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durchscheinen: Curry-Reissalat mit Räuchertofu und Fenchel

Freitag, 20. Oktober 2023


Könnte man nicht - habe ich mir überlegt - ein Krankenhaus nicht wie einen kleinen Mikrokosmos nehmen und von da aus auf alles Weiteres schließen. Im Krankenhaus steht das Leid zentral im Mittelpunkt, ganz in buddhistischer Tradition: der größte, gemeinsame Nenner alles Menschlichen ist der Wunsch, Leid vermeiden zu wollen. Im Alltag bekommt man sein Päckchen ganz gut kaschiert, aber im Krankenhaus liegt die Not mehr oder weniger offen. Die einen leiden sichtbar physisch, andere leiden psychisch oder mental - Ärzte und Pflegepersonal nicht ausgenommen, sei es Stress, Überforderung oder Überlastung. Da sitzen alle im gemeinsamen Boot des Leidens und das sollte... wie so eine Art Schicksalsgemeinschaft .... zusammenschweißen. Allumfassendes Mitgefühl als Elaborat, das sich auf diese Weise von ganz alleine einstellt - der Grundkern, der alle Weltreligionen eint.

Aber rein utopisches Kopfkino. Auch im Krankenhaus versammelt sich Gottes großer Zoo, ein buntes Sammelsurium aller Charaktere von sonnigwarm bis finstereisig, Leid hin oder her.

Und grundeigentlich dient ein Krankenhaus viel mehr als hervorragendes Beispiel wie entmenschlicht unser Umgang miteinander bereits ist. Der aktuelle AOK-Fehlzeiten-Report spiegelt wider, dass die psychischen Erkrankungen in den letzten 10 Jahren um satte 50 Prozent gestiegen sind. So was kommt von so was. Es krankt im Miteinander. Das moderne Krankenhaus besteht (klar, abhängig von der jeweiligen Abteilung, aber gerade wenn es um operative Eingriffe geht ) aus sehr viel Apparatemedizin, die menschliche Körper zu inspizierenden Objekten degradiert. Da braucht der Mediziner kein Fingerspitzengefühl mehr für das Wesen Menschen, sondern er benötigt seine volle Aufmerksamkeit im Umgang mit High-Tech-Maschinen. Alles mechanisiert, hochstandartisiert, hocheffizient. Vorbei die Zeit, in dem sich dir jemand gegenüber setzt und dich anschaut (wie in dieser Arte-Doku *Tibetische Medizin*), sich versucht einzufühlen, sich versucht in die individuelle Krankheitsgeschichte reinzudenken. Nein, die Standarts finden sich in allen Abläufen bishin zum Auftreten der Mediziner und der Krankenschwestern: automatisierte, sich immer wiederholende, leere Phrasen, professionelle Freundlichkeit ohne innere Beteidigung, sterilisierter Umgang mit Zimmernummern. Momente, in denen Mensch Mensch begegnet, sind nicht eingeplant und können nicht abgerechnet werden. Wenn doch, dann bleiben diese Augenblicke leuchtend im Gedächtnis.

Eine Geschichte kam mir in diesem Zusammenhang wieder in den Sinn. Die verstorbene Frau meines Habibs, Ute, die gestern Geburstag hatte, arbeitete als Krankenschwester. Eine sehr alte Patientin wandte sich in ihrer Verzweiflung an sie: *Schwester, können Sie mir helfen? Ich würde so gerne sterben und kann und kann nicht.*

Und da zog sich Ute aus, legte sich zu ihr nackt ins Bett, umschloß sie mit ihren Armen und in Utes Armen verstarb die alte Frau nach kurzer Zeit.

Was eine Geschichte! Jeder wird merken, dass man/ dass ich mir diese Begegnung nicht ausdenken kann. Das ist genau so passiert. Was offenbart sich hier?! Was ein Geist strahlt da durch! Von wessen Geistes Kind war Ute in dem Moment getragen?! Sich nackt auszuziehen um jemanden Sterbehilfe zu leisten, das geht nicht über den Kopf. Da wägt man die Situation nicht gedanklich ab. Und Utes Verhalten geht auch weit über eine Sensibilität hinaus, was der andere in dem Moment gerade brauchen könnte. Das ist größer. Da wirkt die unsichtbare Welt wie medial durch. Und nun stellt sich die Frage, was muss passieren, um mit dieser transzendenten Welt so verbunden zu sein, dass man auf diese Weise tätig werden kann?



Dieses Jahr konnte man monatelang durchgrillen - auf allen Ebenen. Bei der Gelegenheit gab es hier wiederholt Reissalat. Nun, auch ohne Grillgedöns.

Wer hier ab und an mitkocht, hat längst durchschaut, dass mein mir liebstes Mittagsessen aus etwas Gekochtem und Gebratenem (Puffer) besteht sowie begleitender Rohkost besteht. DAS Grundgerüst, an dem ich mich im wahrsten Sinne irgendwie festgebissen habe. Die Puffer werden demnächst als Rezept erscheinen - ausgepuffert hat es sich hier noch lange nicht! Wißt ihr ja...

 

Zutaten 4P:

120g Reis
2 TL Curry
1/2 TL Curcuma
2 Lorbeer-Blätter
1/2 Granatapfel/ 1/2 Mango/ 1 pêche de vigne
1 Räucher-Tofu
1 mittelkleiner Fenchel
2 Knofi
1/2 TL Kreuzkümmel
Piment d'Espelette
100g Erbsen
2 EL Soja-Sauce
1-2 EL Apfelessig
Dill/ Basilikum/ Koriander
Oliven
Salz, Pfeffer
Kokosfett/ Olivenöl/ Sesamöl

 

Zubereitung:

Etwas Kokosfett in einem kleinen Topf erhitzen, Curry und Curcuma kurz anrösten, Reis zufügen, Lorbeer-Blätter, Salz und mit entsprechend Wasser auffüllen und bei geschlossenem Deckel weich garen. Lorbeer-Blätter entfernen.

Räuchertofu in Würfel schneiden und in Sesam-Öl knurspig braten und zur Seite stellen.

Fenchel putzen, halbieren, Strunk entfernen und in feine Scheiben hobeln. Zusammen mit dem Kreuzkümmel und dem fein gewürfelten Knoblauch in einer Pfanne in etwas Olivenöl rösten (m: 2-3 EL Gemüsebrühe angeschüttet, Deckel kurz aufgelegt) und den Fenchel dann so lange garen, bis er weich aber noch etwas Biss hat, dabei leicht salzen, mit Piment würzen und mit Ahornsirup würzen.

Nun die frischen Kräuter fein wiegen, das Obst der Wahl würfeln oder vorbereiten, die tiefgefrorenen Erbsen kurz garen und abschrecken und dann alle Zutaten miteinander in eine Schüssel geben. Würzen mit Soja-Sauce und Apfelessig, salzen und pfeffern - fertig.

Anmerkung m: sowohl mit unterschiedlichem Obst wie Kräuter zubereitet: Pfirsich mit Basilikum, Mango-Koriander, Dill - Granatapfel... mal mit mal ohne Oliven

 

Schnipp-Schnapp: Risotto mit Möhren, Radicchio und Maronen

Freitag, 11. Februar 2022

 

Yoga lehrt, dass zwar alle Menschen Bauch-Beine-Po uswusf. haben - aber eben sehr unterschiedliche. Eine meiner Yogalehrerinnen weißt gerne darauf hin, dass sie mit T-Rex-Armen ausgestattet ist - weshalb ihr manche Assanas leichter und andere schwerer fallen. Ich bin das gegenteilige Team, ich bin #Team Orang-Utan-Arme. Jetzt habe ich auch lange Beine, so dass ich meine Arme nicht hinter mir herschleifen muss (keine Sorge, ich komme damit zurecht). Doch manchmal würde ich schon gerne die Ärmel einer Jacke oder eines Pullis zurückkrempeln müssen - sieht doch gleich viel lässiger aus - eine Situation, in die ich nicht komme. Beispielsweise.

Und gerade beim Bäume-Schneiden bei sonnigen Vorfrühlingstemperaturen reichen mir meine langen Arme auch zum Vorteil. Gemeinsam mit einer Teleskop-Astschere - also einer Schere, die man stufenweise ausziehen und verlängern kann - ist meine Reichweite gar nicht schlecht. Schon kommt das *Aber*: wären da die Hebelkräfte nicht. Jetzt schreibe ich mich vermutlich schnell um Kopf und Kragen. Mein Physiklehrer, dessen letzte Klasse wir vor seiner Pensionierung waren, fand nach den vielen Jahren seines Unterrichtes zu dem Schluß, dass Mädchen Physik nicht verstehen. Sehr leider wurde mir die Glorie nicht zuteil, ihm vom Gegenteil überzeugen zu können. Ehrlich gesagt: mir kommt es vor, als hätte ich nie Physik gehabt.

Zum Thema Hebelkräfte dämmert mir etwas. Und die dürften nicht nur auf die *Spitze* meiner Astschere wirken, genauso ebenfalls auf die Breite meiner Arme, mit denen ich die Astschere schließe - sowohl in Bezug auf Hände wie auf Schultern, oder? (wer sich berufen fühlt zur Erhellung: salzkorn@email.de - ich lese mit Neugier!). Ein Eindruck, der sich direkt verstärkt, wenn ich die Astschere austausche durch die kleine Teleskop-Motorsäge (= schwerer). Bref: abends ziehen Bleigewichte an meinen Armen und sie schleifen doch am Boden. Definitiv kein Bedarf mehr an Chaturangas...

Und um noch kurz das Thema Baum-Schneiden zu streifen. Auch da gibt es zwei Lager. Das eine besagt, man müsse nach einem Rückschnitt einen Hut durch die Baumkrone werfen können (coucou Christiane). Das andere Lager - vertreten etwa durch Agrar-Rebell Sepp Holzer - postuliert die Meinung, so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen. Ich neige ja langsam, dem Sepp Recht zu geben. Gerade nachdem ich nun vor unseren geschnittenem Bäumen stehe und die mir demonstrieren, dass ich keinerlei Ahnung habe. So ein Ast eskaliert an der Schnittstelle völlig und unzählige Ästchen schießen in alle Himmelsrichtungen. Das Wort *Wildwuchs* erhält eine völlig neue Bedeutung, wenn man vor so einem Strubbelpeter-Baum steht. Und ich könnte aus dem (jetzt definitiv notwendigem) Schnitt dann schier eine Doktor-Arbeit machen. Eine Wissenschaft für sich. Sollte ein erfahrener Gärtnermeister im Baumrückschnitt in Südfrankreich mal Urlaub machen wollen... er wird erwartet!



 

Die Eingebung für dieses Risotto, das kurz davor ist ein Eintopf sein zu sollen, flog mir hingegen einfach zu - und von dort quasi in den Mund. Ausschlaggebend war der Radicchio im Garten, der sich eifrig anbietet. Es geht doch nichts über guten Samen (coucou Maria): diese robuste, italienische Sorte verbreitete sich selbstständig und eigensinnig - selbst an völlig anspruchslosen Standorten.

Das Bittere des Radicchio wird sehr schön von Karotten und Maronen ausgeglichen. Letztere Kombi findet sich übrigens im Bloguniversum auch in dieser Quiche wieder.


Zutaten 2P:

150g Risotto-Reis (m: Halb-VK)
1 rote Zwiebel
2 Karotten (ca. 200g), in 1/2cm Würfel geschnitten*
1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt
1 TL Kreuzkümmel
1 Zweig Rosmarin, fein gehackt
100g Kastanien (m: eigene oder gekocht, vakuumiert)
1 TL Mandelmus
75g Radicchio, in feine Streifen geschnitten
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1 Mandarine, Saft davon
2 TL Granatapfelsirup
Gemüsebrühe
Granatapfel-Kerne zur Deko
Olivenöl

 Zubereitung:

Die forte Zwiebel und den Knofi fein würfeln. Die Möhren schrubben und in kleine Würfel von ca 1/2cm schneiden.

Das Olivenöl in einem Topf erhitzen, die Zwiebel glasig dünsten. Dann Knofi und Kreuzkümmel sowie den Risotto-Reis kurz mitrösten. Rosmarin zufügen und Brühe anschütten, so dass der Reis gut 2cm damit bedeckt ist und bei schwacher Hitze und geschlossenem Deckel vor sich hinsimmern lassen - dabei  immer wieder umrühren, damit nichts anhängen kann. 

In d Mitte der Garzeit die gekochten Maronen unterziehen. Kurz vor Ende der Garzeit den in Streifen geschnittenen Raddicchio untermischen. Würzen mit Piment und dem Saft einer Mandarine. Salzen und peffern und mit dem Mandelmus cremig rühren (gegebenenfalls noch etwas Gemüsebrühe nachschütten).

Zum Anrichten auf dem Teller mit Granatapfelsirup beträufeln und mit Granatapfelkernen dekorieren.

Anmerkung m: die Karotten lassen sich prima auch durch Kürbis ersetzen - mein bevorzugter wäre wie eigentlich immer der Butternut/ Ich verwende Risotto-Reis demi-complet, der in der Garzeit etwas länger benötigt, aber auch keine ganze Stunde wie Vollkorn-Reis




Kehrtwende: Kürbisknödel mit Rote Bete-Ragout

Sonntag, 25. Oktober 2020


Nicht erst seit diesem Jahr - wie die Treuen wissen nun auch für Allopathie - schlägt mein Herz für die alternative Medizin. Dank meines Habibs durfte ich ein tiefes Verständnis für Homöopathie erwerben. Und *Der Leibarzt des Dalai Lama erinnert sich* zählt unbedingt zu meinen literarischen Meilensteinen. Außerdem durften wir dank eines tollen Osteopathen dessen Kunst des Heilens an uns selbst bestaunen. Was da alles möglich ist - man glaubt es kaum! Je mehr der Mensch als Ganzheit betrachtet wird samt seinem ihm entsprechenden, umgebenden Biotop, umso eher kann von außen auf Körper, Geist und Seele eingewirkt werden.

Die 3sat-Sendung *Heilkraft der Hände* passt also genau in mein Interessen-Beuteschema. Die drei geladenen Gäste stimmten allesamt überein, dass Therapie (und wir reden nicht von akuten sondern von chronischen Erkrankungen!) am besten greift, wenn Nähe zu dem Patienten aufgebaut werden kann - und zwar sowohl physisch wie psychisch. Der Mensch ist ein komplexes, soziales Wesen, dessen individuelle Biographie in Therapien für den Heilungserfolg unbedingt miteinbezogen werden sollte. Alleine: davon ist die moderne Medizin Äonen von entfernt. 

Besonders spannend finde ich Prof. Dr. Dr. Christian Schubert, der als Arzt und Psychologe das Labor für Psychoneuroimmunologie leitet. Die PNI ist ein recht junger Forschungszweig der Psychosomatik, der die Brücke bildet zwischen psycho-sozialen Faktoren (= Beziehungserleben) und auf der anderen Seite Immunaktivität - plus den Verbindungswege, die zwischen Gehirnaktivität wie psychischer Aktivität und Immunaktivität vermittelnd tätig sind (Hormone, Neurotransmitter, Nervenfasern, ect. = das sog. Stress-System). Wiederum begegne ich hier der Epigenetik, die mich nicht erst seit Dörte Hansens *Altes Land* fasziniert, sondern bereits durch meine eigene Familiengeschichte. Ein zutiefst spannendes Thema, das der größeren Zusammenhänge! Und hier wird nun weiter geforscht, dass *das Stress-System in seiner Epigenetik modifiziert wird durch traumatische Erfahrungen und dadurch einen langfristigen Effekt hat, der sogar Generationen danach beeinflussen kann.* Alles hat eine Auswirkung, alles eine Konsequenz. Nur logisch.

Die letzten großen Erkenntnisse - als Grundlagendisziplinen dieser Forschung - stellten heraus, dass die einzelnen Systeme Immunsystem-Hormonsystem-Nervensystem nicht unabhängig voneinander funktionieren, sondern in starker Vernetzung zueinander stehen (s. etwa Zytokin-Aktivität). Wodurch bewiesen wird, wie groß die Wechselwirkung von Gehirn, Psyche und Immunsystem ist und wie sehr sie sich gegenseitig beeinflussen. Denn das Stress-System macht keinen Unterschied ob stoffliche/ materielle oder immaterielle Außenreize: beide setzen einen Effekt, auf den sich das Individuum anzupassen hat und der vom Stresssystem aufs Immunsystem übertragen wird. 

Bref: Grundvoraussetzungen für ein starkes Immunsystem sind, so der Psychoneuroimmunologe, eine positive psychische Befindlichkeit und gute zwischenmenschliche Beziehungen (auch auf Distanz). *Der Mensch ist ein soziales Wesen. Einsamkeit und Ängste sorgen für negativen Stress, belasten das Immunsystem und fördern die Anfälligkeit gegenüber Atemwegsinfekten – das ist empirisch klar bewiesen.*

Prof. Dr. Dr. Christian Schubert gibt weiter zu bedenken: *Es gilt jetzt dringend zu berücksichtigen, was schon Louis Pasteur, der Begründer der medizinischen Mikrobiologie, auf seinem Sterbebett sagte: Die Mikrobe ist nichts, der Wirt ist alles. Wir sind der potenzielle Wirt des neuen Corona-Virus und von unserer Konstitution hängt es ab, ob und wie gefährlich das Virus für unsere Gesundheit ist.*

 

Wer mag da widersprechen? Obendrauf kam noch, dass ich mir Nena bei Ina angeschaut habe. Und Nena muss Anti-Aging-Drops lutschen: anders lässt sich diese Ausstrahlung mit 60 echt nicht erklären! Irgendetwas an ihrem Live-Style muss sie absolut richtig machen. Ich schließe mich ihrer vielfach veröffentlichen  Insta-Aussage an. Es nützt nichts, man darf sich nicht verrückt machen lassen! 

Et voilà, voilà: so entstand - passend zur Zeitumstellung - der Entschluß zur Kehrtwende. Genug Katastrophen-Alarm geübt. Noch liegt meine Welt nicht in Trümmern. Und so habe ich mir für die nächsten Wochen vorgenommen, mich so sehr wie möglich anderen Themen zuzuwenden (seht es mir nach, wenn es ob der Dauer-Buschtrommelei samt den Dauer-Neureglements mal zu einem Rückfall kommen sollte). Aber ansonsten will ich es wie der Grashupper von unten auf dem Foto halten: genieße den Moment, hüpfe von Augenblick zu Augenblick, drehe dich der Sonne zu und *strebe behutsam danach, glücklich zu sein*. So, Kinners, das wird die Marschrichtung! Ihr wisst Bescheid! Zu meiner eigenen Gesundheit, aber vielleicht - gefallen würde es mir - um auch euch unterstützende *good vibes* für eure internes Bollwerk zu schicken! Anständige Ernährung ist eine tragende Säule für ein gutes Immunsystem (jawohl, ich beharre darauf: man KANN sich das Leben schöner kochen!) aber eine positive innere Einstellung wiegt vielleicht sogar noch mehr! Unterstützt ihr mich, hier eine derartige, kleine Insel zu basteln?

 

Wenn das Essen bunt aussieht, freut sich mein Auge bevor ich gekostet habe. Was ich - als Köchin - allerdings schon getan habe, bevor es auf dem Teller kommt. Aber noch nicht als Komposition. Und nicht nur die Farben auch die Aromen passen wunderbar zusammen. Die Knödel kennt ihr in bereits in rot. Heute in orange!

Zutaten 2P:

125g Knödelbrot (m: Weißbrot vom Vortag)
1 Schalotte
Sonnenblumenöl zum Braten 
100g ofengegarter Kürbis (m: Hokkaido)
2 Eier

70g Bleu (m: bleu de brebis/ Ziegenkäse)
1-2 EL Mehl (m: Dinkel 1150)

1/4 TL Koriander, gemahlen
1/4 TL Kurkuma
1/4 TL Ras el Hanout
Salz
2 EL gehackte Petersilienblättchen
 

500g rote Bete
2 TL Koriander
1/2 TL Kreuzkümmel
Cassis
1 Orange, Abrieb und Saft
1 TL Thymian-Honig
150ml Gemüsebrühe
Balsamico-Reduktion
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
eine handvoll Mangold-Grün 
Olivenöl
einige Blätter Minze
2-3 EL Granatapfelkerne

Zubereitung:

Schalotte schälen und fein hacken. Etwas Öl in einer kleinen Pfanne erhitzen, die Schalotte darin glasig andünsten. Zum gewürfelten Brot in die Schüssel geben.

Den im Ofen gegarten in Scheiben geschnittenen Hokkaid, würfeln und zusammen mit den Eiern pürieren. Käse in kleine Würfel schneiden. Kürbis-Püree, Käse, Gewürze, Petersilie und Mehl zum Knödelbrot geben, alles mit den Händen gut durchmischen und mit Salz abschmecken. 30 min durchziehen lassen (wichtig). 

Aus der Masse nun mit feuchten Händen ca. 5 kleine Knödel formen und 15-20min über Dampf gegaren. Es tut den Knödeln ganz gut, wenn sie im Ofen noch kurz (einige Minuten) warm gestellt werden.

Rote Bete schälen und in etwas größere Stifte schneiden. In Olivenöl anbraten. Die Gewürze - Koriander, Kreuzkümmel kurz mitrösten. Salzen und pfeffern. Orangensaft, Gemüsebrühe und Cassis zufügen, Deckel auflegen und bei kleiner Hitze al dente garen lassen. Kurz vor Ende den in feine Streifen geschnittenen Mangold untermischen und fertig dünsten. Final würzen mit Piment, Minze, Orangenabrieb, Balsamico-Reduktion und Honig.

Das Ragout auf zwei Teller verteilen, den Knödel in die Mitte setzen und mit Granatapfel-Kerne garnieren.

Anmerkung m: die Kürbisknödel folgen dem selben Muster wie die Rote Bete Knödel/ die Balsamico-Reduktion geht mir nie aus/ Cassis hält mir lang, bereite ich ebenfalls selbst zu



Ran an den Speck: Salat mit Kürbis-Lauch-Puffer und Granatapfelkerne

Samstag, 9. März 2019


Je mehr ich den Speck rauskürzte (was anfangs gefühlt bei nahezu allen deutschen Rezepten notwendig war), um mich ganz der vegetarischen Küche zu verschreiben, umso mehr Aufmerksamkeit erhalten seither Bratlinge, Buletten, Laibchen, Puffer und Frikadellen aus Gemüse. Das ist nicht nur ein tolles und vielfältiges Alltagsgericht, das ist auch eines dieser Salat-Plus-Essen, die ich so mag.

Dabei sind diese kleinen Bratlinge kniffeliger, als man meinen könnte. Mit verblüffender Häufigkeit sind mir solche Versuche schon misslungen - bref: beim Braten auseinander gefallen. Das liegt zum einen daran, dass man meist gegarte/ gequollene Zutaten wie Hirse oder Quino wirklich gut ausdämpfen lassen muß (also prinzipiell darauf zu achten hat, dass die Buletten nicht zu feucht geraten). Zum andern hängt es zusammen mit meiner Unerfahrenheit im Ei-Ersatz. Die Pros unter euch für vegane Küche dürfen mich herzlich gerne hier mit ihren Tipps bereichern - ich würde mich freuen. Da ich aber von unserer Nachbarin von püschelig-gepflegten Wild-Hühnern Eier in unzertifizierter aber offensichtlicher Premium-Qualität erhalte, fehlte mir der Anstoß, mich in dieses Thema richtig reinzufuchsen. Trotzdem halte ich mich an meine selbstgemachte Auflage, und koche mehrfach in der Woche vegan. Und dann habe ich den Ehrgeiz eben auch keine Eier zu verwenden.

So kam es zu dem ersten Versuch der Bratlinge aus Kürbis und Lauch. Die Gemüsemasse ließ sich so hervorragend formen, dass ich mich verleiten ließ, sie nicht weiter mit Ei zu binden. Beim Backen reute ich. Es ging wohl auch, aber nicht ohne dass ich zuviel Öl verwenden mußte. Außerdem fehlte den Puffern nachher einfach der entscheidende Biss. Also wiederholte ich das Ganze mit Ei (s. Foto 2)... et voilà, so kann ich das Rezept guten Gewissens präsentieren und in mein Repertoire aufnehmen.

Prima Gelegenheit, euch mal wieder ein einschlägiges Board zusammenzustellen, eine Gallerie aus hauseigenen Gemüse-Frikadellen. Diese arabischen Möhrenkroketten von Bettina Matthaei sind nachwievor ein echtes Highlight. Oder der Klassiker, die Grünkernbratlinge - immer wieder suppi! Um das Saisonale nicht aus den Augen zu verlieren, enthalten in dieser Aufstellung nur zwei Rezepte Zucchini, die man gut mit Kürbis ersetzen kann. Sonst bleiben die Zucchini-Puffer ebenso wie die aus Aubergine außen vor.


Zutaten 12 Stück - 2P*:

70g Hirse
200g Gemüsebrühe
150g Kürbis
150g Lauch
2 Knoblauchzehen
1/4 TL Ras el Hanout
2 EL Mehl (m: Dinkel-Vollkorn) 
1 Ei
Salz, Pfeffer
2 EL Petersilie, fein gehackt
Öl zum Braten 

1/2 Granatapfel, die Kerne

bunter Salat
mit Chicorée

Dressing:
1 Schalotte
2 EL Olivenöl
1 EL Haselnuss-Öl
1 TL Savora-Senf
2 EL Essig (m: Feigen-Dattel-Balsam)
Salz, Pfeffer

2 EL Walnusskerne, grob gehackt in Salzkaramell geröstet
(also in etwas salzigem, karamellisierten Zucker)
2 EL Granatapfelsirup

Zubereitung:

Hirse in 200ml kochende Gemüsebrühe einrieseln lassen und bei schwacher Hitze ca. 15min köcheln lassen. Weitere 2-3min bei offenem Deckel um die Flüssigkeit so weit es geht verdampfen zu lassen.

Lauch halbieren und in feine Streifen schneiden, Knoblauch fein würfeln und Kürbis in kleine Würfel schneiden. Alles zusammen in wenig Öl anbraten, dann 3 EL Gemüsebrühe zufügen und ca. 10min gut weich dünsten - kurz vor Ende die Petersilie untermischen. Das gegarte Gemüse etwas abkühlen lassen.

Alle Zutaten miteinander homogen vermengen und kräftig abschmecken. 12 gleichgroße Laibchen formen und in einer Pfanne in etwas Öl von beiden Seiten golden braten.

Salat waschen, trocken schleudern, das Dressing in einem Marmeladenglas, welches mit einem passenden Deckel geschlossen ist, die Salatsauce verbindlich schütten und über den Salat geben. Zusammen mit den Puffern servieren. Salat mit Granapfelkernen, Walnusskernen und Granatapfelsirup dekorieren.

*Anmerkung m: als Vorspeise mit einem Salat reichen die Puffer für 4 Personen - das Rezept habe verschriftlicht mit dem Salat, den ich bei Version 1 dazu servierte.

Mesclun mit Parmesanblinis und Granatapfelkernen

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Kaum fällt ein französisches Wort, klingt der simpelste Schnittsalat nach erlesenem Geschnipsel:  Mesclun - falls ihr vorhabt, mit verschiedenem Grün wuchtig zu tun.

Auch die Parmesanblinis sind vorallem Blendwerk - sie machen sich nebenher und sind dennoch eine hübsche Salatbeigabe. Mir ist lediglich etwas zu viel Mehl an den Teig geraten, weil ich die Menge nicht richtig im Kopf behielt. Dabei stellte ich fest, dass die Originalmenge für 4 Personen eh zu viel des Guten wäre - hier also die angepaßte Version (dafür mit etwas schiefen Zahlen). 

Der Spielfreude ist auch hier mal wieder keine Grenzen gesetzt, schließlich handelt es sich um ein schlichtes Grundrezept. Also wie wärs mit noch etwas Thymian in den Blinis? Oder Chili-Flocken? Oder Ras el Hanout? Oder Vollkornmehl?
Zutaten 4P:

50g Parmesan, frisch gerieben 
2 Eier 
2 1/2 EL Mehl 
1/2 TL Backpulver 
Salz, Pfeffer 
Öl zum Braten (oder Butterschmalz)

1/2 Granatapfel
2 EL Walnussöl
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 Schalotte, fein gewürfelt
4 Hände Mesclum-Salat

Zubereitung:

Den Mesclun waschen und trocken schleudern. Die Granatapfelkerne aus der Schale lösen. Die Schalotte fein würfeln, mit Essig und Öl zu einer homogenen Vinaigrette verquirlen, salzen, pfeffern.

Den Parmesan reiben. Mit Ei, Mehl und Backpulver, sowie Salz und Pfeffer gut vermengen. In einer Pfanne das Öl erhitzen und mittels einem kleinen Löffel den Teig in die Pfanne setzen und kleine Blinis goldgelb ausbacken.

Zusammen mit dem Salat anrichten und servieren.  
Quelle: Johann Lafer

Wärmekatalysator: Rotkohleintopf mit Petersilien-Haselnüssen

Sonntag, 17. April 2016

Was haben wir auf Madagaskar geschwitzt. Der Schweiß drückte sich aus sämtlichen Poren der Haut. Wie prickelnd-perlend ohne Schampus, wie das Gegenteil von Ganzkörper-Gänsehaut. Dementsprechend folgte das Ankleiden keinerlei modischen Aspekten, sondern der Überlegung, was auch nassgeschwitzt nicht völlig unanständig aussieht. Die Haare wurden jeden Tag hochgebunden - Hauptsache aus dem Nacken. Und ein Schweißtuch mit sich zu tragen, ist wirklich keine dumme Idee.

Drei Monate habe ich nach tropischem Insektenschutzmittel gerochen - was höchstens  so viel hilft wie ein Placebo. Wir konnten es beide nicht mehr riechen! Da wir uns aber mitten in einem Malaria-Gebiet aufhielten (und das während der Regenzeit) verhedderten sich unsere Füße nachts brav im Moskitonetz, das den erstaunlichen Nebeneffekt erzeugt, auch das noch so kleinste Lüftchen vom Bett fernzuhalten.

Und nicht zu vergessen, große Hitze birgt immer eine Begleiterscheinung: viele Fliegen. Viele, viele, kitzelige Fliegen. Viele penetrante Fliegen, die jede einzelne für sich, eine Extraaufforderung benötigt, um abzuhauen. Ja, man muß sie anstoßen, weil es scheint, als wären sie mit kitzeligen Saugnäpfen an den winzigen Füßchen ausgestattet.

Manchmal lagen wir am Bettuch klebend, unfähig einzuschlafen und fragten einander: kannst du dir vorstellen, wie es jetzt im Winter wäre? UNMÖGLICH! Auch so eine menschliche Eigenart, dass man sich im Regen den Sonnenschein nicht vorstellen kann und umgekehrt. Aber Rollkragen-Pullover, Socken und Daunendecken bekamen auf Madagaskar ungeahnte, neue Reize - das verspreche ich euch.

Ein Regentag wie heute ruft nach Schmorgericht. Bei diesem Salat hatte ich bereits festgestellt, dass ich die Kombi *Rotkohl-Granatapfel* toll finde. An diesem Rezept gefiel mir, dass eine Pastinake als *Bindung* in den Kohl gerieben wird. Das Tüpfelchen auf dem i macht das Abschmecken mit Granatapfelsirup (wie man Granatapfelsirup selbst herzustellen kann, findet ihr bei Sabine)  - bref: absolut regentauglich, dieser Rotkrauteintopf!

Zutaten 3-4P:

600 g Rotkohl
400 g Pastinaken
2 rote Zwiebeln
1 Bio-Orange
3 Gewürznelken
6 getrocknete Datteln
2 EL Olivenöl
Harissa
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 TL gemahlener Koriander
2 Zacken Sternanis
1-2 EL Granatapfelsirup
800ml Gemüsebrühe (evt. plus)
Salz
Pfeffer aus der Mühle
2 Lorbeerblätter

1/2 Bund glatte Petersilie
3 EL Haselnusskerne
1 Granatapfel
Schmand*
Zubereitung:

Die äußeren Blätter des Rotkohls abschneiden, Kohl halbieren, den Strunk entfernen, vierteln und in feine Streifen schneiden. Die Pastinake schälen und grob raspeln. Die Zwiebeln schälen und ebenfalls in feine Streifen schneiden.

Die Orange heiß abwaschen und halbieren. In die Hälften die Gewürznelken stecken. Die Datteln entkernen und klein schneiden.

In einem Topf 1 EL Olivenöl erhitzen. Zwiebeln darin glasig dünsten. Kreuzkümmel, Ingwer, Harissa  und Koriander kurz mitdünsten. Den Rotkohl dazugeben und unter Rühren bei mittlerer Hitze 3 Minuten mitdünsten. Datteln und Pastinakenraspeln unterrühren. Die Brühe angießen und den Eintopf mit Salz und Pfeffer würzen. Lorbeerblätter und gespickte Orangenhälften hineinlegen. Zugedeckt bei schwacher Hitze ca. 25 Minuten köcheln lassen.

Inzwischen die Petersilie fein hacken, anschließend die Nüsse. Übriges Olivenöl (1 EL) in einer Pfanne erhitzen und die Haselnüsse darin 1 Minute rösten. Petersilie dazugeben, unter Rühren zusammenfallen lassen und vom Herd nehmen. Den Granatapfel quer halbieren und die Kerne aus den weißen Trennhäutchen herauslösen.

Die Orangenhälften und Lorbeerblätter entfernen und den Eintopf mit Granatapfelsirup würzen. Zum Servieren den Rotkohleintopf auf Teller verteilen, je 1 EL Schmand daraufgeben und mit Petersilien-Haselnüssen und Granatapfelkernen bestreuen.

*Anmerkung m: anstelle des Schmands habe ich uns ein sahniges Kartoffelpü aus 3 mittelkleinen Kartoffeln als Begleitung zubereitet

Inspiration: Valentinas Kochbuch

Rote Bete-Radis-Salat

Freitag, 27. November 2015

Selten zeige ich unsere Salate, weil sich die Vinaigrettes doch sehr ähneln. So essen wir - unbemerkt aller Mitleser des Blogs - deutlich mehr Salat, als man meinen möchte.

Schön ist die Kombi von Rote Bete und Meerrettich. Und mir bietet es Gelegenheit, wieder auf die wirklich einfach herzustellende Meerrettich-Crème zu verweisen, die sich bis heute im Glas im Kühlschrank hält (über 9 Monate!!!). Sie verliert mit der Zeit lediglich etwas an Schärfe. Für mich wirklich eine praktische Sache, denn es erspart mir bei dem garstigen Wetter den Meerrettich frisch im Garten stechen zu müssen.

Wenn euch mal diese hübschen Winter-Radieschen auf dem Markt begegnen, dann greift zu. Sie schmecken im Prinzip ähnlich Radieschen und haben eine Hello-Kitty-Barbie-rosa Farbe. Ein Schmuckstückchen. Vielleicht auch der ausschlaggebende Grund, warum ich für diesen Salat in der gleichen Farbfamilie geblieben bin (außer ein paar kontrastierenden Blättchen)...
Zutaten:

2 rote Bete
1/2 TL Kümmel
1 Lorbeerblatt
2 Winter-Radis
1/2 Granatapfel
einige Blätter Radicchio
1 Schalotte
1 EL Walnussöl
2 EL Olivenöl
2 EL Himbeeressig
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
1-2 EL Pinienkerne, geröstet 

Zubereitung:

Die rote Bete mit dem Kümmel und den Lorbeerblatt in kochendem Wasser garen. Währenddessen die Vinaigrette herstellen. Dafür die Schalotte fein würfeln und mit Öl, Essig, Meerrettich und den Gewürzen mischen. Alles zu einer homogenen Sauce verqurilen. Unter kaltem Wasser die gekochte Rote Bete abschrecken und von der Schale befreien (ich mache das immer mit den Fingern) und in dünne Streifen schneiden. Noch warm mit der Vinaigrette mischen und mindestens 10min ziehen lassen.

Vor dem Servieren den in Streifen geschnittenen Chicoree sowie die Granatapfelkerne untermischen. Mit den Pinienkernen bestreuen.

Kohlateral: Rotkohlsalat mit Granatapfel und

Montag, 12. Januar 2015

Wenn wir gerade über den Markt schlendern, gibt es vorallem eines zu sehen: Kohl, Kohl und nochmals Kohl. Etwas Salat, ordentlich Kürbis und Kartoffeln. Und Kohl. Wohl dem, der seine Vorratskammer zur rechten Zeit gefüllt hat.

Ich kann mich nicht entsinnen, wann ich das letzte Mal überhaupt soviel vom europäischen Winter mitbekommen habe. Vielleicht staune ich deshalb ein bißchen über die Kohlonie. Genug der Wortspiele. Tatsächlich essen wir hauptsächlich Kohl die letzte Zeit und ich habe ihn auch in keinster Weise über.

Dieser Rotkohl ist sogar noch aus dem eigenen Garten. Deshalb wollte ich ihn so pur wie möglich zubereiten - und dann bietet sich ein Rohkost-Salat an. Zwei Salate mit Rotkohl gibts hier bereits (übrigens auch drei verschiedene Rezept als geschmortes Kraut). Irgendwo in meiner Zettelwirtschaft schlummert zudem ein Rezept für eine Terrine mit Ziegenfrischkäse und Rotkohl. Da es aber momentan keinen Ziegenkäse gibt, kam die Terrine eh nicht in nähere Erwägung.

Uns hat dieser Salat so gut geschmeckt, dass er von allen vorgestellten den ersten Rang einnimmt. Ich liebe ja Rohkost und empfinde diesen Salat als absolute Winterfrische! Dazu das Kürbiskernöl, das so gut zu Rotkraut paßt... Unverschnörkelte Empfehlung!
Zutaten 4P:

1/2 Rotkohl
1 Schalotte
1 Granatapfel
Kürbiskerne, geröstet
eine handvoll junge Mandoldblätter
4 EL Kürbiskernöl
2 EL Himbeeressig
1 TL Feigensenf (m: eigener)
1/4 TL Senf Savora
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Vom Rotkohl die äußeren Blätter entfernen und alle unsauberen Stellen ebenfalls. Den Kohl halbieren und den Strunk heraus schneiden. Die Mangoldblättchen waschen und trocken schleudern.

Den Rotkohl in feine Streifen schneiden oder hobeln. Die Schalotte fein würfeln. Die Kerne aus dem Granatapfel lösen. Die Kürbiskerne ohne Fett in einer Pfanne rösten. Aus den letzt genannten Zutaten eine homogene Vinaigrette rühren und mit allen anderen Zutaten über den Salat

Christo-Phase: Milchreisröllchen in Filo zu Physalis-Granatapfel-Kompott

Dienstag, 16. Dezember 2014

Hast du ein Hammer in der Hand, ist die Welt voller Nägel. Ein echter Lieblingskalauer von mir - paßt quasi immer. Ungefähr wie *Neenee Kinners, es ist alles nicht ohne*. Ja, es gilt auch die richtigen Plattitüden zu pflegen.

Jeder kann sich auf einen anderen Hammer einschließen. Das kann sogar zur Phase ausarten. Arten im wahrsten Sinne - etwa so wie der Christo am Dauer-Einpacken ist, schlicht alles, was sich nicht sträubt, größenunabhängig, genauso habe ich gerade entdeckt, dass man alles, aber auch wirklich alles, was man in Filo/ Brick einwickelt, zum Knuspern bringt. Jaha, auch Milchreis. Ist das hittig? Vorallem aber lecker.

Ich habe die Röllchen kombiniert mit Phyalis aus unserem Treibhaus und Granatapfelkernen - beide sind zeitgleich reif und passen nicht nur gut zueinander, sondern auch zu den Röllchen.

Nicht, dass ich vorhabe, ständig Sand ins Getriebe zu werfen (schon gar nicht vor Weihnachten, wo wir doch alle auf Harmonie getrimmt sind), aber ich finde das Dessert eine gute Gelegenheit auf die aktuelle *Milchsituation* hinzuweisen. Im Frühjahr kommenden Jahres fällt die Milchquote, die seither die EU vorgeben hat. Was das vorallem für die kleinen Bauern bedeutet, die ihre Milch gerne unabhängig von den großen Konzernen vermarkten würden, zeigt die Sendung *Mut gegen Macht*, die man sich hier in der Mediathek von 1festival ansehen kann. Ich würde ja gerne mit dem Nina Ruge-Kalauer *Alles wird gut* schließen, allein... es sieht mal wieder mittelprächtig aus.
Zutaten 4P:

12 Röllchen
80g Risottoreis
400ml Mandelmilch
20g Rohrzucker
1Pr Salz
2 Msp Kardamom
2 Msp Ingwerpulver
1/2 Zitrone, Abrieb davon
6 Filo-Blätter

1 Granatapfel
1 handvoll Physalis*
30g Rohrzucker
50ml Orangensaft, frisch gepresst
50ml Portwein
2 EL Granatapfelsirup 

Zubereitung:

Die Mandelmilch zusammen mit den Gewürzen und dem Reis aufkochen und zugedeckt bei schwacher Hitze unter gelegentlichem Umrühren ca. 25min köcheln lassen. Den Milchreis eher etwas fester von der Konsistenz einreduzieren. Abkühlen lassen.

Ein Filoblatt (meine 30 x 40cm) mit Öl bepinseln, ein zweites darauf legen, wiederum mit Öl bestreichen und vierteln. Jeweils 1-2 TL Risottoreis auf das unter Ende der schmalen Seite setzen, die Ränder rechts und links nach innen klappen, diese mit Öl einstreichen und aufrollen. Mit den restlichen Filoblättern genauso verfahren.

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Röllchen rundherum knusprig braten.

Für das Kompott die Granatapfelkerne aus dem Apfel lösen (bspweise unter Wasser). Die Physalis halbieren.

Den Zucker zusammen mit dem Orangensaft, dem Portwein und dem Granatapfelsirup aufkochen und sirupartig einköcheln lassen. Kurz vor Ende die Physalis und die Granatapfelkerne mit in den Topf geben und erwärmen. Zusammen mit den Knusperröllchen servieren.

*Anmerkung m: Ich habe die Röllchen abkühlen lassen und sie so mit dem warmen Kompott serviert - wegen dem Warm-Kalt-Unterschied. Schmeckt aber auch, wenn beides warm serviert wird.

Es gibt Filo und es gibt Filo. Der gute ist biegsam-schmiegsam - der billige blöde störrisch und unbrauchbar (also in F ;)

Vor Ort: Salat mit paniertem Ziegenfrischkäse und Granatapfel

Donnerstag, 20. November 2014

Sich nicht nur schlau zu machen, welche Lebensmittel ums Eck produziert oder angebaut werden, sondern vielleicht sogar seine Ernährung ein wenig in diese Richtung auszurichten, je suis bien d'accord avec. Klare Sache also, dass ich Juli von Kamau in ihrem charmanten Aufruf, etwas aus eben solchen Zutaten zu kredenzen, gerne folge. Nummer 1 auf der Liste meiner Lieblingszutaten belegt eindeutig und unschlagbar alles aus unserem Garten (die eigenen Kinder sind nun mal die besten - da bin ich klassisch betriebsblind). Aber auch die Eier unser Nachbarn machen mir ein gutes Gefühl. Die Hühner kenne ich quasi fast persönlich. So wie die Ziegen aus dem Nachbarort.

Womit wir ohne Umschweife beim Ziegenkäse gelandet wären. Ich möchte ja behaupten, dass ich der deutschsprachige Foodblog mit den meisten Ziegenfrischkäse-Rezepten bin. Ob ich das mal dem Guiness-Buch stecken sollte?

Die Ziegen geben nun am Ende des Jahres weniger Milch - unsere bevorzuge Ziegenkäse-Dealerin aus dem Nachbarort kann nur noch die Hälfte wie sonst anbieten. Wir müssen also gucken, nicht zu spät auf den Markt zu kommen, um dann doppelt so viel einzukaufen. Nächstes Jahr steht hier dringlich mal ein *Making of* vom Nachbardorf-Ziegenkäse an, um euch zu zeigen, was und warum der für uns Grundnahrungsmittel darstellt.

Und dass rund um unser Zuhause viele Granatapfelbäume wachsen, habe ich, glaube ich, schon erwähnt - einen Baum, den ich bis dahin nicht zwingend mit Südfrankreich verbunden hätte. Unser eigener hat dieses Jahr zwar schon schön geblüht, aber nicht einen einzigen Apfel hervorgebracht...

Warum ich Pinienkernen Walnüssen für diesen Salat vorgezogen habe, erschließt sich mir nicht mehr. Besser hätten mir hier Walnüsse, die ebenfalls typisch für die Drôme sind, gefallen...
Rezept 4P:

2 Ziegenfrischkäse*
1 Ei
3 EL Mehl
3 EL Semmelbrösel
2 EL Panko
1/2 TL gemörserter Koriander

200g Feldsalat
1 handvoll Pinienkerne
1 Schalotte
1 Granatapfel
einige Blätter junger, roter Mangold

2 EL Olivenöl
2 EL Walnussöl
1 EL Granatapfelsirup
1 EL Orangensaft
2 EL Granatapfelsaft
Salz, Pfeffer
1 EL Sherryessig
1 EL Balsamico bianco
1 TL Honigsenf

Zubereitung:

Den Feldsalat zusammen mit den Mangoldblättern gründlich waschen und trocken schleudern. Die Pinienkerne ohne Fett in einer Pfanne rösten und zur Seite stellen. Den Granatapfel zu Dreiviertel von seinen Kernen lösen, das restliche Viertel auspressen (m: mit dieser Zitruspresse 3.Bild - spritzt so gut wie nicht).

Die Schalotte sehr fein würfeln. In einem Eßlöffel Olivenöl die Schalotten glasig dünsten, die restlichen Zutaten für das Dressing dazugeben und 1min sanft köcheln lassen - zur Seite stellen.

Kurz vor dem Anrichten den Salat mit dem Dressing marinieren.

Drei Teller richten mit Mehl, einem verqurilten Ei und einer Mischung aus Semmelbrösel-Panko-Koriander. Die Ziegenkäse dem Durchmesser nach halbieren und nacheinander in eben dieser Reihenfolge in den Tellern marinieren (beim Mehl darauf achten, dass die Schicht nicht zu dick ist/ das Ei muß wie das Paniermehl gut ummanteln). In einer Pfanne in etwas Sonnenblumenöl bei mittlerer Hitze knusprig braten.

Die Zigenkäsetaler auf dem Salat anrichten, Granatapfelkerne und Pinienkerne darüber streuen und servieren.

TIPP: den halbierten Ziegenkäse 10-15min vor dem Panieren in den Tiefkühler stellen.

*Anmerkung m: Ziegenfrischkäse wird bei uns in einer Größe von etwa 110g verkauft

Zweierlei Rot: Rote Bete Salat mit Granatapfel

Dienstag, 14. Oktober 2014

Wir liebäugeln diesen Winter mit dem Iran. Nicht erst, seit ich diesen Artikel dazu gelesen habe (oder jenen). Denn der Habib kennt das Land noch als es sich Persien nannte. Unisono schwärmen alle dabei zuerst für eines: die iranischen Menschen. Und dann kommt erst der Zauber des Orients.

Für mich ist der Iran ein wunderbares Beispielland, wie es auf der einen Seite *eine gemachte Außenmeinung* zu etwas gibt und wie sehr sich diese auf der anderen Seite unterscheiden kann zum eigenen Erleben. Vielleicht so ähnlich, wie sich das Rot der Blüte des Granatapfelbaums beißt mit dem Rot seines Fruchtfleisches. Man kann viel über ein Land lesen, aber vor Ort gewinnt man einen eigenen Eindruck. Das liebe ich am Reisen. Politik ist das eine, Menschen das andere. Ein guter Moment, um an Peter Scholl-Latour zu denken. Auch ich hätte niemanden geglaubt, was ich über Kuba geschrieben habe - hätte ich es nicht selbst erlebt.

Leider verschlechtert sich die Lage für Individual-Reisende. Die weltumspannende Idee der ISIS macht das Reisen auf jeden Fall gefährlicher. In vielen Ländern. Wobei das Echo auf Dinge wie die amerikanische Außenpolitik, das Übergehen von Traditionen fremder Länder seitens der Touristen, die skrupellose Ausbeutung dritter Weltländer uswusf. nur eine Frage der Zeit war. Ablehnung dem *weißen Mann* gegenüber (nicht zu ignorieren beispielsweise auf Sansibar), vermehrte sich in den letzten Jahren als eines unserer *Reisemitbringsel*.

Vielleicht schnuppern wir aber auch nur an dem Tor des afrikanischen Kontinents und besuchen nochmals Marokko. Oderoder... alles ist noch offen. Ich fände ebenso ein Weihnachten zuhause mal wieder reizvoll. Bis dahin wird orientalisch geschlemmt und zwar ein Salat aus dem Buch *Mezze - ein Genuß* von Bettina Matthaei, von der ich schon viel zu lange nichts mehr gekocht habe. Ich habe dieser Tage an sie gedacht - auf der Frankfurter Buchmesse hätte ich ihr bestimmt *Hallo* sagen können.
Zutaten:

1 EL Limettensaft
2 EL Granatapfelsirup
2 EL Olivenöl
2 TL brauner Zucker
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
300 g Rote Beten 

1 Bund Thymian
50 g Walnusskerne
1 Granatapfel 

Zubereitung:

Die Rote Bete in reichlich Wasser gar kochen (dauert je nach Größe etwa 25min)

Aus Limettensaft, Granatapfelsirup, Olivenöl, Zucker, Salz und Pfeffer eine Sauce rühren. Die Roten Beten in kleine Würfel schneiden (ca. 6 mm). Mit der Sauce mischen und 1-2 Std. kalt stellen, dabei öfter umrühren.
Thymian abspülen und trockenschütteln. Einige kleine Zweige beiseite legen. Die restlichen Blättchen abstreifen und hacken. Walnusskerne trocken rösten und grob hacken. Granatapfel öffnen und die Kerne herauslösen. Rote Beten mit Thymian und Walnüssen mischen. Mit den Granatapfelkernen bestreuen. Mit Thymianzweigen dekorieren
Quelle: *Mezze - ein Genuß* von Bettina Matthaei/ auch zu finden bei den Küchengöttern oder Petra von Chili und Ciabatta