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KI 2: die besten Süßkartoffel-Gnocchi

Freitag, 26. September 2025


Jedes Ich ist ein Globus. Ein kleines Universum. Eine Welt für sich. Der Mensch ist eine Sonne, seine Sinne sind seine Planeten. Ja, dem einzelnen Menschen ist Großes prophezeit. Nämlich die Überwindung seiner Begrenzung durch sein Ego hin zu einer Verbindung zum großen Ganzen. Der verlorene Sohn, der den Weg zurück zum Vater findet. Die Idee von Platons Weltenseele. Die Idee vom Universum als Makrokosmos und der Analogie dazu, dem einzelnen, menschlichen Lebewesen als Mikrokosmos. Im Menschen sollen sich Erde und Himmel berühren können. Doch diese Tür geht nur für den einzelnen Menschen auf. Nicht für die Menschheit. Nicht für eine Gruppe. Ganz alleine hat er Verbindung zum Kosmos zu suchen. Und weil nur individuell Zugänge zu knüpfen sind, kann niemand einen anderen dahin begleiten. 

Zeit der universellen Einsamkeit. Zeit der Sehnsucht nach tiefer Verbundenheit. Zeit der Rückbesinnung auf alte, große Ideen, oder?

Denn was verheißt uns die Gegenwart? Vielleicht wird uns die KI in Zukunft auf andere Planeten bringen. Vermutlich. Und dann werden wir von der Erde das Prinzip der systematischen Ausbeutung in das Weltall tragen und nach der Erde andere Planeten plündern und ruinieren. Vermutlich. Wer dort landet, folgt heute schon den Stimmen, die verkünden, dass die Menschheit ab nun erhaben ist über die Naturgesetze und sich eigene Welten nach maschinellen Vorgaben erschaffen kann.

Gleichzeitig führt uns die KI vor, dass wir unsere bisherige Vorstellung von dem, was wir dachten, was uns als Menschen auszeichnet, in Frage stellen müssen. Wir sind eben nicht die einzigen, die sich Inhalte merken können, die kombinieren können, sich um Raum zurechtfinden uswusf. In dieser Hinsicht werden wir gerade von rechts überholt. Seltsamerweise beharrt ein Teil der Menschheit umso mehr auf der Überzeugung, man könne die Gesetze des Lebens zusammenbauen wie ein zerlegtes Puzzle. 

Der anderen Fraktion, Team Goethe, ist bewußt, dass man sich auf diese Weise als Irrlicht outet. Denn die wahrhaft Suchenden streben mit ihrer Sehnsucht nach mehr Wissen nicht nach Information (im Faustschen Sinn *was die Welt im Innersten zusammenhält*) sondern ihr Ziel ist Erkenntnis. Höher als alles Vielwissen stellt Goethe die erfahrungsgesättigte *Vorstellungskraft*. Er stellt der Zersplitterung der Wissenschaft das Kultivieren einer schöpferischen Imagination entgegen. Denn *es komme bloß darauf an, dass man Augen, Weltkenntnis und Übersicht genug besitze, um im Kleinen das Größere wahrzunehmen. Dann, ja, dann eröffnet sich vielleicht der Blick fürs Wesentliche:  »Schau alle Wirkungskraft und Samen / Und tu nicht mehr in Worten kramen.« Und wieder und wieder zitiere ich: *Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet es nicht erjagen*. 

Gut gefallen hat mir in diesem Zusammenhang die Aussage des Neurobiologen Prof. Gerald Hüther, die nochmals mit anderen Worten gleichen Inhalt verdeutlicht:

*Wir haben die eigentlich zusammengehörige Welt, in der wir Teil sind, und in der alles Lebendige miteinander verbunden ist, in lauter Stücke zerlegt. Mitgefühl hemme ich weg, in dem ich kognitive Erklärungen obendrüber setze und  irgendwann sind dann hemmende Verschaltungen im Hirn so gut ausgebildet, dass ich alles kognitiv erklären kann und nichts mehr fühle. Und dann sind wir in unserer heutigen Welt angekommen. Kein Wunder, dass wir sie ruinieren. Sie ist uns gar nicht mehr nahe, wir sind gar nicht mehr mit dieser Welt verbunden. Wir sind gar nicht mehr mit unserer Lebendigkeit verbunden! (Meet your mentor/ YT)

Im Gefühl ist die Lebendigkeit verortet - nicht im Kopf. Aber hier will ich spitzfindig sein, ich rede von einer Klarheit des Gefühls. Keiner Verworrenheit wie sie heute der große Standard geworden ist.  Der Schamene vom Stamm der Kogui erklärt Herzensdenken ganz schlicht:

*Ich bin ein *Mamo* weil ich gelernt habe, klar zu denken - Herz und Verstand gleichzeitig zu nutzen.* (Kogui Tribe YT). 

Nun schöpfe mit der Kraft deiner Gedanken und lasse dich leiten von der Klarheit deiner Gefühle, vertraue dich in der täglichen Hinwendung einer höheren Kraft an, sei mutig und demütig - dann, ja dann darf Mensch hoffen auf dem Zweig der Menschen zu landen, die sich geistig weiterentwickeln darf und nicht auf dem anderen, der abrupt endet - s. auch den Prophecy rock der Hopi-Indianer.





Süßkartoffel-Gnocchi oder diese , seither lagen die hier vorne, bzw. Süßkartoffel-Schupfnudeln sind hier keine Neuigkeit. Ich habe schon einige Rezepte ausprobiert und zu meiner Verwunderung ist diese ganz simple Variante ab sofort meine Top 1. Nun gilt es vorher zu wissen, welche Art von Gnocchi man bevorzugt. Ob man eher die zart schmelzenden, weichen, fluffigen Wasserschweber mag, oder ob man im Mund bei Gnocchi auch etwas Grip spüren will. Ich gehöre letzterer Mannschaft an: ich finds gut, wenn Gnocchi eher fester sind und ich nicht nur die Zunge zum Zerkleinern brauche. Eben so wie bei diesen.

Besser ist, man nimmt für dieses Rezept 3 kleinere Süßkartoffeln, die brauchen dann im Ofen deutlich kürzer als eine große. Der Rest ist kinderleicht.

Wer mag, pimpt den einfachen Teller durch Nussbutter. Bei Magarine bin ich raus: *Margarine ist vom Molekül her per se sehr nah am reinen Plastik. Das ist nichts anderes als ein gehärtetes Industriefett* (Fabian Kowallik). Aber das nur am Rande..., muss jeder selbst wissen!


Zutaten 2P:

450g Süßkartoffeln (2-3 Stück)
1 EL Stärke (Mais oder Kartoffel)
100g Mehl (m: D1050)
30g Butter
2 EL Olivenöl
Salbei-Blätter
fleur de Sel
Pfeffer
Parmesan


Zubereitung:

Die Süßkartoffeln ringsherum mit einer Gabel einstechen und bei 190°C in den Ofen geben. Nach 10 min drehen (m: mit spitzem, kleinen Messer nochmals eingestochen bis in die Mitte, um den Garprozess zu beschleunigen). Weitere 10 min garen (Dauer im Ofen hängt von Größe der Süßkartoffeln ab).

Süßkartoffeln halbieren und mit einem Löffel von der Schale trennen. Mit einem Kartoffelstampfer in einer Schüssel zu Mus zerdrücken. Mehl und Stärke untermischen (Teig wird ein wenig klebrig bleiben).

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche Rollen drehen von ca. 1,5cm Dicke und Gnocchi abstechen (oder schneiden - m: quadratisch geformt) und in einen Topf mit kochendem Wasser geben.

Parallel Butter in einer Pfanne schmelzen, zusammen mit Öl und Salbeiblättern. Die Gnocchi aus dem Wasser heben, gut abtropfen lassen - besser noch: einen Moment ausdampfen lassen - und dann erst in die Pfanne setzen. Mit etwas Geduld goldbraun rösten. Dabei salzen und pfeffern

Zum Servieren mit Parmesan bestreuen (und zusätzlich frittierten Salbei-Blättern)




Frühling-Kräuterleins mit Pici

Freitag, 28. März 2025

 

Eigentlich ist gerade Sauerkraut-Zeit! Auf den Markttischen ist nicht viel los. Um sich im Frühling auf andere Ideen zu bringen, stromert man am besten über die saftig grünen Wiesen und geht fürs Mittagessen ein Sträußchen erstes Grün pflücken. Und genau darum gehts heute: nämlich es soll nichts mehr sein als eine kleiner Anstoß, sein Augenmerk auf frische Kräuter zu lenken. 

Wildkräuter wie etwa Bärlauch - hier gehts zum Bärlauch-Spezial - oder aber den hübschen, nussigen Pimpinelle, Löwenzahn - Stichwort Salat mal so oder so, oder aber der schöne Löwenzahn -Honig - Klettkraut, Labkraut, Gänseblümchen - wie wärs mit Gnocchi damit - oder was euch sonst bekannt ist und zwischen die Finger kommt. Spitzen-Idee ist ja einfach ein Pesto aus verschiedenen Kräutern herzustellen. Pesto geht immer - wie etwa dieser Teller: Risotto mit Löwenzahn-Pesto, mit Spaghetti und pochiertem Ei, oder ganz klassisch als Gruß vom Land...

Ich habe mich heute auf den jungen Knoblauch konzentriert. Die Drôme ist bekanntermaßen Anbaugebiet für Knoblauch und so bekommt man seine Stangen als Sträußchen gebunden zu kaufen. Der frische Knoblauch bekommt auf dem heutigen Teller die vollen Schweinwerfer, dazu noch gutes Olivenöl, fleur de sel, Parmesan... Und beim Essen wird man dann festellen: das Gute ist schlicht - es braucht nicht viel zum glücklich sein...

Die Pici kennt ihr bereits - vielfach hier auf den Tisch gebraucht, weil so köstliche, selbstgemachte Pasta! Mittlerweile habe ich die Herstellung ein wenig vereinfacht  - s. Zubereitung



Zutaten 2P:

Kartoffel-Pici
70 g Kartoffeln, mehlig kochend
120g Mehl (m: Dinkel 630)
70g Hartweizenmehl
1 Ei (Größe L)
1 EL Öl
½ TL Salz
1/4 TL Kurkuma
Piment d'Espelette
Kräuter oder Pesto der Wahl
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Parmesan


Zubereitung:

Die Kartoffeln als Salzkartoffeln kochen, gut ausdampfen lassen und mit der Gabel so fein wie möglich drücken. Die Kartoffeln sollten dabei noch lauwarm sein. Mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verarbeiten. Der ist etwas weicher als ein herkömmlicher Nudelteig. Falls zu weich noch etwas Mehl, andernfalls etwas Wasser zugeben.

Mind. 30 min. ruhen lassen
.

Mit dem Nudelholz zu Bahnen ausrollen von etwa 3-4 mm Dicke und in schmale Streifen schneiden. Diese Streifen werden mit der Hand zu einer Art dünnen Schupfnudel gerollt und dürfen ruhig etwas rustikal werden. Die Nudeln auf ein mit doppelgriffigem Mehl oder Hartweizengrieß bestreuten Brett verteilen.

Nun die Kräuter der Wahl fein schneiden (oder für ein Pesto alle zusammen in einen Hexler geben). Das Weiße des jungen Knoblauch kurz andünsten in einer Pfanne in etwas Olivenöl. Mit fleur de sel und Pfeffer würzen. Parallel die Nudeln in reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und al dente garen - dauert gute 3 Minuten (probieren vorher) und beim Abschütten etwas Nudelwasser auffangen. Die nassen Nudeln in die Kräuterpfanne geben, ebenso das fein geschnittene Grün des Knofis und noch mehr Olivenöl. Gebenenfalls noch etwas Nudelwasser anschütten und mit reichlich Parmesan bestreuen.

heißes Eisen - mediterrane Schmorsauce mit Tomaten-Gnocchi

Freitag, 4. August 2023

 

Warum begegnen mir so viele unerzogene Kinder? Ja, ich weiß, das anzusprechen ist ein heißes Eisen. Aber hey, als mittelalte (oder mitteljunge - wie ihr wollt) Kinderlose schreibe ich einfach ein paar Beobachtungen runter. Warum können Kinder nicht mehr *Guten Tag* und *Auf Wiedersehen* sagen? Das wäre doch die kleinste aller sozialen Gesten, die niemandem weh tun. Wir Dorfkinder hatten noch alle zu grüßen, die älter waren. Wo steckt das kindliche *Bitte* und *Danke* fest, die Grundregeln des Benimm? Warum quatschen Kinder gnadenlos dazwischen, ganz egal ob sich zwei gerade unterhalten? Warum haben die keinerlei Tischmanieren mehr? Warum muss ich so oft Zeuge werden, wie Kinder ihren Kopf durchsetzen, je unangenehmer, lauter und gewalttätiger sie werden? Ja, warum geben heute Kinder den Ton an und nicht mehr die Eltern? Das ist doch verdreht - ohne die Eltern wären die Kinder gar nicht überlebensfähig. Ist den orientierungslosen Eltern bewußt, was sie ihren Kindern mit dieser Führungslosigkeit für ihr weiteres Leben antun? Warum ordnen die Kinder sich nicht ein? Warum lassen sich Eltern so schlecht behandeln? In Frankreich ist man drauf und dran die Elternhaftung zu verschärfen - das kann es doch nicht sein. Warum sehe ich so viele Väter wie ein dummes Anhängsel neben Frau und Brut - warum lassen die sich das gefallen? Ja, wo ist denn da das harmonische Miteinander, die *freiwillige Kooperation* (auf die ich immer wieder zurückkomme)?

Meine Erziehung war noch sehr autoritär und vorallem durch Angst und Schrecken gekennzeichnet. Das kann keiner (mehr) wollen, das nimmt einem Menschlein die Kraft, um innerlich zu wachsen. Aber das Gegenteil kann auch keiner wollen, wenn durch keinerlei Vorgaben, Kinder egozentrische, hochmütige und herrische Eigenschaften ausbilden. Wie sollen die je beziehungsfähig werden?

Für alle, deren Ideal wie für mich der selbstbestimmte Mensch ist, der sich aufgrund einer eigenen Haltung und innerer Werte selbst zu führen weiß, ist die Freiheit immer begrenzt (alles andere ist Chaos und Willkür). Als Erwachsener habe ich mir den Rahmen selbst zu geben, als Eltern habe ich diese Begrenzung für meine Kinder zu ziehen. Und diese Art *Sandkasten* geben dem Kind dann die Möglichkeit, sorglos zu sein: andere kümmern sich um die Details. Innerhalb dieser roten Linien darf man sich frei ausprobieren, aber das Übertreten von ihnen birgt Konsequenzen. So ist die Welt nun mal angelegt...

Und ob später für sich als Erwachsener oder als Erzieher sollten die Regeln des Miteinanders von Vernunft und Anstand geprägt sein. Denn ich bleibe eisern dabei: ohne Wahrhaftigkeit, ohne Ehrlichkeit, ohne Offenheit - ob innerhalb einer Familie oder auch gegenüber anderen - ist kein Glück und keine Zufriedenheit möglich. Sowas kommt von sowas. Gegenseitig Schandtaten zu übersehen oder zu decken, damit ist gerade auf Dauer niemandem geholfen.

Ist es nicht der viel größere Liebesdienst, sich ab und an jemanden in den Weg zu stellen, den Kopf zu schütteln und zu fragen: was treibst du denn da? Dabei rührt mich dieses Reinhart Mey-Lied zutiefst, indem sich Eltern schützend vor ihr Kind stellen, selbst wenn es Dummheiten treibt, selbst wenn es von der Gesellschaft verurteilt wird - man hält als Familie zusammen. Und ich verstehe sehr wohl, dass die Familienbande oft mit tief gefühlten Verpflichtungen einhergehen - ich hatte es davon. Doch wie überall im Guten hat auch das seine Grenzen, nämlich dann wenn dabei gegen die oberste aller Verantwortungen sich selbst gegenüber verstoßen wird: die eigene Würde.

Nun, eigentlich brauche ich mir keine Gedanken darüber zu machen, stimmts? Es sind eure Kinder und nicht meine. Vielleicht liegt es daran, dass ich seit langem meinen Birk mal wieder gesehen habe. Mittlerweile nun mit seinen insgesamt drei blondschopfigen Geschwistern. Und für dieses Mal hatte ich besondere Freude an der ungekünstelten, fröhlichen, warmherzigen Mutter dieses Wawuschel-Trupps, die die Nase kräuselt, wenn sie lacht.

 


Heute wird hier wieder mehr gekocht, als sich nur *Essen gemacht*. Obwohl - wenn man die Gnocchi gegen Nudeln austauscht, ist das schnelle, simple Landküche. Die Gnocchi (auch ohne Tomate und Parmesan) sind gerade meine liebsten: aus dem Froster geholt und aufgetaut, lassen sie sich wunderbar anbraten und haben einen schönen Biss.

Die Sauce besticht durch die Qualität der Tomaten: coeur de boeuf wären ideal dafür. Alles zusammen im heißen Ofen schmurgeln lassen, ergibt eine schlonzige Sauce, die bestimmt mit Pasta nicht minder schmeckt.

 

 Zutaten 2P:

1kg Coeur de boeuf (m: rot, gelb, orange)
1 mittlere Aubergine
3 Knoblauchzehen
2-3 EL schwarze Oliven
4 Zweige Rosmarin
2 TL Thymian
1 TL Rohrzucker*
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer
Olivenöl
1/2 Rezept Tomaten-Gnocchi
geriebener Parmesan

 

Zubereitung:

Den Ofen auf 220° Umluft vorheizen.

Aubergine in Würfel von ca. 2-3cm schneiden und auf einer mittleren Gratinform geben. Darauf die Oliven verteilen. Leicht salzen und pfeffern.

Dann fein gehackten Knoblauch und Rosmarin darüber streuen.

Die Tomaten überbrühen, entstrunken und enthäuten und in mittlere Stücke geschnitten auf die Auberginen setzen. Mit Thymian und Zucker sowie Piment würzen, salzen und pfeffern und mit ordentlich Olivenöl beträufeln.

Für 30-35min in den heißen Ofen schieben. Zwischendrin sanft umrühren, damit auch alle Aubergine-Stücke von Tomantensaft durchgegart werden.

Zusammen mit den Gnocchi und dem Parmesan servieren.

(Gnocchi auftauen lassen und in Olivenöl anbraten).

Anmerkung m: die Menge des Zuckers richtet sich etwas nach der Reife (und damit Süße) der Tomaten.

 

Austausch: Parmesanknödel mit Kohlrabi-Gemüse

Donnerstag, 15. Juni 2023


Wahrscheinlich war der Anfang vom Ende die Erfindung von Fernsehen. Als der Habib und ich vor bald 20 Jahren in Marrakesch über den Djemaa-el-Fna stromerten, blieben wir bei dem Geschichtenerzähler kleben. Eine große Traube an Menschen hatte sich bereits um ihn versammelt und hing an seinen Lippen. Wir verstanden kein Wort, aber das Szenario fesselte mich schwer. Die Zuhörerschaft bestand nämlich fast ausschließlich aus ausgewachsenen Männern. Unvorstellbar in unseren Breitengraden. Aber warum eigentlich?

So oft habe ich es erlebt, dass man an einem großen Tisch mit anderen zusammensitzt und dann hast du - wie es der Habib so einfach und knackig beschreibt - 5 Menschen und 7 Gespräche. Ich gebe ja dem Alkohol die Hauptverantwortung für derlei Zustände. Angesäuselt will jeder zeigen, wer er ist, sich in Position bringen, seinen Stand der Dinge dem Volk verdeutlichen uswusf... brauche ich gar nicht weiter zu beschreiben, kennt jeder, hat man alles so oder so ähnlich zigfach erlebt. Nur leider ermüden mich Plappereien, nur damit etwas geschwätzt ist, maßlos. Und als Applaus-Robbe für eine Selbstdarsteller-Inszenierung tauge ich kaum bis überhaupt nicht. Oder diese Quartett-Spielereien... ich hatte es bereits davon - so geht halt kein wirklicher Austausch. Und ganz ungeschminkt gesagt: nüchern laufen Unterhaltungen anders ab.

Dabei bin ich ganz bei Martin Buber und seiner Aussage, die so gerne als hübscher Kalenderspruch dient: *Alles wirkliche Leben ist Begegnung*. Nichts kann ein Leben mehr verändern, als der richtige Mensch im richtigen Moment. Nix geht tiefer. Nichts regt mehr an, nichts kann nachhaltigeren Eindruck hinterlassen als der unmittelbare Austausch mit jemanden, der vermag, das Herz zu berühren. Oder etwas tiefer aufgehängt: der einen durch seine Art beeindruckt und Respekt abnötigt. Ein wahrhaftiges Gegenüber berührt fast zwangsläufig.

Da kommt doch ein Buch nie hin. Trotzdem wird heute ein Buch, eine Zeitschrift, ein Podcast, ein Hörspiel einem echten Gespräch vorgezogen. Totes Schwarz-auf-Weiß wie meine Zeilen. Zu schade aber auch. Wieso interessiert man sich nicht mehr für einander? Wieso findet nur sehr schwer echter Austausch statt? Vielicht weil man sich für eine wirkliche Begegnung zeigen muss. Sich Öffnen. Nackig machen. Und nicht irgendwelche Selbstvermarktungsstrategien à la Social Media betreiben, um Kunden anzuwerben. SO kommt man nämlich im echten Leben nicht zusammen und gewinnt keine Zuneigung.

 


Es gab mal wieder Knödelchen. Diese hier - Parmesan-Topfen-Knödel - habe ich wirklich niedlich-klein geformt, etwa Tischtennisballgröße. Sie lassen sich unkompliziert formen, schmecken deutlich nach Parmesan und begleiten mit Sicherheit ebenso gut anderes Gemüse oder eine andere Sauce - die darf man sich also merken. Die Kohlrabi-Sauce habe ich allerdings verändert, weil mir das Original-Rezept entschieden zu viel Fett enthielt. Ich habe stattdessen - wie so gerne - eine kleine Béchamel gemacht.


 

 Zutaten 2P /11 Knödelchen:

60g Toastbrot (m: Dinkel-Toast)
1 Eigelb
125g Quark
50g Parmesan
Pfeffer, Salz
Muskatnuss
...
300g Kohlrabi
30g Butter
30g Mehl
ca. 200ml Gemüsebrühe
ein guter Schuß Sahne
ein besserer Schuß Noilly Prat
1 TL Crème fraîche
30g Parmesan
...
2-3 EL Pinienkerne
Kräutersalz
...
Bärlauch/ Schnittlauch/ Frühlingszwiebeln/ Estragon/ Kerbel./ Kapuzinerkesse/ Verveine..

 

 Zubereitung:

Für die Knödel das Toastbrot grob zerkleinern und mit dem Pürierstab in einem hohen Gefäß fein hexeln. Parmesan fein reiben. In einer Schüssel alle Knödelzutaten gut verkneten und mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken. Zugedeckt im Kühlschrank mindestens 10 Minuten (m: etwas länger) ruhen lassen, die Kugeln lassen sich dann leichter formen - und so ist es auch.

Nun für die Sauce einen halben Liter Wasser mit ½ TL Salz zum Kochen bringen. Kohlrabi in 1cm größe Stücke würfeln und darin 4 bis ­5 Minuten garen. Abgießen, dabei das Kochwasser auffangen, Kohlrabiwürfel im Sieb auskühlen lassen. Dann einen Topf mit Salzwasser aufsetzen.

Von der Knödel­masse mit dem Löffel ca. 25g abstechen und mit feuchten Händen Knödel formen – ohne Risse, damit kein Wasser eindringt. Die Knödel bei sanfter Hitze etwa 10 min garen lassen - steigen sie an die Oberfläche, sind sie gar. Herausheben, abtropfen lassen und warm stellen.

Parallel das Gemüse zubereiten. Dafür die Butter in einem Topf schmelzen, das Mehl einrühren und etwas anbraten ohne Farbe annehmen zu lassen. Bei stetigem Rühren mit dem Schneebesen Brühe, Sahne und Noilly Prat einrühren. Salzen, pfeffern und zuletzt den Parmesan (so wie die Kräuter der Wahl - m: Kapuzinerkesse/ Verveine) einrühren. Die Kohlrabi-Würfel wieder warm ziehen lassen.

In einer Pfanne die Pinienkerne (oder Mandeln/Cashewkerne) darin anrösten, salzen. Gemüse mit Knödel und Nüssen sowie einer Kräuter-Deko servieren.

 

Inspiration: SZ

 

Unmenschlich: Süßkartoffel-Gnocchi mit Buschbohnen und Salbei

Donnerstag, 25. Mai 2023

 

*Erdrückender als das Schicksal, das man mit vielen teilt, ist das Schicksal, das einen ganz alleine betrifft* zitiere ich Christian Berkel aus seinem Buch *Der Apfelbaum*, welches ich gerade abgeschlossen habe - eine Geschichte über die transgenerationale Weitergabe von Traumata durch die Geschehnisse im 2. Weltkrieg.

Dem stimme ich zu. In meinem Universum steht das Individuum über allem. Wobei die Menschheit gerade an einem gemeinsamen Meilenstein angekommen ist: KI, die Künstlichen Intelligenz. Yuval Noah Harari - den ich bereits zu meinen Gedanken zum Transhumanismus hier vorgestellt habe - ist israelischer Historiker, Militärexperte und Philosoph. Er postuliert in einem Vortrag zu AI, den ich euch unten eingestellt habe: *What we are potentialy talking about is nothing less than the end of human history. Not the end of history - but the end of the human dominated part of what we call history.*

Obwohl er die positiven Möglichkeiten, die mit KI einher gehen können, nicht verneinen will, sieht er seine Rolle mehr darin, vor den Risiken zu warnen. Selbst die KI-Software-Entwickler haben keinerlei Vorstellung, ín welche Richtung, in welcher Geschwindigkeit, in welcher Weise sich KI zukünftig selbstständig weiterentwickeln wird. So dass man zusammenfassend feststellen muss, dass den Menschen ihr Produkt aus den Händen gleitet und sich buchstäblich *selbstständig* macht - ohne, dass jemand die Konsequenzen in irgendeiner Form absehen kann. Wie bei allen großen Erfindungen reden wir bei KI gleichzeitig über eine Waffentechnologie - und das globale Wettrüsten ist eröffnet. Darin sieht Harari aktuell die größte Bedrohung: die Menschheit benötige dringend mehr Zeit, um KI zum Wohle aller zu begrenzen und zu reglementieren. Ein frommer Wunsch: Die Moral wird in Kriegsfragen ja zuerst beerdigt.

Spannend finde ich Hararis Gedankengang, dass KI weder ein eigenes Bewußtsein benötige noch die physische Kontrolle wie Kampfroboter oder implantierte Chips, um den Menschen zu überflügeln und zu überwältigen: *Simply by gaining mastery of human language AI has all it needs in order to cocoon us in a matrix like world of illusions* (Allein durch die Beherrschung der menschlichen Sprache verfügt die KI über alles, was sie braucht, um uns in eine Matrix-artige Welt der Illusionen zu hüllen). Die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen können, reicht aus, um den Menschen zu manipulieren, kontrollieren und um eine Gesellschaft umzuformen. Harari legt anschaulich dar, dass seither Geschichte aus einer Interaktion zwischen Biologie und Kultur entstand. Nun aber ist eine nicht menschliche Lebensform, KI, in der Lage eine neue Kultur zu kreieren. Sprache als Werkzeug, um Gedanken zu erschaffen, um Gedanken  zu beeinflussen. *Am Anfang war das Wort.*

Berührt werden in seinem Vortrag damit die ganz großen Fragen, auf die man dringend Antworten für sich finden sollte, bevor es nun nicht mehr andere sondern vielmehr das Andere für einen tut: Wie definierten wir Leben? Oder wo fängt Leben an? Wie unterscheidet man Wahrheit von Lüge/ Illusion? Welchem Ideal strebt der Einzelne nach? Und wie bewahrt sich ein Individuum einen festen Kern, der sich nicht mit dem Außen dreht wie eine Fahne im Wind?

Aufregend, wenn die eigene Biographie durch *historische Zeiten* mit Bedeutung aufgeladen wird, oder? Die Scheiße brennt.



An Bertrands allerersten, zartfrischen Böhnchen bin ich auf dem Markt nicht vorbeigekommen. Zusammen mit den Süßkartoffel-Nocken, die ich noch im Froster hatte, war das ein schnelles und köstliches Mittagessen. Süßkartoffel-Gnocchi habe ich schon einige gemacht - diese hier schmecken gut nach Süßkartoffeln und haben eine recht feste Konsistenz, so dass man sie in der Pfanne gut anbraten kann. Da die Teigmenge für 4 Personen reicht, friere ich die Hälfte ein - auf Backpapier nebeneinanderliegend geht das gut. Zum Verzehr lasse ich sie dann auftauen und brauche sie nurmehr anbraten.

Ist einfach wiederholt eine Spitzen-Kombi: Süßkartoffel-Salbei-Balsamico-Reduktion!


Zutaten 2P:

2 Süßkartoffeln (ca. 750-800g)
130g Hartweizenmehl (oder feiner Hartweizengrieß)
30g Speisestärke (m: Kartoffel)
30g Mehl (m: D1050)
1 Ei
...
1 große Zwiebel (oder 2 Stück)
3 Knoblauchzehen
1 Bund Salbei (ca. 30 Blätter)
300g Buschbohnen
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
2-3 EL Balsamico-Reduktion
Olivenöl
1 Stich Butter
frisch geriebener Parmesan

 

Zubereitung:

Süßkartoffeln waschen, der Länge nach halbieren und mit der Schnittfläche auf ein geöltes Backblech legen (kann man vorher mit Backpapier auslegen, dann ist schneller geputzt). Den Ofen auf 200°C vorheizen und die Süßkartoffeln ca. 30 min darin garen.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Süßkartoffeln etwas abkühlen lassen, dann schälen und mit einem Kartoffelstampfer fein zerstampfen. Mit den restlichen Zutaten vermengen, bis ein homogener Teig entstanden ist. Mit zwei kleinen Löffeln Nocken formen und ins Wasser gleiten lassen. So lange darin garen, bis sie an die Wasseroberfläche steigen, aus dem Wasser heben, abtropfen lassen und nebeneinander auslegen, abkühlen und abtrocknen lassen.* 

Dann - für 2 Personen die Hälfte - in Öl braten, bis sie Farbe annehmen.

Buschbohnen gipfeln, je nach Größe halbieren oder dritteln und in Salzwasser weich bis al dente garen. (Bohnen sollten eher weich als knackig gegart sein).

Einige Salbei-Blätter vorab in Öl frittieren für die spätere Deko und zur Seite stellen.

Zwiebeln viereln und in feine Streifen schneiden, Knofi fein hacken. Zwiebeln in einer zweiten Pfanne in Öl mit Geduld golden garen, kurz vor Ende Knofi und restlichen, fein geschnittenen Salbei zufügen. Salzen, pfeffern und mit Piment würzen.

Nun alles miteinander vermengen in der Nocken-Pfanne: Zwiebel-Salbei-Mischung und Buschbohnen. Einen guten Stich Butter einschmelzen lassen, zuletzt die Balsamico-Reduktion untermischen und mit Parmesan bestreut servieren.

Anmerkung m: Süßkartoffel-Nocken reichen für 4 Personen

 

 

Nebelhorn - rote Gnocchi mit jungem Knofi und Artischocke

Sonntag, 26. März 2023


Drei Kiffer sitzen auf einer Bank. Fährt ein Auto vorbei. Sagt der erste - nach einer Viertelstunde: 'Ich glaube, das war ein Audi.' Sagt der zweite - wieder nach einer Weile: ' Ey nee, das war ein Opel'. Meint der Dritte... nach einiger Zeit: ' Ich geh jetzt heim, ihr seid mir echt zu stressig;'

Einer meiner Lieblingskiffer-Witze. Wie außerdem das Cartoon von der Kiffer-Oma, die von der Supermarkt-Kassiererin gefragt wird, ob sie eine Tüte will... Nee, antwortet die, wenn sie jetzt kiffe, vergesse sie wieder die Hälfte.

Dabei, zu Beginn bringt die Kifferei schon einen Fun-Faktor mit sich: man lässt das wohllüstige-wollüstige Tierchen in sich frei mit Lach-Flashs, Fress-Flashs und Juchtigkeit - in genau der Reihenfolge. Der Kopf wird dabei ausgeschaltet, umhüllt von weichen, selbstgebastelten, dicken Nebelschwaden nach einem tiefen Zug aus der Bong. Eintauchen ins Amöben-Feeling. Einfach leben, sollen sich andere um die Details kümmern. Tja, wie so oft fängt alles recht harmlos an.

Echt, was habe ich damals in den Wintermonaten oft ein Überbrückungskabel organisieren müssen. Morgens mit dem Auto auf Arbeit gefahren, vergessen, das Licht auszumachen und nach der Arbeit ist die Karre dann nicht mehr angesprungen. Tatsächlich habe ich damals immer jemanden mit Kabel zum Überrücken aufgetrieben - kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

Oder eine andere kleine Anekdote, wieder auf dem Weg zur Arbeit (weil die Mentalität galt: wer feiert kann auch Schaffen) geht mir doch mitten auf der Strasse das Auto aus. Tot. Geht nix mehr. Gut, dass der Vadder auf ADAC bestanden hatte, der schleppte mich dann zur nächsten Garage. Dort meinte der Mechaniker mich charmant anblinzelnd (#Jungmädchen-Vorteil): *Schreiben wir defekte Tankanzeige, sonst musst du's selbst bezahlen!* Peinlichpeinlich! Aber ALLE haben damals gekifft. In der Künstlerszene das Normalste der Welt. Nur macht man sich selten bewußt, dass man immer umgeben ist von einem Umfeld, das einem entspricht, das einen spiegelt. Ändert man sich selbst, ändern sich das Biotop samt Freunde... zwangsläufig.

Gut, verschusselt man halt mal was. Kann ja mal passieren. Wie eine Freundin, die zu der Zeit mit ihrem Freund ein Jahr durch Indien getingelt ist. Als ich sie vielleicht 15 Jahre später darauf ansprach, wie sehr ich sie um diese Reise beneidet hatte, weil mir damals noch der Mut zu solchen Abenteuern fehlte, war ihre Antwort ein gedehntes Jaaahhh, wenn mich heute nur mein Gedächtnis nicht so im Stich lassen würde... Kiffend alle Erlebnisse ausgelöscht... als wär's nie passiert... Einfach ein Weilchen for nothing gelebt... Wer will schon alles ganz genau wissen, seiner Wahrnehmung trauen oder klebt an Vergangenem, nich?! An dieser Stelle darf gerne selbstständig weitergedacht werden, was das in aller Konsequenz bedeutet, wenn *Erkenntnis das Ambrosia dieses Planeten* ist!

Und irgendwann, wenn man *sich locker macht* (wie's so gerne unter Seinesgleichen heißt), brav am Dope hängenbleibt und es konsequent durchzieht (natürlich ganz mit Obama ohne zu inhalieren),dann landet man man in Panikattacken, paranoiden Angstzuständen mit Verfolgungswahn und Depressionen - ohne dass dieses *irgendwann* jemand genau prognostizieren könnte. Weil man sich verfangen hat in einer lähmenden Orientierungslosigkeit, einer toten Ereignislosigkeit, die in den Wahnsinn treibt. Wer meint, kann sich auf diese Weise um die Auseinandersetzung mit der Welt drücken und stattdessen bei Raggae-Musik bis zur handfesten Neurose dümpeln. Mit Segen und Genehmigung von oben. Wenn das kein großer Spaß ist?!

 


Am Thema *Gnocchi* habe ich mich ja bereits sehr abgearbeitet. Und diese Kartoffel-Gnocchi sind mittlerweile meine Lieblinge, wenn ich mit Varianten spielen will. Die Konsistenz und ihre Formstabilität sind einfach super.

Hier habe ich sie eingefärbt mit Tomatenmark. Deshalb sind es aber - geschmacklich - noch keine Tomaten-Gnocchi, das ist lediglich ein *optisches Angebot*.  Der Gewürz-Stürmer in den Gnocchis ist der Parmesan.

Ich habe sie über mein Gnocchi-Brett (coucou Hannah) gerollt - ihr könnt sie aber nach Lust und Laune formen.


Zutaten 4P:

500g Kartoffeln*
100g Hartweizenmehl (oder feiner Hartweizengrieß)
100-120g Mehl (m: D1050)
1 Eigelb
100g Parmesan, gerieben
3 EL Tomatenmark
1/2 TL Piment d'Espelette
Salz

.Zutaten 2P
 
3 Artischocken
1/2 Bund frischer Knoblauch
Salz, Pfeffer
ein Schluck Noilly Prat
Olivenöl
50g Butter

 

Zubereitung: 

Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen und noch warm durch die Presse drücken, zuerst mit dem Mehl (oder dem Hartweizengrieß) mischen, dann mit restlichen Zutaten. Den Teig nur so lange kneten, bis er homogen und nicht mehr klebend ist. 

WICHTIG: nicht überkneten, sonst wird der Teig speckig und immer schön mit Hartweizenmehl (oder Grieß) bestreuen, damit die ausgelegten Gnocchi sowie später die kochenden Gnocchi nicht aneinander kleben!

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig halbieren (= 4 Portionen). Aus dem Kartoffelteig nacheinander Würste von etwa Fingerdicke rollen, 1cm-Stück abschneiden und diese über das Gnocchibrett rollen - oder eben nach Wunsch formen. Nebeneinander auf ein Küchentuch auslegen und abdecken bis alle fertig gestellt sind. Die Hälfte (für 2Personen) so lange kochen, bis sie nach oben steigen, dann sofort in kaltem Wasser abschrecken (soll helfen, dass Rillenmuster zu bewahren), gut abtropfen lassen und warm stellen. (Die andere Hälfte der gegarten Gnocchi, die ich einfriere, lege ich nebeneinander auf Backpapier in eine Gratinform und friere sie so ein - später, wenn sie gefroren sind, fülle ich sie in eine Tüte um). Gnocchi garen, abtropfen lassen und warm stellen.

Die Knoblauchstangen in feine Ringe schneiden - etwas Grün zur Seite stellen für die spätere Deko. Die Artischocken putzen und Zitronenwasser zwischenlagern.

Olivenöl erhitzen und Artischocken mit Knoblauch darin anbraten. Salzen und pfeffern. Mit Noilly Prat ablöschen, Hitze verringern, Deckel auflegen und die Artischocken in einigen Minuten fertig garen. 
 
Butter einschmelzen lassen, Gnocchi untermischen und sofort servieren. 

*Anmerkung m: habe anfangs gerne mehlig-kochende Kartoffeln verwendet, funktioniert aber auch mit festkochenden


passt nahtlos zu Daniels anderem Lied um das uralte Spiel *Trau-Schau-Wem*: Danger Dan *Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt* Wer noch ein bißchen tiefer einsteigen will: Daniel erzählt im Hotel Matze anschaulich von seinen Kiffer-Erfahrungen und wie er für das Lied gegen das Kiffen deutlich mehr Anfeindungen aushalten musste wie für letzteres verlinkte.

Das neueste anders: Kürbis-Polenta nach Ottolenghi

Samstag, 7. Januar 2023


Habt ihrs mitbekommen? Hier war ein Weilchen Baustelle. Späßken. Kann mir keiner vorwerfen, dass das nicht sehr transparent von statten ging. Ben, ich hatte das Bedürfnis nach Möbelrücken. Einiges rief nach Veränderung. Wobei ich mich nach meiner Typveränderung dank Christina (2017) - und nach der von Maret (2013) - wieder lange zufrieden zurücklehnen konnte. Vor allem ging es mir jetzt darum, alte Inhalte besser präsentieren und nach vorne holen zu können. Schließlich blogge ich seit über 11 Jahren. Richtig Langstrecke. Richtig am Ball geblieben. Richtig stetig. Round about 1500 Rezepte tummeln sich auf diese Weise hier - plus die *aus der Reihe*- Geschichten. Genau genommen ist das heute exakt der 1811 Post. 

Natürlich habe ich das nicht alleine für mich gemacht, sondern ebenso für euch. Ist ja nicht nur mein privates Kochbuch. Und? Wie gefällt es euch? In der Kommentarfunktion könnt ihr euch wieder laut machen - doch schöner mit etwas Austausch (#es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist). Noch ist nicht alles ganz so wie es sein soll. Ganz oben in der Galerie mit den vier Bildern gibt es nun zwei neue Kategorien *Frühling & Sommer* und *Herbst & Winter*. Leider bedeutet das für mich, dass ich 1810 Posts durchgehen und neu labeln muss. Eine echte Strafarbeit. Nach jedem Edieren eines einzelnen Posts werde ich wieder ganz an den Anfang zum aktuellen Post geworfen und muss wieder erneut runterscrollen. Heißt: je weiter zurück ich in die Vergangenheit scrolle, um so länger und länger dauert das Laden der Posts. Es könnte einen zum Rettenraucher machen, ehrlich! Momentan bin ich beim Edieren bei Mitte 2018 angelangt. Ein paar Jahre habe ich also noch vor mir - ich bitte um etwas Geduld (hoffend, dass mir die meine dabei nicht verloren geht).

Aber E-Mail-Abo geht wieder (wurde ich per Mail öfters angeschrieben deshalb). Rezepte kann man notfalls ausdrucken - nicht ganz so schick wie bei manch anderen Blogs speziell das Rezept, aber hey: immerhin. Und wenn ihr die Labels unter einem Post anklickt, dann werden alle Rezepte zu dem jeweiligen Label mit einem Bild angezeigt. Das kann sich doch nun wirklich sehen lassen, oder? Ebenfalls brand new: ich probiere mich auf Insta aus (#jetzt singt sie auch noch) - mal sehen wohin die Reise führt...

Mein Dank gilt Tina aka Freiflieger-Design - Büro für Kommunikationsdesign, die mir das frisch bezogene Blogbett gerichtet hat und uns vor 2 Jahren bereits unsere Homepage *Sonne und Lavendel* neu gestaltete. Also wer ähnlicher Technik-Vollhonk ist wie ich, dem kann ich Tina allerwärmstens empfehlen!

 


Auch meine Blog-Liste muss ich wieder neu erstellen (saublöderweise nicht vorher gespeichert!) - aber auf die will ich ja selbst nicht verzichten. Das ist mir meine liebste Inpsirationsquelle. Wie fürs heutige Essen. Ein mal mehr hat mir Team Kaltmamsell auf gläsernen Tellern den Mund wässrig gemacht. So sehr, dass ich umgehend nachgezogen habe. Deren Empfehlung plus Urheber Ottolenghi sowie meinem Lieblingskürbis Butternut kann in Zusammenspiel nur zu einem *vrai régal* (wie der Fränzi sagt), einem echten Gaumenschmauss werden. Merci gen München! Es hat uns ausgezeichnet geschmeckt.

Mit den Mengenangaben bin ich nicht ganz zurecht gekommen - nicht das erste Mal bei Otto. Ich passe das in meinem Rezept an; ihr könnt es mit dem Original abgleichen. Kürbiskerne hatte ich noch als Extra geröstet fürs Topping, dann aber vergessen. Darauf war auch gut zu verzichten, denn das eigentliche i-Tüpfelchen sind die frittierten Kräuter - genau, wovon Gartenküche lebt: frische Kräuter. In meinem Geschmacksuniversum verbessern sie beinahe alle Gerichte!

Bei uns gabs den Salat mit Chicoree, Avocado und Orangen, den ich euch bereits als DUBB erneut unter die Nase schob. Passte super dazu! 


Zutaten 2 P:

300g Butternut
1 EL Olivenöl
3 Knoblauchzehen
140g Polenta (m: Instant)
ca. 300ml Gemüsebrühe*
Salz, Pfeffer
60g Ziegenfrischkäse (oder anderer Frischkäse)
20g Parmesan
1 Stich Butter

150g Butternut
1 EL Olivenöl
1/2 EL Ahorn-Sirup
1/2 EL Limenen-Saft (oder Zitrone)
Salz, Pfeffer

1 EL Olivenöl
30g Butter*
1 TL fein gehackter Rosmarin
7 Blätter Salbei
1/2 TL Chili-Flocken
etwas Piment d'Espelette

zum Garnieren:
gehackte Petersilie (m: plus 3 Blätter Salbei und einige, kleine Blätter Rauke)
frisch geriebener Parmesan

 

Zubereitung:

Zuerst das Kürbis-Pü für die Polenta zubereiten. Dafür den gerüsteten Kürbis in etwa 3cm große Stücke würfeln. In einem Topf die Kürbiswürfel zusammen mit dem fein gehackten Knofi in dem Olivenöl für einige Minuten anrösten, bis der Kürbis beginnt, weich zu werden. Gemüsebrühe anschütten, salzen, pfeffern und zugedeckt ganz weich köcheln lassen. Ziegenkäse, Parmesan und Butter zufügen - alles mit dem Stabmixer pürieren. Erneut zum Köcheln bringen, Polenta unter stetigem Rühren einrieseln lassen - so lange, bis die Polenta eindickt. Gegebenenfalls noch etwas Brühe anschütten, sollte die Polenta zu dick sein. Ein ausreichend großes Stück Backpapier auf den Topf legen, dann den Deckel, damit der Topf gut verschlossen ist, die Polenta warm bleibt ohne dass sich eine Haut bildet.

Nun die 150g Kürbis in 1/2cm große Würfel schneiden. In einem Topf bei mittlerer Hitze in Olivenöl für einige Minuten anrösten, bis der Kürbis leicht Farbe annimmt und weich wird. Salzen und pfeffern. Mit Ahorn-Sirup und Limettensaft würzen. Deckel auflegen und warm stellen.

Für das Chili-Öl das Öl und die Butter in einer kleinen Pfanne erhitzen. Rosmarin darin für etwa 30 Sekunden frittieren, dann Chili und eine Prise Salz zufügen und zur Seite stellen.

Zum Anrichten die Polenta in den Topf geben, Kürbis-Würfel darüber, mit Chili-Öl sowie den gehackten, frischen Kräutern und Parmesan toppen.

 

*Anmerkung m: durchaus was für Gäste, ich fand die Portion recht schmal bemessen - habe sie für uns vergrößert. Die Angabe der Gemüsebrühe reichte bei mir hinten und vorne nicht... entscheidend ist bei einer Polenta (genau wie bei Grießbrei) die richtige Konsistenz - da solltet ihr in der Zielgeraden selbstständig mitsteuern. Die frittierten Kräuter sind einfach super als Topping - bref: das Chili-Öl kann man mengenmäßig durchaus noch mehr hochsetzen!

Inspiration: Ottolenghi bzw. Inés aka Kaltmamsell

 

wahrhaftig glücklich - Tagliatelle mit Zucchini und Salbei

Samstag, 9. Juli 2022


Am 6. Juli hat der Dalai Lama Geburtstag. Vor 3 Tage ist er 87 Jahre alt geworden. Für mich ist der Dalai Lama einer der wenigen lebenden Lichtgestalten, die in einer verwirrten Zeit wie der unseren Orientierung anzubieten vermögen. Und das nicht nur aufgrund seiner Stellung als Religionsführer sondern ebenso aufgrund seiner Biographie - als weitgereister, erfahrener Mensch, der viel von der Welt gesehen hat.

Schon öfters habe ich mich hier auf dem Blog auf ihn bezogen, denn leichterdings finde ich bei ihm Anregung. Nachdem wir während unseres Aufenthalts in Tibet die Menschen dort anstarrten ob ihrer unfasslichen Ausstrahlung (was eine innere Schöheit!), beschlossen wir im Folgejahr ebenso die Exiltibeter in Indien zu besuchen. So durften wir dann in Mcleod Ganj zu unserer Freude dem Dalai Lama begegnen, als er vor seinen Landsleuten als tiefernster Mönch sprach - ganz anders als die lächelnden Bilder, die man sonst von ihm kennt, wenn er im Dienste seines Volkes im Westen um Unterstützung wirbt.

Als kleine Hommage will ich anläßlich zu seinem Geburtstag aus *Das Buch der Menschlichkeit*, das ich zuletzt anhörte, ein paar Aspekte herausgreifen. Vorneweg mag ich die Klarheit mit der der Dalai Lama seine Gedanken äußert - in sich schlüssig, aufeinander aufbauend und logisch. Trotz des tiefen Gehalts ist ihm gut zu folgen. Für den Dalai Lama vermitteln alle Weltreligonen im Kern die gleichen Grundwerte - Liebe und Mitgefühl - um auf diese Weise zu helfen, dauerhaftes Glück zu finden. Dabei gibt er sich aber keinen Illusionen hin: man müsse davon ausgehen, dass selbst von diesen überhaupt nur ein kleiner Teil zu den 'ernsthaft Praktizierenden' gehört, die sich also jeden Tag aufs Neue gläubig darum bemühen, die Prinzipien und Regeln ihres Glaubens zu befolgen. Die absolute Mehrheit der Weltbevölkerung stellt die Gruppe der Unreligiösen dar.

Aber - genau dieses Aber versucht der Dalai Lama zu verdeutlichen: wir kommen auf Erden durchaus ohne Religion (ein metaphysisches Prinzip/ Erlösungsprinzip) aus, aber eben nicht ohne elementare, verinnerlichte Wertevorstellungen. Er wünscht sich eine neue Ethik des Handelns, denn eine Rückbesinnung auf positive, menschlichen Eigenschaften wie Aufrichtigkeit, Einfühlungsvermögen, Wahrhaftigkeit, Güte, Respekt, Geduld, Vergebung ect. ist zum Wohle aller und unserem eigenen Wohl unumgänglich. Für den Buddhismus ist die Grundlage aller fühlenden Wesen, dass sie glücklich sein und nicht leiden wollen. Auf dieser Erkenntnis bauen sich alle weiteren Überlegungen auf. 

Also wie geht Glück?

*Die fundamentalen Fragen der Menschheit 'Warum sind wir hier', 'Wohin gehen wir', 'Hat das Universum einen Anfang' bringen in jeder philosophischen Schule andere Antworten hervor, hingegen bedarf es keine Erklärung, dass ein großzügiges Herz und gute Taten zu mehr Frieden führen. Und ebenso offensichtlich ist es, dass ihre negativen Gegenstücke entsprechende Auswirkungen haben. Glück erwächst aus tugendhaftem Anliegen. Wenn wir wahrhaft glücklich werden wollen, gibt es keinen anderen Weg als den, der Tugend. Sie ist die Methode, die das Glück hervorbringt. Und die Grundlage der Tugend ist die ethische Disziplin.* (Buch der Menschlichkeit, Dalai Lama) 

Glück ist nichts, was sich von alleine einstellt. Hingegen destruktives Verhalten zieht automatisch Leid als Konsequenz nach sich. Und zwar nicht die Sorte *unvermeidliches Leid* wie Alter, Krankheit, Tod ect. sondern es ist hausgemacht. Destruktives Verhalten gründet auf einem negativen Zustand des Geistes, auf blockiernde Gefühle (auch Heimsuchungen genannt) - Hass, Zorn, Neid, Gier, Lust, Stolz...-  die unweigerlich den inneren Frieden untergraben und die die eigentliche Ursache für unmoralisches Handeln ausmacht. Und das wiederum ist die Quelle für Angst, Niedergeschlagenheit, Stress, Verwirrung, Depression, Schlafstörungen ectpp...

Gerade in den Industrieländern beobachtet der Dalai Lama eine wachsende Verunsicherung darüber, was überhaupt Moral ausmacht und worauf sie sich gründet oder wie der ethische Gehalt einer Handlung zu bestimmen ist - den Menschen fehlt innerer Halt und Festigkeit. Zum andern mußte er erkennen, dass Wohlstand oft mit psychischem Leid einhergeht. Unzufriedenheit verschwindet nicht durch Konsum und Luxus. Zu oft wächst diese gar.

Vernachlässigen wir die innere Dimension, sagt der Dalai Lama, werden wir automatisch leidvolle Erfahrungen durchleben müssen und das Glücksgefühl wird uns verlassen. Das liegt daran, *dass eine wahrhaft geistige oder innere Disziplin - im Gegensatz zur körperlichen - nicht erzwungen, sondern nur durch freiwilligen und bewußten Einsatz erreicht werden kann. Wenn wir uns ethisch verhalten wollen, dann gehört dazu mehr, als nur Gesetze und Vorschriften zu befolgen.* Oder ganz anschaulich ausgedrückt:  *Der undisziplinierte Geist ist wie ein Elefant: wenn man ihn unkontrolliert herumtollen läßt, wird er Verwüstungen anrichten.*

Mich begeisterten an diesem Buch vorallem die Beispiele aus seinem persönlichen Erleben, die der Dalai Lama immer wieder heranzieht. Aber auch die Etymologie der tibetische Sprache fasziniert mich, denn viele einzelne Worte haben eine sehr weitreichende Bedeutung. Manche Worte kann man nur verkürzt übersetzen, wie Geisteszustand, wobei im Tibetischen die Einheit von Herz und Geist bereits in diesem Begriff verankert ist - ebenso wie Bewußtsein und Gefühl nicht voneinander komplett zu trennen sind, weil jeder Gedanke auch mit einem bestimmten Gefühl verbunden ist. Und das sollte man sich klar machen: Das Gefühl als Grundprinzip allen Lebendigem gilt es zu pflegen und zu hegen, weil alle geistige/ innere Entwicklung daran gekoppelt ist - was der Dalai Lama nennt: *die eigene Sensibilität bewußt erwecken*.

Also, wer glaubt, dass er für ein glückliches, erfülltes Leben noch Luft nach oben hat, der darf sich vom Dalai Lama praktische Anleitungen holen.Wie sagt der Habib gerne so schön: Buddhismus ist die Religion für spirituelle Handwerker! 


 

Je länger ich koche, umso mehr schätze ich die schlichte Gartenküche. Bei diesem Teller reicht es, dass die Zucchini ganz frisch sind und mit viel frischem Salbei kombiniert werden. Ohne meine frischen Kräuter fehlt mir direkt die Lust zum Kochen. Und frische Pasta geht ja eh immer. Bon, damit erzähle ich nichts Neues: nämlich dass die Zutaten beim Kochen das ganze Geheimnis sind. Tja, und sind die gut, ergibt sich der Rest von selbst...


Zutaten 2P:

1 Pastateig:
100g Kamut
100g D1050
2 Eier
Salz
1 EL Öl 

2 Zuchini, grün
2 Knoblauchzehen
Salbei, viel
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Noilly Prat
Olivenöl
Parmesan

Zubereitung:

Pasta wie gewohnt zubereiten. Aus den dafür Zutaten einen homogenen, nicht zu festen nicht zu weichen Nudelteig kneten und mindestens eine halbe Stunde eingewickelt im Kühlschrank ruhen lassen. Dann den Nudelteig auswallen (immer schön mit Hartweizenmehl arbeiten - das verhindert das Zusammenkleben auf dem Küchentuch und im Kochtopf) und zu Tagliatette schneiden. Mit einem weiteren Küchentuch abdecken.

Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen.

Zucchini in 1/2cm große Würfel schneiden. Knoblauch fein würfeln, einen Teil der Salbei-Blätter in feine Streifen schneiden. In reichlich Olivenöl alles zusammen anbraten. Kurz vor Ende - der Zucchini sollte noch Biss haben - mit dem Noilly ablöschen und salzen und pfeffern sowie mit Piment würzen.

Parallel in einer kleinen Pfanne Extra-Salbei-Blätter frittieren und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Die Nudeln in dem kochenden Wasser kurz al dente garen, abschütten und gut nass unter die Zucchini mischen. Nochmals abschmecken. Mit geriebenem Parmesan und frittierten Salbei-Blättern bestreuen und servieren.




Ganz schön was los an der blühenden, wilden Karde

landscape of fear - Lasagne aus ofengerösteten Tomaten und Auberginen

Sonntag, 8. August 2021

 

*Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?* spielten wir in meiner Kinheit oft. Kennt ihr das noch? *Niemand*, brüllt die Gruppe zurück, doch alles rennt, wenn er kommt. (Das soll hier keine Mohrenkopf-Diskussion werden - bei mir darf jeder die Wörter benutzen, die er will, so lange sie nicht getragen werden von einer gehässigen Gesinnung.)

Für mich stellt der schwarze Mann das Stellvertreterprinzip dar für das Andere/ Unbekannte/ Fremde/ Gefährliche. Bref: das Leben. Dem Leben, welchem die Jugend mit aller Erwartung, Spannung und Neugier gegenüberstehen sollte, voller brennender Gier, Ungeduld und Hoffnung auf all das, was vor ihnen liegt. Doch auf unterschiedlichste Arten drücken sich die meisten, bevor es richtig losgeht, durch einen Seitenausgang, um dem Leben auszuweichen und um sich nicht stellen zu müssen. Sei es Alkohol oder andere Drogen, das Vergraben in einem Beruf, exzessiver Sport, Sexsucht oderoder... alles unwesentliche Nebenschauplätze um sich rauszupissen, nicht versetzungsrelevante Nebenfächer, in denen man in Dauerschleife dann auch hängenbleibt.

Sehr oft liegt diesem Ducken irgendwelche Ängste zugrunde. Alle eint, dass sie sich einem rationalen Zugriff entziehen: ob diffuse Lebensängste wie konkrete Phobien vor Spinnen oder Schlangen, vor Höhe oder Tiefe... Auch das Resultat dieser inneren Ängste gleicht sich: sie engen den Menschen ein, blockieren ihn und er nimmt sich damit (bewußt oder unbewußt) ganze Erfahrungsräume.

Meinem Erleben nach findet sich auf diesem Planeten keine bessere Medizin, um sich dem Trüben in seiner Seele zu stellen, als sich aufzumachen und auf Weltentdeckung zu gehen. *Komischerweise ist es beim Reisen gerade das, was nachher wie Junk die Blutgefäße durchströmt: die Ungewissheit! Denn ja, ich komme immer wieder darauf zurück, weil es für die individuelle Weiterentwicklung nur eine Richtung gibt - there is no way out than trough: die Selbstüberwindung - eine der mächtigsten, menschlichen Waffen, um sich von inneren Hindernissen, seinem inneren Feind nicht den Weg abschneiden zu lassen; allerdings auch eine, die schwer in der Handhabung ist.

Über das Leitmotiv Angst habe ich mir - wie die Links zeigen - schon viel Gedanken gemacht. Aber immer besonders spannend, wenn man einen neuen Faden dazu weben und den Gedankenteppich weiterspinnen und größer werden lassen kann. Die Forschung der Wissenschaft ist auf folgendes faszinierendes Phänomen gestoßen, was sie *the landscape of fear* getauft hat: Ein Ökosystem gerät dann aus den Fugen, wenn die wichtigsten Fressfeinde fehlen. Dann entsteht ein Ungleichgewicht und die Bioversität verschwindet. Faktor Angst als Symbol für eine gesunde, intakte Artenvielfalt.

Wie etwa in dem Rewilding-Projekt in Mosambik zu beobachten ist, wo durch anhaltende Bürgerkriege ein Großteil des Tierbestands ausgerottet wurde. Die Ökologin Justine Atkins erregte dort mit ihrer Arbeit, wie sich "Landschaften der Angst" zu "Landschaften der Furchtlosigkeit" entwickelten, viel Aufmerksamkeit. Nun zum Nationalpark erhoben konnten sich die Grasfresser sehr vermehren, weil es keine Raubtiere mehr gab. Was verschiedene Folgen nach sich trug. Denn die Antilopen veränderten daraufhin ihr Verhalten. Sie streiften jetzt durch das offene Grasland, wo es besonders nahrhafte Pflanzen gab, an die sie sich früher nicht herangetraut hatten. Abgesehen davon, dass sie dadurch größer und dicker wurden, bedrohten sie nun die regionale Fauna. Und es zeigte sich, dass sich Spezies gegenseitig Futtergründe streitig machten, die sich in einem natürlichen, gesunden Biotop gar nicht in die Quere gekommen wären. (s. dazu auch  Arte Doku wiedererstarkte Wildnis - Mosambik und wiedererstarkte wildnis - Neustart in Tswalu).

Das ist doch phänomenologisch ein astreiner Superfund! Angst formt nicht nur den Einzelnen, Angst formt ganze Landschaften! Und zwar maßgeblich und essentiell!  Sinnlose Panik hat in der Evolution noch nie einen Vorteil gebracht. Begründete Vorsicht dagegen schon. (SZ - Ökosysteme, wo die Angst regiert). Heißt doch zusammengefasst. *Know your enemi!* Auf den Menschen übertragen ist das etwas schwierig, weil er sich schon zu lange für die Krone der Schöpfung hält. Da hilft es leider auch nicht viel, wenn Papst Franziskus schwer zurückrudert. Ein Mal die Nase zu hoch gehalten, erzählen sämtliche griechischen Sagen wie der verblendete Held seinem Ende entgegen schreitet. Wer ist also der schwarze Mann, den der Mensch wirklich fürchten sollte?

Denn ja, Fressfeinde hat der Mensch keine. Wovor also sich in acht nehmen? Geht es dabei nicht viel mehr um die mögliche, freie INNERE Entwicklung eines Menschen? Ich lande bei diesem Gedankenspiel direkt bei  homo homini lupus - der Mensch ist dem Menschen ein Wolf  (Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, solange er nicht weiß, welcher Art der andere ist). Oder wie Remarque es so gut ausdrückte: *Eine Hyäne ist immer eine Hyäne. Ein Mensch hat mehr Variationen.*

Der heutige Zeitgeist hat uns in eine Phase geführt, die man sich im Mittelalter nicht im Ansatz hätte vorstellen können, und die ich *das große Einerlei* nannte. Uns Menschen ist die Fähigkeit abhanden gekommen, urteilsfähig zu sein. Wir verweigern uns, zu einem Schluß zu kommen, wir verweigern uns dem Sinn des Lebens: der Erkenntnis. Aber wie kommt ein Mensch dahin, dass er sich zutraut ein Urteil über andere seiner Art zu fällen?

Ich behaupte, das ist nur möglich über folgenden Vierklang:

* der Mensch braucht in sich selbst einen festen Stand, einen Maßstab (Werte, denen er sich verpflichtet und freiwillig unterstellt), 

* er benötigt scharfe, klare, verlässliche Sinne (*Der Irrsinn beginnt da, wo du deiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen kannst*),  

* er benötigt eine funktionierende Selbstreflektion (Schillers Schlüssel: Willst du dich selber erkennen, so sieh, wie die andern es treiben, Willst du die andern verstehn, blick in dein eigenes Herz) und 

* er braucht einen inneren Kompaß (*Du musst immer wissen wo du bist und wo du hinwillst, sonst gehst du tot* ermahnt der Abenteurer). 

Zu viel verlangt? Über den Tisch gezogen worden und zum Futtertier dekradiert von anderen mit keinen guten Absichten? Tja, Pech für Egon, selber schuld - nicht aufgepasst!




Was ich kulinarisch überzeugend finde, dekliniere ich genauso durch, wie all das, was mich geistig fasziniert. Wenn ich mit ofengeröstetem Gemüse begonnen habe, ist noch immer was Köstliches bei rausgekommen. Und ich weiß nicht, ob ihrs wußtest: aber ich LIEBE frische Pastagerichte!


Zutaten 2P:

Lasagneblätter:
50g Kamut-Vollkorn
50g Hartweizenmehl (Semolina)
1 Ei
1 EL Olivenöl
2 TL Thymianblättchen, getrocknet
1 Pr Salz
 
600g Kirschtomaten
3-4 Knoblauchzehen
1 TL Thymian, getrocknet
1/2 TL Rohrzucker
Salz, Pfeffer
4-5 EL Olivenöl
 
1 Aubergine (ca. 450g)
Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL Rosmarin, gehackt
 
etwas geriebenen Parmesan
1 Mozzarella 
Thymian
Olivenöl

Zubereitung:

Aus den Zutaten für die Lasagneblätter einen homogenen Teig kneten und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Dann den Teig auswellen (m: mit Marcato - Stufe 6 von 7) - ergab 5 Blätter* passend für meine 1kg-Kastenform. In einer breiten, hohen Pfanne Salzwasser zum Kochen bringen und die Lasagne-Blätter nacheinander kochen, abtropfen lassen und auf einem Leinentuch glatt auslegen.

Ofen auf 210°C (Umluft) vorheizen.

Die Kirschtomaten halbieren, in eine ofenfeste Form setzen, klein gehackten Knofi ebenso wie Gewürze darüber streuen, würzen und mit Olivenöl beträufeln und für ca. 25min in den Ofen schieben.

Aubergine in ca, 3mm dicke Scheiben hobeln, auf zwei mit Backpapier ausgelegten und mit Olivenöl bestrichenen Backpapieren auslegen, nochmals mit Olivenöl bepinseln, würzen und ebenfalls für 25min in den Ofen (geht möglicherweise zusammen mit den Tomaten, wenn man es geschickt macht - dann zwischendurch die Feuchtigkeit immer wieder rauslassen aus dem Ofenraum).

Ofen auf 200°C runterschalten.

Die Lasagne schichten. Form mit Olivenöl auspinseln, beginnen mit etwas Tomate, Nudelblatt, Tomate, Aubergine, ein wenig Parmesan, Nudelblatt, Tomate... abschließen mit Lasagneblatt, etwas Tomate, den in Scheiben geschnittenen Mozzarella. Mit Olivenöl beträufeln und würzen und ab in den Ofen für weitere 20-25min.

Anmerkung m: ich habe für diese Lasagne lediglich 4 Nudelblätter verwendet - dann war meine 1kg-Kastenform samt Gemüse bereits voll gefüllt

 

    ****    Geschwister im Blog-Universum: mediterrane Lasagne    ****

 

12-Monate-Durchsteher: Basilikum-Tagliatelle mit Auberginensauce

Donnerstag, 5. November 2020


Unsere Siebenschläfer im Rollladenkasten haben längst Ruhe gegeben. Da rappelt gar nichts mehr im Karton. Und Feriengäste können es bestätigen: sonst rein gar nichts los, aber während ihrer kurzen, wachen Phase im Sommer drehen sie täglich fünf Minuten so richtig am Rad. Das hört sich an, als ob eine ganze Gnu-Herde den Dachstuhl durchquert - und nicht etwa eine Sippe knopf-äugiger, extrem ortsanhänglicher Nager. Mich erinnert ihr lärmender Bühnenmoment immer an den legendären wie erfrischenden Hildegard Knef Ausspruch, die auf die Frage, wie sie sich jung halten würde, antwortete: *Ich habe ein einfaches Rezept, um fit zu bleiben - ich laufe jeden Tag Amok!*

Tja, aber nach ihrem Blitz-Gastspiel ist ihr Pulver auch direkt wieder verschossen. Die angefutterte Fettreserve muss schließlich für länger halten. Da muss man mit seiner Energie haushalten: Füße still halten, nicht zu oft blinzeln und tief durchatmen. Tatsächlich schlafen Siebenschläfer nicht wie man ob des Namens ableiten könnte, sieben sondern sogar acht Monate. Es dünkt einen an einem grauen, nebeligen, kalt-feuchten Novembertag jetzt nicht als das schlechteste aller Lebenskonzepte. Nicht das abenteuerlustigste, gut, stattgeben, auch nicht das energetischste, aber ja, gerade mal für länger Abtauchen...

Andererseits würde man dann so grandiose Monate wie den Februar verpassen. Und auf den fiebert doch die Menschheit in diesen Breitengarden schon jetzt - ein viertel Jahr vorher - entgegen. Ein weiterer Monat ohne nennenswerte Farbe, entsprechende Lichteinstrahlung und Hoffnung auf bald wieder sprießende Natur. Mein persönlicher Wonnemonat... Man könnte sich dieses Jahr an Fasching als Siebenschläfer verkleiden. Für die Kracher-Party mit einem weiteren Haushalt. Nur so eine Idee... Wenn Traditionen zwei Jahre hintereinander aussetzen, kann man die dann als endgültig erledigt aus dem Kalender streichen? Es bleibt spannend. Vielleicht stellt die Menschheit ja in Kürze fest, dass *Kür* keiner mehr braucht und *Pflicht* völlig ausreicht für einen gesunden Überlebenswillen. Ach, alles so ein bißchen am Wackeln momentan...

Bevor einen durch Wetter- oder Pandemiefühligkeit wiederkehrende Vogel-Strauß-Momente übermannen - hey, Kopf in Nacken, wie sind Homo sapiens, wir sind 12-Monate-Durchsteher, jammern ist was für Winterschläfer - halten wir uns an Frauen mit Erfahrung. Wie die Pasta Grannies. Die wissen, dass eine Portion frisch hergestellte Pasta wieder rosige Wangen zaubern können. So einfach erweckt man seine Sinnesfreude für den Augenblick! Nicht erst beim Essen bereits beim Auswellen der Nudeln - und nebenbei wird der Sommer ein wenig auf den Teller zurückgeholt!


Beim Nudelteig habe ich mich an mein Rezept gehalten: pro Person und 100g Mehl ein Ei. Ganz simpel. Der entscheidende Tipp für alle Pasta-Frischlinge ist, zum Verarbeiten von frischer Pasta Hartweizenmehl zu verwenden: dann verklebt die Pasta weder beim Auslegen auf dem Küchentuch noch während dem Kochen im Salzwasser! Merke!

Auch bei dem provola affumicata (einem geräucherten, mozzarella-ähnlichen Käse) mußte ich improvisieren, denn an den war natürlich in Frankreich nicht zu kommen.

Besonders spannend finde ich hier, wie die Auberginen gebraten werden. Da habe ich sofort Gefallen gefunden:  auf diese Weise zubereitete Auberginen nennt man auf Italienisch auch funghetto, das bedeutet 'wie ein Pilz'!


Zutaten 2P: 
 
Pastateig:*
100g Mehl (m: D1050)
100g Hartweizen
2 Eier
2-3 EL gehackte Basilikum
1 EL Olivenöl

Sauce:
1 Aubergine
250g Tomaten-Sugo*
1 Kugel provola affumicata*
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

einige Basilikum-Blätter
etwas geriebener Parmesan 


Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Pastateig einen homogenen, nicht klebenden Teig kneten und 30min abgedeckt ruhen lassen.

Auberginen schälen und in 2cm große Würfel schneiden. Leicht salzen und für 30min in einem Sieb Wasser ziehen lassen. Das Salz dann abspuülen und die Würfel anschließend trocken tupfen. 

Etwas Pflanzenöl in einer großen Pfanne bei eher höherer Hitze erwärmen und die Auberginenwürfel darin derart anbraten, dass sie dabei nebeneinander und nicht übereinander liegen - gegebenenfalls portionsweise. Dabei achten, dass die Auberginen nicht anbrennen: sie sollen goldbraun werden. Kein weiteres Öl hinzufügen, sonst werden die Auberginenwürfel matschig (was wir nicht wollen - s.o Pilze!)

Wer kein Tomaten-Sugo vorrätig hat, bereite es jetzt zu (s. Anmerkungen).

Nun den Pastateig dünn auswellen (m: Marcato) und in Tagliatelle von 1cm Breite schneiden. Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen, Nudeln darin etwa 2min kochen. Dann die Pasta zusammen mit dem gewürfelten Käse, den Auberginen unter die Tomatensauce mischen (wenn nötig, die Sauce mit etwas Pastawasser flüssiger machen).

Auf Teller verteilen und mit Basilikum-Blätter und Parmesan bestreuen.

Anmerkung m: die Pasta Granny verwendet hier auf 400g Mehl 3 Eier und 3 EL Mehl, aber ebenfalls halb Hartzweizenmehl

wer kein Tomatensugo wie ich griffbereit hat, der kann eine kleine Zwiebel würfeln, in Olivenöl anschwitzen und mit gehackten, stückigen Tomaten und einigen zerrupften Basilikum-Blätter dickflüssig einkochen lassen. Würzen mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker.

Als Ersatz für provola affumicata wird scamorza empfohlen - ich habe improvisiert und einen Mozzarella und etwas Saint Marcellin verwendet.

Inspiration: Pasta Grannies