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Begegnung: Reis-Karotten-Chicoree-Bratlinge

Sonntag, 25. Februar 2024


Wenn der Spott der Satire nach unten tritt, anstatt dass er sich nach oben richtet zur herrschenden Klasse, den Mächtigen, der Obrigkeit - dorthin, wo er traditionell hingehört - dann, ja dann hat sich was verdreht. Da bin ich ganz auf der Seite von Christine Prayon. Ähnliche Töne stimmt die Findungskommission der Dokumenta an. Wie gerne habe ich mich früher unter das Künstlervolk gemischt, unter jene, denen die Gesellschaft so viel Freiheiten zubilligte. Gut möglich, dass man nicht merkt, dass sich Meinungskorridore verengen, wenn man als Schmalspurganove den gut gekennzeichneten, mit Teppichboden ausgelegten, ausgetretenen Weg des Mainstreams nie verlassen hat, nie in Randgebieten unterwegs war. Wie vermutlich die Mehrheit der Menschen, die schon als Kinder in Michael Schanzes Ratesendung im letzten Moment immer dahin gesprungen wären, wo die meisten anderen stehen. Wie sollen die eine derartige Entwicklung überhaupt registrieren? Herdentierchen bleibt Herdentierchen, eigenständiges Denken nie geübt. Was zudem ja verboten werden soll - Frankreich fängt mal damit an.

Und wenn ich gerade dabei bin, den Kopf zu schütteln: diesen Link wollte ich auf jeden Fall hier gesetzt haben (Foodblog-Verpflichtung) *18 Milliarden Tiere, die als Nahrungsmittel gezüchtet werden, landen jährlich im Müll*. Das ist so krank, an diese Zahlen kommt selbst die Kühle des Kopf nicht hin. Was fällt einem dazu noch ein? Spätestens mit dem Kolonialismus und der Sklaverei ist der Traum der Menschheitsfamilie ausgeträumt. Zu einem Teil will ich definitiv nicht gehören, mit einem Teil will ich nichts zutun haben - das war in meiner Jugend bereits einer der Gründe, warum ich mich in die Kunst geflüchtet hatte. Heute suche ich Schutz und Abstand im Naturschutzgebiet.

*Manchmal bin ich enttäuscht von der Welt und wie Menschen miteinander umgehen* so wahr, ich auch, *Meine größte Herausforderung im Leben ist die Enttäuschung, dass Menschen nicht freundlicher zueinander sind. Aber dann versuche ich mich auf diejenigen zu konzentrieren, die es sind* erklärt sich Anni und warum sie immer wieder mit Depressionen kämpft. Was macht mich an manchen Tagen die Oberflächlichkeit, die Kälte, die Banalität, die Verlogenheit im Außen fertig... einhergehend mit dem Bedürfnis nach Trost. Grund genug, diesen kleinen Film mit Gleichleidenden unten einzustellen - von Reflections of life habe ich bereits auf mehrere verwiesen. Geht es euch auch so, aber ich muss automatisch mitlachen, wenn die zwei zu kichern anfangen. Überhaupt: sehr wohltuend beiden zuzuhören, wie sie sich Gedanken machen über sich als Paar.

Im besten Fall verändert man sich über die gemeinsame Zeit miteinander zum Besseren. Der große Zugewinn von Partnerschaft ist doch, dass die Welt größer wird: man sieht die Welt zusätzlich durch ein weiteres Augenpaar - und das färbt ab. Dabei lernt man sich selbst besser kennen und anzunehmen. Wirklich, ich bin davon überzeugt: wem der Himmel helfen will, dem hilft er durch die Liebe. Wie kann man den Wahnsinn und das Leid dieses Planeten aushalten ohne Vertrauten? Ich weiß schon gar nicht mehr, wer ich war, bevor ich meinen Habib kennenlernte... Gott sei Dank! Gefühlt mehrere Leben her. Gäbs doch mehr Liebespaare auf diesem Planeten - die suchen keinen Händel, die wollen nur leben!

Einer meiner verinnerlichten Kalendersprüche von Marie von Ebner-Eschenbach lautet: *Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus.* Und ganz ähnlich formuliert es auch John: *Wir werden durch die Erlebnisse in unserem Leben geprägt und den Dingen, die wir erleben. Es geht darum, was wir mit den Erfahrungen und Erinnerungen machen können. Ich entscheide, wie ich es betrachte, was ich damit mache. Ich sage gerne, dass Gefühle keine bösen oder schlechten Dinge sind - Gefühle sind das, was uns menschlich macht. Und es ist die Entscheidung, was wir mit diesen Gefühlen machen, die gut oder schlecht sein kann.*

Es reicht völlig, sich auf sein kleines Umfeld zu konzentrieren - ganz egal wie politisch aufgeladen eine Zeit sein mag. In diesem unmittelbaren Miteinander spielt sich das eigentliche, echte Leben ab, der Rahmen, in dem individuelle Entwicklung passiert. Und für nichts ist man verantwortlicher als sein eigenes Sein! *Wir brauchen keine Gemeinschaft, was wir brauchen ist Begegnung*, wurde mir in einem wunderbaren Gespräch weitergegeben, als wir uns - ganz intim und selbstverständlich zugleich - austauschten über unsere Gottesvorstellung. Wie schön ist das gesagt! Begegnung - ein echtes Zauberwort und die beste aller Inspirationen!

Ein guter Moment, mich bei denen zu bedanken, die mir so freundliche Nachrichten zukommen ließen, und bei denen ich allesamt hoffe, dass sich unsere Wege (wieder) kreuzen werden: danke Hannah, danke Charlotte, danke Lisa, danke Clara, danke Christin, danke Stephanie, danke Christine. Und natürlich Danke an den Tribe! Manchmal wirken ein paar Zeilen wie weitergeleitetes Licht!

 


Thematisch steige ich gedanklich wie kulinarisch wieder bei meinen Lieblingsthemen ein: vegetarische Puffer. Immer, wenn ich kurz davor bin, ein Ranking zu erstellen, dann kommen neue Rezepte dazu und das Karussell dreht sich weiter... Aber Deadline dafür ist 2024 - soweit hänge ich mich schon mal aus dem Fenster.

 

Zutaten 3P/ 9 Stück:

120g Reis
2 Lorbeerblätter
1/2 TL Curcuma
1 TL Ras el Hanout
70g Buchweizen-Mehl
20g Karoffel-Stärke
1 Karotte (ca. 150g)
1 Chicoree (ca. 120g)
optional 1 Mozzarella (oder Ziegengauda)
2 EL Petersilie, fein gehackt
Kokosfett

 

 Zubereitung:

Den Reis zusammen mit Kurkuma und Ras el Hanout gar kochen (mein demi-complet-Reis braucht ca 30min). Den Chicoree halbieren, den Kern keilförmig rausschneiden und in feine Streifen schneiden. Die Karotte bürsten und grob raspeln. Die Petersilie fein hacken, Käse reiben (oder Mozzarella in kleine Stücke schneiden).

Alle Zutaten, einschließlich Buchweizenmehl und Kartoffelstärke, vermengen, würzig abschmecken und mit feuchten Händen 9 Bratlinge geformt formenn.

Kokosfett in einer Pfanne erhitzen und die Bratlinge von beiden Seiten goldbraun und knusprig braten. Die Bratlinge schmecken auch kalt. Sie sind schön saftig, schmecken warm und kalt.

Als Begleitung gab es in etwa dieses Rotkohl-Rezept zusätzlich mit Preiselbeeren

Anmerkung m: für die vegane Variante einfach den Käse weglassen - die Bratlinge halten auch so super zusammen!

Inspiration: CK

 

Schwarzes Loch: Sri Lanka-Gewürzreis mit caramelisiertem Chicorée

Sonntag, 28. Februar 2021


Zum Neujahr schenkte der kleine Bioladen, in dem wir Stammkunden sind, seinen Treuen eine Gewürzmischung aus Sri Lanka.

Sri Lanka kenne ich leider noch nicht - was ich gerne geändert hätte, denn der Habib schwärmte sehr vom *Elefantenland*. Das Gewürze-reiche Essen fand er köstlich, wenngleich man sich wohl an die feurige Schärfe erst gewöhnen muss. Die Natur ist noch artenreich, die Bevölkerung interessiert, aufgeschlossen und gastfreundlich - wir hätten bestimmt auch bei seinem zweiten Besuch viel zu entdecken gehabt. Aber ich beiße mir jetzt auf die Zunge, bzw. verkrampfe meine Finger, um nicht irgendetwas Jammerndes über das Reisen/ bzw. Nicht-Reisen in die Tastatur zu hacken. Man wird ja bescheiden: mal wieder ein petit creme in der Frühlingssonne im Café zu trinken wäre bereits großes Kino!

Sich überhaupt auf etwas anderes konzentrieren zu können als auf das Dauer-C-Thema, kommt einem fulminanten Kunststück gleich - C hat doch die Sogwirkung eines schwarzen Lochs angenommen. Es heißt, ein schwarzes Loch wäre das größte Rätsel im Universum. Keine Materie, nicht einmal das Licht kann ihm entkommen. Seine Anziehungskraft auf die Umgebung ist so stark, dass ganze Sterne verschluckt werden. Niemand weiß, was in seinem Inneren passiert. Tja, und schafft man es, sich dagegen zu stemmen - brav MN-Schutz tragend und Social Distance wahrend - , dass das C-Thema das komplette Denken eben nicht einnimmt, frisst das bereits so viel Energie, dass trotzdem nicht mehr viel Restpotential für etwas anderes übrig bleibt.

Mir fiel dazu der Ami-Bullshit-Film *Die nackte Kanone* meiner frühen Teenie-Jahre ein, aus dem es (glücklicherweise) nur zwei Nonsense-Szenen in mein Ultralangzeitgedächtnis geschafft haben. In einer sieht man, wie ein unbewegter Polizist mit völlig emotionsloser Stimme vor einem Gelände steht, das mit rot-weiß gestreiftem Band abgesperrt ist und durch ein Megaphon durchgibt: *Bitte treten Sie zur Seite! Hier gibt es NICHTS zu sehen* - während hinter ihm in schönster Hollywood-Manier die spektakulärsten Explosionen gezündet wurden. 

Nein, momentan gibt es nichts Neues zu entdecken. Same official spectacle as every day. Immerhin kenne ich nicht eine einzige Person, die sich diesen Winter - während die Welt an einer Pandemie erkrankte - eine Erkältung zugezogen hätte. Noch nicht einmal einen Schnupfen - man muss die kleinen Erfolge würdigen.

 


Nun die geschenkte Gewürzmischung war eine schöne Anregung vom Bioladen, die ich gerne aufgegriffen habe. Zumal ich an Curryblätter, die darin enthalten waren, eigentlich nie gelange. Auf diese Weise war schnell und unkompliziert gekocht, so dass genügend Zeit für mein Therapiezentrum Garten blieb!

Geschwister im Blog-Universum gibt es auch: und zwar dieser türkische Gewürzreis.


Zutaten:

150g Reis (m: Vollkorn)*
2 Karotten
100g Erbsen
2 EL Rosinen (m: Cranberries)
5 Curryblätter
3 Kardamom-Kapseln, angequetscht
1 Gewürznelke
1/2 TL Kurkuma
1 Stück Zimt
7 schwarze Pfefferkörner
Salz

3 Chicorée*
1 EL Zucker
Saft 1/2 Orange (oder 1 Mandarine)
Salz, Pfeffer
200ml Gemüsebrühe
Olivenöl

Zubereitung:

Die Rosinen in etwas kochendem Wasser einweichen. Den Reis spülen und abtropfen lassen. Mit ca 350ml kaltem Wasser aufsetzen. Salzen. Die Gewürze in einem Gewürzsäckchen (Teebeutel) einlegen und zum Kochen bringen. Deckel auflegen und bei sanfter Hitze kochen lassen. Wenn nötig noch etwas Wasser zufügen. Je nach verwendeter Reissorte (etwa bei weißem Reis) kann man die klein gewürfelten Karotten direkt zufügen (ebenso die Rosinen). Bei meinem Vollkornreis, der gute 40min benötigt um gar zu sein, habe ich die Möhren später - nach etwas mehr als der Hälfte der Garzeit zugefügt.

Kurz vor Ende der Garzeit die Erbsen untermischen und nochmals abschmecken. Den Herd ausschalten. Zwischen Deckel und Topf zwei-drei Lagen Papiertücher klemmen, mit dem Deckel fest schließen und Reis auf der warmen Herdplatte 10 Minuten ruhen lassen. Dann das Gewürzsäckchen entfernen.

Parallel den Chicorée rüsten. Dafür die Knollen halbieren und den Strunk keilförmig herausschneiden. In einer Pfanne das Öl erhitzen und die Chicoréehälften mit der Schnittfläche nach unten darin braten. Den Zucker darüber karamellisieren lassen. Orangensaft und Brühe anschütten und auf großer Flamme fast vollständig reinreduzieren lassen. Salzen und pfeffern

Den Reis auf zwei Teller verteilen und den Chicorée dazu servieren.

Anmerkung m: je nach Größe der Chicorée-Knollen auf 2 reduzieren oder 4 erhöhen. Für den Sri Lanke-Reis habe ich die türkische Garmethode übenommen, denn wenn man abschließend den Deckel mit zwei Küchentüchern fest verschließt, ziehen die Gewürze wunderbar in den Reis.

 

die erste: Himmantoglossum robertianum, das Riesenknabenkraut oder Roberts Mastorchis

Lebensreise: Paprika-Flan

Montag, 19. November 2018


Die grosse Unbekannte, oder ihren Gatten Faktor X, die mögen wir nicht. Der wird die Tür vor der Nase zugeschlagen wie unliebsamem Überraschungsbesuch. Außerdem passt die in unseren gut organisierten, durchstrukturierten, vorausdurchdachten Alltag so gar nicht hinein. Durcheinander und Chaos, wo eben noch Ordnung herrschte (zumindest ungefähr), kann keiner wollen. In Zeiten von Handy gibt es zudem keinerlei Gründe, sich vorher nicht anzumelden. Wirklich nicht. *Zufällig in die Gegend verirrt und dann einfach geklingt* - das passiert heute keinem Menschen mehr. Einfach so. Bref: es kann nur als astreines Assi-Indiz bewertet werden

Komischerweise ist es beim Reisen gerade das, was nachher wie Junk die Blutgefäße durchströmt: die Ungewissheit. Ja, ich behaupte: die besten Momente ereignen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit dann, wenn man null Erwartungen hat und die Dinge einfach geschehen lässt. Nicht, dass ich das sofort gekonnt hätte. Oder immer könnte. Bei meiner allerersten Reise, bei der ich drei Monate alleine unterwegs war, gelang mir das gerade einmal eine handvoll Tage. Das weiß ich deshalb so genau, weil ich die besonders intensiv im Gedächtnis habe. Und weil ich generell eher der Typ bin, der gerne stets ein Tag im voraus informiert wäre. Um die Zahnbürste noch einpacken zu können... oder so. Für Spontanität im Hause Falk ist der Habib zuständig.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass in unseren Breitengraden dem Leben nach aller Regel der Kunst aus dem Weg gegangen wird. Wir dünken uns in Sicherheit, wenn nur alles geregelt ist. Je größer wir den Bogen um Lebendigkeit ziehen, umso mehr hoffen wir, so ungeschoren wie möglich davon zu kommen. Dabei wissen wir ganz genau, dass wir uns in die Tasche lügen, dass wir einer  - weit verbreiteten - Illusion unterliegen. Das ist nicht die Wirklichkeit. Und der Preis, den wir dafür bezahlen ist hoch: das Glitzern in den Augen geht verloren.

Machen wir uns nichts vor: Das Leben ist lebensgefährlich. Und es endet tödlich. Lässt sich nicht ändern. Habe ich selbst mal um die Ohren gehauen bekommen, als junges Mädchen von einer Zufallsbegegnung im Zug. Joh, keine Erkenntnis für die man länger meditieren müsste, aber damals für mich ein Knüllersatz. Und im richtigen Moment. 

Trotzdem gewinnt die Angst vor Fremden gerne die Oberhand. Auf der ganzen Welt scheint *das Andere* bedrohlich. Das dachte ich, als ich auf dem empfehlenswerten Blog *Outthere* am Ende dieses Posts las, wie sie die Gefahren ihrer Reise erlebten. Im Gespräch mit anderen nämlich vorallem als deren Vorurteile!! Super gefiel mir auch der tolle Bericht ihres Amazonas-Abenteuer, insbesondere dem Abschnitt *Am Rande der Komfortzone*, in dem sie eben den Mehrwert so schön schildern. Was keiner nachvollziehen kann, der es nicht selbst erlebte. Für mich hatte da Madagaskar viel zu bieten. Mit dem Durchstehen von Entbehrungen und Unwohlsein stellt sich im Nachhinein eines ein: Angst baut sich ab und Welt wird größer. Ich nennt es ja Ambrosia. (By the way gleiches Prinzip gilt für diesen erstaunlichen Erfahrungsbericht = Durchstehen mit erstaunlichem Effekt... als weiterer Mutmacher).

Um eine letzte Perle zum Thema anzureihen, passt dazu ein Schatzmoment der letzten Tage: ich wachte auf, nachdem die ganze Nacht ein Sturm um das Haus peitschte. *Fühlst du dich eigentlich immer behütet und geborgen*, fragte ich an den Habib gekuschelt. *Hmmm*, murmelte der noch halbschläfrig, *es kann halt so viel passieren.* *EBEN!* antwortete ich aufgeraut von dem brausenden Wind. *Dann passiert es halt* sagte mein weiser Habib...

So, Vorspeise, liebe Leserschaft. Zurück zum Fundament eines Foodblogs und hier zu einem bevorzugten Start in ein Menu, dem Flan. Mit Erbsen habe ich ihn zuerst gezeigt, mit Blumenkohl, Karotten, Spargel - und jetzt mit Paprika. Es wurde direkt nach dem Rezept gefragt. Was hiermit erfüllt ist...


Zutaten 4 Stück:

175g Paprika, rot
2 Eier
100ml Sahne
1/2 TL Paprika, rot
1 Msp Pimenton de la verra
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer

1 Avocado
1/2 Mango
1/2 Limette, Saft davon
2 Spritzer Workchester-Sauce
Salz, Pfeffer
1 Bund Schnittlauch
2 EL Chicorée, fein geschnitten

Zubereitung:

Paprika unter den Grill legen, bis die Haut schwarze Blasen wirft, dann häuten. 

Den Ofen auf 150° (Umluft 130°) vorheizen

Die Eier mit der Sahne und der Paprika fein pürieren. (wer darauf achten will, dass die Flans eine feine, glatte Struktur bekommen, der rühre nur mit einer Gabel glatt (nicht den Pürierstab), damit sich kein Schaum bildet. Mit den Gewürzen abschmecken.

Vier ofenfeste Förmchen großzügig ausbuttern, (m: Boden mit kleinen, runden Backpapier-Schalonen ausgelegt - dann klappt das Stürzen auf jeden Fall) damit die Flans sich später gut stürzen lassen.

Die gefüllten Förmchen in ein tiefes Backblech (m: rechteckige Backform) stellen und so viel kochendes Wasser dazugeben, dass sie zu etwa zwei Drittel darin stehen. Die Flans etwa 45min im Wasserbad garen (Stäbchenprobe). Vor dem Stürzen 5-10min ruhen lassen. Mit dem Messer vom Rand lösen (m: nicht nötig gewesen) und lauwarm oder kalt servieren

Für den toppenden Salat Avocado und Mango in Würfel von etwa 1/2cm schneiden, Schnittlauch in Röllchen und den Chicoree in feine Streifen (auf dem Foto vergessen ;). Alles miteinander vermengen und mit Limettensaft, Workchester-Sauce und Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Hilfe eines Servierrings auf den gestürzten Flans anrichten. Wer mag serviert noch etwas grünen Salat dazu... Bei mir gabs als Boden aus der letzten Garten-Aubergine eine Art Auberginen-Kichererbsen-Humus angelehnt an diese...


falsche Freunde: Chicorée-Tarte-Tatin

Sonntag, 23. September 2018


Falsche Freunde enttarnen sich vor allem ausgenüchtert. Man hatte eine falsche Vorstellung von jemandem im Kopf, der sich im entscheidenden Moment als andere Person entpuppt. Mit Alkohol lassen sich solche Erfahrungen meist vermeiden, wechselt man von Deutschland nach Frankreich kommt man um derlei Erlebnisse nicht herum. Und zwar sprachlicher Natur. Zumindest bezeichnet mein Wortschatz-Buch eine ganze Rubrik dementsprechend...

Wie sehr mich die Verkreuzung dieser beiden Sprachen schon ins Stolpern brachte - und das immerhin mit Leistungskurs im Rücken - man kann es sich nicht ausmalen. Ach, das Leben, es ist voller kleiner Tücken. Nehme ich doch als erstes Beispiel mal das Wort *Negligée*. Kennt fast jeder Deutsche - klar, das schicke Fränzi-Wort für Reizwäsche, beziehungswiese diese kleinen, zarten Nachthemdchen mit Spaghettiträgern. Ihr seht es vor euch. Aber von wegen. In dem Zusammenhang weiß kein Franzose, von was die Rede sein soll. Das Wort gibt es wohl. Als Adjektiv und bedeutet dann *verwahrlost*. Also etwas KOMPLETT anders.

Oder nehmen wir das *Parterre*. Ein gängiges Wort im deutschen Sprachgebrauch - eindeutig entlehnt aus dem Nachbarland. Tja, nur übersetzt man das hier mit Blumenbeet und mitnichten mit Erdgeschoß. 

Ein weiteres sehr populäres Beispiel mit hübschem Fallstrick meint in einem Land (Deutschland) ein Gebäckstück: *un baiser*. Klingt französisch, wird französisch ausgesprochen, ist auch französisch, bedeutet allerdings *Kuss*. Die entsprechende Süßigkeit heißt hier einfach *une meringue*. Einen Stolperstein, den die ein oder andere vielleicht bereits kennt. Tsss, aber es gibt derer noch einige mehr.

Mein populärster Verdreher, der mich anfangs in Frankreich wiederholt stuzig machte, ist eine klassische Überkreuzstellung. Allerdings fühlt es sich an, als hätte man eine Vokabel falsch abgespeichert. Das Bild passt nicht zum Wort. Und zwar wird die heutige Tarte in Frankreich mit *Tarte Tartin aux endives* übertitelt. Chicorée heißt in Frankreich *endive* und Endivien wiederum *chicorée*. Bis heute muß ich mich zwicken, wenn es um diese beiden Salatsorten geht. Obendrein kann Chicorée auch noch Getreidekaffee meinen, das liegt aber mit am Ursprung dieses Kaffees, der aus dem wilden Chicorée, der Wegwarte, gezüchtet wurde.

So, ich hoffe, ich habe euch tüchtig verwirrt. Nun wird wieder entknotet und zwar mit dieser köstlichen Tarte Tatin, die sowohl als schönes Mittagessen für zwei Personen wie als Vorspeise für 4-6 Personen funktioniert. Regelrecht angefüttert wurde ich damit, denn ein lieber Feriengast (coucou Corinna) verwöhnt uns damit als Entrée für ein feines Menu. Ja, wer denkt, dass hauptsächlich ich versuche Feriengäste gelegentlich kulinarisch zu verwöhnen, der irrt. Das dreht sich immer wieder - ganz zu meiner Freude!


Zutaten - Form 24cm:

Teig:
70g Einkorn-Vollkorn
100g Dinkel 630
Salz
85g Butter, kalt
1 EL Quark
1 TL Thymian
Chili-Flocken

3-4 kleine Chicorée
1 EL Butter
1 EL Zucker (m: hellbrauner Rohrzucker)
1 TL Fenchelsaat (m: grob gemörsert)
Abrieb 1 Zitrone
flambiert mit Pastis
1 Knoblauchzehe
1 Schalotte
1 EL Korinthen (m: vergessen)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Ofen auf 200° vorheizen. (m: Intensivbacken)

Die Butter in kleinen Flöckchen wie gewohnt mit den restlichen Zutaten unter das Mehl vermengen und mit wenig kaltem Wasser zügig zu einem glatten Teig verkneten. In Folie wickeln und mindestens 1 Stunde im Kalten ruhen lassen.

Chicorée rüsten, d.h. halbieren und den Strunk keilförmig rausschneiden. Knoblauch und Schalotte fein würfeln. Korinthen etwas in heißem Wasser einweichen.

Zucker zusammen mit der Butter in einer Pfanne schmelzen lassen und leicht karamellisieren lassen, restliche Zutaten zufügen, zuerst kurz Gewürze samt Schalotte und Knoblauch. Dann die Chicorée mit der halbierten Seite nach unten dazu setzen und mit einem guten Schuß Pastis flambieren.

Die Tarteform buttern, zuerst die Hälfte der Gewürze auf den Boden geben, dann den Chicorée dicht an dicht darauf verteilen, die restlichen Gewürze (ganzer Pfanneninhalt) sowie die Korinthen (die ich an der Stelle vergaß).

Teig etwas größer als Tarteform auswellen und darüber legen - dabei die Ränder nach innen krempeln. Mit einer Gabel mehrfach einstechen.

In den heißen Ofen schieben (2. Schiene von unten). 20min bei 200° backen und weitere 20min bei 180°. Aus dem Ofen nehmen und auf eine Platte stürzen.

Inspiration: Corinna bzw. Brigitte

.... mehr salzige Tarte-Tatin - bitte hier entlang....


Mailindgrün: Spargelflan mit Vanille und Chilli-Erdbeeren

Freitag, 8. Mai 2015

Die Nachtigall singt wieder. *Alles Vollkommene in seiner Art muß über seine Art hinausgehen, es muß etwas anderes Unvergleichbares werden. In manchen Tönen ist die Nachtigall noch Vogel; dann steigt sie über ihre Klasse hinüber und scheint jedem Gefiederten andeuten zu wollen, was eigentlich singen hieße.* (Goethe/ Wahlverwandtschaften).

Es kann nur der Monat Mai sein, der zum Heiraten animiert. Jetzt hat auch die Natur Hochzeit. Der Mai schenkt mir kleine Schübe der Euphorie. Wie lindmaigrünzart die Bäume sind. Wie saftig, wie fruchtbar, wie üppig, wie berstend. Wie fröhlich die Vögel zwitschern. Der schwindelerregende Duft des Flieders, der blühenden Kastanien. Die ersten Schmetterlinge. Die Wäsche aufhängen und es schneit Kirschblüten dabei. Café bei Daniel trinken und es regnet Glyzinienblüten. Die Fülle überträgt sich lächelnd nach innen und birgt in sich eine stille Freude, das Aufwachen der Natur so intensiv auf dem Land miterleben zu dürfen. Immer gleich, immer neu, immer magisch. Und gemeinsam schwinge ich mit der Natur und komme mir zeit- und alterslos vor. Frühling ist ein bißchen wie frisch verliebt sein.

Die Nachtigall singt *alte, liebe Lieder*, und was Neues habe auch ich nicht gelernt. Erdbeeren und grüner Spargel kennen wir Foodies längst als Salat. Auch die Verbindung von Vanille und grünem Spargel ist altbewährt. Aber wenn sich alle verstehen, warum nicht immer wieder Feste feiern? Das hier wird meine liebste Mai-Vorspeise. Für immer. Ich gelobe...

Auf die Idee mal wieder einen Flan zubereiten, bin ich übrigens durch diesen von Siebeck geraten. Aber mal ehrlich: das Foto schreckt doch ab, oder nicht? Dann lieber ganz anders und nach bewährtem Bettina Matthaei-Rezept.
Zutaten 4P:

500g grüner Spargel
1 Chicoree
250g Erdbeeren
1/2 Limette, der Saft davon
Salz, Pfeffer
Chiliflocken
1 Pr Zucker
3 EL Haselnussöl

Spargelflan
300g grüner Spargel
(von oben ohne Spitzen gerechnet)
150ml Sahne
 4 Eier (Gr. S)*
Salz, Pfeffer
1 Vanilleschote, das Mark davon
Piment d'Espelette
1 Pr Zucker 

Zubereitung:

Idealerweise hat man sich vom letzten Spargelkochen das Spargelkochwasser augehoben. Ich koche - wenn wir weißen Spargel machen - zuerst Abschnitt und Schalen mit einem Schuß Essig und einer guten Prise Zucker etwa 20-30min und gare darin den Spargel. Diesen Sud friere ich dann ein. Für Gelegenheiten wie diese. Der Geschmack dankts.

Das untere Drittel des grünen Spargels schälen und die holzigen Enden abschneiden. Die Spitze abschneiden, den Rest je nach Größe dritteln oder halbieren. Die Stücke im Spargelsud gar kochen und mit kaltem Wasser abschrecken (m: ich habe die Spitzen etwas früher herausgeholt). Die Spitzen zur Seite legen. Die restlichen Spargelstücke sehr gut abtropfen lassen und trocken tupfen. Mit der Sahne pürieren. Für eine besonders zarte Konsistenz durch ein Sieb streichen (m: nicht gemacht). 

Den Ofen auf 150° (Umluft 130°) vorheizen. 
Die Vanilleschote halbieren und das Mark herausschaben. Die Spargelsahne mit Salz, Pfeffer, Piment d'Espelette und dem Vanillemark würzen. Die Eier leicht verquirlen und mit einer Gabel glatt unter die Spargelsahne mischen (nicht den Pürierstab, damit sich kein Schaum bildet und die Flans eine feine, glatte Struktur bekommen).

Vier ofenfeste Förmchen großzügig ausbuttern, damit die Flans sich später gut stürzen lassen. Beim Einfüllen der Spargelmasse immer wieder kräfig auf die Tischfläche klopfen, damit sich die Masse gleichmässig verteilt und Bläschen entweichen.

Die gefüllten Förmchen in ein tiefes Backblech (m: rechteckige Backform) stellen und so viel kochendes Wasser dazugeben, dass sie zu etwa zwei Drittel darin stehen. Die Flans etwa 45min im Wasserbad garen (Stäbchenprobe). Vor dem Stürzen 5-10min ruhen lassen. Mit dem Messer vom Rand lösen (m: nicht nötig gewesen) und lauwarm oder kalt servieren.

Die Erdbeeren waschen, halbieren und zusammen mit den Spargelspitzen in eine Schüssel geben und mit dem Limettensaft, dem Haselnussöl, Salz, Pfeffer, Zucker und Chili 10min marinieren. Kurz vor dem Servieren den Chicoree halbieren, den Strunk herausschneiden, in feine Streifen schneiden und unter den Erdbeer-Spargelsalat mischen. Zusammen mit den Flans servieren

*Anmerkung m: üblicherweise benötigt der Flan nur 3 Eier - da aber der gegarte Spargel beim Kochen viel Wasser zieht, tut der Konsistenz ein weiteres besser...

Linse - die Perle: Linsensalat mit Radicchio, Avocado und Mango

Freitag, 10. April 2015

Bringt man eine reife Avocado sowie eine reife Mango zusammen auf einem Teller, dann kann man von *Tasty First* reden (den Kalauer lasse ich mir patentieren)  - mit diesem Dreamteam hat man den guten Geschmack IMMER am Schlawittich. Fügt man den beiden den nussigen Geschmack der kleinen Alb-Leisa die Bitterkeit des Radicchio hinzu, gibt noch etwas Tiefengrund durch Sellerie samt rote Zwiebel bei und badet das in diesem Dressing, tja, dann hat man sich damit auch schon einen kleinen, freundlichen Moment, pfffhhh, komm', einen paradiesischen Augenblick damit zu Tisch gezaubert.

Jaha, weil der Salat schafft es nämlich unter die Top 4 meiner liebsten Linsengerichte, die ich euch unten aus meinem Fundus rausgesucht habe, damit ihr euch das Leben schöner kochen könnt - mit Linsen... am tierfreitag

Zutaten 2P:

100g Linsen (m: kleine Alb-Leisa)
1EL Stangensellerie, fein gewürfelt
1 rote Zwiebel
1 kleine Avocado
1/2 Mango
einige Blätter Radicchio (ca. 100g)
2 TL Tahini
1/2 Limette, Saft davon
2 EL Balsamico bianco
2 Msp Curry
Salz, Pfeffer
2 EL Olivenöl
1 EL Walnussöl

Zubereitung:

Die Linsen in mindestens doppelt soviel kaltem Wasser aufstellen und OHNE Salz gar kochen (dauert etwa 20min).

Währenddessen die Avocado schälen und in Stücke schneiden; mit der Mango genauso verfahren. Den Radicchio in feine Streifen schneiden, die Stangensellerie, außerdem die rote Zwiebel fein würfeln.

Aus den restlichen Zutaten eine homogene Salatsauce verquirlen.

Die Linsen abschütten und sofort mit dem Dressing mischen. Den Radicchio unterheben. Zuletzt Avocado und Mango vorsichtig mit dem Salat vermengen. 5-10min ziehen lassen, dann servieren.

 

http://salzkorn.blogspot.fr/2012/01/gegen-kalte-nasenspitzen-rote.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/04/lieblingsdal-variante-rote-linsen-mit.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2014/06/ein-alb-traum-linsenmaultaschen.html

Wobei dieses Dhal sowie diese Nudelrollen oder die Kartoffel-Sahnelinsen allemal eine weitere Empfehlung wert sind!

Einfach-frisch-knackig-vegan

Freitag, 25. April 2014

Im Gegensatz zu vielen anderen Küchenlustigen bin ich nicht groß geworden mit dem Schemel neben dem Herd, um als Kind bereits im Topf mitrühren zu können. Ganz im Gegenteil. Die Küche war für mich lange als Ort der schlechten Stimmung belegt. So habe ich zwar schon immer gerne gegessen, aber zu diesen Raum in der Wohnung stets anderen den Vortritt gelassen.

Bis *der Blitz eingeschlagen ist* und mich der weiße Schimmel samt Ritter gen Südfrankreich verschleppte in das nestige Adlerhorst. Dochdoch, genauso war es. Und da stand ich dann auf einmal in dieser Küche in bester Athmo, aber ohne jede Fertigkeit am Topf. Keine Butterbrezel, kein Döner mehr ums Eck, allein der täglich Hunger ist geblieben. Der Habib hatte (hat bis heute) alles drauf am Herd, was einem rustikalen Kerle-Haushalt jede Ehre bereitet (Beispiel Bratkartoffel Holzfällerart), aber dann gabs ja noch den Garten. Und die Bäume wollten erntereif geschüttelt werden, die Auberginen am Stengel nicht faulen und Grün nicht nur wie Unkraut wachsen.

Dank Internet bin auch ich mit meinem neuen Umfeld gewaschen. Allein das Wort *Filetieren* empfand ich anfangs als höhere Schischi-Kocherei und vielleicht erinnere ich mich deshalb, dass ich für diesen Salat meine erste Orange *filetiert* habe. Eigentlich ganz und gar und komplett anspruchslos - nur, dass die Orange derart behandelt zarter schmeckt.

Da dieser Salat zu den Lieblingssalaten meines Habibs zählt, bereite ich ihn recht häufig zu. So schlicht er ist, so rund ist er im Geschmack. Und goldende Regel (nicht nur als Koch) bleibt in allen Generationen gleich: übergehe die Wünsche deines Liebsten nicht... Jaja, Kalenderspruch ;)

Zu guter Letzt ein Hinweis zur Ultima Ratio: sowohl Chicoree wie Orangen befinden sich am Ende ihrer Saison. Ideen für den tierfreitag hingegen sammle ich das Jahr nun über immer mal wieder freitags.
Zutaten 2P:

2 Chicoree
2 Orangen, Filets und Saft davon
1 Avocado
2 EL Olivenöl
1 TL Dijon-Senf
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Chicoree halbieren und den Strunk keilförmig rausschneiden. Dann in etwa 0,5cm Streifen schneiden. Die Orangen so schälen, dass die weiße Haut direkt mit weggeschnitten wird. Nun die Orange über einer Schüssel filetieren, den heraustretenden Saft dabei auffangen und den Rest nochmals gut ausdrücken.

Den Orangensaft mit Öl, Salz, Pfeffer und Senf zu einer homogenen Salatsauce verquirlen.

Die Avocado schälen, halbieren und den Kern herauslösen. Das Fruchtfleisch in feine Scheiben schneiden und sofort mit den restlichen Zutaten vermengen um ein Braunwerden zu vermeiden. Etwa 10 Minuten ziehen lassen vor dem Servieren.
tierfreitag