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Johannisbeer-Kokos-Kuchen

Sonntag, 13. April 2025

 

Meine Freundin Mireille ist auf den Hund gekommen. Gemeinsam mit ihrer Tochter Claire adoptierte sie den jungen Rüden Bruno von einem Bauernhof. Gute drei Jahre ist er nun bei ihnen und ich staune bei jedem Besuch, wie viel Fell ein Hund tagtäglich verlieren kann. Hingegen wundere ich mich nicht, dass Bruno wirklich null hört. Mireille hat es so gar nicht mit Struktur, mit Organisation oder Hierarchien. Da hilft es auch nichts, wenn sie mahnend einen Zeigefinger nach oben streckt, betont streng guckt und sich zigfach wiederholt: ihre Befehle klingen einfach nach Vorschlag. Und beide haben die Kommandos bereits wenige Sekunden nach Aufforderung schon wieder vergessen...

Mireille nahm mal an einem Aktzeichenkurs mit. Der Leiter wies sie darauf hin, dass ihre Figuren aussehen würden, als ob sie keine Knochen hätten. Nur weiches Fleisch ohne jedes Gerüst. Genauso wie Mireille. Ein Baum ohne Stamm und Zweige. Ein Tiger ohne Zähne. Sie selbst würde sich als gefühlsbetont, nachgiebig, zart und liebevoll beschreiben. Das Problem ist: echtes, tiefes Gefühl braucht Klarheit, Ordnung und Eindeutigkeit (ich erinnere an die Klarheit des Bergkristalls) - das glatte Gegenteil von Mireilles Gefühlsdusselei. Ihrer Meinung nach ihre größte Stärke, von außen ihr Sargnagel.

Bruno, der drinnen ein Kampfkuschler ist und seine Streicheleinheiten mit Vehemenz einfordert, zeigt sich auf der Straße verändert. Andere Hunde mag er nicht. Selbst wenn sie drei Mal so groß sind wie er, knurrt er sie an. Das bringt Ärger mit sich. Menschen gegenüber verhält er sich richtig respektlos: da wird schon mal ein Hosenbein angepinkelt oder eine Handtasche. Das bringt auch Ärger. Hinzu kommt sein Jagdtrieb. Eine Maus oder einen Hasen in der Nase und er geht stiften. Um ihn vor sich selbst und vor der nahen Schnellstraße zu schützen, wird er nun immer angeleint. Dabei kreuzt er seinem Frauchen in endloser Manier vor den Füßen hin und her, dass es ein Grauen ist, dem beizuwohnen.

Man macht so leicht den Denkfehler, dass ein Leben ohne Regeln die große Freiheit bedeutet. Eben nicht. Siehe Bruno an der Leine. Alle, die in einer spirituellen Vorstellung von Welt leben, glauben, dass eine höhere Gerechtigkeit grundsätzlich eine Ungerechtigkeit ausgleichen wird, vertrauen auf Weisheit, die auf Wahrheit beruht. Nämlich, dass jede Tat ihre entsprechende Konsequenz schon hervorrufen wird. Ein strenges Weltbild, aber mit einem verlässlichen Rahmen, das Halt gibt und Geborgenheit. 

In Willkür lebt es sich ängstlich. Claire hat mit vielen Unsicherheiten zu kämpfen. Sie hat Probleme sich einzuordnen, einzufügen und einzufühlen. Daher ist sie dankbar um alle Vorgaben, die ihr gemacht werden, weil sie von zuhause keine Orientierung erhält. So ist sie sofort bereit, sich akribisch an sämtliche Richtlinien zu halten - egal von welcher Seite sie kommen. Mireille schwört Stein und Bein für ihrer Tochter Claire alles getan zu haben, kein Wunsch blieb unerfüllt, kein Verbot wurde je ausgesprochen. Nur ein selbstbestimmter, fröhlicher junger Mensch wurde aus Claire so nicht.

Ich glaube, die Schwierigkeit liegt darin zu erkennen, wo man falsch abgebogen ist. Wobei die viel entscheidendere Frage lautet: lassen sich Gewohnheiten, die zu eingefleischten Mechanismen ausgewachsen sind, überhaupt wieder ändern. Verdreht ist verdreht. Auf ihnen beruht die eigene Existenz. Wie wieder in sich klar werden, wenn man selbst die Grenzen zwischen gut und böse, anständig und unanständig zu einem Brei verkocht hat. Da helfen auch keine Hinweise von außen - sofort wird pariert mit einer von den schönen, zurecht gelegten Entschuldigungen. Geisteskrank ist geisteskrank.



Beim Abtauen der Tiefkühle entdeckte ich noch viel ungenutztes Johannisbeer-Potenial - das dringend genutzt und gebraucht werden wollte. Also habe ich mich umgeschaut nach einer weiteren Kuchen-Idee mit Johannisbeeren. Für mich die beste Art, Johannisbeeren zu verwerten: in Kuchen. Als Beeren so direkt zu essen, sind sie mir zu sauer - und daher auch nix fürs Müsli. Im Kuchen aber bilden sie ein schönes Widerlager und mit dem Kokos verbindet sich die Gartenfrucht mit der großen, weiten Welt und zu einer Kombi von fruchtig, cremig, knusprig. 

Und weil wir kurz vor Ostern stehen: hier gehts weiter zu meinem OSTERN-SPEZIAL


Zutaten:

100g Butter
60g Rohrzucker
1P Vanille-Zucker
2 Eier
140g Mehl
1 1/2 TL Backpulver
50g Kokosflocken, feiner gemahlen
Abrieb einer Orange
..
400g Johannisbeeren (m: gefroren)
..
250g Milch
1/2 Päckchen Vanille-Pudding
1 EL Rohrzucker
100g Schmand (m: crème fraîche)
...
80g Kokosflocken
50g Mehl
90g Butter
60g Zucker


Zubereitung:

Für die Füllung aus Milch, Zucker und Puddingpulver einen Vanillepudding kochen. Dann den Schmand unterrühren und die Creme etwas abkühlen lassen, dabei immer wieder umrühren, damit sich keine Haut bildet.

Für den Teig die Butter schaumig schlagen, Zucker und Vanillezucker einrühren und weiter schlagen, bis der Zucker gut aufgelöst ist. Orangenschale dazufügen. Die Eier einzeln jeweils eine halbe Minute unterrühren. Das Mehl und das Kokos-Pulver mit dem Backpulver mischen und zum Schluss mit Milch unterrühren.

Den Teig in eine gefettete Springform (26 cm Durchmesser) füllen. Darauf die Johannisbeeren geben (TK-Beeren gefroren draufgeben) und anschließend die Pudding-Schmand-Masse darauf streichen.

Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Aus Butter, Zucker, Mehl und Kokosraspeln Streusel herstellen und über die Pudding-Schmand-Masse streuen.

Den Kuchen ca. 60 Min. backen (Stäbchenprobe! - m: ca. 10 min länger). Den Kuchen auskühlen lassen, aus der Form lösen und evtl. noch mit Puderzucker bestreuen.

Inspi: CK

Tarte multi-fruits rustique - variables Grundrezept

Sonntag, 22. Juli 2012

Partout konnte ich mich nicht für EIN Obst entscheiden, mit dem ich diese Tarte belegen wollte. Bon, es geht im Leben nicht immer absolut zu - ich hatte schließlich nicht vor, zu heiraten. Und so bekam jeder seine Chance. Oder jedes: sämtliches, griffbereites Obst. In Frankreich nennt man das dann einfach *multi-fruits* und das Kind hat einen Namen. Was noch dazu ein deutlich klingendere Name ist als improvisierter *Vielfrucht-Kuchen*.

Wohlverdient! Die Tarte multi-fruits sollte man genauso wiederbacken. Wobei, um die Flexibilität des Anfangsgedanken zu wahren, dabei auch früchtemäßig variabel bleiben. Und um ganz im Kreis weiterzudenken: Man könnte sie reintheoretisch auch nur mit einer Obstsorte backen. Es muß ja nicht ausgerechnet nur Stachelbeere sein...

Somit ist diese Tarte gut als *Tarte-Grundrezept* zu bezeichnen. Lediglich die Zugabe der Zuckermenge im Guß würde ich Süße und Säure der Früchte anpassen. Und das Parfümieren (hier Orangenzesten) ebenfalls. Optisch allerdings ist es für Tartes mit sehr saftigen Früchten definitiv ein Plus, den Guß UNTER die Früchte zu geben - somit bleibt die *schöne Seite* oben.

Zutaten Tarteform 30cm:

pâte sablée
220g Mehl
60g gemahlene Mandeln
Abrieb einer 1/2 Orange
1 Prise Salz
80g Zucker
140g Butter
etwas kaltes Wasser

2 Pfirsiche
1 Nektarine
2 Aprikosen
einige, entsteine Kirschen
einige Stachelbeeren,
einige Himbeeren

Guß
2 Eier
2 EL crème fraîche
3 EL brauner Zucker
1 EL Grand Manier
Zesten-Abrieb einer 1/2 Orange

2 EL Pinienkerne
Zubereitung:

Die Zutaten für den Tarteboden wie gewohnt zubereiten und kühl stellen. Eine Tarteform buttern. Den gekühlten Teig auswellen, die Form damit auslegen, mit der Gabel mehrfach einstechen und in der Tiefkühltruhe 30 Minuten kühlen.

Den Ofen auf 200° vorheizen. Die Zutaten für den Guß mithilfe eines Schneebesens gut vermischen. Die Früchte vorbereiten: Kirschen entsteinen, Aprikosen vierteln, Nektarine und Pfirsiche in Scheiben schneiden.

Den Guß auf den Tarteboden gießen und die Früchte darauf verteilen. Dabei gilt: große Früchte zuerst (die Pfirsich- und Nektarinenscheiben, dann die Aprikosen...), lediglich die Himbeeren nicht darüber geben (diese werden nur die letzten 10 Minuten mitgebacken (damit man optisch noch etwas von ihnen hat).

Die Tarte auf der 2.Schiene von unten bei 200° 15 Minuten backen, dann die Hitze runterschalten auf 180° und weitere 35 Minuten backen. Die letzten 10 Minuten die Pinienkerne und die Himbeeren darüber streuen und fertig backen. Schmeckt lauwarm oder gekühlt.