eine Prise Salz und einen Schuß Apfelessig), in Stücke schneiden und im Spargelsud weich garen. Spargelsud auffangen. Spargel warm stellen.

Zuletzt die Sauce zubereiten. Dafür in einer Wasserbadschüssel das Eigelb mit dem Orangensaft samt Zesten, dem Noilly dem Orangensaft und der Brühe (in Spargelsud gelöst), sowie etwas Salz und Pfeffer mit dem Schneebesen gut verrühren. Gleichzeitig Butter schmelzen. Die Eimischung auf ein heißes Wasserbad geben und weiter cremig-dicklich aufschlagen, während man eßlöffelweise die flüssige Butter unterzieht bis eine schön-cremige Sauce entsteht. Salzen, pfeffern und sofort mit Gnocchi und Spargel servieren.

Anmerkung m: ich rate, den Spargelsud einzufrieren - für die nächsten Spargel! Will man die Gnocchi anbraten, dann sollten sie gut abgetrocknet sein - sonst neigen sie dazu, in der Pfanne anzuhängen - dafür könnte man sie bereits am Vortag zubereiten...


Digital Detox - Lauchlinsen in Thymianrahm

Sonntag, 21. Februar 2021


*Digital Detox* ist eines dieser Worte, bei denen ich meine Augenbrauen gar nicht soweit gen Haaransatz gezogen bekomme, wie ich gerne könnte. *Leute! Gehts noch melodramatischer?!* Nee, also echt, dann kommt man halt mal ohne Internet zurecht, legt das Handy aus den Händen und lässt den Läpi zu. Ging doch vorher auch! Aber weder braucht es dafür ein hochtrabendes Wort noch heroisches Gedöns. Tssss, ehrlich jetzt....

Bums. Prompt brach hier Telefon samt Wlan zusammen! Stichwort *selbsterfüllende Prophezeihung* - manchmal sollte man manche Gedanken nicht weiterspinnen... Stromausfall gehört in Südfrankreich in unregelmäßiger Regelmäßigkeit dazu - worüber ich anhaltend staune. Schließlich sprießen in Frankreich die Atommeiler wie Pilze aus dem Boden. Daher sollte man meinen, dass es an Elektrizität in Frankeich nie mangeln kann. Und im Vergleich erinnere ich mich an keinen einzigen miterlebten Stromausfall in Deutschland - obwohl ich bereits vor mehr als 15 Jahren Deutschland verlassen habe.

Also warten der Habib und ich den ersten Tag ab, ob bis zum Abend der Internet-Schalter wieder umgelegt wird. Nein, am nächsten Morgen blinkt unsere Router weiterhin rot. Keine Verbindung. Wir beschließen auf die Post ins Nachbarort zu pilgern, denn dort stehen für die allgemeine Nutzung zwei Computer im Nebenräumchen. Ein Mal am Tag zumindest im Postkasten nachzuschauen ist doch erste Staatsbürgerpflicht, oder?  Doch die Post ist zu. An der Eingangstür klebt ein handgeschriebenes Schild: *Die Post bleibt vom 16. Februar bis einschließlich 23. Februar geschlossen, bis die Reparaturen aufgrund eines Brands abgeschlossen sind.*

Der Habib und ich schauen uns an: *Krass, eine ganze Woche!* und fahren noch eine Ortschaft weiter. Dort stellt sich raus, dass wir da schon seit Ewigkeiten nicht mehr auf der Post waren: die Filiale wurde trotz Widerstand der Bevölkerung bereits vor einem halben Jahr geschlossen.

So, wohin nun? Alle Cafés und Bars mit Wlan-Möglichkeit sind nach wie vor zu. Wir kaufen erst einmal im Bioladen in der nächsten Kleinstadt ein paar fehlende Kleinigkeiten ein. Üblicher Smalltalk an der Kasse. Dort stellt sich raus, dass Crest ebenfalls ohne funktionierender Telefonleitung ist - so wie die ganze nähere Umgebung. *Heute morgen haben sie im Radio gesagt, dass sie die Leitung wieder bis zum 3. oder 4. März hergestellt haben wollen*. *3. oder 4. März!?* wiederhole ich wie eine Gehirnamputierte und zwei Oktaven höher als in meiner üblichen Stimmlage! *Das wären ja noch über zwei Wochen*, fasse ich zusammen - brilliant für meinen angeschlagenen Gesamtzustand. Ich bin anständig schockiert!

Um es abzukürzen: ein Technikraum (eigentlich zwei) von Orange wurde durch Brandstiftung schwer beschädigt. Es kam weniger hart als erwartet: insgesamt ging vier Tage das Internet nicht, am vierten Tag fehlte zusätzlich die Elektrizität. Gestern war die Normalität wieder zurückgekehrt - was mir Samstag morgens richtig gute Laune machte! Denn Hand aufs Herz: ich habe mein liebstes Spielzeug sehr vermisst. Kein schnelles Nachschlagen um mein Brotrezept herauszusuchen, kein Vorturner für mein alltägliches Yoga, keine kleineren Surfereien zwischendurch, keinerlei sonstigen Online-Zwitschereien...  Und das, obwohl ich keine ernsthaften Schwierigkeiten habe, mich bei frühlingshaften Temperaturen im Garten zu beschäftigen: zwischen den ersten Schneeglöckchen, Hundsveillchen, Gänseblümchen und Krokussen die ersten Erbsen, Radieschen und Frühlingszwiebeln aussäen, Wein zurückschneiden, Unkraut rupfen... Schön wars. Ebenso die tiefere Stille im Tal, den von außen wird ja doch (leider) eher Unruhe hereingetragen als Frieden. Und trotzdem.

Wenn wir etwa in Madagaskar rumturnen, dann stellen wir uns darauf ein, dass Internet ein kostbares Gut ist. Aber hier wie gewöhnlich keinen Zugang zum Netz zu haben, fühlte sich völlig inkazeptabel an. Ich glaube, uns ist gar nicht bewußt, WIE sehr wir alle in der Zwischenzeit im Netz kleben. Also mir ist das gerade sehr vor Augen geführt worden (da geht ja nix mehr - es blieben ja währenddessen nicht nur die Postfilialen geschlossen). Ja, ich behaupte, kappe in Großstädten sämtlichen Mobilfunk und zwei Tage später steht der Mopp auf der Strasse, dann hat er die Faxen dicke - und zwar egal welche! Ohne den Ruhigsteller, ohne die Droge Nummer Eins wirds brenzelig! Wirklich ein empfindliches Ziel so ein Telekommunikationstechnikraum! Oder hättet ihr euch die letzten Wochen Lockdown ohne Internet vorstellen können?

 


Linsen kann es gar nicht oft genug bei uns geben - sie schmecken mir egal wie zubereitet. Den wilden Thymian sammle ich auf den uns umgebenden Wiesen selbst und dieser schmeckt besonders intensiv. Thymian riecht einfach fast so gut wie frisches Heu!

Die Würstchen kennt ihr schon - das Rezept habe ich um meine erweiterten Erfahrungen präzisiert. Sie passen in ihrer Schärfe und Wrüzigkeit prima zu den Lauchlinsen. Allerdings ist diese Zubereitung in der Zwischenzeit schon auf Platz zwei der Pflanzerl in Rollenform gerutscht. Die neueste Goldmedaille im veganen Würstchenverein dieses Foodblogs präsentiere ich euch in Kürze...

 

Zutaten 2P:

100g Linsen (m: grüne)
1 Lorbeer-Blatt
2-3 Stangen Lauch (ca. 300g Lauch)
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
1/2 Bund Thymian (m: ca. 2 TL wilder, getrockneter)
1 EL Mandelmus*
100ml Mandelmilch*
Noilly Prat
etwas Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
6 Tempeh-Würstchen
Olivenöl

Zubereitung:

Die Linsen mit dem Lorbeerblatt mit kaltem Wasser bedecken und in ca. 20min garen. Lorbeerblatt entfernen.

Parallel den Lauch zubereiten. Dafür den Lauch putzen, der Länge nach vierteln und dann in feine Streifchen schneiden. Schalotte wie Knoblauch fein hacken. In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die Schalotte zusammen mit dem Knoblauch glasig dünsten. Den Lauch kurz mitdünsten. Mit Noilly Prat ablöschen.

Die gegarten Linsen sowie die Thymianblättchen zufügen, Mandelmich und etwas Gemüsebrühe anschütten, salzen und pfeffern und bei sanfter Hitze zugedeckt ca. 10 - 15min köcheln lassen. Zuletzt das Mandelmus untermischen und nochmals würzig abschmecken.

Gleichzeitig die Würstchen in heißem Olivenöl rundherum anbraten. Zusammen mit den Lauchlinsen servieren.

*Anmerkung m: wers nicht vegan mag, nimmt Sahne anstelle von Mandelmilch und -mus.

 

*der* Vorhut - jetzt stehen die Schneeglöckchen bereits in Grüppchen

Pasta-Maniac: Cavatelli mit sahnigem Zitronen- Zucchini

Dienstag, 29. September 2020


Bei dem umfassenden Thema *frische Pasta* bin ich ja äußerst empfänglich für sämtliche Inspirationen. In meiner Welt kann man sich nicht verlässlicher das Leben ein Quäntchen schöner kochen als mit selbstgemachten Nudeln. Ja, ihr wißt es: ich bin ein Pasta-Maniac!

Hinzu kommt, dass ich außerdem Handwerkerin bin. Das Schöne für mich am Kochen ist, dass alles wie in der Bildhauerei durch die Hände geht - was ist das haptisch, was ist das sinnlich! Ganz klar, so weit es mir möglich ist, mache ich am liebsten alles von Hand und verzichte auf Strom. Als Susanne das tönende Loblied auf die Cavatelli-Maschine Demetra anstimmte, mußte ich mir die auf jeden Fall genauer anschauen. Und ehe ich das noch konnte, überraschte mich der Habib - der Wind davon bekommen hatte - damit als Geschenk.

Nun zählen zu meinen Besitztümern, mit denen Pasta herzustellbar ist - neben klassischem Nudelholz und Holzbrett, Gnocchibrett, Raviolibrett, Spätzle-Brett, Knöfli-Sieb, Ravioli-Ausstecher, einer Marcato und der Regina - also neuerdings die hübsche Cavatelli-Maschine.

Und um mein Urteil vorweg zu nehmen: sie macht Spaß, aber man braucht sie nicht im Fundus. Warum? Ich finde sie zu teuer, dafür dass man im Prinzip mit ihr nur eine Sorte Pasta - Cavatelli - machen kann. Das heißt, wer sich diesen Apparat anschafft, sollte großer Fan von eben dieser Nudelform sein. Gut, wenn man sie auseinander fummelt, dann sind es Orcchiette - aber die mache ich vermutlich fast schneller von Hand, da hatte ich den Bogen wirklich schnell raus. Weiteres Minus: für den Preis erwarte ich, dass sie mit einer (kleinen) Gebrauchsanweisung ins Haus kommt und nicht mit fünf langweiligen, italienisch-sprachigen Rezepten, die man eh direkt wegwirft. Fakt ist: ich musste mich im Inet über die Handhabung schlau machen. 

Dann steht die Maschine auf meinem Untergrund nicht richtig fest - ich werde mal noch versuchen, den Boden etwas anzufeuchten, vielleicht hilft ja das. Aber wenn die Maschine wackelt, dann fehlt eine dritte Hand. Denn mit einer hält man bereits den Teigstrang und mit der anderen betätigt man die Kurbel. Größtes Manko: gerät der Teig etwas zu feucht, dann verklebt die Walze - und das Putzen davon gestaltet sich fürchterlich, weil man den Apparat nicht auseinander nehmen kann. Mit einem Schaschlik-Spiß war ich genötigt, länger darin rumzustochern, als ich Geduldsspiele lustig finde.

Jetzt ist die Demetra aber nun mal in meinem Sortiment - und ich werde in Zukunft darauf achten, dass ich den Nudelteig eher etwas zu fest knete als zu weich. Dann purzelt die filigrane Pasta wirklich schnellgemacht auf den Tisch. Und ihr werdet wohl nun öfters Gerichte mit Cavatelli hier präsentiert bekommen. Aussehen tun sie doch super, oder?

 

Der Einstieg mit der Demetra lief problemlos. Die Schwierigkeiten hatte ich dann beim zweiten Mal mit dem zu weichen Teig, just als wir Gäste erwarteten. Wie gut, dass ich ein erfahrener Hase bin und mit Nerven aus Drahtseilen (also fast) in der Not auf Maltagliat, was soviel bedeutet wie die schlecht geschnittene Nudel, umschwenkte und das gemeinsame Essen sowie meine Foodie-Ehre retten konnte.

Bei diesem Teller zeigt sich, wie wenig es braucht, um mit frischer Pasta kulinarisch glücklich zu machen. Zumindest mich. So einfach - so gut!

 

Zutaten 2P:

100g Hartweizenmehl
70g Kamut-Vollkorn, fein gemahlen
90ml Wasser

200g Buschbohnen (m: gelb/ grün)
200g Zucchini (m: gelb)
2 Knoblauchzehen
2 TL Thymian*
1 Salz-Zitrone
1 Zitrone, Schale davon
Noilly Prat
100ml Sahne*
150ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer 
Piment d'Espelette 
Olivenöl
Parmesan, gerieben 

 


Zubereitung:

Für die Pasta das Mehl in eine Schüssel geben. Eine Mulde in die Mitte machen und das Wasser angießen.  Langsam Mehl und Wasser vermischen, und den Teig gut kneten: er soll nicht kleben und schön elastisch sein. Wenn nötig, nach etwas mehr Wasser einarbeiten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und bei Zimmertemperatur mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen (m: meinen Teig im Kühlschrank 2 Stunden ruhen lassen).

Dann die Pasta zu Teigsträngen von ca. 1,5cm Durchmesser rollen und durch die Demetra-Walze kurbeln. Auf einem sauberen Küchenhandtuch auslegen.

Buschbohnen gipfeln, in kürzere STücke schneiden und in Salzwasser al dente garen. Mit kaltem Wasser abschrecken und zur Seite stellen.

Knoblauch fein hacken, Zucchini in kleinere Stifte schneiden. In Olivenöl beides zusammen mit dem Thymian anschwitzen. Von der Salz-Zitrone das Fruchtfleisch auslösen, entsorgen und nur die Schale in feinste Streifchen schneiden. Von der Zitrone die Schale abreiben. Mit Noilly die Pfanne ablöschen. Sahne und Brühe angießen, beide Zitronenschalen zufügen, ebenso die Bohnen. Salzen, pfeffern und mit Piment würzen. Mit aufgelegtem Deckel ca. weitere 5min sanft köcheln lassen - die Zucchini sollte noch Biss bewahren. Wer mag gibt zuletzt etwas Zitronensaft dazu und kann die Sauce zusätzlich etwas sämiger machen mit einer Roux (kleiner Mehlschwitze, die man klümpchenfrei in die köchelnde Sauce einrührt).

Parallel die Pasta in reichlich Salzwasser al dente garen und abschütten (je länger Zeit die Pasta zum Trocknen hatte, um so länger braucht sie später beim Kochen). Diese unter das Gemüse mischen. Nochmals abschmecken und zum Servieren mit Parmesan bestreuen.

*Anmerkung m: schmeckt auch gut nur mit Zucchini oder nur mit Bohnen/ Thymian läßt sich prima mit Bohnenkraut austauschen/ wers sahniger mag, darf die Sahnemenge nach oben schrauben.

 

Dazu spiele ich euch noch das passende Gute-Laune-Lied ein:


Vertrauensfrage: Frühlingsrisotto mit Knusperspargel

Freitag, 15. Mai 2020


Immer wenn zu sehr mit dem *Begriff* Vertrauen jongliert wird, werde ich hellhörig. Nichts, wirklich gar nichts auf dieser Welt ist derart exklusiv wie Vertrauen. *Trau schau wem* sagt der Volksmund. Haben wir nicht alle schon mal auf das falsche Pferd gesetzt?!

Oder wie formuliert es der grandiose Wilhelm Busch:
*Wer andern gar zu wenig traut,
hat Angst an allen Ecken;
wer gar zu viel auf andre baut,
erwacht mit Schrecken.
Es trennt sie nur ein leichter Zaun,
die beiden Sorgengründer;
zu wenig und zu viel Vertraun
sind Nachbarskinder.*

Es brodelt und kippelt momentan. In vielen Nationen trennt sich die Bevölkerung in zwei Lager: in das, welches ihrer Regierung vertraut und das, welches ihrer Führung misstraut. *Mangelndes Vertrauen ist nichts als das Ergebnis von Schwierigkeiten. Schwierigkeiten haben ihren Ursprung in mangelndem Vertrauen* sagt Seneca. Womit beide Parteien zu verstehen sind. Zumal man Hauptmedien nicht vorwerfen kann, Propaganda zu machen und Politikern nicht, die Masse bewegen zu wollen. So geht das Geschäft. Man kann aber durchaus dem Einzelnen vorwerfen, wenn er nicht kritisch Abstand hält und hinterfragt.

Ich habe keinen Hehl daraus gemacht, dass ich das Aussetzen von Grundrechten als heikles Unterfangen bewerte. Und das weniger aus der aktuellen Situation heraus wie historisch betrachtet: Grundrechte sind Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat!

Bestimmt schließe ich mich deshalb nicht Protesten gegen eine *Corona-Diktatur* an (ich halte solche Formen des Widerstandes schlicht für Energieverschwendung). Dass es sich bei diesen Versammlungen um lauter Extremos und Verschwörungstheoretiker handelt, kann ich jedoch nicht erkennen. Skepsis ist nicht ungerechtfertigt, es geht schließlich um das elementare Fundament (!), auf das unsere Gesellschaft gebaut wurde. Zumal selbst in politischen Reigen immer wieder Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen laut werden - siehe etwa jüngst an der Analyse eines hohen Mitarbeiters des Innenministeriums.

Was mir aber in diesem Zusammenhang einfällt, ist das Buch *Die Welle*, welches wir (wenn ich es richtig im Gedächtnis habe) in der Schule gelesen haben. Die Mechanismen von autoritären Systemen werden wirklich toll (auch schon für Jugendliche) herausgestellt. Zentrales Motiv ist: *wir sind richtig, die anderen sind falsch* - anstellte der Akzeptanz von vielfältigen Haltungen zu einem Thema (à la *andere dürfen anders sein*) wie es für eine demokratisch pluralistische Gesellschaft selbstverständlich sein sollte:  sprich gelebte Meinungsfreiheit. Und das wiederum beobachte ich gerade in der öffentlichen Meinungsdebatte sehr: überall gegenseitiges Kopfschütteln - alles Idioten. Und wo Emotionen hochkochen, macht sich Sachlichkeit sowieso rar. Prima Gelegenheit zum xten Mal auf den zeitlosen Auftritt von Roger Willemsen zu verweisen: *Die Kunst des Streitens in der Mediengesellschaft*.

Außerdem finde ich, sind gerade wir als Deutsche ganz besonders verpflichtet unsere Obrigkeit streng zu beobachten und zu bewerten. Sonst hätten wir aus unserer Vergangenheit nichts gelernt.

Einer unserer ältesten Freunde (alt im Sinne seiner Lebensjahre - er ist 92) schickte uns vor kurzem Bilder der *Großen Depression*, an die er sich als Halb-Amerikaner-Halb Franzose noch gut erinnern kann - ein großes Ereignis mit ebenfalls weltweiten Auswirkungen. Er merkte dazu an, wie schnell die Dynamik derlei Geschehnisse von statten gehen können: ein Dominostein fällt und mit ihm alle anderen. Eines dieser Bilder beeindruckte mich nachhaltig: *Aus Angst, alles zu verlieren, fordern die Menschen von den Banken ihr letztes Guthaben zurück - wie hier 1931 vor dem Berliner Postscheckamt* - eine unüberschaubare Traube an Menschen, die die Zeichen der Zeit zu spät erkannt hatte. Das ist tragisch, oder? Aber ist es das nicht immer, wenn man enttäuscht wurde, wenn eine Täuschung auffliegt. Daher stellt sich mir die Frage: ist nicht jedes entgegengebrachte Vertrauen letztlich eine Glaubensangelegenheit?

Und weil dieser Freund mein Telefonjoker für Geschichte UND Kino ist, verlinkte er uns noch auf diesen charmanten Stummfilm *The Crazy Ray* - wenngleich von nicht umwerfender Bildqualität, so ähnle das durch *seltsame Strahlen* in einen Dornröschen-Schlaf versetzt Paris doch sehr dem Paris, das im confinement verharrt. Wie schön Paris ist! Was ein Cast der Eifelturm! Und wie ruhig und langsam früher Geschichten erzählt wurden... j'adore!


Bei uns werden bereits die Kirschen rot. Alle Spargelliebhaber kennen das Sprichwort: Kirsche rot - Spargel tot. Also stelle ich euch ein letztes Rezept mit Spargel für diesen Frühling vor. Pate stand mir der gleichnamigen Rezepte-Titel - aber umgesetzt habe ich es dann ganz anders. Die Kräuter für das Frühlingsrisotto könnt ihr eurem Geschmack anpassen - ich habe gerade eine ausgesprochene Estragonphase und es würzt mir daher dieses Risotto besonders köstlich!

Zutaten 2P:

500g Spargel (m: grün/ weiß)
1- 2 EL Estragon, feinst geschnitten
4-5 EL Semmelbrösel*
etwas Mehl
1 Ei
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
170g Risotto-Reis (m: Halb-Vollkorn)
1 Lorbeer-Blatt
2 Blätter Liebstöckel
4-5 Blätter Melisse
2 TL Thymian
2 TL Estragon
Weißwein
(oder Noilly Prat)
Spargel-Fond*
3 EL Parmesan, frisch gerieben
1 EL Crème fraîche
Salz, Pfeffer
etwas Zitronensaft
Olivenöl

Zubereitung:

Spargel schälen, die Enden kappen und je nach Größe der Stangen dritteln. Das oberen zwei Drittel über Wasserdampf garen und zur Seite stellen. Das untere Ende in dünne Scheiben schneiden.

Die Zwiebel un den Knoblauch fein hacken und in Olivenöl andünsten. Den Reis zufügen und die klein geschnittenen Spargel-Enden und ebenfalls kurz mitbraten. Die fein gehackten Kräuter sowie das Lorbeer-Blatt zufügen und mit einem großzügigen Schuß Weißwein ( oder Noilly) ablöschen. Dann nach und  nach den Fond unter Rühren anschütten - so lange, bis das Risotto gar und schlonzig ist.

Parallel den Knusperspargel zubereiten. Dafür das mittlere Stück Spargel wie ein Schnitzel panieren. Ei verquirlen und mit Salz und Pfeffer würzen. Semmelbrösel mit dem fein gehackten Estragon mischen (m: auch 2 EL Parmesan dazugegeben). Außerdem ein Tellerchen mit Mehl richten. Die mittleren Stücke erst im Mehl wenden, dann durch das Ei ziehen und schließlich in den Semmelbrösel drehen. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und die panierten Stücke knusprig braten. Kurz vor Ende auch die Spitzen mit in der Pfanne warm ziehen lassen, diese dabei mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen.

Nun noch das Risotto final abschmecken. Lorbeerblatt entfernen. Salzen, pfeffern. Mit Zitronensaft abschmecken. Die Crème und den Parmesan unterziehen und nochmals darauf achten, dass die Konsistenz schön schlonzig ist. Zusammen mit dem Spargel servieren.

*Anmerkung m: die Semmelbrösel kann man sehr gut mischen mit Panko oder auch anteilig mit gemahlenen Nüssen oder mit geriebenem Parmesan
den Spargelfond koche ich mir stets aus Spargel-Schalen, einer Prise Zucker und etwas Apfelessig, hier zusätzlich angereichert mit Gemüsebrühe
Der Halb-Vollkorn-Reis braucht eine halbe Stunde um gar zu sein - daher habe ich die kleingeschnittenen Spargelenden erst nach der Hälfte der Garzeit zugefügt

der wilde Thymian färbt ganze Felder lila

Unbegrenzt: Cremiger Wirsing mit Orcchiette

Dienstag, 24. März 2020


Das allzu menschliche Sankt Florian-Prinzip weht durch die Gassen. Möge dieser Kelch an einem vorüber gehen. Wer kann, versucht sich klein zu machen und wegzuducken. 

Ganz im Gegenteil zur Politik, die genau in dem Moment, in dem ein Großteil der Bevölkerung schwer mit existentiellen Sorgen abgelenkt ist, jeden Bezug zu Maß und Zahl verliert. Es wird mit fulminaten Worten und Zahlen hantiert. All die uferlosen Zusagen scheinen Geld in Papier und Worte in Seifenblasen zu verwandeln. *Unbegrenzt* ist das neue, viel gebrauchte Lieblingswort. 

Unbegrenzt im Sinne von *grenzenlos*? Oder gibt es noch andere Bedeutungen für dieses Adjektiv?

Es sei die umfassendste und wirksamste Hilfestellung und Garantie, die es in Deutschland je gegeben habe, so Wirtschaftsminister Altmaier, samt einer unbegrenzten Zusage für Liquiditätshilfen: an fehlendem Geld solle es nicht scheitern.

Finanzminister Scholz betont zeitgleich, das Kreditvolumen sei unbegrenzt. Wenn die jetzt zur Verfügung gestellte Summe nicht ausreiche, werde man nachlegen. Das jetzt wäre * die Bazooka* [...] und was wir an Kleinwaffen brauchen, sehen wir später.*

Die EU legt mit einem einzigartigen Schritt nach und setzt erstmals Schulden- und Defizitregeln vorübergehend aus. Parallel will die Fed (US-Notenbank) unbegrenzt Anleihen kaufen.

Ihr habt bei diesem vollmundigen Fachchinesisch böhmische Dörfer vor Augen?

Voilà, nichts ist anschaulicher wie abstrakte Inhalte in Bilder zu verwandeln. Und in derlei Zusammenhängen zückt der Habib gerne eine kleine Schätzfrage, die da lautet: Wie groß muss ein Koffer sein, in den eine Million Euro passt? Eine Idee? Fast jeder lag seither mit seinem Tipp daneben. Für dieses Spielchen muss man wissen, wie hoch ein Stapel von einer Million im größten Euroschein von 500 Euro überhaupt ist. Und wenn schon dabei, hat der Habib die Höhe bzw. Länge von 500er Stapeln mal gelistet - anhand der Größe der Stapel wird der Unterschied etwa von Million zu Billion erst richtig deutlich, beeindruckend (!) deutlich:

1.000.000 - eine Million - (in 500 Euroscheinen):     (pupsige) 22cm
10.000.000 - zehn Millionen - (in 500 Euroscheinen):     220 cm
100.000.000 - hundert Millionen - (in 500 Euroscheinen):     2200 cm= 22m
1.000.000.000 - eine Milliarde - (in 500 Euroscheinen):     22.000 cm
10.000.000.000 - zehn Milliarden - (in 500 Euroscheinen):     220.000 cm
100.000.000.000 - hundert Milliarden - (in 500 Euroscheinen) 2.200.000 cm = 22 km
1.000.000.000.000 - 1 Billion - (in 500 Euroscheinen):    22.000.000 cm  = 220 km

4.000.000.000.000 - vier Billionen - (in 500 Euroscheinen):    88.000.000 cm 
10.000.000.000.000 - zehn Billionen - (in 500 Euroscheinen):     220.000.000 cm = 2.200km

Soweit die Basics, was die Nullen betrifft.

Bedeutet für Amerika, dessen Staatsschulden sich im Moment auf ca. 24.000.000.000.000 USD belaufen - wir reden von einer Strecke von über 5.000 km gestapelter 500 Euro Scheinen (etwa von Berlin nach Novosibirsk)... Oder: die deutschen Staatsschulden liegen bei: 2.032.000.000.000 Euro - wobei der gesammte Staatshaushalt, über den Deutschland für das Jahr 2019 verfügte, 343.000.000.000 Euro betrug. Und von diesen Zahlen wird ständig mit der sogenannten "schwarzen Null" abgelenkt - der Vertuschung zuliebe.

Ist das fancy? Und jetzt also ein Hilfspaket in Billionenhöhe. Wer ist im Kopf noch dabei? Wer rechnet noch mit? Rechenschieber raus, jetzt kommen wir ans Eingemachte: wo soll das hinführen? Wo kommt das Geld her? Wie soll das je zurückbezahlt werden?...


Zum dritten Mal habe ich nun schon diese Orcchiette zubereitet, seitdem ich sie bei Susanne entdeckte. Man hat den Bogen - im wahrsten Sinne - schnell raus, wie man die kleinen Öhrchen fertigt. Nebenher dient die Zubereitung dieser frischen Pasta obendrein ganz wunderbar der Entspannung in diesen unruhigen Zeiten, da bin ich ganz bei Susanne: *das Formen von Orecchiette macht mir nicht nur Spaß, sondern wirkt auch nervenberuhigend.* Ausprobieren - so ist es wirklich!

Zutaten 2P:

140g Hartweizenmehl
30g Einkorn-Vollkorn
ca 85ml Wasser

1 Wirsing
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 TL Kümmel, fein geschrotet
1 TL Thymian
1 EL Mascarpone
1 Stich Butter
1 EL Mehl
200ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
1 Zitrone, Abrieb davon
1 Schuß Noilly Prat
Öl

Deko: Parmesan, frisch gerieben
Chili-Öl

Zubereitung:

Für die Pasta das Mehl in eine Schüssel geben. Eine Mulde in die Mitte machen und das Wasser angießen.  Langsam Mehl und Wasser vermischen, und den Teig gut kneten: er soll nicht kleben und schön elastisch sein. Wenn nötig, nach etwas mehr Wasser einarbeiten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und bei Zimmertemperatur mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen.

Den Ofen auf 210° vorheizen. Wirsing halbieren, vom Strunk befreien, äußere Blätter wenn nötig entfernen, und den Wirsing in kleine Streifen und dann in kleine Rauten schneiden. In eine große Auflaufform (tiefes Backblech...) mit dem Öl vermengen und ca. 15min in den heißen Ofen schieben - zwischendurch wenden. Es sollten sich dunkle Spitzen zeigen (Röstaromen).

Für das Fertigen der Orcchiette (s. diesen kleinen Film) oder den Teig zu fingerdicken Würsten beliebiger Länge rollen. Dabei die Arbeitsfläche nicht bemehlen. Die Würste im rechten Winkel zum eigenen Körper legen. Mit einem simplen, zart geraffelten Tafelmesser ca. 1 cm dicke Scheiben abschneiden. Sobald das Messer auf der Unterlage ankommt, es Richtung Körper kippen und auf den Körper zu über den Teig ziehen. Mit der freien Hand das Öhrchen festhalten, wenn es hinter dem Messer hervor kommt, dann über einen Finger umstülpen. So entsteht die typische Öhrchen-Form und die Pasta bekommt die typische angeraute Oberfläche auf der Innenseite. Die fertigen Orecchiette jeweils mit etwas Mehl bestäuben, damit sie nicht zusammenkleben.

Für den Wirsing die Zwiebel fein würfeln, ebenso den Knoblauch und in etwas Öl anschwitzen. Zuletzt den Kümmel kurz mitrösen. Wirsing und Thymian zufügen, die Brühe anschütten und bei geschlossenem Deckel weich garen (etwa 10min). Dann abschütten und Sud auffangen. Butter schmelzen und zusammen mit dem Mehl zu einer Roux verrühren. Sud anschütten, dabei mit einem Schneebesen rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Wirsing wieder zurück in den Topf geben. Mit einem Schuß Noilly würzen. Mascarpone und Zitronenschale unterrühren, salzen und pfeffern.

Orcchiette in reichlich Salzwasser al dente garen - dauert frisch etwa 3-4min, abschütten. Wirsing in zwei Teller verteilen, Orcchiette darauf setzen, mit Parmesan betreuen und mit etwas Chili-Öl besprenkeln. Servieren.

*Anmerkung m: Ich habe die Orcchiette auch schon völlig getrocknet - dann braucht sie zum Garen deutlich länger etwa 12-15min

Inspiration: Susanne von Magentratzerl