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adorables Huhninchen mit Knoblauch

Freitag, 15. Juni 2012

Manchmal reagiere ich auf Fotos wie hypnotisiert. Und manchmal reicht ein Satz, um mich in höchste Appetitlichkeit zu versetzen. Hört euch mal diesen an: Die Sauce ist fast mokkaschwarz und dick wie Schokolade. Oder? Also um mich wars geschehen. Ein tiefes Seufzen und das nächste Siebecksche Essen war auf diese Weise ausgewählt.

Einziges Problem: die Osi-Vergangenheit. Christiane (die sich verantworten muß, ob meiner Siebeck-Phase ;) hatte bereits in Frankreich vorgekocht, denn man bekommt in der Chacuterie sehr gut Hase, der hierzulande gerne und viel gegessen wird. Auch Dorfnachbarn füttern ihre Hasen noch für den Kochtopf. Ich stand bereits vor ihnen, den Kaninchen-Keulen in der Chacuterie und dann hatte ich dieses Bild vor meinem geisigen Auge:
und im selben Moment an der Ladentheke eine Ladehemmung. Fies eingefädelte Phantasie! Wer ißt denn sowas? Und ja, auch Lämmlein und Babykalb ist nun nicht minder süß und die esse ich auch. Aber: Totalblockade - ging nicht. Also ein Huhninchen.

Das Ende dieser Geschichte: diese Sauce ist SENSATIONELL. Und stimmt die Sauce, hast du denn Rest bereits gewonnen. Sie muß also wiedergekocht werden. Und ich sage es euch, das nächste Mal mit Karnickel-Keulen. Denn auch mit Huhn kommt dieses Gericht in den Olymp der Favoriten. Jetzt kitzelt mich die Neugier, ob das Original diesem Essen noch eins drauf setzt. Also was die Sauce angeht, hat Monsieur Siebeck nicht weiters auf den Putz gehauen: fast mokkaschwarz und dick wie Schokolade.

Er empfiehlt Salzkartoffeln als Beilage. Mein Habib liebt aber die Pellkartoffel - so wurde ersetzt. Desweiteren ein Chutney: Siebeck ein Kürbischuntey, wir aus der Speiß ein Pflaumenchutney. Meine Feststellung war aber wieder: für mich brauchts kein Chutney - es war gänzlich überflüssig.

Zutaten:

2 Keulen
2 Knollen Knoblauch
200g Räucherspeck (m: 100)
pro Keule 2 TL schwarzer Pfeffer und Meersalz
2 Lorbeerblätter
Balsamico
Hühnerfond
Weißwein
Tomatenmark
Butter
Zubereitung:

Den geräucherten Bauchspeck in Scheiben schneiden und würfeln (Knorpelstellen dabei rausschneiden). Die Speckwürfel bei mittlerer Hitze in einem Schmortopf auslassen - sie sollen aber dabei nicht braun und knusprig werden). Für die Keulen nun den schwarzen Pfeffer mit dem Meersalz mörsern und die gewürzten Keulen dann zu dem Speck in den Schmortopf legen. Von beiden Seiten bei moderater Wärme etwa 10 Minuten anbraten, dabei immer wieder wenden.

Nun kommen die Lorbeerblätter mit in den Topf und die nackigen Knoblauchzehen. (der Boden des Topfes sollte anschließend völlig bedeckt sein). Einige Zeit weiter schmoren, dann 2 EL Balsamico und eine 1/2 Tasse Hühnerfond angießen.

Den Schmortopf ohne Deckel in den auf 200° (m: 190°) vorgeheizten Ofen stellen. Nach einer 1/4 Stunde abschmecken: der Saft sollte deutlich zu stark gewürzt sein, zu scharf, zu salzig, damit das Fleisch von seinem Aroma etwas annimmt.

Nun wieder Flüssigkeit anschütten: Balsamico, 1/2 Tasse Fond und ein kleines Glas Weißwein, sowie 1 Teelöffel Tomatenmark.

Während der Garzeit für die Keulen (Kaninchen: 1 Stunde/m: Hühnchen 1 1/4) immer wieder Fond und Essig angießen, dabei abschmecken - der Eindruck des Überwürzten sollte bestehen bleiben.

Wenn die Keulen gar sind, den Bratensaft durchsieben, der Speck wird entsorgt, die Knoblauchzehen rausgefischt und zurück in den Topf zu den Keulen gelegt. Die Sauce wird indes mit kalter Butter monitert und dann über Knoblauch und Keulen gegossen.

Quelle: Wolframs Siebecks Kochschule für Anfänger

Verrat an Osi - Pappardelle alla lepre

Montag, 2. Januar 2012

Mal Hand aufs Herz: wie seit ihr mit eurer ersten Liebe, als sie dann zuende ging, umgegangen? Und ich rede hier von dieser allerinnigsten Liebe, die alle Tränen in sich aufgenommen hat und zum Einschlafen immer an der rechten Stelle lag. Der meine war an Loyalität nicht zu übertreffen, stets solidarisch und sah selbst toll aus, wenn ich seine Ohren zum Topf zusammengebunden hatte: Osi, mein Hase, mein Kuscheltier. Und heute liegt er in einer Kiste im Keller (habt ihr eure etwa weggeschmissen?) und als wenns nicht schlimmer kommen könnte, esse ich nun schon Artverwandte. Ich gebs zu, ich habe ein schlechtes Gewissen.

Wie bei Reh, welches ich nur dann esse, wenn ich dazu eingeladen bin, ebenso habe ich es mit Hase gehalten. Dies hier ist mein erster selbst zubereiteter, also die Keulen davon. Das Bild aus dem Buch die *echte italienische Küche* hatte mir sofort einen tropfenden Zahn gemacht, selbst wenn das Foto bereits etwas Gilb angesetzt hat unter den foodstylischen der Neuzeit. Und so kam es, dass ich mit meinem Prinzip gebrochen habe - Osi verzeih mir.

Wieder einmal hat mich das Buch nicht entteuscht: eine köstliche Pasta, die ihren Aufwand lohnt, bei uns mit selbstgemachten Pappardelle. So kann ich dieses Buch nur ein weiteres Mal empfehlen. Auf der anderen Seite dieses Rezeptes ist übrigens jene Pasta abgebildet.

Zutaten:

750g küchenfertig vorbereiteter Wildhase
(m: 2 Hasenkeulen)
3 Stangen Sellerie
(m: Stück Knollensellerie)
400g reife Tomaten
1 EL frischer Thymian 
(oder 1 TL getrockneter)
1 Bund glatte Petersilie
400g Pappardelle
1/2 l kräftiger Rotwein
(m: 300ml)
2 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 TL Fenchelsamen
1 Lorbeerblatt
2 Gewürznelken
6 Pfefferkörner
2 EL Tomatenmark
7 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Für die Sauce den Wildhasen zerkleinern und in eine Schüssel legen., 1/2 l Rotwein angießen. 3 Staudensellerie, 2 Zwiebeln, und 3 Knoblauchzehen grob zerkleinern, mit 1 TL Fenchelsamen, 1 Lorbeerblatt, 2 Gewürznelken und 6 Pfefferkörner in die Marinade geben. Zugedeckt etwa 24 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen. Fleisch mehrfach wenden.

Fleisch aus der Marinade nehmen, mit Küchenkrepp gut trocknen. Sud duchsieben, Gewürznelken und Pfefferkörner entfernen. Das Gemüse im Sieb gut abtropfen lassen, Sud auffangen.

In einem Schmortopf 5 EL Olivenöl erhitzen. Hasenstücke portionsweise hineingeben und rundum anbraten. Gemüse dazugeben, unter Rühren andünsten. Sud angießen. Mit Thymianblättchen, Salz und Pfeffer kräftig würzen. Zugedeckt etwa 2 Stunden schmoren.

Tomaten überbrühen, enthäuten und entkernen, das Fruchtfleisch kleinhacken. Hasenstücke aus dem Topf nehmen, das gegarte Fleisch von den Knochen lösen und in kleine Stücke schneiden. Lorbeerblatt entfernen, die Sauce im Topf pürieren.

Tomaten, 2 EL Tomatenmark und die Hasenstücke einfrühren. 1/2 Bund Petersilie fein hacken, untermischen. Sauce bei milder Hitze weiterköcheln.

Inzwischen die Pappardelle herstellen und in reichlich Salzwasser bißfest garen. Sauce nochmals abschmecken und die Nudeln untermengen. Petersilienblätter darüberstreuen.