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Kalkuliert: Asia-One-Pot mit Mie Nudeln

Sonntag, 2. März 2025


Die Weissagung der Cree, kennt ihr alle, die mit dem *Erst wenn der letzte Baum... usw* kann man als Wand-Tattoo kaufen, Buddha-Statuen ersetzen heute den Gartenzwerg, leere Kirchen werden zu Restos oder Clubs umgebaut und auf Patreon teilt man Filme der Geburt seiner Kinder mit der community. Wir machen das Heilige profan und das Profane heilig. Oben kommt nach unten und rechts wird nach links gekehrt. Irgendwie ist nix mehr an seinem Platz

Die Leute sagen immer:
die Zeiten werden schlimmer.
Die Zeiten bleiben immer,
die Leute werden schlimmer

(Ringelnatz)

Zumindest wird alles verrückter, können wir uns darauf einigen? Und keiner zuckt mehr. Egal ob Kuriosität, Ungeheuerlichkeit oder Menschheitsverbrechen. Vorgestern hörte ich in den ZDF Nachrichten vom 28. Februar folgende Verkündung: auf der Weltnaturkonferenz COP 16 einigten sich endlich über 150 Staaten in der heiklen Frage der Finanzierung:

Nun steht der Fahrplan, wie die reichen Industrieländer bis 2030 jedes Jahr 29 Milliarden Euro für weltweiten Artenschutz aufbringen. Darüber hinaus soll die Privatwirtschaft noch mehr Mittel beisteuern. Gut investiertes Geld so Experten, denn nach Schätzungen der Weltbank kostet der momentan entstehende Verlust der Artenvielfalt die globale Wirtschaft bis 2030 jedes Jahr 2,6 Billionen.

Und dann folgen ein paar Beispiele wie etwa  durch das Bienensterben Nutzpflanzen per Hand bestäubt werden müssen, der Verlust von Feuchtgebieten, die statt teurer Kläranlagen das Wasser kostenlos reinigen würden, oder die Zunahme von Mücken mit Krankheitserregern, weil es immer weniger Vögel gibt...

Soso.... Das Sterben dieses Planeten läßt sich also in Geld ausdrücken: 2 600 000 000 000 Dollar. Pro Jahr. I-n-t-e-r-e-s-s-a-n-t! Alles nur eine Frage der Kalkulation?! Alles nur Zahlenspiel. Die Berechnung der Welt. Faktengecheckt an der Rechenmaschine für alle Kopffüßler da draußen. Immer gut, präzise informiert zu sein. Da fühlen wir uns direkt um einiges schlauer. Wir, die wir uns die Erde Untertan gemacht haben. Nicht? 

Genz ehrlich: ich kann nur die Schultern gen Ohren ziehen. Und wieder fallen lassen. Nobel geht die Welt zugrunde. Oder eben als Kalkulationsschema. Wer einen tieferen Blick in den Abgrund werfen will, hier noch mehr Zahlen: der WWF Living Planet Report von 2024. Aber eigentlich muss man den Kopf weg drehen, als ob man an einem Unfall vorbei fährt. Sonst hält man es ja nicht aus. Sonst kann man nicht leben. Es fürchten die Götter das Menschengeschlecht. Da hilft auch ein Finanzierungsplan nichts. Ich für meinen Teil habe meine klare Haltung seit der Auseinandersetzung mit Pestiziden rund um diesen Artikel gefunden: die Leute, die an den entsprechenden Hebeln sitzen, wissen das sie Unrecht tun - sie tun es trotzdem. Daher reicht es für mein Dafürhalten aus, an Fasching als Blume und Biene verkleidet zu protestieren. Vorbei das Zeitalter der Naivität - alles hat heute eine politische Ebene, alles ist ernster, gewichtiger geworden und gewissenloser.



Wie schön, dass hier weiterhin so viel Besucher auf dem Blog sind - obwohl hier wenig Bewegung in der letzten Zeit passiert ist. Das zeigt mir, dass ihr die Rezepte schätzt und zum Aufgabeln einer Kochidee immernoch vorbeikommt. Das freut mich. Ebenso wie die lieben Mails und Kommentare! Gut tut das, vermisst zu werden! Und ihr nutzt das Blog wie ich als Kochbuch, in dem ich ebenfalls meine Rezepte nachschlage, wenn ich sie brauche. Prima, wenn die Dinge nützen und genutzt werden!

Das heutige Rezept kann man kaum kochen nennen: man gibt alle Zutaten in eine tiefe Pfanne - that's it! Das verlangt nicht viel Vorerfahrung, man braucht kaum Zeit am Herd, aber schmecken tut es trotzdem, nämlich cremig, würzig und gemüsig! Was will man mehr?! Manchmal muss die Essenszubereitung schließlich auch schnell gehen und dann werdet ihr wie ich diese Idee immer wieder variiren - nach Lust, Saison und Vorrat!


Zutaten 2P:

2 Blöcke Mie Nudeln (125g)
2 Karotten
1 kleiner Brokkoli
1 kleine Paprika
2 Knoblauch-Zehen, fein gewürfelt
120g Kichererbsen
400 ml Gemüsebrühe (evt. plus)
150ml Kokosmilch
2 EL Erdnussbutter (oder Tahini)
Salz, Pfeffer
2 EL Tamari-Sauce
1 TL Curry
1/2 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Paprika

für das Topping
Chili-Öl
Sesam
Frühlingszwiebeln

Zubereitung:

Die Blöcke Mie Nudeln in eine tiefe Pfanne setzen. Den in Röschen geteilten Brokkoli, die gestifteten Karotten, die in Streifen geschnittene Paprika (m: mit Sparschäler gehäutet) und die Kichererbsen drumherum verteilen.

Gewürze darüber streuen, Erdnussbutter in einem Teil der heißen Gemüsebrühe cremig rühren, dann alle Flüssigkeiten angießen, auch die Kokosmilch und Deckel auflegen. Dabei bleiben: wenn es anfängt zu köcheln klein schalten und ca. 9 min garen lassen. Umrühren, sollte Flüssigkeit fehlen noch etwas nachschütten. Auf zwei Teller verteilen und mit dem Topping - Chili-Öl, Sesam, Frühlingszwiebeln - garnieren.

Anmerkung m: das Rezept läßt sich prima variieren, sowohl was das Gemüse angeht (gut auch Champignons oder Zuckerschoten) oder Ernussbutter gegen Tahini austauschen. Kichererbsen könnt ihr verwenden, wie ihr lustig seid... up to you....


lebendiges Grün - Ras-el-Hanout-Stew mit Frühlingsgemüse

Montag, 1. Mai 2023

 

Wir kehren zurück von einem kurzen Aufenthalt aus drei deutschen Städten. Und jetzt, mit dem Übergang zum Mai, könnte der Kontrast dazu mit Blick ins Tal nicht größer sein. Während unserer Abwesenheit hat der Trieb der Pflanzen, der Vegetation, der Schub des Frühlings an Fahrt aufgenommen. Das Auge wird überspült von Grün in all seinen Nuancen, ein Grün, das unbändig, wild, maßlos, verschwenderisch, überwältigend ist. Alles strotzt nur so vor Kraft, vor Regeneration, vor Üppigkeit. Nachts singt die Nachtigall wieder, morgens die ganze Vogelschar und mittags zwitschern aus den Brutkästen die ersten kleinen Meisen, unterbrochen von einzelnen Kuckuck-Rufen oder einem besuchenden Wiedehopf. Überall wächst und gedeiht es, alles ist am Werden.

Wenn ich im Garten bin, verfliegen die Stunden. Was riecht das gut! Wie wohltuend ist es, die Luft tief einatmen zu können. Ja, wie wohltuend ist es, wieder zurück auf unserem Fleckchen Erde, in unserem kleinen Garten Eden zu sein, in unserer freiheitsliebenden Drôme. Das ist mein Biotop, das ist mein Ort, an dem ich sein und wachsen kann, das ist mein Therapie-Zentrum, das mir Raum schenkt, mich zu entspannen, mich wahrzunehmen, mich auszuweiten. Und ich könnte alles einzeln benennen, vom Spazieren gehen, über Blumenstrauß binden, Unkraut jäten, Waldwaten, Setzlinge in die Erde drücken, über Wiesen kugeln... das alles beschreibt nur hinlänglich, wie gut mir diese natürliche Umgebung tut, wie alles in mir mit diesem satten Grün mitauflebt, wieviel Energie ich mir aus *Grün* ziehe.

Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass ich nun wieder den Vergleich zum Stadtleben habe und selbst staune, in welchem Maße ich ausgewildert bin, wie sehr mir Leben in der Stadt fremd wurde.

Georg Simmels berühmtes Essay (bereits vor 100 Jahren geschrieben) kommt mir in den Sinn *Die Großstädte und das Geistesleben*. Und er beschreibt darin doch auch nichts anderes, als die Spaltung der Menschheit in zwei Gruppen - ganz so, wie es der Habib benennt. Die einen werden zu reinen Kopffüßlern, die anderen bewahren sich noch ein intaktes Gemüt - jeweils eine Adaption an ihre Umgebung.

Beides gleichzeitig geht nicht. Man hat immer die Wahl - gerade individuell. So ist Erde angelegt. Man hat sich zu entscheiden. Der Kopf jedoch (das darf man nicht vergessen) rückt die Dinge so lange hin und her, bis alles wieder passt. Und der Verstand glaubt, Vorteile gegen Nachteile gegeneinander abwiegen zu können - das Gefühl aber erhält keine Stimme. Ich habe eine schöne, kleine Beispielgeschichte dazu. Ich bin wieder mit der Mitfahrzentrale gefahren und unterhielt mich bei der Gelegenheit mit einem Studenten. Er wohnt in einem Studenten-Wohnheim, dessen Miete absolut unschlagbar ist, ein Mal die Woche kommt gar eine Putzfrau, ein Tiefgaragen-Parkplatz gibt es gratis obendrauf und zentrumsnah liegt es ebenfalls. Ein 6er im Stadt-Wohn-Lotto. Vermeintlich. Denn die Wände sind sehr dünn, das Wohnheim laut und das erste halbe Jahr konnte er trotz Ohrstöpsel kaum schlafen. Mein Student fühlt sich nicht wohl, jetzt wohnt er schon 2 Jahre dort, ein Zuhause ist es nicht, aber er hat sich damit arrangiert. Eine andere Wohnung mit ähnlichem Preis-Leistungsverhältnis ist nicht aufzutreiben. Was will man also machen. So bleibt er halt dort wohnen. Kurz: Verstand toppt Gefühl. Nicht, dass ich die Argumente nicht nachvollziehen kann. Und für eine bestimmte Phase kann man viel machen. Das Kunststück dabei ist, nicht abzustumpfen, taub zu werden, ledern...

Ich fühle gerade mit all denen, die von Beton eingesperrt und eingezwängt sind, *hinter tausend Wänden keine Welt*, während auf dem Land Kraftprotz Natur in seiner ganzen Lebendigkeit tobt. Ich wollte nicht tauschen, ich brauche den Mai mitten im Grün.




Und leichterdings kann man das Grün gerade ins Mittagessen integrieren. Das ist eine der unzähligen Varianten meines geliebten Stews, das es nahezu wöchentlich gibt. Das Stew ist ja so leicht abzuändern. Ich schaue immer, dass meine Mischungen insgesamt etwa 120g -130 g ergeben. Und los gehts mit dem Spielen...

Das Gemüse dazu ist Schwelgen in den ersten frischen Früchten, die die Erde wieder hergibt: Zuckerschoten, junge Mairübchen, grüner Spargel... Gutes Essen ist eigentlich immer unkompliziert!

 

Zutaten 2P:

40g Couscous
30g rote Linsen
30g Quinoa
30g Hirse
1 1/2 TL Ras el Hanout
1/2 TL Kurkuma
Kokosfett 
1 Lorbeer-Blatt
1 Stange junger Knoblauch (oder etwas Bärlauch)
Gemüsebrühe
eine handvoll frische Erbsen
1 EL Mandelmus
...
4 junge Mairübchen mit Grün (oder Butterrüben)
100g Zuckerschoten
200g grüner Spargel
1 Salz-Zitrone
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1/2 Bund Bärlauch (oder Kerbel/ oder Estragon)
ein Schuß Noilly
Saft einer halben Orange
1-2 TL Ahorn-Sirup
 Olivenöl

 

Zubereitung:

Knoblauchstange fein hacken und zusammen mit dem Ras el Hanout und dem Kurkuma in Kokosfett kurz anbraten. Restlichen Zutaten zufügen und in der Höhe von etwa 2,5cm mit Gemüsebrühe bedecken. Alles ca. 25min sanft köcheln lassen. Dabei immer mal wieder umrühren, damit nichts anhängt. Gegebenenfalls noch etwas Brühe nachgießen. Die Konsistenz ist (wie etwa beim Porridge) wichtig: sollte schön cremig-seidig sein (also nicht zu trocken und nicht zu schwimmig). Kurz vor Ende der Garzeit die Erbsen sowie das Mandelmus untermischen und im heißen Stew gar ziehen lassen 

Mairübchen von Grün trennen, bürsten und je nach Größe halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Das Grün in einer extra Schüssel ebenfalls klein machen - ca 2cm Breite. Zuckerschoten gipfeln und vom Faden befreien und in Streifen schneiden. Das untere Drittel des Spargel schälen und dieses Drittel längs in Stücke von etwa 1cm schneiden. Die Salzzitrone vierteln, das Fruchtfleisch herauslösen und entsorgen und die Schale in feinste Stücke schneiden.

Olivenöl in einer breiten Pfanne erhitzen und die Mairübchen sowie die Spargelenden-Stücke darin 4-5min wenden. Salzen und pfeffern. Die Salzzitrone zufügen. Mit Noilly ablöschen. Spargel-Spitzen zufügen. Bei kleiner Hitze Deckel kurz auflegen (ca. 5min) und garen lassen. Nun Mairübchen-Grün und Zuckerschoten untermengen, ebenso die frischen Kräuter der Wahl, den gepressten Orangensaft anschütten, Deckel nochmals auflegen und weitere 3 min kochen. Mit Piment würzen und mit Ahorn-Sirup abrunden. Zusammen mit dem Stew servieren.


freigeistiges Sonntagsessen

Samstag, 14. Oktober 2017


Wie wir durch Iran reisten, kreuzte unseren Weg eine kleine, deutsche Reisegruppe, die zum wiederholten Male versuchte, den Zarathustrikern nachzuspüren - und gerade rund um Yazd gibt es dort tatsächlich noch einige Spuren zu entdecken. Ich kannte bis dato lediglich Nietzsches Buchtitel *Also sprach Zarathustra*, der durch diese Anregung umgehend auf meiner Leseliste landete.

Im Zuge wiederum dessen, bin ich über *Die 10 Gebote des Freigeistes* nach Nietzsche gestolpert. *Freigeist*, oh ha, das ist ein Wort, bei dem ich IMMER aufhorche, denn die Freiheit, die ich meine, die brauche ich zum Leben. Hier Nietzsches Vorstellung in 10 Punkten:


Du sollst Völker weder lieben noch hassen
Du sollst keine Politik betreiben
Du sollst nicht reich und kein Bettler sein
Du sollst den Berühmten und Einflussreichen aus dem Wege gehen
Du sollst  dein Weib aus einem anderen Volke als dem eigenen nehmen
Du sollst deine Kinder durch deine Freunde erziehen lassen
Du sollst dich keiner Zermonie der Kirche unterwerfen
Du sollst ein Vergehen nicht bereuen, sondern seinetwegen eine Guttat mehr tun
Du sollst, um die Wahrheit sagen zu können, das Exil vorziehen.
Du sollst die Welt gegen dich und dich gegen die Welt gewähren lassen.


Zwei seiner Punkte leuchteten mir nicht direkt ein. Ich suchte den Austausch mit dem Habib - und konnte dann erst nachvollziehen, was Nietzsche meint. Wie geht es euch? Findet ihr seine Thesen richtig?

So dazu serviere ich euch ein richtiges badisches Sonntagsessen: Spätzle mit Sauce. Dazu das Brombeer-Pflaumen-Chutney - ein Schmaus, ich habe mir die Finger nur so abgeschleckt! 

By the way paßt als Zubereitungshilfe ein Tipp eines Feriengastes (coucou Jens) für alle, die handgeschabte Spätzle mögen - nur nicht selbst schaben wollen: dafür wurde ein ähnliches Modell wie für den klassischen Spätzlehobel gebastelt, nur dass hier die Öffnungen unterschiedlich groß sind und die Spätzle einen *handgeschabten Charakter* erhalten.  Ich brauche sowas nicht, aber ich bin ja auch in Baden groß geworden...


Zutaten:

Spätzle
200g Mehl (m: D630)
3 Eier
ca. 40ml Wasser
1 EL Thymianblättchen, fein gehackt
Salz
(optional: 1 TL braune Butterpartikel)*

200g Champignons (oder Steinpilze)*
100g Pfifferlinge
4 getrocknete Tomaten
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1 handvoll Zuckererbsen
Butter

1 EL Butter
1 EL Semmelbrösel
1 TL Thymianblättchen
Salz, Pfeffer

optional dazu: dieses Chutney

Zubereitung:

Die Zutaten für die Spätzle zu einem klebrigen, zähen Teig vermengen und mit einem Holzlöffel so lange gegen den Schüsselrand schlagen, bis der Teig Blasen wirft.

Die Tomaten ca. 10min in kochendem Wasser einweichen. Die Tomaten abtropfen lassen und klein schneiden. Von den Zuckererbsen die Spitzen kappen, entfädeln und in Streifen schneiden. Kurz blanchieren - in kochendes Wasser werfen, mit kaltem abschrecken - und zur Seite stellen. Die Pilze putzen und je nach Größe und Sorte in Scheiben/ mundgerechte Stücke schneiden. Die Schalotte und den Knoblauch fein würfeln.

Die Pilze in der Butter zusammen mit den Schalotten und den Tomaten anbraten. Knoblauch zufügen und ebenfalls kurz mitrösten. Den Veggie-Fond anschütten und bei kleiner Flamme ca. 10min köcheln lassen - wer mag, bindet die Sauce mit einer kleinen Roux. Abschmecken mit Piment, Salz, Pfeffer und Balsamiko-Reduktion. 

Parallel dazu reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Spätzle mit Hilfe einer Späzlespresse/ Spätzlehobel ins Wasser drücken. Warten bis sie an die Wasseroberfläche steigen, abschöpfen und warm stellen.

Kurz vor dem Servieren die Zuckerschoten in der Sauce warm ziehen lassen und außerdem den Butter-Semmelbrösel-Schmelz zubereiten. Dafür die Semmelbrösel gemeinsam mit dem Thymian so lange rösten, bis sie beginnt zu schäumen - salzen und pfeffern nicht Vergessen.

Die Sauce in die Teller füllen, die Spätzle auf die Sauce setzen und mit dem Semmelbrösel-Schmelz toppen. Das Chutney als Begleitung dazu servieren.

*Anmerkung m: Ich verwendete die Pilze, wie ich sie gerade hatte - ihr könnt auch nur Pfifferlinge nehmen oder sie auch mit Steinpilzen kombinieren.

im Mai schwimmende Pasta mit Spargel und Zuckerschoten

Dienstag, 9. Mai 2017

Im Mai dreht man dem Garten ein Mal kurz den Rücken zu, um den Unkräutern die Zeit zu geben verstohlen-hinterrücks zu explodieren. Jaja, ich weiß. Das heißt jetzt neuerdings nicht mehr *Unkräuter* sondern *Beikräuter*. Wir nennen unsere Schnecken ja deswegen auch *Beischnecken*... Scherz!

 *Der Hass ist parteiisch, aber die Liebe ist es noch mehr* (JWG). Eben. Versteht mich nicht falsch. Ich habe ÜBERHAUPT nichts dagegen, wenn sich die Schnecken dieser Welt in anderen Gärten an fürsorglich hochgezogenem Babygemüse-Stängeln satt laben. Gar nichts. Oder wenn der einnehmende Efeu außerhalb unseres Gartens umrankt, was ihm in die Quere kommt. Die Brombeeren mit ihren Stacheln dort nach allem stechen und der Schlingenknöterich mit seinen Tentakeln da Rodeo spielt. Wirklich. Da bin ich sowas von tolerant. Regelrecht schmerzfrei. Erde ist die ganz große Spielwiese. Alle haben sie ihre Daseinsberechtigung. Nur halt nicht in meinem Garten.

Ich wiederhole mich bestimmt, aber ich kann es gar nicht oft genug sagen: der Garten ist für mich ein Großmeister der Lebensphilosophie. Er lehrt mich so viel - einfach über die Symbolik. Und ich meine jetzt nicht den üblichen *Unkraut vergeht nicht* - Kalauer. Nehmt die Unmitbeikräuter. Selbstfürsorge ist die oberste aller menschlichen Aufgaben. In einem abstürzenden Flugzeug herrschen die gleichen Bedingungen wie außerhalb: zuerst muß ich Luft zum Atmen bekommen, DANN kann ich auch anderen helfen. (Ansonsten, iss klar, ist man zu gar nix zu gebrauchen). Deshalb ist es wichtig, ja lebenswichtig, darauf zu achten, wen ich in meine Peripherie lasse. Nich, ihr wißt schon, das olle Ding mit Trau-Schau-Wem!

Nun, die *herbes aromatiques* schießen gerade ihrer Art nach ins Kraut, wieso nichts näher liegt, als Pesto stets griffbereit im Kühlschrank stehen zu haben. Warum man sich Pesto kauft, erschließt sich mir nicht. Kräuter zusammen mit Öl in einen Mixer zu werfen, müßte selbst für Küchenlegastheniker möglich sein. Ich habe uns zusätzlich etwas Gemüse unter die Nudeln gemischt. So blieb dennoch neben dem Kochen genug Zeit zum Unkrautjäten
Zutaten 2P:

180g Pasta 
400g grüner Spargel
100g Zuckerschoten
1 Grün einer Frühlingszwiebel, in Röllchen geschnitten
2 EL (großzügig) Frühlings-Paste*
2 EL Mandeln*, geröstet, gemahlen
2 EL Parmesan, frisch gerieben
Olivenöl
Pfeffer,
Piment d'Espelette
(optional: etwas Zitronenschalen-Abrieb)

Zubereitung:

Die Frühlingspaste habe ich bereits hier beschrieben. Dafür könnte ihr alle Kräuter nehmen, die eßbar sind, auf die ihr Lust habt und an die ihr dran kommt. Für das klassische Pesto gebe ich noch Nüsse dazu (auch hierfür habt ihr freie Wahl: Walnüsse/ Pinienkerne/ Haselnüsse...) frisch geriebenen Käse und ordentlich von dem guten Olivenöl. Zum Mixen der Kräuter nehme ich entweder Sonnenblumenöl oder Rapsöl - Oilvenöl kann beim Schreddern mit den Kräutern Bitterstoffe entwickeln (deshalb gebe ich es erst anschließend für mein Pesto hinzu)

Von dem grünen Spargel die Enden abschneiden, das untere Drittel schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Dann im Spargelsud (hier zuletzt erwähnt) garen. Die Zuckerschoten gipfeln und von ihrem Faden befreien - in Streifen schneiden. Die letzten zwei Minuten zu dem Spargel geben.

Parallel die Nudeln in reichlich Salzwasser kochen. Die Nudeln abgießen, dabei etwas von dem Nudelwasser auffangen. Gemüse, Pesto und Nudeln alles miteinander vermengen und mit Olivenöl und Pastawasser eine gefällige Konsistenz herstellen. Nochmals abschmecken mit Salz, Pfeffer und Piment, dann mit Parmesan bestreut servieren

Veronika-Pasta: Bärlauch-Bandnudeln mit grünem Spargel, Fêves und Parmesancrème

Freitag, 15. Mai 2015

Veronika, der Lenz ist da.... Wußtet ihr, dass Veronika *die Siegbringende* heißt? Vermutlich *siegbringend* im Sinne von *neuem Grün* - schwadroniere ich jetzt einfach frisch heraus... 

Tja, und was den Bärlauch angeht, da müßt ihr mit durch. Meist schafft er es ja, mir nach zwei Essen bereits gegen den Strich zu gehen, der vorlaute Kerl, aber dieses Mal bekam ich ihn gut gebändigt, so dass er nie richtig Oberwasser gewinnen konnte. Ja, daran wirds wohl liegen. Ich schließe ein weiteres Rezept daher nicht aus - mein Glas ist noch nicht ganz leer...

Die Idee, etwas Bärlauch im Pastateig verschwinden zu lassen, hatte ich schon. Und es hat von Anfang an nichts dagegen gesprochen, das ein zweites Mal zu tun. Außerdem ist der Mai einfach der grünste aller Monate - die Umgebung färbt ab. Aber warum sich imprägnieren wollen gegen einer meiner liebsten Monate?
Zutaten:

Pastateig:
110g Mehl
80g Hartweizenmehl
2 Eier (Gr.M)
1 EL Bärlauchöl

300g grüner Spargel
500g Saubohnen in der Schote
100g Zuckererbsen
2 Stangen junger Knoblauch, in Ringe geschnitten
etwas Butter

Sauce:
15g Mehl
15g Butter
70g Parmesan, gerieben
200ml Milch
50ml Sahne
ein Schuß Weißwein
Salz, Pfeffer
1 TL Zitronenabrieb
Muskatnussabrieb

Zubereitung:

Aus den Zutaten wie gewohnt einen homogenen Pastateig - nicht zu fest, nicht zu weich - kneten und mindestens 1 Stunde eingewickelt im Kühlschrank ruhen lassen.

Dann den Pastateig dünn auswellen und in Bandnudeln schneiden. Auf einem leicht bemehlten Küchentuch zwischenlagern, ohne dass sie aneinander kleben.

Die Saubohnen aus der Schote lösen. Die Saubohnen kurz in kochendes Wasser geben, abschrecken und von der Schale befreien. In einer Schüssel zur Seite stellen. Das untere Drittel des Spargels schälen und die holzigen Enden abschneiden. In mundgerichte Stücke schneiden. Die Zuckerschoten gipfeln und wenn notig vom Faden befreien - in Streifen schneiden.

Salzwasser mit einer Prise Zucker zum Kochen bringen. Darin die Spargelstücke al dente garen - kurz vor Ende die Zuckerschotenstreifen dazugeben. Abschütten und unter kaltem Wasser abschrecken.

Die Butter in einem Topf schmelzen, das Mehl unterrühren und etwas anbraten ohne Farbe annehmen zu lassen. Salzwasser zum Kochen bringen. Auf kleiner Flamme die Milch dazugeben und mit dem Schneebesen klümpchenfrei verrühren. Den Schuß Milch, sowie die Sahne dazugeben und weiter rühren. Am Schluß den Käse darin schmelzen. Sollte die Sauce zu dickflüssig sein, noch etwas Milch zufügen. Würzen mit Zitronenschalen- und Muskatnuss-Abrieb. Salzen und pfeffern.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen, die Nudeln ins Wasser gleiten lassen und al dente garen.

Währenddessen die Knoblauchringe in etwas Butter in einer Pfanne anschwitzen, das Gemüse dazugeben, salzen und pfeffern und ebenfalls kurz mitbraten. Die Nudeln abschütten und mit dem Gemüse vermengen. Auf zwei Teller verteilen und mit der Sauce anrichten.

Aprilpasta: Pilz-Risoniotto mit Zuckererbsen, Schnittlauch und pochiertem Ei

Dienstag, 21. April 2015

Mit dieser Woche starte ich eine weitere kleine Serie: die der April-Pasta. Viel neues Gemüse gibt es ja noch nicht, das heißt, es wird ein bißchen à la *ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm* gekocht. Ein Schritt vor, einer zurück, etwas frisches Grün, ein bißchen Wintergemüse, ein apriliges Wechselbad eben.

Diese Pasta ist inspiriert aus *Täglich Vegetarisch* von Hugh Fearnley-Whittingstall. Ich rüschte sie auf mit den ersten Zuckererbsen (ja, Marokko, ich konnte nicht widerstehen), herrlichem Schnittlauch und Petersilie aus dem Garten und einem Daniel-Düsentrieb-Ei. Außerdem wurde ein Teil der Pilze gebraten wie es Astrid zeigt: das kizzelt dem ordinären Champignons ein feines Nussaroma aus den Lamellen. Abgeschmeckt mit Pilzpulver, Zitronenzesten und Balsamico-Reduktion... tja, und schon steht innerhalb einer halben Stunde ein köstliches Pastagericht auf dem Tisch.

Zutaten 2P:

150g Risoni (reisförmige Nudeln)
400g Pilze (m: Champignons, weiß/ braun)
100g Zuckererbsen
1 EL Butterschmalz
1 TL Pilzpulver
2 Knoblauchzehen, vom Keim befreit, fein gehackt
einige Zweige Zitronenthymian
75ml Weißwein
1 TL Balsamico (m: Reduktion)
50g crème fraîche
Salz, Pfeffer
1 TL Zitronenschalen-Abrieb
1 EL gehackte Petersilie
1/2 Bund Schnittlauch
2 Eier

Zubereitung:

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Risoni darin al dente garen (dauert ca. 6-8min). Abschütten und abtropfen lassen.

Die Zuckererbsen gipfeln, gegebenfalls den Faden entfernen und in Streifen schneiden. In kochendem Salzwasser 2min blanchieren, abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Zur Seite stellen.

Die Pilze putzen. Von der Hälfte der Pilze den Stiel entfernen, die andere Hälfte in dicke Scheiben schneiden. Die Hälfte Butterschmalz in einer Pfanne bei mittlerer bis starker Flamme erhitzen und die in Scheiben geschnittenen Pilze zusammen mit den ebenfalls etwas kleiner geschnittenen Stielen braten. Dabei umrühren und die Pilze so lange garen, bis die Flüssigkeit verdampft ist und die Pilze etwas Farbe angenommen haben. 

Parallel in einer zweiten Pfanne die Champignons-Köpfe mit Geduld à la Astrid in der anderen Hälfte Butterschmalz karamellisieren lassen.

Einen weiteren Topf aufsetzen, um pochierte Eier nach Daniel Düsentrieb-Art herzustellen - damit die Eier gleichzeitig mit der Pasta fertig werden.

Zu den in Scheiben geschnittenen Pilzen nun den Knoblauch und den Thymian beigeben und 2min mitbraten. Den Weißwein angießen und einreduzieren lassen. Die Crème unterrühren, den Balsamico sowie das Pilzpulver und salzen und pfeffern. Die Pasta unter das Pilzgemüse rühren, die Zuckerschoten untermenge, den Zitronenabrieb, die gehackte Petersilie und die Champignons-Köpfe.

Die Pasta auf zwei Teller verteilen, die pochierten Eier darauf setzen und mit Schnittlauch-Röllchen bestreuen.
diese zwei setzen sich für den Erhalt der *Holzbiene* ein...
Inspiration: *Täglich Vegetarisch* von Hugh Fearnley-Whittingstall

Sonnenstrahlensause mit Herrn Paulsen

Freitag, 6. Juni 2014

Wer bitte schön ißt denn eingelegte Perlzwiebeln. Seither hatte ich sie sogar in den importieren Gurkengläschen verschmäht. Bereits beim Einkaufszettel schreiben, sind sie irgendwie hinten runter gefallen (dafür stand eine andere Zutat doppelt drauf). Und erst im allerletzten Moment an der Kasse fiel mir wieder ein, was ich noch vergessen hatte: Perlzwiebeln im Glas. Wer kauft denn auch sowas.

Man kann wohl durchaus berechtigt von einer kleinen Hommage reden, dass ich mich dennoch auf das neue Perlzwiebel-Gebiet vorwage. *Die Ängstlichen habens im Himmel auch nicht leichter* war ein Lieblingsspruch meiner Oma. Also immer mutig voran.

Süßkartoffeln waren bereits im Vorrat, was mir als zusätzlicher Fingerweis diente, nicht länger zu zögern. Ich wäre ja im Leben nicht auf diese Salat-Kombi gekommen (super übrigens der Tomatensaft in der Vinaigrette). Einige Kleinigkeiten mußte ich anpassen (Spitzpaprika war nicht zu bekommen und Harissa ist mein Sambal Olec), aber ich denke nicht, dass ich damit sehr verändernd eingegriffen hätte. Auch dass die Mengenangaben variabel bezeichnet wurden, hat mich überhaupt nicht gestört. Nur über die Süßkartoffeln, die in *mundgerechte Stücke* geschneidet werden sollen, hätte ich meditieren können. So ohne Foto ergab sich vor meinen Augen kein rechtes Bild dazu. Ob der Herr Paulsen seinen Salat hier nun wiedererkennt? Das wäre mir ja doch wichtig. Wenn ich schon über den Perlzwiebel-Schatten springe.

Naja, und weil ich insgeheim einen Faibel für Mr. Nutriculinary habe - wobei das nicht mehr völlig insgeheim ist. Habt ihr gelesen, dass er das mit den hundertausend Kleksen auf einem Teller auch schischi findet? Wie ich. Oder das schönste Törtchen Claudia heißt? Dochdoch, der iss schon…

Und der Salat übrigens auch. Ich hab noch nicht einmal die Perlzwiebelchen raussortiert beim Essen. Also in dem Salat gehen die. Richtig gut sogar!

Den Hinweis, dass man diesen Salat am besten draußen bei Sonnenschein ißt, halte ich an dieser Stelle für überflüssig. Und dass sich neben einem Picknick sehr schön anbietet, mal ganz zwanglos über eine bunte Wiese zu hüpfen, das habt ihr noch im Kopf?
Zutaten:

2 Süßkartoffeln (m: 600g)
1-2 grüne Spitzpaprika 
(m: normale Paprika, halb gelb/ halb grün)
200g Zuckerschoten
3 Frühlingszwiebeln
einige Perzwiebeln, halbiert
1 Tomate, der Saft davon

Vinaigrette:
Tomatensaft
Einlegewasser der Perlzwiebeln
Weißweinessig
Olivenöl
1 Pr Zucker
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Süßkartoffeln schälen und mundgerecht würfeln. In Salzwasser bißfest kochen (Obacht, geht je nach Größe der Stücke recht schnell), klein geschnippelte Zuckerschoten 2-3 Minuten mitkochen. Kalt abschrecken. 

Spitzpaprika stückeln und in Olivenöl weich schmoren. Zum Salat geben, ebenso in Ringe geschnittenen Frühlingslauch und halbierte Perlzwiebeln aus dem Glas. 

Für die Vinaigrette die Tomate überbrühen, schälen, pürieren und über einem Sieb den Saft gut ausdrücken. Tomatensaft mit Essig, Olivenöl, etwas Harissa, etwas Perlzwiebel-Einlegwasser, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker verrühren und alles damit mischen. 

30 Minuten ziehen lassen, dann nochmals nachschmecken und gegebenenfalls auch noch weiteren Tomatensaft unterrühren, der Salat dickt nach. Mengenmässig einfach aus der Hand und nach Geschmack.
ein lauschiger Picknick-Platz direkt an der Drôme - wie gemacht für diesen Salat
Quelle: Stevan Paul von Nutriculinary

Wieder eines dieser Rezepte wie ich sie liebe, die *ausversehen* vegan sind. So bin ich mehr oder weniger zufällig schon wieder Mitstreiter bei Kathas Dauer-Event *Tierfreitag*. Und wo sich nun die beiden, Katha & Stevan, hier kreuzen, könnte eine kleine Anregung zu einem gemeinsamen, veganen Buch als weitere Zusammenarbeit kein Schaden sein...

tierfreitag

Pasta aux légumes de printemps...

Montag, 5. Mai 2014

... in Knoblauchcrème. Comme il faut vivant dans la Drôme. Was will man machen? Überall gedeiht der Knoblauch. In einem Anbaugebiet des südfranzösischen Knoblauchs mäßig erstaunlich. Und als kleine Eselsbrücke sei mitgegeben: MERKE die Farbe Lila - der gleiche Ton wie blühende Lavendelfelder. Das sollte sich nun jeder merken können und in Zukunft nach dem *richtigen* greifen.

So mild und zart wie jetzt schmeckt Knoblauch das ganze Jahr nicht wieder. Grund genug darin zu baden. An Artischocken komme ich außerdem schlecht vorbei - vorallem an den jungen, kleinköpfigen, ebenfalls lilanen. Sie sind schneller geputzt als ihre größeren Brüder und Schwestern und daher etwas pflegeleichter. Dazu knackige Zuckererbsen und grünen Spargel von einem Nachbar - Biobauer, der sein Spargelfeld direkt neben dem Bauernhof hat, wo wir unsere Eier holen. Frischer geht nicht.

Überhaupt ist der weiße Spargel hier in Südfrankreich nie so makellos weiß, wie wir ihn aus Deutschland kennen. Ich tendiere daher meist eher Richtung grün, aber der Habib ist dem weißen mehr verhaftet. Bon, noch dauert es, bis es wieder heißt *Kirsche rot - Spargel tot*. Jetzt blühen erstmal die Thymianfelder.
Zutaten 2P:

5 kleine Artischocken
8 Stangen grüner Spargel
100g Zuckerschoten
1/2 Knolle junger Knoblauch
2 Stangen junger Knoblauch
Zitronenthymian
80ml Sahne
1-2 EL crème fraîche
50ml Gemüsebrühe
1/2 Zitrone, Abrieb davon
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
Piment d'Espelette
Olivenöl

200g Spaghetti (m: Hartweizen-Quinua*)

frisch geriebener Parmesan
Zubereitung:

Das Gemüse putzen: Zuckerschoten gipfeln und entfädeln. Das untere Drittel der Spargel schälen und die Enden abschneiden. In mungerechte Stücke schneiden (m: zusätzlich halbiert, außer den Köpfen). Eine Schüssel mit Zitronenwasser bereit stellen und darin die geputzten Artischocken zwischenlagern und vor dem Braunwerden bewahren.

Die Knoblauchzehen sehr fein hacken. Die Knoblauchstangen in feine Ringe schneiden.

Etwas Salzwasser zum Kochen bringen. Die Zuckerschoten darin blanchieren und in Eiswasser abschrecken. Im gleichen Wasser den Spargel bißfest garen und ins ebenfalls im Eiswasser tauchen.

In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und die halbierten Artischocken anbraten, bis sie etwas Farbe annehmen. Kurz vor Ende des Anbratens den Knoblauch und den Zitronenthymian zugegen. Dann die Gemüsebrühe anschütten, den Deckel auflegen und die Hitze reduzieren. Etwa 5min dünsten, solange bis die Artischocken gar, aber nicht zu weich gekocht sind. Nun das restliche Gemüse und die Sahne sowie die Crème dazugeben. Alles gut vermengen und mit Zitronenabrieb, Salz, Pfeffer, der Prise Zucker sowie Piment d'Espelette abschmecken

Die Spaghetti in reichlich Salzwasser aufsetzen und al dente kochen. Etwas Nudelwasser auffangen. Die Pasta unter das Gemüse heben, etwas Nudelwasser zur gewünschten Konsistenz dazuschütten und nochmals abschmecken. Mit frisch geriebenem Parmesan servieren.

* Anmerkung m: Die Spaghetti mit Quinua sind ein freundliches Mitbringsel eines noch freundlicheren Feriengastes - Merci Stephanie!

Anbei die Beilagen - und die frischen Kräuter

Montag, 14. Mai 2012

Wenn ich im Moment durch den Garten laufe, sind am prächtigsten die Kräuter entwickelt. Da ich heute ein Loblied auf frische Kräuter halten will, lasse ich den Borretsch außen vor. Den habe ich gestern nämlich mehr oder weniger überall in Miniatur rausgezogen - ein schlimmer Schrankenloser, der Borretsch.

Mais bon, das Gefühl für anständige Grenzen wird mittels antiautoritärer Erziehung scheinbar sämtlichen Sprösslingen abtrainiert. Was erwarte ich da von einem Kraut? Für diesen Teller habe ich hier und dort gerupft und gezupft: von der Minze für Uschis Linsensalat (köstlich, vielen Dank für das Rezept!), vom noch zarten Rosmarin für die neuen Kartoffeln, vom Estragon für das Möhren-Zuckererbsenschoten-Gemüse und für die Kräuterbutter einmal quer durch den Garten und nach Belieben.

Mein Habib meinte *Sonntagsessen*. Besser kann ich es nicht zusammenfassen.

Zutaten Kräuterbutter:

100g Butter, weich
Rosmarin, Thymian, Estragon, Basilikum
2 junge Knoblauchzehen, fein gehackt
fleur de sel (ersatzweise etwas gröberer Salz)
Pfeffer

Zutaten für das Frühlingsgemüse:

kg Bundmöhren
3 El Butter
Salz,
1 EL Honig (m: Lavendel)
100ml frischgepresster Orangensaft
250 g Zuckererbsenschoten
Pfeffer
6 Stiele Estragon

Zutaten Rosmarinkartoffeln:

800g Drillinge (m: délicatesses
am besten am Vortag gekocht)
4 Zweige Rosmarin
1 Knoblauchzehe
Salz
5 EL Olivenöl
Pfeffer

2 Rumpsteak 

Linsensalat á la Küchenschabe
Zubereitung:

Die Zutaten für die Kräuterbutter bereits am besten am Vortag mischen und zu einer Rolle drehen. Im Kühlschrank fest werden lassen. Ebenso am Vortag die Karoffeln kochen.

Für die Rosmarinkartoffeln die Kartoffeln gründlich wassen. Mit 1 Rosmarinzweig und der zerdrückten Knoblauchzehe in Salzwasser in 15-20 Minuten knapp gar kochen, ausdämpfen lassen und pellen. Vom restlichen Rosmarin die Nadeln abstreifen.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Kartoffeln darin bei mittlerer Hitze in 12-15 Minuten goldbraun braten. Rosmarin 5 Minuten vor dem Ender der Garzeit dazugeben. Kartoffeln vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer würzen.

Für das Möhrengemüse die Möhren schälen, längs vierteln und in 6 cm lange schräge Stücke schneiden. In einem Topf mit der Butter 2 Minuten andüsnten. Mit Salz würzen, Honig, Orangensaft und 150ml Wasser zugeben. Zugedeckt 8-10 Minuten garen,

Die Zuckererbsenschoten 2 Minuten vor dem Ende der Garzeit zugeben ( Zuckerschoten nur 1 Minute vor Garzeitende), so bleiben sie knackig und grün. Mit Salz und Pfeffer würzen. Estragonblättchen abzupfen, gorb hacken und kurz vor dem Servieren über die Möhren streuen.

 Ofen auf 80° vorheizen. Die Rumpsteak bei starker Hitze von beiden Seiten jeweils 2 Minuten scharf anbraten, salzen, pfeffer und im Ofen - je nach dicke 20-30 Minuten gar ziehen lassen.
Quelle: Kartoffeln und Möhrengemüse - Essen und Trinken 4/ 2012, Linsensalat - Küchenschabe, Rumpsteak - Deichrunner