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Wiederkehrer: Mexican Street Pasta Corn Salad

Sonntag, 22. Juni 2025


Für die Wissenschaftsgläubigen muss es ein riesiger Schock sein, wenn sie im Sterbemoment feststellen müssen, dass nur der Körper vergeht nicht aber der Geist. In ihrer Vorstellung ist mit dem Tod alles aus und vorbei: ausgelöscht wie eine Lampe, die man ausschaltet. Das mag vor allem dann eine beruhigende Vorstellung sein, wenn man sich ungern Gedanken macht über die Auswirkung seines eigenen Denken, Reden und Tuns. Aber so ist es nicht. Lediglich der Körper stirbt, das Bewußtsein bleibt genau so bestehen.

Tsss, schnauben die wissenschaftliche Anhängerschaft, alles Mutmaßungen. Wir ziehen es vor uns an Fakten zu halten. Keine Sorge, ich will niemanden missionieren. Jeder muss ganz allein - und zwar wirklich ganz alleine - seinen spirituellen Weg finden. Aber ganz ehrlich: ich kann wenig Unterschiede darin entdecken, den aktuellen Forschungsstand für das Evangelium zu nehmen oder von einer unbefleckten Empfängnis auszugehen. Jeweils volle Glaubensideologie. Gut, die Konfessionellen bestreiten das wenigstens nicht. Dabei müsste eigentlich klar sein, dass wissenschaftliche Forschung lediglich eine Momentaufnahme darstellt. Sogenannte Fakten können von heute auf morgen bereits überholte Resultate sein.

Ich gebe euch ein Beispiel. Ähnlich  der Bibel-Geschichte mit Saulus und Paulus - nur genau andersherum. Wieder komme ich zurück auf die Arte Doku  *Insektenkiller - Wie Chemieriesen unser Ökosystem zerstören*, eine Reportage, die mich nachhaltig beeindruckt. Für DDT, eines der ersten Insektizide, bekam der Entdecker den Nobelpreis verliehen. Mittels DDT wurde in Europa und den USA die Stechmücken ausgerottet, die den Malaria-Erreger übertrugen. 30 Jahre später wurde DDT weltweit verboten, weil DDT (nun nachweislich)  auf den Menschen krebserregend und reproduktionstoxisch wirkt. Die Beurteilung von menschlicher Forschung bleibt fragil - dafür sind zu viele der großen Fragen offen und Zusammenhänge unergründet.

Stur besteht Team wissenschaftliche Besserwisser auf den Mikroskop-Beweis, oder so, und klammert sich an die Aussage: bisher ist noch keiner wieder von den Toten auferstanden. Da hilft es auch nicht zu erwidern, doch, ich kenne jemand, der Zeugnis ablegen kann. Bewußtsein, Seele, Liebe und Mitgefühl all das wird sich nie wissenschaftlich dingfest machen lassen. Der Wissenschaft bleibt nur das Angeln im Trüben, im Grenzbereichen der Phänomenologie.

In der Geo bin ich über diesen Artikel gestolpert (leider hinter einer Bezahlschranke), den ich mit euch teilen wollte. An der Universität Virginia untersucht ein Forscherteam vermeintliche Fälle von Wiedergeburten. Manche Berichte sind zu präzise um sie als Phantasie abzutun. Typischerweise im Alter von zwei bis sechs Jahren behaupten einige Kinder, schon ein mal ein anderes Leben gelebt zu haben. In manchen Fällen können sie sich sogar überaus präzise an Umstände und Details, ja sogar an ihr einstiges Sterben erinnern.

So, jetzt habt ihr davon auch mal gehört. Nur mal so als Gedankenanregung. Nur mal so, was wäre wenn... 



Das Wetter läd dazu ein, sich an einem Salat satt zu essen. Einem unkomplizierten Salat. Zu warm für Küchen-Orgien. Die Zutatenliste reicht für zwei Personen, wenn er als komplettes Essen dienen soll - als Beilage zum Grillen reicht er für mehr.

Ich habe ihn schon mit selbstgemachten Cavatelli zubereitet so wie außerdem mit kleinen Hörnchen. Kleinförmige Pasta macht sich hier besonders gut. Schwarze Bohnen passen prima. Ich habe bequem auf Kidney-Bohnen aus der Dose zurückgegriffen. Und original nimmt man frischen, gegrillen Mais - auch da bin ich auf Dose ausgewichen. Der Cotji-Käse sagt mir gar nix, da habe ich einen mittelreifen Picodon-Käse vom Markt als Ersatz herangezogen. Frische Kräuter sind Pflicht: beides gut, Petersilie wie Frühlingszwiebeln. Tja, was soll ich sagen: lecker. Der Salat kann gut mithalten mit den Bestands-Nudelsalaten!


Zutaten 2P:

150g Pasta
1 Dose Mais (Abtropfgewicht, ca. 270g)
1 Dose Kidney-Bohnen (Abtropfgewicht, ca. 270g)
1 rote Zwiebel
1 Avocado
2 EL Petersilie (oder Grün von Frühlingszwiebeln)
100 fester Ziegenkäse (original: Cotija/ oder Feta)
...
2 EL Majo
150g griechischer Joghurt
1 Limette, Saft und Zesten
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
geräuchertes Paprika-Pulver
Harissa (original: 1 jalapeño)





Zubereitung:

Pasta nach Anleitung al dente kochen und abtropfen lassen. 

Rote Zwiebel fein schneiden, Avocado würfeln und die Kräuter fein wiegen. Den Käse kleiner krümmeln.

Aus Majo, Joghurt, Limette, Knoblauch ein Dressing mischen. Salzen, pfeffern und mit Pimenton de la vera und Harissa würzen.

Alle Zutaten, Pasta, Mais, Bohnen, Zwiebeln, Avocado und Käse mit dem Dressing mischen und die Kräuter untermischen.


Fundstücke: vegane Kartoffel-Mais-Chowder

Dienstag, 15. Oktober 2024

 

Wer bei uns urlaubt, den verweise ich immer auf die Wochenmärkte hier. Und wenn man nur eine Woche hat: zumindest einer der Märkte ist Pflicht. Hier findet für mich das konzentrierte, französische Landleben statt, das ganze Savoir-Vivre an einem Ort. Wie an den Marktständen die Bauern mit ihren Kunden plaudern, wie die Marktbesucher mit Genuss Obst und Gemüse wählen und erlesen, die Cafés drumherum, von denen das ganze Geschehen beobachtet werden kann, während man entspannt an einem Croissant knabbert... das alles ist für mich durch und durch Südfrankreich.

Hinzu kommt die Fruchtbarkeit der Drôme, die sie ihrem mediterranen und alpinen Mischklima verdankt - was mit einer Fülle und Vielfalt an unterschiedlichen Produkten einher geht, für die die Drôme Anbaugebiet ist. Viel Obst und Gemüse ist daher nicht nur sonnengeküßt, sondern hat auch nie eine Kühlkette gesehen: und das schmeckt man.

Der dritte Faktor, der einen Marktbesuch unumgänglich macht, sind die Kleinerzeuger hier. Einzelkämpfer, manchmal als Team zu zweit, manchmal auch als Lebensgemeinschaft bieten an ihren Tischen das an, was sie kultivieren - das ist übersichtlich, das ist Bio, von bester Qualität und an Frische nicht zu toppen. Unnötig zu erwähnen, dass ich immer bei den gleichen einkaufe...

Regelmäßig wie ein Uhrwerk besuchen der Habib und ich mindestens 2 Märkte pro Woche. Ich liebe die Marktbesuche. Ich liebe es, mit diesen hochwertigen Lebensmitteln zu kochen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht allen ganz genauso geht...



Was nur noch selten zu finden ist bei diesen Ständen ist Mais. Bei unserem Erdbeer-Dealer - der mit den Mara de Bois - habe ich Glück. Die ersten bereite ich ganz schlicht zu: kochen und dann knabbern mit etwas Butter und Salz.

Spätestens mit der Ottolenghi Polenta aus frischem Mais sollte man den Riesen-Unterschied entdeckt haben zu frischem Mais und Dosenmais. Und gleiches gilt auch für diese Chowder. Man sollte zwingend frischen Mais dafür verwenden - das macht diesen Eintopf um ein Vielfaches besser.

Cremig wird er zum einen durch die eingeweichten und pürrierten Cashews,zum anderen weil ein Drittel des gegarten Gemüses ebenfalls püriert wird. Das mag ich, weil man beides zugleich hat: was zum Beißen und trotzdem Suppen-Feeling. Dazu gab es einen Brotkeeper: Marlas Herbstlaib

Ein dickes Merci geht raus an Sabine für die Inspiration - das war nun eines der ersten Rezepte, die ich auf ihre Empfehlung nachkochte... weitere folgen. Es zeigt sich immer wieder, dass wem es an meinem virtuellen Tisch schmeckt, bei dem schmeckt es mir umgekehrt auch :)


Zutaten 2P:

2 frische Maiskolben
2 Karotten (m: teils Kürbis-Rest)
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
3 Kartoffeln (m: Mona Lisa)
1 Stück Sellerie
Gemüsebrühe
50g Cashews (über Nacht eingeweicht)
2 Lorbeer-Blätter
Salz, Pfeffer
Pimenton de la vera
Apfel-Esssig
Tamari Soja-Sauce
Sonnenblumen-Öl
Petersilie

 

Zubereitung:

Mit einem großen, scharfen Messer die Maiskörner vom Kolben runterschneiden. Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden. Ebenso die Karotten und die Sellerie. Petersilie von den Stielen befreien und die Blätter fein wiegen, die Stiele zur Seite legen.

Die eingeweichten Cashews abtropfen lassen und in der Küchenmaschine dann zu feinem Mus pürieren.

Die Zwiebel fein würfeln und den Knofi fein hacken. In Sonnenblumenöl zuerst die Zwiebel glasig dünsten, dann den Knofi zufügen. Nun das restliche Gemüse zufügen, Lorbeer-Blätter untermischen und mit Gemüsebrühe knapp bedecken. An den Rand (fürs spätere leichtere Entfernen) die Petersilien-Stängel auflegen. Etwa 15 - 20 min köcheln lassen..

Lorbeer-Blätter entfernen, ebenso die Petersilien-Stängel. Etwa einen Drittel des Eintopfs in den Blender geben und pürieren.

Jetzt alles vermengen: Cashew-Mus, pürierte Suppe zum Eintopf geben. Salzen, pfeffern, abschmecken mit Tamari und Apfelessig.

Zum Servieren mit Petersilie und Pimenton de la vera bestreuen.

 

Inspiration: Sarahs vegan Kitchen

 

luftige, briochige Sonnen-Buns mit dunkelroten Gemüse-Patties

Donnerstag, 9. Juni 2022

 

 

Ist euch schon mal aufgefallen, dass es einen Unterschied macht, ob man Pommes mit den Fingern ißt oder mit einer Pommesgabel aufspießt? Ich finde, der Geschmack verändert sich. Nur durch die Art und Weise, wie die frittierten Teilchen in den Mund geschoben werden. Wobei ich jetzt ausgesprochen selten Pommes esse. Aber als Beispiel. Als weiteres Beispiel zu meinem sonstigen Standart-Beispiel Nudeln. Weil Nudeln schmecken in unterschiedlicher Form anders. Bei gleichem Teig wohlgemerkt! Das ist doch genauso völlig phänomenal, oder?

Manchmal brauchts gar nicht viel, um den alltäglichen Dingen wieder einen neuen Dreh zu verleihen. *Mental Health* nennt man das neudeutsch. Oder wie Einstein lange zuvor sagte: *Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.*

Nun, eigentlich bin ich kein großer Burger-Fan, aber das gleicht sich dadurch aus, dass ich gerne mit den Fingern esse. Sieht nicht immer schön aus, wenn man in einen Burger beißt, aber es macht einfach Spaß. Alle Tischsitten darf man fahren lassen und sich pur aufs Essen konzentieren, auf seine Finger, die Aromen...

Burger hat bei uns außerdem wieder Aufwind bekommen dank dem Porridge-Frühstück. Sonst würde ja irgendwie dem Brötchen wieder ein Brötchen folgen. Da oute ich mich wohl als verwöhnt - irgendwie hinterläßt das jahrelange Foodbloggen dann wohl seine Spuren: wenn ich selbst bestimme, was gekocht wird, dann darfs auch abwechslungsreich sein.

Deshalb gibts, wenn es Burger gibt, natürlich stets einen anderen Burger. Und wegen dem neuen Dreh im Alltäglichen...



Dabei sieht ein selbstgebastelter Burger oft aufweniger aus, als er ist. Der Brötchenteig ist schnell zusammengeknetet - es braucht (wie so oft) lediglich ein bißchen Zeit. Die Brötchen lassen sich aber auch hervorragend einfrieren, sollte es mittags schneller gehen müssen. Oder zum Abendbrot. Denn dann wollen nur noch die Patties zubereiten werden.

Für diese stand das Motto Pate: viel hilft viel. In einem Burger-Bun darf ein vegetarisches Pattie AUF GAR KEINEN FALL untergehen. Deshalb muss da ordentlich Bums ran. Außerdem finde ich wichtig, dass die Zähne in einen Burger irgendwie auf Widerstand stoßen, wenn man reinbeißt. Also das Gegenteil von einem Marshmallow-Gefühl (wobei ich nicht wüßte, wann ich zuletzt ein Marshmallow gegessen hätte, aber ihr wißt, was ich meine). Genau dafür hat das grobe Soja-Geschnetzelte gute Dienste geleistet. Ich fand den Buger super. Also für einen Burger sogar richtig super!


Zutaten 4 Sonnen-Buns:

210g Mehl (m: 50g davon Einkorn-VK)
90g Wasser, warm
1 Ei
20ml Milch
20g Butter, weich
1 (kleiner) TL Salz
1 12/2 TL Zucker
10g Hefe
Sesam als Deko

Zubereitung:

Das Ei veruqirlen und die Hälfte zu Seite stellen. Hefe in etwas warmen Wasser (nicht heiß!) auflösen und alle Zutaten miteinander verkneten (m: Handrührmaschine), bis ein homogener Teig entstanden ist, der sich vom Schüsselrand löst (ca. 7 min). Dann an einem warmen Ort zugedeckt gehen lassen, bis sich der Teig gut verdoppelt hat - dauert etwa eine gute Stunde.

Den Teig in vier gleichgroße Stücke teilen, rund schleifen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen und abgedeckt nochmals gehen lassen - dieses Mal ca. eine knappe Stunde (hängt von der Raumtemperatur ab - die Buns sollten nahezu Vollgare haben.

Ofen auf 200°C vorheizen.

In die restliche Eihälfte ein wenig Wasser mengen und die Oberfläche der Buns damit bepinseln und mit mit Sesam bestreuen. Für etwa 15-20 min golden backen.

 

 

 

4 Burger-Pattie*:

140g Haferflocken
1 kleine rote Zwiebel
150g schwarze Bohnen, gekocht2
200g rote Bete, gekocht
30g getrocknete Shitake-Pilze
3 Knoblauchzehen
Gemüsebrühe 
80g Mais
50g Soja-Geschnetzeltes, grob, getrocknet
Harissa
1 EL Öl
1 EL Tamari-Sauce
1 TL Cumin
1 TL Paprika-Pulver
je 1TL Oregano/ Thymian/ Rosmarin 
1 TL Pimentos dela verra
etwas frischer Koriander, gehackt
Harissa
Salz, Pfeffer

 

 

Zuereitung:

Die Shitake-Pilze mit kochendem Wasser übergießen und quellen lassen. Die Pilze von den Stielen befreien und diese entsorgen, den Rest etwas kleiner schneiden.Ebenso das Soja-Geschnetzelte mit der angegebenen Menge kochendem Wasser übergießen und zur Seite stellen

Die Haferflocken in einem Mixer als erstes zu Haferflockenmehl zerkleinern (muss nicht superfein sein). Dann die Bohnen zufügen, Pilze, Zwiebel, Rote Bete und Gewürze und nur so lange mixen, bis eine homogene Masse entstanden ist. Die Masse in eine Schüssel geben, nun das Soja-Geschnetzelte und den Mais untermischen und nochmals abschmecken. Hände leicht einölen, Masse vierteln und in der Hand zu Patties formen. Auf vier zurecht geschnittene Backpapierstücke setzen und für 15 Minuten die Patties ruhen lassen. Anschließend sind sie griffiger und weniger klebrig.

In einer beschichteten Pfanne mit etwas Öl von beiden Seiten anbraten. Wer einen Cheese-Burger basteln will, legt auf die zweite Seite direkt die Scheibe Käse, damit diese schön schmilzt und deckt dafür die Pfanne mit einem Deckel ab.


Den Burger nach Belieben stapeln: mit Majo bestreichen, Salatblatt, Pattie, Stück grüne Paprika (auf Foto leider nicht zu sehen ;) und Gemüse-Confit. Aber ganz eurem Gusto überlassen. Ein paar gebratene Champignons passen auch gut. Oder wer mag Cornichons oder rote Zwiebelringe. Oderoder...

Inspiration Pattie: Yuen Men Cooking - Youtube/ light brioche burger buns - The clever carrot  

 

 

Ich weiß, Thronjubiläen erhalten mehr Aufrufe. Oder Schlammschlachten vor Gericht von Hollywood-Stars. Wobei ich bei letzterem ebenfalls viel gelernt habe: eine Person mit *histrionischer Persönlichkeitsstörung* kenne ich selbst, mir fehlte nur seither für das eigene psychologische Gutachten das spezifische Wort! Immer gut, wenn das Kind einen Namen hat und man weiß, mit wem oder was man es zu tun hat.

Aber ich wollte die Aufmerksamkeit noch auf etwas anderes lenken. Schließlich erleben wir den bedeutenden Beginn einer Zeitenwende mit. Wer gedanklich noch eine Portion Gehalt vertragen kann, dem möchte ich den von Radio München eingelesenen Text von Julia Weiss *Die Abschaffung der Seele*  (Youtube) ans Herz legen/ für jene, die lieber lesen, ist er im Multipolar-Magazin abgedruckt. 

Der Text beschäftigt sich mit nichts Geringerem als der Gestaltung der Zukunft der Menschheit - nochmals gleiches Thema wie hier in meinem Post *die Entscheidung*. Dank der Eitelkeit und der Hybris der Machthaber und Elite machen sie keinen Hehl darauf, wohin sie steuern und wie sie die Weichen stellen. Kern dieser Auseinandersetzung bleibt die damit verbundene Frage an den Einzelnen, welchen Weg er für sich einschlagen will.

Kunstbetrachtung: Gnocchi alla romana mit Tomaten-Fenchel-Sugo

Dienstag, 18. Februar 2020


Entgegen dem Trend einer Handy-App den Vorzug zu geben, hänge ich immernoch an meinem Taschenkalender, meinen sogenannten *Terminator*. Stets vom gleichen Hersteller. Jedes Jahr begleitet mich darin ein anderer angeschwärmter *Kalenderspruch* (volle Team #Kalendersprüche - ihr wißt Bescheid). Und allerspätestens nach einem Jahr habe ich diesen dann für mein restliches Leben verinnerlicht.

In einem Jahr lautete er - übernommen von einem befreundeten Psychoanalytiker: *Der Irrsinn beginnt dort, wo du an deiner eigenen Wahrnehmung zweifelst*. BÄM, oder, ein Faustschlag von Satz! Ohne funktionierende Sinne, die zu einem Urteil finden, wird es zweifelsfrei schwierig. NOCH schwieriger. Für nahezu sämtliche Tiere ist der störungsfreie Einsatz ihrer Sinne existenziell wichtig: sei es um zu Nahrung zu finden, sei es, um nicht selbst zu solcher zu verkommen. Nur wenige Tiere können es sich leisten, dumpf in der Sonne vor sich hinzudösen - wie etwa domestizierte Tiere. Oder Löwen.

*Wer sich auf andere verlässt, ist selbst verlassen* knüpft ein anderer Spruch an ersteren an. Er weißt ebenfalls darauf hin, dass man zuerst einmal SELBST hinschauen und hinhören sollte - der Eigenständigkeit zuliebe. Gut, überdreht in die andere Richtung droht die Gefahr der Verblendung oder des Verrennens als Mensch. Es ist halt kippelig. Doch es nützt nichts: wer zu einem gesunden Selbstvertrauen finden will, braucht unabdingbar eine verlässliche Wahrnehmung. Und ein mündiger Mensch hat nun mal urteilsfähig zu sein. Sonst macht er nur das Äffchen. Oder den Wahnsinnigen.

Wunderbar lässt sich das sowohl demonstieren wie üben, wenn es um eigentlich nichts geht, nämlich um Kunst. Denn komischerweise habe ich den Eindruck, dass viele heutzutage auf Kunst verschüchtert reagieren. Warum? Dafür braucht es weder Mut noch Studium. Lediglich einen lautgemachten Eindruck, eine artikulierte Position, eine eigene Haltung. Geht doch nix kaputt dabei!

Das weiß ich quasi aus erster Hand. Gestaltete sich das Studium an der Aka sehr easy, so war doch die abschließende Kunstgeschichtsprüfung richtig happig. Und zwar wurde u.a. zum mündlichen Abschluß unter der großen Fülle aller Epochen die Themen Malerei, Skulptur, Architektur und Fotographie derart abgefragt, als dass drei Dias (ganz oldschool) an die Wand geworfen werden und wenns ideal läuft, kann man sagen: was-wer-wann. Das bedeutet folgerichtig, dass man in der Vorbereitung genötigt ist, sich sehr umfassend mit allen Richtungen von Kunst auseinanderzusetzen. Dabei stellt sich dann en detail raus, dass man wirklich - beim besten Willen -  nicht mit allem etwas anfangen kann. Hey, und das ist totally okay. 

Bei Beuys beipsielsweise bin ich komplett raus. Keine Ahnung wie der Hamster zu seiner Stellung kam - durch mich bestimmt nicht. Gerne dürfen irgendwelche Experten versichern, dass sein Werk für sie trotzdem Kunst ist. Aber eben *für sie*.

Denn brechen wir Kunstbetrachtung mal runter auf das, was es ist. Es ist - im besten Fall - eine individuelle Auseinandersetztung von einem Subjekt (Mensch) mit einem Objekt (künstlerischem Gegenstand). Einzelschaffender präsentiert Einzelperson seine Arbeit. Sodele, und entweder findet dabei ein Austausch statt, also spricht einen das, was man anschaut (liest, hört, riecht...) irgendwie an. Oder eben nicht. Wie im echten Leben. Immer alles möglich. Aber völlig UNMÖGLICH ist, sich mit allem und jedem auseinandersetzen zu wollen. Und wer verlangt, dass man das muss? Dafür ist Welt zu manigfaltig und definitiv zu dicht besiedelt. Wer das Gegenteil behauptet, lebt im Reich der Utopie. Eigentlich kann man sogar sagen, dass jede Auseinandersetzung im Guten bereits einem kleinen Liebesakt gleichkommt. Denn mit wieviel Menschen setzt man sich auseinander? Eben. Hauptsächlich winkt man sich doch gegenseitig durch. Weil... siehe oben.

Ich fasse zusammen: wie großartig ist es, wenn man überhaupt *Kunst* begegnet, die einen irgendwie berührt, die einen innerlichen Prozess anzustoßen vermag. Niemand veranschaulicht hübscher als Stefan Draschan, dass manche Bilder anscheinend wie gemacht sind für ganz bestimmte Betrachter (kleiner Ausschnitt). Oder umgekehrt. Betrachter für Gemälde. Zumindest für diesen Augenblick. Ob nun Zufall oder Kismet - das mag jeder selbst entscheiden...


Die cremigen Polenta-Taler zusammen mit dem kräftigen Sugo haben uns allerköstlichst geschmeckt - das wird ein Rezept, auf das ich in Zukunft immer wieder zurückgreifen werde... ohne die Lust zu verspüren, daran auch nur irgendetwas zu verändern. SO lecker!

Zutaten 2P:

100g Maisgrieß (m: Instant-Polenta)
200g Milch
200g Gemüsebrühe
1 TL Thymian, getrocknet
Salz, Pfeffer
1 Stich Butter
2 EL Parmesan, gerieben

Sugo:
2 Fenchelknollen (ca. 500g)
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen 
1 TL Fenchelknolle
400g Ofen-Tomaten*
1 Schuß Portwein
1 Schuß Rotwein
Harissa
1 Pr Zucker
1 EL Rosmarin, fein gehackt
1 EL Kapern
2 EL Mais
(optional: Balsamico-Reduktion)
Olivenöl

Zubereitung:

Milch mit Gemüsebrühe und Thymian aufkochen, den Stich Butter zufügen, dann die Polenta unter stetigem Rühren klümpchenfrei einrießeln lassen. Etwa 2-3min köcheln lassen. Zuletzt den Parmesan unterrühren und nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken. In eine geölte Form füllen und glatt streichen und mindestens 2 Stunden auskühlen lassen (m: abgedeckt über Nacht).

Am nächsten Tag mit einem Ausstecher (m: 6cm Durchmesser) dicht an dicht Kreise ausstechen.

Für das Sugo die Zwiebel fein würfeln, den Knoblauch ebenfalls. Den Fenchel putzen, halbieren, vierteln und vom Strunk befreien. Dann in sehr feine Streifen schneiden.

Zwiebeln in Olivenöl glasig dünsten, kurz vor Ende den Knoblauch zufügen, dann den Fenchel mitrösten und schließlich mit dem Fenchel 5min weiter braten.

Nun Ofentomaten, Rosmarin, Harissa und Port wie Rotwein untermischen. Das Sugo etwa 25-30min sanft offen köcheln lassen. Salzen, pfeffern und mit einer Prise Zucker (und wer hat Balsamico-Reduktion) abschmecken. In eine Gratin-Form umfüllen und die Polenta-Taler darauf setzen.

Ofen auf 210° (O/U-Hitze) vorheizen.

Zusätzlich das Gratin mit etwas geriebenem Parmesan und etwas Thymian bestreuen und mit Olivenöl beträufeln. Für 15min in den Ofen schieben.

Inspiration: Brigitte

*Anmerkung m: gut gefällt mir die Idee die Ofentomaten durch eine Mischung aus geschälten Dosen-Tomaten, getrockneten Tomanten und etwas Tomatenmark zu ersetzen - diese Kombi intensiviert den Tomatengeschmack.



Paris ist weit weg IV: Ofen-Chili-Gonzales-Risotto

Sonntag, 10. November 2019


Vom hiesigen gepflegten Durcheinander habe ich euch erzählt, von der Die-da-oben-Haltung berichtet und bereits 3 mal die Welt versucht zu beleuchten aus Sicht der französischen campagne. Heute wird es nochmals politischer in der *Paris ist weit weg*-Reihe.

Und zwar erließ - sagen wir es, wie es ist - ein waschechter grüner Bürgermeister in der Bretagne, Daniel Cueff, eigenmächtig den Erlaß, dass bei dem Ausbringen von Pestiziden ein Mindestabstand von 150 Metern zu Wohnhäusern einzuhalten ist. Ausschlaggend dafür war, dass einige besorgte Bürger eine Urinprobe durchführen ließen, die auffallend viel Glyphosat im Urin konstatierte. Die einzige Erklärung für dieses Ergebnis befand der Bürgermeisters darin, dass die Bürger seiner Gemeinde das Glyphosat über die Luft aufgenommen haben mußten.

Umgehend setzte die höhere Instanz dagegen: ein Richter urteilte, der Ortsvorsteher habe seine Kompetenzen überschritten und hob die Umsetzung des Erlasses vorläufig auf.

Doch der Fall schlägt große Wellen, immer mehr Bürgermeister trotzen dem französischen Staat und schließen sich dem bretonischen Widstand an. Die Bewegung ist mittlerweile auch in der Drôme angekommen, aka  in einer Nachbargemeinde, wo gleichfalls deren Gemeinde-Oberhaupt entschied: Sicherheit der Anwohner geht vor und eine erweiterte Pestizid-Schutzzone wird eingeführt - selbst wenn sich der Streit zunehmend zuspitzt.

Man könnte sich jetzt fragen, wie Daniel Cueff  überhaupt auf die Idee gekommen war, dass die Luft das Glyphosat in der Umgebund verteilt hat. Das liegt mit an seiner vorausgegangenen Politik, in der er seit 25 Jahren die Ortschaft auf Nachhaltigkeit trimmt, auf nachhaltige Entwicklung setzte, auf grünen Strom, auf Öko-Wohnbau, Bio-Essen in der Schulkantine, Verbot von Einsatz von Pestiziden auf kommunalem Grund... 

Tatsächlich brachten Untersuchungen in Südtirol - dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Europas - zutage, dass dort die Luft belastet ist durch verschiedene Pestizide: von 29 getesteten Pestiziden konnten 20 nachgewiesen werde. Ein Befund, der den Aussagen der EU-Lebensmittelbehörde EFSA widerspricht, wonach sich einige Pestizide gar nicht in der Luft verteilen dürften oder dort von alleine zersetzen sollten - was sie nun nachweislich nicht tun. Erschreckend finde ich, dass selbst mehrere Kilometer entfernt auf 1.600 Meter Höhe in einem Seitental immerhin noch sechs Wirkstoffe entdeckt werden konnten. Wie lächerlich in Anbetracht dessen sind dann 150 Meter Sicherheitsabstand?

Ein Problem in der Untersuchung von Pestiziden (nicht nur seitens der EFSA) scheint zu sein, dass die Pestizide immer nur einzeln betrachtet werden, aber nie in ihrer Wechselwirkung mit anderen Wirkstoffen - obwohl etwa in einer Apfelplantage bis zu 31mal Pestizide eingesetzt werden können. Es scheint wohl nicht von der Hand zu weisen, dass der Einsatz von Pestiziden und das Artensterben zusammenhängen, selbst wenn von öffentlicher Seite wiederholt die Sicherheit von Pflanzengiften suggeriert wird. 

Recherchiert man im Internet zu Gefahren von beispielsweise Glyphosat finden sich absolut gegensätzliche Urteile - wenngleich ich aus meiner Tendenz keinen Hell machen will, dass ich dem Eingriff mit Giften in die Natur prinzipiell skeptisch gegenüber stehe, einfach weil Langzeitfolgen für ein Öko-System kaum bis gar nicht abzuschätzen sind. Noch ist offen, ob die Klage gegen Bayers Unkrautvernichter Glyphosat auf einen Vergleich hinausläuft - ähnlich etwa wie im Fall der Opiadkrise in den USA.

Wer übrigens glaubt, dass die Luftbelastung von Pestiziden ein rein ländliches Problem darstellt, der irrt: größter Einzel-Abnehmer von Glyphosat in Deutschland ist die deutsche Bahn - ihr erinnert euch, Stichwort *Parkplatz*...

Lange Rede, worauf ich grundsätzlich hinauswill: ich bin großer Fan, wenn das aktuelle gute Beispiel Schule macht (erneut mit Sybille Berg) und anderen als Orientierungshilfe dient. Sei es die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern - deren Verhalten während und nach der Attentat-Situation neue Maßstäbe setzte oder etwa Daniel Zimmermann, der seine Gemeinde u.a. in die Schuldenfreiheit führte (um nur ein weiteres Beispie von vielen aufzuführen).

Es ist für mich sehr faszinierend, dass ein einzelner Mensch, der fest zu seinen Werten steht, eine derart zwiespätige Rückkopplung auf seine Umgebung hat: für die einen wohltuend, für die anderen demaskierend.


Seit Sybille (die hier sogar mit einem Gast-Beitrag verewigt ist) auf ihrem Blog *Tomatenblüte*  von der Zubereitung von Risotto im Ofen schwärmte, wollte ich das mal ausprobieren. Aber es brauchte noch den Anstoß von Miriam und ihrem Vater von *Unser Meating*, um den Plan endlich in die Tat umzusetzen - das Rezept sprach mich nämlich direkt an. Klar, ein bißchen Rumfummeln konnte ich nicht lassen. Gut gefiel mir an dieser Machart, dass man die Flüssigkeit des Risotto zu Ende noch etwas justieren kann - damit seht und fällt schließlich jedes Risotto. Prädikat: sehr lecker. Wir haben die üppige Portion fast zu zweit geschafft...

Zutaten 2-3P:

350g Süßkartoffel
140g Rundkorn-Reis (m: Halb-VK)
100g Mais
100g Bohnen
100g Räuchertofu
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 rote Paprika*
100ml Kokosmilch
3 EL Ofentomaten
400ml Gemüsebrühe
40g Tahini
1 Zweig Rosmarin, die Nadeln fein gehackt
1/2 TL Zitronen-Curry
1/4 TL Kreuzkümmel
1 Msp Pimenton dela vera
1 TL Ingwer, fein gehackt
Salz, Pfeffer

2 EL Petersilie, fein gehackt
Cashew-Nüsse, grob gehackt
1/2 Zitrone, Saft davon

Zubereitung:

Den Ofen auf 180°C vorheizen. 

In einer Gratinform (m: 22cm x 30cm)  die geschälte und gewürfelte Süßkartoffeln, den ebenfalls gewürfelten Tofu, die fein gehackte Zwiebel, sowie Reis, Kidneybohnen, Mais und die in Streifen geschnittene Paprika verteilen und vermischen und zur Seite stellen.

In einer Schüssel den feinst geschnittenen Ingwer und den fein gehackten Knoblauch mit Rosmarin, Brühe, Ofentomaten, Kokosmilch, Tahini den Gewürzen gut verrühren - abschmecken mit Salz und Pfeffer. 

Die Mischung über das Gemüse und den Reis in das Blech gießen, alles gut vermischen und anschließend wieder gleichmäßig ausbreiten, sodass Süßkartoffeln und Reis gut mit Flüssigkeit bedeckt sind. Mit Alufolie zudecken und 45min im Ofen backen.

Das Blech aus dem Ofen nehmen und die Folie entfernen. Die Ofentemperatur auf 220°C erhöhen und weitere 10min backen. Die Garzeit hängt von der verwendeten Reissorte ab. Mein Halb-Vollkorn braucht etwas länger als der weiße Reis und etwas kürzer als der vollem Vollkorn. Hier kann man auch mit der Flüssigkeit nachjustieren: gegebenenfalls noch etwas Brühe nachgießen. Das Gericht ist fertig, wenn der Reis gar ist und sich rundherum eine Kruste gebildet hat. 

Zum Servieren mit Petersilie und gehackten Nüssen bestreuen und mit Zitronensaft beträufeln.

*Anmerkung m: ich verwende stets unter dem Grill gehäutete Paprika, die ich so vorbereitet aus der Tiefkühle ziehen kann. Man kann ebenso wie Miriam prima Ernuss-Crème und gehackte Ernüsse verwenden - schmeckt genauso super. Dass ich auf andere Nüsse ausgewichen bin, hing einzig und allein an der Tagesform...

Inspiration: Miriam von Unsermeating 


Schlagworte: Hummus-Teller

Mittwoch, 22. Mai 2019


Der reinrassige, eingefleischte, orthodoxe Vollblut-Pazifist wird bereits bei dem Begriff *Schagwort* zusammenzucken. Zu aggressiv. Zu angriffslustig. Doch niemand arbeitet lieber damit wie Werbung und Politik. Das fällt gerade jetzt wieder zur Europa-Wahl auf. Einfach, klebrige, eingängige Versprechungen - mehr Inhalt braucht es nicht.  Oder mehr passt halt nicht auf das Plakat. Das muss man verstehen. Und alles klingt irgendwie ähnlich reisserisch: *Just do it* oder *Yes wie can*, *Das schaffen wir* oder *Wenn's gut werden soll* - als wären sämtliche Slogan von der gleichen Agentur entworfen worden. SameSame but different!

*Wir lieben Europa, deshalb wollen wir es verändern* las ich gerade. Merkwürdige Liebeserklärung: ich mag dich, deshalb gefällst du mir nicht, wie du bist. Für mich muss man anders Süßholz raspeln. Komisch auch, dass diese Versprechungen durchaus unerfüllbar bleiben dürfen. Ist ja nur der Aufhänger. Das sollten wir kapiert haben. Im Kleingedruckten steht das Wesentliche. *Quand l'Europe veut, l'Europe peut* - *Carglass répare, Carglass remplace!*  

Aber wenn wir schon dabei sind, dann hätte ich ebenfalls ein paar Vorschläge anzubieten. Wie gesagt: *Vorschläge*. Meine Ethik-Professorin an der Uni brachte mir bereits bei, dass selbst die Menschenrechtscharta lediglich Vorschläge sind. Unverblindliche Richtlinien. Wenngleich auch sehr schön klingende. Voilà, also los gehts aus meiner Schreibwerkstatt:


*Leben Sie einfach - wir kümmern uns um Ihre Datensicherheit*

*Weltfrieden - macht Kinder froh!*

*Europäische Atomkraft - DER Garant für sichere Endlager!*

*Wenns einmal läuft: europäischer Warenverkehr auf Schienen!*

*Für europäisches Handwerk - die Bürokratie übernimmt ab sofort der Staat!

*Jetzt mal echter Mehrweg: 
Jeder Produzent haftet für das Recycling seines Produktes*

*Die Natur und du: Artenvielfalt gleich Lebensvielfalt*

*Zufriedenheitsgarantie: Embargo aller Ländern, die Waffen exportieren!*

*Dicke Autos - fette Steuer!* 
 
 
Ach, ich könnte endlos weitermachen. Irgendwie erwartet ja keiner mehr groß Ergebnisse. Oder doch? Eigentlich sind es doch vielmehr verwunschene Zielvorstellungen, die angestrebt werden wollen. Irgendwann. Und erstmal theoretisch. Fristen sind sowieso was für Kleindenker. Und die Welt ist zu komplex für echte Hauruck-Aktionen. Global Playing wenn es um das Klima oder das Recht von Lebewesen geht - zu große Brötchen. Gut, ja, vielleicht sollte ich etwas besser über Politik denken. Die Poltikschaffenden machen mir es leider nicht einfach, da mein Maßstab der uralte Spruch bleibt: *An den Taten werdet ihr gemessen*. Wären vielleicht mehr wie die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern - deren Gebaren fand ich in der Attentat-Situation ganz toll - dann, vielleicht dann... 

Ihr habt auch noch mehr Vorschläge? Bitte her damit, nur raus damit! Ich verspreche auch, ganz bestimmt nicht in die Politik zu gehen. Lieber koche ich uns etwas Leckeres. Und zwar einen Hummus-Teller, den ich genau so in einem kleinen türkischen (eigentlich kurdischen) Resto in Freiburg gegessen hatte. Ich hätte mich wirklich reinsetzen können: die seidige Kichererbsen-Crème, die knusprigen Falafel dazu. Ganz nachbasteln konnte ich es zuhause nicht. Für uns zwei hatte ich keine Lust die Friteuse anzuwerfen und ersetzte Falafel durch Mais-Küchlein. Und wie sich rausstellte, bräuchte ich für die gleiche Cremigkeit des Hummus wohl einen besseren Mixer (vielleicht seid ihr besser ausgestattet wie ich). Nichtsedestotrotz: ein oberköstlicher Teller!


Zubereitung:

Maisküchlein:
100g Maisgrieß/ Instantpolenta*
400ml Gemüsebrühe
2 TL Rosmarin, fein gehackt
Harissa
2 TL Tomante-Confit
3 EL frische Kräuter
1 TL Mandelmus

Salz, Pfeffer

Grill-Gemüse
Paprika, Brokkoli, Karotten, grüner Spargel, rote Zwiebel
Marinade
3 TL Koriander
1 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Sumac
1/2 TL Paprika
Salz, Pfeffer
Sonnenblumenöl

Hummus
300g Kichererbsen, gekocht, geschält*
1 Zitrone, der Saft davon
1 EL Tahini
2 Knoblauchzehen
Kochwasser der Kichererbsen
(ansonsten einfach etwas Wasser)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

am Abend zuvor:

Kichererbsen am Abend zuvor mit ausreichend Wasser bedecken und quellen lassen. 

Für die Mais-Küchlein die Brühe mit dem Rosmarin aufkochen. Die Instantpolenta einstreuen und etwa 3min unter Rühren köcheln lassen bis die Polenta anzieht. Dann die restlichen Zutaten untermischen und sehr würzig abschmecken. Eine Kasten- oder Gratinform mit Frischhaltefolie auslegen und die Masse darin glatt einstreichen, so dass sie etwa 1cm Höhe hat. Abkühlen lassen, abdecken und in den Kühlschrank stellen.

Quellwasser der Kichererbsen abschütten, mit neuem Wasser aufsetzen und weich garen (m: mit einem Stück Kombu-Alge). Kochwasser auffangen und aufbewahren - Kichererbsen häuten s.u. bei *Tipp*

Alle Zutaten in einem Mixer geben und so cremig und glatt wie möglich pürieren (mir gefiel am Original, dass die Konsistenz eher eine Sauce als ein Püree war, also flüssiger als ich es sonst gegessen habe).

Den Ofen auf 200° vorheizen. Gemüse putzen: Brokkoli in Röschen teilen, Paprika und rote Zwiebel in Streifen ebenfalls Karotten in nicht zu dicke Streifen schneiden, Spargel in mundgerechts Stücke richten. Die Zutaten der Marinade mischen. Ich habe nur einen Teil des Gemüses damit mariniert, nämlich Karotte und Brokkoli und den Rest pur vorgezogen, also auf die andere Seite der Gratinform gegeben, nur mit etwas Öl beträufelt und gesalzen und gepfeffert. Für ca. 20 min im Ofen garen. Für ein paar wenige Minuten habe ich noch den Grill abschließend angeworfen.

Während das Gemüse im Ofen schmorrt, aus der Polenta kreisförmige Küchlein ausstechen und in Öl von beiden Seiten knusprig braten.

Die Hummus-Crème auf den Tellern verteilen, Gemüse und Mais-Küchlein darüber und los gehts...

TIPP: In diesem Fall ist Instant-Polenta die bessere Wahl, weil die Küchlein dadurch mehr Halt erhalten. Nimmt man - wie ich sonst - bevorzugt richtigen Maisgrieß, muss man die Küchlein beim Wenden mit mehr Vorsicht behandeln.

um Kichererbsen zu häuten, die zwischen den Handflächen hin-und herrollen - dabei löst sich die Schale - nun zurück in eine Schale mit Wasser geben, dabei schwimmt die Schale oben an der Wasseroberfläche und die Kichererbsen sinken nach unten.



Verzwickt: Chili im Sheperd's Pie-Style

Samstag, 13. April 2019


Was in den letzten Jahren auffällig zugenommen hat, das ist die Anzahl der Jogger, die durch das Dorf wedeln. Jogger gabs früher überhaupt keinen einzigen. Und wenn, dann ist alles an die Fenster gestürzt - selbst die Lämmchen an den Elektrozaun: das wollte man sich nicht entgehen lassen. Vielleicht aus ganz alten Dorfmechanismen heraus: rennt einer, dann muß was passiert sein. Denn sonst hatte man - mit Viech und Hof - definitiv ausreichend Bewegung. Unter allen Freizeitbeschäftigungen war *Joggen* mit Abstand das letzte, was einem eingefallen wäre. Wenn überhaupt - das Höchste der Gefühle quasi - dann stolperte man am Wochenende mal mit dem Hund über den Acker.

Fahrradsporter hingegen, die gibt es schon immer. Die *Tour de France* ist in Frankreich eine heilige Kuh und hat viele Fans. Es ist ein typisches 60Plus-Hobby, ein Rentnersport. Die Alte nun schlagartig den ganzen Tag um sich zu haben, muss derart nerven, dass man es vorzieht Berg hoch-Berg runter zufahren. Bei manchen bleichen, zusammengefallenen Gesichtern, die den Hang hochkeuchen, stellt man sich die Gattin besonders grauselig vor. Die Traute zuhause hingegen ist froh, nicht immer um den Ehemann herumputzen zu müssen. Zudem fühlt sie sich in keinster Weise beunruhig: Romanzen begannen noch niemals nie in engen Radlerhosen sowie atmungsaktiver Sportmontur. Soweit das Klischee.

Wanderer zieht die Drôme ebenfalls auffallend in steigenden Zahlen an. Mehr und mehr Franzosen entdecken ihr ursprüngliches départment mit der wilden Natur und den vielen ausgeschilderten Wanderwegen. An manchen Tagen sage ich zu dem Habib, dass ich demnächst unterhalb des Hauses Powerriegel und Energiedrinks verkaufe - denn wir liegen an einem als mit besonderer vue panoramique ausgezeichnetem Pfad. Wandern wiederum wird mehr und mehr Gruppensport - etwas, das ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, wenn stetig plaudernd an der Natur vorbeigewalzt wird.

Alors, nein, die 5-6 Jogger im Monat sind ein Zeichen dafür, dass die Stadt aufs Land gefunden hat. Das sind Menschen mit secondaires, also Ferienhäusern, die Knecht und Magd halten, also alle körperliche Arbeit wie Garten oder Putzen von Personal erledigen lassen. Feriengäste mit Eigentum, die die Natur als Deko benutzen und zum Ausgleich Sport machen. Man ist bereit, für Bio-Gemüse mehr zu bezahlen, aber Dreck unter den Fingernägeln will man nicht. Es geht Richtung den *Kiesgärten*, wie ich es dieser Tage bei der Sendung *Quer* gesehen habe. Gartenpflege ist lästig, ruiniert den Rücken, die Knie und die Hände. Da geht man in seiner Freizeit lieber in die Schmucki-Bude. Hifie-Gärtnerjobs boomen rundherum bei uns.

Gut, ich zeichne das etwas tendenziös, aber Fakt ist: man kann einen Garten nicht pflegen, wenn man nur ein paar Tage im Jahr in ihm lebt. Leider bringt die Schönheit und die damit einhergehende Beliebtheit der Gegend der Drôme für viele junge Familien im Schlepptau mit, dass sie sich Grund und Boden - gerade und vorallem mit Garten - nicht leisten können. Und die wiederum würden SEHR gerne ihr eigenes Gemüse anbauen. Es ist eine Krux. Ich erwähnte es bereits: die Ruine oder den zusammengefallenen Kuhstall zum Schnapperpreis gibt es in hier schon lange nicht mehr - auch wenn es so wirkt... Manchmal kommt einem alles verdreht vor...


Perfekt zur Jahreszeit passen Hülsenfrüchte. Ich kürze mir das Kochen für das Mittagessen gerne ab, denn dann haben wir Hunger. Kichererbsen und Bohnen koche ich mir vor und friere sie ein (seit *Celebrating Whole Food* übrigens stets mit einem Stück Kombu-Alge). Auch gegrillte Paprika häute ich, wenn ich Muse habe und nicht wenn mir der Magen knurrt. Ansonsten wurde verwertet, was treue Blogleser aus meiner Speiß bekannt vorkommen sollte. Ich fand das Gratin extrem lecker: die cremige Hirse mit dem ersten Bärlauch aus dem Garten, darunter das leicht feurige, knackige Chili und obendrüber die Knusperschicht. Das mache ich genau so wieder!

Zutaten:

140g Hirse
300ml Wasser
Salz, Pfeffer
1 EL Mandelmus
1/2 Bund Bärlauch

150g Kidney-Bohnen, gegart*
150g Mais
100g Kichererbsen, gegart*
1 rote Paprika, unter dem Grill geröstet und gehäutet
1 rote Zwiebel
2 frische Knoblauchstangen
250g Kürbis-Karottensuppe*
100ml Gemüse-Confit
1 Zweig Rosmarin
1 TL Thymian, getrocknet
Harissa
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
1 Msp Pimenton de la vera

2 EL Semmelbrösel
Sonnenblumenöl
Salz, Pfeffer



Zubereitung:

Hirse in kaltem Wasser aufsetzen, zum Kochen bringen, salzen und 20min leicht köcheln lassen. Bärlauch fein hacken. Zusammen mit dem Mandelmus untermischen - es sollte eine cremige Konsistenz entstehen (ansonsten noch etwas Wasser zufügen). Pfeffern.

Zwiebeln fein würfeln. Knoblauchstange in dünne Ringe, den Paprika in schmale Streifen schneiden. In Sonnenblumenöl die Zwiebel mit dem Knoblauch anschwitzen. Paprika zufügen und kurz mitrösten. Suppe, Confit, Bohnen, Mais und Kichererbsen sowie fein gehackter Rosmarin und Thymian zufügen - je nach Suppenkonsistenz noch etwas Brühe (solle zwischen flüssig und cremig sein). Etwa 15min köcheln lassen. Pikant abschmecken mit Harissa, Salz, Pfeffer, Zucker, Pimenton und etwas Zucker.

Chili in eine ofenfeste Form füllen, mit der Hirse abdecken und die Semmelbrösel darauf verteilen. Salzen, pfeffern und Öl darüber träufeln. Unter dem Grill kurz gratinieren.

*Anmerkung m: Natürlich kann man auch Bohnen und Kichererbsen aus der Dose verwenden - selbst gekocht schmecken sie aber besser und knackiger/ meine Suppe kann ersetzt werden durch etwas weich gegarte und pürierte Karotte und/ oder Kürbis/ das Gemüseconfit kann notdürftig durch Pesto Rosso ersetzt werden

trotzig: opulentes Chili mit Mais-Fritters

Mittwoch, 26. September 2018


Kein Regen in Sicht. Und eigentlich zählt die Drôme zu einer der fruchtbarsten Gegenden von Frankreich. Weil zusätzlich zu viel Sonnenschein immer mal wieder ein Schauer runter geht. Azurblauer, wolkenloser Himmel. In der Wettervorhersage weiterhin Soleil soweit das Auge reicht. Meine hauptsächliche Gartenarbeit besteht nachwievor aus Gießen. Als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Und selbst die obligaten Wetter-Sprüchlein zur Begrüßung à la *On a du beau temps - c'est le principal* bleiben einem mittlerweile etwas im Hals stecken. So kann es doch nicht weitergehen?! Smalltalken heißt übrigens ins Französische übersetzt: *parler de la pluie et du beau temps* (über den Regen und das schöne Wetter sprechen) - und exakt so handhabt man das auch - mit positivem Grundton. Gerade bei Sonnenschein. Eigentlich.

Meine biologische Uhr drehte aber schon eine Weile weiter auf Herbst. Genug mit kurzen Hosen und barfuß laufen. Genug baden gegangen. Ich bin bereit für Socken. So wie der Garten bereit dafür ist, dass manche Beete umgestochen und für nächste Saison vorbereitet werden. Oder nochmals eine späte Saat ausgebracht wird. Das macht nur bei der Trockenheit überhaupt keinen Sinn. Der Boden ist hart wie Beton. Bei den Pflanzen im Garten geht es sowieso schon lange nicht mehr um Wachstum - vielmehr geht es ums Überleben. Einen ganzen Garten kann man unmöglich wässern...

Trotzig habe ich beschlossen, uns wenigstens ein herbstlich anmutendes Gericht auf den Tisch zu bringen. Einen Eintopf. Ein Chili. Ein Gericht, das auch kalte Zehen wieder zum Leben erwecken würde. Rein theoretisch. Ich vermelde, wenn dazu endlich auch Notwendigkeit besteht ...


Zutaten 4P:

1 rote Zwiebel
3 Knoblauchzehen
3 rote Paprika
1 Karotte
1 Stange Lauch
1 Stange Sellerie
1 kleine Zucchini*
100g getrocknete Bohnen*
1 Stück Kombu-Alge, ca. 5cm
1 Schluck roter Portwein
1 großer Schuß Rotwein
200g Ofentomaten
2 TL Thymian
1 TL Oregano
3 Lorbeerblätter
1/2 TL Pimenton dela vera
1 TL Paprika-Pulver
1/2 TL Kreuzkümmel
Harissa
(optional: ein Stückchen schwarze Schokolade
mindestens 70%)
Salz, Pfeffer
Olivenöl

100ml Kefir
50g Maismehl
150g Maiskörner (m: gefroren)
1 EL Sellerie-Stange, fein gehackt
1 Schalotte, fein gehackt
1 EL Sellerie-Grün, fein gehackt
1 Ei
Salz, Pfeffer
Öl zum Backen

Zubereitung:

100g Bohnen am Vortag in reichlich Wasser einlegen. Bohnen spülen und mit frischem Wasser und dem Stück Kombu-Alge ca. 45min köcheln lassen - abschütten und ca. 250ml von dem Kochwasser auffangen.

Die Paprika vom Kerngehäuse befreien, unter den Ofengrill legen so lange bis sie schwarze Blasen werfen. Die Haut entfernen und die Paprika in kurze, schmale Streifen schneiden.

Zwiebel, Knoblauch, Sellerie und Karotte fein würfeln. Lauch halbieren und in feine Streifen schneiden. Kleine geschnittenes Gemüse (inklusive Paprika) in dem Olivenöl anrösten bis die Zwiebel glasig ist. Dann die Gewürze zufügen und ebenfalls kurz mitrösten. Bohnen untermischen und die Lorbeerblätter zufügen. Mit Portwein und Rotwein ablöschen und einreduzieren lassen. Bohnen-Kochwasser sowie Tomatenconfit anschütten. Salzen, pfeffern und ca. 15min köcheln lassen bei geschlossenem Deckel.

Währenddessen die Zucchini in kleine Stücke (m: die Hälften gedrittelt und in Scheiben geschnitten) rüsten. Außerdem die Fritters zubereiten. Dafür alle Zutaten miteinander vermengen, beginnend mit Ei, Kefir und Maismehl - eas klümpchenfrei verrühren. Zuletzt die übrigen Zutaten untermengen. Dann ca. 12 Stück in heißem Fett ausbacken. Mit einem Eßlöffel kleine Häufchen in die Pfanne setzen und von beiden Seiten knusprig braten. Warm stellen

Die Zucchini nun unter das Chili rühren und weitere 10-15min köcheln lassen bei geschlossenem Deckel. Lorbeerblätter entfernen und mit Harissa, Salz und Pfeffer final abschmecken. Wer mag schmeckt hier noch mit einem Rippchen dunkler Schokolade ab. Das Chili zusammen mit den Fritters servieren. Aucfh prima zusätzlich: ein Löffel Crème fraîche.

*Anmerkung m: Die Zucchini kann gut durch eine Süßkartoffel ersetzt werden. Wer bereits gekochte Bohnen aus der Dose verwendet, der muß mit Gemüsebrühe aufschütten...

Inspiration Fritters: Petra von Chili und Ciabatta