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Snikers, vegan, no baked

Sonntag, 8. Februar 2026

 

Selbstredend schmecken diese Riegel nicht haargenau wie Snikers. Aber: sie erinnern daran. So wie auch Hannahs Snikers Eis. Bounty hat mein Blog ebenfalls im Angebot.

Der Habib ist ganz und gar Team *Snikers*. Ich bin Team *Raider heißt jetzt Twix*. Und möglicherweise könnte man ganz leicht Gruppen bilden, in der jede einzelne für einen anderen der berühmten, amerikanischen Lieblingsschokoriegel steht. 

So richtige Süßschnuten sind wir hier nicht. *Gourmand* nennen es die Fränzis, wenn man gerne nascht. Oder eben generell ein Schleckermaul ist und gerne ißt. Appetitlichkeit ist durchaus eine Auszeichnung. An süßen Hauptgerichten sich satt essen zu müssen, finde ich Horror. Aber gerne esse ich nachmittags das berühmte *Pfefferminzblättchen*. So komme ich nahezu jeden Tag zu meiner Dosis Schokolade.

Schön, wenn das auch mit lauter guten Zutaten geht. Ich habe eine neue Rubrik entdeckt, die mir Spaß macht, weil sie mir unser Leben versüßt: die veganen Süßigkeiten, die man nicht bäckt... 



Zutaten - eine kleine Form von 20cm Länge:

1. Schicht:
75g geschälte, gemahlene Mandeln
75g Haferflocken
2 EL Ahornsirup
2 EL Kokosöl
ca. 4 EL warmes Wasser
1/2 Tonkabohne, Abrieb davon
1/4 TL Salz
...
2 Schicht:
ca. 50g Datteln*
1 EL Honig*
2 EL Kokosnussöl
60g Erdnussbutter
3 EL heißes Wasser
...
3. Schicht:
75g geröstete Erdnüsse
50g Schokolade (m: Zartbitter 60%)
1 EL Kokosnussöl
fleur de sel


Zubereitung:

Eine kleine Form von ca. 20cm Länge mit Backpapier auslegen.

Für die erste Schicht alle Zutaten in der Küchenmaschine fein pürieren. Mit den Fingern glatt und gleichmäßig auf den Boden der Form festdrücken.

Nun die zweite Schicht bereiten. Dafür die Datteln klein schneiden und mit dem heißen Wasser übergießen. Wieder alle Zutaten miteinander pürieren und die zweite Schicht auf die erste Schicht streichen. Nun die Erdnüsse darauf verteilen.

Schoko mit dem Eßlöffel Kokosnussöl schmelzen. Als abschließende Schicht über alles gießen. Zuletzt mit ein wenig fleur de sel bestreuen.

Eine gute Stunde kalt stellen (noch schneller gehts in der Tiefkühle), dann in Streifen schneiden (klassische Riegel-Größe finde ich zu groß weil dann zu mächtig). Vor dem Genuß auf jeden Fall Zimmertemperatur annehmen lassen, dann ist die Erdnuss-Schicht *chewy* - so wie sie sein soll.

Anmerkung m: es ist ratsam, das Kokosöl vor Gebrauch zu verflüssigen. Auch die Erdnusscreme sollte zimmertemperatur haben zur besseren Verarbeitung/ der Habib fand die Erdnusscreme-Schicht etwas Dattel-lastig (ich nicht). Deshalb wird beim nächsten Mal versuchsweise noch ein Löffel Honig untergemischt.

Feiertag-Apfelkuchen

Sonntag, 19. Oktober 2025

 

Also ich rede hier eigentlich schon von Torte! Weil: ich habe einen Tortenring verwendet!!! Für die schmusige Sahne, die Mürbteig, Apfelkompott und Streusel toppt!

Deshalb ist das kein Kuchen für den Alltag! Das ist eindeutig die Kategorie Feiertagskaliber, die keine Wünsche offen läßt! Oder? Was sollte noch fehlen? Alles dabei. Von Frucht über Knusper über Sahnedupser. Und das Beste: ohne dass es deshalb in Zuckerbäcker-Ziseliererei ausartet.

Wir sind unleugbar im Herbst gelandet, kochen wir wieder mit Kürbis und backen wieder mit Apfel. Meine liebsten Apfelkuchen-Rezepte habe ich euch bereits zusammengestellt, quasi die 16 Best of Apfelkuchen. Jetzt wird erweitert mit Torte. Wobei der Apfelkuchen mit Rahmguß auf der einschlägigen Liste auch schon Schlagseite zu Torte hat. An dieser Stelle schicke ich euch gerne weiter zu Ulrike aka Küchenlatein und ihrer beeindruckende Sammlung von Apfelkuchen-Rezepte! Dort warten noch einige, die von mir nachgemacht werden wollen...

Wie so oft habt ihr bei meiner Torte viele Möglichkeiten zu variieren. Ich habe in das Apfelkompott einen Schuß Weißwein gegeben, und zwar von einem Bio-Weingut ums Eck. Cidre kann ich mir ebenfalls hervorragend vorstellen. In die Streusel wanderte wie immer mein Sugar Spice rein, ich stehe einfach drauf. Vielleicht wollte ihr nur Zimt verwenden? Oder nur Kardamom? Oder Tonka-Bohne? Spielt mit den Aromen, die eure Favoriten sind und nix kann schief gehen. Ein gutes Rezept habt ihr ja hiermit.


       

       


Ich mußte allerdings erstmal im Supermarkt suchen, ob die Fränzis auch Sahnesteif haben. Noch gar nie hier gekauft. Als ich zu bloggen anfing, war Espuma der letzte Schrei. So einen Sahne-Syphon brauchte ich dann unbedingt wie gefühlt alle anderen. Daher wüßte ich wirklich nicht, wann ich das letzte Mal Sahnesteif verwendet habe. Mais bon, bien sûr gibts in Frankreich ähnliches als *mon Cremfix* etwa...

Zutaten - Springform 26cm:

Mürbteig:
200g Mehl (m: D1050)
100g Butter, kalt
80g Rohrzucker
1 Ei
1 Msp Back-Pu
1 Pr Salz
...
Apfel-Kompott:
600g Äpfel (geschält)
500ml Apfelsaft 
(m: davon 50ml Wei0wein)
1 Päckchen Vanille-Pudding
...
Streusel:
90g Mehl
90g Nüsse
25g Haferflocken
90g Butter
70g Muscoavdo-Zucker
1/2 TL Zimt (m: Sugar Spice)
...
400ml Sahne
2 P Vanille-Zucker
2 p Sahnesteif


Zubereitung:

Springform buttern und mit Mehl bestäuben.

Für den Mürbteig, die Butter in Flöckchen zu den restlichen Zutaten geben, daraus einen homogenen Teig kneten. Damit den Boden der Form ohne Rand auskleiden (geht am Besten direkt in der Form - entweder von Hand oder mit einem kleine Roller). Mit der Gabel mehrfach einstechen.

Bei 160° (Umluft) 10 min backen.

Alle Zutaten für die Streusel miteinander verkneten und kühl stellen.

Für das Kompott die Äpfel schälen und in kleine Würfel schneiden (etwa 1/2 cm). Von dem kalten Apfelsaft 3-4 EL zur Seite nehmen und darin das Pudding-Pulver lösen. Restlichen Apfelsaft (m: mit Wein) zum Kochen bringen, dann Pudding-Pulver mit dem Schneebesen einrühren, andicken lassen und vom Herd ziehen. Nun die Apfelwürfel untermischen.

Apfelkompott auf gebackenen Boden geben und glatt streichen, darauf die Streusel krümeln. Eine weitere Stunde - 60min - bei 160° (Umluft) im Ofen backen. Komplett auskühlen lassen.

Springrand lösen und stattdessen eine Tortenform um den Kuchen setzen. Die Sahne zusammen mit dem Vanillezucker und dem Sahnesteif fest schlagen. Auf dem Kuchen verteilen, schön glatt ziehen und mit Zimt bepudern.

Inspi: Insta: Hefe.Würfel

Klassiker: Zupfbrot mit Früchten

Sonntag, 14. September 2025

 

Wir hatten einen langen, ausgedehnten, durch und durch sonnigen Sommer! Warm genug, dass der Ofen in der Küche nicht unnötig angeworfen wurde. Umso mehr macht mir das Backen jetzt wieder Spaß. Obwohl ich ja eigentlich gar nicht so der Zuckerbäcker bin. Die Erntedank-Zeit mit all dem Obst inspiriert zusätzlich.

Das Zupfbrot solltet Ihr kennen. Es hüpfte einst von Blog zu Blog. Wir Foodies waren alle gleich begeistert vom Schuedi. Dementsprechend habe ich schon öfters mit diesem Rezept gespielt. Ein Blog-Buster hat ja seinen Ruf nicht einfach so. Etwa hier als Rosenkuchen. Oder als Muffin-Schneckchen. 

In diesem Zusammenhang ist mir wieder das Trauben-Walnussbrot von Sybille-Anna eingefallen, das sie hier als Gastbeitrag mal veröffentlicht hat. Das wollte ich ja schon ewig mal abwandeln. Und die kleinen, süßen Feigchen, die es dieses Jahr so üppig gibt, riefen förmlich danach,

In diesem Zupfbrot kommt soviel zusammen, was ich gerne mal. Ich glaube, ich muss gar nicht mehr viel dazu schreiben. Wer Süßkram mag, der wiederum nicht ZU süß ist, der wird dieses Zupfbrot ebenfalls mögen. Da legt euch nicht auf Feigen fest, das schmeckt auch gut mit in dünne Schnitze geschnittene Pflaumen, Birnen, Äpfel, mit Blaubeeren oder Brombeeren... Euch fällt was ein, wenn Ihr euch von der Idee begeistern laßt!


       

       



Zutaten - Form von  30cm Länge

  • Hefeteig:
  • 400g Mehl (m: D630)
  • 10g frische Hefe
  • 70g Rohrzucker
  • 200ml Milch
  • 100g Butter, weich
  • 1 Eigelb
  • 1 Pr Salz
  • (optional: Zitronenabrieb)
  • ...
  • Füllung:
  • 150g Butter, weich
  • 50g Rohrzucker (m: Muscovado)
  • 2 TL Thymian
  • 2 TL Sugar Spice
  • 150g Nüsse (m: Haselnüsse, geröstet)
  • ca. 250g Feigen

Zubereitung:

Für den Teig, Mehl, Zucker, Salz und Zitronenschale (falls erwünscht) mischen. Milch lauwarm erwärmen und darin die Hefe lösen. Die zimmerwarme Butter und das Eigelb zugeben und alle Zutaten mit dem Knethaken 3min kneten. 10 min passieren lassen und weitere 3min kneten (Dinkel braucht Zeit und nicht zuviel Knet-Hinwendung). Zudecken und eine Stunde im Warmen gehen lassen. Dann über Nacht in den Kühlschrank stellen. 

Die Form mit Backpapier auslegen. Den Backofen auf 180 °C (O/U-Hitze) vorheizen.

Am nächsten Tag den kalten Teig direkt ausrollen auf die Größe von einem Rechteck von etwa 42 cm auf 30 cm. Die 150g weiche Butter gleichmäßig aufstreichen (ich habe die Butter geschmolzen und dann wieder fester werden lassen). Zucker - gemischt mit Thymian und Sugar Spice - und mittelfein gehackte Nüsse darüber streuen. Die Früchte in Scheiben schneiden und gleichmäßig darauf verteilen. Der Breite nach in 6 Streifen, der Länge nach in 3 Streifen schneiden.

Nun jeweils 3 kleine Rechtecke (m: von unten nach oben) aufeinanderstapeln und auf diese Weise in die nacheinander in die vorbereitete Form setzen. Die restliche Butter, die mir vom Aufstreichen ein wenig übrig blieb, setzte ich als Flöckchen obenauf. 1 Stunde im Warmen gehen lassen.

Die Form in der Mitte des Ofens auf der mittleren Schiene einschieben und für ca. 1 Stunde backen. Wenn die Oberfläche zu dunkel wird, den Kuchen abdecken. Stäbchenprobe.

Schmeckt lauwarm besonders gut.



Cake aux Crumbles, fruits et kéfir

Donnerstag, 4. September 2025


Ein guter Bekannter setzt sich zu uns an den Tisch im Café. Wir nennen ihn immer den Ingenieur. Er hat wie der Habib viel im Ausland gearbeitet hat - eine gemeinsame Schnittmenge an Erfahrung verbindet. Er fragt, wie es geht, wie man das so macht in Frankreich, und wartet kaum die Gegenfrage ab, bevor die ganze Geschichte schon aus ihm hervorbricht: das Haus der Schwiegereltern ist vor einigen Tagen abgebrannt. Die Worte sprudeln nur so aus ihm hervor. Zwischendrin entschuldigt er sich immer wieder für seinen Redeschwall. Er sucht keinen Rat oder Hinweise: er will sich den Schock von der Seele reden. Michael Endes *Momo* fällt mir ein, die alle aufgesucht haben, um mit ihr zu reden: weil sie so gut zuhören konnte...

Traumatisierte Menschen wollen erzählen, was ihnen widerfahren ist. Das ist zumindest die Erfahrung von Trauma-Expertin Maggie Schauer (Sternstunde der Philosophie SRF Kultur): *Da können wir uns zu nutzen machen, dass Menschen so angelegt sind, Geschichten zu erzählen. Es gibt Forscher, die sagen der Mensch ist nicht ein homo erectus sondern ein homo narrans. Wir sind storyteller. Wir erzählen natürlicherweise Geschichten. Jeder will eigentlich seine Lebensgeschichte erzählen.*

Dem steht allerdings die menschliche Vermeidungsstrategien gegenüber, dass man die dunklen Kapiteln des Lebens nicht gerne Revue passieren läßt. Dabei wäre es so wichtig, sich seiner *Wunden* (Traumata) bewußt zu sein - um sie nicht weiterzugeben. Oder weiter gefasst: um als Gesellschaft sozialkompetent miteinander umgehen zu können. Kaum ein Nachkriegskind hatte eine schöne Kindheit - spricht Elke Heidenreich für eine ganze Generation. Gedemütigte, geschlagene Kinder, nicht gewollt und nicht gesehen. Und dieses Sich-gegenseitig-Wunden-schlagen hört nicht von alleine auf. Es wiederholt sich und wiederholt sich in ähnlichen und unterschiedlichen Melodien. Das Ergebnis bleibt sich gleich: beziehungsunfähige, liebesunfähige, friedensunfähige Menschen. Das Bewußtsein dafür müßte doch mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen sein, weil es unsere Gesellschaft zu der Gesellschaft formt, die sie ist.

Es ist immer die Kindheit, alles andere sind Fußnoten*, betont Maggie Schauer. Die Kindheit legt den entscheidenden Boden, wie psychisch gesund jemand ist, wie ich *Leben* seelisch verarbeite. Beziehungsweise eigentlich die Kindheit der Eltern, der Großeltern, wie die Mutter schwanger mit mir war, dann meine eigene Kindheit (das sind die vererbbaren Traumata). Wir brauchen mindestens 2 Generationen vorher, um zu verstehen, wie vulnerabel oder resilient wird da ein Mensch.

Das Beste, was passieren kann, ist Emanzipation. Wohl dem, der es schafft, die Opferrolle zu verlassen ohne dabei selbst wieder zum Täter zu werden. Wohl dem, der diese Spirale zu durchbrechen vermag, der seine Vorgeschichte kennt und diese zum Nährboden macht für Selbstbestimmtheit und Selbstverantwortung.

Ich glaube sehr, an die heilende Kraft des Gesprächs: Was ist erquickender als das Licht? Das Gespräch! (Goethe). Nichts verbindet Mensch mehr, als sich einander zuzuwenden und zuzuhören. Ein offenes Ohr, ein mitfühlendes Herz. GROSSES Pflaster für verletzte Gefühle. Und nirgendwo geht das besser, tiefer, vertrauter, zarter, begleitender, anhaltender, zugewandter als in einer Beziehung. Je mehr ein Paar miteinander im Gespräch ist, umso glücklicher sind sie miteinander. Du kannst dich nicht als Paar aus den Augen verlieren, das Interesse kann nicht einschlafen, die Vertrautheit nicht weichen, wenn man im Gespräch bleibt. Nichts heilt wohl so sehr wie eine Liebesbeziehung.

Dabei ist uns allen bestimmt klar, dass es Grausamkeiten gibt, die sich auch mit Therapie oder guten Gesprächen nicht wieder auslöschen lassen. Da reichen ein paar Stichwörter: Hiroshima (hält die Arte-Doku zum 80. Jahrestag jemand aus?). Gaza. Sklaverei. Konzentrationslager. Guantanamo. Da will man sich nicht hindenken. Da scheint bereits das Zuhören unerträglich.

Komischerweise hat mich die Einschätzung der australischen Ureinwohner (in *Sand-Talk*) getröstet. Die Aborigines halten die Menschen für eine aggressive Spezies. Männer wie Frauen. Regelrecht erfrischend, das so nüchtern zu lesen. Endlich spricht es mal jemand aus. Und dann, ja dann erwartet man gar nicht mehr viel von anderen. Dann muss man nicht mehr irgendwie *dagegenhalten*. Dann kann man nur positiv überrascht werden.



So ernste Themen hier immer, oder? Wer liest das mit? Nun, mit dem Habib zusammen von unserem Adlernest sich die Welt genauer anzuschauen, das geht ganz gut. Aus Neugier. Auf der Suche nach Klarheit, Wahrheit, Urteilsfähigkeit. Und der Habib hat zudem so viel gesehen von der Welt, so viel wertvolle Lebenserfahrung. Solche Beobachtungen machen mein Leben reicher, tiefer. Aber je ernster man es meint mit der Welt, umso mehr Konsequenzen hat es...

Zu sauren Themen gibt es Süßes. Es ist ein Feigenjahr. Die Bäume tragen der Trockenheit zu Trotz über und über und die Früchte sind süßer denn je. Hier hat jeder einen Feigenbaum im Garten stehen. Wer keine Feigen hat, kann auch Zwetschgen stattdessen verwenden. Oder Brombeeren. Oder Himbeeren/ Blaubeeren aus der Tiefkühle....


Geschwister im Blog-Universum:


Zutaten - Kastenform 25cm:

200g Butter, weich
140g Zucker (m: Rohrzucker)
1 Pr Salz
4 Eier
260g Mehl
2 1/2 TL Back-Pu
160ml Kefir
3 EL Mohn, gemahlen
1 Limette, Abrieb davon
...
Streusel:
45g Mehl
15g Haferflocken
25g Haselnüsse
30g Zucker
40g Butter
1/2 TL Sugar Spice
...
300g Frucht (m: 250g Feigen/ 50g Brombeeren)
Zubereitung:


Zuerst die Streusel zubereiten. Dafür alle Zutaten miteinander verkneten und kalt stellen.

Ofen auf 180° (O/U-Hitze) aufheizen.

Butter mit Zucker hell cremig aufschlagen, Limettenschale zufügen und die Pise Salz. Dann ein Ei nach dem anderen unterrühren. Dann abwechselnd Mehl/ Backpu und Kefir untermischen. Teig halbieren. In die eine Hälfte den Limettensaft untermischen, in die andere den gemahlenen Mohn

Form mit Backpapier auslegen..

Die beiden Teige abwechselnd in die vorbereitete Kastenform füllen und mit einem Holzstab durchmäandern. Die Früche darauf setzen und leicht eindrücken. Zuletzt den Streusel darauf verteilen.

Den Kuchen in den heißen Ofen schieben - insgesamt für ca. 55min backen. Stäbchenprobe.

Schmeckt (mir) am besten, wenn die Aromen im Kühli über Nacht durchziehen durften.

Anmerkung m: damit der Teig-Swirl besser zu Geltung kommt, habe ich in der Zutatenliste die Dosis erhöht. Ich bekomme hier im Outback keinen gemahlenen Mohn zu kaufen und habe daher ganzen verwendet. Gemahlenen Mohn aber würde ich bevorzugen...


Freidenker: Flognarde aux abricots et basilic

Montag, 28. Juli 2025

 

Was mich ebenfalls sehr an Cornelia Funke fasziniert hat (ich bin noch nicht durch), ist ihre Bereitwilligkeit ihr eigenes Denken grundsätzlich in Frage zu stellen. Dafür braucht es VIEL Selbstbewußtsein. Unser Denken ist unsere Existenz, die wir innerlich auf einen goldenen Sockel gestellt haben. Nichts, was sich einfach umwerfen lassen würde. Alles, was daran auch nur wackelt, bedroht diese Existenz. Also wird das tunlichst vermieden.

Nachdem ich nun 20 Jahre ausgewildert in Südfrankreich lebe, unzählige Stunden im Garten Unkraut rupfend, kann ich mir selbst ganz gut beim Denken zuhören. Keine Selbstverständlichkeit. Das ist wohl überhaupt der erste Schritt. Welche Gedanken gehen mir durch den Kopf, was beschäftigt mich, wessen Geistes Kind bin ich, was wiederholt sich... Anfangs mußte ich feststellen, dass ich oftmals gar keine Kontrolle über meine Gedanken hatte. Beispiel Ohrwurm. Da läuft in einem was auf Dauerschleife und man sagt sich genervt, ist gut jetzt. Um wenige Minuten später wieder den gleichen Gassenhauer innerlich zu summen...

Der nächste Schritt ist, in seinen Gedanken Auslese zu treffen wie beim Unkraut rupfen im Garten. Diesen Gedanken mag ich nicht. Der tut mir nicht gut, den will ich nicht. Ich hatte ja viel aufzuarbeiten, als ich hierher kam. Da war mir mein Habib, dieser Garten und dieser Ort mit seiner Weite und Ruhe Therapie. Jahrelang. Immernoch. Wunderbar geholfen hat mir beim *gelenkte Denken* (so nenne ich das einfach mal) gegen negative Gedanken ein Mantra zu setzen, ein kurzes Gebet. Beharrlichkeit wirkt Wunder. In allen Bereichen. Heute kann ich sogar zunehmend unterscheiden, ob ein Gedanke von mir kommt oder wie ein Geistesblitz in mich gelegt wurde - aber das hat gedauert...

Auch bin ich noch am Üben, wenn es darum geht, gedanklich bei einem Thema zu bleiben, ein Thema bis zum Ende durchzudenken, aus unterschiedlichen Richtungen anzusehen. Immer wieder hüpfen die Gedanke woanders hin (à la *Habe ich Butter schon auf die Einkaufsliste gesetzt) und wie oft muss ich - im besten Fall - eine Volte drehen, um wieder zurückzukehren und anzuknüpfen.

Mir ist sehr bewußt, wie wenig Menschen Raum und Zeit haben, so nach innen zu schauen und sich derart mit sich selbst zu beschäftigen können. Es ist ein Geschenk des Lebens, wenn das möglich ist. Gnade. Die meisten Menschen hetzen doch durch die Woche und Samstag und Sonntag versucht man Montag bis Freitag zu vergessen.

Der weit größere Schritt ist der, den Cornelia macht und sich kritisch überlegt, in welchen Mustern sie denkt. Das macht nur derjenige, der nach Freiheit strebt, echter innerlicher Freiheit. Cornelia überlegt, in wie weit ist mein Denken geprägt von meiner Erziehung, meiner Kultur, meinem Kontinent, meiner Zivilisation. Vielleicht unterliege ich mit meinem Denken immer noch dem Überlegenheitsgefühl der weißen Rasse, dem immateriellen Erbe des Kolonialismus. Als Anregung nimmt sie das Buch Sand-Talk von Tyson Yunkaporta, welches ihr sehr geholfen hat, die Perspektive zu wechseln. (ich freue mich auch schon auf das Lesen). Eurer Denken unterscheidet sich grundlegend von dem unseren, da euer Denken geprägt ist von zwei Illusionen, Geld und Zeit, zitiert Cornelia Yunkaporta aus diesem Buch.

Weil ja, streiche aus dem Denken der weißen Rasse Geld und Zeit samt der Leistungsidee, die daraus potenziert wurde. Was bleibt denn dann noch übrig? Kein Lebensbereich, der nicht davon touchiert würde, egal welcher Beruf, Profit, Marge, Versicherungswesen, Sport, Forschung....Wer kann sich überhaupt ein Denken vorstellen, aus dem diese zwei Komponenten - Zeit und Geld - herausgefiltert ist? Überall wirkt das verinnerlichtes Maß und Zahl-Prinzip. Wie Welt wahrnehmen und beurteilen ohne diese beiden Parameter? Es scheint nicht möglich für unsere Zivilisation. Man traut es sich in keinster Weise zu. Das ist doch riesig spannend, oder nicht?!



Naja, Flognarde klingt exotischer als es ist - im Prinzip reden wir eigentlich von einer Art Clafoutis. Nur wird klassischerweise der Clafoutis mit Kirschen zubereitet. Deshalb weicht man auf den Begriff Flognarde aus, den Fruchtauflauf. (Krass, findet ihr auch, WIE viel schicker sich alles immer auf französisch anhört!!). Und Clafoutis kennt meine Leserschaft: der unkomplizierte, französischen Pfannkuchen-Kuchen. Aber in einer sehr schönen Variante. Wieder etwas anders. Und wer Pfannkuchen liebt, wer Clafoutis liebt, und wer wie ich die Kombi aus Obst und Kräutern liebt, der wird auch diesem Flognarde verfallen...


Geschwister im Blog-Universum:


Zutaten - cm:

4 Eier
200ml Milch
150ml Sahne
80g Mehl (m: D630)
80g Rohrzucker
Vanillezucker
Butter
ca. 400g Aprikosen
Basilikum*


Zubereitung:

In einer Schüssel Mehl und Zucker vermischen. Die Eier zufügen, die Vanille (das Vanillemark) und mit einem Schneebesen gut vermengen

Nach und nach die Milch und die Sahne zufügen und klümpchenfrei unterrühren.

Die Aprikosen halbieren, entkernen und je nach Größe vierteln.

Die Kuchenform (m: moule à manque) buttern. Die Aprikosen in der Form verteilen und den fein geschnittenen Basilikum darüber streuen. Die Rührteigmischung vorsichtig einfüllen und die Form mindestens 20min im Kühlschrank ruhen lassen.

Bei 180° für ca. 35min im Ofen backen.

Schmeckt am besten gekühlt 

PS: Tolle Idee, Aprikose mit Basilikum zu kombinieren. Richtig toll etwa Zitronenbasilikum. Aber schmeckt ebenso mit Thymian oder Lavendel hervorragend!

Traute/r: veganer Bananenkuchen

Sonntag, 8. Juni 2025

 

Gerade wurde mir wieder vor Augen geführt, wie gestärkt jemand ins Leben startet, dessen Eltern sich wirklich mochten. Aus der Pool-Position quasi - mit der Extra-Portion Urvertrauen. Mama Erde trägt dich, Papa Himmel bläst dir Rückenwind. Kinder, die so aufgewachsen stolpern weniger über ihre eigenen Füße, sorgen sich nicht, dass immer was passieren kann, die trauen sich was, die lassen sich nicht so leicht entmutigen. Viel zu selten hört man den Satz: ich hatte eine glückliche Kindheit! Gut, wo soll sie herkommen auf einem Kontinent, über den zwei Weltkriege hinweggefegt sind (Das also ist der Fluch der bösen Tat, dass sie fortwährend immer neue Kinder muss gebären. Schiller) Traumata vererben sich weiter - das weiß man heute.

Als Kind lebt man vor allem in Atmosphäre, in Stimmungen. Und diese Eindrücke gehen viel tiefer als die eigentliche Erziehung à la *sitz gerade, schmatz nicht oder mache die Tür hinter dir zu...*.

Eltern, die sich gern haben, vertrauen einander. Und lassen sich frei. Etwas, das immer Hand in Hand geht. Ich hatte es auf Insta mal davon. Das Faszinierende ist, dass das Gute wie ein einziges Häkelwerk verkettet und miteinander verwoben ist. Keine Hingabe ohne Mut, kein Mut ohne Vertrauen, kein Vertrauen ohne Ehrlichkeit, keine Ehrlichkeit ohne Offenheit, keine Offenheit ohne Aufrichtigkeit, keine Aufrichtigkeit ohne Anständigkeit, keine Anständigkeit ohne Werte, keine Werte ohne innere Orientierung uswusf...

Früher, als junges Mädchen, bin ich immer davon ausgegangen, dass alle Paare gleich begonnen haben. Ihr wißt schon: verliebt, verlobt, verheiratet. Aber auch davon hatte ich es bereits - falsch gedacht. 

Es braucht neben echter Zuneigung eben auch zwei Menschen, die beziehungsfähig sind. Als erwiesen kann man annehmen, dass Kinder ab einem gewissen Alter alle Streitigkeiten auf sich beziehen mit der Folge, dass sie sich dafür verantwortlich und schuldig fühlen. Das wird kein einfaches Unterfangen, solche Mechanismen später abzulegen. Frei aufzuspielen kann man auf diese Weise in Partnerschaften bestimmt nicht. Weil ja das Vertrauen fehlt. Eben auch in sich selbst. Und gespiegelt wird von seinem Gegenüber.

Nur vertrauenswürdig sollte der Gefährte/ die Gefährtin halt schon sein. Trau-schau-wem! Denn wem willst du vertrauen, wenn nicht deinem Allernächsten. Demjenigen, mit dem du durchs Leben gehst, mit dem du dir Tisch und Bett teilst? Lieber deinem Nachbar, der Politik, einem x-beliebigen Fremden? Wahrlich, ein Hauptgewinn, wer eine Traute, einen Trauten hat... 

Ohne Vertrauen, ohne Freiheit, ohne Frieden - ist alles nix. Auch Mut gehört zur Grundausstattung um lebenstüchtig zu sein. Wer all das nicht von Haus aus mitbekommen hat, sollte sich im Wandeln, Emanzipieren, Überwinden üben. Oberste Aufgabe - vor allem anderen -  bleibt nun mal die Selbstverantwortung: sich selbst stabil auf zwei Beine zu stellen. Wie sagte es der kleine, krebserkrankte Junge, den ich immer wieder zitiere: *Mutig sein, an sich glauben und jeden Tag beten.* Das dürfen auch jene nicht aus den Augen verlieren, die von der Pool-Position aufs Gas drücken, die Geburtsstarken. Die laufen nämlich leicht Gefahr, sich im Dienst für andere zu übernehmen...



Es gibt bereits einen Bananenkuchen auf diesem Blog: der purbeste Bananenkuchen

Heute zeige ich euch einen einfachen Bananenkuchen, der schnell zusammengerührt ist und mir wirklich gut geschmeckt hat. Dabei könnt ihr euch aussuchen, welche Konsistenz ihr bevorzugt. Noch lauwarm angeschnitten, ist es fluffig. Aus dem Kühlschrank genommen wird die Krume deutlich fester. Ich mochte beides gern.

Ach, und da der Kuchen auf einem Blumenbild gebettet ist: was meint ihr, wieviel Wildblumen kennt ein Deutscher durchschnittlich. Also inklusive Löwenzahn, Gänseblümchen und Brennessel? Und was würdet ihr tippen? Nun, es sind sieben. Wieviel Blumen kennt ihr par coeur (vom Herzen wie der Fränzi so hübsch sagt, wenn er auswenig meint)? 


Zutaten - eine kleine Kastenform:

feuchte Zutaten
2 reife Bananen
120ml Ahornsirup
4 EL Kokosöl
5 EL pflanzliche Milch
(m: 1 EL davon Mandelmus)
....
trockene Zutaten
70g zarte Haferflocken
170g Mehl (m: 70g Einkorn-VK, 100g D1050)
Walnüsse (m: 70g Mandeln/ Haselnüsse)
1 1/2 TL Backpulver
1/2 TL Zimt
(plus m: 1/2 TL Sugar Spice)
1 Pr Salz

Zubereitung:

 Ofen auf 180°C vorheizen & eine 20 cm Kastenform einfetten - m: mit Backpapier ausgelegt

Bananen zerdrücken und mit den feuchten Zutaten vermengen.

Walnüsse grob hacken und mit den trockenen Zutaten unter die feuchten Zutaten unterrühren. Teig in die Form geben, glatt streichen & ca. 35 Minuten backen.


Johannisbeer-Kokos-Kuchen

Sonntag, 13. April 2025

 

Meine Freundin Mireille ist auf den Hund gekommen. Gemeinsam mit ihrer Tochter Claire adoptierte sie den jungen Rüden Bruno von einem Bauernhof. Gute drei Jahre ist er nun bei ihnen und ich staune bei jedem Besuch, wie viel Fell ein Hund tagtäglich verlieren kann. Hingegen wundere ich mich nicht, dass Bruno wirklich null hört. Mireille hat es so gar nicht mit Struktur, mit Organisation oder Hierarchien. Da hilft es auch nichts, wenn sie mahnend einen Zeigefinger nach oben streckt, betont streng guckt und sich zigfach wiederholt: ihre Befehle klingen einfach nach Vorschlag. Und beide haben die Kommandos bereits wenige Sekunden nach Aufforderung schon wieder vergessen...

Mireille nahm mal an einem Aktzeichenkurs mit. Der Leiter wies sie darauf hin, dass ihre Figuren aussehen würden, als ob sie keine Knochen hätten. Nur weiches Fleisch ohne jedes Gerüst. Genauso wie Mireille. Ein Baum ohne Stamm und Zweige. Ein Tiger ohne Zähne. Sie selbst würde sich als gefühlsbetont, nachgiebig, zart und liebevoll beschreiben. Das Problem ist: echtes, tiefes Gefühl braucht Klarheit, Ordnung und Eindeutigkeit (ich erinnere an die Klarheit des Bergkristalls) - das glatte Gegenteil von Mireilles Gefühlsdusselei. Ihrer Meinung nach ihre größte Stärke, von außen ihr Sargnagel.

Bruno, der drinnen ein Kampfkuschler ist und seine Streicheleinheiten mit Vehemenz einfordert, zeigt sich auf der Straße verändert. Andere Hunde mag er nicht. Selbst wenn sie drei Mal so groß sind wie er, knurrt er sie an. Das bringt Ärger mit sich. Menschen gegenüber verhält er sich richtig respektlos: da wird schon mal ein Hosenbein angepinkelt oder eine Handtasche. Das bringt auch Ärger. Hinzu kommt sein Jagdtrieb. Eine Maus oder einen Hasen in der Nase und er geht stiften. Um ihn vor sich selbst und vor der nahen Schnellstraße zu schützen, wird er nun immer angeleint. Dabei kreuzt er seinem Frauchen in endloser Manier vor den Füßen hin und her, dass es ein Grauen ist, dem beizuwohnen.

Man macht so leicht den Denkfehler, dass ein Leben ohne Regeln die große Freiheit bedeutet. Eben nicht. Siehe Bruno an der Leine. Alle, die in einer spirituellen Vorstellung von Welt leben, glauben, dass eine höhere Gerechtigkeit grundsätzlich eine Ungerechtigkeit ausgleichen wird, vertrauen auf Weisheit, die auf Wahrheit beruht. Nämlich, dass jede Tat ihre entsprechende Konsequenz schon hervorrufen wird. Ein strenges Weltbild, aber mit einem verlässlichen Rahmen, das Halt gibt und Geborgenheit. 

In Willkür lebt es sich ängstlich. Claire hat mit vielen Unsicherheiten zu kämpfen. Sie hat Probleme sich einzuordnen, einzufügen und einzufühlen. Daher ist sie dankbar um alle Vorgaben, die ihr gemacht werden, weil sie von zuhause keine Orientierung erhält. So ist sie sofort bereit, sich akribisch an sämtliche Richtlinien zu halten - egal von welcher Seite sie kommen. Mireille schwört Stein und Bein für ihrer Tochter Claire alles getan zu haben, kein Wunsch blieb unerfüllt, kein Verbot wurde je ausgesprochen. Nur ein selbstbestimmter, fröhlicher junger Mensch wurde aus Claire so nicht.

Ich glaube, die Schwierigkeit liegt darin zu erkennen, wo man falsch abgebogen ist. Wobei die viel entscheidendere Frage lautet: lassen sich Gewohnheiten, die zu eingefleischten Mechanismen ausgewachsen sind, überhaupt wieder ändern. Verdreht ist verdreht. Auf ihnen beruht die eigene Existenz. Wie wieder in sich klar werden, wenn man selbst die Grenzen zwischen gut und böse, anständig und unanständig zu einem Brei verkocht hat. Da helfen auch keine Hinweise von außen - sofort wird pariert mit einer von den schönen, zurecht gelegten Entschuldigungen. Geisteskrank ist geisteskrank.



Beim Abtauen der Tiefkühle entdeckte ich noch viel ungenutztes Johannisbeer-Potenial - das dringend genutzt und gebraucht werden wollte. Also habe ich mich umgeschaut nach einer weiteren Kuchen-Idee mit Johannisbeeren. Für mich die beste Art, Johannisbeeren zu verwerten: in Kuchen. Als Beeren so direkt zu essen, sind sie mir zu sauer - und daher auch nix fürs Müsli. Im Kuchen aber bilden sie ein schönes Widerlager und mit dem Kokos verbindet sich die Gartenfrucht mit der großen, weiten Welt und zu einer Kombi von fruchtig, cremig, knusprig. 

Und weil wir kurz vor Ostern stehen: hier gehts weiter zu meinem OSTERN-SPEZIAL


Zutaten:

100g Butter
60g Rohrzucker
1P Vanille-Zucker
2 Eier
140g Mehl
1 1/2 TL Backpulver
50g Kokosflocken, feiner gemahlen
Abrieb einer Orange
..
400g Johannisbeeren (m: gefroren)
..
250g Milch
1/2 Päckchen Vanille-Pudding
1 EL Rohrzucker
100g Schmand (m: crème fraîche)
...
80g Kokosflocken
50g Mehl
90g Butter
60g Zucker


Zubereitung:

Für die Füllung aus Milch, Zucker und Puddingpulver einen Vanillepudding kochen. Dann den Schmand unterrühren und die Creme etwas abkühlen lassen, dabei immer wieder umrühren, damit sich keine Haut bildet.

Für den Teig die Butter schaumig schlagen, Zucker und Vanillezucker einrühren und weiter schlagen, bis der Zucker gut aufgelöst ist. Orangenschale dazufügen. Die Eier einzeln jeweils eine halbe Minute unterrühren. Das Mehl und das Kokos-Pulver mit dem Backpulver mischen und zum Schluss mit Milch unterrühren.

Den Teig in eine gefettete Springform (26 cm Durchmesser) füllen. Darauf die Johannisbeeren geben (TK-Beeren gefroren draufgeben) und anschließend die Pudding-Schmand-Masse darauf streichen.

Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Aus Butter, Zucker, Mehl und Kokosraspeln Streusel herstellen und über die Pudding-Schmand-Masse streuen.

Den Kuchen ca. 60 Min. backen (Stäbchenprobe! - m: ca. 10 min länger). Den Kuchen auskühlen lassen, aus der Form lösen und evtl. noch mit Puderzucker bestreuen.

Inspi: CK

festliche Yuzu Heidesand Plätzchen

Sonntag, 22. Dezember 2024



Wer auf der Zielgeraden gen Weihnachtsfeierlichkeiten auf den letzten Drücker quasi noch ein paar Plätzchen selbst backen möchte, für all die komme ich am 4. Advent mit dieser Idee um die Ecke.

Ich mache es mir mit Süßbäckerei ja gerne einfach. Für die Heidesand-Kekse muß man lediglich den Teig vermengen, zu Rollen formen und davon dann die einzelnen Plätzchen abschneiden. Wirklich sehr schön unkompliziert.

Der Clou darf aber nicht fehlen - schließlich ist nur ein Mal im Jahr Weihnachten. Hier greife ich auf den altbewährten Trick zurück, die Butter zu bräunen und sie zuvor zur Nussbutter zu machen. Das schmeckt gleich viel besser (Geschwister im Blog-Universum etwa diese Chai-Cookies). Den ungewöhnlichen Dreh gibt der Abrieb der Yuzu-Zitrone, die Bertrand von unserer Lebensgemeinschaft aus dem Dorf überraschend an seinem Marktstand im Angebot hatte. Das Aroma der Yuzu-Zitrone kann ich nur mit exotisch beschreiben - halt ein wenig anders wie Zitrone... Richtig unwiderstehlich werden die Plätzchen durch ein Drehen in einem Gemisch aus kandiertem Ingwer und Pistazie. Hoffentlich machen euch die Plätzchen so viel Freude wie mir!




Ich wünsche Euch allen ein schönes, besinnliches, harmonisches Weihnachtsfest!


Zutaten - ca. 60 Stück:2

250g Butter
220g Rohrzucker (zu Staubzucker gemahlen)
1 Vanilleschote
1 Yuzu-Zitrone (Abrieb davon)
1 Pr Salz
370g Zucker (m: 170g Einkorn-VK/ 200g Dinkel 200)
...
70g kandierter Ingwer, feinst gewürfelt
70g salzige Pistazien, fein gehackt
1 Eiweiß
je Pr Salz und Zucker


Zubereitung:

Die Butter in einen kleinen Topf geben und schmelzen. Bei mittlerer Temperatur unter Beobachtung so lange köcheln lassen, bis das enthaltene Wasser verkocht ist. Dann zeigen sich unten im Topf kleine braune Punkte - das ist die sog. braune Butter. In dem Moment die Butter sofort in eine Schüssel geben und über Nacht darin erkalten lassen.

Am nächsten Tag die Butter schaumig rühren. Das ausgekratzte Mark der Vanilleschote, das Salz, den Abrieb der Yuzu-Zitrone und den Zucker dazugeben und weiter rühren, bis die Masse hell und luftig wird. Dann das Mehl hinzugeben und zügig einarbeiten. Den Teig zu Rollen mit 3cm Ø formen und diese in Backpapier oder Frischhaltefolie einwickeln. Über mehrere Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Für die Variante mit dem Extra-Knusper-Glitzer-Rand den fein gehackten kandierten Ingwer mit der Pistazie vermengen und auf einer Arbeitsfläche verteilen (in etwa von Länge und Breite der Rollen). Ein Eiweiß mit je einer Prise Zucker und Salz steif schlagen. Die Rollen (m: 2 von 3) damit einpinseln und in dem Ingwer-Pistazien-Gemisch mit etwas Druck wälzen. Auf jeden Fall die Rollen eine halbe Stunde bis Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen – so lassen sie sich später besser schneiden.

Den Backofen auf 
200°C (O/U-Hitze) vorheizen.

Die Teigrollen in ca. 1cm dicke Stücke schneiden und mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen. Im vorgeheizten Backofen 10-12 Minuten backen und auf dem Blech vollständig auskühlen lassen. In Blechdosen an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahren.
Inspiration: Lacrema pâtisserie

Karamell-Zwetschgenröster-Tarte de luxe

Donnerstag, 12. September 2024


Jedes Jahr im Frühherbst denke ich, dass mir der große Wurf geglückt ist: das ist eine der besten Tartes ever, die ich je gebacken habe. Wirklich jedes Jahr. Aber jetzt habe ich mich durchschaut. Dieser selbstverliebte Eindruck hängt stark damit zusammen, dass es für mich kaum ein besseres Obst für Tartes gibt wie Zwetschgen. Ich liebe allen Süßkram mit Zwetschgen. Deshalb brauchten wir auch unbedingt Zwetschgenbäume im Garten. Zu meinem Glück tragen sie eigentlich jedes Jahr gut.

Alleine das Wort Zwetschgen - ebenso wie das franzöische quetsches - finde ich adorable! Quetsche ist eines der wenigen französischen Worte (das einzige??), das mit sch geschrieben werden. Das muss an der deutschen Herkunft dieses Obstes liegen. Im Gegensatz zu Pflaume/ prune klingt Zwetschge/ quetsche doch nur halb so edel, stattdessen nach Land, Dorf, bäuerlich, einfach... Und all das sind exakt die Schlagwörter für die Art Küche, die es mir besonders angetan hat.

Nun ist an euch herauszufinden, ob ihr meine kulinarische Neigung teilt. Ausgangspunkt dieser Tarte sind zum einen die Karamell-Zwetschgenröster (ein Vermächtnis der Mme Ziii, die schon lange nicht mehr bloggt) und die Verbindung von Obsttartes mit Lavendel/ Thymian oder Rosmarin.

Im Prinzip stelle ich euch heute gleich drei verschiedene Versionen ein und derselben Tarte vor: von eher französisch-schlicht bishin zum Kaffeehaustanten-Kuchen, den man am besten in einer klassischen Springform bäckt. Zwei Ideen davon habe ich direkt hintereinander weggebacken.



Mal kann man die Nuss-Note mehr betonen (mit Haselnuss oder Walnuss), oder aber man steigert die Tarte noch mit einem Dreh Richtung Käsekuchen. Alleine mit den Karamell-Zwetschgenröster als Basis kann man wirklich nicht viel falsch machen. Zumindest nicht in meinem kulinarischen Universum

 

Zutaten (Tarteform ⌀ 27/28cm) :

230g Mehl
70g Nüsse
150g Butter, weich
80g brauner Zucker
1 Pr Salz
1 Ei
2 EL Lavendelblätter, fein gehackt
kaltes Wasser
.
Karamell-Zwetgenröster:
800g Zwetschgen
80g brauner Zucker
Zimt
Kardamom
1 EL Cognac
3 EL kaltes Wasser
40g Speisestärke
.
50g gehackte Nüsse
etwas gehamhlene Nüsse

 

Zubereitung:

Für den Teig die trockenen Zutaten  - auch den Lavendel - mischen und das Ei dazu geben. Dann die weiche Butter zufügen und mit den Knethaken des Handrührers zu Streuseln verarbeiten. Etwa Dreiviertel des Teiges in die gefettete Form geben und fest drücken. (ich habe mit kalter Butter und von Hand gearbeitet und den Teig ausgewellt - aber wie zuerst beschrieben wird leichter sein). Das zuletzt genannten Nussmehl auf dem Boden verstreuen, den Boden mit einer Gabel mehrfach einstechen und ca. 10-15min in den Froster stellen.

Für den Zwetschgenröster die Zwetschgen je nach Größe halbieren oder vierteln. Den Zucker in einem Topf karamellisieren lassen, dann die Zwetschgen und die Gewürze zufügen. Nicht davon irritieren lassen, dass der karamellisierte Zucker davon wieder fest wird, sondern warten bis die Zwetschgen zu saften beginnen und achten, dass diese nicht anhängen. Etwa 5min köcheln lassen, dann den Cognac und Gewürze zufügen. Die Stärke mit 3-4 EL Wasser glatt rühren und unter stetigem Rühren zu den Zwetschgen geben. Nocmals kurz aufkochen lassen. Das Kompott gut abkühlen lassen.

Dann die Zwetschenröster auf dem Boden verteilen, glatt streichen, mit restlichem Teig streuseln und die gehackten Nüsse darauf verteilen.

Im heißen Backofen bei 200 °C Ober-/Unterhitze (Umluft 175 °C) ca. 45 - 50 Min. backen. 

 

Anmerkung m: wer zum ersten Mal Karamell macht, sollte für die Karamell-Zwetschgenröster weißen, raffinierten Zucker verwenden - mit Rohrzucker Karamell herzustellen ist ein bißchen delikater...

 

 

 

Für die Käsekuchenvariante in der Springform:

500g Quark
2 Eier
60g brauner Zucker
1 Päckchen Vanille-Pudding
Limetten-Abrieb (oder Tonkabohnen-Abrieb)

Für die Füllung den Zucker mit den Eiern schaumig rühren. Puddingpulver, Quark und Limettenabrieb unterrühren. Das abgekühlte Kompott auf dem Teig verteilen und die Käsemasse sehr vorsichtig darüber streichen. Die restlichen Streusel oben drauf streuen.

 

Und für die dritte Variante die Quarkmasse halbieren und ebenfalls als Tarte backen (s. Fotos)

 

Leider habe ich immer noch Probleme mit der Kommentarfunktion - ich selbst kann nicht kommentieren oder auf eure Kommentare antworten. Selbstredend freue ich mich sehr über eure Wortmeldungen und versuche, diese Blockade so schnell wie möglich in Grill zu bekommen. Schließlich würde ich ja gerne auf euer Feedback reagieren....

Realtalk: Muffins mit Schoko, Nuss und Frucht

Sonntag, 1. September 2024

 

 

Mit Rauskommen der Serie habe ich auf dem Kanal von Dave bei Youtube *The Race* gebingt. Direkt mittendrin im Thema Jungendsprache, worauf ich hinaus will. Aber ich drehe vorher noch eine Volte.

Endlich kann man den Youngstern mit der Hilfe von *The Race* mal erklären, wie der Habib in seiner Jugend auf Weltentdeckung loszog. Nämlich genau so. Ohne Geld. Und ohne Handy. Tsss, heute völlig fancy und eine echte Challenge - und eben exakt die Grundidee von *The Race*. Naja, und Trampen war zu Habibi-Jugend-Zeiten erst im Begriff erfunden zu werden, Kartenmaterial von etwa besuchten afghanischen oder syrischen Dörfern nicht angedacht und Couch-Surfing, BlaBla-Car und Flixbus selbstredend noch lange nicht am Start. 

Wobei der Mut, mit dem sich der Habib ins Abenteuer stürzte, immer schon bestaunt wurde. Und ein bißchen vorgeführt fühlen sich heute wie damals viele, dass lediglich die Neugier auf fremde Länder, andere Kulturen und Begnungen mit anders denkenden Menschen ausreicht, um loszuziehen. Da macht es einer vor: Just do it! ist  möglich. Es gehört halt die Zauberkraft *Überwindung* dazu. Plus, nicht zu vergessen, ein Stückchen gnadenreiches Papier: ein  entsprechender Reisepass, der Grenzen öffnet. Was aber Generationen übergreifend eint - und *The Race* prima vor Augen führt -, ist die Erfahrung, dass Leben mit dem Faktor X, die Ungewissheit, was der heutige Tag bringt, alles um ein zigfaches spannender, intensiver, erlebnisreicher macht. Sowie der Erkenntnis, was für ein wundervoller Wert praktizierte Gastfreundschaft ist. Gilt doch die altbekannte Weisheit heute mehr denn je: Alle Menschen sind Ausländer - fast überall.

Ein neues Modewort der Jugend ließ mir allerdings jedes Mal beim Fallen einseitig die Augenbraue hochrutschen (innerlich - meine Gesichtsmuskeln lassen ein derartiges Mimenspiel nicht wirklich zu). Und zwar das Wort *Realtalk*. Das ist ja wohl die Jung-Alternative zu dem inflationären Lieblingswort vieler Deutscher *tatsächlich*. Einem Wort, bei dem meine Augenbrauen schon gar nicht mehr wissen, wo sie hinrutschen sollen, wenn jeder zweite Satz mit *tatsächlich* beginnt.  

Die Frage, die sich mir stellt, ist, wenn ich Worte wie *Realtalk* oder *tatsächlich* vorausschicken muss für eine Aussage, wie habe ich denn dann den kompletten Rest zu bewerten. Alles vorher ist nur Geföhne? Nur-so-dahin-geschwätzt? Selbstdarstellung? Pressemitteilung? Verkaufsgespräch? Werbeverantstaltung? Show-Buisness? Politik? Unterhaltungsindustrie? Versteht ihr, was ich meine? Ich kapiere nicht, wozu dieser Zusatz à la *jetzt mal ernsthaft* (jetzt schalte ich mal das Hirn an) gebraucht wird. Warum unterhalte ich mich denn mit jemanden? Doch genau weil ich eine ehrliche Meinung hören will. Es leuchtet mir überhaupt nicht ein, warum man einzelne Sätze mit einem *Achtung jetzt tatsächlich/ Realtalk* unterstreichen muss. Das Kurioseste dabei finde ich ja, dass die Gesellschaft Ehrlichkeit anscheinend gar nicht mehr erwartet!!

Als Vergleich, als kleines Spiegelbild ziehe ich eine Habib-Geschichte heran, wie Tuaregs sich in der Wüste begegnen. Da setzt man sich zusammen um ein winziges Feuer, das gerade ausreicht, um Tee zu machen, dabei tauscht man sich aus und unterhält sich. Jeder Satz mit Gehalt und keine Phrase dabei: Jeder Satz gesprochen mit der Hand auf dem Herz. Jetzt könnt ihr dagegen halten, Stadt-Kultur geht nun mal anders und wir sind auch nicht mehr auf Kamelen unterwegs. Aber bleibt die Qualität einer menschlicher Begegnung nicht stets die gleiche - unabhängig von Ort, Zeit und Kultur? Eben in dem man sich einander öffnet und sagt, was man denkt? Ohne Aufrichtigkeit keine Begegnung. Und ohne Ehrlichkeit in der Beziehung kein Glück und kein Vertrauen. Vielleicht kann man, vielleicht muss man Aufrichtigkeit üben. Beispielsweise in dem man einfach bei seiner Geschichte bleibt, immer ein und derselben Version der Geschichte und sie unabhängig vom Gegenüber immer gleich erzählt.

 


Füllhorn-Zeit. Da weiß man gar nicht, mit welchem Obst man etwas Süßes backen soll vor lauter Auswahl. Diese Muffins-Idee kann man wunderbar ebenso verwenden für Brombeeren. Thymian läßt sich gut austauschen mit Lavendel, Walnuss gegen Haselnuss oder Mandeln... Rauskommen werden saftige und trotzdem lockere, aromatische Muffins. Ich habe unsere kleinen, intensiven Feigen genommen, die kaum größer sind als ein Tischtennisball. Wie meist gesellte ich der Feige etwas Piment und Thymian zur Seite - zum Ausgleich ihrer Süße.

 

12 Muffins:

140g Butter, weich
125g brauner Zucker
1 Pr Salz
2 Eier
200g Mehl (m: D630)
2 TL Back-Pu
30g Nüsse, geröstet, gemahlen (m: Walnüsse)
50g Nüsse, geröstet, gehackt (m: Walnüsse)
2 EL Kakao (oder auch 2 EL mehr, wer mag)
50g Schoko-Drops
120ml Milch
40g Crème fraîche
2 Msp Piment
1/2 TL Kardamom
2 TL Thymian
200g Feigen (oder Brombeeren), klein geschnitten
 
Deko: jeweils ein paar gehackte Nüsse, Schoko-Drops, Feigen und Thymian

Zubereitung:

Ofen auf 175°C (O/U-Hitze) vorheizen.

Butter mit Salz und Zucker cremig aufschlagen. Gewürze zufügen. Mehl und Back-Pu mischen (wer mag: gesiebt). Eier nacheinander unter die Butter unterrühren. Dann abwechslend Mehl und Milch untermischen - dabei nur so viel rühren wie nötig.

Crème und Kakao, Drops und Nüsse dazu geben. Zuletzt die Früchte vorsichtig unterheben.

Muffinsform mit Förmchen rüsten.

Den Teig gleichmäßig auf die 12 Vertiefungen verteilen. Mit gehackten Nüssen, Frucht und Schoko-Drops sowie Thymian verzieren.

Für ca. 30 min im Ofen backen.

Anmerkung m: Die Muffins schmecken am nächsten Tag richtig durchgezogen noch besser.


Die Kommentarfunktion verweigert sich mir (Sch...gmpfhh....), aber dann halt so:

Was gebt ihr mir für ein warmes Gefühl, dass die Matrix eben doch kein luftleerer Raum ist, in dem man schneller vergessen wird, als man *Coucou* schreiben kann. Ich danke euch allen für die lieben Worte! Hoffentlich finde ich wieder etwas mehr Zeit für das Blog. Und wenn, dann liegt es mit an eurem Feedback. Am Schluß hat sich hier nach all den Jahren eine kleine eingeschworene Gruppe gebildet (eine zauberhafte Vorstellung für mich) - denn zusammen ist immer leichter als alleine: sogar vorm Computer :)

Vermählung: Früchte-Nussknacker

Samstag, 23. Dezember 2023

 

Rückblickend schüttle ich über mich selbst den Kopf! Selbst als #Team Romantik der ersten Stunde (jaja, auch hier) war es doch sehr kindlich naiv, davon auszugehen dass alle Paare den gleichen Werdegang durchlaufen, ähnlich diesen Hüpfkästchen aus Straßenkreide, indem der Parcours klar vorgegeben ist: verliebt-verlobt-verheiratet. Heute fallen mir nicht mal eine handvoll Paare ein, die ich anschmachte ob des liebenswürdigen Umgangs miteinander. Eher im Gegenteil: in unseren Breitengraden scheint das mit der Paarbeziehung kaum einer hinzukriegen. Warum verlieren wir so schnell das Interesse aneinander, reden nicht mehr, suchen keinen Austausch?

Dabei wird derart Hosiana auf die freie Wahl der Liebe gesungen. Und? Im Ergebnis scheint das Modell wenig erfolgverprechend und eher ernüchternd. Zumal: so lange gibt es das freie Aufspielen in der Liebe noch nicht.

Schaue ich mir meine Familiengeschichte an, so paarte sich die Generation meiner Großeltern während dem Krieg. Ich kenne nur die weibliche Sicht, die Großväter lernte ich nie kennen. Die eine Oma schrieb mit zwei Soldaten, beide fielen. Später heiratete sie dann einen deutlich älteren Mann, an den sie nie ihr Herz verlor. Die andere Oma lernte ihren künftigen Mann ebenfalls als Soldaten kennen, schnelle Heirat, keine großen Gefühle ihrerseits, zudem ständig getrennt, in den kurzen Fronturlauben dann die schnelle Zeugung von Kindern und irgendwann, Jahre später, kehrte er zurück aus der Gefangenschaft, verdreckt, verlaust, verwanzt und traumatisiert. Romantik geht definitiv anders.

Die Elterngeneration, die mussten noch heiraten, um überhaupt das Elternhaus verlassen zu können. So wollte es die Zucht und Ordnung. Und ich hätte für mich die Hand nicht ins Feuer legen wollen, ob ich nicht genauso die erstbeste Möglichkeit ergriffen hätte, um dem Elend zu entkommen. In der Not frißt der Teufel Fliegen. Nur, das könnt ihr einer Fachkraft glauben: Liebesgeschichten beginnen anders.

Dann kam die Pille, die Wohngemeinschaften und nun ging der wilde Reigen erst richtig los. Mit der einhergehenden Ernüchterung in Folge der meine Generation recht bald feststellen mußte, dass Sex noch keine Liebe und dass der Glimmstängel der Leidenschaft schnell runtergeraucht ist.

Obwohl die Beziehungen nicht länger halten als früher, wird immer noch kräftig geheiratet - möglicherweise der Kinder wegen. Also Hochzeit ist überhaupt nicht meine Veranstaltung. Alleine diese unmöglichen Brautkleider-Sendungen, in denen die Mädels vor dem Spiegel stets totally ergriffen von sich selbst sind, wenn sie *ihr* Kleid gefunden haben, maximal egozentrisch, völlig selbstverliebt, ganz so als wollten sie sich selbst heiraten. Schlimm! (Wobei es diesen Firlefanz mit Selbst-Heirat ja sogar gibt - was soll man über die Verwirrtheit der Menschen noch sagen?). Für ein Kleid für einen einzigen Tag, für ein einziges Fest so viel Geld auf den Tisch zu legen - nee, sorry, verstehe ich nicht, das leuchtet mir nicht ein. Sowieso mal wieder ganz mit Goethe: *Man feiere nur, was glücklich vollendet ist; alle Zeremonien zum Anfang erschöpfen Lust und Kräfte, die das Streben hervor bringen und uns bei einer fortgesetzten Mühe beistehen sollen. Unter allen Festen ist das Hochzeitsfest das unschicklichste; keines sollte mehr in Stille, Demut und Hoffnung begangen werden als dieses.*

Ob die von Eltern eingefädelten Ehen zwingend schlechter sein müssen als die der freien Wahl? Diese Doku schaute ich mir an, in der u.a. eine arrangierte Hochzeit im Himalaya verfolgt wird: Becoming women in Zanskar (ca. min 40).  Die Eltern der Braut wählen für ihre Tochter einen Bräutigam, ganz so, wie es die Tradition will, ganz so wie sie verbunden wurden. Sie erzählen, die Zuneigung füreinander würde mit der Zeit schon wachsen, wenn man sieht mit wieviel Arbeit, Einsatz und Fleiß sich für die Familie engagiert wird - notwendigerweise in dieser rauhen Gegend, man braucht sich und ist aufeinander angewiesen. Aber was fließen bei allen die Tränen während der Vorbereitung auf die Brautentführung: ihr kleines Mädchen würde das Haus für immer verlassen. Da schniefe ich synchron mit - angefasst und ein wenig neidisch - weil diese offensichtliche Verbundenheit so rührt, weil die Familienbande derart außergewöhnlich innig sind. 

Da frage ich mich dann schon: wie beziehungsfähig sind wir eigentlich, wie liebesfähig - gerade wenn man den Vergleich so vor Augen gestellt bekommt. Tja, und bei der freien Partnerwahl kann man von Eigenverantwortung nicht frei gesprochen werden, schon Richtung: dir geschieht nach deinem Glauben. Wovon hast du denn geträumt? Wonach hast du denn gesucht? Denn mir fällt wenig ein, dass ähnlich entscheidend für die Vita ist, mit WEM man gemeinsam durchs Leben geht. Werte brauchen ein entsprechendes Gebenüber. 

Gute Gelegenheit mal wieder auf James French zu verweisen, der auf so phantastische Weise demonstriert, dass erst auf der Basis von Frieden, Vertrauen und Freiheit der Weg zueinander geöffnet ist. Und dass wir uns über das Gefühl verbinden und nicht über den Verstand, Intellekt, Worte oder andere Konstrukte. Dann, ja dann ist Beziehung der Paradeort, die beste aller Möglichkeiten um Werte erfahren, leben und üben zu können - in Ernsthaftigkeit, in Wahrhaftigkeit. Das Üben von Miteinander statt Gegeneinander, freiwillige Kooperation, fruchtbarer Austausch, gemeinsames Wachsen. Was wäre wünschenswerter für diesen Planeten und seine Lebewesen als das?!



Eine ganz klassische, kulinarische Vermählung zu Weihnachten sind Dörrfrüchte mit Nüssen. Diese Früchte-Nussknacker sind eine super Sache für alle Kurzentschlossenen noch auf den letzten Metern vor Weihnachten schnell  den Plätzchenteller mit Selbstgemachten zu füllen. Sie halten sich im Froster locker 3 Monate und im Kühlschrank mehrere Tage. Ich habe die Rollen einfach in der Tiefkühle gelassen und je nach Bedarf für uns Scheibchen abgeschnitten - selbst dann lassen sie sich direkt essen.


Zutaten - 2 Rollen/ca. 50 Stück:

100g Datteln
70g Dörr-Pflaumen
80g Dörr-Aprikosen
50g Rosinen
50g Dörr-Preiselbeeren
50g Kürbiskerne
75g Walnüsse, gehackt
75g ganze Mandeln, geröstet
40g Sesam (Teil davon für Deko)
20g Pinienkerne (m: Pistazien)

Zubereitung:

Datteln, Pflaumen, Rosinen, Aprikosen und Cranberries getrennt voneinander mit kaltem Wasser übergießen und etwa 15min ziehen lassen.

Walnüsse fein hacken. Ganze Mandeln in einer Pfanne ohne Fett rösten.

In einer Schüssel Walnüsse, Mandeln, Kürbiskerne, Sesam und Pinienkerne zusammenschütten. 

Auf einem Brett 2 Bahnen Klarsichtfolien vorbereiten.

Dörr-Früchte abgießen. Rosinen und Cranberries zu den Nüssen geben. Aprikosen klein schneiden. Datteln und Dörrpflaumen entkernen und in einem Mixer zu Mus pürieren. Nun alle Zutaten mit behandschuhten Hände gut vermengen.

Die Hälfte der Masse auf eine der Folien setzen, erst mit den Händen etwas länglich formen dann in der Folie rollen. Wenn die Rolle schön und fest geformt ist, wieder etwas aufwickeln und den Sesam vor und hinter die Rolle streuen und erneut rollen - auf diese Weise die Rolle im Sesam wälzen. Mit der 2. Hälfte genauso verfahren. Enden gut verknoten und Rollen für 2 Stunden in den Froster legen.

Dann mit einem scharfen Messer in gewünschte Stücke (m: ca. 1cm Breite) abschneiden.

Quelle: YT - fantastische Rezepte

 



  Ein harmonisches und friedliches Weihnachten euch!

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    **** wieder mit Verweis auf die Weihnachtsbotschaft meines Habibs ****

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